Posts Tagged ‘L-1’

Buchkritik: The Toy Story Films von Charles Solomon

5. Dezember 2012

toystory

Heute wird der neue Pixar-Film Merida – Legende der Highland auf Blu ray/DVD veröffentlicht, den ich bereits mehrfach empfohlen habe. Im Zuge der Veröffentlichung will ich daran erinnern, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass es computergenerierte Spielfilme gibt. Der erste Spielfilm dieser Art war Toy Story. Als ich den Film im Kino sah, konnte ich es kaum fassen. So ein geiles Ding haben diese Kreativen bei Pixar mit ihrem Computern gemacht. Technisch war der Film ein Hammer. Und was dazu kam: Die Story hatte Herz und war wunderbar erzählt. Hier waren vielleicht Computernerds am Werk, aber verdammt noch mal, sie konnten Geschichten erzählen. Ich war mit dem Pixar-Virus infiziert, der bis heute nicht geheilt ist. Ein neuer Pixar-Filme kam jedes Jahr ins Kino, doch Toy Story blieb immer in meiner Erinnerung.

Wer diese Zeiten wieder aufleben lassen möchte, dem rate ich zur Lektüre des Buches the Toy Story Films von Charles Solomon. Das Vorwort schrieb der geniale Hayao Miyazaki und das Nachwort John Lasseter. Erzählt wird die Geschichte aller drei Toy Story-Teile, die auch immer eine Geschichte von Pixar sind. Wir erfahren viel, wie sich Pixar von der Scheidungsmasse von George Lucas und dem Kauf von Steve Jobs entwickelt hatte. Obwohl Jobs Hardware verkaufen wollte, drehten die Kreativen seiner Filme immer wieder Kurzfilme und reichten sie unter anderem bei der Siggraph ein. Damit schuf sich Pixar in der 3D-Szene einen hervorragenden Ruf. Die Nerds und Wissenschaftler der Siggraph-Konferenz wollten mehr, nachdem Luxo Jr. gezeigt wurde. Es ist die L-1 von LUXO, die 1986 auf dem Schreibtisch von John Lasseter stand und die Grundlage des Erfolgs des Animationsunternehmens ist. Die Zuschauer vergaßen, dass sie einen animierten Film sahen. Und genauso erging es mir bei Toy Story. Schon nach wenigen Augenblicken vergaßen die Zuschauer, dass der Film nur aus Bits und Bytes besteht. Ich stritt mit meinen Freunden damals erbittert, ob das die Zukunft wird. Ich war zwar ein Fan von den klassischen Disney-Filmen, aber irgendwie hatte sich die Maschinerie tot gelaufen. Zeichentrickfilm brauchte neues Blut. So war ich überrascht von Heavy Metal oder den Arbeiten von Ralph Bashki. Als ich hörte, dass Disney den Vertrieb von Toy Story übernommen hatte, fühlte ich: Es passiert irgendetwas neues.

In diesem wunderbar illustrierten Buch tauche ich nochmals in die Entstehungsgeschichte der erfolgreichen Toy Story-Reihe ein. Ich liebe ja, die Art of-Bücher und habe finde die Ausgabe zu Toy Story 3 vom gleichen Autor besonders gelungen. Das vorliegende Buch liefert aber mehr als Konzeptzeichnungen, sondern viele gerenderten Bilder und Schnappschüsse – besonders schön, die modische Entwicklung von John Lasseter. Die technischen Ausführungen in dem Buch könnten tiefergehender sein: Es wird zwar die Software wie RenderMan angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt. Da müssen Technikgeeks zu anderer Literatur greifen. Wer aber einen Überblick über das Toy Story-Trio haben will, schöne Bilder, nette Geschichten und ein wenig Background, der ist mit diesem Buch the Toy Story Films wunderbar zufrieden. Der Untertitel des Buches lautet „An animated Journey“ – genau das ist das Buch.

