Posts Tagged ‘Bayerntruck’

Corona-Virus: Tag 21 der Ausgangsbeschränkung – Selbstversuch mit dem Tragen von Masken

11. April 2020

Nachdem Ministerpräsident Söder anmerkte, dass Masken wohl kommen werden, wollte ich mich schon gleich mal daran gewöhnen. „Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben, die dann notwendig ist“, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München.
Nachdem ich meine Kinder immer wieder auf Cosplay- und Animie-/Manga-Veranstaltungen wie die Animuc in Kloster Fürstenfeld begleite, bin ich an das Tragen von Masken gewohnt. Jetzt wollte ich im Rahmen der Ausgangsbeschränkung durch Corona testen, wie die Maisacher reagieren.
Mein Testfeld war der Einkauf für meine Eltern im Edeka Leich in Maisach. Ein freundlicher Mitarbeiter bat uns, unser Auto in der Tiefgarage zu parken. Machen wir eigentlich immer, aber scheinbar haben noch immer viele Maisacher das Problem: Was ist eine Tiefgarage und wie fährt man da rein und wie kommt man wieder raus. Apropos Masken: Beim Autofahren muss keine Maske getragen werden, außer man ist Batman, Spiderman oder fährt zum wöchentlichen Banküberfall.


Also legten wir unsere Masken im Aufzug an. Die Gattin hatte eher die medizinische Variante, ich wählte das Modell Windschutz Fleece. Kurz noch ein Wort zu Masken: Für den Privatgebrauch – um die Ansteckung anderer zu vermeiden – eignet sich ein handelsüblicher Mund-Nasen-Schutz. Viele Menschen nähen sich solche Masken selbst. Ich werde in Kürze ein Interview mit einer Maskennäherin aus dem Dorf in meinem Blog veröffentlichen. Das ist im Grunde wie ein vor dem Mund getragener Ellenbogen. Ich kann damit etwa im Supermarkt verhindern, dass sich meine Tröpfchen etwa im Kassenbereich ausbreiten, wenn ich mit dem Kassierer rede. Da kommt es nicht auf 100-prozentige Wirkung an, sondern darauf, dass der überwiegende Anteil an Tröpfchen-Ausscheidung aus dem Mund verhindert wird.


Interessant meine Beobachtungen im Edeka: Einige Kundinnen trugen Masken. Corona scheint Männer nicht zu befallen. Es waren vor Frauen, die Masken trugen. Wenn sich unsere Blicke trafen, dann ein kurzes Nicken und jeder ging seiner Wege. Da war nichts peinliches oder eine Unsicherheit festzustellen. Scheinbar gibt es einen gewissen Kundenkreis für die Masken in der Öffentlichkeit kein Problem sind. Das finde ich gut. Ich traf auf zwei Jugendliche, die hatte Masken von Kpop-Bands umgebunden. BTS, G-Dragon und wie die Gruppen hießen. Endlich konnten die jungen Damen ihre Fanartikel offen in einem Supermarkt tragen. Ich fand’s okay.
Wenn ich auf einige Vertreter der älteren Generation traf (übrigens, ich bin selbst über 50 Jahre), dann fiel die Reaktion anders aus. So mancher zuckte zurück – was mir auch recht war, dann klappt das Abstandsgebot von 2 Meter wunderbar. Ich erntete aber auch Kopfschütteln und Aussagen wie „san se jetzt im Fasching?“. Ich möchte nicht pauschalieren und Generationen gegeneinander ausspielen, aber Aufgeschlossenheit sieht anders aus.
Zudem merke ich, dass Maskenträger einige Leute erschrecken. Der ungewohnte Anblick sorgt dafür, dass Leute zurückweichen. Vielleicht weil sie denken, man sei mit dem Virus infiziert. Oder werden durch die Maske daran erinnert, dass sie eigentlich Abstand halten sollten.


Ich denke, wir sollten uns an den asiatischen Weg gewöhnen und Masken bei Ansammlungen tragen. Corona ist kein Spaß. Leute, nehmt die Abstandsrichtlinien ernst.
Heute am Samstag ist übrigens wieder der Foodtruck Bayerntruck von Lars Mrsek mit seinen Burgern vor dem Edeka. Ich nehm die Maske nicht ab und verzehre meinen Burger zu Hause.

Am Samstag gibt es wieder Burger. Am Samstag gibt es wieder Burger.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Tragen von Masken?

