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Ludger Freese, der bloggende Metzger – Vorbild für Social Media im Handwerk

17. Januar 2014

Jetzt ist wieder die Zeit für die norddeutsche Spezialität Grünkohl und Pinkel. Und fällt mir natürlich mein Bloggerkollege Ludger Freese ein. Ludger, in Twitter @lusches genannt, ist Metzgermeister und hat heute unter anderem einen erfolgreichen Partyservice und Online-Shop, nachdem er im vergangenen Jahr seine Metzgerei schoss. In meinem Archiv habe ich einen Vortrag von ihm gefunden, den er beim Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks gehalten hat. Die Grundaussagen von damals gelten heute noch immmer.

Ludger Freese ist im Netz eine Berühmtheit. Ludger Freese ist der bloggende Fleischer und das Paradebeispiel eines Handwerkers, der mit Social Media-Werkzeugen hervorragend umgeht. Die Internet-Adresse ist http://www.fleischerei-freese.de

Begonnen hatte er im Jahr 2000, als seine erste Website online ging. Auf dieser Seite war ein kleines Forum eingebaut, in dem Kunden Fragen stellen konnten. “Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass das Forum überhaupt nicht lief und ganz schwach besucht war”, so Freese. Aber er hatte auf anderen Plattformen Erfolg. Er war Gastautor in verschiedenen Blogs, unter anderem auf dem Fleischerblog. Dort bekam er ein hervorragendes Feedback. Leute traten mit ihm in Kontakt. “Was liegt also näher, als einen eigenen Blog zu starten und die Themen der Leute aufzugreifen?” fragte er sich.

Grünkohl & Pinkle von @lusches - so wie das Foto auch.

Grünkohl & Pinkle von @lusches – so wie das Foto auch.

Zunächst hatte er aber Bedenken: “Wie ist das mit der Rechtschreibung?” “Schaffe ich es, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen?” “Finde ich genügend Themen, über die es zu schreiben lohnt?” Aber Freunde und Bekannte haben Ludger Freese Mut gemacht und er startete seinen Blog “Essen kommen” auf WordPress-Basis, die Adresse ist http://blog.fleischerei-freese.de/. Die Community hat das Engagement gewürdigt und seinen Blog weiterempfohlen. “Ich konnte es nicht glauben, was da passiert ist. Die Zugriffszahlen meines Blogs stiegen in die Höhe und vervielfachten sich.” Jetzt müssen die User bei Laune gehalten und regelmäßig mit Themen versorgt werden. Das regelmäßige Schreiben fiel ihm leichter als gedacht. “Es muss nicht täglich sein, aber wichtig ist ein dauerhaftes Engagement. Das kann auch ein Blogbeitrag einmal die Woche sein. Öfters ist aber sicher besser.”

Gleichzeitig trat Freese in Kontakt mit anderen. “Ich kommentiere in anderen Blogs und mische mich in Diskussionen ein. Ich zeigte Präsenz im Netz und zog mich nicht nur auf meine Website zurück.” Gerade der Vernetzungsgedanke ist bei Ludger Freese zu spüren. Er fing an, verschiedene Plattformen auszuprobieren. Heute ist Freese unter anderem auf Facebook, Twitter, Xing, Foursquare und vielen anderen Plattformen zu finden.

“Es ist ein riesiges Fenster, was da durch soziale Netze aufgeht”, so Freese. Es sei eine enorme Macht, die in sozialen Netzen liege, und gerade das Handwerk sollte die Chance erkennen. “Dabei geht es nicht vordergründig darum mehr zu verkaufen und höhere Umsätze zu erzielen, sondern es geht um den Kontakt mit den Leuten.” Die höheren Umsätze folgen ganz von alleine. Freese integrierte in seine Website einen Online-Shop und verschickt seine Waren innerhalb Deutschlands. Und es wird bestellt, vor allem, wenn es regionale Saisonwaren wie Grünkohl gibt. Es gibt zahlreiche eigene Wurstkreationen, wie verschiedene Grillwürste oder die legendäre world wide wurst.

Klassische Massenmedien wie Zeitungen und Fernsehsender berichten regelmäßig über die Fleischerei in Visbek und ihren bloggenden Chef. Das schafft neue Aufmerksamkeit und neue Kontakte, aus denen Kunden werden.

Und Ludger Freese hat eine enorme Freude daran und ist sich nicht zu schade, einen Spaß mitzumachen. “Auch wenn es meine Kinder schon kritisch sehen, was der Papa da so macht. Aber stolz sind sie auf ihren alten Herrn auch.” Freese weiter:  “Man muss schon über sich lachen können, das verstehen einige Kollegen überhaupt nicht.” Er dreht Videos und beantwortet dabei schon mal die Frage, wie man eine Bierflasche ohne Öffner aufbekommt – mit Suppenkelle und Fleischermesser. Ein Renner unter den YouTube-Videos. Das schafft Reichweite und Kultstatus.

Wichtig ist für Freese seine Kunden in Geschäftsentscheidungen miteinzubeziehen. Es wird regelmäßig in Votings gefragt, welche Mittagsgerichte beispielsweise in dem angeschlossenen Restaurant serviert werden sollen. “So was bietet sich für das Friseurhandwerk doch auch genial an”, so Freese, der Innungsmeister und stellvertretender Kreishandwerksmeister in seiner Region ist. “Es geht nicht darum perfekt zu schreiben, sondern es geht darum authentisch zu sein.”

