Wenn ich unterwegs bin, lege ich Wert auf regionale Produkte, Hier eine gesottene Wildwurst aus dem Allgäu.
Wenn ich unterwegs bin, dann möchte ich regionale Produkte genießen. Es regt mich auf, wenn ich beispielsweise in Bierfranken unterwegs bin und dann ein Becks angeboten bekomme. Freunde, ich will regionale Produkte. Ich will wissen, wie es in der Gegend schmeckt. Ich will wissen, woher mein Essen kommt und ich will auch die Gewissheit haben, dass die Speisen keine langen Transportwege hinter sich haben. Nein danke, ich brauche keine Äpfel aus Neuseeland, sondern ich nehme lieber Äpfel vom Bodensee oder Südtirol.
Hirsch aus dem Allgäu – lecker.
Diese Idee machen sich auch Hotels zu eigenen, die auf regionale Spezialitäten setzen. In meinem Urlaub im Allgäu hatte ich wieder die Gelegenheit, solche Produkte aus der Gegend zu genießen. Armin Gross, Hotelier vom Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang (Allgäu) hat diesen Trend erkannt und unterstützt ihn. Einmal die Woche, am Donnerstag, lädt er seine Hotelgäste zum Probieren der regionalen Produkte ein. Und die Gäste kommen und sind interessiert. Die Hotelgäste vom Hotel Prinz Luitpold Bad können zwischen zahlreichen Käse- und Wurstsorten wählen und vor allem probieren.
Armin Gross musste mir sein Konzept gleich in einem Videointerview erklären.
Die angebotenen Speisen habe alle etwas gemeinsam: Sie kommen aus der Region. Hotelier Armin Gross kennt seine Lieferanten und weiß, wie sie produzieren. Dass ist für mich als Gast ein unschätzbarer Vorteil, denn die Waren kommen nicht aus namenlosen Industriebetrieben von weit her. So bezieht das Hotel seine Wurstwaren unter anderem von der Metzgerei Endrass in Bad Hindelang, die ich mich freilich bei einem Spaziergang anschauen musste.
Inspiriert von der guten Wurst, schaute ich gleich beim Metzgerei Endrass in Bad Hindelang vorbei.
Und wenn ich noch etwas von den Geschichten über die Produktion der Waren, die Region und die Zubereitung aus dem Mund von Armin Gross erfahre, dann schmeckt es mir gleich besser. Ich bin ein Fan der Allgäuer Küche geworden und das bedeutet nicht nur Kässpatzen (obwohl die auch nach dem Wandern gut sind). Auf der Speisekarte des Hotels finden sich diese Produkte wieder.
Ein bisschen königlich – die Tafel für eine Festlichkeit,
Meine Tafel im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang war mit regionalen Produkten reich gedeckt.
Jedes alte Gemäuer hat so seine eigene Gruselgeschichte. So auch das Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Hier ist es die Geschichte der weißen Frau.
Die weiße Frau als Ausgangspunkt unserer Gruselgeschichte in Bad Hindelang.
Bei der weißen Frau handelt es sich um ein schönes Porträtbild. Wen das Bild darstellt, ist heute unbekannt. Der Urgroßmutter des heutigen Hoteliers Armin Gross hatte dieses Bild immer gefallen, allerdings empfand sie das Kleid der abgebildete Dame als zu wenig kontrastreich. So war guter Rat teuer. Die Urgroßmutter besorgte sich weiße Farbe und zog die Konturen des Kleides nach. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat, war die Kraft der fluorisierenden Farbe, die sie benutzt hat. In der Nacht fing das Kleid an geheimnisvoll zu leuchten. Da das Porträtbild am Ende eines langen Ganges im Hotel hing, versetzt es so manchen Gast und Nachtportier in Entsetzen. Es entstand die Gruselgeschichte der weißen Frau.
Die weiße Frau ein wenig nach bearbeitet, damit man die Extrafarbe sieht.
