Heute wird der neue Pixar-Film Merida – Legende der Highland auf Blu ray/DVD veröffentlicht, den ich bereits mehrfach empfohlen habe. Im Zuge der Veröffentlichung will ich daran erinnern, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass es computergenerierte Spielfilme gibt. Der erste Spielfilm dieser Art war Toy Story. Als ich den Film im Kino sah, konnte ich es kaum fassen. So ein geiles Ding haben diese Kreativen bei Pixar mit ihrem Computern gemacht. Technisch war der Film ein Hammer. Und was dazu kam: Die Story hatte Herz und war wunderbar erzählt. Hier waren vielleicht Computernerds am Werk, aber verdammt noch mal, sie konnten Geschichten erzählen. Ich war mit dem Pixar-Virus infiziert, der bis heute nicht geheilt ist. Ein neuer Pixar-Filme kam jedes Jahr ins Kino, doch Toy Story blieb immer in meiner Erinnerung.
Wer diese Zeiten wieder aufleben lassen möchte, dem rate ich zur Lektüre des Buches the Toy Story Films von Charles Solomon. Das Vorwort schrieb der geniale Hayao Miyazaki und das Nachwort John Lasseter. Erzählt wird die Geschichte aller drei Toy Story-Teile, die auch immer eine Geschichte von Pixar sind. Wir erfahren viel, wie sich Pixar von der Scheidungsmasse von George Lucas und dem Kauf von Steve Jobs entwickelt hatte. Obwohl Jobs Hardware verkaufen wollte, drehten die Kreativen seiner Filme immer wieder Kurzfilme und reichten sie unter anderem bei der Siggraph ein. Damit schuf sich Pixar in der 3D-Szene einen hervorragenden Ruf. Die Nerds und Wissenschaftler der Siggraph-Konferenz wollten mehr, nachdem Luxo Jr. gezeigt wurde. Es ist die L-1 von LUXO, die 1986 auf dem Schreibtisch von John Lasseter stand und die Grundlage des Erfolgs des Animationsunternehmens ist. Die Zuschauer vergaßen, dass sie einen animierten Film sahen. Und genauso erging es mir bei Toy Story. Schon nach wenigen Augenblicken vergaßen die Zuschauer, dass der Film nur aus Bits und Bytes besteht. Ich stritt mit meinen Freunden damals erbittert, ob das die Zukunft wird. Ich war zwar ein Fan von den klassischen Disney-Filmen, aber irgendwie hatte sich die Maschinerie tot gelaufen. Zeichentrickfilm brauchte neues Blut. So war ich überrascht von Heavy Metal oder den Arbeiten von Ralph Bashki. Als ich hörte, dass Disney den Vertrieb von Toy Story übernommen hatte, fühlte ich: Es passiert irgendetwas neues.
In diesem wunderbar illustrierten Buch tauche ich nochmals in die Entstehungsgeschichte der erfolgreichen Toy Story-Reihe ein. Ich liebe ja, die Art of-Bücher und habe finde die Ausgabe zu Toy Story 3 vom gleichen Autor besonders gelungen. Das vorliegende Buch liefert aber mehr als Konzeptzeichnungen, sondern viele gerenderten Bilder und Schnappschüsse – besonders schön, die modische Entwicklung von John Lasseter. Die technischen Ausführungen in dem Buch könnten tiefergehender sein: Es wird zwar die Software wie RenderMan angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt. Da müssen Technikgeeks zu anderer Literatur greifen. Wer aber einen Überblick über das Toy Story-Trio haben will, schöne Bilder, nette Geschichten und ein wenig Background, der ist mit diesem Buch the Toy Story Films wunderbar zufrieden. Der Untertitel des Buches lautet „An animated Journey“ – genau das ist das Buch.
Mit dem iPad im Chat und dem MacBook Pro live den Stream verfolgt.
Gestern fand in Nürnberg die Pressekonferenz zur HAARE 2012 statt. Die HAARE ist die wichtigste regionale Friseurmesse in Deutschland. Rund 15.000 Friseure aus ganz Deutschland pilgern am 21./22. Oktober zur NürnbergMesse und informieren sich über neue Trends in der Branche. Um ein bisschen Werbung für die Fachveranstaltung zu machen, haben wir die Pressekonferenz live ins Netz übertragen. Der Hammer oder?
Erfolgreich lief die PK zur HAARE ab – vor Ort in Nürnberg und im Netz.
