Lego 75022 Mandalorian Speeder

28. Juli 2013

speeder

Es ist noch ein paar Tage bis zum  3. August hin, wenn aus der Lego Star Wars-Serie das Modell 75022 Mandalorian Speeder erscheint. In den Lego Stores gab es den Flitzer schon ein paar Wochen vorher zu kaufen und da musste ich natürlich dabei sein. Hier meine Videozusammenfassung:

In knapp 15 Minuten ist das Modell aus der Clone Wars-Reihe aufgebaut. Das Modell enthält 3 Minifiguren mit Ausrüstung: Darth Maul und 2 Mandalorian Super Commandos. Die Figuren sind allesamt neu. Am meisten interessierte mich natürlich Darth Maul, der mit mechanischen Clone Wars Beinen daherkommt. Die Ausrüstung umfasst Lichtschwert, Darksaber und 2 Blaster.

Zudem enthält der Mandalorian Speeder versteckte Raketen unter der Haube, Heckwaffenlager und Hubkanone. Das Modell ist 8 cm hoch, 19 cm lang und 12 cm breit. Also ein netter Bausatz für Zwischendurch. Hier ein kleines Aufbau-Video.

Alles Gute zum Geburtstag Sir Mick

27. Juli 2013

Sir Mick wurde gestern 70. Jahre alt. Und wenn ich die jüngste Veröffentlichung Live im Hyde Park anhören, die einen Monat exklusiv bei iTunes veröffentlicht wurde, muss ich voller Respekt sagen: Der Kerl hat es noch drauf.

Zum Geburtstag habe ich die Jagger-Bioggrafie Rebell und Rockstar von Marc Spitz an zwei Tagen gelesen und viele Details aus dem Leben des Menschen erfahren. Diese Biografiie gab mir zahlreiche Impulse, vor allem, dass ich mich wieder mit den frühen Stones beschäftigen muss. Das Album The London Years war für mich eine absolute Offenbarung. Ich habe mir zudem in einem Marathon zwei Jagger-Filme reingezogen: Performance und Freejack – der erste ein wunderbare, sehenswertes Exemplar der sechziger Jahre, der andere kompletter Sciene Fiction-Blödsinn von 1992.

Ich bin wohl einer der wenigen, die sowohl die Beatles, als auch die Stones mögen. Und mir imponiert das Geschäftsinteresse der Herren McCartny und Jagger. Beide führen ihre Musikkunst wie Wirtschaftsimperien und sichern sich ihre Rechte. Nicht umsonst ist Jagger Ehrenmitglied der London School of Economics and Political Science. Mit Keith Richards kann man um die Häuser ziehen, mit Jagger würde ich einen Businessplan ausarbeiten und durchziehen.

Dabei ist er ein großartiger Musiker, wie man nicht zuletzt an seinem enormen Wissen um Blues merkt. Auch seine Zusammenarbeit mit The Red Devils muss herausgestellt werden. Ohne Jagger hätte ich diese Band nie entdeckt.

Ich habe die Stones zweimal live gesehen und war von dem perfekten Rock’n Roll-Zirkus beeindruckt. Und ich war begeistert, dass sie noch immer den Blues haben, wie man auch bei den Hyde Park-Aufnahmen feststellen kann (11:55  min Midnighht Rambler). Und ich muss auch sagen: Ich mag die Stones als Gesamtprojekt. Die Solo-Platten von Jagger und Richards finde ich schrecklich.

Muss das sein? Äffle und Pferdle als 3D-Animation

27. Juli 2013

Es ist wohl der Lauf der Dinge, dass alles digitalisiert werden muss. Obwohl ich ja ein Verfechter der digitalen Welt bin, muss ich nicht alles 3D-animiert haben. Dazu gehören zum einen die Mainzelmännchen, die Biene Maja und jetzt kommt auch noch “Äffle und Pferdle”.

Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich weiß, dass man neue Zielgruppen mit zeitgemäßer Bildsprache erreichen kann und dennoch bin ich in diesem Fall ein konservativer Knochen. Nicht alles, was geht, muss auch gemacht werden. Aber vielleicht werde ich einfach nur alt, aber mir gefällt es einfach nicht.

Originalclip ab 0:35 min

Um was geht es? Die Abteilung Forschung & Entwicklung des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion an der Filmakademie Baden-Württemberg hat in Kooperation mit der Lang-Film Medienproduktion neue Produktionstechniken für die beliebten schwäbischen Zeichentrickfiguren „Äffle und Pferdle“ entwickelt. Dadurch sind die beiden Figuren ab sofort auch als Computer-Animationen zu bewundern. Die Filmakademie gehört zu den führenden Schulen im digitalen Bereich und ich habe lange in meiner Zeit als Chefredakteur für 3D-Zeitschriften mit den Kreativen zusammengearbeitet. Großartige Talente sind dort zu finden.

Die animierten Sequenzen von „Äffle und Pferdle“, die im Südwestrundfunk seit 1960 zwischen den ausgestrahlten Werbespots gezeigt werden (ähnlich den Mainzelmännchen im ZDF), wurden bis 1998 mit der Hand gezeichnet. Die Entwicklung der neuen Produktionstechniken und die erstmalige 3D-Adaption, die auf der Website der R&D-Abteilung mit mehreren Videobeispielen veranschaulicht werden, sollen nun die Basis für die Produktion von neuen Episoden bilden. Dabei sollen Charme und Stil der Originale unbedingt beibehalten werden.