Natürlich reagieren seine Umgebung und manche seiner Kollegen skeptisch über so viel neue Kommunikation. “Das ist keine Spielerei, sondern Arbeit, die Spaß macht.” Freese ist auf zahlreichen Kongressen unterwegs und stellt seine Social Media-Aktivitäten vor, wie unlängst beim Kommunikationskongress in Berlin. Aber auch bei der Handwerkskammer in Oldenburg oder kleinen Guerilla-Seminaren seiner Kreishandwerkerschaft wird Ludger Freese nicht müde, sein Konzept zu erläutern. Ich hab ihn bereits mehrmals getroffen und erlebt. So such beispielsweise beim Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks. Dort habe ich seinen Vortrag für YouTube mitgeschnitten.

Wichtig sei es, natürlich zu bleiben und keine Werbung zu machen. Es gibt keinen Post nach dem Motto “100 Gramm Salami für 1,10 Euro”. Ehrlichkeit und Natürlichkeit – das zähle im Netz und schlage sich auch in den Zahlen nieder. Die Website habe durchschnittlich 3000 Besucher pro Tag. Seit März 2007 hat Freese 1300 Artikel in den Blog eingestellt und über 7000 Kommentare erhalten.

“Ich sehe in sozialen Netzwerken wie Blogs, Facebook und Twitter eine riesige Chance für das Handwerk, denn Kunden informieren sich heute im Netz. Also muss das Handwerk ins Netz. Es geht um Kunden und um den Dialog mit Kunden – so einfach ist das”, so Ludger Freese.

Dies ist ein Auszug aus meinem Buch Social Media für Friseure. Dort gibt es Ausführungen zu Social Media und einige Fallbeispiele. Ludger Fresse ist eines davon. Das Buch gibt es gerade reduziert beim Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Ich helfe viele Handwerker bei ihren Schritten in soziale Netzwerke.

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Social Media nimmt weiter zu – aktuelle Zahlen

12. Dezember 2013

Vier von fünf (78 Prozent) Internetnutzern in Deutschland sind in einem sozialen Netzwerk angemeldet und zwei Drittel (67 Prozent) nutzen diese auch aktiv. Das berichtet der Hightech-Verband Bitkom auf Grundlage einer aktuellen Studie zur Verbreitung sozialer Netzwerke. Dies hat mich doch schon sehr erstaunt, denn ich fand die Zahlen sehr hoch. Wer aber auf den zweiten Blick hinschaut, wird feststellen: die Bitkom hat Recht. Viele sehen in sozialen Netzwerken Plattformen wie Facebook und Twitter, aber wir dürfen die vielen mobilen Plattformen wie Instram, Vine, Shuttersong oder auch YouTube denken.

Ich bin viel ganzen Land zum Thema Social Media unterwegs. Ich führe dabei nicht strickt Buch, sondern es ist oftmals auch Bauchempfindung. Danach sind die Nutzerzahlen vor allem bei den Älteren stark gestiegen. Das sagt auch die Bitkom. 55 Prozent der Internetnutzer in der Generation 50-Plus sind derzeit in sozialen Netzwerken aktiv. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es erst 46 Prozent.

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Interessant ist aber der Grund, warum die Generation Silbersurfer in sozialen Netzwerken aktiv ist. Meiner Erfahrung nach ist es nicht, die Möglichkeit Aussagen zu posten, zu kommentieren, Bilder einzustellen oder Videos zu teilen. Es ist oftmals so, wenn man Leute nach dem Grund fragt, kommt die Antwort: Früher hat mich der Sohn, der Neffe, der Enkel am Wochenende angerufen. Heute sagt er zu mir: Schau doch ins Facebook, dann siehst du was ich mache. Die Generation schaut und informiert sich. Sie postet weniger. So waren Frauen bei der Nutzung sozialer Netzwerke bislang deutlich überrepräsentiert, jetzt konnten die Männer annähernd gleichziehen: 68 Prozent der weiblichen Internetnutzer sind aktive Mitglieder in den Netzwerken, bei Männern sind es 67 Prozent. Vor zwei Jahren waren dagegen erst 61 Prozent der Männer in sozialen Netzwerken aktiv.

Laut Umfrage konnten sich in Deutschland neben dem mit Abstand beliebtesten Netzwerk Facebook andere Communitys mit Erfolg etablieren oder neu in den Markt einsteigen. 56 Prozent der Internetnutzer sind aktive Mitglieder bei Facebook. Es folgen die Netzwerke Stayfriends mit 9 Prozent, vor Werkenntwen mit 8 Prozent und Xing mit 7 Prozent. Jeweils 6 Prozent der Internetnutzer sind bei Twitter und Google+ aktiv.. Im Schnitt sind Internetnutzer in Deutschland in 2,5 sozialen Netzwerken angemeldet und in 1,4 aktiv.

Am stärksten werden soziale Netzwerke freilich von den Jüngeren genutzt: 87 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Internetnutzer sind aktive Mitglieder. Mit einem Anteil von 83 Prozent haben fast alle in dieser Altersgruppe ein Profil bei Facebook. Jeweils 9 Prozent nutzen Twitter, Google+ oder das Foto-Netzwerk Instagram. Die Musik-Community Soundcloud nutzen unter den Jüngeren 4 Prozent und die auf Fotos, Grafiken und Animationen setzenden Communitys Tumblr und Pinterest jeweils 3 Prozent. Sieben von zehn aktiven Mitgliedern (69 Prozent) nutzen die Netzwerke täglich. Ein Drittel sind Intensivnutzer, die eine Stunde oder länger pro Tag aktiv sind. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es mit 52 Prozent sogar mehr als die Hälfte.