Wer jetzt meint, dass wir auf große Broadcast-Ausrüstung gesetzt haben, der irrt sich komplett. Ausgestattet mit einem iPhone, einem Stativ, einem Mikrofon und einem WLAN-Hotspot war eine Kollegin in Nürnberg vor Ort und streamte die Pressekonferenz live ins Netz. Als Plattform nutzen wir qik. Natürlich geht es auch deutlich professioneller (und auch teuerer), aber wir waren mit unserer kleinen Lösung vollauf zufrieden. Und der Kunde, der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, auch. Damit ist der LIV Friseure Bayern meines Wissens der erste Friseurverband, der solch ein Live-Streaming durchgeführt hat. Der bayerische Verband ist in Sachen Social Media ganz weit vorne (schließlich haben die ja auch ein Buch von mir zum Thema herausgebracht).
Die Zuschauerschaft war noch übersichtlich aber das war gar nicht das Ziel. Es sollte gezeigt werden, dass mit wenig Finanzeinsatz im Web 2.0-Zeitalter enorm viel möglich ist. Auf das Tun kommt es an. Über die technische Qualität lässt sich diskutieren, dennoch ging der Stream in HD raus. Mir kam da wieder der Spruch von Steve Jobs in Erinnerung: „Real Artists ship.“
Beim verwendeten Mikro handelte es sich um ein iRig Mic. Es hat sich bei mir als Hand-Kondensator-Mikrofon für iOS-Geräte hervorragend bewährt. Das robuste, strapazierfähige Metallgehäuse liegt gut in der Hand, bzw. steckt im Mikro-Ständer. Das iRig Mic verfügt über eine hoch unidirektionale Kondensator-Elektret-Mikrofonkapsel für Aufnahmen aus der Nähe und der Ferne. Dank dem dualen Minianschluss ist ein Monitoring in Echtzeit möglich. Über den 3-Stufen-Schalter kann das iRig Mic direkt an sämtliche Schalldruckpegel angepasst werden – von leisem Sprechen bis zu lauter Musik. Das Einrichten für die Aufnahme einer beliebigen Tonquelle auf der Pressekonferenz war simpel.
Das Tamrac Zip Shot leistet mir gute Dienste.
Als Stativ diente ein Tamrac Zip Shot. Das Ding ist superleicht. Das war wichtig, weil die Kollegin in Nürnberg mit dem Zug fahren und daher nichts schleppen wollte. Das Stativ wiegt nur 300 Gramm und ist in Sekunden aufgestellt. Natürlich ist das kein Pro-Stativ, aber es passt in die Handtasche, wiegt nichts und ist sofort einsatzbereit. Im Grunde habe ich das Stativ bei Bergtouren im Einsatz, aber auch für diesen Zweck hat es wunderbar ausgereicht.
Das iPhone liefert eine genügend ausreichende Bildqualität. Die JVC-Kameras konnten zu Hause bleiben. Schwenken und Zoomen waren Nebensache, sondern es ging, wie bereits geschrieben, um das Machen. Vor der Veranstaltung wurde über verschiedene Facebook-Seiten wie Verbands- und Messeseite geworben. Via Twitter wurden zusätzlich Leute auf den Stream aufmerksam gemacht. Es hat sich hier wieder gezeigt, die Web 2.0-Werkzeuge sind vorhanden. Es gilt es nur, sie anzuwenden.
Über Jahre hinweg stand und steht die Effekteschmiede von George Lucas Industrial Light & Magic oder kurz ILM für Innovation in der Filmwelt. Aufgrund eines kostspieligen Scheidungsverfahren musste Lucas eine Entscheidung treffen: Verkauft er Pixar oder ILM? Er entschied sich für den Verkauf von Pixar und Steve Jobs griff zu. Der Rest ist Filmgeschichte. Bei ILM setzte Lucas auf Nummer sicher. Die VFX-Bude gehört zu den Perlen des Lucas Imperium, die Millionen einbringt. Die Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet, haben immer wieder die Filmgeschichte verändert.
Das vorliegende Buch von Pamela Glintenkamp Industrial Light & Magic: The Art of Innovation beweist diese Innovationskraft und den enormen Einfluss der Fabrik eindrucksvoll. Auf 358 Seiten durchstreift der Leser die Filmgeschichte und erinnert sich gerne das ein oder andere Effekteabendteuer, auch wenn so mancher Film dahinter einfach nur grausam war. IFM wurde geschaffen, um das Unmögliche zu schaffen, so beschrieb es George Lucas einstmals.
