Archive for the ‘Apple’ Category

Betrügereien um das iPhone 15 laufen

11. September 2023

Eine neue iPhone-Runde wird von Apple eingeläutet. Am Dienstag wird wohl Apple-Chef Tim Cook das iPhone 15 vorstellen und mit gleicher Regelmäßigkeit werden die Cyber-Betrüger aus den Löchern kriechen. Eigentlich ist es jedes Jahr das gleiche Spiel, aber wie jedes Jahr fallen Verbraucher auf die angeblichen Schnäppchen der Betrüger herein. Die Gier ist einfach zu groß.

Die Betrugsmaschen laufen schon auf vollen Touren, hat auch Kaspersky verschiedene Maschen festgestellt.

Betrugsschema Pre-Sale
Bei einem weit verbreiteten Betrugsschema locken Betrüger interessierte Käufer mit dem Angebot, das iPhone 15 bereits vor der offiziellen Markteinführung erwerben zu können – häufig zu einem horrenden Preis. Diese Masche macht sich den Eifer von Apple-Enthusiasten zunutze, die unbedingt als eine der Ersten das neueste iPhone besitzen wollen. Um sich diesen vermeintlich „exklusiven“ Kauf zu sichern, werden die Interessenten dazu aufgefordert, eine Vorauszahlung zu leisten oder ihre Zahlungsdaten preiszugeben. Darüber hinaus werden persönliche Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer abgefragt. Nach Preisgabe der Daten erhalten die Opfer das neue iPhone 15 nicht, die Betrüger jedoch Geld und Daten. Abgesehen von einem beträchtlichen finanziellen Verlust gefährdet diese Betrugsmasche auch die digitale Privatsphäre der Opfer, da die gestohlenen Daten möglicherweise zudem im Darknet verkauft werden.

Betrugsschema Verlosung
Bei einer weiteren Betrugsmasche wird Interessierten suggeriert, dass sie nach Leistung einer „geringen“ – häufig als Bearbeitungs- oder Registrierungsgebühr deklarierten – Vorauszahlung das neue iPhone 15 im Rahmen einer Verlosung gewinnen können. Aber auch hier gilt: das Angebot ist gefälscht, so dass arglose Verbraucher um ihr Geld gebracht werden.

Kaspersky gibt ein paar-Tipps zum Schutz vor Betrugsversuchen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Aber der Vollständigkeit bringe ich sie hier nochmals:
Nutzer sollten sich stets vergewissern, ob hinter Angeboten ein seriöser und autorisierter Verkäufer steht. Dies gilt insbesondere bei Käufen vor dem regulären Verkaufsstart.
Keine Vorabzahlungen bei Angeboten leisten, die Werbegeschenke oder Produkte vor dem offiziellen Verkaufsstart in Aussicht stellen.
Bei Kaufinteresse ausschließlich offizielle Kanäle wie die Apple-Website oder autorisierte Händler nutzen.
Online-Konten, insbesondere wenn diese zur digitalen Zahlung genutzt werden, stets mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) schützen, sofern möglich.

Erinnerung an Tony Bennett

23. Juli 2023

Sänger Tony Bennett ist tot. Der große US-amerikanische Sänger starb im Alter von 96 Jahren. Ich durfte ihn nur einmal live erleben und das bei einem ungewöhnlichen Event.

Er war am Ende der Keynote auf der MacWorld Expo 2009 der Überraschungsauftritt. Apple gab bekannt, dass sie 2009 zum letzten Mal an der Macworld teilnehmen werden. Die Keynote wurde nicht von Steve Jobs, sondern von Phil Schiller gehalten. Es wurden iLife und iWork ’09 sowie ein neues 17″-MacBook-Pro vorgestellt. Und dann kam Tony Bennett auf die Bühne. Kein Mann konnte besser sein als er, denn er sang einstmals I Left My Heart in San Francisco und wer passierte nach SF als Tony Bennett. Leider hab ich im Moment nur ein Video mit schlechter Auflösung, die HD-Version liegt noch irgendwo auf Band. Ich habe das Video hier hinterlegt.