Die Netzwerke werden im Wesentlichen zu vier Zwecken genutzt: Kommunikation, Information, Organisation und Unterhaltung. Laut Bitkom-Umfrage wollen sich 73 Prozent der Nutzer mit Freunden austauschen und 47 Prozent den Kontakt mit ihrer Familie pflegen. 38 Prozent informieren sich über das Tagesgeschehen, 36 Prozent wollen neue Kontakte knüpfen und 35 Prozent organisieren ihre Freizeitaktivitäten mit Hilfe der Netzwerke.

Was nun Medienministerin Ilse Aigner?

13. Oktober 2013

In Bayern haben wir mit Ilse Aigner eine neue Medienministerin. Ursprünglich war die Medienpolitik in der Staatskanzlei angesiedelt, aber nach der Kabinettsumbildung durch den Ministerpräsidenten kümmert sich jetzt die Superministerin Aigner um die Medien.

Wir erinnern uns: Ilse Aigner hatte sich als Bundesverbraucherministerin mit Facebook angelegt und gilt ja als Verweigerung des wichtigsten sozialen Netzwerkes. Und mit dieser Einstellung soll Ilse Aigner sich um Medienpolitik und -entwicklung im Freistaat Bayern kümmern. Wir kennen ja die Sprüche Laptop und Lederhose.

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Ich bin da sehr, sehr gespannt, wie die Ministerin jetzt vorgeht. Vor allem weil sich Ministerien und Verwaltungen nicht mehr hinter der Datenschutzargument verstecken können. Der extrem Facebook-kritische Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein Thilo Weichert hat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eine Schlappe erlitten. Behördenchef Thilo Weichert wollte Firmen untersagen lassen, die Dienste von Facebook zu nutzen. Jetzt ist klar: Firmen in Schleswig-Holstein dürfen auch künftig Fanseiten in dem sozialen Netzwerk betreiben. Sie dürfen nicht für das verantwortlich gemacht werden, was Facebook mit den Daten seiner Nutzer anstellt. Die Betreiber von Fanseiten haben keinen Einfluss auf die im Hintergrund stattfindende Datenverarbeitung, so das Gericht.

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Eine Schlappe für Weichert und Klarheit in Sachen Facebook. In Bayern nutzt die von der Staatskanzlei betriebene Seite Bayern.de unter anderem Facebook und YouTube. Bei der erstmaligen Nutzung der Webpage können die User die sozialen Netzwerke per Klick aktivieren. Ob es diese Regelung der Medienministerin Ilse Aigner gefällt? Und ich bin mal gespannt, ob sie ihre Haltung als Verbraucherschützerin auch als Superministerin ihren Kabinettskollegen mitteilt. Schließlich sind einige ihrer Ministerkolleginnen wie Hadertauer oder Merk in Facebook aktiv. Und auch ihr Chef Seehofer hält sich in Facebook auf. Und hatte Seehofer nicht eine große Facebook-Party in der Münchner Nobeldisco P1 organisieren lassen? Oder hält sich Aigner an Adenauer nach der Meinung, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Es wird spannend, wie die Medienpolitik in Bayern weitergeht und wie sich Ilse Aigner verhält.

 

Social Media: Musikerin Amanda Palmer entlarvt Daily Mail wegen Brüste

22. Juli 2013

Der Social Media-Klassiker United von Dave Carroll ist hinlänglich bekannt. Ein Musiker stellt eine Fluggesellschaft bloß und zeigt die Macht von sozialen Netzen. Die jüngsten Vorfälle um Amanda Palmer haben das Zeug zum neuen Klassiker. Es zeigt, wie sich eine Musikerin gegen ein britisches Massenmedium wehrt und enorme Aufmerksamkeit im Web bekommt. Das Massenmedium mit seiner Arroganz wird bloßgestellt und seine Voyeurismus entlarvt. In der alten Zeit der Massenmedien hätte sie verloren, dank Web 2.0 und Social Media kann sie sich erfolgreich wehren.

Quelle: Dailey Mail - im Original ohne Blau.

Quelle: Dailey Mail – im Original ohne Blau.

Was ist passiert? Beim Glastonbury Festival trat die US-amerikanische Sängerin Amanda Palmer auf und rockte die Hütte. Amanda Palmer ist bekannt für ihren extravaganten Kleidungsstil. Bei so viel musikalischen Engagement rutsche beim Singen ihre Brust aus dem BH und war kurzzeitig zu sehen. Das war ein gefundenes Fressen für die englische Boulevardzeitung Daily Mail. Das Massenmedium machte am nächsten Tag mit dem Nippelgate auf. Making a boob of herself!  Auf die Musik der Musikerin ging das Blatt übrigens keine Zeile ein. Das Online-Angebot der britischen Tageszeitung gilt mit 110 Mio Zugriffen pro Monat als erfolgreichste News-Seite der Welt. Die Mehrheit der Besucher kommt aus dem Ausland, vor allem den USA, der Heimat von Amanda Palmer.

