Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Was macht der Berliner Bär auf Helgoland?

23. Juli 2015
Was macht der Berliner Bär auf Helgoland?

Was macht der Berliner Bär auf Helgoland?

Als ich auf Helgoland meinen Gedanken nachhing, stieß ich auf den Berliner Bären. Meine Frage: Was macht der Berliner Bär auf Helgoland?
Der Bär, also besser die Statue des Berliner Wahrzeichens, blickt von Helgoland Richtung Berlin. Darunter ist ein Hinweis angebracht. 456 Kilometer bis nach Berlin. Das ganze Ensemble steht am Klippenrandweg.
Der Bär ist ein Bronzenachguss und ist 85 cm hoch. Das Wappentier Berlins bringt 33 Kilogramm auf die Waage. Die Statue wurde von der Bildgießerei Kraas hergestellt. Es ist ein Bronzenachguss einer Bären-Skulptur von Hildebert Kliem (21.3.1927 – 22.3.1986). Der richtige Bär steht im runden Innenhof des Rathauses Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz 4 und wurde am 14. September 1988 enthüllt. Der Bär wurde dem Bezirk Wilmersdorf gestiftet von der Bank für Handel und Industrie AG als Geschenk zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987. Ein Bruder von ihm ist wohl nach Helgoland ausgewandert.

Hoch oben steht der Bär.

Hoch oben steht der Bär.

Kliem machte 1952 sein Abschlussexamen der Meisterschule für das Kunsthandwerk in Berlin, arbeitete als Restaurator unter anderem am Reichstag, Schloss Charlottenburg, Staatsoper Unter den Linden, Theater des Westens, Märchenbrunnen im Friedrichshain. Das Original seines Berliner Bären wurde übrigens 1967 vom Bund der Berliner und Freunde Berlins der isländischen Hauptstadt Reykjavik gestiftet.

Richtig grillen – gelernt beim Metzgermeister Michael Moser

22. Juli 2015
Königsdisziplin Steak.

Königsdisziplin Steak.

Sommerzeit ist Grillzeit, soviel steht schon einmal fest. Meine Frau hatte mir zu einem früheren Geburtstag einen Webergrill geschenkt. Warum Weber? Weil die Mundprogaganda in unserem Bekanntenkreis und in den sozialen Netzen ausgezeichnet funktioniert hat und sich alle für einen Weber aussprachen.
Und sie hat die Gas-Variante gewählt. Das ist ok, weil wir vielleicht mit Kohle mehr Atmosphäre beim Grillen erzeugen können, aber fest steht auch, dass die Familie verhungert ist, bis der Kohle im Grill soweit ist. K1/2 kommen von der Schule und fallen sofort tot um, wenn es nicht etwas zum Essen gibt. Wer Kinder hat, versteht mich. Und ich habe den Grill Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Einsatz, so gut wie jeden Tag. Gäste kommen mir keine ins Haus und so gibt es kein gemütliches Beisammensein um den Grill, sondern der Weber muss im Alltag funktionieren und das tut er einwandfrei.


Aber richtig grillen will gelernt sein. Ich habe zwei einige Grillbücher gelesen, aber nichts ersetzt die Praxis. Daher meldeten sich meine Frau und ich bei verschiedenen Grillseminaren an. Meine Frau wählte ein Wintergrillen bei einem örtlichen Baumarkt und war begeistert.


Ich war jetzt im Sommer an der Reihe und besuchte ein Grillseminar der handwerklichen Metzgerei Michael Moser aus Landsberg am Lech. Ich mag den Moser und bin von seiner Top-Qualität seiner regionalen Fleisch- und Wurstwaren überzeugt. Metzgermeister Michael Moser, der auch Obermeister der örtlichen Metzgerinnung ist, führte zusammen mit seinem Küchenchef Tobias Sailer das mehrstündige Grillseminar in seiner Filiale Am Penzinger Feld in Landsberg am Lech durch. Das Seminar war ausgebucht und die Warteliste enorm.


Natürlich wurde eifrig über die Gretchenfrage diskutiert: Kohle oder Gas? Moser selbst ist ein Purist und bevorzugt Kohle. Aber die richtige Kohle muss es sein. Er empfiehlt ausdrücklich Restaurantkohle, große Scheitel. Sie ist zwar ein paar Euro teuerer als die klassische Grillkohle von der Tankstelle, aber die heizt besser. Qualität zahlt sich hier auch aus. Er warnt ausdrücklich auch vor Grillanzünder auf Spiritusbasis. Die Kohle nimmt diesen Geruch auf und gibt ihn an das Grillfleisch weiter.

Der Küchenchef der Metzgerei Moser, Tobias Sailer, zeigt, wie ein Steak richtig gut gegrillt wird. Ein Steak auf dem Grill ist die Königsdisziplin. Dazu gehört zunächst ein gutes Produkt. Oftmals sind die Steaks aus den Kühltheken der Supermarktketten nicht die beste Ware. Und das Geheimrezept ist: „Brutal viel Hitze“, so Tobias Sailer. Auf Holzkohlengrill kommt der Grillfreak auf 800 bis 900 Grad Celsius. Bevor das Steak auf den Grill kommt, rund zehn Minuten vorher aus dem Kühlschrank nehmen und leicht mit Rapsöl einreiben. Dann ab auf den Grill: Beide Seiten kurz grillen, dass das Fleisch Farbe bekommt. Dann runter vom Grill und fünf Minuten warten. „Das Fleisch muss Chillen“, so Sailer. Dann kommt die Garzeit bei 200 Grad Celsius. Die Kerntemperatur des Steaks sollte bei knapp 60 Grad Celsius liegen. Ausführliche Tipps hier im Videointerview.