Clip von 2D zu 3D-Roto

Die „Äffle und Pferdle“-Cartoons, in denen der unverwechselbare Dialekt der Region gesprochen wird, greifen typisch schwäbische Verhaltensformen auf. Das „Pferdle“ ist dabei eine Referenz an das Stuttgarter Stadtwappen. Die beiden Tiere zählen zu den beliebtesten Charakteren in Baden-Württemberg und haben allein auf Facebook über 73.000 Follower und meine Familie gehört auch dazu.

Clip Komplett animiert

Roto vs Full Animation

Technisch sind die Umsetzungen hervorragend und auch der Charme ging nicht verloren. Ich bin dennoch nicht begeistert und muss mich wohl daran gewöhnen. Meinen Kindern gefällt es übrigens. Tja, der Lauf der Dinge.

Alles auf einmal:

Wagner im Kino? Der fliegende Holländer 2013

26. Juli 2013
Komische Idee - Wagner im Kino, aber doch gut.

Komische Idee – Wagner im Kino, aber doch gut.

Wagner im Kino – geht das überhaupt? Ich war sehr skeptisch, als ich den Anzug anzog und mich für die Premiere von Richard Wagners “Der fliegende Holländer” fertig machte. Ich hatte keine Karten für das Bayreuther Festspielhaus, sondern für das Scala-Kino in Fürstenfeldbruck. Die Premiere wurde in zahlreiche Kinos live auf die große Leinwand übertragen und mein Kino in Fürstenfeldbruck war auch mit dabei.

Aber da kam schon die erste Frage auf. Was zieht man für eine Festspielpremiere im Kino an? Normalerweise sind Jeans und T-Shirt die Bekleidung fürs Kino. Aber beim 200. Geburtstag des großen Richard Wagner gehen Jeans und T-Shirt gar nicht. Der Kompromiss war die Business-Klamotte mit Fliege und Einstecktuch. Die große Opernausstattung folgt dann, wenn ich in Bayreuth bin.

Viel Mühe haben sich die Mitarbeiter des Scala Kinos FFB gegeben.

Viel Mühe haben sich die Mitarbeiter des Scala Kinos FFB gegeben.

Feierlich war das Ambiente im Scala Kino. Roter Teppich. Die Kino-Mitarbeiter haben sich in Abendkleid und Anzug gekleidet, es gab Sekt zur Begrüßung der rund 85 Wagner-Fans. Und ein kleines Menü für 7,50 Euro als Pausensnack hatte man vorbereitet. Nur dumm, dass es bei der Kurzoper Holländer keine Pause gibt. Aber egal, ich hab den Pausenimbiss einfach nachträglich gegessen.

Pausensnack - aber es gibt beim Holländer keine Pause.

Pausensnack – aber es gibt beim Holländer keine Pause.

Das Publikum war gemischt, meist ältere Herrschaften in siebziger Jahre Klamotte – nicht weil es Kult war, sondern weil man es noch im Schrank hatte. Und da waren sich auch, die Wagnerianer, die ihr Wissen um die Inszenierung zum Besten geben mussten. Leider benahmen sich einige Zuschauer auch so, als würden sie den neuen James Bond anschauen. Sie ratschten – und das bei Wagner. Frechheit! Da machte es eine ältere Dame besser, sie schlief beim ersten Aufzug gleich mal ein und wurde von ihrer Freundin aufgrund des Schnarchens wiederum geweckt. Ich muss auch zugeben, dass ich mir ein Bier mit in den Kinosaal nahm. In Bayreuth wäre ich des Festspielhauses verwiesen worden, aber in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck geht so ein Kulturbruch.

Glas Sekt zur Begrüßung.

Glas Sekt zur Begrüßung.

Dann begann die Übertragung mit einer Stunde Einführung. Musikjournalist Axel Brüggemann führte Interviews, verpasste die Ankunft von Horst Seehofer und Angela Merkel und wurde von Stardirigent Christian Thielemann zurechtgewiesen. Das Interview mit einem extrem lässigen Thielemann war super. Das iPhone auf dem Knie wies er den Schwätzer Brüggemann humorvoll zurecht.

Absolut cool:  Christian Thielemann mit iPhone im Interview.

Absolut cool: Christian Thielemann mit iPhone im Interview.

Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger war keine Neuinszenierung, sie wurde bereits im vergangenen Jahr gezeigt. Der Holländer wurde von Samuel Yun wunderbar gesungen, der ja eigentlich vergangenes Jahr kurzfristig eingesprungen ist, nachdem der ursprüngliche Holländer-Bariton Evgeny Nikitin mit seinen Hackenkreuz-Tatoos für fetten Ärger sorgte und rausgeworfen wurde. Mir haben die Interpreten gefallen: Ricarda Merbeth als Senta, Tomislav Mužek als Erik, Benjamin Bruns als wunderbarer Steuermann und Franz-Josef Selig als Daland. Kritiker des Abends meinten, es sei zu wenig Kraftvolles dargeboten worden, ich fand es prima. In Bayreuth gab es Buh-Rufe für die Inszenierung von Gloger. Ich fand sie originell und humorvoll, die Kritiker fanden sie kindisch. Egal, mir hat es gefallen.

Nicht gefallen hat mir dagegen das Bild. Mehrere Bildausfälle in der Schaltung waren das eine, offene Kinotüren, weil sich Leute Pop Corn holen mussten, waren das andere. Wer aufs Klo muss, der bleibt draußen. So gilt es in Bayreuth und so sollte es auch im Kino gelten. Leute, geht vor der Vorstellung Wasser lassen und nicht während Wagner läuft. Banausen! Und ich tat mich anfangs schwer mit dem als Untertitel eingeblendeten Libretto. Ich brauchte einige Zeit, damit ich nicht lese, sondern höre. Aber für Wagner-Neulinge war es sicherlich eine Hilfe der Oper zu folgen.