Corona-Virus: Tag 15 der Ausgangsbeschränkung – Kreuzweg und Burger in der Gemeinde Maisach

5. April 2020

Heute feiern die Christen Palmsonntag. Und in Zeiten von Corona hat sich Pfarrei Gernlinden in der Gemeinde Maisach, Landkreis Fürstenfeldbruck, etwas Besonderes einfallen lassen.
An den gemeindlichen Anschlagtafeln hat die Pfarrei Gernlinden einen öffentlich zugänglichen Kreuzweg erstellt: An den öffentlichen Schautafeln sind jeweils eine oder zwei Stationen des diesjährigen Misereor-Kreuzweges zu sehen. Hier ist eine Karte von Gernlinden mit den Standorten der Tafeln.

Im Rahmen eines Spazierganges können Gläubige die 15 verschiedenen Stationen betrachten, begehen, erfahren. Wer sich den gesamten Kreuzweg ansehen möchte, findet ihn als Download.

Natürlich gelten die Regeln der Ausgangsbeschränkung: Grundsätzlich gilt trotz des guten Wetters, überwiegend in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Mein Eindruck vom Samstag: Es haben sich in Maisach der überwiegende Teil der Bevölkerung daran. Dennoch habe ich viele Motorradfahrer gesehen, die sich seltsamerweise auf den Weg zur Arbeit befunden haben mussten. Spazieren, Joggen oder Radfahren – das alles geht weiterhin, zumindest alleine oder zusammen mit Menschen aus dem eigenen Haushalt. Nicht erlaubt ist dagegen längeres Verweilen im Park, zum Beispiel Picknicken. Abstand halten lautet das Gebot der Stunde. Leute, haltet euch daran!

Wer nicht nur geistliche Nahrung will, sondern auch etwas Handfestes zwischen den Zähnen, der war am Samstag beim Foodtruck von Lars Mrsek an der richtigen Adresse. Zum zweiten Mal war er am Edeka in Maisach, dieses Mal vor dem Haupteingang und bot Burger an. Mein Eindruck: Die Maisacher griffen zu und ließen sich die Burger beim Bayerntruck schmecken (ich auch). Und auf Abstand wurde geachtet – auch beim Interview mit Lars Mrsek.

Corona-Virus: Tag 14 der Ausgangsbeschränkung – Warum Maisach bei der Digitalisierung noch etwas nachzuholen hat

4. April 2020

Den Aufruf von Bürgermeister Hans Seidl, in lokalen Maisacher Geschäften zu kaufen, finde ich in Zeiten der Ausgangsbeschränkung vollkommen richtig. Nur so kann in der Corona-Krise dem lokalen Handel in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck geholfen werden, zu überleben. Es ist der richtige Ansatz, aber wir haben im Dorf noch einiges nachzuholen.
So manches lokale Geschäft hat die Digitalisierung voll verschlafen und das rächt sich jetzt bitter. Websites oder Websites gar mit Shopsystemen sind nicht so reich gesät. Oder es gibt veraltete Facebook-Seiten, die 2019 das letzte Mal aktualisiert wurden. Jetzt postet jeder wild durcheinander, zudem noch mehrmals am Tag die gleiche Meldung. Vor der Corona-Krise habe ich Mittelständlern und auch Politikern bei dem Weg in die digitale Welt geholfen. Es gilt Geschichten zu erzählen.
Vielleicht ändert es sich durch die Krise massiv. Ich stelle leider fest, dass ich gar nicht weiß, wer was wann und wie anbietet. Gibt es Kartenzahlung, Paypal oder auf Rechnung? Muss ich vorbeikommen, wird es geliefert oder wie komm ich an die Ware?
Und wenn ich nach Fürstenfeldbruck schaue, dann gibt es dort etwas, was mich neidisch macht. Jemand hat eine nicht komplette Liste von Brucker Geschäften zusammengestellt, bei denen ich als Kunde online einkaufen kann.Super Ansatz.
So etwas wünsche ich mir für Maisach auch. Sie kann erstellt werden durch den örtlichen Gewerbeverband oder den Wirtschaftsreferenten der Gemeinde – auf jeden Fall durch jemanden, der den Überblick über den Maisacher Einzelhandel, Dienstleister und Gastronomie hat.

Montag macht das Kebab-Haus wieder auf.

Montag macht das Kebab-Haus wieder auf.

