Vorfreude auf den kleinen Hobbit: Alles Gute zum Geburtstag J.R.R. Tolkien

3. Januar 2012
J.R.R. Tolkien im Jahre 1916.  Foto: Wikipedia

J.R.R. Tolkien im Jahre 1916. Foto: Wikipedia

Am 3. Januar 1892 erblickte einer meiner Lieblingsautoren J.R.R. Tolkien das Licht der Welt. Seit dem ich ein Jugendlicher den kleine Hobbit in die Finger bekam, begleitete mich die Welt von Mittelerde mein Leben lang. Ich bekam von einem Schulfreund eine zerfledderte Ausgabe der dtv-Taschenbuch-Fassung in die Finger und ich versank in die Welt von Bilbo Beutlin, Gandalf und Thorin Eichenschild. Ich hatte sogar Thorin Eichenschild als Avatar-Name bei unseren analogen Schwarze Auge-Spiele.

Dann kam die Buchtrilogie Herr der Ringe und ein neues Universum tat sich vor meinem geistigen Auge auf. Zuerst hatte ich die grüne Klett-Cotta-Ausgabe, später leistete ich mir verschiedene gebundene Ausgaben des Werkes. Und Neueinsteigern kann ich nur raten, sich die alte Übersetzung von Margret Carroux zu besorgen. Lasst bitte die Finger von der sicherlich moderneren Version von Wolfgang Krege. Sie hat längst nicht die sprachliche Klasse, die Tolkien angestrebt hatte.

Von soviel Tolkien beseelt besuchte ich Ende der siebziger Jahre auch gleich die Verfilmung von Ralph Bakshi. Ich fand sie damals gar nicht so schlecht – heute kann ich nur noch den Kopf schütteln über so viel Pathos. Technisch hatte der Film mit seiner Rotoskopie-Technik einiges zu bieten. Realszenen wurden nachträglich koloriert und überzeichnet. Auch einige Szenen blieben in Erinnerung, doch Bakshi hat sich mit dem Werk übernommen. Einzig der geniale Soundtrack von Leonard Rosenman ziehe ich heute noch hervor – ich habe sogar noch eine Doppel-Picture-Disc auf Vinyl im Keller. Es gab dann noch eine unwichtige Fortsetzung mit Namen The Return of the King, die vom US-TV produziert wurde, aber nicht mal halbwegs an Bakshi heranreicht.

Um Trost bei solchem Schrott zu finden, widmete ich mich dem weiteren literarischen Werk Tolkiens und war vor allem vom Silmarillion begeistert. Während der kleine Hobbit als Kinderbuch auf der Oberfläche des Mittelerde-Universums schwimmt und der Herr der Ringe ein wenig eintaucht, so schafft Das Silmarillion den konsequenten Schritt in eine eigene Welt. Hier hat Tolkien im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaftes geleistet. Aber ich muss zugeben, ich bin an der Grammatik der Elben gescheitert, da ist Tolkien wohl doch ein zu kluger Kopf für mich.

Nach Nachrichten aus Mittelerde und Die Kinder Húrins lese ich heute meinen Kindern die Fabelhafte Geschichten und vor allem die Briefe vom Weihnachtsmann vor.

Ich geb es zu, ich war skeptisch, als ich hörte, dass Mr. Bad Taste Peter Jackson sich an die Verfilmung von Herr der Ringe traute. Aber das ist Hollywood: In Deutschland hätte nie ein Trash-Regisseur wie Jackson mit seinem wunderbaren Gore Brain Dead das Millionenbudget in die Hand bekommen. Ja und mir hat das Resultat der drei Teile von Herr der Ringe gefallen, erst im Kino, dann die Langfassungen auf DVD und Blu ray. Ich habe mich massiv über das Gemurkse der Veröffentlichungspolitik bei Warner aufgeregt und der Gipfel waren noch die fehlerhaften Tonspuren der ersten Version der Blu ray. Und nun kommt am 13. Dezember 2012 der kleine Hobbit in die Kinos. Mein Ring zum Geburtstagskind Tolkien schließt sich damit. Teil 1 wird auf Deutsch: Der kleine Hobbit – eine unerwartete Reise heißen und das gesamte Buch umfassen. Teil 2 mit dem noch englischen Titel The hobbit – there and back again kommt wohl 2013. Die Story von Teil 2 ist noch unbekannt, soll aber eine Art Überleitung zu Herr der Ringe werden.

