Ausblick vom Räuber Kneißl-Rastplatz in Frauenberg.
Am Sonntag fiel uns die Decke auf den Kopf. Wir mussten raus mit dem Rad, um den ganzen Druck von Corona und Ausgangsbeschränkung hinter uns zu lassen. Am Morgen erinnerte uns Bürgermeister Hans Seidl via Facebook die Heimat zu genießen. Und das machten wir auch: Meine Frau und ich fuhren den Räuber Kneißl Radweg entlang durch die Gemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Eigentlich wird der Räuber Kneißl Radweg erst offiziell am 26. April eröffnet, aber so lange wollten wir nicht warten. Unsere Heimat hat so viel zu bieten und wenn es nun einen offiziellen Radweg gibt, dann müssen wir ihn auch ausprobieren.
Der Radweg führt durch die sieben Gemeinden der WestAllianz München – Bergkichen, Gröbenzell, Karlsfeld, Maisach, Odelzhausen, Paffenhofen a.d. Glonn und Sulzemoos. Entlang der Wegstrecke lernen die Radler die Historie des Mathias Kneißl zwischen 1857 und 1902 kennen.
Pause muss auch sein.
Die offiziellen Kneißl-Rastplätze mit den Infotafeln über den Räuber Mathias Kneißl sind noch nicht aufgestellt, aber wer hier wohnt, der kennt die Geschichte vom Kneißl sicher.
Als Lokalpatrioten wählten wir die dritte Route des Räuber Kneißl Radwegs von 23,2 Kilometern Länge mit zwei Kneißl-Rastplätzen bei Überacker und Frauenberg. Beide befinden sich noch im Bau, aber die Website gibt schon interessante Infos. Eigens angelegt für den Räuber Kneißl Radweg gibt es GPS Daten für diesen Abschnitt. Zudem gibt es Radwegkarten aus Papier und als PDF. Papier belastet nur, also wählten wir die PDF-Karte zum Download. Für Mathias Kneißl war die Gemeinde Maisach sein Schicksal. Es erwartete ihn Verhaftung, Verhandlung und Hinrichtung.
Von der vergeblichen Suche mürbe gemacht, wird das Kneißl-Polizeiaufgebot verkleinert. Da gibt Kneißls Cousine Mathilde Lorenz dem Münchner Sicherheitskommissär Bossert den entscheidenden Hinweis. Auf dem Weg zu einem eingefädelten Treffen mit ihm in Pischertshofen streut sie Orangenschalen für die Verfolger. Am 4. März ist Kneißl im Anwesen der Familie Märkl in Geisenhofen. Etwa 150 Schutzleute und Gendarmen werden zusammengezogen. Sie wechseln sich mit der Bewachung des Anwesens schichtweise ab. Rasch verbreitet sich die Nachricht von Kneißls bevorstehender Verhaftung. Schaulustige reisen aus München und Augsburg an, um dabei zu sein. Am 5. März 1902 wird der Stadel des Anwesens mit ca. 1.500 Schuss Munition beschossen, Kneißl verwundet und ihm der Prozess gemacht. Er wird in Ausgburg hingerichtet.
Erste Etappe von Maisach nach Überacker
Unsere Radtour begann nach einem Eis bei Alberto in der Kandlerstraße in Maisach und ging über die Brauerei Maisach – das Bräustüberl ist aufgrund von Corona geschlossen – weiter nach Überacker zur Kapelle St. Wolfang.
Die Kapelle ist geschlossen. Es ist ein kleiner Saalbau mit polygonalem Chorschluss, Lisenengliederung und Dachreiter mit Spitzhelm aus den Jahren 1700/01. Den Spinnweben nach zu urteilen war schon lange keiner mehr da. Vor der Kapelle sind zwei wunderbare Lindenbäume samt Vogelnest. Die Infotafeln wurden noch nicht aufgestellt. Aber den Platz mag ich gleich.
Zweite Etappe in Überacker zu St. Bartholomäus
Die kurze Fahrzeit durch Überacker endet mit dem Besuch der Kuratiekirche St. Bartholomäus. Leider war die Kirche verschlossen, aber der Aufstieg zur Kirche hat mir imponiert.
Dritte Etappe von Überacker nach Einsbach
Vierte Etappe von Einsbach über Prack und Wenigmünchen
Fünfte Etappe von Dürabuch nach Englertshofen
Sechste Etappe von Englertshofen über Germerswang nach Frauenberg
Hier ist dann der zweite Kneißl-Rastplatz in der Gemeinde Maisach. Auch er ist noch im Bau, bietet aber schon jetzt einen wunderbaren Blick.
Ich freue mich über so einen schönen Radweg, der durch unsere Gemeinde führt. Ich bin gespannt, wann er offiziell eröffnet wird. Vielleicht kann ich ja bei der Eröffnungsfeier dabei sein. Es würde mich auf jeden Fall freuen.
Ach ja, bevor Fragen kommen. Die Aufnahmen entstanden mit einem iPhone und dem DJI Osmo Mobile 3
Die Versorgungslage mit Lebensmitteln in der Gemeinde Maisach ist gesichert. Die Supermärkte und Wochenmärkte haben geöffnet. Liefer- und Abholdienste sind eingerichtet. Und als zusätzliche Stütze der Versorgung haben sich Lebensmittelautomaten von Selbstvermarktern im Gemeindegebiet von Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck etabliert.
