Archive for the ‘Film’ Category

Leiji Matsumoto – der Schöpfer von Captain Harlock ist tot – wer kann die Welt noch retten?

21. Februar 2023

Manga- und Anime-Fans hielten inne als sie gestern vom Tod via Leiji Matsumoto erfuhren. Mir ging es auch so, als mir Twitter die Nachricht brachte. Im Alter von 85 Jahren ist dieser wichtige Künstler verstorben, der Wegbereiter der japanischen Kunst in der Welt war. Seine Tochter Makiko schrieb, der Vater sei „zum Meer der Sterne aufgebrochen“ – sehr schön, sehr passend.

Mir persönlich hatte es sein Captain Harlock angetan, eine Art Weltraumpirat. Eine kleine Gruppe um den legendären Captain Harlock, setzt alles daran die Menschheit zu retten. Mit ihrem Weltraumkreuzer, der Arcadia operieren sie im All zum Wohle der gefährdeten Menschheit. Harlock war wie Captain Future, nur nicht so strahlend.

Lange schaute ich die Serie von Captain Harlock und ertrug in der deutschen Fassung sogar den Titelsong von Nicole, der nicht mehr aus dem Ohr ging: „Captain Harlock, Helfer aus dem All, Captain Harlock hilf uns noch einmal.“ Nachdem ich Nicole nicht mehr hören wollte, kaufte ich mir die sinfonische Fassung der Filmmusik aus Japan auf CD. Ich spielte mal mit dem Gedanken, eine Figur des Captain auf der Animagic in Mannheim oder der Animuc in Fürstenfeldbruck zu kaufen, konnte mich bislang nicht durchringen.

Ich hatte vier Teile der Serie auf Lasedisc und später einen Film auf Bluray. Bei YouTube gibt es eine fünf-Stunden-Fassung.
Weil ich eben bei Musik war. Erinnern wir uns an die französischen Electronic-Rocker Daft Punk. Im Jahr 2000 koppelten sie aus ihrem zweiten Album die Single One More Time aus. Das Video dazu schuf Leiji Matsumoto. Damit wurde er Musikfreunden bekannt.

Zum Gedenken schau ich mir am Aschermittwoch seine Serie Star Blazers 2202 – Space Battleship Yamato auf Amazon Prime an und denke an den wegweisenden Künstler Leiji Matsumoto.

Nachlese: Suspense-Thriller Die Vögel von Alfred Hitchcock als Matinee

17. Februar 2023

Mit einer neuen Reihe von Filmbesprechungen als Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck verbinde ich zwei Leidenschaften: Kino und Vorträge – beides macht mir unheimlich Spaß und der Geschäftsführer des Scala Fürstenfeldbruck Markus Schmölz stimmte einer monatlichen Matinee-Reihe zu. Ziel ist es, die Kino-Community zu stärken.

Als ersten Film präsentierte ich einen Klassiker von 1963, der 60 Jahre alt wird: Alfred Hitchcocks „Die Vögel“. Ich verehrte Hitchcock und so war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich ihn für die Premiere wählte. Zuvor hatten wir im Scala Testballons mit zwei Veranstaltungen zu Nosferatu (1922) und Dracula„Die Vögel“ (1963) ist ein wegweisender Film im Horror- und Suspense-Genre, bekannt für seine bahnbrechenden Spezialeffekte, ikonische Kameraarbeit und subversive Erzählweise. Der Film hat sich als kultureller Meilenstein etabliert und fasziniert bis heute Zuschauer und Filmemacher gleichermaßen. In einer Analyse untersuche ich die Bedeutung des Films im Kontext seiner Entstehungszeit sowie seine Relevanz für die heutige Populärkultur. Zudem werde ich ein ausführliches kostenloses Online-Seminar zu die Vögel durchführen. Wer dabei sein will, darf gerne meinen Newsletter abonnieren. Hier meine Präsentation im Scala als Aufzeichnung: (1958) gestartet, die beide perfekt liefen. Nun also Hitchcock.

Die Handlung von „Die Vögel“ folgt der jungen Melanie Daniels (gespielt von Tippi Hedren), die in die Küstenstadt Bodega Bay reist, um einem Mann namens Mitch Brenner (gespielt von Rod Taylor) ein paar Liebesvögel zu bringen. Doch schon bald beginnen sich die Vögel in der Stadt merkwürdig zu verhalten und attackieren die Bewohner auf brutale Weise. Während die Menschen versuchen, sich gegen die Vogelattacken zu verteidigen, bleibt unklar, warum die Vögel plötzlich so aggressiv geworden sind und ob es eine Möglichkeit gibt, die Katastrophe abzuwenden.

