Posts Tagged ‘Social Media’

Social Media: Geldwäsche per Facebook

11. Juni 2010

Cyberkriminelle nutzen schon seit einigen Jahren so genannte „Money Mules“ zur Geldwäsche. Über diese Geldkuriere werden die illegalen Gewinne von einem Konto auf ein anderes transferiert und so gewaschen. Für gewöhnlich werden Money Mules über Spam-Mails mit zweifelhaften Teilzeitjobangeboten geködert. Stimmt man dem Job zu, wird man gebeten eine Summe an Geld entgegen zu nehmen und dieses an ein Konto bei Western Union zu überweisen. Doch woher kommt das Geld? Sie stammen von wsnpoem, welcher die Bank Daten von infizierten Rechner ausspioniert hat. Die dort geklauten Bank Login Daten werden verwendet um Geld von den Bankkonten zu stehlen Um die Identität der Phisher zu verschleiern, muss der Datentransfer über mehrere Konten geschehen. Genau hier kommen die angeworbenen Money-Mules zum Einsatz.

Kaspersky Lab entdeckte nun eine Facebook-Gruppe, deren Mitglieder als Money Mules angeworben werden. Die Vorgehensweise der Cyberkriminellen erinnert dennoch an klassische Money-Mule-Rekrutierungen. In diesem Fall stellten die Kriminellen über Facebook ihren potentiellen Opfern einen Monatslohn von über 6.000 US-Dollar in Aussicht. Kein schlechtes Honorar bei einer angeblichen Wochenarbeitszeit von weniger als 18 Stunden. Die Facebook-Gruppen-Seite integriert ein GeoIP-Javascript, damit sie möglichst den lokalen Gegebenheiten der Nutzer entspricht. Ein durchaus zeitgemäßer und effektiver Ansatz. Denn diese zweifelhafte Facebook-Gruppe umfasst bereits über 224.000 Mitglieder! Man kann also davon ausgehen, dass das ein oder andere Gruppenmitglied auf diesen neuartigen Social-Engineering-Trick hereinfiel und als Money Mule missbraucht wurde.

Gedanken zum media coffee: Kommunikation 2020

9. Juni 2010

Social Media wird eine Ernüchterung erfahren, wie es auch Second Life erging – Dieser Meinung war Prof Peter Wippermann vom Trendbüro. Auf einer Veranstaltung des media coffee bat Veranstalter newsaktuell über 300 Zuhörer zum Thema „Kommunikation 2020 – Aufbruch in ein neues Informationszeitalter“ zur IBW nach München.

Eine rundum gute Figur machte Jochen Wegner, Chefredakteur von Focus online. „SL fand ich schräg, doch das iPad elektrisiert mich.“ Das Gerät zeige komplette neue Möglichkeiten, „wie man mit neuen digitalen Inhalten umgeht“. Verlage lernten jetzt erst, die neuen digitalen Inhalte aufzubereiten. Bei Focus werden die kostenlosen Apps von Werbung finanziert, bei den Verlagskollegen kosten die Apps gleich Geld. Wegner sah künftig neue hochwertige Inhalte durch das iPad. Als Vorzeigebeispiel nannte er „Wired“.

Falsch halte ich die Aussage von Wippermann, der die Wirkung des iPads bei älteren Usern überschätzt sah. Ein Achtzigjähriger ist mit dem ABC groß geworden und nicht mit Fingergesten.“ Ich glaube dagegen, ein Achtzigjähriger beherrscht seine Finger noch ganz gut. Der Praxistest mit meinen Dad verlief hervorragend.

Interessant für mich waren am Rande der Veranstaltung manche Aussagen über Arbeitszeit. So manchen Teilnehmer aus der PR-Szene stieß es übel auf, als Wippermann eine weitere Vermischung zwischen Arbeit und Freizeit ankündigte. Diese Vermischung werde eine echte Herausforderung. Hier stimme ich Helmut Freiherr von Fricks, Geschäftsführer von F&H Public Relations, zu: „Wir haben nur eine Zeit und nicht Arbeitszeit und Freizeit. Wir so denkt, sollte sein Zeitmodell überprüfen.“ Es gelte, die Zeit richtig zu nutzen. In Publikum gab es nicken und Kopfschütteln gleichermaßen. „Ich bin doch nicht bereit, für meinen Laden noch mehr zu schuften“, war eine Aussage neben mir. Ich glaube, die Dame hat es nicht verstanden.

Vielleicht war mit meiner Provokation auch etwas daran, als ich via iPhone über die Twitterwall live twitterte: „ Im Jahr 2020 gibt es mindestens 45 Prozent von denen nicht mehr und müssen mal richtig arbeiten #mediacoffee“ und allen sei noch auf den Weg gegeben: „Web 2.0 wurde nicht erfunden, damit Verlage und PR automatisch Geld verdienen 🙂 #mediacoffee“.