Der Ton der Übertragung war nicht immer perfekt. In den stillen Parts hörte der Zuschauer Rauschen, die höhen Töne waren übersteuert. Die Akustik des Festpielhauses lässt sich eben doch nicht einfach ins Kino übertragen. Der Zauber von Bayreuth liegt in dem unsichtbaren Orchestergraben, in dem Thielemann seinen Job samt Festpielorchester wunderbar ableistet. Dafür waren die Kinokarten mit 30 Euro dann doch etwas billiger als die Karten in Bayreuth. Dort werde ich mir dieses Jahr den Tannhäuser anschauen, nachdem ich vergangenes Jahr Lohengrin genießen durfte.

Äh, äh. Edi Stoiber weiß nun wirklich nichts sinnvolles über Wagner zu sagen.

Äh, äh. Edi Stoiber weiß nun wirklich nichts sinnvolles über Wagner zu sagen.

Legoland: Die lange Nacht 2013

25. Juli 2013

Feuerwerk14

Für mich bedeutet die lange Nacht im Legoland Günzburg immer einen Höhepunkt im Lego-Jahr. So auch dieses Mal. Den ganzen Tag fieberte die legoverrückte Familie auf den Abend hin. Wir probierten den ganzen Tag zahlreiche Attraktionen des Günzburger Parks aus und genossen bei rund 30 Grad Celsius vor allem das Goldwaschen, weil sich alle im kalten Wasser spielerisch abkühlen konnten.

Was bedeutet die lange Nacht? Normalerweise schließt der Freizeitpark je nach Jahreszeit spätestens um 20 Uhr. Bei den langen Nächsten ist erst gegen 22 Uhr Schluss. Die Fahrgeschäfte schließen gegen 21 Uhr und alle Besucher versammeln sich im Eingangsbereich und im Mini-Land, um auf die abschließenden Show zu warten. Es ist eine super Stimmung. Viele Kinder haben Leuchtketten oder Laserschwerter mitgebracht. Erwachsene lassen sich mit Kindern auf den Boden nieder und dann beginnt das großartige Feuerwerk mit Funkenregen und Spezialeffekten. Das Zentrum des Geschehens ist der große Aussichtsturm.

Dieses Jahr wurde nicht nur Leuchtraketen in den Himmel geschossen. Die Legoland-Feuerwerker erzählen zudem noch eine kleine Chima-Geschichte. Der Kampf gut gegen Böse wird am Himmel ausgetragen. Ich wünsche mir einmal eine Star Wars-Nacht im Legoland, aber aufgrund von Lizenzbedingungen mit Disney wird dies wohl immer ein Traum bleiben.

Ich kann jeder Familie nur empfehlen, diese Nächte zu erleben: Es sind die vier zauberhaftesten Nächte des Legoland Jahres: Am 27. Juli sowie am 3. und 10. August sind die Stars der musicalpeople während der langen Nächte im Park zu sehen. Sie nehmen die Parkgäste mit auf eine Reise durch die Welt der Rock- und Pop-Musicals, verzaubern sie mit Interpretationen der bekanntesten Musicalhits. Die Rocksongs im August werden dabei von einer Zaubershow des zweifachen Magier-Weltmeisters TOPAS begleitet.

Bei der nächsten langen Nacht am  27. Juli treten Ana Milva Gomes und Serkan Kaya, die großen Stimmen der musicalpeople, auf. Gemeinsam singen sie die schönsten Pop-Songs aus Jesus Christ Superstar, Tarzan oder Hinterm Horizont. Musikalisch unterstützt werden sie von der musicalpeople-Band. In schöner Weise vereinen Brigitte Oelke und Sascha Lien – die Stimmen der musicalpeople – am 3. und 10. Augustdie Welt der Magie mit den großen Rock-Musicals zu einem Musical-Zaubershow-Spektakel der Extraklasse. Magisch begleitet werden die Hits aus We will rock you, Rock of Ages oder Rocky mit den spektakulären Illusionen des zweifachen Magier-Weltmeisters TOPAS.

Carl Orff Festspiele in Andechs: Carmina Burana

24. Juli 2013

Schlagartig wurde es mir bewusst – nur ein paar Meter entfernt, liegt Carl Orff in der Schmerzhaften Kapelle der Klosterkirche Andechs begraben. Schon allein deshalb ist es eine großartige Idee gewesen, die Carl Orff Festspiele im Kloster Andechs anzusiedeln. Eine knappe Stunde lauschte ich im Florianstadl zu Andechs der Aufführung von Orffs Hauptwerk, der Carmina Burana. Musikalisch war die Inszenierung von Marcus Everding auf den diesjährigen Carl Orff-Festspielen auf hohem Niveau. Solisten, Chor, Orchester und Dirigent Christian von Gehren gaben ein eindrucksvolles Schauspiel. Hieran hätte Carl Orff sicher seine Freude gehabt.

Das Grab von Carl Orff in der Klosterkirche Andechs in der Schmerzhaften Kapelle.

Das Grab von Carl Orff in der Klosterkirche Andechs in der Schmerzhaften Kapelle.

