Archive for the ‘Medien’ Category

Totgeglaubte leben länger: E-Mails sind noch da

5. September 2015

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Wie steht es um die E-Mail? Ich stelle bei meinen Seminaren fest, dass sich Kommunikation verlagert. Die analoge Generation ist nun im E-Mail-Zeitalter angekommen, während eine digitale Generation über soziale Netze kommuniziert: Instant Messaging via Whats App oder Nachrichten über Facebook und Twitter. Auch eine Steigerung von Threema stelle ich fest sowie in der Apple Welt der iMessage. Die E-Mail-Nutzung geht zurück, aber abschreiben darf man sie noch lange nicht. Für mich ist Mail das Zentrum meiner digitalen Kommunikation und vor allem im Geschäftsalltag hat E-Mail seinen festen Platz.
Das stellt auch Adobe in einer Studie fest: Totgesagte leben scheinbar wirklich länger: Selbst in Zeiten boomender Collaboration und umgreifender „Simplify your life“-Strategien verbringen die Deutschen nahezu 5 Stunden pro Tag damit, ihre E-Mails zu checken. Auf die Arbeitswoche gesehen sind das immerhin beachtliche 25 Stunden! Kein Wunder: Für knapp jeden fünften deutschen Büroarbeiter gilt die E-Mail auch heute noch als bevorzugter Kanal, um mit den Kollegen zu kommunizieren. Jetzt muss man klären, was Kommunikation ist. Ist es die eher formale Anfrage oder geschäftliche Kommunikation, da bevorzuge ich E-Mail. Ist es Klatsch und Tratsch oder der informelle Austausch, da nutze ich andere Dienste. Fest steht: E-Mail lebt: Und das wird in naher Zukunft wohl auch so bleiben, zumindest, wenn es ums Büro geht: Jeder Zweite ist zumindest fest davon überzeugt, dass seine E-Mail-Nutzung in den kommenden zwei Jahren weiter zunehmen wird. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Adobe-Studie, für die mehr als 400 deutsche Büroangestellte befragt wurden.
Die E-Mail begleitet die Deutschen durch ihren Tag – und das nicht nur am Arbeitsplatz. Es ist schon erstaunlich, wo die Befragten der Adobe-Studie überall ihre E-Mails checken: Rund jeder Zweite  durchforstet seinen Posteingang regelmäßig beim Fernsehen (46%) oder während des Urlaubs (43%), ein Drittel erledigt den Mail-Check am liebsten im Bett (33%). Aber auch im Badezimmer (19%) oder – die gefährliche Variante! – während des Autofahrens (13%) beschäftigen sich die Deutschen mit ihrer digitalen Post.
Für das Marketing ist die E-Mail somit nach wie vor ein relevanter Touchpoint, um potenzielle Interessenten zu erreichen. Und mehr noch: Für 68% der Befragten ist sie sogar der bevorzugte Weg, um von einer Brand kontaktiert zu werden!
Weitere Ergebnisse der Adobe-Studie im Überblick:

  • Mehr als ein Drittel der Deutschen verfügen über mehrere E-Mail-Accounts
  • 14% der Befragten glauben, dass sie ihre E-Mails zu häufig checken
  • 66% nutzen ihr Smartphone für den regelmäßigen E-Mail-Check
  • Endloses Scrollen (30%), ein mobil-unfreundliches Layout (21%) und lange Ladezeiten (19%) sind die größten Nerv-Faktoren beim E-Mail-Check auf dem Smartphone

Instagram im Querformat – muss das sein?

4. September 2015

Instragram, das Fotonetzwerk von Facebook, hat seit dem jüngsten Update ein neues Feature. Fotos können jetzt auch im Querformat gepostet werden. Keine Revolution wird man sagen. Aber ich finde, damit verliert Instagram seinen Charme. Ich fand es schon nicht richtig, dass das mobile Tool Instagram seit längeren via Website erreichbar ist.

Der Schieberegler auf der linken Seite macht aus dem Quadrat ein Querformat.

Der Schieberegler auf der linken Seite macht aus dem Quadrat ein Querformat.

Wenn jemand Instagram noch nicht kennt: Hier eine (ganz kurze) Erklärung. Es ist ein kostenloser Online-Dienst zum Teilen von Foto und Videos. Instagram gehört zum Zuckerberg-Imperium. Wer Instragam nutzen will, muss die kostenlose App für Android, iOS und Windows Phone laden. Der Reiz sind die zahlreichen Filter mit denen der User die Fotos und Videos verändern kann. Es erinnert alles an die Aufnahmen vergangener Zeiten. „In Anlehnung an die Kodak Instamatic und an Polaroid-Kameras haben mit Instagram gemachte Fotos und Videos eine quadratische Form“, so steht es bei Wikipedia zu lesen.
Mit dem Update kam die Änderung: Jetzt kann ich Fotos und Videos nicht nur als Quadrat veröffentlichen, sondern auch im Landscape-Modus, also im Querformat. Bisher geht es nur mit Fotos aus meiner Smartphone-Bibliothek. Dazu muss dann ein Schieberegler auf der linken Seite betätigt werden, dann wird das Foto oder Video im Querformat gepostet. Meiner Meinung nach, verliert Instagram dadurch ein wenig von seinem Retro-Charme.