L-1 die sympathische Lampe aus den Pixar-Filmen

17. Mai 2010
L-1 die sympathische Lampe aus den Pixar-Filmen

L-1 die sympathische Lampe aus den Pixar-Filmen

Immer wieder werde ich von Pixar-Fans gefragt, was ist denn das für eine Lampe, die im Vorspann der Pixar-Filme auftaucht?  Es ist die L-1 von LUXO, die 1986 auf dem Schreibtisch von John Lasseter stand und die Grundlage des Erfolgs des Animationsunternehmens ist. Lasseter schaffte es in dem Oscar-nomminierten Kurzfilm „Luxo Jr.“ der Lampe einen Charakter zu geben und das war entscheidend für den Erfolg von Animationsfilmen.

Ich will mich aber heute auf die Geschichte der ursprünglichen Lampe konzentrieren, die eine große Rolle für den Erfolg von Pixar hatte und hat. Die Architektenleuchte L-1 des norwegischen Herstellers LUXO ist auch nach über 70 Jahren noch so erfolgreich wie bei der Markteinführung 1937. Hochwertige Qualität und lange Haltbarkeit zeichnen die symmetrische Arbeitsplatzleuchte aus. Ehemals nur in Schwarz und Weiß erhältlich, erstrahlt die L-1 heute auch mit einem Leuchtenkopf aus farbigem Glas in Opal, Grün oder Blau.

Wenn es eine Arbeitsleuchte bis in die Wohnzimmer und vor allem auf die Filmleinwand schafft, kann es nicht nur daran liegen, dass sie besonders ausgewogenes Licht spendet – sie muss wohl auch gut aussehen. Die Architektenleuchte L-1 von LUXO hat den Schritt vom ehemaligen kranähnlichen Aussehen zur attraktiven Leuchte geschafft. Ob In Schwarz, Weiß, Lichtgrau oder Chrom, mit Metallic-Optik oder mit Reflektor aus farbigem Glas: Dank der Verfeinerung durch Jac Jacobsen, Fabrikgründer LUXO, im Jahr 1936 und der kontinuierlichen Weiterentwicklung ist die L-1 bis heute die am meisten verkaufte Leuchte der Welt.

Der variable Leuchtenarm wird mit Spiralfedern im Gleichgewicht gehalten, ähnlichen wie bei dem Zusammenspiel der Muskeln des menschlichen Arms. Die parallelgeführten Vierkantprofile vom unteren und oberen Trägerarm der Leuchte, in Kombination mit Spezialgelenken und Spannfedern garantieren eine ständige horizontale Ausrichtung des Leuchtenkopfes. So entsteht eine Spannkraft, welche den Leuchtenkopf immer in der gewünschten Position belässt. Ich bin ein Fan der alten Glühbirne, aber ich muss mit der Zeit gehen: Eine Energiesparlampe mit 11 Watt lässt die L-1 ganz ökologisch im neuen Licht erstrahlen.

Seit dem Frühjahr 1937 produzierte und vermarktete LUXO (abgeleitete aus dem lateinischen „Ich gebe Licht“) diese Leuchte. Seit dieser Zeit ist die L-1 mit allen begehrten Design Awards ausgezeichnet worden, wie beispielsweise dem „Classic Award for Design Excellence“ (Norwegian Design Council) oder dem SMAU Industrial Design Award 1974. Bereits im Jahr 1954 setzte das Illinois Institute of Technology Fortune die Arbeitsplatzleuchte auf die Liste der 100 besten Produkte, die je gefertigt wurden. Bis heute stellen viele Museen die L-1 als Beispiel für klassisches Leuchtendesign aus. Und nach all der Recherche zur L-1 steht fest: ich schmeiß meine Ikea-Lampe raus und kauf mir eine L-1. Ich bin auf den Geschmack gekommen, nicht zuletzt durch ein nettes Tango-Video der Lampe.