Restauranttipp: Fischereihafen Restaurant in Cuxhaven

21. Juli 2015
Fischereihafen Restaurant in Cuxhaven

Fischereihafen Restaurant in Cuxhaven

Wer in Cuxhaven weilt, der sollte sich abseits vom Touristentreiben auf die Suche nach guten Fisch begeben. Empfehlenswert ist das Fischereihafen Restaurant. In unmittelbarer Nähe zum Wrack- und Fischereimuseum Windstärke 10 befindet sich die Kombination Fischereihafen Restaurant und der neue Fischereihafen Lloyd’s an der Neufelder Straße 11.

m Zentrum des Raumes steht die gläserne Deckenbeleuchtung im Tiffany-Style

m Zentrum des Raumes steht die gläserne Deckenbeleuchtung im Tiffany-Style

Der erste Eindruck ist sehr angenehm. Das Restaurant ist hell. Überall finden sich Dekorationselemente aus der Schifffahrt, für mich als Bayer faszinierend: Taucherhelme, Netze, alte Fotografien. Im Zentrum des Raumes steht die gläserne Deckenbeleuchtung im Tiffany-Style mit der darunterlegenden gut sortierten Bar.

IMG_1681Der Service ist sehr bemüht, flott und freundlich. Küchenchef Christian Frank, seit 23 Jahren in der Gastro-Szene unterwegs, legt als Inhaber Wert auf Stil und Geschmack. Im Juli 2008 hat er das Restaurant komplett umgebaut. Für die gute Küche wurde das Fischereihafen Restaurant im Jahre 2010 übrigens auch von der Zeitschrift Feinschmecker als bestes Fischrestaurant ausgezeichnet.
Natürlich ist auf der Karte frischer Fisch zu finden, was bei der Nähe zum Fischereiversandbahnhof und zum Fischereihafen Cuxhaven kein Wunder ist.

Fischteller mit drei verschiedenen Fischfilets und Garnelenspieß

Fischteller mit drei verschiedenen Fischfilets und Garnelenspieß

Fischteller mit drei verschiedenen Fischfilets und Garnelenspieß. Dazu gab es Kräuterrahmsauce mit kleinen Schmorkartoffeln mit Rosmarin.

Fischsuppe

Fischsuppe

Auftakt war eine klare Fischsuppe mit verschiedenen Fischfilets, Grünschalmuschel, Wurzelgemüsen und Safran, dazu Baguette.

Scheveninger Doppelmatjes

Scheveninger Doppelmatjes

Sehr lecker ist auch der Scheveninger Doppelmatjes. Zwei handfilierte Scheveninger Doppelmatjesfilets sind in Rotwein eingelegt mit Preiselbeeren, Honig und roten Zwiebeln. Dazu wird eine Salatgarnitur
und Schmorkartoffeln gereicht. „Wir servieren Ihnen original holländische Matjesfilets ohne Konservierungsstoffe und einer rein enzymatischen Reifung“, so Küchenchef Christian Frank. Ein Doppelmattes besteht aus zwei Filets, die noch mit der Schwanzflosse verbunden sind.

Vanilleeis

Vanilleeis

Die Nachspeise war Vanilleeis mit heißen Schattenmorellen und Sahne.

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Die Arbeitswelt bewegt sich – Chancen für #OutofOffice

19. Juli 2015
Bei mir hat das Buch OutofOffice einiges in Bewegung gebracht.

Bei mir hat das Buch OutofOffice einiges in Bewegung gebracht.

Nachdem ich auf der republica 15 #rp15 immer wieder mit dem Thema #OutofOffice konfrontiert wurde, freut es mich als digitaler Nomade, dass das Thema langsam gesellschaftsfähig wird. Ausgehend von dem lesenswerten Buch von Out of Office der beiden deutschen Microsoft-Manager Elke Frank und Thorsten Hübschen stelle ich fest: Die Arbeitswelt bewegt sich. Kernthese des Buches ist, eine Neuerfindung der Arbeit. Das Zusammenspiel von Arbeit und Leben wird durch die Digitalisierung verändert. Das Buch Out of Office selbst werde ich später einmal besprechen.
Immer wieder führe ich Gespräche zum Thema Arbeiten außerhalb des Büros, diskutiere Thesen in meinen Seminaren und frage mich selbst: Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus?
Während ich diese Zeilen der Siri ins MacBook diktiere, sitze ich im Garten. Als Freiberufler habe ich es mir im Garten unter Apfelbäumen bequem gemacht – das WLAN reicht bis zu den Apfelbäumen, die notwendigen Schatten spenden.
Auf der #rp15 habe ich das Thema #OutofOffice auf Einladung von Mircosoft ausprobiert. Einige Journalisten, Blogger und Freunde des Hauses wurden zu einer Tour durch Berlin eingeladen. Ich wurde auf der #rp15 abgeholt und zum Veranstaltungsort gebracht.

Sehr freundlich wurde ich von einer MS-Mitarbeiterin empfangen.

Sehr freundlich wurde ich von einer MS-Mitarbeiterin empfangen.

Start war ein künstlicher Strand und weiter ging es mit einer Velo-Tour durch Berlin. Das hat mir als digitaler Nomade natürlich gefallen und ich hab die Tour gleich mal gefilmt – also unterwegs gearbeitet.

GoPro bei der Velo-Tour

GoPro bei der Velo-Tour

 


Was sich bei mir im Kleinen bewegt, passiert auch in der bundesdeutschen Gesellschaft. Interessiert lese ich Aussagen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die deutsche Industrie und die Gewerkschaft IG Metall haben sich für flexiblere Arbeitszeitmodelle ausgesprochen. Der Präsident des Bundesverbandes der Industrie, Ulrich Grillo, sagte, künftig werde Arbeit verstärkt auch von Zuhause geleistet. Er betonte, die Chancen der Digitalisierung dürften nicht durch staatliche Überregulierung wieder kaputt gemacht werden. Die Unternehmen müssten flexibel sein, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Auch unterwegs konnte ich arbeiten - hier bei einer Einladung  von MS.

Auch unterwegs konnte ich arbeiten – hier bei einer Einladung von MS.