Jahre später kaufte ich mir die Vinyl mit Lady Gaga und hab es bis heute nicht bereut.

Apple: Neue Möglichkeiten der Online-Präsentation bei Webinaren und Online-Schulungen

7. Juni 2023

Die Keynote zur WWDC von Apple-Chef Tim Cook ließ mich in vielerlei Hinsicht aufhorchen. Zu Vision Pro hab ich mich ja schon geäußert. Als Dozent für Veranstaltungen zum Thema Medienkompetenz finde ich die Neuerung bei den Themen Videokonferenzen, Webwaren und Online-Schulungen interessant. Online-Meetings gehören zu meinen Alltag.

Zum einen gibt es wohl in Vision Pro die Möglichkeit mit Standard-Software wie Teams, Zoom und Webex Seminare im VR-Raum abzuhalten. Da bin ich sehr gespannt darauf. Wie ich auf der Keynote gelesen und von Kollegen aus Cupertino gehört habe, ist der Avatar der Meetingsteilnehmer sehr präzise. Apple nennt sie Persona, eine digitale Darstellung, die durch Techniken des maschinellen Lernens erzeugt wird und Gesichts- und Handbewegungen in Echtzeit darstellt. Aber das kommt ja erst 2024 und wird sicherlich aufgrund des Preises von 3500 Euro für Vision Pro zunächst kein Massenmarkt.

Für den Rest von uns
Interessanter ist da schon das neue Mac-Betriebssystem. Es heißt macOS Sonoma und kommt ab Herbst als Final auf den Mac, die öffentliche Beta kommt nächsten Monat.

macOS Sonoma bringt verbesserte Features für Videokonferenzen, mit denen sich Inhalte interessanter teilen lassen – egal in welcher Videokonferenz-App. In der Keynote nannte Apple die üblichen Verdächtigen Teams, Zoom und Webex. Mit dem neuen Videoeffekt Moderatorenmaske werden Anwender über ihren geteilten Inhalten angezeigt und sind dadurch präsenter. Das musste ich bisher mit Zusatzsoftware machen, damit ich bei meinen Online-Schulungen nicht hinter der Präsentation untergehe oder nur als kleine Kachel erscheine. Künftig kann ich mich via Moderatorenmaske in den Vordergrund meiner Präsentation schalten und meinen Zuhörern näher sein und meine Rolle als Speaker deutlich besser ausüben. Wahrscheinlich bringt der Einsatz von Greenscreen und Licht noch bessere Effekte – das gilt es auszuprobieren.

Außerdem kann ich mich mit Reaktionen ausdrücken, wie ich oder meine Zuhörer sich fühlen, indem wir nahtlos Ballons, Konfetti, Herzen und mehr in das Videobild einfügen. Das ist sicherlich eher eine Spielerei und wird sich der Praxis zeigen, wie es angenommen wird. Im Moment gibt es Herzchen, Klatschen usw. meist am Ende einer Präsentation. Diese Reaktionen lassen sich auch per Handgeste auslösen. Die verbesserte Auswahl zur Bildschirmfreigabe macht es einfacher, bei Videoanrufen Inhalte aus Apps zu teilen. Anwender können dazu auf die grüne Taste oben links in der App klicken. So wird das Teilen von Inhalten aus offenen Fenstern ganz leicht, verspricht Apple.

Groß auf dem Fernseher
Zudem gibt es ein Update für tvOS 17, die Software für Apple TV, was aber wohl nur auf Apple TV 4K laufen wird. Ab diesem Herbst können Anwender on Apple TV 4K die neue FaceTime App auf dem Apple TV nutzen und Anrufe direkt von ihrem Apple TV aus starten oder Anrufe auf dem iPhone oder iPad beginnen und sie dann an ihr Apple TV übergeben. FaceTime auf dem Apple TV nutzt die Vorteile der Kamera-Übergabe und verbindet sich drahtlos mit dem iPhone oder iPad der Nutzer. Es greift dann auf die Kamera und das Mikrofon des Geräts zu und bringt alle Teilnehmer auf dem Fernseher zusammen. Das ist für reine Apple-Umgebungen interessant. Vielleicht nutzen wir dieses Feature im familiären Umfeld, ob es Teilnehmer von meinen Seminaren machen, bleibt abzuwarten.