Mir hat die Andechser Orff-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters ebenso gefallen wie der Carl Orff-Chor Marktoberdorf (Einstudierung Stefan Wolitz). Die hervorragenden Solisten waren Wolfgang Newerla (Bariton), Belegt Kumberger Herdis Anna Jónasdóttir (Sopran) und Manuel König (Tenor). Und der Unterstufenchor des Rhabanus Maurus-Gymnasiums St. Ottilien (Einstudierung Theresia Busen) sorgte ebenso für die richtige Stimmung. Vor allem das exzellente Zusammenspiel von Schlagwerk und Blech konnte absolut überzeugen, noch dazu, weil Christian von Gehren das Originalwerk von Orff nicht verändert hatte. Applaus für soviel künstlerische Power in Andechs.

Musikalisch absolut top, die Carl Orff-Festspiele in Andechs.

Musikalisch absolut top, die Carl Orff-Festspiele in Andechs.

Dieses Mal sollte es ein Gesamtkunstwerk von Musik und Licht werden. Georg Boeshenz schuf die Lichtprojektionen nach Vorgaben des künstlerischen Leiters Everding. Das hätte er besser sein lassen sollen. In Sachen Musik kennt der Leiter sich aus, keine Frage. Doch in Sachen Lichtprojektion kommt mehr als Mittelmaß nicht heraus. Motion Design und Lichtprojektion kann heute deutlich mehr als ein paar Farben und Schattenspiele. Es begann ja ganz nett: Zu Beginn war die Bühne in dunkles Rot gefüllt. Dante ließ grüßen. Dann ein krasser Farbwechsel zu kaltem Weiß und schließlich zu Blau. Die Elemente waren damit eingeführt. Und dann plätscherte es lichttechnisch so dahin. Projektionen von Mond, abgelöst durch Schattenspiele war nicht das Niveau, das musikalisch hier geboten wurde.

Mit der Lichtprojektion war ich nicht so einverstanden.

Mit der Lichtprojektion war ich nicht so einverstanden.

Die Idee, die Carl Orff Festspiele im Florianstadl zu Andechs durchzuführen, ist grundsätzlich lobenswert. Die Musik von Orff gehört freilich nach Andechs. Wenn da nicht die Klimaanlage gewesen wäre. Bei Außentemperaturen um die 35 °C war die Luft innen auch nicht viel kühler. Bei den lauten Klängen der Carmina Burana störte das Surren der Anlage nicht, wohl aber bei den leisen Tönen. Wohl auch von den heißen Temperaturen in Trance versetzt waren die Platzanweiser. Eigentlich waren sie nur am Kartenabriss interessiert, die Platzsuche überließen sie dann doch dem Publikum, das zumeist aus älteren Musikfreunden bestand. „Junger Mann, ich hab meine Brille vergessen und setzt mich einfach irgendwo hin.“ Ganz schnell waren die Platzanweiser dagegen, als ich das iPhone für ein Bild zücken wollte. Keine Fotos während des Konzerts lautete die klare Anweisung. Diese Anweisung galt wohl nur für mich, denn im Saal blitzte und fotografierte es auf Teufel komm raus. Sicher werden auch bald die ersten Videos bei YouTube auftauchen.

Übrigens, alle Veranstaltungen der Carl Orff Festspiele 2013 sind ausverkauft.

Bayerisches Kultusministerium empfiehlt Lehrern defensiven Umgang mit Facebook

23. Juli 2013

Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat „jegliche dienstlichen Zwecken dienende Kommunikation zwischen Schülern und Lehrkräften“ in sozialen Netzwerken verboten. Doch wie sieht es in Bayern aus? Teile der bayerischen Verwaltung haben Probleme mit Social Media. Den Bürger zum Freund machen? Ist das eine Möglichkeit? Zumindest beim bayerischen Kultusministerium wird es wieder etwas eng, wenn ich die jüngsten Entwicklungen sehe.

Sehr oft gebe ich Schulungen über Soziale Netzwerke an Schulen an meinen Tagen der Medienkompetenz. Der Bedarf nach ordentlich aufbereiteter Information ist bei Schülern, Lehrern und Eltern enorm vorhanden.

Ludwig Spaenle bei der PK zur Eröffnung des Schuljahres. Foto: Ministerium

Ludwig Spaenle bei der PK zur Eröffnung des Schuljahres. Foto: Ministerium

Ich habe bei diesen Seminaren erfahren, dass Schüler klassen- oder jahrgangsweise in Facebook organisiert sind, umso häufiger, je älter sie sind. In der Regel sind es geschlossene oder geheime Gruppen. Lehrer bleiben meist außen vor. Trotzdem kommunizieren Lehrer mit Schülern via Facebook. Wenn die Klasse am nächsten Tag Kopiergeld oder Ähnliches mitbringen soll, wird es einem zuverlässigen Schüler gesagt, der es in die entsprechende Gruppe postet. Der Weg über die klassische E-Mail funktioniert nur noch bedingt. Klar ist aber auch: Wenn ein Schüler nicht in Facebook ist, bekommt er die Information nicht mit.

Schreiben des KuMis an die bayerischen Schulen.

Schreiben des KuMis an die bayerischen Schulen.