In Zeiten von Corona boomen die Automaten scheinbar. Mir wurde berichtet, dass sie öfters als früher von ihren Betreiber aufgefüllt werden, weil die Nachfrage nach den Produkten gestiegen ist. Gründe sind wohl die Ausgangsbeschränkung, HomeOffice und die Osterferien. Menschen bleiben zu Hause und orientieren sich am Ort nach Lebensmitteln aus der Region. Und wir haben einige Lebensmittelautomaten zu bieten.
Auf der Straße Richtung Überacker gibt es beim Autohaus Walter an der Tankstelle den Wurst- und Fleischautomaten vom Widmann. Ich selbst bin Fan von den Ochsenfetzen, die ich für die Familie auf den Grill lege. Frisch, aus regionaler Schlachtung. Natürlich kaufe ich auch beim heimischen Metzger, aber wenn ich aufgrund Abstandshaltung keine Lust aufs Warten habe, nehme ich den Weg über den Fleischautomaten. Hier ein Video von mir aus dem Jahre 2016 wie so ein Ding funktioniert:
Frische Kartoffeln gibt es in der Kartoffelhütte in der Hauptstraße. Es ist ein blaues Häuschen. Darin gibt es Kartoffeln und frische Eier vom Bauern. Zudem gibt es Heu und Stroh, für das ich persönlich allerdings keine Verwendung habe.
Daneben gibt es den überdachten Automaten vom Schlammerl-Hof mit regionalen Produkten wie Eier, Nudeln und Brotaufstrich. Mir schmeckt es und die ganze Sachen nutze ich regelmäßig. Für die Landwirte, die diese Automaten und Hütten betreiben, ist es eine zusätzliche Einnahmequelle in der Zeit.
Im Ortsteil Malching gibt es einen Eier-Automat vom Dinkel. Dazu gibt es Brucker Land Produkte. Es ist eine schöner Ergänzung zum Hofladen mit festen Öffnungszeiten.
Ach ja, der Franz Käser in Malching hat eine Feuerholzverkaufshütte. Wer was zum Anschüren braucht, ist da an der richtigen Adresse. Vielleicht etwas für Fans der Feuerschale, denn der Kachelofen hat im Moment Pause.
Bei all meiner Begeisterung für diese Automaten und Hütten, mich stört, dass ich nicht elektronisch bezahlen kann. ECash geht nicht, schade. Aber vielleicht ist dies nur mein Problem.
Wie sind eure Erfahrungen mit Automaten in der Gemeinde Maisach? ich brauche keine Bashing wegen Anonymität oder Aussagen wie „ich kaufe nur in den Geschäften ein und brauch das neumodische Zeugs nicht“. Gibt es weitere Automaten im Gemeindegebiet? Ich hab welche in Bergkirchen und FFB gesehen.
„Die Entscheidung, keine Großveranstaltungen bis Ende August mehr durchzuführen, hat mich umgehauen“, so Helga Backus. „Damit wurde mir klar: Meine Veranstaltung Kunst im Stadl wird dieses Jahr ausfallen müssen.“
Dieses Jahr wird die Künstlerveranstaltung „Kunst im Stadl“ in Anzhofen 25 Jahre alt und für dieses Jubiläum hat sich Helga Backus etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Obstgärten sollten mit zwei Bühnen ausgestattet werden. Musiker waren schon gebucht. 120 Künstlerinnen und Künstler hatten bereits zugesagt auf dem umfangreichen Gelände auszustellen. Diese Pläne kann sie erst einmal begraben, denn Ministerpräsident Söder hat die Pläne der Künstlerin durchkreuzt. „Ich hatte gehofft, dass hier etwas differenzierter vorgegangen wird, aber die Entscheidung ist eindeutig und wir werden uns natürlich danach richten, so leid es mir tut.“ Sie hatte schon ein Konzept in der Tasche, den Zugang zur beliebten Veranstaltungen in den Stadln von Anzhofen zu regulieren und auch Masken zu verteilen. „Das ist jetzt vorbei. Wir werden uns beugen“, so Helga Backus, die viel Energie in dieses Ereignis gesteckt hat. „Natürlich tut es mir um meine Veranstaltung leid, aber auch um viele meiner Künstlerkollegen, die jetzt vor dem Nichts stehen.“ Die Künstlermärkte werden auf absehbare Zeit in Bayern nicht stattfinden und das kann den finanziellen Ruin der Künstler bedeuten.
„Ich hoffe, dass ich viele meiner Künstlerkollegen bei Kunst im Stadl 2021 noch wieder treffe“, so Helga Backus weiter. Und die hofft erst einmal, dass sie den Weihnachtszauber 2020 auf dem Maisacher Volksfestplatz durchführen kann. „Platzt der auch, dann wird es wirklich eng auch für mich als Veranstalter“, so die engagierte Künstlerin und Organisatorin.
Im Moment überlegt sie eine Art Kunst im Stadl in virtueller Form. Aber das sei nicht das gleiche wie ein Künstlermarkt, der vom Leben und Austausch zwischen Künstler und Besucher lebt. Den richtigen Schritt der Digitalisierung sei sie wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen nie gegangen. „Manche meiner Freunde stehen jetzt wegen Corona vor dem Nichts“, sagt sie traurig.