Revolution statt Evolution: Apple kommt mit Vision Pro

6. Juni 2023

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Vision Pro lautet die Weiterentwicklung des Computers. Vorgestellt durch Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Es ist nicht nur eine AR/VR-Brille, sondern es ist die konsequente Weiterentwicklung eines neuen, eigenen Ökosystems mit Rechner inside.

Die technischen Daten von Prozessor, Linsen, Kameras lassen sich von der Apple-Website abrufen. Mir geht es hier mehr um die Vision hinter der Vision Pro. Ich kenne nur die Präsentation von der WWDC und ein paar Stimmen von Kollegen, die vor Ort in Cupertino waren. Ich habe das Headset noch nicht live gesehen, es soll ja 2024 in den US-Verkauf gehen. Preis 3500 US-Dollar – das ist ne Stange Geld, aber kein Vergleich was mich Macs in früherer Zeit gekostet haben.

Im Web lese ich von Taucher- oder Skibrille und was das für ein seltsames Design wäre. Erinnern wir uns an die Häme als die AirPods vorgestellt wurden und die Kritiker lachten, die würden niemals durch Wattestäbchen Musik hören? Und heute?
Vision Pro ist mehr als nur eine Brille. Es ist laut Tim Cook eine „neue Art von Computer, der die Realität erweitert, indem er das Reale und das Digitale naht­los miteinander vermischt.“ Große Worte, aber so muss es wohl sein. Wenn das wirklich klappt, dann ist es eine wirkliche Neuerung: Revolution statt Evolution – und ich bin mir sicher, Apple zeigt als Technologieführer wo der Hammer hängt. Apple erfindet sich wieder neu.

Und diese Aussage von Tim Cook zeigt, wie sehr er mit Steve Jobs verbunden war und ihn verstanden hat. Steve Jobs meinte einst: „Einige Leute wissen nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.“ Dieses Zitat wird oft als Ausdruck von Jobs‘ Ansatz zur Produktentwicklung bei Apple verwendet, bei dem das Unternehmen bestrebt war, revolutionäre Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen, noch bevor sie sich selbst dieser Bedürfnisse bewusst waren. Jobs glaubte daran, dass es nicht ausreicht, Kunden nur nach ihren Wünschen zu fragen, sondern dass wahre Innovation darin besteht, Produkte zu schaffen, von denen die Menschen nicht einmal wussten, dass sie sie brauchen würden. Und natürlich lese im im Netz, die ewigen Nörgler. Aber genau so ein Produkt wird Vision Pro werden, da bin ich mir sicher. Ein Produkt von dem ich noch gar nicht weiß, wie sehr ich es brauchen werde.

Vision Pro wird Folgen haben. Wenn ich höre, dass Disney einer der ersten Content-Partner ist, wird die Luft für Kinos und Beamerhersteller dünner. Auf Disney werden Netflix und Co folgen. Wenn Vision Pro Medieninhalte in hoher Auflösung und Größe vor meinen Augen abspielt, dass wird sich die Unterhaltungsindustrie verändern. Schon jetzt bin ich begeistert, vom Gaming im 360 Grad Raum durch meine Sony VR2 – wie aufregend kann das erst durch Vision Pro werden? Ach ja, die 3D-Wiedergabe brauche ich als Sehbehinderter persönlich nicht, hoffe aber, dass Brillenträger mit der Vision Pro gut zurecht kommen. Tim Cook und der Leiter der Apple-Design-Abteilung Richard Howarth sind ja auch Brillenträger. In kleinen Räumen oder Bienenwaben-Appartements wird auf einmal alles viel, viel größer. Die Brille öffnet größere Räume, vielleicht auch größere Räume der Fantasie?