Und er sollte recht behalten: Die Tricks von Jurassic Park hauten uns vom Hocker, Star Wars sorgte dafür, dass uns die Spucke wegblieb, Indy Jones nahm uns auf eine Reise durch das moderne Actionkino mit. Mir persönlich gefielen auch die atmosphärische Dichte von Poltergeist, die erste CGI-Figur in Young Sherlock Holmes, der Spaß von Roger Rabbit, der Wind in Twister oder die Wasserszenen von Abyss. Als ich als Jugendlicher die Morphing-Effekte von Terminator 2 im Kino sah, wusste ich, wie die VFX-Zukunft des Kinos aussah: Weg mit Modelle, her mit dem Rechner.
Bei meinen Gesprächen auf der Siggraph wurde mir bestätigt, dass ILM genau hinschaut, was die Mitbewerber so machen. Vor allem WETA und das deutsche Unternehmen Pixomondo stehen ganz oben auf der Beobachtungsliste, schließlich waren die Tricks von Thilo Kutter in Emmerichs 2012 Weltklasse und die Deutschen bekamen für Hugo sogar einen Oscar.
Bücher wie Industrial Light & Magic – The Art of Innovation liebe ich: Die ideale Mischung von Fantasie und Technik. Natürlich verrät Pamela Glintenkamp keine Geheimnisse von ILM, aber der Leser bekommt einen guten Eindruck, mit welchen Problemen die Artists zu kämpfen hatten. Und man bedenke: Sie hatten nicht die Rechenpower von heute zur Verfügung, sondern SGI war damals noch ein großer Name. PowerAnimator war im Grunde nur nach einem Physikstudium zu bedienen. Jeder heutige 3D-Artist wird die Tipps wie einen Schwamm aufsaugen, wie damals Herausforderungen gelöst wurden. Und die Lösung hieß eben nicht, dass man 50 Programmierer an ein Problem setzt und die Peitsche schwingt.
Der Wechsel von analogen zu digitalen Tricks werden in diesem Buch ausführlich beschrieben. Immer wieder wird gezeigt, was der lockere Spruch „Let´s fix it in the Post“ für die Artists bedeutet, nämlich modellieren, rendern auf Teufel komm raus.
VFX können aufdringlich im Vordergrund stehen, wie bei den schrecklichen Transformers oder auch unbemerkt im Hintergrund eine Atmosphäre der Angst erzeugen, wie bei Saving Private Ryan, wo Regieas Spielberg eine fotorealistische Arbeit von seinem Freund Lucas forderte. Meine absolute Lieblingstricks sind aber in AI zu finden. Zu diesem Film habe ich eine eigene Buchbesprechung durchgeführt, auf die an dieser Stelle verwiesen sei.
Egal, um was es geht, ILM hat wohl eine Antwort darauf. Und daher ist allen Zeitgenossen dieses Buch empfohlen, wenn sie sich für Effekte im Kino interessieren. Einstmals begann ich meine Sammlung von Filmbüchern mit einem Sonderband des deutschen Kinomagazins Cinema „Die Tricks“. Die Tricks waren damals aufwendige Bastelarbeiten, Modelle, Matte-Zeichnungen. Wenn ich mir heute die Tricks aus dem Rechner in Welten bei Avatar anschaue, stelle ich fest, wie schnell die Zeit vergangenen ist und was ILM alles geschaffen hat. Respekt für so einen großen Anteil an der Filmgeschichte. Ich bin gespannt, was sich ILM als nächstes einfallen lässt. Pamela Glintenkamp wird es uns sicherlich berichten. In ihrer unaufdringlichen sachlichen Schreibe merkt an, dass die für das Stanley Kubrick Archiv in London gearbeitet hat. Ohne zu übertreiben, lässt sie die Künstler zu Wort kommen und hält sich selbst mit Superlativen zurück. In über 100 Interviews sammelte sie schönes Material von Casper bis Rango, was sie mit uns in Industrial Light & Magic: The Art of Innovation teilt. Unbedingt kaufen. Und wer mehr wissen will, sollte sich auch das Buch: Industrial Light & Magic: Into the Digital Realm antun. Hier meine Kritik:
Diese Frau ist ein Phänomen. Mit ihren 71 Jahren füllt die US-amerikanische Folksängerin Joan Baez immer noch große Konzertsäle und dies obwohl sie sich seit Jahrzehnten nicht weiterentwickelt. Mit einem Repertoire eines gewöhnlichen Lagerfeuer-Entertainers schafft sie es ihr Publikum zu verzaubern. Ihr Publikum sind für mich Leute, die noch am Tropf der sechziger Jahre hängen. Nach dem Motto „Weißt du noch, wie wir damals dagegen waren …“ versammeln sich die Jünger um die Hohepriesterin des Folks, obwohl ihr Einfluss kaum noch vorhanden ist und ihre Bewegung längst verstummt ist. Wie in der Münchner Philharmonie gilt es zusammenzurücken und gegen die Ungerechtigkeit in der Welt anzusingen und dann in den Mercedes SLK einzusteigen und nach Hause zu fahren. Ok, ich übertreibe.