Als Pressfotograf weiß ich natürlich, dass quadratische Fotos meist die langweiligsten Fotos sind. Spannung in Fotos kommt in der Regel durch den richtigen Anschnitt. Der Satz bei meiner Ausbildung als Bildberichterstatter bei der Tageszeitung lautete: „Einmal hoch, einmal quer, was will man mehr!“ Nun, für mich waren Instagram-Fotos wie Polaroid-Fotos und die hatten ihre eigenen Stil und etablierten sich sogar zur eigenen Kunstform.

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Ich denke hier beispielsweise an die Polaroids von Andy Warhol. Der Taschen-Verlag hat vor kurzem ein wunderbares Buch herausgegeben. Andy Warhol. Polaroids. In der Einführung des Buches gibt es ein treffendes Zitat von Warhol: „Ein Foto bedeutet, dass ich von jeder Minute weiß, wo ich war. Deshalb mache ich Fotos. Das ist eine Art visuelles Tagebuch.“ – Damit nimmt Andy Warhol die Instagram- und Selfie-Bewegung der heutigen Zeit vorweg. Wenn sich heutige Kritiker darüber aufregen, dass an allen Ecken und Enden Selfie geschossen werden und dies als neuen Trend bezeichnen, dann sollten sie mal beim alten Andy Warhol vorbeischauen, der diesen Trend schon vor etlichen Jahren seit den 60er Jahren etablierte. Dieses Buch, das in Zusammenarbeit mit der Andy-Warhol-Stiftung entstand, enthält Hunderte dieser Sofortbilder, von denen viele niemals zuvor ventlicht wurden. Porträts von Berühmtheiten wie Mick Jagger, Alfred Hitchcock, Jack Nicholson, Yves Saint Laurent, Pelé, Debbie Harry sind ebenso zu sehen wie Fotos seiner Entourage und seines High Life, Landschaftsfotos und Stillleben, die von Cabbage Patch Dolls bis zu den unverwechselbaren Suppendosen reichen. Klarer Kaufbefehl übrigens.

Vor kurzem durfte ich dem Online-Portal GMX ein Interview geben über die Macht der Kardashians in sozialen Netzwerken. TV- und Modestar Kim Kardashian nutzt Instgram und setzt sich (und ihre beiden schlagenden Argumente samt Hintern) für ihre Fans in Szene. „Mit gezielten Aktionen wird der Hype am Köcheln gehalten“, sagte ich meiner Interviewpartnerin Miriam Zöllisch. „Solche Influencer sind Meinungsführer in ihrem Gebiet, sei es Mode, Computer, Autos, Tourismus oder Medien. Sie werden auch als Social Hub bezeichnet, weil sie optimal vernetzt sind“, sagte ich weiter „Wenn diese Wortfühhrer ein Produkt oder eine Meinung pushen, dann finden sie in ihrer Community Gehör. Wie enorm die Reichweite ist, sehen wir an ein paar Promi-Accounts. Kim Kardashian, Paris Hilon, Miley Cyrus oder gerade Avril Lavigne, die ihre Scheidung via Instragram verkündete.
Mit diesen Auftritten machen die Stars und Sternchen die klassischen Promi-Fotografen arbeitslos. Früher war es ein Bild wert, welches Kleid welcher Star bei einer Party anhat. Heute postet der Star dieses Bild selbst und stellt es seinen Fans zur Verfügung und die Promi-Fotografen werden arbeitslos. Das ist auch das Verdienst von Instagram.

Im Moment habe ich das Gefühl, dass Instagram explodiert. Auch ich empfehle meinen Kunden dort Flagge zu zeigen und sich und ihre Marke zu etablieren. Durch die Verbindung zu Twitter und Facebook ist Instagram auch ein schönes Tool, um Content zu verbreiten. Auch das Plugin zu WordPress kann wunderbar genutzt werden. Durch das Querformat biedert sich Instagram den Massengeschmack an. Zuvor zog man mit Videos nach, nachdem Twitter mit Vine eine Videoplattform gestartet hat. Vine Videos sind sieben Sekunden, Instagram-Videos nun 15 Sekunden. So richtig innovativ ist das Ganze nicht.

Game of Thrones: Im Gedenken – ein Buch für die gefallenen Helden

30. August 2015
Klare Aussage.

Klare Aussage.

Was lässt sich nicht alles vermarkten? Ich dachte eigentlich, dass Lucasfilm und Disney Spitzenreiter der Vermarktung von Star Wars sind, aber die Rechteinhaber von Game of Thrones sind auch geschäftstüchtig. Neuester Geniestreich ist das Buch Game of Thrones: Im Gedenken– ein Buch für die gefallenen Helden.


In der Serie sterben die Guten wie die Fliegen. Das macht den Reiz dieser erfolgreichen Serie aus. Und es sterben Darsteller, deren Tod der Zuschauer nicht erwartet hat. Das ist der Schock.
Die Idee dahinter kommt von Alfred Hitchcock, der die Sache in Psycho ausprobiert hat. Er hatte als Star in Psycho die großartige Janet Leigh als Star. Als sich der berühmte Duschmord im ersten Drittel des Films ankündigte, dachte das damalige Publikum: Da wird nichts passieren, schließlich ist Janet Leigh der Star des Films. Und siehe da: Norman Bates schlug zu und killte den Star. Das Publikum war verunsichert und schockiert. Die gleiche Methode wendet Game of Thrones extrem erfolgreich und noch blutiger an.


