Posts Tagged ‘Latein’

DIY – Produktion von Wachstafeln für Latein Unterricht

18. Juli 2021

Ich bin als Vater begeistert, was K2 auf die Beine stellt. Es galt für ein Schulprojekt in Latein Schreibtafeln aus Wachs in Do ist yourself herzustellen, wie es auch die alten Römer getan hätten. Als stolzer Papa beobachtete ich, wie K2 systematisch und konzentriert vorgegangen ist.

Zunächst wurden Holzrahmen hergestellt, in denen das Wachs einfließen soll. Das sind dann die späteren Holztafeln. Dazu besorgte sich K2 Sperrholzplatten und schnitt sie unter Lehreraufsicht mit dem schuleigenen Lasercutter zurecht, den der Förderverein der Schule finanziert hat. Die Tafeln haben etwas die Größe eines iPad.

Anschließend besorgte sich K2 einen Block von 2,5 Kilogramm Bienenwachs von einer örtlichen Imkerin. Insgesamt brauchte K2 zwar nur 600 Gramm, aber es war beruhigend Bienenwachs auf Vorrat zu haben falls etwas schief geht. Das übrige Wachs konnte K2 wieder zurückgegeben.

In einem separaten Topf, der bei Ikea erworben wurde, schmolz das Wachs in rund 20 Minuten. Der Geruch von goldenen Bienenwachs ist wunderbar und erfüllte die Küche.

Anschließend den Topf gut abtrocknen und vorsichtig das flüssige heiße Bienenwachs in die Rahmen gießen. Das muss schnell und beherzt gehen, dann das Wachs soll auf einmal trocknen. K2 ist geschickt und so verteilt sich das Wachs gleichmäßig im Rahmen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, muss die Wachtafel rund sechs Stunden austrocknen und kann kann vorsichtig in die Schule transportiert werden. Holzstifte werden als Schreibgerät verwendet.

Hier noch ein Video, das den gesamten Prozess zeigt.

Und nun? TU München will bis 2020 nur noch in Englisch unterrichten

28. Juli 2014

Als Dozent zuckte ich neulich, als ich las: Bis 2020 will die TU München meine Muttersprache Deutsch als Unterrichtssprache im Master-Studium zurückdrängen. Die Technische Universität München (TUM) will bis zum Jahr 2020 nahezu vollständig auf Englisch unterrichten.

Als Grund nennt die TUM den internationalen Wettbewerb unter den Universitäten. Die Internationalisierung in den Ingenieur-, Naturwissenschafts- und Wirtschaftsberufen sei eindeutig erkennbar und hier müsse die TUM mithalten. Außerdem soll München internationaler werden, zum einen durch ausländische Studenten, zum anderen durch ausländisches Lehrpersonal.

Ich kann diese Argumente nachvollziehen, sehe aber auch, dass die Englischkurse an den Hochschulen jetzt schon komplett überbelegt sind. Auch wenn der Student während seines Bachelors Englisch lernen will, hat er nur bedingt eine Chance. Die Kurse sind zu voll und das Studium nicht gerade so locker. Und wir reden jetzt nicht von dem Standard How are you-Englisch.

Aber dieses Problem könnte durch mehr Geld gelöst werden, wenn die Verantwortlichen es wirklich wollen. Sie wissen schon, Bildungsland Bayern und so. Die andere Frage ist doch: Muss ich Vorlesungen auf Englisch anbieten bzw anhören? Und warum muss es Englisch sein? Ich schaute neulich bei Theolegen herein, die sprechen wunderbar Latein und in ihrem Wissenschaftszweig verstehen sich Theologen weltweit untereinander. Warum muss es Englisch sein?

Wie wäre es denn mit der künftigen Weltsprache Chinesisch? Dazu eine aufschlussreiche Episode. Ich war auf einem internationalen Kongress in den USA mit Konferenzsprache Englisch. Irgendwann ging ein Chinese ans Mikro und sprach in Manadrin oder so. Darauf unterbrach ihn der Konferenzleiter und stellte klar, dass die Konferenzsprache Englisch sei. Darauf der Chinese im besten Oxford-Englisch: Es sei an der Zeit, die Sprache der künftigen Herren zu lernen.

Aber warum habe ich eigentlich gezuckt, als ich von der Idee der TUM hörte? Bin ich schon eingerostet, dass ich mich in einer deutschen Nische in einer globalisierten Welt sehne. Hab ich Angst, dass ich mich in Englisch vielleicht nicht so präzise ausdrücken kann, wie in meiner Heimatsprache? Oder bin ich einfach nur zu faul, neu zu lernen?

 

Wie das iPad meinen Arbeitsalltag verändert

24. Juli 2014

Der Apple-CEO Tim Cook erledigt nach eigenen Angaben rund 80 Prozent seiner Arbeiten am iPad und nutzt nicht mehr einen Mac dazu. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass Apple und IBM in Sachen Firmen-Apps kooperieren, habe ich mir meine Arbeitsweise mal näher angesehen und bewusst reflektiert.