Eine Verschiebung von Kunst im Stadl in den September 2020 sieht sie nicht. „Wenn das Okay von der Staatsregierung kommt, dann sind meine Künstler auf anderen Märkten gebucht. Zudem werden die Stadl in Anzhofen für die Landwirtschaft gebraucht.“
Sie plant die Jubiläumsveranstaltung dann nächstes Jahr durchzuführen. „Im Moment befinde ich mich noch in einem Zustand der Schockstarre, aber es wird weitergehen, in welcher Form auch immer“, so die Optimistin Helga Backus, die sich jetzt erst einmal auf ihre eigene Kunst konzentrieren wird. Sie arbeitet als Objektkünstlerin mit Metall und Draht, mit Silberarbeiten und Halbedelsteinen. „Als erstes muss ich wohl meine Website auf Vordermann bringen“, so ihre aktuellen Pläne.
„Mein Tagesablauf ist massiv durch Corona geprägt“, erklärt der Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck Thomas Karmasin auf meine Anfrage. Ich wollte wissen, wie sich das Leben des wiedergewählten Landrats durch Corona und Ausgangsbeschränkung verändert hat. Maisach ist die flächengrößte Gemeinde im Landkreis und da interessiert es mich, wie die Arbeit koordiniert wird.
Eingang zum Landratsamt.
Das politische Leben habe sich völlig verändert, so Karmasin, der 1996 als jüngster Landrat Bayerns gewählt wurde. Abendtermine und politische Wochenendtermine seien quasi weggefallen. Die ganze Konzentration liege im Moment auf Corona. In der Regel fährt der Landrat von Germering ins Büro nach Fürstenfeldbruck. Ich erwische ihn an einem seltenen HomeOffice-Tag zu Hause am Telefon. „Mein erster wichtiger Termin ist um 11 Uhr die Lagemeldung durch die Führungsgruppe Katastrophenschutz“, so der Landrat. Hier laufen alle neuen Informationen zusammen und werden bewertet. Dazu zählen unter anderem die Zahl der Infizierten, der Genesenen, die Bettenbelegung in der Kreisklinik, aber auch die Zahl der Verstorbenen. „Persönlich haben mich die Vorkommnisse in den Alten- und Seniorenheimen belastet“, gibt Karmasin zu.
Im Gespräch mit dem OB von FFB.
Ein Thema, was auch immer wieder behandelt wird, sei die Logistik von Hilfsgütern. Masken und Desinfektionsmittel seien in ausreichender Zahl im Landkreis eingetroffen. Auch die Stoffballen, im Verwaltungsjargon humorvoll Aiwangerballen genannt, seien eingetroffen und die Stoffe könnten zu Masken verarbeitet werden. Vorsicht sei vor der Scheinsicherheit geboten. Diese Baumwollmasken schützen nicht vor Ansteckung, aber sorgen dafür, dass andere nicht angesteckt werden, sagt Karmasin.
Eingangsbereich der Kreisklinik.
„Engpässe gibt es noch bei der speziellen Schutzkleidung für Krankenhäuser“, gesteht der Landrat ein. Daher freut er sich über die Initiative der Landkreisbürger Baumwollanzüge für das Krankenhauspersonal zu schneidern. Diese sind natürlich keine Schutzkleidung, aber sie schützen die kostbare Schutzkleidung für das medizinische Personal, weil sie über die Kleidung angezogen werden können.
Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist der dichtbesiedeldste Landkreis Bayerns und die Verwaltung sei enorm eingespielt. „Das ist enorm wichtig und ich bin meiner Mannschaft enorm dankbar“, sagt er. Auch die Kommunikation mit der Regierungspräsidentin von Oberbayern, Maria Els laufe problemlos. Telefonkonferenzen seien an der Tagesordnung. „Mein Lob geht auch an den Ministerpräsidenten, der auch mal schnell per SMS kommuniziert und ein offenes Ohr hat.“ Mit den Bürgermeistern im Landkreis werde durch Michael Schanderl als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags Kontakt gehalten. Nachdem das Gesundheitsamt nicht die Kontaktpersonenermittlung bewältigen kann, sind die Mitarbeiter der Städte und Gemeinden hier miteingesprungen. „Das ist eine enorme Entlastung“, so Karmasin, der die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern ausdrücklich lobt. „Dabei spielt die Parteiangehörigkeit bei der Zusammenarbeit überhaupt keine Rolle“, so Karmasin, der als Landrat für die CSU antrat und gewann. Der Bund habe die Urlauber aus der Welt wieder heim geholt und die Aufgabe der Gesundheitsämter sei es nun, eine 14tägige Quarantäne zu überwachen. „Das bindet zusätzliches Personal.“
Durch Corona habe sich aber auch die Kommunikation des Landrats mit der Bevölkerung verschoben. Thomas Karmasin setzt in der Krise nicht nur auf klassische Massenmedien zur Kommunikation, sondern wird selbst Sender. Immer wieder wendet er sich durch Videostatements über Soziale Netzwerke direkt an die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. „Das ist ein Quantensprung in Sachen Bürgernähe“, so Karmasin. Ihm ist aber auch bewusst, dass Facebook und Co kein reiner Sender, sondern ein Dialogmedium ist. „Viele Leute wenden sich nun direkt an mich und ich versuche den Dialog aufrecht zu erhalten.“ Aber eine große Bitte hat er: „Ist die Anfrage wirklich wichtig, bitte eine Mail oder Nachricht an mein Büro. In Sozialen Netzwerken kann ich nicht alles überblicken.“
Das Landratsamt wird in die soziale Kommunikation auch einsteigen. Entsprechende Stellen seien geschaffen. Der Start verzögere sich durch Krankheit etwas nach hinten.