Stimmlich ist Joan Baez ihrem Alter noch sehr gut auf der Höhe. Natürlich klappen die hohem Tremolos nicht mehr so ganz wie früher, und auch eine Erkältung in München sorgte nicht immer für astreine Töne, aber was soll es. Die Frau ist 71 Jahre alt und macht ihren Job, so gut sie ihn kann. Und das ist das Dilemma von Joan Baez. Sie hatte immer etwas zu sagen, aber sie musste meist die Werke anderer bemühen, um ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. Joan Baez war eine begnadete Sängerin, aber sie war leider nie eine begnadete Songwriterin. Ihre selbst geschriebenen guten Songs lassen sich an zwei Händen abzählen.
Und sie ist es wohl leid, dass sie immer wieder auf ihre Beziehung zu Bob Dylan angesprochen wird. Sie hat den jungen Mann entdeckt, holte ihn auf die Bühne, verliebte sich in ihn und er ließ sie fallen und machte Karriere. Aber noch immer singt sie seine Songs, voller Inbrunst. Und sie äfft ihn nach bei „Love ist just a four letter Word“. Es muss nach all den Jahren noch weh tun. Aber sie wehrt sich. In ihrem eigenen Song „Diamond & Rust“ änderte sie in München eine Textzeile: Aus „Er schoss direkt in mein Herz“ machte sie einfach „er schoss mir direkt in die Augen“. Auf ihren anderen berühmten Lover Steve Jobs geht sie nicht ein, obwohl zeitgleich während ihres Konzertabends in München die WWDC von Apple in San Francisco läuft, aber ohne Jobs, der im Oktober verstarb.
Naja, aber Joan Baez ist eine Überlebende. Sie war zwar Teil der Gegenkultur, aber immer auf der braven Seite zu finden. Sie wagte viel, aber bleib immer noch im Rahmen. Keine Revolution wie Hendrix, Morrison oder Joplin, dafür lebt sie noch und sieht hervorragend aus. Sie sang immer Lieder, die sich um den Tod drehen. Sie erinnerte an den Ehemann ihrer 2001 verstorbenen Schwester Mimi: Der Schriftsteller und Sänger/Songwriter Richard Fariña kam 1966 bei einem Motorradunfall ums Leben.
Ihre Karriere begann mit Folk-Standards, die sie auch in München wieder darbot. Und der Tod zog sich durch den Abend: Robbie Robertson und auch John Lennon und das Publikum sang brav mit. Und genau das ist das Langweilige, Vorhersehbare. Sie singt Jahr ein, Jahr aus die gleichen Lieder. Ob ich 1984 Joan Baez gesehen habe, oder 2012 – es ist von der Interpretation und der Auswahl der meisten Songs egal. Und das ist eigentlich das Tragische. Immer wieder holt sie Nachwuchsleute wie einstmals Dylan auf die Bühne und gibt ihnen ein Forum. In München war es die französische Sängerin Marianne Aya Omac. Freilich muss die Dame barfuß die Bühne betreten – wir erinnern uns: Joan Baez gab früher auch ihre Konzerte ohne Schuhe und fuhr dann in ihren Rolls Royce davon. Marianne Aya Omac brachte auch Stimmung in den Kulturtempel Gasteig. Gypsi-Klänge, lateinamerikanische Musik, ja das mag das Münchner Publikum, das brav mitklatschte und sich auf seine Art richtig gehen ließ. Immer brav die Gegenkultur vorantreiben.
Die Setliste zeigt Standards: Setlist God Is God | Be Not Too Hard | Lily Of The West | Railroad Boy | Scarlet Tide | Hard Times | Jerusalem | Catch The Wind | Swing Low, Sweet Chariot | [3 spanische Songs mit Marianne Aya Omac] | The House Of The Rising Sun | Long Black Veil | Suzanne | Gracias A La Vida | Diamonds & Rust | The Night They Drove Old Dixie Down | Imagine | Sag mir wo die Blumen sind | Donna Donna
Zu Beginn und am Ende des Konzerts bedankte sich Joan Baez mit den Worten: „Sie machen es mir leicht.“ Das ist richtig. München liegt der Grand Dame des Folkssongs zu Füßen, obwohl es eigentlich nichts neues gab.