Vögel als Monster
Eines der auffälligsten Merkmale von „Die Vögel“ ist die Art und Weise, wie er das Genre des Horrorfilms subvertiert. Im Gegensatz zu klassischen Horrorfilmen wie „Dracula“ oder „Frankenstein“ gibt es in „Die Vögel“ kein offensichtliches Monster oder Bösewicht. Stattdessen sind es die Vögel selbst, die zu einer Bedrohung werden, ohne dass es eine offensichtliche Erklärung gibt. Der Film verzichtet bewusst auf Erklärungen oder Hintergrundgeschichten und konzentriert sich stattdessen auf die Erfahrung der Charaktere in der unheimlichen und bedrohlichen Umgebung. Dadurch schafft „Die Vögel“ eine Atmosphäre der Unsicherheit und des Unbehagens, die auch nach 60 Jahren noch funktioniert.

Bahnbrechende Spezialeffekte
Ein weiterer Grund, warum „Die Vögel“ so erfolgreich ist, sind die bahnbrechenden Spezialeffekte. Hitchcock und sein Team von Spezialisten haben eine Vielzahl von Techniken eingesetzt, um die Vögel realistisch darzustellen und ihre Angriffe auf die Menschen so überzeugend wie möglich zu machen. Dazu gehören animatronische Vögel, Puppen, matte paintings, optische Effekte und sogar echte Vögel, die in der Nachbearbeitung vervielfältigt wurden. Der Einsatz dieser Techniken hat dazu beigetragen, dass „Die Vögel“ auch heute noch als visuelles Meisterwerk angesehen wird.
Darüber hinaus kann „Die Vögel“ auch als Kommentar auf die sozialen und politischen Umbrüche der 1960er Jahre verstanden werden. Der Film wurde in einer Zeit gedreht, als die Gesellschaft in den USA mit Protesten, Gewalt und Rassentrennung konfrontiert war. Es gibt mehrere Hinweise im Film, die auf diese Themen Bezug nehmen.

Filmriss online
Die Matinee nahm ich auch zum Anlass den monatlichen Videopodcast Filmriss online zu präsentieren, den Markus Schmölz und ich konzipiert haben. Hier ist die erste Folge.

Exorzist als nächste Matinee
Die nächste Matinee wird am Sonntag, 12. März um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck stattfinden. Dieses Mal geht es um einen der schockierendsten Horrorfilm aller Zeiten, der seinen 50. Geburtstag feiert: Der Exorzist von 1973. Noch ist der Kartenvorverkauf noch nicht gestartet, aber ich informiere in meinem Newsletter dann darüber.

Neues Projekt für Kinofans: Videopodcast Filmriss online

10. Februar 2023

Hurra ich freu mich – ein neues Projekt von mir ist online gegangen: Es nennt sich Filmriss online und ist ein monatlicher Videopodcast rund um die Welt des Kinos aus meinem Lieblingskino in Fürstenfeldbruck: dem Scala Kino

Gemeinsam mit Markus Schmölz, dem Geschftsführer des Scala, entwickelte ich die Idee, eine Community rund um das Kino allgemeine und dem Scala im besonderen aufzubauen für alle, die wie wir die Filme und das Kino lieben. Für uns ist Kino mehr als nur Filme schauen.

Nach ein bisschen Brainstorming und vielen Ideen haben wir uns an das Motto von Steve Jobs “Real artists ship” erinnert. Und wir haben angefangen zu drehen, zu schneiden, zu rendern und einfach zu machen. 10 GByte in 4 K sind online gegangen. Ich bin mir sicher, dieser Videopodcast wird sein Publikum finden.

Die erste Folge von Filmriss online dreht sich u.a. um die Filme Ein Mann names Otto, Sonne und Beton und Magic Mike – Last Dance, von dem ich nicht wusste, dass es der dritte Teil einer Reihe ist. Dann blicken wir auf Community-Maßnahmen des Scala-Kinos, die auf der Website gebündelt werden. Auch der Film Die Seele des Waldes von Naturfilmer Stefan Erdmann ist ein Community-Baustein. Markus berichtet von der Filmwoche München und erzählt ein paar Internas. Ich gebe einen Soundtrack-Tipp und stelle (m)eine Matinee vor, bei der ich Hitchcocks die Vögel präsentiere – auch diese regelmäßigen Matinee-Vorstellungen sind Teil von Community-Maßnahmen.