Die Serie Game of Thrones ist ein Gassenhauer und zeigt für mich die neue Qualität von TV-Serien im Vergleich von lahmen Kinofortsetzungen. Serien ist das neue Kino. Game of Thrones basiert auf den Fantasy-Romanen Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin. Es ist leichte Kost. Während die deutsche Ausgabe relativ teuer ist, kommt die englische Buchausgabe als Schnäppchen daher. Hier kann man über die Personen nochmals nachlesen, wenn sie einem in der Serie zu schnell wegsterben. Das Ableben eines Charakters geschieht oftmals so schnell, dass man als Fan kaum Zeit hat, um seine Lieblinge zu trauern. Um die vielen Toten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat sich nun das Buch Im Gedenken ihrer angenommen.
Auf mehr als 50 Totentafeln gedenken die Autoren in dem aufwendig gestalteten Buch den Toten der Königslande von Westeros, wobei sie auf einer Doppelseite je ein Foto-Porträt der Figur mit einem ihr Dasein charakterisierenden Gedenksatz und einem Zitat aus ihrem Mund zusammenstellen. Die wichtigsten Dahingeschiedenen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) bis zum Ende der vierten Game of Thrones-Staffel finden sich in diesem Buch, auf dass sie den Fans auf ewig in Erinnerung bleiben mögen. Eröffnet wird der Todesreigen von Eddard „Ned“ Stark, der den gerne zitierten Satz „Der Winter naht“ prägte und das Opfer höfischer Intrigen wurde. Die letzte Totentafel des Buchs gilt Tywin Lennister, der durch die Hand seines Sohnes Tyrion gemeuchelt wurde. Ebenso wie die Prostituierte Shae (im Buch eine Seite vorher aufgeführt), die von der deutschen Schauspielerin Sibel Kekilli dargestellt wurde. Aber nicht nur den Menschen wird gedacht, sondern auch anderen Kreaturen und Tieren, wie den Schattenwölfen. Lady aus dem Hause Stark, zum Beispiel, die auf Befehl von Cersei Lennister getötet wurde, oder der Riese Mag.

5 Mal das gleiche Bild ist ideenlos.

5 Mal das gleiche Bild ist ideenlos.

Der Wiedergänger Beric Dondarrion findet sich gar fünf Mal in dem Buch wieder. Und gerade das geht mir auf den Geist. Fünfmal das gleiche Bild Band Game of Thrones: Im Gedenken ist ein Kleinod für eingefleischte Fans der Serie und liebevoll gestaltet.

Nach Einsatz von Ad Blocking brechen Werbe-Einnehmen weg

25. August 2015

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Ich arbeite an mehreren Rechnern parallel, weil ich über die Cloud auf meine Arbeitsdateien zugreifen kann. Und auf einem Rechner habe ich einen Ad Blocker installiert, weil es meiner Meinung nach so manche Websites übertrieben haben. Der redaktionelle Content geht unter vor lauter Popup-Banner und Werbeanzeigen. Ich bin kein kostenlos-Junkie, aber manches Mal ist es zuviel.
So wie ich auf einem Rechner denken wohl viele Internet-Surfer. Konsequenz: Werbegelder gehen flöten und Content-Lieferanten haben Schwierigkeiten.
Bei einer Recherche für einen Artikel bin ich auf die weltweite Untersuchung „The Cost of Ad Blocking“ von Adobe und PageFair gestoßen. Hier wird berichtet, dass im laufenden Jahr 2015 rund, 21,8 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen verloren gehen. Für das nächste Jahr malt die Studie ein noch düstereres Bild: So sollen die durch den Einsatz von Ad Blockern weltweit generierten Verluste an Werbeeinnahmen auf 41,4 Milliarden US-Dollar steigen. Die Prognose für 2016 wird unter anderem auf die Zunahme von Mobile Ad Blocking zurückgeführt: Aktuell liegt der Anteil von Ad Block Traffic mobiler Geräte bei nur 1,6 Prozent. Das neue iOS 9 von Apple mit integrierten Ad Blocking-Funktionen, das im Herbst veröffentlicht wird, könnte sich laut der Studie als Game Changer im Bereich Mobile Ad Blocking erweisen. Für die Untersuchung haben Adobe und PageFair drei Jahre lang über eine Milliarde monatlich geblockte Werbe-Anzeigen auf über 3.000 Kundenwebseiten untersucht.
Weitere zentrale Ergebnisse der Untersuchung von Adobe und PageFair.