Ich bin als digitaler Nomade gewohnt, irgendwo zu arbeiten, wo es einen Netzempfang gibt. Da wird das System auch in meiner mobilen Arbeitsumgebung interessant. Vision Pro ist schließlich ein leistungsfähiger Computer und nicht nur eine VR/AR-Brille. Apple liefert durch einen eigenen App-Store die entsprechenden Apps fürs autonome Arbeiten (an denen Apple freilich gut verdienen wird). Und ich kann, so zumindest in der Präsentation meine bestehende Hardware wie MacBook Pro ins Headsystem einbinden. In der Präsentation wurde Apple eigene Software-Programme wie Keynote oder Mail gezeigt, aber auch Microsoft Word und andere Office-Teile.

Reizvoll finde ich die Konferenzen mit eigenem Avatar, die nicht so Nintendomäßig aussehen wie die Meta-Variante on Horizont World. Netter Sidekick: Das Wort Metaverse fiel bei Apple nicht ein einziges Mal, aber ich bin sicher, Mark Zuckerberg hat die Präsentation genau verfolgt und bohrt die Quest x sicher schon auf. Etwas nervös werde ich allerdings, dass Cook auch das Wort AI/KI nicht einmal gesagt hat. Der Einsatz von Präsentationssoftware wie Webex, Teams oder Zoom wurden angekündigt und das wird Arbeiten in virtuellen Räumen verändern.

Die Keynote der WWDC muss sich erst einmal setzen lassen. Neben neuen Macs, neuen OS für iPhone, iPad, Mac und Watch nun noch Vision Pro. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns mit der veränderten Welt beschäftigen. Ich fang an zu sparen und freue mich als Fan-Boy auf weitere Innovationen. Alles wird gut.

Make Something Wonderful – PDF mit Gedanken von Apple-CEO Steve Jobs

22. Mai 2023

Ich hatte (für mich) die große Ehre mehrmals den ehemaligen Apple-CEO Steve Jobs bei Veranstaltungen zu treffen und einmal durfte ich ihn sogar einmal kurz persönlich sprechen. Und ja, ich geb es zu, ich bin ein Steve Jobs-Fanboy und hänge am Steve-Tropf, obwohl der Meister schon vor einigen Jahren verstorben ist.

Vor kurzem kam mit Make Something Wonderful eine kuratierte englischsprachige Sammlung von Steves Reden, Interviews und Korrespondenz auf den Markt. Es gibt ein paar gedruckte Exemplare, aber für den Rest von uns gibt es ein kostenloses PDF. Das PDF-Buch und bietet einen Einblick in das Leben und die Arbeit des Menschen und Unternehmers Steve Jobs. Auf diesen Seiten erzählt Steve von seiner Kindheit, von der Gründung und dem Rauswurf bei Apple, von seiner Zeit bei Pixar und NeXT und schließlich von seiner Rückkehr zu dem Unternehmen, mit dem alles begann. Und nein, es ist keine verspätete Autobiografie, sondern eine Sammlung von Statements, die zusammengefasst wurden. Die Einführung macht die Jobs-Witwe Laurene Powell Jobs. Das PDF wurde von Leslie Berlin herausgegeben. LoveFrom, die Firma von Jony Ive, dem ehemaligen Design-Chef von Apple, hat das Buch gestaltet.

Es ist keine Verklärung, sondern die Texte zeigen einen Getriebenen. Hier gibt es keine Sammlung weiser Zitate, sondern für mich brachte die Lektüre vor allem Inspiration auf Kreativität. Schließlich heißt das Buch auch „Make Something Wonderful: Steve Jobs in his own words„. Ich habe mich von dieser Mischung aus posthumen Memoiren und einem Sammelalbum, das anhand von Notizen und Entwürfen, die Jobs an sich selbst gemailt hat, gut unterhalten.