Der Vorsitzende der IG-Metall, Detlef Wetzel, forderte einen Zukunftspakt zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern mit neuen Regeln. Wenn die Firmen immer mehr Flexibilität erwarteten, müssten die Beschäftigten das Recht haben, souverän mit ihrer Arbeitszeit umzugehen, so Wetzel. Die künftige Arbeitswelt dürfe nicht dazu führen, dass nur noch wenige Menschen die neuen Anforderungen bewältigen könnten. Interessant ist, dass ich bei einem Seminar mit Betriebsräten vor kurzem auf eine absolute Offenheit für das Thema Zukunft der Arbeit stieß.
Vor etwas längerer Zeit hat das Thema Digitalisierung und Mittelstand auch Wirtschaftsminister Gabriel auf der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse IHM angesprochen. Er erwähnte den Mittelstand, den Anschluss nicht zu verlieren. Ich sehe hier eine Spaltung des Mittelstandes: Wir haben Unternehmer, die die Digitalisierung voll begriffen haben und welche, die sie ablehnen. Schlagworte wie Industrie 4.0 höre ich immer wieder und in meinen Seminaren nähere ich mich dem Thema. Aber es gibt noch viel zu tun.

Deutschlands digitale Wirtschaft bleibt laut Monitoring-Report Digitale Wirtschaft auch in 2014 im 15-Länder-Vergleich auf einem guten fünften Platz. Der Report, den TNS Infratest und das ZEW im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) fortlaufend erstellen, beleuchtet die Leistungsfähigkeit der IKT-Branche und der Internetwirtschaft durch die Analyse der Märkte, der infrastrukturellen Voraussetzungen und der Nutzung neuer Technologien und Dienste. Der Standort Deutschland erreicht bei der global vergleichenden Bewertung seiner Leistungsfähigkeit 47 von 100 möglichen Punkten.
Unangefochtener Spitzenreiter im 15-Länder-Vergleich sind die USA mit 81 Punkten, gefolgt von Südkorea mit 54 Punkten. Großbritannien kann sich in einigen zentralen Bereichen verbessern und belegt, gemeinsam mit Japan, Platz drei (jeweils 53 Indexpunkte). Ab dem fünften Rang stellt sich das Feld dicht gedrängt dar. Zwischen Deutschland, als erstem der Verfolgergruppe, auf Platz fünf und Frankreich auf Rang elf liegen nur drei Indexpunkte.

Markt: Deutschland nach IKT-Umsätzen auf Platz vier
Deutschland ist zusammen mit Großbritannien die viertgrößte IKT-Nation weltweit. In der Bundesrepublik werden 4,3 Prozent der weltweiten IKT-Umsätze erwirtschaftet. Allerdings gehen die Umsätze mit Telekommunikation im Gegensatz zum globalen Trend weiter zurück. So sanken die Ausgaben für diesen Bereich im Jahr 2013 um ein Prozent. Für 2014 und 2015 ist mit einem weiteren Rückgang von voraussichtlich jeweils 0,4 Prozent zu rechnen.

Infrastruktur: Netzgeschwindigkeiten ausbauen
Der Standort Deutschland verfügt über eine gut entwickelte technische Infrastruktur und erreicht einen soliden sechsten Platz im internationalen Vergleich. Der Standort stabilisiert sich bei der Breitbandpenetration in der Bevölkerung mit 34,6 Prozent. Allerdings bleibt die Geschwindigkeit der Netze weiter das zentrale Thema, denn gemessen an der Verbreitung von superschnellen Glasfaseranschlüssen hinkt Deutschland deutlich hinterher. Mit einer Glasfaser-Quote von lediglich einem Prozent liegt Deutschland weit abgeschlagen auf dem letzten Platz der europäischen Länder.

Nutzung: Verbesserte Akzeptanz von neuen Technologien und Anwendungen
Bei der Analyse der Nutzung, also des Einsatzes neuer Technologien und Anwendungen durch die Bürger, Unternehmen und Verwaltungen, kann sich Deutschland um einen Rang verbessern und ist nun fünftstärkste Nation im Ranking. Vor allem bei der Nutzung von E-Commerce und beim Musik-Download konnte sich Deutschland im internationalen Vergleich gut positionieren. So kaufen in Deutschland 32 Prozent der Internetnutzer mindestens einmal wöchentlich online ein (Rang 5) und jeder Deutsche lädt durchschnittlich zwei Musiktitel im Jahr aus dem Netz (Rang 3).

Handlungsfelder Digitalisierung und Innovation
Für Experten der Digitalen Wirtschaft sind die wichtigsten Themen für den Standort Deutschland die Digitalisierung der klassischen Wirtschaftszweige sowie Innovationen durch Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Digitalisierung in den volkswirtschaftlich bedeutsamen deutschen Traditionsbranchen schreitet immer weiter voran. Die wichtigsten Themen hierbei sind aus Expertensicht die Digitalisierung der Produktion (Industrie 4.0) sowie die systematischen Digitalisierung und Vernetzung in den Sektoren Energie, Gesundheit, Bildung, Verkehr und Verwaltung. Deutschland sollte dabei Wert auf seine digitale und technologische Souveränität legen, um stets in der Lage zu sein, eigene moderne Systeme entwickeln zu können. Mit Blick auf eine breite Akzeptanz der digitalen Transformation bei Bürgern und Anwendern ist nach Expertenauffassung die Gewährleistung eines hohen IT-Sicherheitsniveaus elementar.
Wertschöpfende Innovationen entstehen heute längst nicht mehr nur durch reine technologische Entwicklungen. Vielmehr geht es um Prozessinnovationen und um die Kombination von neuen Technologien mit bekannten Komponenten. Hierbei bieten sich aus Expertensicht besondere Chancen für den deutschen Mittelstand. Auch die Unterstützung junger Unternehmen und von Gründerinnen und Gründern ist zentral für die Innovationsfähigkeit der Digitalen Wirtschaft in Deutschland.