Elijah Wood und Orlando Bloom sind wieder dabei sowie Gandalf und Elrond werden wieder von Ian McKellen und Hugo Weaving gespielt. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit dem Schatz Gollum alias Andy Serkis.

Gemütlich mit Hobbits und Zwergen.  Foto: New Line Cinema

Gemütlich mit Hobbits und Zwergen. Foto: New Line Cinema

Die Produktion der Hobbit-Filme war ziemlich heftig: Hellboy Guillermo del Toro sollte ursprünglich die Regie führen, warf aber alles hin, so dass Peter „ich trage keine Schuhe“ Jackson wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm. In den Videoblog von Jackson lässt sich wieder großartiges VFX erahnen, aber freilich sieht man heute noch nicht fiel. Der Trailer deutet auch mehr an als er wirklich zeigt. Jackson sagt selbst, dass es die Verfilmung eines Kinderbuches sei. Mit Spannung und Dramatik sei zu rechnen, aber der Hobbit ist und bleibt ein Kinderbuch. Ich freu mich schon auf die Trolle und den bösen Drachen Smaug. Und Weta Digital macht wieder fett Effekte bei der 500 Millionen US-Dollar-Produktion.

Also ich freu mich schon und kram bis es soweit ist, mein altes dtv-Taschenbuch vom kleinen Hobbit wieder heraus. Auf jeden Fall heute: Alles Gute zum heutigen Geburtstag lieber J.R.R. Tolkien.

Neujahrstag: Der Tag des Aufräumens

1. Januar 2012
Leeres Sektglas vor dem Rathaus.

Leeres Sektglas vor dem Rathaus.

Wer eine Sauerei macht, der muss auch aufräumen. So haben es einem die Eltern beigebracht. Was eine Selbstverständlichkeit ist, scheint aber leider nicht überall der Fall zu sein. Das stelle ich fest, wenn ich am Neujahrstag einen Spaziergang durch meine kleine Landgemeinde mache. In der Silvesternacht wurde geschossen und geballert, was das Zeug hielt. Ich als Spaßbremse nahm an dem kollektiven Abbrennen von Feuerwerkskörpern nicht teil. Aber ich glaub auch nicht an den frommen Wunsch: Brot statt Böller.

Scherben und Reste von Feuerwerk - so präsentiert sich der Neujahrstag.

Scherben und Reste von Feuerwerk - so präsentiert sich der Neujahrstag.

Beim Neujahrsspaziergang am Nachmittag zeigte sich das Bild der Verwüstung. Überall die Reste des Feuerwerks. Raketen, Kracher, Chinaböller allerlei Größenordnung und Sprengkraft, Knallfrösche, Schweizer Kracher und was das Silvesteraresnal noch an asiatischen Kampfstoffen zu bieten hat. Dazwischen zerschlagene Flaschen, Gläser, die Hundepfoten verletzen und Reifen aufschlitzen Und leider noch mehr: Reste von blindwütiger Gewalt, wenn besoffene Vollpfosten ihre Umgebung demolieren.

Wo Deppen unterwegs sind.

Wo Deppen unterwegs sind.

Klar, Silvester soll Spaß machen und feiern gehört dazu. Von mir auch das Abschießen von Brillantfeuerwerk. Aber zum Feiern gehört auch das Aufräumen am nächsten Tag dazu. Es kann nicht sein, dass einige wenige durch die Straßen ziehen und die Reste der Feiergesellschaft beseitigen. Also Besen und Schaufel schnappen und den Müll aufräumen! Und die Volldeppen, die Gemeingut demolieren, gleich anzeigen.

Schmuckvoll die Böller um einen Baum gestapelt.