In der alten Welt der Massenmedien hätte sich Amanda Palmer auf den Kopf stellen können. Sie wäre der Berichterstattung ausgeliefert gewesen. Doch nicht im Social Media-Zeitalter. Sie schlug bei einem der nächsten Konzerte im Londoner Roundhouse zurück. Sie spielte nur im Kimono bekleidet einen Andrew Lloyd Webber-Walzer aus Evita, aber mit neuem Text, speziell über die Daily Mail.

Sie sang:

dear daily mail,
it has come to my recent attention
that me recent appearance at glastonbury festivals kindly received a mention
i was doing a number of things on that stage up to and including singing songs (like you do…)
but you chose to ignore that and instead you published a feature review of my boob

dear daily mail,
there’s a thing called a search engine: use it!
if you’d googled my tits in advance you’d have found that your photos are hardly exclusive
in addition you state that my breast had escaped from my bra like a thief on the run
you do you know that it wasn’t attempting to just take in the RARE british sun?

dear daily mail,
it’s so sad what you tabloids are doing
your focus on debasing women’s appearances ruins our species of humans
but a rag is a rag and far be it from me to go censoring anyone OH NO
it appears that my entire body is currently trying to escape this kimono….

dear daily mail,
you misogynist pile of twats
i’m tired of these baby bumps, vadge flashes, muffintops
where are the newsworthy COCKS?
if iggy or jagger or bowie go topless the news barely causes a ripple
blah blah blah feminist blah blah blah gender shit blah blah blah
OH MY GOD NIPPLE

dear daily mail,
you will never write about this night
i know that because i’ve addressed you directly i’ve made myself no fun to fight
but thanks to the internet people all over the world can enjoy this discourse
and commune with a roomful of people in london who aren’t drinking kool-aid like yours

and though there be millions of people who’ll accept the cultural bar where you have it at
there are plenty of others who’re perfectly willing to see breasts in their natural habitat

i keenly anticipate your highly literate coverage of upcoming tours

Gesagt und getan. Amanda Palmer zog den Kimono aus und spielte nackt ihren Song weiter – nur die Handschuhe behielt sie an. Selbstverständlich wurde der Auftritt von mehreren Zuschauern mit dem Smartphone mitgefilmt und bei YouTube gepostet. Innerhalb kurzer Zeit verbreitete sich die Kunde im Netz. Mehre Videos wurden gepostet.

Die Daily Mail ging mit keinem Wort auf die Reaktion ein. Amanda Palmer hielt mit ihrer Aktionskunst der Boulevardpresse einen Spiegel vor und berichtete auch in ihrem Blog darüber.

Ich fand die Aktion großartig, weil sie zeigt, welche Macht ein Einzelner hat. Es zeigt sich, wie sich die Welt geändert hat. Die Videos haben inzwischen mehrere Tausend Klicks.

Blog-Geburtstag: 5 Jahre redaktion42.com

20. Juli 2013

Mein Blog redaktion42.com feiert heute seinen 5. Geburtstag. Es freut mich wirklich, wie sehr dieses Experiment gewachsen ist und welche Erfolge es zu verzeichnen hat. Ich habe sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen. Fünf Jahre harte Arbeit, die mir aber als Betreiber Spaß gemacht haben und es immer noch tut.

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Wie kam es zu diesem Blog? Ich gebe ja seit mehreren Jahren recht erfolgreich Seminare, unter anderem auch zum Thema Web 2.0. Dort zeige ich, wie sich die Welt verändert. Mit meinem Freund und Kollegen Thomas Gerlach saß ich vor fünf Jahren zusammen und wir kamen auch auf das Thema Blogosphäre zu sprechen. Uns war klar, dass wir nicht über Blogs referieren können, ohne wirklich dabei zu sein. Es gibt schon genügend Schwätzer, die über Sachen abstrakt philosophieren, ohne es zu praktizieren.

Also – gesagt, getan. Wir beide gingen ans Bloggen. Als Basis wählte wir die kostenlose Online-Version von WordPress. Doch was sollte der Inhalt sein? Wir beide verfolgten unterschiedliche Konzepte. Während der Kollege Gerlach zweimal die Woche zu speziellen Themen aus der Medien- und Internetbranche schreibt, versuche ich jeden Tag einen bunten Blogpost zu schreiben. Während seine Zielgruppe spitz und elitär ist, sollte mein Blog breit aufgestellt sein, er sollte vor allem Spaß machen. Daher wählte ich als Untertitel auch: Der Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange. Wie ursprünglich Blog als grass-roots movement schreibe ich eine Art Tagebuch: Ich schreibe über die Dinge, die mich bewegen, die mir auffallen, die ich erfahre. Nach fünf Jahren können wir feststellen: Mein Blog ist der erfolgreichere, hat eine deutlich höhere Reichweite. Es stellt sich heraus, dass sich die User gerne mit den alltäglichen Dingen im Netz beschäftigen und da sind sie bei mir an der richtigen Adresse.

Als gelernter Tageszeitungsjournalist, späterer Pressesprecher und anschließend Textchef und Chefredakteur mehrerer IT-Zeitschriften habe ich vor dem Schreiben keine Angst. Schreiben ist Passion und manches Mal auch ein reinigender Prozess. Aber ich musste auch feststellen, das Schreiben für einen Blog etwas anderes ist, als Schreiben für Papier. Ich liebe es für meine Leser zu schreiben. Aber: Ich will nicht über SEO-Maßnahmen philosophieren, aber natürlich ist Google einer meiner Hauptleser. Kurz und gut: ich musste meine Scheibe ändern und zwar komplett.