Aber mit der ganzen Kommunikation via Web 2.0 soll jetzt Schluss ein. Am 18. April 2013 ging ein Hinweis des bayerischen Kultusministeriums an die Schulen. In einem Schreiben des Amtschefs (hier zu laden) an die Schulen heißt es: „Dabei ist besonders hervorzuheben, dass angesichts enger datenschutzrechtlicher Grenzen Soziale Netzwerke zum Beispiel Facebook, Twitter für den Austausch dienstlicher Daten nicht geeignet sind.“ Und auch ein Facebook-Auftritt der Schule sei ein Problem für das Ministerium. Wörtlich heißt es: „Auch ein Auftritt der Schule in bzw. ein Konnex zu diesen Netzwerken (Profile, Fan-Seiten, Like-it-Buttons) ist rechtlich problematisch und hat daher zu unterbleiben.“ Und es wird noch besser: Entsprechendes gilt für die dienstliche Verwendung von Webseiten durch Lehrkräfte und sonstiges schulisches Personal (zum Beispiel Blogs).“

Aber der Amtschef verweist auf andere Möglichkeiten der Kommunikation. Es heißt: „Informationen können stattdessen zum Beispiel in einem schulinternen passwortgeschützen Bereich erfolgen.“ So existiert für bayerische Schulen das ISO-zertifizierte Netzwerk Moodle als Lern- und Kommunikationsplattform. Die Open Source-Plattform allerdings wird von vielen Schülern und auch vielen Lehrern ungern genutzt. Es sei, so höre ich, kompliziert zu bedienen, hat keine mobile Oberfläche und gilt als schwerfällig.

Natürlich kann das Ministerium nicht in das Privatleben der Lehrer eingreifen. Der Amtsleiter weist dennoch ausdrücklich die Staatsbediensteten mit folgenden Worten darauf hin: „Lehrkräften und dem Schulverwaltungspersonal steht die private Nutzung Sozialer Netzwerke frei. Dabei muss jedoch erkennbar sein, dass es sich um private Nutzung handelt, im Netzwerk also die persönliche Meinung und nicht etwas die der Schule geäußert wird.“ Und es folgt ein Hinweis: „Dabei muss das Verhalten insbesondere der verbeamteten Lehrkräfte und des verbeamteten Schulverwaltungspersonals auch im privaten Umgang der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die ihre Stellung erfordern.“ Das bedeutet, dass auch in Sozialen Netzwerken über dienstliche Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren sei. „Weder die Nutzung von Nicknames noch die Anonymisierung der Informationen ändern etwas an dieser Verpflichtung, die nicht zuletzt der Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte dient.“ Und der Amtschef rät: „Aufgrund der besonderen Breitenwirkung Sozialer Netzwerke wird daher ein defensiver Umgang mit Angeboten Sozialer Netzwerke empfohlen.“

Tja, und wenn nun ein Lehrer mit einem Schüler via Facebook befreundet ist, dann hat der Amtschef auch einen Rat parat: „Ergänzend sei angefügt, dass sich Lehrkräfte beim zufälligen privaten Kontakt mit Schülerinnen und Schülern in Sozialen Netzwerken bewusst sein müssen, dass keine Distanzverletzungen erfolgen dürfen.“ Was in diesem Zusammenhang zufällig heiß, ist wohl Interpretationssache. Schließlich muss meines Wissens bei Facebook bewusst eine Freundschaftsanfrage beantwortet werden.

Und wie reagieren jetzt Schulen? Mir liegen Aussagen von Schulleitern vor, die ihre Lehrerschaft anweisen, die betriebenen Facebook-Seiten der Schulen unwiederbringlich zu löschen.

Das bedeutet, dass Schulen keine Möglichkeit haben, in Sozialen Netzen Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und für sich Werbung zu machen. Schulen haben keine Chance mehr, sich darzustellen. Gerade beim Kampf um sinkende Schülerzahlen sehe ich hier eine gewisse Benachteiligung. Schulen können nicht mehr ihre Leistungen in diesen Netzwerken darstellen. Als Vater habe ich bei der Wahl der Schule meiner Kinder sehr darauf geachtet, wie die Kommunikation der Schule ist. Passive Kommunikation wie klassische Websiten sind Web 1.0 und heute nicht mehr zeitgemäß.

Es soll wieder auf das klassische Sender-Empfänger-Modell zurückgegangen werden. Scheinbar ist das Ministerium nicht an Dialog interessiert, sondern an klassischer Kommunikation.

Noch schwieriger sehe ich die pädagogische Arbeit der Schule. Wie soll den Schülern Medienkompetenz in Sozialen Netzwerken beigebracht werden, wenn diese Netzwerke im Grunde tabu sind. Das halte ich für sehr bedenklich.

Und im Bereich der BOS/FOS gehört der Umgang mit Facebook und Co einfach dazu. Wie sollen die jungen Menschen zeitgemäßes Marketing erlernen, wenn das Kultusministerium hier im Grunde einen Riegel vorschiebt? Wenn jungen Menschen der richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken nicht mehr aktiv in Schulen vermittelt wird, wie sollen sie sich dann im Wirtschaftsleben 2.0 zurecht finden? Und wie sollen P-Seminare in Gymnasien künftig ablaufen?

Ich kenne viele Schulen, die haben Partner aus der Wirtschaft und arbeiten seit Jahren hervorragend mit diesen Partnern über soziale Netzwerke zusammen. Damit wird jetzt Schluss sein.

Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn Schulseiten geschlossen werden. Sofort werden sich Leute die Namen der Schule sichern und aktiv auf die Pauke hauen. Dann wird die Schreierei groß sein, dass irgendwer im Namen einer Schule postet. Ich bin mal gespannt, wie Schulämter und Regierung dann reagieren. Nur weil es in ihrer Welt nicht existiert, wird es im Real Life nicht verschwinden.