Mülltrennung im Landratsamt.
Karmasin ist Vater zweier erwachsener Töchter und dennoch berührt ihn das Thema Schule weiterhin. Der Landkreis ist ja Träger zahlreicher Schulen im Landkreis. „Ich hoffe, dass das Kultusministerium die Abschlussprüfungen an die Umstände der Corona-Krise anpasst. Im Moment werden verschiedene praktische Möglichkeiten der bevorstehenden Schulöffnung diskutiert.
Als erfahrener Politiker weiß Thomas Karmasin auch um den Wert von Symbolen. „Ich unterstütze die Hilfskräfte wie ich nur kann, aber ich werde mich in der angespannten Situation nicht aufdrängen und Besuche abstatten. Aber ich weiß, was die Menschen im Landkreis leisten und bin ihnen dankbar.“
Dieser Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wertstoffhöfe. „Ich war vollkommen überrascht, was Bürgerinnen und Bürger hier am meisten bewegt.“ Er selbst habe lange Autoschlangen an seinem Wohnort Germering beobachtet. Karmasin appelliert an die Vernunft. „Es muss nicht gerade in dieser Zeit der Keller geräumt und der Sperrmüll entsorgt werden“, so Karmasin, der seine Garage auch voller Wertstoffe hat. Wer den Platz hat, sollte ihn nutzen und sich ein wenig zurücknehmen.
Wenn der Corona-Virus in einem entwickelten Land wie Deutschland schon für Verwirrung und Unsicherheit führt, wie sieht es dann in einem afrikanischen Entwicklungsland wie Togo aus?
Dazu informierte ich mich bei Margret Kopp, die die Aktion PiT Togohilfe seit Jahren ehrenamtlich leitet. Ich selbst bin Mitglied des Vereins und mein Unternehmen redaktion42 unterstützt zwei Patenkinder. Der größte Togoverein Deutschlands hatte jahrelang seinen Vereinssitz in Maisach und ist im vergangenen Jahr in die Kreisstadt Fürstenfeldbruck umgezogen.
Menschen in Togo trifft Corona besonders hart. Foto: Kopp
„Ich wünsche Ihnen allen viel Geduld und ausreichend Rückhalt, um diese Krise zu überstehen. Für die Menschen in Togo aber ist sie ungleich dramatischer: Es gibt dort kein belastbares Gesundheitssystem, das sich auf die Behandlung der betroffenen Patienten vorbereiten könnte. Zudem existiert kein umfassendes landesweites Informationssystem und kein kein tragfähiger Staatsapparat, der finanzielle Hilfen bei bedrohten Lebensgrundlagen leisten könnte“, so Margret Kopp.
Besonders die ländliche Bevölkerung ist von jeder Information und Hilfe abgeschnitten. „Unser Partner Dr. Kodom hat mit seinem gut aufgestellten Verein Aimes-Afrique sehr schnell reagiert und sofort Schulungen für das lokale medizinische Personal angeboten“, berichtet sie weiter.
Mit den wenigen Mitteln, die er zur Verfügung hat, verbreitet er über sein ausgeklügeltes Netzwerk Video-Botschaften und Informationen, um die Menschen in den Dörfern zu sensibilisieren und die Ansteckungsgefahren weitest möglich zu reduzieren.
Es gilt über Schutzmaßnahmen in Togo aufklären. Foto: Kopp
Schulungen und Callcenter
Gleichzeitig ist es ihm ein Anliegen, das wenige geschulte Personal mit Schutzmaterial auszustatten, damit die unvermeidbar Erkrankten zumindest versorgt werden können. Er möchte die Herstellung von Seife und Desinfektionsmittel massiv ausbauen und dafür ebenfalls die Strukturen und Einrichtungen von Aimes-Afrique in Lomé und vor Ort im Landesinneren nutzen.
Das Netzwerk Aimes-Afrique besteht derzeit aus fünf Landkreisbüros mit insgesamt 65 Mitgliedern, 60 kantonale Komités mit insgesamt 420 Mitgliedern und 662 Dorfkomités.
Callcenter sollen in den einheimischen Sprachen Anrufern Auskunft über die Gefahren und Risiken des Corona-Virus geben und Ratschläge zur Prävention und zum Umgang mit Krankheitssymptomen erteilen. „Wir versuchen daher, zusätzliche Geldmittel zu beschaffen, um die Kapazitäten von Aimes-Afrique maximal wirksam werden zu lassen“, berichtet Margret Kopp weiter. Hier gibt es Informationen über die Aktion von Dr. Kodom auf der Seite der Togohilfe auf Deutsch und auch die Möglichkeit einer Spende.
Ein Frachtflugzeug hat vor kurzem acht Millionen Schutzmasken aus China nach Bayern gebracht. Diese sollen vor allem an Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen verteilt werden. Gewaltige Zahlen. Kleinere Brötchen backen die Näherinnen und Näher in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Eine von den engagierten Näherinnen ist Carmen Convent von Racker‘s Patchwork „Nähwerkstatt“ in Maisach.