Audi hilft beim Mondauto mit

17. Juli 2015
So könnte der Audi-Flitzer auf dem Mond aussehen. Foto: Audi

So könnte der Audi-Flitzer auf dem Mond aussehen. Foto: Audi

Der Weltraum fasziniert mich. Im Moment verfolge ich gebannt die NASA-Aufnahmen vom Pluto, lese das tolle Buch Der Marsianer von Andy Weir und Chris Hadfield und Alexander Gerst sind sowieso meine Helden. Und ich finde das Projekt Google Lunar X faszinierend. Google will auf den Mond. Immer wieder gibt es von dort Fortschritte (und Rückschläge).
Schon 2012 unterstützte der Grafikprozessoren-(GPU)-Entwickler NVIDIA die deutsche Wissenschaftlergruppe „Part-Time Scientists“ (PTS) mit Tesla-GPUs für die Teilnahme am „Google Lunar X PRIZE“ (GLXP). Dabei handelt es sich um einen von der X PRIZE Foundation ins Leben gerufenen Wettbewerb, dessen Ziel eine zu 90 Prozent privat finanzierte Mondmission ist. Nun ist auch Audi mit von der Partie. Auch Audi will auf den Mond. Das sind mal Ziele für einen Autobauer.
Audi bricht zum Mond auf – zusammen mit dem genannten Team der „Part-Time Scientists“. 45 Jahre nach der letzten bemannten NASA-Mondmission haben sich die Kooperationspartner erneut das damalige Landegebiet der Apollo 17 als Zielmarke gesetzt. Die deutsche Ingenieurs-Gruppe der Part-Time Scientists arbeitet im Rahmen des Wettbewerbs Google Lunar XPRIZE daran, einen unbemannten Rover auf den Erdtrabanten zu bringen. Was wäre das für ein Werbeeffekt? Die Audi-Ringe tuckern auf dem Mond – Wahnsinn.

Audi lunar quattro mit den Ringen. Foto: Audi

Audi lunar quattro mit den Ringen. Foto: Audi

Audi unterstützt Part-Time Scientists mit seinem Know-how auf vielen Technikfeldern – vom quattro-Allradantrieb über Leichtbau und Elektromobilität bis zum Pilotierten Fahren. „Der Gedanke einer privat finanzierten Mission zum Mond ist faszinierend“, sagt Luca de Meo, Audi-Vorstand Vertrieb und Marketing. „Und innovative Ideen brauchen Unterstützer, die sie voranbringen. Mit unserem Engagement bei den Part-Time Scientists wollen wir ein Signal setzen und auch andere Partner animieren, ihr Knowhow einzubringen.“ Luca de Meo stellte die Kooperation auf dem internationalen Innovationsforum der Cannes Innovation Days vor. Ich finde das super.
Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Audi-Vorstand Technische Entwicklung: „Gerne unterstützen wir dieses Projekt mit unserem Know-how, von Leichtbau über Elektronik bis hin zur Robotik.“
Der mit mehr als 30 Millionen US-Dollar dotierte Google Lunar XPRIZE ist ein Raumfahrt-Wettbewerb, der sich an Ingenieure und Unternehmer aus der ganzen Welt wendet. Um zu gewinnen, muss ein privates Team einen Rover auf den Mond bringen, der dort mindestens 500 Meter zurücklegt und hochaufgelöste Bilder und Videos zur Erde übermittelt.
Die AUDI AG unterstützt mit Technologie-Know-how bei der Optimierung des Roversder Part-Time Scientists, dem einzigen deutschen Team bei Google Lunar XPRIZE. Im bisherigen Verlauf des Wettbewerbs ist das Mondfahrzeug der Forschergruppe bereits von einer Jury aus Raumfahrtexperten mit zwei so genannten Milestone Prizes ausgezeichnet worden.
Als Kooperationspartner unterstützt Audi das Team vor allem in seinen Kompetenzfeldern Leichtbau und E-Mobilität, beim permanenten Allradantrieb quattround beim Pilotierten Fahren. Auch beim Testen, Erproben und Absichern der Qualität bietet Audi breit gelagerte Zusammenarbeit an. Zudem überarbeitet das Audi Konzept Design München den Rover, um idealem Leichtbau-Bedingungen sicherzustellen. Künftig heißt das Mondauto übrigens „Audi lunar quattro“ – ein wenig Audi-Marketing muss dann schon sein.

Vor dem Einstieg von Audi sah das Mondauto so aus.

Vor dem Einstieg von Audi sah das Mondauto so aus.

Die Landefähre mit dem Audi lunar quattro soll bis 2017 an Bord einer Trägerrakete ins All starten und mehr als 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen. Etwa fünf Tage wird die Reise dauern. Das Ziel-Landegebiet liegt nördlich des Mond-Äquators in derNähe der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. Hier gibt es extreme Temperaturschwankungen von bis zu 300 Grad Celsius.
In verschiedenen Test-Schleifen, die unter anderem in den österreichischen Alpen und auf Teneriffa stattfanden, haben die Part-Time Scientists ihr Mondfahrzeug entwickelt, das in weiten Teilen aus Aluminum besteht. Ein verstellbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf und leitet es in eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie speist vier Radnabenmotoren. Ein Kopf an der Front des Fahrzeugs trägt zwei stereoskopische Kameras sowie eine wissenschaftliche Kamera zur Materialuntersuchung. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h – ein Laser wird das Ding auf der Mondoberfläche dann doch nicht. Viel wichtiger auf der holprigen Mond-Oberfläche sind jedoch die Offroad-Eigenschaften und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung.
„Mit Audi haben wir einen starken Partner gewonnen, der uns mit seiner Technologie und Mobilitäts-Kompetenz einen großen Schritt nach vorne bringen wird“, sagt Robert Böhme, der Gründer und Kopf von Part-Time Scientists.
Part-Time Scientists entstand Ende 2008 auf Initiative von Robert Böhme, der als IT-Berater in Berlin arbeitet. Die Mehrzahl der momentan etwa 35 Ingenieure kommt ausDeutschland und Österreich. Experten aus drei Kontinenten, darunter der ehemals leitende NASA-Mitarbeiter Jack Crenshaw aus Florida, verstärken das Team. Zu den Unterstützern der Gruppe gehören neben Audi zahlreiche Forschungseinrichtungen undHightech-Unternehmen, so etwa NVIDIA, die Technische Universität Berlin, das Austrian Space Forum (OeWF) und das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt(DLR).