Und ich höre aus der Lehrerschaft: Der zuständige Minister hat dagegen als CSU-Abgeordneter des bayerischen Landtages die Chancen von Sozialen Netzwerken erkannt. Er ist in Facebook unterwegs, weil er schließlich auch die Wahlen gewinnen will. Das ist freilich etwas anderes: Der Minister eines Ministeriums ist nicht gleich der Abgeordnete, aber vielleicht sollte er mit gutem Beispiel vorangehen?

 

Social Media: Musikerin Amanda Palmer entlarvt Daily Mail wegen Brüste

22. Juli 2013

Der Social Media-Klassiker United von Dave Carroll ist hinlänglich bekannt. Ein Musiker stellt eine Fluggesellschaft bloß und zeigt die Macht von sozialen Netzen. Die jüngsten Vorfälle um Amanda Palmer haben das Zeug zum neuen Klassiker. Es zeigt, wie sich eine Musikerin gegen ein britisches Massenmedium wehrt und enorme Aufmerksamkeit im Web bekommt. Das Massenmedium mit seiner Arroganz wird bloßgestellt und seine Voyeurismus entlarvt. In der alten Zeit der Massenmedien hätte sie verloren, dank Web 2.0 und Social Media kann sie sich erfolgreich wehren.

Quelle: Dailey Mail - im Original ohne Blau.

Quelle: Dailey Mail – im Original ohne Blau.

Was ist passiert? Beim Glastonbury Festival trat die US-amerikanische Sängerin Amanda Palmer auf und rockte die Hütte. Amanda Palmer ist bekannt für ihren extravaganten Kleidungsstil. Bei so viel musikalischen Engagement rutsche beim Singen ihre Brust aus dem BH und war kurzzeitig zu sehen. Das war ein gefundenes Fressen für die englische Boulevardzeitung Daily Mail. Das Massenmedium machte am nächsten Tag mit dem Nippelgate auf. Making a boob of herself!  Auf die Musik der Musikerin ging das Blatt übrigens keine Zeile ein. Das Online-Angebot der britischen Tageszeitung gilt mit 110 Mio Zugriffen pro Monat als erfolgreichste News-Seite der Welt. Die Mehrheit der Besucher kommt aus dem Ausland, vor allem den USA, der Heimat von Amanda Palmer.

In der alten Welt der Massenmedien hätte sich Amanda Palmer auf den Kopf stellen können. Sie wäre der Berichterstattung ausgeliefert gewesen. Doch nicht im Social Media-Zeitalter. Sie schlug bei einem der nächsten Konzerte im Londoner Roundhouse zurück. Sie spielte nur im Kimono bekleidet einen Andrew Lloyd Webber-Walzer aus Evita, aber mit neuem Text, speziell über die Daily Mail.

Sie sang:

dear daily mail,
it has come to my recent attention
that me recent appearance at glastonbury festivals kindly received a mention
i was doing a number of things on that stage up to and including singing songs (like you do…)
but you chose to ignore that and instead you published a feature review of my boob

dear daily mail,
there’s a thing called a search engine: use it!
if you’d googled my tits in advance you’d have found that your photos are hardly exclusive
in addition you state that my breast had escaped from my bra like a thief on the run
you do you know that it wasn’t attempting to just take in the RARE british sun?

dear daily mail,
it’s so sad what you tabloids are doing
your focus on debasing women’s appearances ruins our species of humans
but a rag is a rag and far be it from me to go censoring anyone OH NO
it appears that my entire body is currently trying to escape this kimono….

dear daily mail,
you misogynist pile of twats
i’m tired of these baby bumps, vadge flashes, muffintops
where are the newsworthy COCKS?
if iggy or jagger or bowie go topless the news barely causes a ripple
blah blah blah feminist blah blah blah gender shit blah blah blah
OH MY GOD NIPPLE

dear daily mail,
you will never write about this night
i know that because i’ve addressed you directly i’ve made myself no fun to fight
but thanks to the internet people all over the world can enjoy this discourse
and commune with a roomful of people in london who aren’t drinking kool-aid like yours

and though there be millions of people who’ll accept the cultural bar where you have it at
there are plenty of others who’re perfectly willing to see breasts in their natural habitat

i keenly anticipate your highly literate coverage of upcoming tours

Gesagt und getan. Amanda Palmer zog den Kimono aus und spielte nackt ihren Song weiter – nur die Handschuhe behielt sie an. Selbstverständlich wurde der Auftritt von mehreren Zuschauern mit dem Smartphone mitgefilmt und bei YouTube gepostet. Innerhalb kurzer Zeit verbreitete sich die Kunde im Netz. Mehre Videos wurden gepostet.

Die Daily Mail ging mit keinem Wort auf die Reaktion ein. Amanda Palmer hielt mit ihrer Aktionskunst der Boulevardpresse einen Spiegel vor und berichtete auch in ihrem Blog darüber.

Ich fand die Aktion großartig, weil sie zeigt, welche Macht ein Einzelner hat. Es zeigt sich, wie sich die Welt geändert hat. Die Videos haben inzwischen mehrere Tausend Klicks.

Neues Dylan-Album steht in den Startlöchern

21. Juli 2013

Wie ein kleines Kind freue ich mich jedes Mal, wenn ich höre, dass Bob Dylan ein neues Album veröffentlichen wird. Dieses Mal wird es am 27. August so weit sein. Wir Fans bekommen die zehnte Ausgabe der Bootleg Serie zu hören. Und für dieses kleine Jubiläum hat sich Schlizohr Bob etwas besonderes einfallen lassen: Another Self Portrait

dylan

Es handelt sich um Outtakes und Demos aus der Country- und Schlagerzeit des Meisters. Als 1970 das ein Doppelalbum Self Portrait auf den Markt kam, fiel es bei Fans und Kritikern komplett durch. Was sollte dieses Zeug? Abgedroschene Schlager von Dylan. Das wollten seine Fans nicht hören.