Es gab einstmals schöne Zeiten für Mac-User. Ich meine die Zeiten rund um den Quadra. Damals waren wir noch eine eingeschworene Gemeinde. Nerds im Zeichen des Regenbogens, die verächtlich auf die Windows-User herabblickten. Wir konnten am Startklang des Macs erkennen, welche Speicherbank im Rechner defekt war. Und dann brachte Steve Jobs später den iMac, noch später das iPhone und das iPad. Und auf einmal stieg eine ganze Generation von Windows-Usern auf das Mac OS um. Gut für meinen Apple-Aktien, schlecht für meine Nerven.
Da es bekannt ist, dass ich u.a. Chefredakteur der MACup war, muss ich immer wieder als Helpline für die Switcher zur Verfügung stehen. Die Gespräche beginnen immer wieder nach dem gleichen Schema. „Du kennst dich doch mit dem Apple aus. Ich hab da mal eine Frage …“ Wenn ich das schon höre: Apple – der letzte Apple war mein Apple III und der liegt schon ein paar Jahre zurück. Es beginnt mein Martyrium. Aber ich habe jetzt eine Lösung. Um meine Nerven zu schonen, empfehle ich jeden Umsteiger in die Mac-Welt das kleine Büchlein Die Lion-Fibel meinen geschätzten Kollegen Michael Krimmer. Michael, ein guter Freund und Experte in Mac-/und Windows-Welten gibt mit dem Buch eine hilfreiche Übersicht zum aktuellen Betriebssystem Lion. Im Buch aus dem Hause Mandl & Schwarz werden schnell und einfach die Neuerungen im Mac OS behandelt: Mail, iCal, Adressbuch, Mission Control, Launchpad und und und.
Es ist sachkundig, flott und vor allem verständlich geschrieben. Der Einsteiger in die Mac-Szene braucht kein Kompendium, dieses Buch mit seinen 200 Seiten reicht. Hier gibt es zudem eine Leseprobe. Also kauft euch das Buch Die Lion-Fibel und fragt mich nicht mehr bei Problemen mit eurem Apple.
Der Kinosommer wird ein doppeltes Highlight für mich: Zum einen kommt ein neuer Pixar-Film – zum anderen spielt der Film in Schottland, meinen absoluten Lieblingsland. Also die Voraussetzung für perfekte Unterhaltung möchte ich meinen.
Auch Pixar geht mit der Zeit: Die Hauptrolle spielt eine Frau, nämlich besagte Merida. Vor der Kulisse der schottischen Highlands entführt das 13. Animationshighlight der Pixar Animation Studios in eine urtümliche und geheimnisvolle Welt, in der seit Menschengedenken die alten Geschichten von epischen Schlachten und mystischen Legenden von Generation zu Generation weitergegeben werden. Merida – Legende der Highlands reiht sich ein in den Reichtum dieser Sagenwelt mit einer mutigen jungen Heldin, die den Traditionen, ihrem Schicksal und der schrecklichsten aller Bestien die Stirn bietet. Im Original heißt der Streifen übrigens Brave.
Schauen wir uns einmal die Story genauer an: Inmitten der rauen Wildnis der schottischen Highlands träumt die talentierte Bogenschützin Merida davon, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch im Hause des schottischen Königs hat nur eine das Sagen – Meridas Mutter, Königin Elinor. Ob das eine Anspielung auf die Männerwirtschaft im Hause Pixar/Apple sein soll?
Hier hat der Mann das Sagen!
Und die stolzen Schotten haben eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll: Das aufmüpfige Mädchen mit den wilden roten Locken soll möglichst bald unter die Haube, vermählt werden mit einem der Clan-Söhne aus der Umgebung. Also lädt Elinor den klobigen Lord MacGuffin, den mürrischen Lord Macintosh (nein, das soll kein Hinweis auf Apple sein und Steve Jobs sein) und den streitsüchtigen Lord Dingwall und ihre Söhne zu Ritterspielen ein, bei denen der Nachwuchs um die Hand von Merida kämpfen soll. Oh, Oh ich wittere schon wieder einen Fehler. Liebe US-Freunde von Pixar. In Schottland gibt es keine Lords, sondern Lairds. Sie sind die Herrscher über die Highlands gewesen und nicht mit dem englischen Lords vergleichbar. Ich hoffe, dass es nur ein simpler Übersetzungsfehler in der deutschen Fassung ist, sondern wäre es ein böser Fehler.