Noch heute hängt das Bild im dritten Stock des Hotels Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang, neben dem Zimmer 319. Die leuchtende Kraft der weißen Farbe ist über die langen Jahre verblichen. Aber wenn moderne Geisterjäger im richtigen Winkel auf das Bild schauen, sehen sie von der zusätzlich angebrachten Farbe doch etwas. Aber keine Angst, der Spuk scheint verflogen. Ich habe mich persönlich davon überzeugt. Geblieben ist aber die nette Gruselgeschichte aus dem Allgäu.
Dass ein Computer einen Text vorlesen kann, das ist nichts neues. Ich nutze beispielsweise sehr oft die Sprachausgabe beim Adobe Acrobat. Auch mit meinem Amazon Paperwhite nutze ich dann und wann die Vorlesefunktion.
Aber die ganze Sache nicht so richtig rund. Es quakt noch ziemlich. Aber es wird langsam besser. Und schon wären wir beim Froschkönig. Vier Studenten haben in einem Seminar bei Sprachtechnologe Thierry Declerck eine Software entwickelt, die den Computer zum Märchenerzähler macht. Das Besondere: Im Gegensatz zu üblichen Vorleseprogrammen hat der Rechner den Text verstanden, so berichtet zumindestens die Uni Saarbrücken. Der Computer erkennt die verschiedenen Charaktere, erzählt automatisch mit verteilten Rollen, passt seine Stimme den jeweiligen Gefühlen an und setzt Spezialeffekte wie Hall ein.
Jana Ott, Christian Eisenreich und Christian Willms, Studenten von Thierry Declerck (l.), haben ein Programm entwickelt, das Märchen vorlesen kann.
Entwickelt wurde die Software anhand des Märchens „Der Froschkönig“, aber die Sprachverarbeitung ist automatisierbar: Nach Eingabe bestimmter Informationen kann der Computer auch andere Märchen erzählen.
„Unser Programm erkennt, ob in einer Textpassage des Märchens ein Mensch, Tier oder Fabelwesen spricht, und es erkennt die Gefühlslage und den jeweiligen Charakter. Je nachdem passt der Computer bei der Sprachausgabe Betonung, Tempo und Sprechweise an“, erklärt Christian Eisenreich. Gemeinsam mit Jana Ott, Tonio Süßdorf und Christian Willms hat der Student, der im sechsten Semester Computerlinguistik studiert, dem Rechner beigebracht, Märchen zu erzählen. Die Idee stammt von ihm: „Wir sollten für das Seminar ein praxisbezogenes Thema vorschlagen. Ich dachte an ein Stofftier, das Märchen erzählt“, sagt Christian Eisenreich.
„Das Besondere ist, dass der Computer den Text verstanden hat. Märchen eignen sich hierbei besonders gut, weil sie wiederkehrende Muster mit ähnlichen Rollen haben“, erläutert Thierry Declerck, der in der Computerlinguistik am Lehrstuhl von Professor Hans Uszkoreit und am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz forscht und das Seminar leitete. Die Software entwickelten die Studenten anhand des Märchens „Der Froschkönig“. Aber die Sprachverarbeitung lässt sich auf andere Märchen übertragen. Der Computer muss lediglich mit einigen Daten gefüttert werden und dann erzählt er das Märchen der Wahl. Dies wurde bereits mit den „Bremer Stadtmusikanten“, „Rumpelstilzchen“ und mit „Wilde Schwäne“ erprobt. Hier gibt es eine Kostprobe des Froschkönigs.
Aber ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Damit der Computer zum „Märchenversteher“ wird, haben die Studenten den Text des „Froschkönigs“ zunächst komplett durchdrungen: Sie arbeiteten Wort für Wort mitsamt Bedeutung auf, interpretierten Sätze und Dialoge, trugen Hintergrundinformationen zusammen. Anschließend übersetzten sie alles in eine Sprache, die der Computer versteht, und programmierten die Software so, dass er Muster, Bedeutungsstruktur und Zusammenhänge erlernen kann.