Im Moment verdienen wir mit Filmriss online keinen müden Cent, sondern machen es aus Idealismus. Auch die YouTube-Monitarisierung ist bei diesen Videos auf der Playlist Filmriss online auf meinem Kanal deaktiviert. Allerdings: Wenn sich das Format etabliert, freuen wir uns auf lokale Anzeigenkunden. Entsprechende Angebotslisten habe ich schon vorbereitet, bitte Kontakt aufnehmen.

Die Dreh- und Schnittarbeiten für die März-Ausgabe sind schon geplant. Also gehen wir beherzt weiter voran und hoffen auf viele Kinofans.

Matinee Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ am Sonntag, 12. Februar im Scala

8. Februar 2023

Ich freue mich, dass ich am Sonntag, 12. Februar in einer Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck einen Vortrag zu Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ sprechen darf. Die Veranstaltung beginnt um 10:45 Uhr – ich erläuterte die Bedeutung des Films und zeige dann den Klassiker von 1963. Karten gibt es hier.

Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ hat sowohl im Kontext des Kinos als auch in der Populärkultur eine große Bedeutung. Der Film gilt als Meisterwerk des Suspense-Genres und zeigt Hitchcocks unverwechselbaren Stil und seine Fähigkeit, Spannung aufzubauen und die Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Hier ein kleiner Trailer, den ich speziell für dieses Event geschnitten habe.

Mit dem Film wurde ein Subgenre des Horrorfilms etabliert: Der Öko- oder Tierhorror. Er kam am 28. März 1963 in die US-amerikanischen, am 20. September 1963 in die deutschen Kinos und feiert seinen 60. Geburtstag. Der Film markiert nach Der unsichtbare Dritte (1959) und Psycho (1960) einen weiteren Höhepunkt in Hitchcocks Spätwerk.

Die Vögel handelt von einer Gruppe von Vögeln, die plötzlich und unerklärlich auf die Bewohner einer kalifornischen Stadt angreifen. Der Film nutzt die Symbolik der Vögel als Metapher für Bedrohung und Unsicherheit und lässt die Zuschauer raten, was hinter dem Verhalten der Tiere steckt.

Der Film hat auch eine starke kulturelle Bedeutung, da er oft als eines der besten Beispiele für Hitchcocks Fähigkeit gesehen wird, komplexe Themen und Emotionen durch subtile Andeutungen und symbolische Darstellungen zu vermitteln. „Die Vögel“ inspirierte viele andere Filmemacher und bleibt bis heute ein Klassiker des Kinos.

Ich würde mich freuen, wenn diese Matinee ein Erfolg wird. Später werde ich ein Online-Seminar zu die Vögel anbieten, aber mit einem anderen Schwerpunkt. Wer die Infos braucht, bitte in einem Newsletter anmelden.

Filmtipp: Das Grauen auf Schloß Witley

30. Januar 2023

Mit dem Autoren HP Lovecraft ist es so eine Sache. Ich mag seine unheimlichen Geschichten, die faszinierenden Ideen von schaurigen Monstern mit unaussprechlichen Namen und sein Cthulhu-Mythos hat zahlreiche literarische und filmische Nachfolger. Auf der anderen Seite war Lovecraft ein ausgesprochener Rassist, der sich für die Rassentrennung und die Überlegenheit der weißen Rasse einsetze.

Eine meiner Lieblingsgeschichten ist Die Farbe aus dem All, die 1927 veröffentlicht wurde. Diese ist aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschrieben. Der Landvermesser aus Boston prüft ein Heidegebiet für den Bau eines Stausees als neues Wasserreservoir für die Stadt Arkham und eine außerirdische Macht greift ein. Kurz hintereinander habe ich mir die Verfilmungen des Stoffes von 1965 mit Boris Karloff und 2019 mit Nicolas Cage. Jeder Film hat so seine Eigenheiten und interpretiert Lovecraft ein wenig anders.