Schottische Lords oder Lairds aus den Highlands?
Und es kommt in der Geschichte, wie es kommen muss: Heimlich nimmt auch Merida – als Ritter verkleidet – an den Spielen teil und stellt die aussichtsreichen Kandidaten mehr als bloß. Die Lords schäumen vor Wut. Als Merida nach einem Riesenkrach mit der Mutter voller Zorn mit ihrem Pferd in den Wald flüchtet, nehmen die Dinge ihren unheilvollen Lauf. Ein magischer Fluch fordert all ihre Kräfte und ihren Mut, wenn sie ihre Familie und ihr Königreich retten will… Und wie das Plakat zeigt, werden wohl blaue Steine eine gewisse Rolle spielen.
Mit den blauen Steinen geht der Ärger richtig los.
Mit Merida – Legende der Highlands inszenierten Mark Andrews (Story Supervisor „Die Unglaublichen – The Incredibles“ und „Ratatouille“) und Brenda Chapman („Der Prinz von Ägypten“). Übrigens, es gab Krach bei der Produktion: Regisseur Mark Andrews ersetzte die frühere Regisseurin und Autorin des Films Brenda Chapman. Merida – Legende der Highlands markiert das erste Märchen der Pixar Animation Studios und erobert ab 02. August 2012 die deutschen Kinoleinwände – auch in Disney Digital 3D und in ausgewählten Kinos in IMAX 3D.
Nachdem Cars 2 nur im produktionstechnischen Bereich wie Raytracing und weniger in Sachen Story Maßstäbe gesetzt hat, will ich bitte wieder einen Top-Pixar-Film sehen. Die Story scheint etwas düster zu sein und die Figur der Merida ist gut herausgearbeitet. Ich denke, es wird kein reiner Kinderfilm werden, sondern etwas mit Tiefgang und ich bin auf die Moral gespannt. Und ich hoffe inständig, dass der Film über den Pixar-typischen Humor verfügt, den wir zuletzt in Wall E oder Oben genossen haben. Und ich bin gespannt, wie in dem Pixar-Film die wichtige Zahl A 113 auftaucht. Technisch wird er das Thema Haare weiterbringen, nachdem Pixar bei Monster AG und den Unglaublichen viel geleistet hat.
Ich bin es leid, den Leuten folgendes zu erklären:
Ja, Adobe hat aufgehört, seine Software Flash für mobile Endgeräte weiter zu entwickeln und geht stattdessen auf HTML 5.
Nein, Adobe hat nicht aufgehört, Flash für den Rechner weiter zu entwickeln.
Es ist doch eigentlich ganz einfach: Nix Flash für unterwegs, aber auch künftig Flash für stationäre Maschinen.
Ich erinnere mich an zahlreiche Messen: IBC, NAB, Adobe-Roadshows auf denen ich immer wieder hinter vorgehaltener gehört habe: Man habe ein Flash-Lösung für das iPhone, doch Apple verweigere die Installation auf dem Device. Steve Jobs wollte kein Flash auf seinen mobilen Geräten iPhone und iPad. Als Grund wurde der hohe Stromverbrauch genannt, der bei den Devices sowieso extrem ist.
Und die Apple Stänkerer war dies zuviel: Android öffne sich für Flash und was wollte man denn mit der Diktatur von Apple? Flash läuft auf den Samsungs, HTC usw und saugt ratz fatz die Batterie leer.
Und nun? Steve Jobs hat recht behalten. Flash in der jetzigen Form ist nichts für mobile Endgeräte. In einem Blogbeitrag gab Adobe die Entscheidung bekannt. Nach dem Update auf Flash 11.1 ist mit mobil Schluss. HTML 5 und die breite Marktmacht von Apple haben wohl zu dieser Entscheidung geführt.
Steve, du hattest mit deinem offenen Brief recht gehabt: Flash ist von gestern. Dir bringt es zwar nichts mehr, aber es war mal wieder eine visionäre Entscheidung.
Am 19. Oktober fand die Trauerfeier für Steve Jobs auf dem Apple Campus statt. Jetzt stellte Apple einen Link zur Gedenkfeier für den verstorbenen Chef auf die Apple Website. Die Apple Familie ist dafür dankbar.