Schmuckvoll die Böller um einen Baum gestapelt.

Sprengstoff an der Rathaustreppe.

Sprengstoff an der Rathaustreppe.

 

Neujahr: Erinnerungen an Hank Williams und Townes Van Zand

1. Januar 2012

Neujahr bedeutet für mich auch immer Erinnerungen an Verstorbene. Private Verluste ebenso wie öffentliche Verluste. Öffentlich möchte ich an zwei Personen erinnern, die lange verstorben sind, aber in meiner musikalischen Welt immer in Erinnerung bleiben: Hank Williams und Townes Van Zandt. Beides waren starke Trinker, aber beides waren vor allem starke Ausnahmemusiker.

Country-Musik und auch modere Rockmusik wäre ohne Hank Williams nicht vorstellbar. Seine eingängigen Songs prägten die Musik. Kaum jemand, der sich ernsthaft für amerikanische Musik interessiert, der den Lovesick Blues nicht kennt, der nicht beim Long Gone Lonesome Blues mitlitt oder bei Weary Blues from Waitin den Blues fühlt. Bezeichnend ist sicher sein Titel I’ll Never Get Out of This World Alive – hier war der Song Programm. Hank Williams war einer der ersten Punks, der sich nicht an Konventionen hielt . Klar, er war hemmungsloser Alkoholiker und zudem Morphiumsüchtig, er wurde aus dem Mekka der Country-Musik, der Grand Ole Opry, wegen Suff ausgeschlossen, seine Ehe mit Miss Audrey scheiterte tragisch. Aber Hank machte weiter bis zur Nacht am 1. Januar 1963. Auf dem Weg zu einem Konzert wurde der 29jährige Tod in seinem Wagen aufgefunden. Herzinfarkt war die offizielle Todesursache. Als nächstes kaufe ich mir wohl diese neugefundenen Aufnahmen von Hiram „Hank“ King Williams: The Unreleased Recordings

Für mich kam in der verlogenen Countrymusik lange nichts mehr. Erst Johnny Cash war wieder einer der ganzen Großen in diesem Business.

Townes Van Zandt war eher ein Insidertipp. Der depressive und alkoholkranke Musiker schrieb hervorragende Lieder, die anderen versilberten. Van Zandt steht in der typischen Singer-Songwriter-Tradition. Dabei orientierte er sich klar an seinen Vorbildern Hank Williams und den frühen Dylan. Wobei sich Dylan immer wieder revanchierte und den Van Zandt-Song Pancho & Lefty live darbot. Townes Van Zandt war authenisch, seine Aufnahmen waren ehrlich, wobei er wohl privat ein schwieriger Mensch gewesen sein muss. Sein Ausspruch: „There are only two kinds of music: There’s the blues, and there’s Zip-A-Dee-Doo-Dah“ beschreibt ihn eigentlich ganz gut und dem gilt es nichts mehr hinzuzufügen. Der Musiker starb mit 52 Jahren im Jahr 1997. Mein Anspieltipp ist das großartige: Live at the Old Quarter,Houston

Buchtipp: Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten von Kai Oppel

26. Dezember 2011

Ich stieß auf den Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten durch eine Amazon-Empfehlung und besorgte mir die Kindle-Version. Nach der Lektüre bin ich zwiegespalten. Ich habe mich über oberlehrerhafte Tipps geärgert und ich habe dem Autor Kai Oppel immer wieder zugestimmt. Ich weiß nicht genau, was ich von den Buch mit seinen Ratschlägen halten soll? Vielleicht liegt es daran, dass mich meine Eltern gut erzogen haben und ich die meisten der vorgeschlagenen Ratschläge wusste, viele davon befolge. Aber wenn ich alle Regeln dieses Business-Knigges befolgen würde, wäre das Geschäftsleben total öde und steif. So manches Mal kam ich mir beim Lesen in die miefigen 50er Jahre versetzt.