Die Mutter von drei Kindern produziert während der Ausgangsbeschränkung im Idealfall bis zu 30 Behelfsmasken pro Tag für Arztpraxen, Firmen und Privatpersonen. „Ja, ich bin seit der Corona-Krise fleißig am Masken nähen“, erzählt sie. 2015 hat sie mit Racker‘s Patchwork „Nähwerkstatt“ ihr Hobby zum Beruf gemacht, nachdem sie von Zeitverträgen genug hatte. Es begann mit einer Patchwork-Decke für eine Freundin zum Geburtstag. Die Decke kam so gut an und die Nachfrage stieg. Neben Näharbeiten bietet Carmen Convent auch Reparaturen und Änderungen an. Kreativ ist sie beim Upcycling. So fertigte sie zum Beispiel aus 60 Krawatten eindrucksvolle Kissenbezüge. Seit Jahren ist sie auch regelmäßig beim „Kunst im Stadl“ in Anzhofen dabei.
Seit März 2020 produziert sie im Moment, neben den Patchworkdecken, Kleidung und anderen Auftragsarbeiten, fast ausschließlich nur noch Masken. „Ich habe im Netz gelesen, dass ein riesiger Bedarf besteht und habe angefangen Masken zu nähen“, erzählt sie. Die Patchwork- und Quiltstoffe kommen aus ihrem umfangreichen Stofflager. Sie verwendet ausschließlich eine hohe Stoffqualität. Der Stoff ist dichter gewebt und gleichzeitig ist es ein leichter Stoff, der gut zu tragen ist. Dabei hat sie das Schnittmuster der Essener Maske modifiziert und sich dabei mit verschiedenen Ärzten beraten. Die Masken liegen gut an und lassen sich gut reinigen. Carmen Convent stellt nur Behelfsmasken mit Bändern an, da diese für jeden passen.
Foto: Carmen Convent
Foto: Carmen Convent
„Ich halte das Bändchen auch für hygienischer. Man braucht die Behelfsmaske nicht am Mundteil anfassen.“ Sie ist gegenüber Billigstoffen sehr misstrauisch. „Viele billige Stoffe haben Ausdünstungen und wenn man diese die ganze Zeit vor Mund und Nase tragen muss, dann ist das sicher kontraproduktiv.“
Verärgert ist sie über Abmahnungen von Juristen wegen der Bezeichnung Schutzmasken. „Sie haben den Ernst der Lage nicht wirklich verstanden und es ist jetzt auch nicht die Zeit, die Situation so auszunutzen.“ Bei den Behelfsmasken, wie sie Carmen Convent näht, handelt es sich nicht um eine Atemschutzmaske. Der medizinische MNS (Mund-Nasen-Schutz) wird beispielsweise bei Operationen vom medizinischen Personal getragen, damit keine Keime in die offene Wunde gelangen. Auch Pflegepersonal in Senioreneinrichtungen nutzt sie.
Die Behelfsmaske vermindert die Verbreitung von Flüssigkeitströpfchen aus Mund und Nase des Trägers. Wer eine solche Maske trägt, schützt also andere.
Die Behelfsmasken hat sie zum Selbstkostenpreis von 5 Euro pro Stück abgegeben. Ein sehr fairer Preis, wie ich finde. Dabei verwendet sie keine dunklen Stoffe. „Ich mag fröhliche Farben.“ Daher haben u.a. auch Kinderarztpraxen bunte Masken bei ihr geordert.
Übrigens: Die Masken können über Racker‘s Patchwork „Nähwerkstatt“ auf Facebook, per Email info@rackers-patchwork.de und telefonisch geordert werden. Und nicht nur Masken. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hat sie ihre Werkstatt in der Wiesenstraße 5a in Maisach normalerweise zum Verkauf geöffnet. Carmen Convent hofft, dass die Beschränkungen durch die Corona-Krise bald wieder gelockert werden und sie ihre Kunden wieder persönlich begrüßen kann.
Die Versorgung mit Bargeld ist in der Corona-Krise wohl gewährleistet. Für Irritation sorgte die Meldung, dass die Sparkasse Fürstenfeldbruck am 23. März 2020 neun Filialen vorübergehend geschlossen hat. Darunter auch die Zweigstelle Gernlinden im Gemeindegebiet von Maisach.
Dr. Peter Harwalik, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse meinte dazu: „Für die Sparkasse Fürstenfeldbruck ist die Gesundheit ihrer Kunden und Mitarbeiter das Wichtigste! Wir werden alles Mögliche unternehmen, um diese zu schützen. Die Sparkasse wird eine stabile Bargeldversorgung, den Zahlungsverkehr und die Versorgung mit weiteren Bankdienstleistungen aufrechterhalten. Um beides sicherzustellen, bündeln wir unsere Kräfte, in dem wir ab dem 23. März 2020 neun unserer 19 Filialen vorübergehend schließen.“
Über das Osterwochenende benötigte ich trotz Ausgangsbeschränkung ein wenig Bargeld und besuchte die Zweigstelle Maisach, um Geld am Automaten abzuheben. Bargeld ist nicht so mein Ding. Ich bevorzuge in der Regel die elektronische Bezahlweise, doch nicht alle Einzelhändler sind dazu in der Lage. Hat sich durch die Corona-Krise hier etwas verändert? Und wie sieht es mit der Hygiene bei den Terminals aus? Ich frage bei Dirk Hoogen, dem Pressesprecher der Sparkasse Fürstenfeldbruck nach.