Es war eine amerikanische Feier von 81 Minuten bei dem die Trauernden mit Kaffeebecher und Sonnenbrille, mit T-Shirts und Baseball-Hüte im Campus in Cupertino versammelt sind. Umrahmt von überlebensgroßen Fotografien von Steve Jobs fand die Trauerfeier statt, die irgendwie auch eine Rock´n Roll-Party wurde. Die Feier wurde weltweit in die Apple Retail Stores übertragen, die früher schlossen. In München war nur noch das Post-it-Konterfei von Steve Jobs an der Scheibe zu sehen.
Der Münchner Apple Retail Store.
CEO Tim Cook sprach die einführenden, bewegenden Worte. „Die letzten Wochen waren die traurigsten meines Lebens.“ Jobs Frau Laurene Powell hatte einen der seltenen öffentlichen Auftritte. Die Kinder von Jobs waren nicht zu sehen. Leider hab ich auch den zweiten Steve nicht erblickt. Wo war Woz bei der Feier seines Kumpels? Am meisten bewegte mich eine Audiozuspielung der Think different-Kampagne. Es ist eine seltene Aufnahme bei der Steve Jobs selbst den Text zu den „Crazy Ones“ sprach. In der Werbung wurde später die Stimme von Richard Dreyfuss verwendet. Das Bekenntnis rührt noch immer zu Tränen und inspiriert.
Viele Weggefährten sprachen, darunter Al Gore, Sir Jon Ive, Apple-Aufsichtsrat Bill Campbell. Norah Jones und ColdPlay sangen verschiedene Songs. Nora Jones begeisterte mit dem Dylan-Klassiker „Forever Young“. ColdPlay brachten „You’ve Got a Friend in Me“ dar.
Um den Videostream anzusehen, wird Safari 4 oder 5 unter Snow Leopard oder Lion, iOS 3 und neuer oder QuickTime 7 unter Windows benötigt. Oder es gibt den Film auf YouTube.
Here’s to the crazy ones.
The misfits.
The rebels.
The troublemakers.
The round pegs in the square holes.
The ones who see things differently.
They’re not fond of rules.
And they have no respect for the status quo.
You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
Ja, heute ist für mich ein persönlicher Trauertag. Der Tod von Steve Jobs berührt mich, er berührt mich sehr. Die Ideen dieses Mannes haben mich geprägt, mich beeinflusst und sein Tod trifft mich als ob ich eine vertraute Person aus meinem Umfeld verloren habe. Steve Jobs und die Produkte seiner Firmen waren stets um mich. Kaum ein Tag verging an dem ich nicht ein Produkt aus Cupertino nutze.
Ich pilgerte jahrelang zu den Keynotes nach San Francisco und traf gleichgesinnte Jünger im Ballroom des Moscowne-Center. Wir wollten Steve Jobs erleben und wir haben ihn erlebt. Es war wie eine Mischung aus Konzert und Gottesdienst. Dabei ging es doch schlicht nur um die Vorstellung von IT-Produkten. Doch diese Produkte wurden von Steve Jobs in einer fantastischen Art präsentiert. Wir fieberten auf „one more thing“. Wenn er da in schwarzen Rollkragenpulli, Jeans und Sneakers stand, war er mehr als ein Firmenchef. Er war ein Symbol für Aufbruch für uns alle. Ich war bei der Einführung vieler revolutionärer Produkte dabei und durfte sogar einmal ein kurzes Interview mit Jobs führen.
Ich wollte nie für Jobs arbeiten: Mit einem Genie zu arbeiten ist schwer und wenn ich die Berichte ehemaliger Mitarbeiter über his Steveness lese, tat ich wohl gut daran. Er war wohl lange Zeit ein sehr schwer zu ertragener Mensch. Es herrschte auf dem Campus in Cupertino eine gewisse Anspannung, wenn der Chef mal wieder einen seiner Tage hatte. Ich hatte es einmal miterlebt.
Der Name Steve Jobs war immer für eine Auseinandersetzung unter Kollegen gut – er polarisierte. Er trennte die Welt in Apple und den Rest. Aber es ist klar: Steve Jobs war ein Genie und ein großer Visionär. Er hat mit Apple die Computerindustrie und mit Pixar die Filmindustrie auf den Kopf gestellt. Er hat die Musikindustrie komplett verändert und er hat gezeigt, wie man ein Handy bedienen kann. Seine Art und seine Ideen inspirierten mich, motivierten mich und ja, sie prägten mich zutiefst. Es gab wenig wirkliche Persönlichkeiten in diesem Business, das sonst von langweiligen Excelfanatikern beherrscht wird. Und nun ist der Tag da, der sich lange ankündigte. Jetzt ist einer der ganz großen Helden von uns gegangen.
Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich zum ersten Mal im Rahmen der Think different Kampagne vom Apple Manifest „to the crazy ones“ hörte. Noch immer läuft es mir kalt den Rücken herunter, wenn ich mir den Spot anschaue oder das Plakat von damals heraussuche und die Stimme in meinen Kopf höre „to the crazy ones“. Ob ich ein Kreativer oder einer von den benannten Verrückten war, weiß ich nicht. Aber ich fühlte mich in einer Welt von Windows angesprochen. Wir von der Apple-Community, die installed base – wir rückten zusammen und die Integrationsfigur war Steve Jobs. Das war zu einer Zeit als Apple noch Apple Computer Inc. hieß und keine Consumer-Electronic-Company war. Es waren die Zeiten als ich für ein paar D-Mark Apple Aktien kaufen konnte und keiner mehr an die Regenbogenmarke glaubte.
Dann kam der iCEO und er schaffte es, dass Ruder herumzureißen. iMac und später iTunes, iPod, iPhone, iPad. Was wäre nicht alles noch gekommen, wenn dieses Genie nicht gestorben wäre? Menschen, gehen in die Geschichte ein, weil sie diese einmal verändert haben. Steve Jobs hat die Geschichte mehrmals verändert. Zusammen mit Steve Wozniak gründete er Apple in der Garage seiner Eltern. Die Ideen von Wozniak und das Marketingtalent von Jobs führten zur Einführung des ersten Personal Computers. Der Mac war 1984 eine Revolution: Ein Computer mit grafischer Oberfläche mit einer Maus. Der iPod löste den Walkman ab und wurde berühmter. Jobs veränderte dann wieder die Welt mit der Einführung des iPhones. Apple erfand das Telefon neu. Apple bereite den Weg für Tablets. Mit iTunes lehrte er uns, was es heißt, eine Plattform zu betreiben. Steve Jobs hat Nicholas Negroponte und sein Buch „Total digital“ genau studiert und umgesetzt. Mit Pixar aus der Scheidungsmasse von George Lucas revolutionierte er die Filmindustrie. „Toy Story“ trieb mir die Tränen in die Augen. War denn so etwas möglich – ein kompletter Spielfilm aus dem Computer? Ich pilgerte jahrelang zu Siggraph und traf die Kreativen von Pixar. John Lasseter in Hawaii-Hemd lobte die Kraft seines Unternehmenschefs und ich glaube ihm. Und ich hörte mal, dass es für Steve Jobs eines Herzenssache gewesen sei, die Beatles im iTunes Store zu haben. Auch das glaube ich.
Nun ist Steve Jobs verstorben. Was bleibt zurück? Mit Apple und Pixar zwei wunderbare Unternehmen, die hervorragend aufgestellt sind. Bitte behaltet den innovativen Geist von Steve Jobs bei. Bitte entwickelt euch weiter, aber vergesst nicht, woher ihr kommt. Auf der Apple-Website steht heute zu lesen: „Apple hat ein visionäres und kreatives Genie verloren, und die Welt hat einen fantastischen Menschen verloren. Jene von uns, die das Glück hatten Steve zu kennen und mit ihm arbeiten zu können, haben einen engen Freund und inspirierenden Mentor verloren. Steve hinterlässt eine Firma, wie nur er sie aufbauen konnte, und sein Geist wird immer die Grundlage von Apple bleiben.“
Steve Jobs war sterbenskrank. Seine Milliarden auf dem Konto konnten den Tod nicht besiegen, vielleicht nur sein Sterben herauszögern. Ich hoffe, Steve Jobs hat seinen Frieden mit seiner Familie und sich selbst gemacht und konnte in der Stunde seines Todes zufrieden zurückblicken. Seine Stanford-Rede wird uns alle in Erinnerung und als Mahnung bleiben: Stay hungry, stay foolish. Nothing more: Stay hungry, stay foolish. Vielen Dank Steve Jobs.
Hier ein kleines Interview, dass ich mit Twitter-Star Sina Trinkwalder alias @manomama geführt habe. Ich fragte sie nach Pläne, den bevorstehenden Umzug, die Nutzung von Facebook und Google + und dem Ausscheiden von Steve Jobs als Apple-CEO. Viel Spaß beim Schauen.