Das beginnt ganz einfach mit den Überschriften. Ich beherzige hier einfach mal die Tarzan Regel der Mainpost. Die Regel besagt: wenn der Text über Tarzan geht, muss Tarzan in die Überschrift. Als Printjournalist war ich es gewohnt, blumige Überschriften zu schreiben, die den Leser neugierig machen. Als Onliner, der auch für Google schreibt, muss ich klar schreiben, um was es in dem Post geht. Jeden Tag muss ich also die Gretchenfrage stellen. Schreibe ich schöne Texte für Menschen oder schreibe ich schöne Texte, die von Google gefunden werden? Am Ende ist das Leben wie immer ein Kompromiss.

Dann musste ich lernen, verstärkt auf visuelle Elemente zu setzen: also Bilder und vor allem Videos. Ging früher im Blogpost ohne Bild online, so sollte heute mindestens ein Bild und ab und zu ein Video dabei sein. Visuelle Elemente erhöhen die Aufmerksamkeit beim User und dann wird der Text auch gelesen. Zudem wurde der Blog über Facebook, Twitter, Xing, Linkedin und YouTube sowie Pinterest beworben, um die Reichweite zu steigern.

Und was sie auch lernen musste ist die Personalisierung. Waren die Texte zunächst klassisch journalistisch geschrieben, wandelte sich die Sprache im Laufe der Zeit. Während es im klassischen Journalismus eine absolute Trennung der journalistischen Darstellungsformen gibt (zumindest in der Theorie), vermischt sich in meinem Blog die berichtende und kommentierende Form. Viele meiner Artikel enthalten heute eine klare Meinung von mir.

Diese Personalisierung spiegelt sich auch im Layout des Blogs wider. Hatte ich als Hauptbild früher ein nettes Foto von der GC aus Leipzig, wechselte ich es durch einen Porträtbild von mir aus. Und siehe da, die Zugriffszahlen und die Interaktion, sprich die Kommentare, stiegen. Wenn ich heute auf Veranstaltungen gehe, erkennen mich so manche Besucher. Das beste Beispiel war die re:publica dieses Jahr in Berlin. Als Journalist früher konnte ich unerkannt Veranstaltungen besuchen – das ist durch meinen Blog heute vorbei.

Viele Menschen wurden auf mich durch meinen Blog aufmerksam. Ich habe viele Kommentare, viel Feedback und viel Anregungen bekommen. Und ich habe auch so manche Freundschaft geschlossen, Dafür ganz, ganz herzlichen Dank. Aber ich habe auch richtig viel Ärger bekommen. So mancher Leser, so mancher Firma waren überhaupt nicht einverstanden mit meiner Meinung. Damit muss ich wohl auch leben.

Danke für die Treue und auf geht‘s zu den nächsten fünf Jahren. Die Welt ändert sich und ich will dabei sein.

300 Prozent Steigerung bei mobiler Videonutzung

2. Mai 2013
Ich hab mir die Papst-Wahl im Internet angeschaut.

Ich hab mir die Papst-Wahl im Internet angeschaut.

Die Kommunikation wird mobil und auf meinen Seminaren erarbeiten wir die Chancen von mobilen Endgeräten für Verbraucher und Firmen. Dabei spielt Bewegtbild eine immer größere Rolle. Nicht zuletzt die Tatsache, dass Smartphones und Tablets eine Videokamera in Board haben, ist erleichtert geworden, selbst bewegte Bilder zu erzeugen und ins Internet hochzulaufen.

Jetzt liefert mir Adobe Zahlenmaterial für den rasanten Anstieg der Nutzung von Video-Content über mobile Geräte. Interessant: Auch TV-Nutzung über mobile Geräte setzt sich zunehmend durch. Was Adobe aber nicht wusste, sind aktuelle Entwicklungen in Deutschland. Die Volumentarife bei Handys und Tablets zwangen die User auf WLAN auszuweichen. Jetzt stehen aktuelle Drosselungbemühungen der Telekom dem Trend zu mobiler Videonutzung entgegen.

Adobe hat die Ergebnisse des neuesten Digital Index Report vorgestellt. Darin untersucht das Unternehmen das Nutzungsverhalten von Online-Konsumenten in Bezug auf Videos und Werbung. Gemäß dem Report werden über mobile Geräte 300 Prozent mehr Videos betrachtet. Die Nutzung digitaler TV Everywhere-Angebote hat sich im vergangenen Jahr verzwölffacht. Auf Facebook werden Video-Inhalte doppelt so oft mit „Gefällt mir“ markiert,. geteilt oder kommentiert als sonstiger Content – das kann ich aus eigenen Erfahrungen nur bestätigen. In Bezug auf Video-Werbung machen pre-roll Ads bei längeren Videos 82 Prozent aller Ad-Betrachtungen aus und werden damit deutlich häufiger aufgerufen als mid-role Ads oder post-roll Ads.

 

Im Internet konnte ich live das Ausrufen des neuen Papstes erleben. Mobiles Video macht es möglich.

Im Internet konnte ich live das Ausrufen des neuen Papstes erleben. Mobiles Video macht es möglich.