So bekomm ich nur durch Zufall mit, dass Sula von der Olympia-Gäststätte am Sportplatz wieder to go geöffnet hat oder das Deniz Kebap-Haus nächste Woche wieder die Döner anbietet.


Der Landrat hat via Facebook verkündet: „Unter Einhaltung der Hygieneregeln, insbesondere des Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern, dürfen Einzelhandelsunternehmen auf Belieferung der Kunden umstellen, auch wenn sie nicht Lebensmittel vertreiben.“ Das ist eine gute Nachricht. Nur wenn ich nicht mitbekomme, dass ein Geschäft liefert, bringt es mir wenig. Daher wünsche ich mir eine Liste vom Maisacher Einzelhandel.
Es gibt von der SZ eine Landkreisliste, wo sich das Gewerbe eintragen kann. Auch eine gute Idee und in Germering hat mich eine bezaubernde Schulfreundin auf die Liste von #WirsindGermering vom Wirtschaftsverband aufmerksam gemacht. Alles tolle Ideen – ich will so was für Maisach.

Und jetzt noch ein Tipp für die Hungrige: Der Foodtruck Bayerntruck von Lars Mrsek wird am heutigen Samstag ab 11 Uhr wieder vor dem Edeka in Maisach stehen. Ich hatte schon mal über ihn gebloggt. Der Maisacher Lars Mrsek sieht seine Chance und macht durch Mundpropaganda auf sich aufmerksam. Dieses Mal steht der Truck mit den Burgern am Haupteingang Süd, um die Kunden vom Rossmann nicht zu stören.

Am Samstag gibt es wieder Burger.

Am Samstag gibt es wieder Burger.

Schön ist auch, dass Lars Mrsek sich der Kritik von einigen Kunden angenommen hat. „Und wir haben extra neue To Go Packungen bestellt, die der Kunde dann sogar in den Kompost werfen kann, da sie biologisch abbaubar sind, weil sie aus Zuckerrohr bestehen.“ Ich schau mal vorbei und freu mich auf nen Burger.

Corona-Virus: Tag 10 der Ausgangsbeschränkung – Wenn ein Foodtruck im Dorf Station macht – Und der Supergau passierte

31. März 2020

Eigentlich wollte ich am Samstag richtig maulen, aber ich hatte den Mund mit einem Burger voll. Zunächst dachte ich, es ist völlig unvernünftig einen Foodtruck mitten in Maisach, Landkreis Fürstenfeldbruck, während der Corona-Krise aufzustellen und Burger anzubieten. Muss ich wirklich einen Hotspot schaffen? – Aber ich hatte mich komplett geirrt.
In der Ladezone am Parkplatz vom Edeka Leich stand El Cheffes Bayern Truck und Betreiber Lars Mrasek aus Maisach brutzelte seine Burger. Der Platz der Ladezone vom Edeka war optimal gewählt, weil Samstag kommen keine Lieferungen und es ist Starkstrom vorhandne. Das Angebot war verständlich und attraktiv, schließlich ist der Edeka kein Foodtruck-Festival: Es gab den Bayern Burger (mit Bio Leberkäse), den Hamburger und Cheeseburger, den El Cheffe Burger mit Bio Bacon, den Veggie/Vegan Burger und Pommes Frittes. Beim Bayern Burger und dem El Cheffe Burger ist noch Karotten/Kraut Cole Slaw mit drauf. Den Grillgeruch hatte ich schon bei der Eisdiele Alberto in der Nase.

Wie gesagt, eigentlich wollte ich motzen. Aber unnötig aufgepumpt: Lars Mrasek hatte die Sache voll im Griff. Auf dem Boden vor seinen Foodtruck hatte er Abstandsbänder aufgeklebt. „Wir haben uns viel Mühe gegeben und hatten alles im Griff,“ so Mrasek, der seit Juli 2019 mit seinem Bayerntruck unterwegs ist und das Siegel des Landwirtschaftsministeriums trägt.
Und was soll ich sagen? Seine Gäste hielten sich daran. Sie stellten sich beim Bestellen in einer Reihe mit deutlichem Abstand zueinander an. Wer an der Reihe war, stieg auf einen Tritt vor dem Truck und gab seine Bestellung auf. Es wurde der Name notiert und dann ging es ans Warten, denn der Burger wurde frisch aus heimischen Zutaten zubereitet. Beim Warten verteilten sich die Gäste und wenn jemand zu nah auf die Pelle rückte, dann gab es eine freundliche, aber entschiedene Ansage. Bei uns im Dorf funktioniert es, kein Gedränge, keine Pulkbildung. Gerade im Vorfeld der Aktion wurde diskutiert, ob ein Foodtruck nicht ein falsches Signal an die Bevölkerung sei. Eigentlich stimme ich diesen Bedenken zu, sehe aber auch, wie professionell es gehandhabt wurde.
Spontan entschloss ich mich, für die Familie Burger zu besorgen. Burger to go, wie es sein muss. Vor allem meine Eltern, die seit über einer Woche die Behausung nicht verlassen, waren über die kulinarische Abwechslung froh. Mrasek war bis 19.30 Uhr vor dem Edeka Leich und musste sogar einmal Nachschub holen. Einen Teil seiner frischen Waren bezieht er überigens vom Edeka und so kam auch die Idee zur Zusammenarbeit