Google Lunar XPRIZE
Der mit mehr als 30 Millionen US-Dollar dotierte Google Lunar XPRIZE ist ein Wettbewerb, der sich an Ingenieure und Unternehmer aus der ganzen Welt wendet. Um zu gewinnen, muss ein privates Team einen Rover auf den Mond bringen, der mindestens 500 Meter auf der Mondoberfläche zurücklegt und dabei hochaufgelöste Bilder und Videos zur Erde übermittelt.
Der Google Lunar XPRIZE will innovativen, unkonventionellen und kostengünstigen Ideen zum Durchbruch verhelfen. Deshalb sollen die Teilnehmer zu 90 Prozent ohne finanzielle Hilfe durch staatliche Institutionen auskommen. Der Launch der Rakete, die den Rover über mehr als 380.000 Kilometer Entfernung auf den Mond bringen soll, kostet in der Kalkulation der Part-Time Scientists inklusive der notwendigen Versicherungen etwa 24 Millionen Euro.
Die Mission, die spätestens am 31. Dezember 2017 abgeschlossen sein muss, wird nach Berechnungen der Part-Time Scientists etwa fünf Tage dauern. Ihr Ziel-Landegebiet liegt nördlich des Mond-Äquators unweit der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. Eine wirtliche Gegend ist das nicht – die Temperaturschwankungen betragen bis zu 300 Grad Celsius.
Beim Google Lunar XPRIZE läuft derzeit die Finalrunde mit 16 Teams. Neben den Part-Time Scientists, die im Juni 2009 offiziell im Wettbewerb registriert wurden, haben vier weitere Wettbewerber in den vergangenen Monaten so genannte Milestone Prizes gewonnen, die mit insgesamt 5,25 Millionen US-Dollar dotiert sind. Darunter zwei Gruppen aus den USA (Astrobotics und Moon Express) und jeweils ein Team aus Indien (Indus) und Japan (Hakuto).

Die Part-Time Scientists

Die Part-Time Scientists

Die Part-Time Scientists, das einzige deutsche Team beim Google Lunar XPRIZE, bekamen nach erfolgreichen Testvorführungen Milestone Prizes für die Entwicklung ihres Rovers („Mobility Prize“) sowie für seine optischen Systeme und Sensoren („Imaging Prize“) zugesprochen. Das Preisgeld dafür betrug insgesamt 750.000 US-Dollar.

Der nördlichste Kiosk Deutschlands liegt auf Helgoland

16. Juli 2015

Mit Helgoland verbinde ich viele Eindrücke. Wer um die Insel spaziert, wird auf viele bekannte Attraktionen und Sehenswürdigkeiten stoßen. Die Inselgruppe Helgoland und Düne gehört seit 1890 zum deutschen Staatsgebiet. Ich denke, das bekannteste Wahrzeichen der Insel ist die Lange Anna. Die Lange Anna ist eine 47 Meter hohe freistehende Felsnadel im äußersten Nordwesten der deutschen Nordseeinsel.

Der letzte deutsche Kiosk vor England liegt in Helgoland.

Der letzte deutsche Kiosk vor England liegt in Helgoland.

Was es aber auch gibt, ist der nördlichste Kiosk Deutschlands. An der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße 520 findet sich die Parfümerie Ellen, gegenüber der Schule und Friedhof. Kein besonderes Schild weist auf die Besonderheit des Ortes hin.

—- Update August 2023: der Kiosk ist inzwischen geschlossen —-

„Es ist der letzte Kiosk Deutschlands, dann können Sie nur noch in England einkaufen“, wird der Besucher von Ellen Fähland freundlich begrüßt. Ellen Fähland betreibt nicht nur die Parfümerie Ellen, sondern auch die Ferienwohnung Ingeborg. In ihrem Kiosk gibt Waren, wie überall auf der Insel.

Adresse: Hoffmann-von-Fallersleben-Straße 520 auf Helgoland

Adresse: Hoffmann-von-Fallersleben-Straße 520 auf Helgoland

Das Besondere ist eben nur die einzigartige Lage: Eis, Andenken, Mützen, Nippes, Zigaretten, Alkohol – und natürlich Duty Free. Für das vierzig Kilometer vom Festland entfernte Helgoland gelten Sonderregelungen: Die Gemeinde ist zwar Teil des deutschen Wirtschaftsgebiets, zählt aber weder zum Zollgebiet der Europäischen Union, noch werden deutsche Verbrauchssteuern erhoben. Gerade das Thema Alkohol-Verkauf wird in dem Laden groß geschrieben, der Schwerpunkt liegt auf Single Malt.

Na denn Prost.

Na denn Prost.

Wer auf den Fußmarsch zur Langen Anna ist, der kann sich im Kiosk mit Proviant noch eindecken – und erst auf dem Rückweg den Alkohol erwerben. Aber unbedingt auf die Zollbestimmungen achten. Der deutsche Zoll kontrolliert auf dem Festland sehr streng. Also entweder den Single Malt auf Helgoland vernichten, oder die erlaubten Waren einführen.

  • 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak
  • 1 Liter alkoholische Getränke mit mehr als 22 Vol% oder 2 Liter alkoholischer Getränke mit bis zu 22 Vol%
  • 500 Gramm Kaffee oder 200 Gramm Kaffeeauszüge
  • 50 ml Parfüm oder 250ml Eau d´Toilette

Indoor-Kräutergarten durch WMF-Bewässerungssystem

11. Juli 2015
Kräutergarten - Made by WMF,

Kräutergarten – Made by WMF,

Ich bin es leid, dass ich mir ewig neue Küchenkräuter kaufen muss, weil meine Pflanzen vertrocknen. Nun ich liebe es, mit frischen Kräutern zu kochen und meine Speisen zu verfeinern. Ein Teil meiner Pflanzen wächst im heimischen Garten, ein anderer Teil in kleinen Kräutertöpfen, die in der Küche und im Esszimmer verteilt stehen.
Beruflich bin ich oft mehrere Tage auf Reisen und damit werden die Kräuter nicht regelmäßig gegossen. Sie machen schlapp, sie vertrocknen. Ich kann die vertrockneten Kräutergewächse dann entsorgen, ärgere mich und besorge mir beim nächsten Einkauf wieder Kräuter. Diesen ewigen Kreislauf habe ich jetzt durchbrochen. Ich investierte in einen WMF-Kräutergarten mit Bewässerungssystem. Witzig ist, dass WMF ihn als Indoor-Kräutergarten beschreibt. Ich hätte mir selbst so was bauen können, aber meine handwerklichen Fähigkeiten sind überschaubar. Ich wählte einen Kräutergarten Gourmet mit drei Töpfen und Schere.

