Nach Einsatz von Ad Blocking brechen Werbe-Einnehmen weg

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Ich arbeite an mehreren Rechnern parallel, weil ich über die Cloud auf meine Arbeitsdateien zugreifen kann. Und auf einem Rechner habe ich einen Ad Blocker installiert, weil es meiner Meinung nach so manche Websites übertrieben haben. Der redaktionelle Content geht unter vor lauter Popup-Banner und Werbeanzeigen. Ich bin kein kostenlos-Junkie, aber manches Mal ist es zuviel.
So wie ich auf einem Rechner denken wohl viele Internet-Surfer. Konsequenz: Werbegelder gehen flöten und Content-Lieferanten haben Schwierigkeiten.
Bei einer Recherche für einen Artikel bin ich auf die weltweite Untersuchung „The Cost of Ad Blocking“ von Adobe und PageFair gestoßen. Hier wird berichtet, dass im laufenden Jahr 2015 rund, 21,8 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen verloren gehen. Für das nächste Jahr malt die Studie ein noch düstereres Bild: So sollen die durch den Einsatz von Ad Blockern weltweit generierten Verluste an Werbeeinnahmen auf 41,4 Milliarden US-Dollar steigen. Die Prognose für 2016 wird unter anderem auf die Zunahme von Mobile Ad Blocking zurückgeführt: Aktuell liegt der Anteil von Ad Block Traffic mobiler Geräte bei nur 1,6 Prozent. Das neue iOS 9 von Apple mit integrierten Ad Blocking-Funktionen, das im Herbst veröffentlicht wird, könnte sich laut der Studie als Game Changer im Bereich Mobile Ad Blocking erweisen. Für die Untersuchung haben Adobe und PageFair drei Jahre lang über eine Milliarde monatlich geblockte Werbe-Anzeigen auf über 3.000 Kundenwebseiten untersucht.
Weitere zentrale Ergebnisse der Untersuchung von Adobe und PageFair.

  • Weltweit steigt die Zahl der Ad Blocking-Nutzer innerhalb eines Jahres von Q2 2014 bis Q2 2015 um 41 Prozent auf 198 Millionen Monthly Active Users (MAUs)
  • In Europa wächst die Zahl der Monthly Active Users von Ad Blocking um 35 Prozent auf 77 Millionen Nutzer
  • Deutschland verzeichnet im Jahresverlauf einen Anstieg von 17 Prozent der Ad Blocking-Nutzer auf 18 Millionen Monthly Active Users. Zum Vergleich: US 47 Millionen MAUs (+ 49 Prozent); UK 12 Millionen MAUs (+ 82 Prozent)
  • Weltweiter Anstieg von Ad Blocking je Browser innerhalb eines Jahres: Chrome 126 Millionen Monthly Active Users (+ 51 Prozent), Firefox 48 Millionen (+ 17 Prozent) und Safari 9 Millionen MAUs (+ 71 Prozent)

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Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft. Er hat erstmals eine zentrale Adblocker-Rate erhoben. Das Ergebnis: Auf durchschnittlich 21,49 Prozent der Page-Impressions wird Online-Werbung geblockt. Für den Bundesverband Digitale Wirtschaft steht fest: „Hier entsteht also ein erheblicher Schaden für die Digitale Wirtschaft, der in letzter Konsequenz das konsensuale Ziel eines freien Internets für alle gefährdet. Offensichtlich fehlt bei weiten Teilen der Nutzerschaft immer noch das Bewusstsein für die Bedeutung von Werbung für die Refinanzierung kostenfreier Angebote im Internet.“ Damit holt der Bundesverband Digitale Wirtschaft gleich wieder die Keule raus und sieht das Problem beim Konsumenten. Vielleicht sollten die Mitgliedsfirmen auch vor der eigenen Haustüre kehren, denn bei so manchen Websites ist der Werbemüll zu viel.

Die Konsequenz wird sein, dass Werbung weiter mit Redaktion vermischt wird und für den User noch schwerer zu unterscheiden ist. Es zeigt sich auch, dass das Empfehlungsmarketing im Netz noch wichtiger wird. Ich werde es mit meinen Kunden diskutieren, ob es sich lohnt klassische Anzeigen online zu schalten und ich bin auf die Ergebnisse gespannt.

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Eine Antwort to “Nach Einsatz von Ad Blocking brechen Werbe-Einnehmen weg”

  1. Mark Says:

    Auch ich setze AdBlocker ein, aus Notwehr. Wie Du schreibst, es haben viele Seiten deutlich übertrieben. Wenn sich drei Pop-Ups aufmachen und ich zwei Overlays wegklicken muss, um dann links und rechts vom Content und dazwischen immer noch 60% meines Bildschirms mit Werbung gefüllt ist, ist die ganze Seite nichts mehr wert und wird gemieden – oder eben ein AdBlocker installiert.

    Noch drastischer ist es beim mobilen Content. In Zeiten, in denen immer noch Volumentarife den Alltag bestimmen, ist die Werbung nicht nur nervig, sondern verursacht mir durch den dafür verbrauchten Traffic auch noch Kosten. Ich freue mich auf den AdBlocker in iOS 9. Bis dato benutze ich am iPhone für die aggressivsten Seiten noch einen speziellen Browser.

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