Meine Eltern bekamen zur Hochzeit einen Ratgeber „1×1 des guten Tons“ geschenkt. Und viele Tipps des aktuellen Knigge-Buches aus dem Jahre 2007 kommen mir übernommen vor, aber nicht an die aktuelle Zeit angepasst. Wenn es mehr Leben und etwas mehr Spaß in der Geschäftswelt geben würde, dann müssten nicht alle herumlaufen, wie Banker und Versicherungstypen (und wir wissen ja, wie letztere Klientel die Sau rauslässt, wenn sie sich unbeobachtet fühlen).

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass dieses Buch wohl eher für die klassische Finanz- und Verwaltungsbranche geschrieben ist. Ich kenne genug andere Branchen, in denen es lockerer und farbenfroher zugeht und wo so ein Buch mit diesen Tipps nur Kopfschütteln hervorbringen würde. Nein, die Welt ist bunter und das ist gut so.

Aber dennoch empfehle ich das Buch Business-Knigge: Die besten Tipps für stilsicheres Auftreten, dass manches Mal deutlich ausführlicher sein könnte. Gerade vielen jungen Kollegen könnten sich ein paar Tipps abschauen, sei es in Modefragen (Tennissocken oder Flip-Flops im Geschäftsalltag), sei es vor allem im Umgang im ÖPNV und Tischsitten. Etwas mehr Stil könnte der Umgang mit Kollegen manchmal schon vertragen. Auch eine Einschränkung: Dieses Buch ist nur für den Umgang in Deutschland mit Deutschen geeignet. In Zeiten der interkulturellen Kommunikation gehört der Knigge dann doch ins 18. Jahrhundert der Nationalstaaten.

Pulgasari – der Monsterfilm aus Nordkorea

25. Dezember 2011

Als Kind liebte ich die japanischen Monsterfilme Godzilla und seine Freunde. Jeden Samstag nachmittag bin ich in die Jugendvorstellung des örtlichen Kinos Capitol in die Kreisstadt Fürstenfeldbruck geradelt und habe mir um 14:30 Uhr japanischen Monstermist reingezogen. Ich glaube, der Eintritt kostete 2,50 Mark. So bekam ich vieles zu sehen: Frankenstein und die Monster aus dem All, Gamera gegen Gaos, U 2000 Tauchfahrt des Schreckens und immer wieder Godzilla. Ich liebte es, wenn Männer in Gummi-Anzügen Tokio platt machen, wenn Godzillas Baby auf dem Schwanz von Mama Godzilla hüpfte oder wenn aufgeregte japanische Soldaten mit Panzer und futuristischen Waffensystem gegen die Monster aus dem Erdinneren ankämpften. Als Kind brauchte ich keine vfx.Orgien, es reichte Suitmation. Der schlüpfte ein Akteur in ein Gummikostüm, schwitze wie die Sau und ließ die Sau raus – super. Da erschreckte mich die Godzilla-Version von Roland Emmerich schon, als ich 1998 die Tricks von Volker Engel sah.

Zu einem meiner Geburtstage lud ich sogar ein paar Freunde zum Klassiker: Frankenstein – der Schrecken mit dem Affengesicht ein. Handlung: In Hiroshima entdecken Wissenschaftler das Herz des Monsters Frankenstein – ja, so werden Klassiker gemacht.

Viele von den Heulern kaufte ich mir Jahre später auf DVD und bei schlechter Laune kommen die Filme aus dem Hause Toho.

Heute habe ich einen neuen Monster-Film entdeckt: Pulgasari. Der Film ist genauso schlecht, wie die japanischen Vorbilder, stammt allerdings von dem irren Diktator Kim Jong-il aus Nordkorea. Nach ein wenig Recherchen erfuhr ich die dramatischen Hinergründe, wie der Film zustande kam. Der Regisseur Shin Sang Ok wurde aus Südkorea entführt. Der Film sollte 1985 in die Kinos kommen, doch Regisseur und Gattin türmten. Auf YouTube gibt es eine schlechte VHS-Kopie von Pulgasari zu sehen. Leider ist mein Koreanisch zu schlecht, um etwas zu verstehen, aber ich glaube, die Handlung ist nix neues. Eine Puppe soll sich durch den Kontakt mit Blut in ein eisenfressendes Ungeheuer verwandeln – auch mal eine Variante. Allerdings kommt fett kommunistische Propaganda auf die Leinwand. Egal: Die Typen in den Gummikostümen waren wieder da. Es heißt, dass sogar der Godzilla-Darsteller in dem Kostüm von Pulgasari steckte.