Es hätte ein schöner Abend werden können, doch leider war das Podium falsch besetzt: Moderator Klaus Eck mühte sich redlich ab und versuchte die Diskussion in Gang zu bekommen bzw. in Gang zu halten, doch mindestens zwei Podiumsteilnehmer waren noch nicht mal richtig im modernen Zeitalter angekommen. Wie sollen sie dann überhaupt Aussagen über die Zukunft 2020 treffen?

Der Veranstalter newsaktuell gab sich modern und richtete hinter dem Podium eine Twitterwall ein. Besucher und Interessierte im Saal der IBW und außerhalb sollten Fragen stellen und sich unter dem Hashtag #mediacoffee beteiligen. Das wurde auch gemacht und ein paar Übermutige nutzten die Wall auch für die Selbstdarstellung oder Provokation, der Autor dieser Zeilen mit eingeschlossen. Leider konnten die Diskutanten die Tweets der Wall nicht lesen, ohne sich den Kopf zu verrenken. Nachdenken und dann die neue Präsentationstechnik einsetzen, das erwarte ich bei einem Veranstalter wie einer dpa-Tochter.

SAE Institute startet die Digital Journalism Camp Tour

2. Juni 2010

Online Medien sind mehr denn je auf dem Vormarsch und haben direkte Auswirkungen auf die journalistische Arbeit, in der die Aufbereitung von Inhalten in digitaler Form eine große Rolle spielt. Das SAE Institute, führende Bildungseinrichtung im Medienbereich, bereitet den Journalisten der Zukunft optimal darauf vor: Im September startet dort der neue Studiengang Digital Journalism, der speziell an die veränderten medialen Anforderungen im Berufsfeld der Journalisten ausgerichtet ist. Um Studieninteressenten einen Einblick in die Kursinhalte zu geben, veranstaltet das SAE Institute ab dem 15. Juni eine Workshop-Reihe im Rahmen der Digital Journalism Camp Tour durch alle sieben deutschen SAE Standorte. Hier erfahren zukünftige „Digitale Journalisten“ alles Wissenswerte zum neuen Studiengang sowie über das sich verändernde Berufsbild des Journalisten.

Auf der Agenda der Camp Tour steht dabei zunächst eine kurze Einführung in verschiedene Techniken, die bei der Aufbereitung von Informationen in digitaler Form zum Einsatz kommen: Blogs, Soziale Netzwerke, Digitale Fotografie, Bildbearbeitung, Videoschnitt, Mikrofonie und Sprachaufnahme. Zudem werden Themen wie Jobsituation, Studienvoraussetzungen sowie die veränderte Medienlandschaft und dadurch entstandenen neuen Anforderungen an Journalisten, Marketing- und PR-Fachleute diskutiert. Der Studiengang wird an allen Standorten von mir präsentiert. Ich war Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION und MACup und bin heute im Bereich Digital Journalism tätig und konzipiert u.a. den SAE-Studiengang mit. Ich berichte aus erster Hand über die tägliche Praxis in diesem spannenden Arbeitsfeld.

Die Digital Journalism Camp Tour startet am 15.06 am SAE Institute in Leipzig und macht an den Niederlassungen Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und München halt. Eine zweite Tourrunde findet im Juli statt.

Im Online-Zeitalter stehen Medien aller Art vor der Herausforderung, Informationen schnell und möglichst in multimedialer Form bereitzustellen. In diesem Zusammenhang nehmen Web Tools wie Blogs, Pod- und Videocasts einen zentralen Stellenwert im Online-Journalismus ein. Doch obwohl Publikationen verstärkt Inhalte in digitalen Formaten anbieten, fehlt es noch immer an qualifiziertem Personal, um diesen Bedarf ausreichend zu decken: Laut einer aktuellen Umfrage* unter Journalisten gaben rund 40 Prozent der Befragten an, dass Online-TV und Videoclips in ihrer Arbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Allerdings haben zwei Drittel der Umfrageteilnehmer niemals ein Training im Umgang mit den audio-visuellen Medien erhalten. Vor diesem Hintergrund hat das SAE Institute den Studiengang Digital Journalism entwickelt, dessen Auftakt die Digital Journalism Camp Tour markiert. Der Kurs bietet eine Kombination aus verschiedenen Disziplinen, die alle wichtigen Facetten der heutigen und zukünftigen Kommunikationswelt abdecken: Journalismus im Zeitalter digitaler Medien sowie die unterschiedlichsten Produktionstechniken aus den Bereichen Audio, Video und Multimedia stehen auf dem Programm.