Die Edelstahltöpfe mit Loch und Docht.

Die Edelstahltöpfe mit Loch und Docht.

Die Töpfe sind aus spülmaschinenfesten Edelstahl und haben an der Unterseite ein Loch. Hier kommt ein mitgelieferter Glasfaserdocht durch. Die Pflanze mit ihrem Wurzelballen kommt dann in den Edelstahltopf und ich muss darauf achten, dass der Docht die Erde berührt. Anschließend kommt der Topf in den Plastikbewässerungstank, der zu zwei Drittel mit Wasser gefüllt wurde. Der Glasfaserdocht saugt das Wasser aus dem Tank an und versorgt die Kräuter. Der untere Teil des Dochtes muss freilich im Wasser liegen, nur dann ist die Funktionsweise des Bewässerungssystems gewährleistet. Das Ganze verhindert eine Über- oder Unterdosierung und ich kann beruhigt auf Reisen gehen.


Im Moment steht das Bewässerungssystem auf dem Esstisch und funktioniert einwandfrei. Ein Langzeittest muss noch zeigen, wie leistungsfähig das System ist.
Das Ganze wurde übrigens von Jan Christian Delfs geschaffen. Jan Christian Delfs (1977) schloss sein Industriedesign-Studium an der Muthesius Kunsthochschule Kiel 2006 ab. Seit 2001 war er u.a. als freier Mitarbeiter für Ostwalddesign und ON Industriedesign in Hamburg tätig. 2005 nahm er eine Dozententätigkeit an der Muthesius Kunsthochschule Kiel auf und gründete sein eigenes Design-Studio jcddesign. Jan Christian Delfs gewann mehrere Designwettbewerbe wie etwa den „Toshiba Contest“, den „WMF Designwettbewerb“ und den „Braun Preis“ und sein Topfuntersetzer Mister X wird bereits von Auerhahn produziert. Seit 2005 gestaltet er Produkte als freier Designer in seinem Designstudio in Kiel.

Tank mit Wasser auffüllen und Docht rein.

Tank mit Wasser auffüllen und Docht rein.

Allerdings habe ich im Nachhinein das Gefühl, dass mein Kräutergarten von WMF baugleich mit dem Kräutergarten Herbs@Home Kräutergarten von Auerhahn ist. Er geht ein paar Euro günstiger her.
Eine Kritik muss ich an beiden System dennoch loswerden. Der Bewässerungstank ist aus Plastik. Ich denke, er wird sich im Sonnenlicht auf der Fensterband verfärben. Bei einem Verkaufspreis zwischen 50 und 60 Euro hätte ich ein System aus Keramik oder Porzellan erwartet, was etwas mehr hermacht.

Fahrt von Cuxhaven nach Helgoland und zurück

5. Juli 2015
Ausbooten von der Atlantis.

Ausbooten von der Atlantis.

Schiff ahoi – wenn ein Bayern nach Helgoland fährt, dann ist es für mich als Bayer schon ein Erlebnis – auch wenn es sich nur eine Überfahrt von Cuxhaven auf die Insel Helgoland handelt.
Zunächst erstaunt mich, dass die Verkehr nicht im Stundentakt abläuft. Als Großstädter bin ich es gewohnt, dass die U-Bahn alle paar Minuten fährt. Beim Schiffsverkehr ist das anders, ganz anders. Das Schiff fährt pünktlich und das war es dann. Wer nicht pünktlich ist, der fährt halt eben nicht. Wir entscheiden uns für die Reederei Cassen Eils. Die Reederei Cassen Eils wurde 1952 von dem Norderneyer Reeder und Kapitän Cassen Eils gegründet. Gute zweieinhalb Stunden fährt das Seebäderschiff ab Cuxhaven bis zur Hochseeinsel Helgoland. Pünktlich um 10:15 Uhr legt das Schiff MS „Atlantis“ am Fährhafen ab. Zuvor gilt es ein Ticket für den Parkplatz zu lösen. Für die Fahrgäste der Atlantis steht ein Großraumparkplatz direkt am Anleger zur Verfügung. Die Parkgebühr beträgt 5,00 Euro pro Tag. Das Parkticket war gelb, das Mehrtagesticket für längere Inselaufenthalte hat wohl eine andere Farbe.
Dann geht es in ein Gebäude zum Ticketkauf. Einzeltickets lassen sich online kaufen, ein Familienticket gibt es nur vor Ort. Es kann auch mit Kreditkarte bezahlt werden, sehr gut. Neben dem Ticket gibt es auch einen Meldeschein zum Ausfüllen: Name, Geschlecht und Datum. Diesen Schein muss der Passagier beim Hafenmeister abgeben. Er dient als Passagierliste. Wenn das Schiff untergeht, können so die Passagiere identifiziert werden. Deutsche Ordnung muss sein, gut so.
Wir schiffen auf der MS Atlantis ein. Das Schiff ist schon ein älteres Semester. Ab Sommer 2015 kommt bei der Reederei Cassen Eils das neue umweltfreundliche Helgolandschiff. Hintergrund für diese erforderliche Umstellung sind neue Anforderungen im Sinne eines barrierefreien Reisens sowie die Beförderung von Frachtgütern.
Aber ich darf noch auf der alten Atlantis einschiffen. Die MS Atlantis wurde für den Helgolandverkehr gebaut und ist nach wie vor das größte im Einsatz befindliche Schiff. 1000 Passagiere finden während der Fahrt in sechs Salons Platz. Seine Mannschaft besteht aus acht Mitgliedern. Geplant und gebaut wurde MS Atlantis 1972 für die Reederei HADAG. Getauft wurde das Schiff allerdings zunächst auf „Helgoland“. Ein erster Namenswechsel erfolgte im Jahr 1983 in „First Lady“ bis zur Rückbenennung in „Helgoland“ 1997. Seit 1999 verkehrt das Seebäderschiff unter dem aktuellen Namen „Atlantis“.

