Corona-Virus: Tag 22 der Ausgangsbeschränkung – Landwirte warten ab, wie sich die Krise entwickelt – Online-Shop brummt

Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck besitzt auf der einen Seite florierendes Handwerk und Gewerbe, mehr und mehr Industrie, auf der anderen Seite herrscht in der Gemeinde traditionelle Landwirtschaft vor. Durch Corona und die Ausgangsbeschränkungen des Freistaats Bayern verändert sich diese Landwirtschaft. Daher fragte ich bei Familie Hirschvogel nach.
Zusammen mit ihrem Mann Georg leitet Katharina Hirschvogel die biologische Landwirtschaft Hirschvogel westlich von Maisach. Die Landwirtschaft, die die Hirschvogels seit 2009 betreiben, umfasst 80 ha Ackerland und 5 ha Wiesen. Die Flächen befinden sich in Maisach, Hebertshausen und Kammerberg.

Es gab in den vergangenen Tagen große Diskussionen um osteuropäische Erntehelfer. „Bei uns spielt das Thema Erntehelfer erst ab August und September eine Rolle, weil wir Zwiebeln und Kartoffeln anbauen, die erst später geerntet werden müssen“, so Katharina Hirschvogel. Sie haben dann bis zu sechs rumänische Helfer im Einsatz, die seit Jahren schon kommen. „Aber ich habe von Gemüsebauern gehört, die Probleme haben“, berichtet Katharina Hirschvogel weiter. Zunächst hieß es, dass keine Erntehelfer aus Osteuropa einreisen dürfen, jetzt wurden diese Beschränkungen gelockert. „Die Leute werden aber jetzt auf den Feldern zur Ernte gebraucht“, so Hirschvogel weiter. Es müssen neue Abstandsauflagen eingehalten werden und auch die Menge an Helfern wurde begrenzt. Die Einreisebestimmungen für ausländische Saisonarbeitskräfte ändern sich aufgrund der Coronakrise täglich. „Wir warten ab, wie sich die Krise entwickelt. Die Kolleginnen und Kollegen betrifft das Problem der Erntehelfer im Moment stärker.“
Katharina Hirschvogel berichtet von schönen Erfahrung. „Bei uns im Hofladen stand eine Frau, die anbot als Erntehelfer mitzuarbeiten. Sie hätte derzeit nichts zu tun und biete ihre Unterstützung an. Ich fand das eine schöne Geste.“
Wenn landwirtschaftliche Produkte nicht geerntet werden können, dann steigt automatisch der Preis, so ein Gesetz von Angebot und Nachfrage. Katharina Hirschvogel sieht steigende Preise für Obst und Gemüse auf die Verbraucher zukommen. „Wenn die Leute fehlen und die Produkte nicht geerntet werden können, wird dies wohl eine logische Konsequenz sein.“
Um sich von Vertriebsketten unabhängiger zu machen, hat Familie Hirschvogel zwei Wege eingeschlagen. den Hofladen und einen Online-Shop samt Lieferdienste.

Die Produkte, die Familie Hirschvogel in ihrem Hofladen anbietet, stammen zum Teil von eigenem Betrieb. Um das Angebot aber zu vervollständigen, bietet man auch Produkte von anderen Landwirten und Erzeugern aus unserer Region an. „Die Produkte bekommen wir aber nicht von irgendeinem Großhändler, sondern jedes Produkt wird direkt von ausgewählten Erzeugern geliefert. Somit kennen wir die Lieferanten persönlich und arbeiten schon seit vielen Jahren mit ihnen zusammen. So können wir euch sehr gute Qualität, faire Preise für Erzeuger und Verbraucher, Regionalität und absolute Transparenz anbieten“, so Katharina Hirschvogel. Im Hofladen kann sie Neukunden begrüßen. Ob sich das Einkaufsbewusstsein hin zu regionalen Produkten ändert, lässt sich noch nicht absehen. „Aber Leute haben durch Corona mehr Zeit und so kommen Menschen zu unserem Hofladen, die sonst keine Zeit hätten, bei uns auf den Hof zu kommen“, so Katharina Hirschvogel. Jetzt gilt es, diese Neukunden in Bestandskunden zu verwandeln.
Der Online-Shop von Landwirtschaft Hirschvogel war schon länger geplant und erlebt jetzt einen Boom. Die Familie hat rechtzeitig auf die Digitalisierung gesetzt. Die Ausgangsbeschränkung führt dazu, dass die Digitalisierung voranschreitet. Seit über einem halben Jahr ist der Online-Shop ein Zusatzangebot zum Hofladen. „Im Moment sind 80 Prozent unsrer Produkte des Hofladens in den Online-Shop eingepflegt. Wir arbeiten weiter daran.“ In Zeiten von Corona hat die Familie zusätzlich jetzt einen Lieferdienst eingeführt. „Bis voraussichtlich Ende April könnt ihr euch eure Produkte auch kostenlos nach Hause bringen lassen. Das Angebot gilt nur innerhalb der Gemeinde Maisach und Gemeinde Hebertshausen. Bitte beim Bestellvorgang „Lieferung nach Hause“ anklicken. Auslieferung in Maisach erfolgt Mittwoch Abend, in Hebertshausen am Donnerstag Abend“, heißt es auf der Website.

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