Die Kernaussagen des Adobe-Berichts lauten:

Nutzung von TV Everywhere 

2012 stellte in den USA ein Rekordjahr für die Nutzung von TV Everywhere-Angeboten dar. Die Zahl der Anmeldungen stieg um das zwölffache im Vergleich zum Vorjahr und wurde durch Events wie die olympischen Sommerspiele, die Fußball-Europameisterschaft 2012 und die NBA Playoffs weiter gefördert. In Deutschland Streaming ARD und ZDF ihre Programme live ins Internet.

Videokonsum nach Geräten

Der Anteil gestarteter Videos über mobile Geräte hat sich im vergangenen Jahr um mehr als das dreifache von 3 Prozent auf 10,4 Prozent erhöht. 89,6 Prozent der Videos werden noch immer über  Desktop-Rechner abgerufen. Innerhalb der mobilen Geräte steigen die Video-Abrufe über Tablets am stärksten. Konsumenten rufen Videos am Wochenende bevorzugt über Tablets ab. An Sonntagen finden 17 Prozent der Video-Starts über Tablets statt. Bei Betrachtung aller mobilen Geräte ist die Video-Nutzung an Montagen, Donnerstagen und Sonntagen mit je 16 Prozent am höchsten.

Social Media und Video 

Facebook-User kommentieren, liken und teilen Video-Inhalte zweimal häufiger als anderen Content. Das Ergebnis verdeutlicht, dass Video-Inhalte Marken helfen können, die Interaktion mit ihren Fans zu fördern. Auf Twitter wird dreimal häufiger auf Video-Inhalte von Medienseiten verwiesen, als auf anderen Content.

 

Videoinhalte werden durch Social Media geteilt.

Videoinhalte werden durch Social Media geteilt.

Meistgenutzte Video-Inhalte 

Inhalte von TV-bezogenen Medienseiten werden über alle Geräte hinweg deutlich häufiger bis zum Ende geschaut, als solche von nicht TV-bezogene Seiten. Der Traffic über Tablets steigt hier ebenfalls am stärksten. Mobile Video-Klicks steigen zudem speziell bei besonderen Sportevents um das Doppelte, beispielsweise bei den Olympischen Spielen 2012 oder dem US-College NCAA Tournament 2012.

 

Perfekte Werbung für das Star Trek Video Game

25. April 2013

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Zeitgleich mit dem neuen Star Trek Film in den Kinos wird es auch am 26. April 2013 ein neues Star Trek – Das Videospiel geben. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Als Trekkie werde ich es mir wohl für die PS3 zulegen. Das Spiel von Namco Bandai ist zeitlich zwischen den beiden Abrahams-Filmen angelegt. Es geht gegen die Gorns und alte Enterprise-Fans werden sich noch an die Gummi-Monster erinnern.

Wobei ich zugeben muss, dass sich die ersten Gameplays des Spiels ich nicht gerade vom Hocker gehaut haben. Ich denke, das große Manko wird die Retro-Grafik sein. Aber ich möchte dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben. Positiv sind sicherlich das authentische Feeling durch die drei S – Soundtrack, Sprecher und Schauplätze. Die Sprechrollen im Spiel wurden mit den Originalschauspielern besetzt und für mich besonders cool: Michael Giacchino hat den Soundtrack fürs Game komponiert.

Richtig begeistert war ich allerdings über die Werbung für das Spiel  Star Trek – Das Videospiel. Bei YouTube ist ein Video mit William Shatner alias Captain Kirk aufgetaucht. Hier nimmt sich der alte Mann selbst auf dem Arm. Viel Spaß beim Schauen und möge die Macht mit euch sein – oh nein, das ist der falsche Film.

Fragebogen zu Social Media auf dem Tisch

5. Februar 2013

Aufgrund meines erfolgreichen Buches „Social Media für Friseure“  darf ich immer wieder Vorträge auf Messen und Veranstaltungen halten. Und es mehren sich Interview-Anfragen. Unlängst flatterte mir ein Fragebogen der Hochschule der Medien aus Stuttgart in den Posteingang. Die Fragen drehten sich um – wen wundert es – Social Media. Ich habe mal die Fragen und meine Antworten aufgeführt. Sicher lässt sich das auf andere klein- und mittelständische Unternehmen übertragen.

Mein neues Buch: Social Media für Friseure

Mein neues Buch: Social Media für Friseure

1.) Welche Bedeutung schreiben Sie soziale Netzwerke für Friseurbetriebe zu? Werden sich diese Plattformen als Werbeinstrument zukünftig etablieren oder werden sie nur ein kurzlebiger Hype sein?

Die Bedeutung ist enorm und aber klar ist auch: Social Media ist kein Werbeinstrument. Wer Social Media als Werbekanal missbraucht, hat das Thema nicht verstanden und wird scheitern. Social Media bedeutet in erster Linie Dialog. Kunden wollen keine Werbung, sondern sie wollen ernst genommen werden. Das ist im Reallife so und auch im Netz. Der Friseur spart sich damit die Marktforschung, in dem er das Feedback direkt erhält und seine unternehmerischen Schlüsse daraus ziehen kann. Friseure haben etwas ganz Fantastisches: Sie haben Mode und das interessiert alle. Und Mode ändert sich. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks stellt im Frühjahr und Herbst die aktuelle Frisuren- und Kosmetikmode vor, die dann von den angeschlossenen Landesinnungsverbänden und Innungen aufgegriffen und interpretiert wird. So kann Social Media imagefördernd für einen Betrieb sein. Der Mittelstand und damit auch das Friseurhandwerk leiden zudem unter Ausbildungs- und Fachkräftemangel. Hier kann Social Media ansetzen und das Problem angehen. Wer seinen Betrieb interessant, offen und aufgeschlossen präsentiert, der hat auch Erfolg bei der Mitarbeitersuche.