Dabei waren die Aufgaben im Team verteilt. Tonio Süßdorf war für die Zeitabläufe zuständig, Christian Willms für die Dialoge, Jana Ott für die Gefühle der Figuren. Christian Eisenreich zeichnet verantwortlich für die Ontologie, also das Beziehungsgeflecht im Text, was womit zusammenhängt, und für die Umwandlung des Textes in Sprache. Mithilfe eines „Goldstandards“, einer Art Musterlösung, die die Studenten vom Text erstellten, konnten sie das Programm auf Fehler untersuchen. „Alles musste dann so zusammengebracht werden, dass es harmoniert“, sagt Eisenreich. „Eine gute Übung, denn von Teamarbeit hängt in Forschungsprojekten der Erfolg ab“, ergänzt Declerck.
Die Studenten konnten bei ihrer Seminararbeit auf Forschungsergebnisse der Saarbrücker Sprachtechnologen aufbauen. Etwa auf die Sprachausgabe „Mary TTS“ von Marc Schröder und Jürgen Trouvain, die dem Computer jetzt die Stimmen der Erzählerin, der Prinzessin oder des Froschs verleiht. Sie tragen die Märchen gefühlvoll und automatisch mit verteilten Rollen vor – nur hin und wieder entlarven winzige metallische Kiekser und feinste Sprünge zwischen Laut- und Wortschnipseln die Computerstimme.
Wer mit Kinder reist, muss sich dann und wann auf Quengelei gefasst machen. Den Kindern wird einfach langweilig und als Papa sucht man nach einer Ablenkung. Auf dem Flughafen in London Gatwick habe ich neulich eine nette Idee gefunden, die es zu kopieren gilt. Im Abflugbereich gibt es eine Chill Zone, in der kleine Kinder spielen können.
Und es gibt Hinweisschilder: Beim Eingang der Chill Zone sind zahlreiche Schilder zu sehen mit der Aufschrift Time for a story? Zeit für eine Geschichte? Darunter war ein QR Code angebracht.
Chill Zone mit QR-Code für Hörspiele
Das musste ich natürlich gleich ausprobieren. Scannen und Anhören. Ich wurde vom QR-Code auf die Soundcloud vom Flughafen Gatwick geleitet. Da gab es zahlreiche Hörspiele und Geschichten zum Anhören. Die Zielgruppe ist in der Regel Kinder. Na gut, dann bin ich eben Kind. Da ich eine lange Wartezeit hatte, hörte ich mir ein paar nette Kindergeschichten an. Es ging unter anderem um fliegende Schweine und Teddys.
QR-Codes am Flughafen Gatwick
Etwas ungewöhnlich war allerdings, dass zwischen den Kindergeschichten auch Börsenanalysen und Analysten Calls des Flughafens zu finden waren. Vielleicht interessieren sich heutige englische Kinder ja für Börsenkurse.
Nachdem zahlreiche Flughäfen jetzt kostenloses WLAN anbieten, wäre ein solcher Service eine sinnvolle Einrichtung. Was denkt ihr?
Ich habe das Gefühl, dass in unserem Land ein Umdenken in Sachen Ernährung festzustellen ist. Aber natürlich nicht bei allen. Es sind kleine Schritte, aber es bewegt sich etwas.
Während früher das Auto und der Urlaub die wichtigsten Statusmerkmale waren, ändert sich die Einstellung in Bezug aufs Essen. Für die Generation meiner Eltern galt als gutes Essen, wenn der Teller voll war. Das ist aus der Sicht der Kriegs- und Nachkriegsgeneration zu verstehen und ich werde die Elterngeneration nicht mehr ändern.
Bei meinen Kindern K1/2 achte ich darauf, dass sie sich richtig ernähren. Das bedeutet nicht, dass sie sich ausschließlich gesund ernähren und natürlich gibt es schon ein paar Ausrutscher. Aber sich einer Sache bewusst zu machen, ist der erste Schritt diese Sache zu ändern.