  • Weltweit steigt die Zahl der Ad Blocking-Nutzer innerhalb eines Jahres von Q2 2014 bis Q2 2015 um 41 Prozent auf 198 Millionen Monthly Active Users (MAUs)
  • In Europa wächst die Zahl der Monthly Active Users von Ad Blocking um 35 Prozent auf 77 Millionen Nutzer
  • Deutschland verzeichnet im Jahresverlauf einen Anstieg von 17 Prozent der Ad Blocking-Nutzer auf 18 Millionen Monthly Active Users. Zum Vergleich: US 47 Millionen MAUs (+ 49 Prozent); UK 12 Millionen MAUs (+ 82 Prozent)
  • Weltweiter Anstieg von Ad Blocking je Browser innerhalb eines Jahres: Chrome 126 Millionen Monthly Active Users (+ 51 Prozent), Firefox 48 Millionen (+ 17 Prozent) und Safari 9 Millionen MAUs (+ 71 Prozent)

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Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft. Er hat erstmals eine zentrale Adblocker-Rate erhoben. Das Ergebnis: Auf durchschnittlich 21,49 Prozent der Page-Impressions wird Online-Werbung geblockt. Für den Bundesverband Digitale Wirtschaft steht fest: „Hier entsteht also ein erheblicher Schaden für die Digitale Wirtschaft, der in letzter Konsequenz das konsensuale Ziel eines freien Internets für alle gefährdet. Offensichtlich fehlt bei weiten Teilen der Nutzerschaft immer noch das Bewusstsein für die Bedeutung von Werbung für die Refinanzierung kostenfreier Angebote im Internet.“ Damit holt der Bundesverband Digitale Wirtschaft gleich wieder die Keule raus und sieht das Problem beim Konsumenten. Vielleicht sollten die Mitgliedsfirmen auch vor der eigenen Haustüre kehren, denn bei so manchen Websites ist der Werbemüll zu viel.

Die Konsequenz wird sein, dass Werbung weiter mit Redaktion vermischt wird und für den User noch schwerer zu unterscheiden ist. Es zeigt sich auch, dass das Empfehlungsmarketing im Netz noch wichtiger wird. Ich werde es mit meinen Kunden diskutieren, ob es sich lohnt klassische Anzeigen online zu schalten und ich bin auf die Ergebnisse gespannt.

Was suchen Android- und iPhone-Nutzer?

23. August 2015

Wer sucht was und mit welchem mobilen OS? Diese Frage ist für Mittelständler interessant sein, die eine Online-Strategie für ihren stationären Handel und ihr Lokal aufbauen wollen. Ich arbeite derzeit an einem Konzept für einen Mittelständler und da kamen mir die neuen Ergebnisse von Yelp gerade recht. Die Empfehlungsplattform Yelp hat das mobile Suchverhalten der Nutzer untersucht: In einem Zeitraum von sechs Monaten vom 01.12.2014 bis 01.06.2015 gaben Yelper auf der ganzen Welt insgesamt 815 Millionen Suchbegriffe über die Yelp-App auf ihrem iPhone oder Android-Smartphone ein. Yelp hilft seinen Nutzern dabei, lokale Geschäfte zu finden – von Restaurants, Bars und Clubs bis hin zu Tankstellen, Wellness-Oasen und Hundesalons. Die Ergebnisse der Datenanalyse zeigen auf große Unterschiede im Konsumverhalten zwischen Android- und iPhone-Nutzern.

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Die Top 3: „Restaurants“, „Bars“ und „Coffee“ sind die häufigsten Suchbegriffe auf Yelp – sowohl bei Android- als auch bei iPhone-Nutzern (Rang 1, 2 bzw. 3) – dicht gefolgt von dem Suchbegriff „Shopping“ (Rang 5 auf Android und Rang 18 auf iPhone).

Weinliebhaber: Die iPhone-Nutzer haben im Vergleich zu Android-Nutzern eine stärkere Vorliebe für Wein: Der Suchbegriff „wine“ liegt beim iPhone auf Platz 170 der meistgesuchten Begriffe weltweit – bei den Android-Nutzern hingegen nur auf Platz 514.

Partymäuse: Das Nachtleben („nightlife“) steht bei den Android-Nutzern viel weiter oben (Platz 11) als bei den iPhone-Nutzern (Platz 52) – insbesondere der Begriff „dance clubs“ (Android Platz 96, iPhone Platz 156). iPhone-Nutzer hingegen suchen häufiger nach dem Begriff „brunch“ sowie „Starbucks“ (Rang 14 bzw. Rang 15) als Android-Nutzer (Rang 26 bzw. Rang 30).

Sparfüchse: Große Unterschiede gibt es beim Thema Sparen: Android-Nutzer suchen stärker nach „deals“ (Platz 24) als iPhone-Nutzer (Platz 221). Deals sind Preisrabatte, die Geschäftsinhaber auf Yelp über ihr Profil anbieten können. Generell wird das Wort „cheap“ bei Android-Nutzern öfter als Suchbegriff verwendet als bei iPhone-Nutzern (Platz 1.367 bei Android und 2.272 beim iPhone). Die iPhone-Nutzer sind dafür mehr auf Luxus aus – der Suchbegriff „luxe“ ist bei den iPhone-Nutzern auf Platz 8.045, bei Android auf Platz 10.358.