Geschenktipp: München: 50 Jahre in Bildern

19. Dezember 2011

Zu Weihnachten sollten die Geschenke schon etwas Besonderes sein. Vor kurzem entdeckte ich ein wunderbares Geschenk für alle Freunde der ambitionierten Fotografie. Das Buch München: 50 Jahre in Bildern ist einfach großartig.

Für mich steht fest: Wer sein Herz am rechten Fleck hat, wird dieses Buch zu schätzen und lieben wissen.

Die Idee ist einfach und genial. Anlässlich des 850. Geburtstags der Stadt München und anlässlich des 80. Geburtstags der Münchner Fotografin Chris Nowotny, hatte ihr Sohn Nikolai A. Behr die Idee zu diesem Buch. Er stöberte im Archiv seiner Mutter und begab sich anschließend an all jene Orte, die sie fast 50 Jahre vor ihm portraitierte. Er schoss Aufnahmen der selben Motive, aber zum Teil aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Außerdem ergänzte er die Auswahl der Fotos um zahlreiche Gebäude und Plätze, die erst in den vergangenen Jahren entstanden sind.

Diese Zusammenstellung des alten und neuen Münchens lebt von den Kontrasten und ist eine eindrucksvolle Zeitreise in die jüngere Vergangenheit der Stadt München. Ich hab genug von den klassischen Bildbänden, aber das ist eine Perle. Künftig bekommen meine Besucher aus aller Welt diesen Bildband geschenkt, denn er zeigt wie ich die Landeshauptstadt, wie ich mein München sehe. Ich empfehle allen Fotografen, München-Freunden, Touris, historisch interessierten einen kritischen Blick zu wagen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Natürlich bin ich ein wenig vorbelastet, denn ich kenne Nikolai A. Behr seit Jahren und wir laufen uns heute ab und zu über den Weg. Nikolai brachte mir in den achtziger Jahren das Fotografieren näher und ich wenn ich dieses Buch sehe, dann weiß ich, was ich an meinem Lehrer gehabt habe. Er hat einfach den Blick, die Ideen und auch den Ehrgeiz, sein Wissen kommerziell umzusetzen. Bravo Nikolai!

Für das Buch München: 50 Jahre in Bildern  gibt es auch eine eigene Website und natürlich lässt sich das Buch dort oder natürlich gibt es München: 50 Jahre in Bildern auch bei Amazon.

Filmtipp zu Weihnachten: Das 1. Evangelium – Matthäus

16. Dezember 2011

Weihnachten kommt dieses Jahr am 24. Dezember. Zu Weihnachten gehören auch die üblichen Jesus-Verfilmungen, die über die Mattscheibe flimmern werden. Ich möchte an zwei Filme erinnern, die mir gefallen haben: Zum einen Die letzte Versuchung Christi vom großen kleinen Martin Scorsese und zum anderen absolut sehenswert Das 1. Evangelium – Matthäus des großen Provokateurs Pasolini.

Gerade die Interpretation des Atheisten und Kommunisten Pier Paolo Pasolini ist für mich bemerkenswert. Wie kann ein Kommunist und Christusverweigerer den besten Jesus-Film überhaupt drehen? Ganz einfach: Er hatte ein cooles Drehbuch: Die Bibel. Der Film Das 1. Evangelium – Matthäus hält sich weitgehend an den Originalbibeltext. Und der gefällt der Zielgruppe. Als der Film in den sechziger Jahren im Vatikan aufgeführt wurde, gab es 40 minütigen donnernden Applaus von kirchlichen Würdenträgern in Richtung Pasolini. Früher hätten sie ihn auf den Scheiterhaufen verbrannt, jetzt aber loben und preisen sie ihn. Der Film ist Zündstoff pur.