Natürlich geht das Buch auch auf die Stanford-Rede ein. Und es gibt hier die interessanten ersten Entwürfe. „Stellen Sie sich vor, Sie wären ein alter Mensch, der auf Ihr Leben zurückblickt“, schrieb Jobs im Juni 2005 in einer E-Mail an sich selbst. „Ihr Leben wird eine Geschichte sein. Es wird Ihre Geschichte sein, mit ihren Höhen und Tiefen, ihren Helden und Schurken, ihren Weggabelungen, die alles bedeuten.“

Bitte zahlen, Apple! – Wenn Apple zur Bank wird

19. April 2023

Jetzt ist es eingetreten: IT-Unternehmen mausern sich immer mehr zur Bank und machen deren Geschäft streitig. Apple hat es in den USA vorgemacht und es werden sicherlich andere folgen. Damit tritt das ein, was ich in meinen Bargeld-Seminaren vorausgedacht habe.

Wir erinnern uns: Der Start war das Zahlungssystem Apple Pay im Jahr 2014 in den USA. Lange haben sich deutsche Geldinstitute dagegen gewehrt und auf eigene Lösungen gesetzt, vergeblich. Ich erinnere mich an ein Streitgespräch mit meinem Sparkassenverkäufer (-berater will ich nicht sagen). Apple müsse sich der Sparkasse öffnen, meinte er damals. Träum weiter Junge. Die Forderung der Kunden war so groß, dass die Banken nachgeben mussten. Ab 2018 war das System auch in Deutschland und in 60 weiteren Ländern verfügbar. Für mich gehört Apple Pay inzwischen zu meinen wichtigsten mobilen Zahlungsdienstleistungen.

Dann kam im Jahre 2019 – allerdings nur in den USA – die Apple Kreditkarte. Silber, edel im Ausstehen – nur der Name des Karteninhabers und der angebissene Apfel. Neidisch schau ich auf diese Karte und hoffe, dass sie neben Master- und Visacard irgendwann bei mir im Geldbeutel steckt. Mir gefällt als Apple Fan-Boy einfach das Marketing.

Und jetzt legt Apple noch eine Schippe drauf. Es gibt ein Tagesgeldkonto – ohne Gebühren, ohne Vorgaben zur Einzahlung. Also Apple macht auf Bank. Das maximale Guthaben für ein Konto ist auf 250.000 Dollar begrenzt. Dafür gibt es vom reichsten Unternehmen der Welt in Kombination mit Goldman Sachs einen Zinssatz von 4,15 Prozent. Das ist mehr als andere US-Banken. Goldman Sachs selbst bietet seinen Kunden 3,75 Prozent.
Ich bin sehr gespannt, wann Google und Co diesen Weg folgen werden. Erste Schritte sind ja bereits getan und vor allem bin ich gespannt, wie bisherige Banken und Geldinstitute darauf reagieren werden. Ich denke nur an das nächste Gespräch mit meinem Sparkassenverkäufer.

Filmtipp: Tetris von Jon S. Baird auf Apple TV+

18. April 2023

Das allererste was ich getan habe, als der Abspann des Tetris Films bei Apple TV über den Bildschirm lief war folgendes: Ich holte aus einer Vitrine meinen allerersten GameBoy hervor, steckte Batterien rein, suchte aus der Spielesammlung die Cartridge von Tetris und setzte mich auf Sofa und spielte, spielte und spielte.

Der Film Tetris von Jon S. Baird hatte mir gefallen, denn ich mag Geschichten über Videospiele und deren Erfinder. Das ist Kultur und Geschichten über Videospiele ist Kulturjournalismus pur. Leider wird das von der etablierten Kulturpresse nur bedingt abgebildet und Videogames fristen in der klassischen Presse eher ein Nischendasein, wenn überhaupt. Sie haben aber für mich die gleiche Berechtigung wie andere Phänomene der Pop-Kultur. Natürlich mag ich die Spiele auch selbst, aber die Hintergründe zu Spielen interessieren mich doch sehr.

Aber zurück zum Film: Die Geschichte von Tetris ist ja allseits bekannt. Ich habe sie in so viel Magazinen und Büchern gelesen. Aber jetzt diese Geschichte auf die Beamerleinwand zu sehen, war doch etwas besonderes. Tetris spielt in der Zeit des Kalten Krieges und im frühen Silicon Zeitalter. Zu Hause stand bei mir mein Atari 2600.