Lieblingsgerichte: Das häufigste weltweit auf Yelp unter allen Suchbegriffen gesuchte Gericht ist „Pizza“ (Rang 5 bei Android- und Rang 6 bei iPhone-Nutzern), gefolgt von „Sushi“ (Rang 6 bei iPhones und Rang 7 bei Android). iPhone-Nutzer suchen außerdem häufiger nach „ice cream“ (Rang 31) als Android-Nutzer (Rang 50). Zudem essen iPhone-Nutzer mehr Bio: „whole foods“ (Vollwertkost) ist bei iPhone auf Platz 166, bei Android auf Platz 421.
„Durch die kontinuierliche Analyse der Suchaktivitäten auf Yelp möchten wir die Nutzererfahrung langfristig verbessern, so dass wir sie mit den besten lokalen Geschäften in Verbindung bringen können“, so Maximilian von Garnier, Coach für Geschäftsinhaber bei Yelp. „Zum ersten Mal haben wir die Unterschiede zwischen Android- und iPhone-Nutzern untersucht und die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich. Pizza ist weltweit das beliebteste Gericht, während Android-User ganz klar die Sparfüchse unter den Yelp-Nutzern sind.“ Viele Erkenntnisse sind vom Bauchgefühl bekannt, jetzt habe ich aber die offiziellen Zahlen.
Ich merke diese Sparfuchs-Mentalität bereits im Suchverhalten bei Apps. iOS-User kaufen einfach eine App. Wer aus der Apple-Tradition kommt, ist es gewohnt für Leistung Geld zu bezahlen. In meinem Seminaren höre ich immer wieder die Frage von Android-Usern, wo es die App umsonst gibt. Lieber verbringen die User eine Stunde Zeit mit der Suche nach einer kostenlosen Variante als die kostenpflichtige App zu erwerben.

Buchtipp: Der Lange Schatten von Tschernobyl von Gerd Ludwig

14. August 2015

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Die Diskussion um die Energiewende will ich mit dieser Buchkritik nicht befeuern, aber beim Lesen dieses Buches kam die Angst wieder hoch. Der Lange Schatten von Tschernobyl von Gerd Ludwig entsetzte mich. Es entsetzte mich nicht aufgrund der Texte, sondern vor allem aufgrund der grauenhaften, eindringlichen Fotos. Dieses Buch beschreibt mit Fotografien das Reaktor-Unglück von Tschernobyl und die Folgen. Ach was, warum schreibe ich Unglück? Es war eine Katastrophe ungeheueren Ausmaßes.


Als Jugendlicher war ich mit Kumpels damals draußen beim Spielen als der große Regen fiel. Abends im Fernsehen erfuhr ich dann, dass dieser Regen nicht gesund war, der nukleare Fallout kam mit dem Regen auf die bundesdeutsche Erde und traf mich voll. Hier verlor ich den Glauben an so manche Institution. Stimmt denn alles, was die da oben immer sagen „es bestand zu keiner Zeit …“


Diese Gefühle kamen mir wieder hoch, als ich das Buch des National Geographic-Fotografen Gerd Ludwig las. Ludwig hatte in den vergangenen 20 Jahren den Ort Tschernobyl neun Mal besucht und eindringliches Fotomaterial geschossen. In seinem Buch hat er es zusammengestellt und aufbereitet.
Es sind Fotos des Erinnern, es sind Fotos der großen Gefühle. Die Szenen, die Ludwig vor die Linse bekommt, sind großer Fotojournalismus. Hier beherrscht einer sein Handwerk und hier ist einer am richtigen Ort. Er geht für seine Fotos über die Grenze hinaus und setzt seine eigene Gesundheit aufs Spiel. Er zeigt uns Bilder vom Inneren des Reaktor #4, solche Bilder habe ich noch nie zuvor gesehen.
Es ist für mich das Buch, das mein Auslöser für Lost Places-Bücher war. Verlassene Orte – schnell wurde die Umgebung von Tschernobyl von den sowjetischen Behörden geräumt. Die Leute sollten nur ein paar Tage von ihrer Heimat wegbleiben, doch es wurden Jahre. Die Kommunisten haben wieder einmal gelogen. Gerd Ludwig fotografiere die verlassenen Wohnungen, Arbeitsplätze und Schulen. Die Menschen flohen eilig und ließen ihr Leben zurück. Unter Staub und der Natur ausgesetzt blieb die Vergangenheit der Menschen in Tschernobyl zurück. Mein Interesse für diese Form der Fotografie wurde durch dieses Buch geweckt.


Aber im Grunde handelt das Buch von Menschen, den Menschen von Tschernobyl. Gerd Ludwig zeigt uns schonungslos die Opfer, die verstrahlten Menschen, die Missbildungen des Atomzeitalters. Und er zeigt vor allem die Kinder, deren Mütter in Tschernobyl verstrahlt wurden. Das ist schrecklich, wenn man die Opfer betrachtet.
Interessant und lesenswert ist das Vorwort von Michail Gorbatschow. Er erinnert sich an das Unglück und sieht darin den Anfang vom Ende der UdSSR. Also klarer Buchtipp für Der Lange Schatten von Tschernoby.
Eine Notiz am Rande: Tausende Autos, Fahrzeuge, Hubschrauber und Panzer wurden bei der Atomkatastrophe verseucht. Sie wurden gesammelt und warten seitdem auf ihre fachgerechte Entsorgung. Inzwischen hatte die Mafia aber die Autos ausgeschlachtet und die radioaktiv verseuchten Ersatzteile verkauft. So wurde der Tod von Tschernobyl in andere Gegenden weiterverkauft.