Pier Paolo Pasolini drehte mit Laiendarstellern, aber er wählte sie hervorragend aus. Sein Jesus ist ein zorniger Mann, der klare Positionen an den Tag legt und sich mit dem Establishment anlegt. Das gefällt Pasolini. Sein Jesus ist ein Querdenker, ein Revolutionär, der auf Seiten der Unterprivilegierten steht. Er wirft die Händler aus dem Tempel, ist aber eine Seele von Mensch gegenüber Kindern.

Aus heutiger Sichtweise ist der Film mit 131 Minuten langatmig und zerrt an den Nerven von modernen Sehgewohnheiten. Lange Einstellungen, Stille, getragene Dialoge – aber die Botschaft ist genial. Das sahen Publikum und Kritiker ebenso. Der in Schwarzweiß komponierte Film wurde bei den Filmfestspielen in Venedig 1964 mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. Er war auch für den Oscar nominiert, ging aber am Ende leer aus. Soviel Respekt hatte das kommerzielle Hollywood dann doch gegenüber dem Kommunisten Pasolini und seiner Version des Evangeliums nicht. Bemerkenswert ist auch der Soundtrack des Films. Mozart und Spirituals sowie Rhythmen werden gemixt. So einen Soundtrack gab es eigentlich sehr viel später und hier erwies sich Pasolini als Wegbereiter Sehr schön, ist die Version von „Sometimes I feel like a Motherless Child“ von Odetta.

Also schaut euch diesen Jesus-Film und lasst die Glotze bei dem üblichen Hollywood-Schund aus. Es ist mit Abstand die beste Jesus-Verfilmung.

Social Media: Datensicherheit, Privatsphäre und Benutzerfreundlichkeit ist den Usern wichtig

13. Dezember 2011

In meinen Seminaren frage ich oft bei Schülern nach, in welchen sozialen Netzwerken sie sind: Lokalisten, Schüler VZ, Facebook lauten die meisten Antworten. Wenn ich dann nachfasse, ist es im Grunde aber nur Facebook. In den anderen Netzwerken sei man zwar angemeldet, doch habe man schon lange nicht mehr hineingeschaut. Wir sind in Facebook, weil alle unsere Freunde dort auch sind, lautete die einfache, wie überzeugende Antwort.

Hier passt eine neue BITKOM-Studie gerade recht. Die Verbandsvertreter haben  herausgefunden, dass den Deutschen drei Aspekte bei den sozialen Netzwerken wichtig sein: Datensicherheit, Privatsphäre und Benutzerfreundlichkeit. Dabei gaben 96 Prozent der Nutzer an, bei der Auswahl einer Community sei die Sicherheit ihrer persönlichen Daten wichtig. 93 Prozent nennen die Einstellungen zur Privatsphäre als wichtiges Kriterium, 88 Prozent die Benutzerfreundlichkeit. Für 82 Prozent der Nutzer ist wichtig, ob ihre Freunde in demselben Netzwerk angemeldet sind. Die einzelnen Funktionen der Netzwerke (78 Prozent) und ihre Internationalität (43 Prozent) sind im Vergleich weniger entscheidend. Warum dann aber alle bei Facebook sind, wird aber durch diese Studie nicht klar, denn Facebook steht doch in der Kritik der Politik es mit Privatsphäre nicht so genau zu nehmen oder wann haben Sie das letzte Mal Ihre Freundesliste überarbeitet?

40 Millionen Bundesbürger sind Mitglieder in sozialen Netzwerken. Das entspricht drei Vierteln aller Internetnutzer. 2010 waren es erst 30 Millionen, innerhalb eines Jahres sind 10 Millionen hinzugekommen. Ich merke in meinen Schulungen und Vorträgem dass das Thema Medienkompetenz absoluten Vorrang hat. Die Leute sind einfach unsicher, was soziale Netzwerke angeht. Zwei Dritteln der Community-Nutzer (65 Prozent) fehlen nach eigener Einschätzung noch Informationen, was sie für den Schutz ihrer Daten tun können.