Dennoch stelle ich fest: zwischen dem Erzählten und dem wirklich praktizierten gibt es gewaltige Unterschiede. Das merke ich beispielsweise bei meinen Schülerzeitungsseminaren. Wenn ich auf das journalistische Thema Gesundheit komme, dann wissen meine Schülerzeitungsredakteure im Großen und Ganzen Bescheid über gesunde Ernährung. Groß wird über die richtige und gesunde Ernährung philosophiert und diskutiert. Und dann kommt die Pause: einige, die vorher gesunde Ernährung sprachen, hauen sich fettige Pommes und Currywurst rein. Und billig muss es sein, hauptsache billig. Für Essen wird nicht gerne Geld ausgegeben, anders als bei unseren italienischen oder französischen Nachbarn.
Aber, wie gesagt, die Zeiten ändern sich. Journalistisch wird das Thema Essen und Ernährung in Angriff genommen. Zu Hilfe kommen mir hier die Kochsendungen im Fernsehen. Seien es das Kochduell oder der Restauranttester. Die Schülerzeitungsredakteure kopieren diese Formate für ihre Publikationen. Sie laden sich bei bei ihren Lehrern ein, lassen sich bekochen, fotografieren und schreiben darüber. Es werden Werte und ein Bewusstsein geschaffen.
Leider hab ich erst jetzt erfahren, dass es sogar hier ein Wertebündnis in Bayern gibt, an dem ich mich gerne beteiligt hätte.
Im Rahmen des Wertebündnis Bayern wurde das Projekt Bayern schmeckt. vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern als Projektleitung, unterstützt von der Bayerischen Staatskanzlei, dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium sowie fünf weiteren Projektpartnern, entwickelt.
Das Projekt Bayern schmeckt. rückt wertvolles Essen in den Alltag junger Menschen und deren Eltern. Sie sollen heimische Lebensmittel kennen und verarbeiten lernen sowie Esskultur in der Gastronomie und der Landwirtschaft (er)leben. Generell haben gesundes Essen und regionale Küche in Bayern Tradition und sind heute gefragter denn je, so zumindest der Gaststättenverband in einer Mitteilung. „Essen und Trinken bedeutet aber nicht nur Tradition und Kultur. Eine ausgewogene Ernährung beeinflusst vielmehr die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden und den persönlichen Erfolg“, so DEHOGA Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl.
Und auch die Politik appelliert: „Wenn wir in unserer Gesellschaft mehr Wertschätzung und Sensibilität für den Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln erreichen wollen, müssen wir vor allem bei den Jugendlichen ansetzen“, sagte Ernährungsminister Helmut Brunner bei der Vorstellung in München. Das Projekt Bayern schmeckt. sei ein wichtiger Baustein dafür. Mensch, dann bin ich ja mit meinen Schülerzeitungseminaren an richtigen Stelle – nur haben es die zuständigen Stellen bisher noch nicht gemerkt. Das will ich ändern.
Bayern schmeckt. will jungen Menschen die Wertschätzung für Essen, heimische Lebensmittel und Traditionen vermitteln. Aber wir wollen auch aufzeigen, wie ereignisreich und sinngebend Berufe in Landwirtschaft und Tourismus sind und dass diese Berufe Menschen ein ganzes Leben begeistern und ernähren können.
Im Rahmen des Projektes Bayern schmeckt. richten junge Menschen gemeinsam ein Event aus und laden ihre Eltern und Freunde ein. In fünf Modulen, meist an fünf Nachmittagen, planen und organisieren die Jugendlichen das Event, wählen heimische Nahrungsmittel aus, bereiten Speisen und Getränke zu, dekorieren die Tische und verwöhnen als Gastgeber ihre Gäste.
Dazu bietet Bayern schmeckt. Kochworkshops für Jugendliche an, in denen Praxisnähe groß geschrieben wird: Vom Einkauf über das Dekorieren bis hin zur abschließenden Feier heißt es Hand anlegen. Unterstützt von erfahrenen Gastronomen und angehenden Meisterköchen erhalten junge Menschen direkte Einblicke in die Herkunft unserer bayerischen Lebensmittel und die Welt der Gastronomie. Dabei darf der Spaß nicht zu kurz kommen.
Über diese Kochkurse würde ich gerne berichten ausführlich darüber bloggen. Gegebenenfalls kann ich die Thematik auch in meine Seminare aufnehmen.