2.) Braucht wirklich jeder Friseurbetrieb eine Social-Media-Präsenz?

Nein, er kann natürlich auch auf seine bisherige Kommunikation ausruhen oder eine Buschtrommel schlagen. Im Ernst: Social Media ist ein weiterer Baustein in der Markenkommunikation von Betrieben, um seine Marke zu stärken und Kunden zu halten bzw zu erweitern. Der Salon muss sich über seine Markenkommunikation klar werden. Aus Gesprächen mit Dozenten von Meisterschulen weiß ich, dass das Thema Social Media von der Branche sehr ernst genommen wird. Die Thematik fließt in den Unterricht im Bereich Marketing ein. Nicht zuletzt an der enormen Nachfrage nach meinem Buch „Social Media für Friseure“, herausgegeben vom bayerischen Landesinnungsverband, zeigt sich die hohe Bedeutung des Themas. Gerade junge Friseure, die sich selbstständig machen, wissen welche Power das Thema hat.

3.) Wie schätzen Sie den derzeitigen Einsatz von sozialen Netzwerken bei kleinen/mittelständischen Friseurbetrieben in Baden-Württemberg ein? Glauben Sie, dass die meisten Friseurbetriebe soziale Netzwerke nur nutzen, weil man dazugehören will? Ohne sich im Vorfeld Gedanken zu machen, ob für die Unternehmung sinnvoll ist?

Ein Unternehmer, der sich keinen Gedanken macht, wohin er mit seinem Betrieb will, der hatte es in der alten Welt schon schwer, langfristig zu überleben. In der neuen Welt tritt dieses Manko noch stärker zu Tage. Empfehlungsmarketing, und dazu gehört schon der Like bei Facebook, ist heute das Zauberwort in der Branche: Yelp, Qype, Google Places und andere Bewertungsportale zeigen, wie Kunden über ihre Dienstleister denken. Sicherlich sind viele Friseure gerade in einer Phase des Lernens und probieren aus, welche Plattform für sie die richtige ist. Ich stelle einen Schwerpunkt bei Facebook fest, gefolgt von Twitter und Google+. Einige haben Pinterest entdeckt und auch Instagram. Klarer Gewinner bei den Bewegtbildplattformen ist YouTube und jetzt auch Vine. Es zeigt sich, Friseure sind eine visuelle Branche und bevorzugen visuelle Plattformen. Hervorragende Beispiele in Baden-Württemberg sind die Salons von Peter Gress in Esslingen oder Ralf Steinhoff aus Reutlingen.

4.) Bestünde bei der Verwendung sozialer Netzwerke durch die Friseurbetriebe meist noch Optimierungspotenzial hinsichtlich der Inhalte, der Professionalität etc.? Was machen Friseurbetriebe heutzutage ggf. gut/falsch?

Wenn ich nach Bayern blicke, setzt der dortige Landesinnungsverband massiv auf Schulungen. Neben dem erwähnten Standardwerk „Social Media für Friseure“ gibt es Seminare und Veranstaltungen. Neben Grundlagen und Vermittlung des technischen Handwerkszeugs steht vor allem die Sensibilität für Urheberrecht im Focus. Hier besteht ein klarer Nachholbedarf: was ist erlaubt, was geht nicht. Praktische Fragen wie, wer hat Rechte an welchen Bildern oder Musik, müssen geklärt werden, damit der Friseurunternehmer auf der sicheren Seite ist. Wunderbar ist zu sehen, mit welcher Begeisterung Friseure an das Thema Social Media gehen. Sie sind bereit zu experimentieren. Ich führe das auf ihren kreativen Beruf zurück. Wenn sich dann auch Erfolge bei den ersten Schritten auf einer Social Media-Plattform einstellen, dann ist die Begeisterung grenzenlos.

Social Media: Facebook ist für Friseure geschaffen

18. Oktober 2012

„Facebook ist für Friseure geschaffen“ – besser als Friseurmeister Albert Bachmann aus Roßtal kann man es nicht ausdrücken. Auf einem Seminar des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks in Kooperation mit der Hanns Seidel Stiftung zeigte ich Friseuren aus Bayern die Chancen und Risiken von Social Media. Aufbauend auf meinem Buch „Social Media für Friseure“ erarbeiteten wir zusammen Strategien für die Nachwuchswerbung in einzelnen Salons. Neben dem Einsatz von Facebook wollen die Friseure vor allem auf Bewegtbild, sprich YouTube, setzen. Was vielen Mittelständlern nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass sie keine Fernsehausrüstung brauchen, um Filme zu drehen. Ein Smartphone reicht aus, um ansehnliche Ergebnisse zu produzieren. In meinen Fall waren es iPhone 5 und das neue iPad. Die komplette Produktion findet auf dem mobilen Device statt:

Als Schnittsoftware verwende ich iMovie und Pinnacle Studio, das frühere Avid Studio. Der GEMA-freie Sound wird von GarageBand erzeugt oder ich habe ein paar Dateien von DOSCH Audio geladen. Die Sounds sind ideal für Videoproduktionen und werden in iTunes abgespeichert.