Haben Sie durch die Corona-Krise einen Aufschwung an kontaktlosem Bezahlen feststellen können?
Hoogen: Ja, in der Tat stellen wir fest, dass das kontaktlose Bezahlen deutlich zugenommen hat. Kontaktlose Kartenzahlungen sind bis 50 Euro ohne PIN-Eingabe möglich, mobile Zahlungen mit Hilfe des Fingerabdrucks bzw. der FaceID sind mit dem Smartphone unter besonders hygienischen Bedingungen machbar.
Die Sparkasse hat 2019 rechtzeitig ApplePay einführen können. Wie sind Ihre Erfahrungen inzwischen mit dieser Bezahlmethode?
Hoogen: Die Bezahlmethoden mit dem Smartphone „ApplePay“ oder über Android-Smartphones haben sich schnell und gut etabliert. Es gibt keinerlei Probleme damit.
Mir ist im Schaltenraum der Zweigstelle Maisach aufgefallen: Durch Corona vermeiden Menschen das Berühren von Terminals oder Geldautomaten. Einige haben Handschuhe an, andere haben Desinfektionssprays dabei. Wie oft reinigt die Sparkasse ihre Terminals und Automaten?
Hoogen: Die Sparkasse Fürstenfeldbruck lässt ihre Servicegeräte regelmäßig reinigen. Einmal am Tag werden die Geräte gründlich desinfiziert.
Die Automaten der Sparkasse werden täglich desinfiziert.
Hat sich der Betrieb der Zweigstelle geändert? Versuchen Sie mehr auf Mail- oder Supportbetrieb auszuweichen oder wie sieht das gegenwärtige Beratungsgeschäft aus?
Hoogen: Die Sparkasse Fürstenfeldbruck ist für alle Kunden erreichbar. Wir haben weiterhin 10 Filialen geöffnet und die Selbstbedienungsgeräte stehen an allen Standorten zur Verfügung. Wir stellen fest, dass unsere Kunden ihre Bankangelegenheiten zunehmend telefonisch, per E-Mail, über unser Kundenservice-Center oder die Internetfiliale der Sparkasse abwickeln.
Die Filiale Gerlinden ist seit dem 23. Marz geschlossen. Wann planen Sie diese Zweigstelle wieder zu eröffnen?
Hoogen: Es ist richtig, dass die Filiale in Gernlinden im Moment geschlossen ist. Wir beobachten die dynamische Entwicklung der Pandemie sehr genau und werden die Filiale so schnell wie möglich wieder öffnen. Ein genauer Zeitpunkt kann noch nicht genannt werden.
Sind Ihre Mitarbeiter durch Plexiglasabtrennungen geschützt oder liegen im weiteren Fall Masken/Handschuhe bereit für den Schalterdienst?
Hoogen: Wir haben in allen unseren Filialen zum Schutz der Kunden und unserer Mitarbeiter Plexiglas-Abdeckungen installiert. Handschuhe für die Mitarbeiter liegen bereit, Masken sind im Zulauf.
Gerade in der Krise braucht die Wirtschaft die Unterstützung der Sparkasse durch Bereitstellung von Krediten, Darlehen usw. Haben Sie unternehmensintern die Ressource für diese Unterstützung bereitstellen können?
Hoogen: Selbstverständlich unterstützen wir unsere Firmenkunden bei Bedarf mit Tilgungsaussetzungen und bei der Beantragung staatlicher Förderprogramme. Unsere Ressourcen sind dafür ausreichend und wir können Anträge zügig bearbeiten.
Als ich am Ostersonntag vor die Tür trat, traf ich in Maisach auf einen Ostergruß in Form von Kreidesprüchen auf den Straßen und Wegen. „Der Herr ist auferstanden“ (nicht aufgestanden), „Jesus lebt“, „Frohe Ostern“ oder „Halleluja“ war zu lesen. Eines der Hochfeste der Christenheit wurde anders als sonst in unserem Dorf begangen.
Es gab kein organisiertes Osterfeuer am Volksfestplatz, der Gottesdienst in den evangelischen und katholischen Gotteshäusern blieb aus – Ostern wurde 2020 aufgrund von Corona anders, persönlicher gefeiert. Man blieb zu Hause, wahrte Abstand und suche andere Wege das Fest zu feiern. Natürlich durften Eier an Osterbüschen nicht fehlen.
Bei uns in Maisach hat der katholische Pfarrverband eine führende Rolle im Live-Streaming übernommen. Pater Terence hatte gestern via Zoom die Ostermesse feierlich zelebriert und zahlreiche Gläubige sind der Einladung gefolgt. Ich finde es absolut großartig, wie modern sich hier die Pfarrgemeinde präsentiert und welchen Weg sie voranschreitet. Das Bayerische Fernsehen brachte sogar einen TV-Beitrag über den Streaming-Gottesdienst zum Palmsonntag.
Die Corona-Krise kann bei den Menschen Kreativität hervorbringen. Überall in der Welt finden beispielsweise Wohnzimmerkonzerte statt. Musiker übertragen ihre Konzerte vom Wohnzimmer aus ins Netz. Das könnte doch auch ein Vorbild für unsere Künstler im Gemeindegebiet von Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck sein.