Die Top 3 Ausreden der Daten-Verweigerer

3. August 2015
Es gibt bei der Digitalisierung noch viel zu tun.

Es gibt bei der Digitalisierung noch viel zu tun.

Der Spruch vom alten Henry Ford ist ja bekannt. „Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfenes Geld. Ich weiß aber leider nicht, welche Hälfte das ist.“ Beim Marketing im Mittelstand kann man den Ford-Spruch genauso anwenden – und das mache ich gerne in meinem Seminaren. Und ich habe oftmals digitale Verweigerer vor mir sitzen, die es zu überzeugen gilt. Die Verweigerung reicht vom Zugang zum Internet, über Einstieg in soziale Netzwerke bis hin zur Analyse von digitalen Daten.
Die letzte Gruppe hatte gerade Adobe auf dem Schirm. Adobe hat hier drei Top Ausreden der Daten-Verweigerer gesammelt, die ich gerne weitergeben kann. Sie stimmen einfach. In der Praxis habe ich solche Aussprüche gehört – da sind wir noch weit entfernt von der Digitalisierung des Mittelstandes.
Knapp jeder zweite Marketingverantwortliche in Deutschland (42 Prozent) vertraut dem aktuellen „Adobe Digital Roadblock Report 2015“ zufolge noch immer allein auf sein Bauchgefühl, wenn wichtige Entscheidungen für die Marketing-Strategie anstehen. Nur etwas mehr als jeder Dritte (37 Prozent) setzt bereits auf die validen Erkenntnisse einer Daten-Analyse. Woran liegt´s?

Ausrede #1: „Niemand weiß, wie es geht“
Fehlende Analyse-Erfahrungen führen häufig dazu, dass sich in den Unternehmen erst gar nicht an die datenbasierte Kampagnenoptimierung herangetraut wird. Laut „Adobe Roadblock Report 2015“ fehlt es 21 Prozent der deutschen Marketingentscheider an entsprechenden Weiterbildungsangeboten in neuen Marketing-Skills. Tatsächlich aber brauchen sie die gar nicht, um mit der Optimierung durchzustarten: Moderne Analyse-Tools sind inzwischen extrem einfach zu bedienen und verlangen keinerlei Vorerfahrungen. Mit nur wenigen Klicks gewinnen damit selbst Analyse-Rookies sehr schnell wertvolle Erkenntnisse, wie sie den Erfolg ihrer Maßnahmen optimieren können.

Ausrede #2: „Unser Unternehmen ist dafür nicht richtig aufgestellt“
Als nicht minder große Hürde, die den Marketer in seinen Optimierungsbemühungen blockiert, werden dem „Adobe Roadblock Report 2015“ zufolge auch die unzureichenden Strukturen im eigenen Unternehmen (14 Prozent) angesehen. Und damit haben sie nicht ganz unrecht: Übergreifende Teamstrukturen und ganzheitliche Prozesse sind zweifelsohne wichtige Voraussetzungen, um die Potenziale der datenbasierten Kampagnenoptimierung bestmöglich auszuschöpfen. Doch davon muss so manch CEO erst noch überzeugt werden. Am besten mit konkreten Ergebnissen kleinerer Optimierungsmaßnahmen, die ohne strukturelle Veränderungen durchgeführt werden können. Statt zu resignieren, gilt es, aktiv zu werden und die Optimierung selbst in die Hand zu nehmen. Stimmen die Ergebnisse, wird über kurz oder lang auch die Unternehmensführung mitziehen!

Ausrede #3: „Mein Bauchgefühl hat mich noch nie getäuscht“
Zugegeben: Manchmal sind es auch das richtige Bauchgefühl und die langjährigen Erfahrungen eines Marketingverantwortlichen, die Kampagnen zum Erfolg führen. Über die volle Strecke einer Kampagne aber wäre es geradezu fahrlässig, sich allein auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Dafür ist das Marketing zu schnell und heterogen geworden. Allein die Customer Journey hat dramatisch an Dynamik gewonnen, lineare Prozesse gehören der Vergangenheit an. Marketingverantwortliche stehen heute vor einer wahren Touchpoint-Odyssee der meist mobilen Kunden, die dringend eine ganzheitliche Betrachtung erfordert. Damit ist selbst der beste Bauch irgendwann überfordert!

Entwicklungen am eBook-Markt

31. Juli 2015

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Es tut sich viel in Sachen eBooks. Nachdem Weltbild seine Filialen jetzt endgültig schließt und damit die Vertriebsmöglichkeiten von Tolinos eingeschränkt ist, drängt Amazon in die Lücke. Mit einer massiven Werbeaktion an Bahnhöfen und in ICEs versucht der Online-Versender seinen Kindle zu pushen. Die Werbung ist im zurückhaltenden Schwarzweiß gehalten und zeigt Menschen beim Lesen, freilich mit Kindle. Dazu gibt es gute Sprüche wie „Wenn ein Buch ein guter Reisegefährte ist, dann begib dich auf die schönste Gruppenreise der Welt.“ Hier spricht Amazon übrigens das Social Reading ein, denn Kindle ist ja ein Online-Device. Social Reading bedeutet: Ich markiere eine Textstelle in einem Fachbuch und gebe diese Markierung für andere frei. Das macht die Crowd ebenso. So kann ich Fachbücher deutlich schneller lesen.