Wichtig bei YouTube sind die Tags, also die Stichworte unter denen das Video gefunden werden soll. Ich riet meinen Seminarteilnehmern kreativ zu sein und sich in die Rolle des Suchenden hineinzuversetzen. Nicht der Fachmann sucht in YouTube, sondern jeder. Also sollte man es den Suchenden so einfach wie nur möglich machen. Derzeit werden über 35 Stunden Videomaterial pro Minute bei YouTube hochgeladen. Um hier gefunden zu werden, braucht es eine aussagekräftige Überschrift, einen werbefreien Einführungstext und eben diese Tags.

Dabei reicht es nicht, nur ein Video zu drehen und bei YouTube einzustellen. Vielmehr muss der Friseurunternehmer vernetzt sein. Das Video wird dann beispielsweise in Facebook gepostet, um die Freunde noch besser zu erreichen.

Auf jeden Fall hat das zweitägige Seminar meinen Kunden einiges gebracht. Die ersten Videos von Friseursalons wurden bereits bei YouTube eingestellt.

 

Social Media: Ausbildungsplatz: Recruiting über soziale Netzwerke

14. Oktober 2012

Der Fachkräftemangel ist da. Auch wenn es viele mittelständische Unternehmer noch nicht wahrhaben wollen, haben viele Firmen das Problem, Fachkräfte zu finden. Ebenso gravierend ist der Mangel an Bewerbern für Ausbildungsplätze. Lehrstellen bleiben unbesetzt, vor allem im Handwerk.

Ich plädiere für ein Recruiting auch über soziale Netzwerke. Natürlich dürfen wir uns kurzfristig keine Wunder erwarten. Ein Hinweis in sozialen Netzwerken und schon ist die Stelle besetzt – das ist Quatsch. Was ich bemerke, dass Online-Stellenbörsen den klassischem Stellenmarkt in der Tageszeitung schon längst den Rang abgelaufen haben. Recruiting im Web 2.0 geht noch einen Schritt weiter, klappt aber nur, wenn das Unternehmen vernetzt ist. Social Media ist ein Teil der Gesamtkommunikation eines Unternehmens. Nach einer Befragung der Berater von Kienbaum wird Social Media aber nur zögerlich für das Recruiting eingesetzt. IT-Berufe und Ingenieure stehen an der Spitze, gefolgt von Vertriebler und Forschung.

Doch Facebook und Co sind längst nicht mehr die Netzwerke von IT-Geeks, sondern ein neues Massenmedium. Wenn ich Vorträge an Schulen und Universitäten halte, dann sind die jungen Menschen nahezu zu 100 Prozent in sozialen Netzwerken vertreten. Die meisten freilich sind in Facebook unterwegs, einige in Xing/Linkedin und ein paar in Twitter. Google Plus und Pinterest sind kaum vertreten. Ist ein Unternehmen mit seiner Suche nach einem Lehrling in den sozialen Netzwerken präsent, dann sind meines Erachtens die Chancen hoch, beachtet zu werden. Aber vernetzt muss man sein.

Bewährt hat sich vor allem YouTube. Durchs Netz sind die Spots von BMW, Edeka oder der Sparda Bank gegangen und sie wurden belächelt. Mir persönlich gefallen die Spots eher nicht, was aber vor allem an der Musik liegt. Aber ich bin auch nicht Zielgruppe.

Bei vielen meiner Vorträge haben sich Jugendliche die Links der vorgestellten Videos geben lassen, vielleicht um sich über die Videos zu amüsieren, vielleicht um sie weiter zu versenden, vielleicht um sich zu bewerben. Der Marketingfaktor Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall erreicht. Das funktioniert aber nicht sofort. Es müssen vorher Freunde gesammelt werden. Als Unternehmer kann ich meine vorhandenen Auszubildenden bitten, Fan der Firmenseite zu werden. Zwingen kann ich sie freilich nicht, Und ich kann die jungen Leute bitten, ab und zu einen Link ihres Arbeitgebers zu teilen. Da Auszubildende super vernetzt sind, steigt die Reputation in den sozialen Netzwerken und die Chance, den freien Ausbildungsplatz zu besetzen.

Interessant ist für mich die Aktion des Getränkeverpackungsherstellers Krones, der junge Auszubildende vor die Kamera holt und über ihren Job erzählen lässt. So manche junge Dame kann sich mit der abgefilmten Azubine identifizieren. Es geht weniger um Fachinformationen, sondern es geht um Emotionen. Mit den Werkzeugen wie Smartphone kann jeder Unternehmer bewegte Bilder erzeugen, schneiden, vertonen und ins Netz stellen. Natürlich sind die Filme nicht Broadcast-Niveau. Viele haben Charme und zeigen die Arbeitsplätze, Firmen und Jobs aus emotionaler Sicht. Und genau das zählt. Die YouTube-Filme werden dann über die üblichen Kanäle verbreitet, wie beispielsweise durch Facebook.

Ich kenne Friseurunternehmer, die YouTube-Videos von ihren Salons und Arbeitsweisen auf Facebook posten. Andere Friseure schauen sich diese Videos an und sagen sich: „Warum ist dieser Salon so cool und meiner so langweilig? Warum haben die dort eine gute Stimmung und bei uns ist die Stimmung eher förmlich?“ Eine Anfrage über Facebook ist schnell gestellt und der erste Schritt zum Jobwechsel ist eingeleitet.