Wie erlebte man als Deutscher den arabischen Frühling? In einem meiner Seminare traf ich jemanden, der die Revolution hautnah in Ägypten erlebt hat. Es handelt sich um den deutschen Lehrer Dr. Günter Förschner. Er war acht Jahre mit Frau und Tochter in Alexandria und unterrichtete an der deutschen Schule.
Im Interview mit mir sprach er über seine Erlebnisse, als der arabische Frühling begann. Seine Wohnung wurde von einer Art Bürgerwehr geschützt, weil sich Polizei und Militär aufgelöst hatten. Förschner bekam es mit der Angst zu tun und wollte mit seiner Familie das Land verlassen. Die Deutsche Botschaft in Kairo zeigte sich nicht besonders kooperativ und dennoch gelang der deutschen Familie nach Druck über die Medien die Ausreise. Hier seine Geschichte:
“Mich hat die Revolution enorm überrascht”, gestand Förschner im Interview mit mir. Er empfand eine Revolution im Land am Nil für undenkbar, weil der Geheimdienst von Mubarak alle Teile der Gesellschaft durchdrungen hatte. “Alle Bereiche des Alltags waren überwacht.”
Förschner hatte Angst, als die Revolution losbrach. Er war in Alexandria mit seiner Frau und seiner zehnjährigen Tochter und empfand das Treiben auf den Straßen als “existenzielle Bedrohung.” Seine Wohnung befand sich im Erdgeschoss. Dabei hatte er nicht Angst vor den Revolutionären, sondern von den umherziehenden Kriminellen, die das Machtvakuum ausgenutzt haben, um zu plündern und zu rauben. “Es gab keine Polizei mehr” und Familie Förschner hatte Angst vor der Anarchie. Bewaffnete Bürgerwehren schützten das Eigentum. “Wir sind mit dem Schrecken davon gekommen”, so berichtete der Lehrer weiter.
Enttäuscht zeigte sich Günter Förschner über die Reaktion des deutschen Äuswärtigen Amtes. “Wir wurden aufgefordert zu bleiben”, so die überraschende Aussage. Zunächst hatte die Botschaft keine Pläne für eine Evakuierung. “Wir sollten das Ganze durchstehen, aber das war für uns keine Option.” Die Botschaft habe seinen Wunsch nach Ausreise kategorisch abgeblockt. Das änderte sich erst, als Günter Förschner die Medien einschaltete und ein Telefoninterview mit den Tagesthemen geführt hatte. Dann kam Bewegung in die Sache. Der Mediendruck auf die bundesdeutsche Regierung wuchs massiv an. Noch dazu hatte die Botschaft in Kairo ihre Leute bereits evakuiert.
Erste Vorschläge der Deutschen Botschaft waren katastrophal. Die Leute aus Alexandria sollten mit einem ungeschützten Bus durchs Niemandsland nach Kairo fahen. Der Bus wurde kam auf gesperrter Autobahn zum Stehen, Autos wurden überfallen und die Gruppe mit kleinen Kindern kehrte traumatisiert um und flüchtete in die deutsche Schule. Förschner machte weiteren Druck über die Medien, um eine akzeptable Lösung zu erreichen. “Priorität hat die persönliche Sicherheit”, berichtete Förschner weiter. Die Familie konnte eine Tasche mitnehmen und packte darin die wichtigsten Unterlagen. “In diesem Moment waren materielle Dinge nicht wichtig, wir wollten in diesem Moment nur in Sicherheit kommen.”
Die Ausreise dann war organisiert, “nahezu deutsch”. Alle Deutschen der Stadt wurden erfasst, Busse organisiert und dann brach der Konvoi ohne militärischen Schutz zum Flughafen Alexandria auf. Dort stieg die Gruppe in eine Maschine von Air Berlin.
Soziale Netzwerke spielten im arabischen Frühling eine große Rolle. Das Vernetzen der Opposition bekam Förschner zunächst nicht mit. Als dann die Regierung Mubarak die Kommunikationswege von Internet und Handy lahm legte, begann der Sturm. “Das Internet hat für einen enormen Schub gesorgt, dass sich die Opposition organisieren konnte.”