Ein schauriges Filmchen ist Das Grauen auf Schloß Witley aus dem Jahre 1965 geworden, der im Original Di, Monster Di heißt. Daniel Haller, der einst für Roger Corman arbeitete und ursprünglich Filmarchitekt war, führte Regie – und er machte seine Sache gut. Natürlich beherrschte Boris Karloff die Bilder. Die anderen Darsteller Nick Adams als eigentlicher Held verblasste gegenüber dem Talent Karloffs.

Die Kritik mochte den Film nicht sehr, mir hat dagegen seine Atmosphäre gefallen. Samuel Z. Arkoff hatte produziert und wer mit seinen Filmen in der Kombination mit Roger Corman etwas anfangen kann, der wird auch Das Grauen auf Schloß Witley lieben. Über die Logikfehler darf man hier getrost hinwegsehen und die Idee von Lovecroft ist meines Erachtens gut umgesetzt und interpretiert worden.

Enger an die literarische Vorlage hielt sich Richard Stanley bei seiner Verfilmung die Farbe aus dem All von 2019. Aber ich bin eher ein Fan der alten Verfilmung, auch wenn sie ein wenig hölzern daherkommt.

Dracula im Film (33): The Lost Boys (1987)

24. Januar 2023

Mit Filmen aus Ende der achtziger Jahre tue ich mich grundsätzlich immer schwer: Der Look, die Mode, die Musik, die Frisuren, der Humor – alles grausam und dennoch habe ich mir mal wieder den Vampirfilm ohne Dracula The Lost Boys aus dem Jahre 1987 angetan.

Sobald ich meine 80er Phobie überwunden hatte, konnte ich den Film von Joel Schumacher ein wenig genießen – und das liegt daran, dass ich die Spielberg Produktion Die Goonies von 1985 mag. Bei den Goonies führte Richard Donner Regie, der bei Lost Boys dann Produzent war. Das Schema wurde übertragen, denn was einmal Erfolg hatte, muss wieder Erfolg haben. Heraus kam ein unterhaltsamer Vampirfilm, der als cooler Jugendstreifen beginnt, aber sich dann in Einzelszenen zum harten Vampirfilm mausert.

Das liegt vor allem an Hauptdarsteller Kiefer Sutherland in einer seiner ersten Rollen. Und Kiefer Sutherland kann einfach schauspielern und interpretiert den Chef einer jugendlichen Vampirgang phänomenal. Auch das Duo Corey Feldman und Corey Haim als Edgar und Allan Frog (wunderschöner Namenshumor) bringen Pepp in den Film, wie einst schon Feldman bei den Goonies und weiteren Filmen des Duos.

Tagsüber schlafen sie. Nachts jagen sie auf Motorrädern durch die Vergnügungsanlagen des Küstenstädtchens Santa Clara: Die Lost Boys eine Gang moderner Vampire. Michael, mit Mutter und Brüderchen frisch in diese Gegend gezogen, gerät in die Fänge dieser beißenden Herren der Finsternis. Doch Bruder Sam verbündet sich mit den ausgebufften Vampirjägern Edgar und Allan Frog, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Der Kampf mit Holzpflöcken und Weihwasser in Spritzpistolen beginnt.

Die ganze Sache hat keinen großen Tiefgang, aber essend viele nette Details wie eben Edgar Allan Poe oder ein Comic-Heft als Anleitung für Vampirjäger. Ein Doors-Verschnitt Echo & The Bunnymen singt das Titellied „People Are Strange“ und Jim Morrison hängt als Poster in der Vampirhöhle. Schön ist auch, dass sich das verworrene Drehbuch ein wenig an Bram Stoker verbeugt, wenn ein Vampir erst ins Haus eingeladen werden muss, damit er seine Macht über seine Opfer ausüben kann.
The Lost Boys macht in weiten Teilen Spaß, wenn nicht dieser schreckliche 80er Look wäre.

Dracula im Film (32): Nacht der Vampire (1970)

17. Januar 2023

Für mich ist die Nacht der Vampire der konsequente Wegbereiter der Nacht der reitenden Leichten, zudem eine Mischung aus Hexen-, Werwolf- und Vampirfilm, also ein bisschen von jedem etwas. Der Heuler ist ein typischer Vertreter des spanischen Horrorkinos der siebziger Jahre mit dem einheimischen Horrorfilmstar Paul Naschy (eigentlich Jacinto Molina). Er spielt mal wieder einen Werwolf, ich glaube bereits zum vierten Mal. Am besten fand ich ihn in „Die Vampire des Dr. Dracula“. Regie führte dieses Mal der ehemalige Zahnarzt Leon Klimovsky, der mit diesem Film seine Karriere als Low-Budget-Horrorfilm-Regisseur begründete.