Erst Jahre später erkannte man wie wichtig dieses Album war. Es zeigte den Übergang vom Protest zu Kommerz, der sich in der Rock- und Popwelt vollzog. Der Individualismus wurde aufgegeben und der Mainstream eroberte sich seinen Platz.

Mit der Veröffentlichung von Another Self Portrait wird diese Diskussion wieder aufflammen. Noch heute ist auf Self Portrait eines der ungeliebten Dylan-Alben. Mal sehen, was die Bootleg Serie jetzt bringt.

Schade, dass nicht alle Songs, die Dylan gemeinsam mit George Harrison aufgenommen hat, jetzt veröffentlicht werden. Es gab wunderbare Nashville-Sessions, die illegal die Runde machen. Was mich aber besonders reizt, ist eine frühe Demo des Meisterwerks When I Paint My Masterpiece. Zudem wird endlich das Konzert von Bob Dylan & the Band auf der Isle of Wight vom 31. August 1969 komplett legal veröffentlicht. Hoffentlich wurde der Sound gegenüber den Bootlegs überarbeitet. Das Album enthält Songs aus der Ära Nashville Skyline, Self Portrait und New Morning. Am 27. August wissen wir mehr, das Album wird in zwei Versionen erscheinen. Als Doppel-CD Another Self Portrait 1969-1971: Bootleg Series 10 und als vierfach CD Another Self Portrait 1969-1971: Bootleg Series 10– ach ja eine Vinyl-Ausgabe Another Self Portrait 1969-1971: Bootleg Series 10 [Vinyl LP] gibt es auch. Übrigens, wenn ich mir etwas wünschten dürfte, dann die kompletten The Basement Tapes in hörbarer Aufmachung.

Hier aber schon mal die von Columbia veröffentlichte Trackliste des Albums:

CD 1

1. „Went to See the Gypsy“ (demo)
2 „In Search of Little Sadie“ (without overdubs, Self Portrait)
3. „Pretty Saro“ (unreleased, Self Portrait)
4. „Alberta #3“ (alternate version, Self Portrait)
5. „Spanish Is the Loving Tongue“ (unreleased, Self Portrait)
6. „Annie’s Going to Sing Her Song“ (unreleased, Self Portrait)
7. „Time Passes Slowly #1“ (alternate version, New Morning)
8. „Only a Hobo“ (unreleased, Greatest Hits II)
9. „Minstrel Boy“ (unreleased, The Basement Tapes)
10. „I Threw It All Away“ (alternate version, Nashville Skyline)
11. „Railroad Bill“ (unreleased, Self Portrait)
12. „Thirsty Boots“ (unreleased, Self Portrait)
13. „This Evening So Soon“ (unreleased, Self Portrait)
14. „These Hands“ (unreleased, Self Portrait)
15. „Little Sadie“ (without overdubs, Self Portrait)
16. „House Carpenter“ (unreleased, Self Portrait)
17. „All the Tired Horses“ (without overdubs, Self Portrait)

CD 2
1. „If Not For You“ (alternate version, New Morning)
2. „Wallflower“ (alternate version, 1971)
3. „Wigwam“ (original version without overdubs, Self Portrait)
4. „Days of ’49“ (original version without overdubs, Self Portrait)
5. „Working on a Guru“ (unreleased, New Morning)
6. „Country Pie“ (alternate version, Nashville Skyline)
7. „I’ll Be Your Baby Tonight“ (Live With the Band, Isle Of Wight 1969)
8. „Highway 61 Revisited“ (Live With the Band, Isle Of Wight 1969)
9. „Copper Kettle“ (without overdubs, Self Portrait)
10. „Bring Me a Little Water“ (unreleased, New Morning)
11. „Sign on the Window“ (with orchestral overdubs, New Morning)
12. „Tattle O’Day“ (unreleased, Self Portrait)
13. „If Dogs Run Free“ (alternate version, New Morning)
14. „New Morning“ (with horn section overdubs, New Morning)
15. „Went to See the Gypsy“ (alternate version, New Morning)
16. „Belle Isle“ (without overdubs, Self Portrait)
17. „Time Passes Slowly #2“ (alternate version, New Morning)
18. „When I Paint My Masterpiece“ (demo)

Die vierfach-CD enthält das Konzert und eine Version von Self Portrait samt umfangreichen Buch.

Bob Dylan & the Band at Isle of Wight – August 31st, 1969
1. „She Belongs to Me“
2. „I Threw It All Away“
3. „Maggie’s Farm“
4. „Wild Mountain Thyme“
5. „It Ain’t Me, Babe“
6. „To Ramona“/“Mr. Tambourine Man“
7. „I Dreamed I Saw St. Augustine“
8. „Lay Lady Lay“
9. „Highway 61 Revisited“
10. „One Too Many Mornings“
11. „I Pity the Poor Immigrant“
12. „Like a Rolling Stone“
13. „I’ll Be Your Baby Tonight“
14. „Quinn the Eskimo (The Mighty Quinn)“
15. „Minstrel Boy“
16. „Rainy Day Women #12 & 35“