Nachdem der US amerikanische Regisseur Clint Eastwood mit Jersey Boys seinen neuen Film vorgelegt hat, erinnere ich mich auch wieder, was mich an dieser Zeit so fasziniert hat. Es war die Musik und es waren die Autos. Ich selbst wuchs mit Elvis Presley und Jonny Cash auf. Ein guter Sandkastenfreund von mir lebte den fifty-Traum mit Haargel, schmalen Krawatten und Sakkos. Und obwohl ich eigentlich die Musik der sechziger und siebziger Jahre mag, haben mich die Fünfzigerjahre musikalisch geprägt. Daher werde ich mir auch die Jersey Boys von Altmeister Clint Eastwood im Kino ansehen.
Und wie ist der Zufall will, stand ein Fleetwood Cadillac aus dem Jahre 1959 vor meiner Tür. Mein Gott, was waren das für Formen, was waren das für Autos! Schaut euch alleine nur die Heckflossen an. Es war eine Zeit, in der Autofahren noch Spaß gemacht hat. Es war eine Zeit, ohne Staus auf der Autobahn und ohne dass man sich über den Benzinpreis Gedanken machen musste. Fahren ohne schlechtes Gewissen. Es war die goldene Zeit der Straßenkreuzer. Und vor mir stand eben dieser Cadillac aus dem Jahre 1959. Sage und schreibe hatte der Fleetwood Cadillac insgesamt 325 PS unter seiner Motorhaube.
Zur Feier des Tages werde ich heute die alten Heuler hören und heute Abend ist dann auch gut mit der Nostalgiewelle. Wir wissen ja alle, der Rock’n’Roll starb an dem Tag, als Buddy Holly starb.
Die bayerische Landeshauptstadt München hat zahlreiche Restaurants verschiedenster Stilrichtungen und Qualitätsstufen zu bieten. Unlängst besuchte ich das Restaurant Kleinschmecker am Sebastiansplatz 3 und war sehr positiv überrascht.
Seit März 2014 betreibt Bastian Hartwig hier mit Kollegen sein Restaurant und die Lage ist absolut spitze. Die Schrannenhalle ist nur einen Steinwurf entfernt, genauso die jüdische Synagoge und das Filmmuseum. Die Konkurrenz in dieser Lage ist groß, aber Bastian Hartwig und Kollegen scheinen diese Herausforderung gut angenommen zu haben. Die Speisen waren sehr gut und hochwertig. Ich kann das Kleinschmecker absolut empfehlen und wer seine Weihnachtsfeier dort ausrichten will, sollte sich langsam um einen Termin für November/Dezember bemühen. Das Kleinschmecker ist zu einem Geheimtipp in der Münchner Gastro-Szene geworden.
Zum Essen entschied ich mich für ein Fünf-Gänge-Menü, das durch seine regionalen Zutaten hervorsucht. Regionalität ist Trumpf im Kleinschmecker.
Weinbergpfirsich mit Büffelmozzarella, Patz Negra
Weiße Tomatenschaumsuppe, Cassis und Garnelencroissant
New Style Sashimi mit einer handgeangelten Forelle, Schwarzen Rettich und Shiso
Simmentaler Rinderfilet mit Olivenfocaccia, grünen Pfeffer und Sauce Vierge
Mojito von der Mango mit Minzgranité und Zitronengras
Ich brauch sofort einen Onkel oder Bekannte in Japan. Als Godzilla-Fan entdeckte ich, dass Steiff in Japan eine limitierte Ausgabe von Godzilla herausbrachte. Das Teil kostet rund 500 US-Dollar, also ein Schnäppchen – für Steiff-Verhältnisse.
Das Problem: Godzilla wird in Steiff nur in Japan vertrieben. Auch der Online-Shop sagt laut Google Übersetzer, dass Godzilla nur innerhalb Japans verschickt wird. Steiff, wie könnt ihr uns so etwas antun?