In den vergangenen Tagen der Ausgangsbeschränkung habe ich viel an diesen Wohnzimmerkonzerten als Gast teilgenommen. Gerne würde ich ein Instrument spielen können. Meine Kinder bekommen ihren Unterricht in Klavier und Schlagzeug von ihren Lehrern via Skype, nachdem ja die Musikschulen geschlossen sind. Ich finde es inspirierend, was die neue Technik so alles möglich macht.
Gerne würde ich Musiker unserer zahlreichen Kapellen und Musikgruppen im Live-Streaming sehen. Sicher haben wir Talente, die zum Wohnzimmerkonzert einladen könnten, wie in den umliegenden Gemeinden auch. Wer hat den Mut, wer macht den Anfang?
Marcus Bölt aus Maisach macht beispielsweise eine Radiosendung im Web unter dem Titel Radio Smirne. Witzig, was heute möglich ist. Hier die Sendung vom 12. April 2020.
Die TSG Maisach bringt Videos für den Sport zu Hause in Corona-Zeiten. Wie wäre es, wenn die eigenen Fitnesstrainerinnen und -trainer ein Live-Streaming machen würden? Das könnte doch die Gemeinschaft im Dorf stärken. Gerade beim HomeOffice mit Kindern wäre das doch eine wunderbare Abwechslung (und natürlich auch eine hervorragende Werbeveranstaltung für die Sportart). Ich bin mal gespannt, ob das auf die Beine gestellt wird von unserer lebendigen Vereinswelt in Maisach.
Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck besitzt auf der einen Seite florierendes Handwerk und Gewerbe, mehr und mehr Industrie, auf der anderen Seite herrscht in der Gemeinde traditionelle Landwirtschaft vor. Durch Corona und die Ausgangsbeschränkungen des Freistaats Bayern verändert sich diese Landwirtschaft. Daher fragte ich bei Familie Hirschvogel nach.
Zusammen mit ihrem Mann Georg leitet Katharina Hirschvogel die biologische Landwirtschaft Hirschvogel westlich von Maisach. Die Landwirtschaft, die die Hirschvogels seit 2009 betreiben, umfasst 80 ha Ackerland und 5 ha Wiesen. Die Flächen befinden sich in Maisach, Hebertshausen und Kammerberg.
Es gab in den vergangenen Tagen große Diskussionen um osteuropäische Erntehelfer. „Bei uns spielt das Thema Erntehelfer erst ab August und September eine Rolle, weil wir Zwiebeln und Kartoffeln anbauen, die erst später geerntet werden müssen“, so Katharina Hirschvogel. Sie haben dann bis zu sechs rumänische Helfer im Einsatz, die seit Jahren schon kommen. „Aber ich habe von Gemüsebauern gehört, die Probleme haben“, berichtet Katharina Hirschvogel weiter. Zunächst hieß es, dass keine Erntehelfer aus Osteuropa einreisen dürfen, jetzt wurden diese Beschränkungen gelockert. „Die Leute werden aber jetzt auf den Feldern zur Ernte gebraucht“, so Hirschvogel weiter. Es müssen neue Abstandsauflagen eingehalten werden und auch die Menge an Helfern wurde begrenzt. Die Einreisebestimmungen für ausländische Saisonarbeitskräfte ändern sich aufgrund der Coronakrise täglich. „Wir warten ab, wie sich die Krise entwickelt. Die Kolleginnen und Kollegen betrifft das Problem der Erntehelfer im Moment stärker.“
Katharina Hirschvogel berichtet von schönen Erfahrung. „Bei uns im Hofladen stand eine Frau, die anbot als Erntehelfer mitzuarbeiten. Sie hätte derzeit nichts zu tun und biete ihre Unterstützung an. Ich fand das eine schöne Geste.“
Wenn landwirtschaftliche Produkte nicht geerntet werden können, dann steigt automatisch der Preis, so ein Gesetz von Angebot und Nachfrage. Katharina Hirschvogel sieht steigende Preise für Obst und Gemüse auf die Verbraucher zukommen. „Wenn die Leute fehlen und die Produkte nicht geerntet werden können, wird dies wohl eine logische Konsequenz sein.“
Um sich von Vertriebsketten unabhängiger zu machen, hat Familie Hirschvogel zwei Wege eingeschlagen. den Hofladen und einen Online-Shop samt Lieferdienste.
Die Produkte, die Familie Hirschvogel in ihrem Hofladen anbietet, stammen zum Teil von eigenem Betrieb. Um das Angebot aber zu vervollständigen, bietet man auch Produkte von anderen Landwirten und Erzeugern aus unserer Region an. „Die Produkte bekommen wir aber nicht von irgendeinem Großhändler, sondern jedes Produkt wird direkt von ausgewählten Erzeugern geliefert. Somit kennen wir die Lieferanten persönlich und arbeiten schon seit vielen Jahren mit ihnen zusammen. So können wir euch sehr gute Qualität, faire Preise für Erzeuger und Verbraucher, Regionalität und absolute Transparenz anbieten“, so Katharina Hirschvogel. Im Hofladen kann sie Neukunden begrüßen. Ob sich das Einkaufsbewusstsein hin zu regionalen Produkten ändert, lässt sich noch nicht absehen. „Aber Leute haben durch Corona mehr Zeit und so kommen Menschen zu unserem Hofladen, die sonst keine Zeit hätten, bei uns auf den Hof zu kommen“, so Katharina Hirschvogel. Jetzt gilt es, diese Neukunden in Bestandskunden zu verwandeln.