Platz nehmen im Bordrestaurant.

Platz nehmen im Bordrestaurant.

Die Familie nimmt im Restaurant Platz, bestellt ein Frühstück und spendet einen Betrag für die Seenotretter. Während die Familie schlemmt, erkundige ich das Schiff und bin etwas über die Größe des Schiffsbazars enttäuscht. Ich dachte ursprünglich, dass an Bord Dutyfree-Einkauf möglich ist. Stattdessen gibt es Kuscheltiere und Reiseführer. Ich Landratte irrte mich, weil ich übersah, dass Dutyfree-Einkauf auf Helgoland kein Problem ist. Ja, da war es wieder, das Schnäppchen-Machen-Gen. Übrigens, die Zollbestimmungen sind klar und eindeutig:

  • 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak
  • 1 Liter alkoholische Getränke mit mehr als 22 Vol% oder 2 Liter alkoholischer Getränke mit bis zu 22 Vol%
  • 500 Gramm Kaffee oder 200 Gramm Kaffeeauszüge
  • 50 ml Parfüm oder 250ml Eau d´Toilette

Schmuggel lohnt sich nicht. Der deutsche Zoll ist streng und bei der Rückreise aufs Festland werden viele Passagiere gefilzt. Das finde ich richtig und gut.

Blick von Helgoland auf die wartenden Schiffe.

Blick von Helgoland auf die wartenden Schiffe.

Ich verbringe die meiste Zeit an Deck, lasse mich vom Nordseewind durchblasen und beobachte die vorbeifahrenden Schiffe wie Küstenwache oder Frachter. Was ich erst Tags darauf mitbekommen hatte, geriet ein Frachter mit Düngemittel vor Helgoland in Brand. Das hätte ins Auge gehen können, doch die Seenotretter und Hilfsorganisationen hatten die Sache im Griff.
Während der Überfahrt herrscht Windstärke 5. Es schaukelt ganz schön, zumindest für mich als Bayer. Windstärke 5 bedeutet, dass so manches Frühstück wieder zu Tage kommt. Nicht bei mir – mir macht das nichts aus. Die Mannschaft holt die Nasssauger zum Reinigen hervor, teilt blaue Spucktüten aus, reinigt das Schiff. Beim Klabautermann, es ergeht einigen Passagieren richtig schlecht und manche haben auch gelernt: Sich gegen den Wind zu übergeben ist keine gute Idee.
Nach zweieinhalb Stunden läuft die MS Atlantis im Hafen von Helgoland ein. Wir können mit der Atlantis nicht in den Hafen einfahren. Das geht erst mit dem Nachfolgeschiff ab Sommer. Das bedeutet, wir müssen Ausbooten. In der Schifffahrt bezeichnet man als Ausbooten die Beförderung von Passagieren von einem auf Reede liegenden Schiff zum Land. In Deutschland gibt es diese Transportform nur noch auf der Insel Helgoland. Dort werden zum Ausbooten so genannte Helgoländer Börteboote eingesetzt. Diese kleine Boote kommen vom Hafen und nehmen die Passagiere auf. Das Helgoländer-Hafenteam hat die Sache super im Griff, solange die Passagiere den Anweisungen folgen.

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Kita in Not – Münchner bitte helft!

2. Juli 2015

München ist eine attraktive Stadt. So attraktiv, dass immer mehr Menschen in diese Stadt an der Isar ziehen, um zu hier leben, um hier arbeiten. Ich mag meine Geburtsstadt München mit all ihren Eigenheiten, mit ihren Marotten – wie das Granteln beim Fön. Der Ausdruck, München sei ein Dorf, trifft für mich voll ins Schwarze. Ich sehe keine Art von Weltstadt – naja vielleicht ein bisschen.
Aber München hat auch seine Schattenseiten: Es gibt zu wenig bezahlbare Wohnungen, der Verkehr ist ein Chaos, der ÖPNV bricht regelmäßig zusammen, München ist sehr teuer und es gibt zu wenig Betreuungsmaßnahmen für Kinder.

Ironblogger zeigen Flagge
Und es gibt richtig gute Typen, denn München hat die Ironblogger. Es ist eine Vereinigung von Bloggern mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen. Hier bin ich dabei, ich fühle ich mich wohl. Ich gehöre nur wenigen Organisationen und Vereinen an, aber die Ironblogger haben mich überzeugt. Als digitaler Nomade bin ich journalistisch in verschiedenen Bereichen unterwegs. Vor gerade mal zwei Jahren gestartet – und schon zählen wir Münchner Ironblogger zu einer der größten und aktivsten Ironblogger-Gruppen in Deutschland. Zu unserem Jubiläum haben wir Ironblogger uns etwas besonderes einfallen lassen: eine geschlossene Blogparade zum Thema München.

130623_ib_Logo_München-01Zum zweijährigen Jubiläum der Ironblogger München möchte ich auf einen Notstand in München aufmerksam machen, verbunden mit einem persönlichen Aufruf zu einer Crowdfunding-Aktion. Die Kindertagesstätten Lucky Children sind unverschuldet in Not geraten. Gerade weil München so eine reiche Stadt ist, wäre es schön, wenn die Web-Community diese Kindertagesstätten unterstützen würden. Und ich will meinen Beitrag in der Blogparade zu München nutzen, um auf das Schicksal der Lucky Children aufmerksam zu machen.