Ein anderer Spruch ist: „Les nach, wie andere die Welt sehen und dann sieh nach, ob sie recht haben.“ oder „Mit guten Büchern reist man niemals allein.“ Wie es der Zufall will, wurden neue, verbesserte Kindles von Amazon präsentiert und wer bis 2. August sein Device bestellt, der bekommt sein Gerät für rund 20 Euro billiger. Also zuschlagen, wer überlegt einen Kindle, Kindle Paperwhite oder den Highend Kindle Voyage für den Urlaub zu kaufen.


Wer seine Kindle-Bücher auf deinem Smartphone oder Tablet lesen will, für den hat Amazon seit dem jüngsten Softwareupdate mit Version 4.9 die Schrift geändert. Bei der neuen Version wurde die Textdarstellung optimiert. Gleichmäßigere Wortabstände und verbesserte Zeichensetzung helfen beim Lesen. Größte Neuerung: Mit „Bookerly“ führt Amazon eine exklusiv für den Kindle entwickelte Schrift ein. Ich hab es ausprobiert und die Schrift ist wirklich besser lesbar.

ePublishingmarkt in Deutschland, Grafik: Statista

ePublishingmarkt in Deutschland, Grafik: Statista

Nach Angaben von Statista wird die Zahl der deutschen eBook-Käufer in 2015 auf sieben Millionen steigen. Das Portal schätzt, dass es bis 2020 knapp über neun Millionen sein werden. Dafür will ich nicht die Hand ins Feuer legen. Insgesamt soll die digitale Leserschaft in den nächsten fünf Jahren auf 12,9 Millionen zahlende Kunden steigen. Davon entfällt das Gros auf eBooks. Digitale Ausgaben von Verbraucher- und Wirtschaftszeitschriften (eMagazin) sowie täglich und wöchentlich erscheinende Digitalausgaben von Zeitungen (ePaper) werden der Statista-Prognose zufolge auch 2020 noch ein Nischendasein fristen. Vor allem für die digitalen Tageszeitungen sehe ich schwarz. Wir hatten als Familie neulich die Digitalausgabe der örtlichen Tageszeitung probiert, die wir am iPad lesen wollten. Meine Kinder waren neugierig und legten dann enttäuscht das iPad zur Seite. „Da wird ja nichts aktualisiert, Papa. Das sind ja die Nachrichten von gestern und warum gibt es keine Filme wie bei Harry Potters Tagesprophet?“ (The Daily Prophet). Gute Frage.

Buchtipp: Push Start – The Art Of Video Games von Stephan Günzel

30. Juli 2015

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Können Pixel Kunst sein? Diese Frage bewegt mich nach der Lektüre des Buches Push Start – The Art Of Video Games. Über 600 Videospiele aus den vergangenen Jahren auf 380 Seiten sind hier großformatig abgebildet – von den Anfängen der Telespiele bis zu den Videogames der Gegenwart. Beim Durchblättern dieses Bilderbuches für Gamenerds kommen Erinnerungen an längst vergessene Freuden hoch. Die Faszination, der ich erlegen bin, wenn ich eine Spielecartridge damals in mein Atari 2600 geschoben habe. Es hat ein paar Sekunden gedauert und ich war von der Pixelwelt gefangen. Die gleiche Faszination stellte sich später bei mir beim Volkscomputer Commodore C64 ein als ich die Datasette fütterte. Ich beschwor meine Eltern mir den C64 zu kaufen, wegen der Schule und so. Nun ja, ich habe ein paar Mal Hausaufgaben gemacht, Basic programmiert, Assembler gelernt, aber die meiste Zeit habe ich gespielt, gezockt, geballert. In dem Buch Push Start – The Art Of Video Games entdeckte ich die Spiele meines Teenager-Zeitalters wieder. Minutenlang starrte ich Screenshots in diesem Prachtband an und versank in meiner digitalen Vergangenheit.


Viele der Pixel wurden zu Ikonen der Populärkultur: Pac Man, Mario, Zelda, Donkey Kong, Space Invaders – wie stark diese Marken sind, zeigt sich in dem Klamauk-Spielfilm Pixels, der dieser Tage im Kino läuft. Sind damit Videospiele automatisch Kunst, wie der Buchtitel suggeriert? Nein, nicht alle, aber viele. So wie nicht jeder Film ein Kunstwerk ist, so wie nicht jedes Gemälde ein Kunstwerk ist, so wie nicht jedes Musikstück ein Kunstwerk ist, so ist auch nicht jedes Videospiel ein Kunstwerk. Viele sind es aber dennoch geworden. Kunst im Videospielbereich kann der Entwickler nicht schaffen, sondern Kunst wird durch und mit den Gamer geschaffen. Durch die Identfikation mit dem Spiel werden die digitalen Pixels zum Kunstwerk. Die Spielidee schafft im Kopf eigene Welten. Und dabei meine ich nicht nur das Gamedesign. Es gibt, gerade im Bereich der Next Gen-Konsolen, viele Spiele, die fantastisch aussehen, aber noch lange keine Kunst sind. Diese Kunst muss sich durch Interaktion Game – Gamer entwicklen, sich langsam formen.