Apple und IBM hatten ja vor kurzem eine exklusive Partnerschaft bekannt gegeben, die die marktführenden Stärken beider Unternehmen zusammenführt, um die Mobilität in Unternehmen durch eine ganz neue Kategorie an Apps zu verändern, die IBMs Big Data und Analytik-Fähigkeiten auf iPhone und iPad bringen.

Nun, 80 Prozent der Arbeiten sind es bei mir nicht, da hat Herr Cook wohl ein anderes Nutzerverhalten als ich – dachte ich zumindest am Anfang, Grundsätzlich hat der Apple-Chef recht. Das iPad hat mein privates und berufliches Leben verändert. Aber bis ich den Mac in Rente schicken kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Meine hauptsächlichen Arbeiten am Mac, sei es jetzt das MacBook Pro oder der Mac Pro, sind Videoschnitt, DTP und Bildbearbeitung. Auch PDF-Erstellung und Fotoarchivierung läuft noch über den schnellen Maschinen. Das Thema 3D möchte ich gar nicht erst ansprechen. Aber wenn ich meinen Arbeitsablauf ansehen, dann brauche ich Video, DTP, Foto, aber nicht den ganz Tag.

Das iPad ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Ich diktiere sehr viel, surfe durchs Netz und konsumiere Musik und Filme. Auch soziale Netzwerke nutze ich hauptsächlich über das Apple-Device.

Meine Präsentationen, wie hier vor 500 Lehrern beim regionalen Schulentwicklungstag in Niederbayern, mache ich nur noch mit dem iPad.

Meine Präsentationen, wie hier vor 500 Lehrern beim regionalen Schulentwicklungstag in Niederbayern, mache ich nur noch mit dem iPad.

Jetzt ist der Übergang zwischen Berufs- und Privatleben bei mir als Freiberufler fließend. Auf dem Sofa checke ich schon mal am iPad in meiner Freizeit meine beruflichen Mails oder reagierte auf Kommentare auf meiner beruflichen Facebook-Seite redaktion42. Aber so richtig macht sich der Zeitenwechsel bei meiner Arbeit unterwegs bemerkbar. Ich bin für Vorträge viel auf Reisen und früher schleppte ich den Rechner mit, um meine Vorträge zu halten. Das ist in der Regel vorbei. Ich habe heute nur noch mein iPad mini dabei, wenn ich meine Keynote-Präsentationen halte. Nach dem letzten Update ist Keynote für mich das ultimative Präsentationsstool, zudem die wichtigsten Präsentationen von mir in der iCloud liegen. Damit hat die Schlepperei ein Ende. Das iPad mini mit den VGA- und HDMI-Adapeter ist überall einsatzbereit. Als nächstes werde ich mir noch ein Apple TV besorgen, um das iPad mini drahtlos an die HDMI-Beamer anzuschließen. Allerdings: Die Verbreitung von HDMI-Beamer ist bei meinen Kunden eher noch ein Mangel. Verdammt: Also hier hat Mister Cook komplett recht behalten: Bei meiner Präsentationsarbeit nutze ich das iPad nahezu zu 100 Prozent. Beim Erstellen allerdings nutze ich den Mac, weil ich auf meine Foto- und Filmdatenbank zurückgreifen muss.

Tim Cook hat recht. Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Tim Cook hat recht. Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Ich saß in der Macworld-Keynote in San Francisco als Steve Jobs das iPad vorgestellt hat. Wir waren als Publikum begeistert, dass der Guru zu uns sprach. Aber wir wussten allerdings nicht recht so, wozu das iPad gut sein sollte. Kaum hatten wir es in den Händen und einige Zeit genutzt, war uns klar: Es ist ein perfektes Konsumgerät. Nach und nach stellte sich heraus, dass es aber auch ein exzellentes Produktionsgerät ist. Mein Alltag als mobiler Journalist wäre ohne iPhone/iPad nicht mehr vorstellbar. Erst neulich habe ich einen ausgebuchten Kurs zum Thema Mobile Journalismus gegeben und zeigte dort, wie sich die Welt verändert.

Das iPad gehört heute zum Alltag meiner Familie. K1/2 nutzen es, deutlich mehr als den Rechner. Sogar das lästige Latein-Volkabeltraining passiert am iPad von K1. Und immer wieder kommt die Frage, warum das Kind noch Schulbücher schleppen muss? Warum können diese Bücher nicht einfach als eBook vorliegen und die elende Schlepperei der Kinder hätte ein Ende? Wer verhindert eigentlich hier schon wieder im Land von Laptop und Lederhose? K1 und K2 werden in eine Welt wachsen, in der ihr Rechner nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Schon heute sind ihre iPod touch der ständige Begleiter. Sie dienen als Fotoapparat oder Musikabspielgerät. Die Kommunikation von zu Hause erfolgt über FaceTime, wenn ich unterwegs bin. Im Moment stellt sich die Frage, brauchen die Kinder überhaupt noch einen Mac oder reicht nicht einfach ein iPad Air?