Hier die wichtigsten Datenschutztipps des BITKOM für soziale Netzwerke:

1. Geschützte Adressdaten

Ohne persönliche Daten geht es nicht: Die meisten Netzwerke verlangen zumindest Name, Anschrift und/oder E-Mail-Adresse. Das dient auch der Sicherheit der Nutzer, weil so einem Missbrauch der Online-Plattform vorgebeugt wird. Die Adressdaten sind in der Regel nicht öffentlich lesbar, wenn es die Nutzer nicht anders bestimmen. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, die Datenschutzerklärung zu lesen. Communitys müssen zumindest nach deutschem Recht strenge Datenschutzregeln erfüllen. So müssen sie Mitglieder verständlich informieren, zu welchen Zwecken sie Daten speichern. Im Zweifel vor der Registrierung per E-Mail nachfragen, so die BITKOM. Und ich wette, kaum einer hat dies bei Facebook je getan.

2. Voller Name oder Pseudonym?

Communitys leben vom Vertrauen der Nutzer untereinander. Wenn mit offenen Karten gespielt wird, fühlen sich die Mitglieder meist sicherer. In vielen Netzwerken ist es daher Pflicht, dass sich Nutzer mit ihrem vollen Namen registrieren. Zweck von Communitys ist, reale soziale Beziehungen im Netz abzubilden. Auf Plattformen, wo das nicht zutrifft, spricht aber nichts gegen Pseudonyme („Nicknames“). Das gilt etwa für Einträge in Fach-Foren oder Verbraucherportalen. Auch bei Kindern kann ein Pseudonym angezeigt sein, um die Privatsphäre stärker zu schützen.

 

3. Das richtige Maß an Offenheit

Im täglichen Leben würden die meisten Menschen Unbekannten kaum ihr ganzes Privatleben offenbaren. Auch im Web haben es die Nutzer in der Hand, den Zugang zu privaten Infos zu beschränken. In Communitys lässt sich zwischen Freunden und Fremden unterscheiden: Freunde haben Zugriff auf die neuesten Fotos, andere nicht. Gleiches gilt für persönliche Kontaktdaten oder Infos zum eigenen Freundeskreis. Gerade für junge Menschen ist das richtige Maß an Privatsphäre wichtig. Frei zugängliche Partyfotos können etwa bei Bewerbungen schaden. Auch in beruflichen Netzwerken wie Xing werden neben Beruf und Arbeitgeber zahlreiche weitere Informationen zum Lebenslauf abgefragt. Hier sollte ebenfalls jeder bewusst entscheiden, was er preisgeben will.

4. Darstellung in Suchmaschinen

In den Einstellungen zur Privatsphäre können Nutzer festlegen, ob ihr Profil von Suchmaschinen wie Google oder Bing gefunden wird. Das geht bei den meisten Netzwerken nur, wenn die Nutzer es ausdrücklich wollen. So wird sichergestellt, dass nur Mitglieder die Seiten lesen können, aber nicht jeder Internet-Surfer. Da es auch Communitys gibt, die dies anders handhaben, sollte jeder diese Einstellung bei der Registrierung prüfen.

5. Der Umgang mit Werbung

Wie andere kostenlose Angebote finanzieren sich auch Online-Netzwerke weitgehend über Werbung. Nur einzelne Communitys, vor allem im Business-Bereich, bieten auch Abonnement-Modelle. Wer Gratis-Angebote nutzt, bekommt in der Regel Anzeigen zu sehen. Verbreitet sind „zielgruppenspezifische“ Werbe-Einblendungen. Dabei können die werbenden Unternehmen zum Beispiel festlegen, dass ein Produkt nur männlichen Nutzern zwischen 20 und 25 Jahren gezeigt wird. Das Netzwerk sorgt für einen entsprechenden Filter, übermittelt den Firmen aber in der Regel keine persönlichen Nutzerdaten. Dies sollten Nutzer in den Geschäftsbedingungen überprüfen. Bei manchen Plattformen ist es möglich, Zielgruppen-Werbung auszuschalten – dann bekommen aber zum Beispiel auch Männer Werbung für Lippenstift angezeigt.