Natürlich kommt Dracula in dem Film nicht vor, außer in einem Dialog der beiden Hauptdarstellerinnen, die sich auf der historischen Suche nach der Hexe Gräfin Wandessa Dárvula befinden.

Elvira (wir sehen hier wieder Gaby Fuchs, die wir aus dem heftigen Hexen bis aufs Blut gequält von 1969 kennen) reist mit ihrer Freundin Genevieve durch Frankreich und gemeinsam sind sie auf der Suche nach dem verlorenen Grab einer mittelalterlichen Mörderin, Hexe und Vampirin namens Gräfin Wandessa. Sie stoßen auf eine alte Burg, bewohnt von Waldemar Daninsky (Paul Naschy), der eigentlich ein Werwolf ist. Dieser lädt die Frauen dazu ein, so lange zu bleiben, wie sie wollen. Als Waldemar Elvira das vermeintliche Grab der Gräfin zeigt, erweckt Elvira diese zufällig zu neuem Leben und sie ist blutgieriger als je zuvor. Daninsky hat ja als Werwolf ein verborgenes Geheimnis, will seine Macht ausnutzen, um die Vampirin zu besiegen. Nach ein paar Gore-Effekte und einigen Toten wird die böse Vampirhexe besiegt und der Werwolf mit den Worten „Nun bist du für immer frei“ erlöst.

Weil wir ja 1970 als Drehzeit und Spanien als Drehort haben, gibt es von dem Film zwei Fassungen. Eine züchtige Fassung für den heimischen spanischen Markt und eine freizügige mit nackten Brüsten für die restliche Welt.
Ich hab den Film zuerst auf Super 8 gesehen, wo er als Zweiteiler mit den Titeln Nacht der Vampire und Die Orgie des Horrors erschienen ist. Erst dann kam die Bluray. Allerdings reicht die Super 8-Version vollkommen aus, die übrigens auf er Bluray vorhanden ist (was ich zu spät gemerkt habe)

Original Nissan aus Fast & Furious 4 – Paul Walkers letztes Fahrzeug

9. Januar 2023

Ich bin wirklich kein Fan der Serie, aber interessant ist es dann doch, als ich vor dem meistfotografierten Automobil der Motorworld München stehe. Eine Einladung der Motorworld an den PresseClub München führte mich in dieses eindrucksvolle Mekka der Mobilität nach München Freimann.


Da stand ich nun und staunte: Kein Rolls oder Porsche, Aston Martin oder eine andere Luxuskarosse stand vor mir: Es ist der Nissan R34 Skyline GT-R aus dem vierten Teil der Serie Fast & Furious.

Als Nichtautofan dachte ich mir: Aha ein Nissan also, aber mein Nachbar, der sich besser in Sachen Automobile auskennt, war hellauf begeistert. Als Filmfan lauschte ich aufmerksam: Der Wagen war einst in Besitz des inzwischen verstorbenen Schauspielers Paul Walker und das besondere Auto hat in der Motorworld München einen Stellplatz gefunden. Für den Film wurden insgesamt neun Wagen gebaut, aber nur der Münchner Wagen ist das Original.

Der Nissan lief nur knapp 6000 Kilometer. Und die technischen Daten sind für Autofans ein Wohlklang: Der 2,6-Liter-Reihensechser in diesem Skyline GT-R leistet 550 PS. Die Schaltvorgänge übernimmt ein Sechsgang-Getriebe von Getrag. Dazu: Nismo-Sportfederung und -Sportauspuff, Bodykit und Rennreifen. Alles Informationen, die einen Autofan beeindrucken. Mir Banause gefällt vor allem die Farbe.

Shining: Autogramm der Grady-Schwestern

4. Januar 2023

Wieder ein paar Neuanschaffungen für meine kleine Kubrick-Sammlung. Es gab für mich eine neue lizensierte Tasse mit den Grady Zwillingen aus Shining mit dem Spruch Komm und spiel mit mir. Viel wichtiger für mich allerdings: Ich habe ein Originalautogramm der beiden Schwestern, worüber ich mich sehr freue.