Blog-Geburtstag: 5 Jahre redaktion42.com

20. Juli 2013

Mein Blog redaktion42.com feiert heute seinen 5. Geburtstag. Es freut mich wirklich, wie sehr dieses Experiment gewachsen ist und welche Erfolge es zu verzeichnen hat. Ich habe sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen. Fünf Jahre harte Arbeit, die mir aber als Betreiber Spaß gemacht haben und es immer noch tut.

geburtstag

Wie kam es zu diesem Blog? Ich gebe ja seit mehreren Jahren recht erfolgreich Seminare, unter anderem auch zum Thema Web 2.0. Dort zeige ich, wie sich die Welt verändert. Mit meinem Freund und Kollegen Thomas Gerlach saß ich vor fünf Jahren zusammen und wir kamen auch auf das Thema Blogosphäre zu sprechen. Uns war klar, dass wir nicht über Blogs referieren können, ohne wirklich dabei zu sein. Es gibt schon genügend Schwätzer, die über Sachen abstrakt philosophieren, ohne es zu praktizieren.

Also – gesagt, getan. Wir beide gingen ans Bloggen. Als Basis wählte wir die kostenlose Online-Version von WordPress. Doch was sollte der Inhalt sein? Wir beide verfolgten unterschiedliche Konzepte. Während der Kollege Gerlach zweimal die Woche zu speziellen Themen aus der Medien- und Internetbranche schreibt, versuche ich jeden Tag einen bunten Blogpost zu schreiben. Während seine Zielgruppe spitz und elitär ist, sollte mein Blog breit aufgestellt sein, er sollte vor allem Spaß machen. Daher wählte ich als Untertitel auch: Der Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange. Wie ursprünglich Blog als grass-roots movement schreibe ich eine Art Tagebuch: Ich schreibe über die Dinge, die mich bewegen, die mir auffallen, die ich erfahre. Nach fünf Jahren können wir feststellen: Mein Blog ist der erfolgreichere, hat eine deutlich höhere Reichweite. Es stellt sich heraus, dass sich die User gerne mit den alltäglichen Dingen im Netz beschäftigen und da sind sie bei mir an der richtigen Adresse.

Als gelernter Tageszeitungsjournalist, späterer Pressesprecher und anschließend Textchef und Chefredakteur mehrerer IT-Zeitschriften habe ich vor dem Schreiben keine Angst. Schreiben ist Passion und manches Mal auch ein reinigender Prozess. Aber ich musste auch feststellen, das Schreiben für einen Blog etwas anderes ist, als Schreiben für Papier. Ich liebe es für meine Leser zu schreiben. Aber: Ich will nicht über SEO-Maßnahmen philosophieren, aber natürlich ist Google einer meiner Hauptleser. Kurz und gut: ich musste meine Scheibe ändern und zwar komplett.

Das beginnt ganz einfach mit den Überschriften. Ich beherzige hier einfach mal die Tarzan Regel der Mainpost. Die Regel besagt: wenn der Text über Tarzan geht, muss Tarzan in die Überschrift. Als Printjournalist war ich es gewohnt, blumige Überschriften zu schreiben, die den Leser neugierig machen. Als Onliner, der auch für Google schreibt, muss ich klar schreiben, um was es in dem Post geht. Jeden Tag muss ich also die Gretchenfrage stellen. Schreibe ich schöne Texte für Menschen oder schreibe ich schöne Texte, die von Google gefunden werden? Am Ende ist das Leben wie immer ein Kompromiss.

Dann musste ich lernen, verstärkt auf visuelle Elemente zu setzen: also Bilder und vor allem Videos. Ging früher im Blogpost ohne Bild online, so sollte heute mindestens ein Bild und ab und zu ein Video dabei sein. Visuelle Elemente erhöhen die Aufmerksamkeit beim User und dann wird der Text auch gelesen. Zudem wurde der Blog über Facebook, Twitter, Xing, Linkedin und YouTube sowie Pinterest beworben, um die Reichweite zu steigern.

Und was sie auch lernen musste ist die Personalisierung. Waren die Texte zunächst klassisch journalistisch geschrieben, wandelte sich die Sprache im Laufe der Zeit. Während es im klassischen Journalismus eine absolute Trennung der journalistischen Darstellungsformen gibt (zumindest in der Theorie), vermischt sich in meinem Blog die berichtende und kommentierende Form. Viele meiner Artikel enthalten heute eine klare Meinung von mir.

Diese Personalisierung spiegelt sich auch im Layout des Blogs wider. Hatte ich als Hauptbild früher ein nettes Foto von der GC aus Leipzig, wechselte ich es durch einen Porträtbild von mir aus. Und siehe da, die Zugriffszahlen und die Interaktion, sprich die Kommentare, stiegen. Wenn ich heute auf Veranstaltungen gehe, erkennen mich so manche Besucher. Das beste Beispiel war die re:publica dieses Jahr in Berlin. Als Journalist früher konnte ich unerkannt Veranstaltungen besuchen – das ist durch meinen Blog heute vorbei.

Viele Menschen wurden auf mich durch meinen Blog aufmerksam. Ich habe viele Kommentare, viel Feedback und viel Anregungen bekommen. Und ich habe auch so manche Freundschaft geschlossen, Dafür ganz, ganz herzlichen Dank. Aber ich habe auch richtig viel Ärger bekommen. So mancher Leser, so mancher Firma waren überhaupt nicht einverstanden mit meiner Meinung. Damit muss ich wohl auch leben.

Danke für die Treue und auf geht‘s zu den nächsten fünf Jahren. Die Welt ändert sich und ich will dabei sein.