Ich hörte als Jugendlicher von weit entfernten Messen, die CES in Las Vegas, die ich erst Jahrzehnte später persönlich besuchen sollte. Dort entdeckte Henk Rogers das Spiel des russischen Programmieres Alexei Paschitnow. Rogers erkannte das enorme Spielpotenzial dieses einfachen, aber genialen Spiels und versuchte die Vertriebslizenzen zu erwerben. Er wusste, dass Nintendo den GameBoy auf den Markt bringen würde und Tetris war das ideale Spiel für diesen Handheld. Aber, es war, wie gesagt, der kalte Krieg und die damalige Sowjetunion war ein zäher und nicht kalkulierbarer Verhandlungspartner. In vielen wunderbaren Details stellt der Film diese Situation und diese graue Zeit da, die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Gerade die Geschehnisse in der Sowjetunion unter Michael Gorbatschow zeichnete den Film ideal: düstere Bilder, düstere Musik, düstere Schauspieler. Der besondere Reiz sind natürlich die Unterbrechungen in 16 Bit Grafik, die ich gefeiert habe.

Vielleicht funktioniert Tetris nur in Teilen als Thriller als der er ursprünglich gedacht war. Als Thriller enttäuscht der Film ein wenig, aber der über die Genregrenzen hinaussieht, wird ein Juwel entdecken. Die Thrillerelemente tauchen erst zum Ende des Films auf und sind gut inszeniert, vor allem wenn sie mit 16 Bit Grafik angereichert werden. Vor allem funktioniert Tetris als Zeitdokument und gibt uns einen Einblick in vergangene Zeiten. Er ist ein Film, der Mut macht Grenzen zu überwinden, es ist ein Film über Freundschaft und Ehrlichkeit. Und der Film ist eine Verbeugung vor dem großen Programmierer Alexei Paschitnow, der ein Holzspiel seiner Jugend ins digitale Zeitalter übertrug und einen zeitlosen Mythos schuf, der die Welt der Spiele veränderte.

Videospiele waren in meiner Jugend immer Jungsache. Und dann kam Tetris und änderte alles. Das ist übrigens auch ein Buch, das ist sehr empfehlen kann. Das Zeitalter der Jungs endete mit Tetris. Selbst meine Mutter, die für mich als Jugendlicher damals schon eine ältere Frau war, aber zu Tetris Zeiten jünger war, als ich heute bin. Diese Frau war der Sucht nach den fallenden Klötzchen verfallen. Ich bekam einen GamesBoy geschenkt und sie spielte damit. Auf einmal waren Videospiele ein Zeitvertreib für die gesamte Familie und nicht nur für pubertierende Jungs wie mich.

Es gibt unzählige Tetris-Clones. Ich spielte das Spiel gerne auf dem C64. Und es soll wohl auch ein Tetris für das Atari 2600 geben, was ich aber nie gespielt, geschweige denn besessen habe. Der Jäger und Sammler ist nach dem Film wieder in mir erwacht …

Apple Music Classical-App erschienen und ich nutze sie begeistert

28. März 2023

Endlich ist sie da – die Apple Music Classical-App. Um 1:03 Uhr war sie bei mir für den Download für iPhone und iPad bereit und natürlich habe ich gleich zugegriffen. Die Android-App soll folgen.

Ich dachte beim Laden zurück als ich vor Jahren noch Chefredakteur der MACup war, der ältesten Mac-Zeitschrift Europas. Damals stellte Steve Jobs den iPod vor – 1000 Songs in deiner Tasche. Es gab spezielle Sonderausgaben vom iPod, wie beispielsweise den U2-Player. Und wir diskutierten damals in der Redaktionskonferenz, ob es vielleicht auch spezielle Ausgaben von klassischen Komponisten geben würde: Bach, Beethoven, Mozart oder gar Wagner. Natürlich waren dies Hirngespinste, denn so einen Nischenmarkt hätte Steve Jobs nicht belegt. Wer der hippen Kunden von damals hätte sich Klassik reinziehen wollen, höchstens noch Vivaldis Vier Jahreszeiten.