Es ist ein Affront uns Steiff-Freunden und uns Godzilla-Freunden gegenüber. Natürlich musste ich damals den Lagerfeld-Teddy haben und die K1/2 beobachten genau, welche Steiff-Tiere veröffentlicht werden. Die Viecher mit dem Knopf im Ohr gehören hier zur Familie. Und gerne hätte ich den 50 Zentimeter großen Godzilla in unsere Steiff-Familie integriert, aber es wird wohl nur ein Traum bleiben.
Natürlich wandte ich mich sofort an die freundliche PR-Agentur der Teddy-Firma. Innerhalb weniger Stunden wurde meine Anfrage beantwortet, leider nicht zu meinem Gefallen. Mir wurde freundlich, aber eindeutig geantwortet: „Nach Rücksprache mit Steiff, ist der Godzilla ausschließlich über Japan erhältlich.“
Der Steiff-Godzilla kommt in einer Auflage von 1954 Exemplaren heraus – das Jahr 1954 war das Erscheinungsjahr von Godzilla als Film. Am 3. November 1954 kam der Film in die japanischen Kinos und war löste eine Godzilla-Welle aus, die mich auch erfasste. Der Steiff-Godzilla wird im deutschen Giengen hergestellt und vielleicht bleiben ein paar Godzillas hier in Good-Old-Germany. Vielleicht wenn ich ganz artig bitte bitte sage, findet einer den Weg zu mir (Wink mit der Zaunlatte an Steiff).
Als Dozent zuckte ich neulich, als ich las: Bis 2020 will die TU München meine Muttersprache Deutsch als Unterrichtssprache im Master-Studium zurückdrängen. Die Technische Universität München (TUM) will bis zum Jahr 2020 nahezu vollständig auf Englisch unterrichten.
Als Grund nennt die TUM den internationalen Wettbewerb unter den Universitäten. Die Internationalisierung in den Ingenieur-, Naturwissenschafts- und Wirtschaftsberufen sei eindeutig erkennbar und hier müsse die TUM mithalten. Außerdem soll München internationaler werden, zum einen durch ausländische Studenten, zum anderen durch ausländisches Lehrpersonal.
Ich kann diese Argumente nachvollziehen, sehe aber auch, dass die Englischkurse an den Hochschulen jetzt schon komplett überbelegt sind. Auch wenn der Student während seines Bachelors Englisch lernen will, hat er nur bedingt eine Chance. Die Kurse sind zu voll und das Studium nicht gerade so locker. Und wir reden jetzt nicht von dem Standard How are you-Englisch.
Aber dieses Problem könnte durch mehr Geld gelöst werden, wenn die Verantwortlichen es wirklich wollen. Sie wissen schon, Bildungsland Bayern und so. Die andere Frage ist doch: Muss ich Vorlesungen auf Englisch anbieten bzw anhören? Und warum muss es Englisch sein? Ich schaute neulich bei Theolegen herein, die sprechen wunderbar Latein und in ihrem Wissenschaftszweig verstehen sich Theologen weltweit untereinander. Warum muss es Englisch sein?
Wie wäre es denn mit der künftigen Weltsprache Chinesisch? Dazu eine aufschlussreiche Episode. Ich war auf einem internationalen Kongress in den USA mit Konferenzsprache Englisch. Irgendwann ging ein Chinese ans Mikro und sprach in Manadrin oder so. Darauf unterbrach ihn der Konferenzleiter und stellte klar, dass die Konferenzsprache Englisch sei. Darauf der Chinese im besten Oxford-Englisch: Es sei an der Zeit, die Sprache der künftigen Herren zu lernen.
Aber warum habe ich eigentlich gezuckt, als ich von der Idee der TUM hörte? Bin ich schon eingerostet, dass ich mich in einer deutschen Nische in einer globalisierten Welt sehne. Hab ich Angst, dass ich mich in Englisch vielleicht nicht so präzise ausdrücken kann, wie in meiner Heimatsprache? Oder bin ich einfach nur zu faul, neu zu lernen?