Kostenlose Leseprobe: Social Media für Friseure

12. Dezember 2011
Mit den roten Flyern werde ich für mein Buch.

Mit den roten Flyern werde ich für mein Buch.

Nachdem immer mehr Leute fragen, was es mit dem Buch „Social Media für Friseure“ auf sich hat und um was es in diesem Buch überhaupt geht, haben der Herausgeber und ich beschlossen eine kostenlose Leseprobe und das Inhaltsverzeichnis ins Netz zu stellen. Dieses Material gibt es hier auf den Seiten des Landesinnungsverbandes des bay. Friseurhandwerks.

Das Inhaltsverzeichnis gibt einen Überblick. Aber ich habe auch schöne, journalistische Lesegeschichten in meinem Buch. Hier habe ich ein Beispiel einer erfolgreichen Social Media-Kampagne im Friseurbereich vorgestellt und ausführlich beschrieben. Zudem sind in dem Buch unter anderem inspirierende Geschichten über Modeblogger Heiko Kunkel, die Safttante oder Fleischer Ludger Freese veröffentlicht. Die Kritiken der Branche sind allesamt positiv ausgefallen und das gibt mir Mut, in diese Richtung weiterzumachen. Schön war ein Kommentar, dass diese Buch nicht nur für Friseure, sondern für alle anderen Handwerker auch geeignet sei. Dem gibt es nicht mehr hinzu zu fügen 🙂

iPhone-Handschuhe im Winter: Roeckl Intelligence

9. Dezember 2011

Es wird kalt, nachdem es auch schon Dezember ist. Und das bedeutet: Es ist wieder Zeit für Handschuhe. Ich liebe Handschuhe und kann leider nicht mehr als ein Paar anziehen, dabei gibt es doch so schöne. Vor Jahren habe ich in San Francisco North Face-Handschuhe für das iPhone gekauft. Meine bisherigen Handschuhe konnten das iPhone nicht aktivieren. Die North Face Etip Gloves iPhone konnte das, denn die Fingerspitzen waren mit Metallzeugs versehen, so dass ich bei Eiseskälte die Handschuhe nicht ausziehen musste. Inzwischen sind diese Handschuhe von North Face und anderen Anbietern auch in Deutschland zu haben.

Aber richtig schöne Handschuhe kaufe ich eigentlich in München beim Roeckl. Ich liebe die Atmosphäre und das klassisches Ambiente beispielsweise vom Roeckl Eck an der Adresse: Theatinerstraße 44. Anprobieren wird hier zum Erlebnis und was ganz wichtig ist: Bei dem Preis stimmt auch die Beratung des Roeckl-Teams.

Heimat der Handschuhe: Roeckl Eck in München.

Heimat der Handschuhe: Roeckl Eck in München.

Vor kurzem hab ich auch ein Weihnachtsgeschenk für meine Frau entdeckt: Roeckl Intelligence – Nachdem die North Face Handschuhe sportlich aussehen, aber nicht klassisch, gefällt mir die neue Linie von Roeckl sehr gut.  Die Smartphone-Handschuhe sehen perfekt aus und erfüllen ihren Zweck.

Die Roeckl Intelligence sehen heiß aus.

Die Roeckl Intelligence sehen heiß aus.

Das Geheimnis liegt in der zum Patent angemeldeten Schnittführung: Die eleganten, bis in die Fingerspitzen weich gefütterten Haarschafnappaleder-Handschuhe sitzen wie eine zweite Haut und sorgen für optimale Bewegungsfreiheit der Finger. So ermöglicht die Schnittführung in Kombination mit einem leitfähigen Material an Daumen und Zeigefinger das spielend leichte Bedienen der Touchdisplays.

Jetzt müssen wir nur noch einkaufen gehen oder bei Amazon die Roeckl Intelligence shoppen.