Im Film von 1980 wurden die beiden Mädchen von Lisa und Louise Burns als die „Grady-Schwestern“ dargestellt. Ihr einziger Satz war „Komm, spiel‘ mit uns, Danny!“. Den Damen war keine Filmkarriere vergönnt, aber wenn man mit einem Genie wie Stanley Kubrick drehen durfte, was könnte dann noch anderes kommen? Die Schwestern wechselten ins bürgerliche Leben und schlugen seriöse Berufe ein. Lisa und Louise Burns üben heute die Berufe der Mikrobiologin und Anwältin aus.


Ich freu mich sehr über das Autogramm und werde es zu meiner Kubrick-Sammlung hinzufügen. Ich hab die beiden Damen schon auch als Sammlerfigur.

Rainer Erlers Meisterwerk Fleisch (1979) optisch überarbeitet

31. Dezember 2022

Es gibt Filme, die muss ich mir einfach alle paar Jahre ansehen. Und da ich mir eine neu abgetastete Version von Rainer Erlers Meisterwerk Fleisch auf Bluray zugelegt habe, stand dieser Klassiker von 1979 auf meinen Filmprogramm.

Fleisch ist die deutsche Version von Michael Crichtons Film Coma aus dem Jahr 1978. Der US-Film basiert auf dem Roman von Robin Cook und greift das Thema Organhandel in der Version eines Hollywood-Films auf. Fleisch von Rainer Erler erschien 1979, basierend auf seinem Roman, der damals bei Goldmann erschienen ist. Das ZDF hat den Film ausgestrahlt und meine Eltern diskutieren damals beim Abendessen, ob so etwas wie kommerzieller Organhandel möglich sei. Ich war zu jung, um den Film damals zu sehen, geschweige denn die Tragweite zu verstehen. Aber das holte ich später nach, als ich die Filme des genialen Regisseurs Rainer Erler verschlang und auch seine Bücher in den verschiedenen Ausgaben aufkaufte.

Die neue Bluray von Fleisch ist remastered in 2K und optisch eine deutliche Verbesserung meiner DVD von Eurovision, aber natürlich optisch nicht mit heutigen Produktionen vergleichbar. Ich werde meine DVD trotz Bluray behalten, denn ich habe darauf ein Autogramm der damaligen Hauptdarstellerin Jutta Speidel. Ich habe die Schauspielerin mal auf einer Veranstaltung in München getroffen und bat sie um ein Autogramm. Sie war wohl besorgt, dass ich sie wegen der Nacktszenen im Film mit ihrem damaligen Ehegatten Herbert Herrmann ansprechen werde, aber ich wollte nur etwas über die Regiearbeit von Rainer Erler erfahren. Mit den Worten „Ach der Rainer“ unterschrieb sie und verschwand. Nun hab ich die Bluray und vielleicht ergibt sich nochmal eine Autogrammgelegenheit mit dieser tollen Schauspielerin und ein paar Worte mehr zu Rainer Erler.

Und die Bluray beinhaltet einen alternativen Start und Ende des Films, aber das Wichtigste sind drei sehr seltene Videointerviews von Erler. Gerne, sehr gerne würde ich mit dieser Regielegende sprechen, wenn er bei sich in Oberbayern und nicht in Perth in Australien weilt. Er wohnt ja nur ne halbe Stunde entfernt. Mailkontakt hatte ich früher schon mal mit ihm, während er in Australien weilte. Es gibt für mich nur zwei wirklich wichtige lebende deutsche Regisseure: Der eine ist Rainer Erler, der andere ist Hans-Jürgen Syberberg.
Beim Genießen von Fleisch ist mir aufgefallen, wie sehr Erler die Totale liebt. Völlig ungewohnt unter heutigen Betrachtungsweisen, aber wunderbar anzusehen. So wird aus Fleisch nicht nur ein packender Thriller, sondern auch ein großartiges Roadmovie. Erler greift Elemente von Sam Peckinpahs Convoy auf und liefert als Deutscher einen wesentlichen Beitrag zur US-Landschaft, wie einstmals auch Wim Wenders.

Es gibt auch eine Neuverfilmung von Fleisch von Regisseur Oliver Schmitz. Statt in den USA spielt er Film in Südafrika. Ist auch interessant, aber kommt für mich lange nicht an das Original heran. Er ist klassische Pro7-Unterhaltung ohne die inhaltliche und intellektuelle Tiefe von Rainer Erlers Meisterwerk.