Bei iTunes und auch beim Streaming-Dienst Apple Music gab es zwar klassische Musik, aber sie stand niemals im Mittelpunkt. Bis heute: Mit der Apple Music Classical-App steht hat Apple endlich Klassikhörer als Zielgruppe entdeckt. Apple bringt Klassik einem breiten Publikum näher und das ist ein großer Verdienst, wenn so ein Player wie Apple in diesen Markt einsteigt. Wer ein Apple Music-Abo hat, bekommt die klassische Musik dazu.

Das Logo der App ist ein Notenschlüssel. Das Klassikangebot ist übrigens das Ergebnis der Übernahme des Unternehmens Primephonic durch Apple im Jahr 2021. Ursprünglich sollte die Apple Music Classical-App schon 2022 erscheinen, aber daraus wurde nichts – warum auch immer.

Die Funktionsweise ist wie bei der bisherigen Music-App. Die Aufnahmen sind ein Querschnitt aus der Klassik mit unterschiedlichen Interpreten. So liegen gleiche Stücke in verschiedenen Einspielungen vor, um den Stil eines Dirigenten oder eines Orchesters vergleichen zu können. Das ist natürlich ein Unterschied und ein Problem gegenüber Rock/Pop, wo ich gerne eine bestimmte Band oder Interpreten hören möchte. Es gibt von Bach mehr als eine Einspielung. Und da wird das Gemeckere der Puristen sofort einsetzen, warum denn die oder die Einspielung bei Apple Music Classical-App nicht enthalten ist. Als Wagner-Freund habe ich auch bestimmte Lieblingseinspielungen vermisst, aber hey Leute: Es ist ein Anfang. Es liegen wohl fünf Millionen Stücke vor. Die Auflösung reicht bis zu 192 kHz/24-Bit Hi-Res Lossless. Ich nutze die Entdecken-Funktion und ich freue mich sehr, dass auch John Williams vertreten ist, für mich der wichtigste lebende Filmkomponist.

Nun, ein iPod ist es nicht geworden, aber für mich heißt es nun: Kopfhörer auf und Klassik genießen. Für mich persönlich ist die Apple Music Classical-App ein großer Wurf.

Gordon Moore – immer wieder genannt

25. März 2023

Es gibt kaum ein IT-Seminar für Verbraucher in dem ich ihn nicht zitierte. Gemeint ist Gordon Moore, der ehemalige Chef von Intel, der jetzt im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Moore hatte die Gesetzmäßigkeit – auch Moore‘s law – beschrieben, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt. Oder auch ausgedrückt: Je kleiner der Chip wird, desto schneller.

Ich will heute keinen Nachruf schreiben, ich habe Moore nicht gekannt und habe auch nur Intel-Chips verwendet, als sie bei Apple Rechner verbaut waren. Der Umstieg von Power-PC auf Intel, ließ das Apple Universum erbeben. Heute macht Apple seine eigenen Chips und ist Intel wohl weit voraus.

Ob Gordon Moore mit seiner Gesetzmäßigkeit weiterhin recht hat, kann ich nicht beurteilen. Das wäre ein Blick in die Glaskugel. es heißt: Experten gehen davon aus, dass das Moore’sche Gesetz wegen des physikalischen Endes der immer weiteren Verkleinerung ungefähr im Jahr 2025 seine Gültigkeit verlieren wird – schlicht weil noch kleinere Strukturbreiten auf den Siliziumchips dann von quantenmechanischen Effekten unmöglich gemacht würden. Aber warten wir ab. Voraussagen sind immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Ich werde Gordon Moore aber erst mal weiterhin in meinen Seminaren zitieren und danke ihn unbekannterweise für sein Lebenswerk.

Heimstudio: Telepromter für Sony ZV1

13. März 2023

Als (Nachwuchs-)YouTuber übe ich regelmäßig und versorge meine kleine, aber feine Community mit Filmen in verschiedenen Playlists. Um professioneller zu werden, habe ich an Hardware aufgestockt. Meine jüngste Anschaffung ist ein Teleprompter.
Ich nutze seit langem Teleprompter-Software für meine iOS-Geräte und bin grundsätzlich zufrieden. Aber ich habe über die Zeit mehrere Probleme für mich identifiziert: Das iPhone Max hat zwar ein großes Display, aber die Schrift ist dennoch zu klein für meine schlechten Augen. Beim iPad Pro 12 ist die Schrift prima, aber die Auflösung der Front-Kamera könnte höher sein und der Anschluss eines externen Mikrofons über das die Apple USB-C-Schnittstelle ist eine Fummelei.