In seinem Prospekt schreibt Lars Mrasek: „Und warum heißt unser Foodtruck Bayerntruck? Richtig: Weil die Zutaten, die in unserer Küche verarbeitet werden, überwiegend direkt aus Bayern stammen. Neben der nachweisbaren Regionalist legen wir außerdem großen Wert auf Nachhaltigkeit und verwenden, wo immer es uns möglich ist, Bioprodukte.“ Geschmacklich als Kunde war ich begeistert. Nur eine Kritik habe ich wirklich: Die bayerische volkstümliche Schlagermusik vom Truck-Player konnte ich nicht ertragen. Ich kam zur falschen Zeit, denn sonst legt Mrasek Lounge-Mucke auf.
Wahrscheinlich darf Lars Mrasek am Samstag wiederkommen – ggf. an einem anderen Standort. Entsprechende Gespräche laufen zwischen Marktleiter Toni Leich und Lars Mrasek.

Internet im Dorf war weg
Um 15 Uhr am gestrigen Montag kam es übrigens zum Supergau. In Teilen des Dorfes fiel das leitungsgebundene Internet aus. Ich hatte Glück, aber in meiner Nachbarschaft war Funkstille. Den Ministerpräsidenten konnte ich mit seiner Pressekonferenz komplett sehen und auch am Blog arbeiten, die Kinder konnten theoretisch in Mebis ihre Hausaufgaben machen, aber in der Facebook-Ortsgruppe gingen die Alarmsignale hoch.

Ich konnte mir die PK vom Söder ansehen, andere mangels Internet nicht. Ich konnte mir die PK vom Söder ansehen, andere mangels Internet nicht.

Ich arbeitete gerade an einer Meldung über Internet-Geschwindigkeiten. In einem internationalen Vergleich wurden die Länder mit den schnellsten Internet-Geschwindigkeiten weltweit enthüllt. Taiwan besetzt den ersten Platz, während Deutschland am unteren Rand der Top 25 platziert wurde. Als essentieller Faktor für eine stabile Wirtschaftsleistung und effizientes Arbeiten, auch von zu Hause aus, ist eine schnelle Internetverbindung in vielen Ländern unerlässlich – besonders in Zeiten von Covid-19, wo die heimischen Leitungen einer stärkeren Belastung ausgesetzt sind. Und der Ausfall in Maisach zeigte wieder einmal schmerzhaft, wo wir stehen.
Es sei eine Flächenstörung bei der Telekom, hieß es. Auch 1&1 und O2 sollen weg gewesen sein. Bei mir läuft Vodafone als Provider und der schien nicht gestört zu sein.

Denkste - hier soll das schnelle Internet drinnen sein. Denkste – hier soll das schnelle Internet drinnen sein.

Bürgermeister Hans Seidl lieferte die Info der Telekom: „Wir haben Infos von Telekom, es besteht ein Schaden am Netz. Die Dauer der Reparatur wurde mit bis zu 5 Stunden angegeben. Wir haben leider keinen Einfluss darauf.“ Nun, um 17.30 Uhr ging wieder alles. Maisach war wieder online, genau rechtzeitig zum virtuellen Feierabend
In Zeiten von HomeOffice ist der Zusammenbruch des Internets das Desaster schlechthin. Das ist absolut kritische Infrastruktur, ebenso wie Wasser und Strom. Die Aufreger im Dorf waren groß, aber viele begegneten ihrem Schicksal mit Humor.

Internet für die Tonne. Internet für die Tonne.