Das Buch gibt uns Fans und Kunstinteressierten einen emotionalen Streifzug in unsere eigene Vergangenheit und Gegenwart. Und dazu gibt es fetten Sound. Einige der Gametracks gibt es auf einer neongelben 10-inch Vinyl-Schallplatte sowie als MP3-Downloadcode – remixed by Big Twice. Die Musik ist so gut, sie läuft sogar bei uns im Auto.

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Der Autor dieses großzügigen Pixelstreifzuges ist Stephan Günzel. Er ist Professor für Medientheorie an der Berliner Technischen Kunsthochschule. Zuvor lehre er an der Humboldt-Universität Berlin sowie an den Universitäten Jena, Klagenfurt und Trier. Von 2008 bis 2010 war er Koordinator des Zentrums für Computerspielforschung (DIGAREC) und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam. Damit will ich sagen: dieser Mann befasst sich wissenschaftlich mit dem Thema Games und ist mit Sicherheit ein begeisterter Gamer. Dies sieht man diesem Buch an. Er selbst setzt sich mit der Frage nach dem Kunstbegriff in mehreren Aufsätzen in dem Buch Push Start – The Art Of Video Games auseinander – sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Also für mich eine klar Kaufempfehlung dieses Coffee Table-Books.

Trotz Digitalisierung: Deutsche Schüler haben schwache PC-Kenntnisse

29. Juli 2015
Textverarbeitung in alten Zeiten.

Textverarbeitung in alten Zeiten.

In Bayern stehen die Sommerferien vor der Tür. Als Referent für Medienkompetenz durfte ich im Schuljahr 2014/15 viel mit Schülern in Bayern und in Deutschland unternehmen. Ich sprach viel zum Thema Umgang mit Medien und halte das Thema weiterhin für wichtig. Ich durfte viel mit Schülern auf Seminaren arbeiten, unter anderem auch mit zahlreichen hoch motivierten Schülerzeitungsredakteuren – trotz G8.
Bei meinen Schulungen stellte ich fest: Der Umgang mit dem Smartphone und Tablet ist bei den Schülern kein Problem. Beim Umgang mit klassischen Office-Anwendungen oder Cloud-Diensten klaffen aber manches Mal gewaltige Lücken. Diese subjektiven Erfahrung wurde mir jetzt von der Initiative D21 bestätigt.

MS Office ist schon über 25 Jahre alt und dennoch haben manche Schwierigkeiten.

MS Office ist schon über 25 Jahre alt und dennoch haben manche Schwierigkeiten.

Schüler gehören zu den Digital Natives und sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt damit offener gegenüber neuen Technologien und digitalen Innovationen. Sie verbringen rund vier Stunden täglich online. Zudem nutzen sie aktiv verschiedene mobile Endgeräte. 93 Prozent der Schüler ab 14 Jahren besitzen ein Smartphone, so die Initiative D21.
So selbstverständlich die tägliche Nutzung digitaler Endgeräte ist – Schüler in Deutschland liegen im Umgang mit Office-Programmen aber nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. 82 Prozent geben an, Texte in einem Textprogramm schreiben zu können (vgl. Bevölkerung gesamt 80 Prozent). 59 Prozent geben an, Berechnungen in Tabellenprogrammen durchführen zu können (vgl. Bevölkerung gesamt 57 Prozent).
Diese Zahlen sind beunruhigend, denn Anwendungskenntnisse in Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen wie Word oder Excel sind für die meisten Berufe unerlässlich geworden. Dabei geht es mir persönlich nicht darum, ob jemand mit Microsoft Word oder Microsoft Excel umgehen kann oder vielleicht mit Apple Pages oder Apple Numbers oder Libre Office – es geht mir um den Umgang mit Office-Software allgemein. Diese Digitalkompetenzen sind nicht überall zu finden und auch das gehört zur Medienkompetenz.
Jetzt bin ich kein Referent für Excel, aber selbst bei Präsentationssoftware wie PowerPoint, Keynote oder Prezi bestehen große Lücken. Bei meinen Seminaren zur visueller Präsentation stellte sich heraus, dass die Teilnehmer sehr schnell kapierten, wie wichtig visuelles Präsentieren ist. Beispiele dafür gibt es viele – kein Tod durch PowerPoint. Beim Erstellen einer Masterfolie scheiterten allerdings einige – das darf nicht sein. Diese Digitalkompetenzen gehören zur Schule, Studium und Beruf einfach dazu. Also werde ich in meinem Schulungsschuljahr 2015/16 einen Schwerpunkt darauf legen.

Wer ihn kennt, hat ihn gehasst. Und dennoch gehörte Karl Klammer zum Office-Umgang.

Wer ihn kennt, hat ihn gehasst. Und dennoch gehörte Karl Klammer zum Office-Umgang.