Für meine Online-Schulung verwende ich als Hauptkamera eine Sony ZV1 in 4K und bin bis auf ein paar Kleinigkeiten zufrieden. Ich schließe an die Kamera ein externes Mikro an – im Moment verwende ich den genialen Fieldrekorder Portacapture X8 von Tascam. Also musste nun ein Hardware-Teleprompter für die Sony-Kamera her. Diese habe ich zusätzlich noch mit einem externen Weitwinkelobjektiv ausgestattet, um noch besser meine Shows zu machen.

Teleprompter gibt es wie Sand am Meer. Ich habe mich für den Pafieo S14 entschieden. Vielleicht hätte auch der Pafieo S12 gereicht, aber ich wollte aufgrund meiner schlechten Augen auf Nummer sicher gehen. Das Ding ist aus einer Aluminiumlegierung und in einem Stück zusammenklappbar und wandert bei Nichtgebrauch in einen mitgelieferten Koffer. Der Teleprompter kann auf jedes Stativ montiert werden. Für einen Stativarm am Schreibtisch ist das System zu schwer, daher verwende ich ein standfestes Stativ, das auf meinem Schreibtisch steht.
Ich habe folgenden Workflow. Ich schreibe meine Texte in einem Texteditor – im meinem Fall ist es der iA Writer, der über die iCloud auf alle Apple-Geräte synchronisiert wird. So habe ich überall die gleiche Fassung und kann an jedem Ort meine Texte weiterschreiben.

Kommt es zur Aufnahme, wird der Text in die einfache App Inmei Teleprompter kopiert, die für iOS und Android kostenlos vorliegt. Ein wenig Kosmetik mit Schriftgröße und Hintergrund ist gegebenenfalls nötig. Im Mirror-Mode kann der Text auf dem iPad Pro abgespielt werden. Die Geschwindigkeit steuere ich mit einer Fernbedienung, die dem Teleprompter beiliegt. Das iPad Pro kann wunderbar in den Pafieo S14 eingeklemmt werden. Die Sony ZV1 schaut durch ein schwenkbares Glas auf das die Schrift des iPads gespiegelt wird. Ich positioniere mich vor dem System, starte via Blauzahn meine Sony-Aufnahme und starte den Teleprompter. In der ersten Zeit habe ich noch einen Fieldmonitor über HDMI angeschlossen, um zu überprüfen, ob der Bildausschnitt passt und oder schlimmstenfalls ein Stück schwarzen Stoff von Teleprompter in die Kameralinse ragt. Meine erste Aufnahme war diese hier.

Weitwinkelobjektiv für Sony ZV1
Ich wollte ja eine größere Brennweite für meine Sony ZV1, die ja ein festverbautes Objektiv hat. In der Vergangenheit hatte ich ein aufgeklebtes NoName-Ojektiv verwendet, das grundsätzlich gute Dienste leistete. Doch im Laufe der Zeit und durch die Hitze der Scheinwerfer wurde der Klebstoff porös und das Ding wurde locker.

Ich griff nun zu einer chinesischen Lösung auf dem Hause NEEWER. Ich habe schon ein paar Lampen von NEEWER zufriedenstellend im Einsatz und wählte nun ein 18mm Weitwinkelobjektiv. Ich nahm die weiße Variante, nachdem schwarz zwar optisch besser passt, aber langweilig ist. Das Objektiv wird über einen Adapterring auf die Kamera geschraubt und hält absolut fest. Auch die Steuerung über die Wippe von Weitwinkel zu leichtem Tele klappt ohne Probleme.

So wurde das heimische Studio upgegradet und für weitere Drehs fit gemacht. Mal sehen, was als nächstes ansteht.