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Bargeldunterschlagung vom Konto
Was ist passiert? Durch eine Bargeldunterschlagung vom Kita-Bankkonto der Lucky Children wurden am 18. Mai 2015 über 113.000 Euro an kommunalen Geldern veruntreut. Diese Unterschlagung gefährdet den Fortbestand von zwei Kitas in Neuhausen und Thalkirchen mit 46 Plätzen und 19 Arbeitsplätzen, die seit dem Jahr 2013 geschaffen wurden. Ich habe mich mit dem Geschäftsführer der Kitas getroffen und ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer Antonio Martin gemacht.


Die sofortige Strafanzeige (Az. BY8523-006940-15/7) bei der Polizei zeigte bisher keine Wirkung, so dass Antonio Martin am 27. Mai 2015 den notwendigen Insolvenz-Eigenantrag (Az.1542 IN 1627/15) stellen musste, da die Elternbeiträge alleine für Essen und Windeln der Kinder, Löhne, Sozialversicherungen und andere laufende Kosten nicht ausreichen.
„Durch diese Tat sind wir unverschuldet in diese Notlage geraten“, so Antonio Martin. „Wir sind ein privater Träger, dessen Elternbeiträge einkommensabhängig sind und sich an den Vorgaben der Stadt München orientieren, die so genannte Münchner Förderformel.“

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Aufruf im Netz
Und nun kommt seine Bitte: „Da wir nicht gemeinnützig sind bitten wir Sie um eine kleine Schenkung, damit wir eine faire Chance bekommen im Insolvenzverfahren nicht abgewickelt zu werden und die Zeit bis uns durch die Justiz Gerechtigkeit widerfährt, zu überbrücken.“
Was liegt da näher, als einen Aufruf im Netz zu starten. Eine örtliche Münchner Boulevard-Zeitung hat sich bereits den Fall angenommen. Die Abendzeitung München hat groß auf Seite 3 berichtet und der Artikel ist auch noch online. Weitere Zeitungen werden folgen.
Inzwischen hat Antonio Martin mit Kleinbeträgen bereits 2000 Euro gesammelt. Er hofft auf Unterstützung durch Crowdfunding, er hofft auf Unterstützung aus dem Web. Eine einfache Webseite und eine Fan-Seite in Facebook stehen schon. Nach den ersten Veröffentlichungen setzte eine kleine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Ein Leserin der Abendzeitung rief vom Münchner Flughafen an, als sie ihren Flieger besteigen wollte und schenkte spontan 50 Euro. Ich finde das gut und nachdem wir in der Blogparade der Ironblogger unser München zeigen wollen, will ich ein offenes und reiches München zeigen, dass soziale Projekte unterstützt.
Per Pay Pal oder klassischer Überweisung kann den Lucky Children geholfen werden. Ich würde mich freuen, wenn die Münchner und auch andere ein paar Euro schenken würden.

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Morgen geht es in der Blogparade weiter mit meinem Kollegen Lutz und seinem Blog Irgendwie ein Wassermann.

Bei mir im Glas: Ardbeg Uigeadail

1. Juli 2015
Der neue Ardbeg kam als Probe zu mir.

Der neue Ardbeg kam als Probe zu mir.

Die Postsendung sah schon etwas seltsam aus. In einem kleinen Paket kam eine Probe zu mir nach Hause. Der Inhalt des gut gepolsterten Pakets war ein verschraubtes Gläschen mit einer bernsteinartigen Flüssigkeit. Irgendwie erinnerte es mich an eine Urinprobe beim Arzt. Aber als ich die Aufschrift auf dem Glas las, da ging mir das Herz auf: Ardbeg Uigeadail
Als Fan des Ardbeg Single Malt und Teilzeit Food-Blogger erhielt ich die Ehre, eine Kostprobe der neuen Ardbeg Uigeadail-Edition zu erhalten. Vielen Dank dafür.

Die Probe fühlt sich in meiner Ardbeg-Familie wohl.

Die Probe fühlt sich in meiner Ardbeg-Familie wohl.

Ich mag den schottischen Whisky und besonders die Getränke von der Insel Islay: Rauchig, torfig, herb. Hier nimmt der Ardbeg bei mir eine besondere Rolle ein und sehr gerne, würde ich die Destillerie besuchen und die Atmosphäre aufsaugen. Irgendwann, irgendwann – meine Tweed-Jacke habe ich bereits von den westlichen Hebriden. Diese urtümliche raue, vom Wind und Wetter gezeichnete Insel ist das Zuhause von acht Single Malt Destillieren – von denen Ardbeg eine der Kleinsten ist.
Bis ich auf die westschottische Insel Islay komme, probiere ich den Ardbeg eben bei mir zu Hause. Ardbeg ist meiner Meinung nach am stärksten getorfte Single Malt Whisky, sicherlich aber der torfigste aller Islay Malts. Was ihn für mich legendär macht, ist die unnachahmliche perfekte Balance zwischen Rauch und Süße, bekannt als das Torfparadox.
Der Ardbeg Uigeadail ist ein besonderes Getränk in der Ardbeg-Familie. Dieser Single Malt verdankt seinen Namen dem See aus dem Ardebg sein torfiges Wasser bezieht. Ardbeg Uigeadail ist eine exklusive Komposition, gereift in Ex-Sherry und Ex-Bourbon-Fässern. Der Geschmack ist reichhaltig, süß, salzig und rauchig mit Noten von Karamell, Schokolade und Rosinen. Der Alkoholgehalt liegt bei 54,2 Prozent und er schmeckt mir.


Während der re:public 15 #rp15 in Berlin war ich mehrmals Gast bei verschiedenen Whisky-Tastings. In Guerilla-Manier traf sich eine Gruppe Gleichgesinnter am Affenhügel oder auf dem Hof und probierte unterschiedlichste Whisky-Sorten. Ein Ardbeg war leider bei meinen Tastings nicht dabei. Es gab bei mir Schweizer Whisky zum Probieren. Ich brachte zu den Tastings mein Nosing-Glas mit – freilich mit Ardbeg-Aufdruck. Aber die Aktionen haben wirklich Spaß gemacht.

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