Der Online-Shop von Landwirtschaft Hirschvogel war schon länger geplant und erlebt jetzt einen Boom. Die Familie hat rechtzeitig auf die Digitalisierung gesetzt. Die Ausgangsbeschränkung führt dazu, dass die Digitalisierung voranschreitet. Seit über einem halben Jahr ist der Online-Shop ein Zusatzangebot zum Hofladen. „Im Moment sind 80 Prozent unsrer Produkte des Hofladens in den Online-Shop eingepflegt. Wir arbeiten weiter daran.“ In Zeiten von Corona hat die Familie zusätzlich jetzt einen Lieferdienst eingeführt. „Bis voraussichtlich Ende April könnt ihr euch eure Produkte auch kostenlos nach Hause bringen lassen. Das Angebot gilt nur innerhalb der Gemeinde Maisach und Gemeinde Hebertshausen. Bitte beim Bestellvorgang „Lieferung nach Hause“ anklicken. Auslieferung in Maisach erfolgt Mittwoch Abend, in Hebertshausen am Donnerstag Abend“, heißt es auf der Website.
Nachdem Ministerpräsident Söder anmerkte, dass Masken wohl kommen werden, wollte ich mich schon gleich mal daran gewöhnen. „Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben, die dann notwendig ist“, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München.
Nachdem ich meine Kinder immer wieder auf Cosplay- und Animie-/Manga-Veranstaltungen wie die Animuc in Kloster Fürstenfeld begleite, bin ich an das Tragen von Masken gewohnt. Jetzt wollte ich im Rahmen der Ausgangsbeschränkung durch Corona testen, wie die Maisacher reagieren.
Mein Testfeld war der Einkauf für meine Eltern im Edeka Leich in Maisach. Ein freundlicher Mitarbeiter bat uns, unser Auto in der Tiefgarage zu parken. Machen wir eigentlich immer, aber scheinbar haben noch immer viele Maisacher das Problem: Was ist eine Tiefgarage und wie fährt man da rein und wie kommt man wieder raus. Apropos Masken: Beim Autofahren muss keine Maske getragen werden, außer man ist Batman, Spiderman oder fährt zum wöchentlichen Banküberfall.
Also legten wir unsere Masken im Aufzug an. Die Gattin hatte eher die medizinische Variante, ich wählte das Modell Windschutz Fleece. Kurz noch ein Wort zu Masken: Für den Privatgebrauch – um die Ansteckung anderer zu vermeiden – eignet sich ein handelsüblicher Mund-Nasen-Schutz. Viele Menschen nähen sich solche Masken selbst. Ich werde in Kürze ein Interview mit einer Maskennäherin aus dem Dorf in meinem Blog veröffentlichen. Das ist im Grunde wie ein vor dem Mund getragener Ellenbogen. Ich kann damit etwa im Supermarkt verhindern, dass sich meine Tröpfchen etwa im Kassenbereich ausbreiten, wenn ich mit dem Kassierer rede. Da kommt es nicht auf 100-prozentige Wirkung an, sondern darauf, dass der überwiegende Anteil an Tröpfchen-Ausscheidung aus dem Mund verhindert wird.
Interessant meine Beobachtungen im Edeka: Einige Kundinnen trugen Masken. Corona scheint Männer nicht zu befallen. Es waren vor Frauen, die Masken trugen. Wenn sich unsere Blicke trafen, dann ein kurzes Nicken und jeder ging seiner Wege. Da war nichts peinliches oder eine Unsicherheit festzustellen. Scheinbar gibt es einen gewissen Kundenkreis für die Masken in der Öffentlichkeit kein Problem sind. Das finde ich gut. Ich traf auf zwei Jugendliche, die hatte Masken von Kpop-Bands umgebunden. BTS, G-Dragon und wie die Gruppen hießen. Endlich konnten die jungen Damen ihre Fanartikel offen in einem Supermarkt tragen. Ich fand’s okay.
Wenn ich auf einige Vertreter der älteren Generation traf (übrigens, ich bin selbst über 50 Jahre), dann fiel die Reaktion anders aus. So mancher zuckte zurück – was mir auch recht war, dann klappt das Abstandsgebot von 2 Meter wunderbar. Ich erntete aber auch Kopfschütteln und Aussagen wie „san se jetzt im Fasching?“. Ich möchte nicht pauschalieren und Generationen gegeneinander ausspielen, aber Aufgeschlossenheit sieht anders aus.
Zudem merke ich, dass Maskenträger einige Leute erschrecken. Der ungewohnte Anblick sorgt dafür, dass Leute zurückweichen. Vielleicht weil sie denken, man sei mit dem Virus infiziert. Oder werden durch die Maske daran erinnert, dass sie eigentlich Abstand halten sollten.
Ich denke, wir sollten uns an den asiatischen Weg gewöhnen und Masken bei Ansammlungen tragen. Corona ist kein Spaß. Leute, nehmt die Abstandsrichtlinien ernst.
Heute am Samstag ist übrigens wieder der Foodtruck Bayerntruck von Lars Mrsek mit seinen Burgern vor dem Edeka. Ich nehm die Maske nicht ab und verzehre meinen Burger zu Hause.
Am Samstag gibt es wieder Burger.
Wie sind eure Erfahrungen mit dem Tragen von Masken?