Götz Hannemann, Marketingleiter am SAE Institute erläutert: „Täglich werden etwa 65.000 neue Videos auf die Online-Video-Plattform YouTube hochgeladen und 100 Millionen Clips angesehen. Die Zahl der Besucher auf den Top20-Nachrichtenseiten im Internet lag bei über 6,5 Milliarden Visits im Jahr 2009. Das zeigt wie sehr Webpublikationen und digital aufbereitete Inhalte an Bedeutung gewinnen. Am SAE Institute haben wir diesen Trend erkannt und bieten ab September mit dem Digital Journalism Diploma einen speziellen Studiengang an, der diese Entwicklung berücksichtigt.“

Das Digital Journalism Diploma basiert auf dem innovativen und praxisbasierten SAE Ausbildungskonzept. So ist der Kurs unter anderem für klassische Redakteure und Journalisten gedacht, die sich fortbilden möchten. Grundsätzlich richtet sich die Ausbildung aber auch an Schulabsolventen, die eine Karriere im Medienbereich anstreben. Ein weiteres Einsatzgebiet der Absolventen ist in den Marketing- und PR-Abteilungen von Unternehmen, denn neben dem Strukturwandel im Journalismus verändert sich auch dort die Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

Aufgrund der zunehmenden Relevanz von Social Media und der Etablierung neuer Formen sozialer Netzwerke wie Xing oder studiVZ im Internet, ergeben sich neue Zielgruppen für PR & Marketing-Aktivitäten. Kein Unternehmen kann heute auf eine eigene Facebook-Fan-Page, Twitter oder Blogs verzichten. Alleine Facebook zählt aktuell 400 Millionen aktive Nutzer weltweit. Darüber hinaus betreiben mehr als 1,5 Millionen Dienstleister und Geschäftsinhaber eine Facebook-Fanpage. Diese Statistiken machen deutlich, wie sehr Social Communities für die Unternehmenskommunikation an Bedeutung gewinnen. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in diesem Bereich ist enorm.

1. Tour

15.6.: Leipzig; Workshop von 15-18 Uhr

16.6.: Berlin; Workshop von 15-18 Uhr

17.6.: Hamburg; Workshop von 15-18 Uhr

21.6.: Frankfurt; Workshop von 15-18 Uhr

22.6.: Köln; Workshop von 15-18 Uhr

23.6.: Stuttgart; Workshop von 15-18 Uhr

24.6.: München; Workshop von 15-18 Uhr

2. Tour

09.7.: Leipzig; Workshop von 14-17 Uhr

10.7.: Berlin; Workshop von 14-17 Uhr

11.7.: Hamburg; Workshop von 14-17 Uhr

08.8.: München; 14-18 Uhr

13.8.: Frankfurt; Workshop von 14-17 Uhr

14.8.: Köln; Workshop von 14-17 Uhr

15.8.: Stuttgart; Workshop von 14-17 Uhr

Welcher Medientyp bin ich? Digitale Gesellschaft in Deutschland

30. Mai 2010

Welcher Medientyp bin ich eigentlich? Diese Frage stelle ich mir, wenn ich die neue Studie der Initiative D21 lese. „Digitale Gesellschaft sechs Nutzertypen“. So eine Einordnung liebe ich, denn Schubladendenken macht das Leben einfacher. Dennoch: Zwar sind laut (N)ONLINER Atlas 2009 knapp 70 Prozent der Deutschen online, aber für nur 26 Prozent der Bevölkerung sind die digitalen Medien fester Bestandteil des täglichen Lebens. Dass aber eine große Mehrheit der Deutschen nicht an den durch die digitalen Techniken eröffnenden Möglichkeiten partizipiert, zeigt erstmals die Studie.

Und wer die Studie genau anschaut, stellt fest: Die Gesellschaft spaltet sich auf. Nicht zwischen Arm und Reich, sondern zwischen Digital und Anlag. Wir steuern nicht nur auf eine Spaltung der Gesellschaft hin, nein – die Spaltung ist bereits vorhanden. Bestes Beispiel ist der Hype um das iPad. Während ein Teil der Gesellschaft in Entzücken gerät (ich eingeschlossen), schüttelt der andere Teil der Gesellschaft mit dem Kopf.

Die Typologie zeigt auf, dass mit 35 Prozent digitalen Außenseitern und 30 Prozent Gelegenheitsnutzern eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung entweder gar nicht oder nur bedingt an einer digitalen Gesellschaft teilhat. Ich glaube, dass wird ein erheblicher Standortnachteil dieses Landes, wenn die Spaltung tiefer wird.

Diese neue Digitale Spaltung zieht sich nicht mehr ausschließlich entlang einer Ausstattungsgrenze, sondern definiert sich im Hinblick auf Kompetenz, Wissen, Nutzungsvielfalt und -intensität sowie der Einstellung gegenüber den digitalen Medien. Auf dieser Basis lässt sich durch die Typologie der Deutschen ein exaktes Bild der digitalisierten Gesellschaft in Deutschland wiedergeben. Sechs Gruppen konnten dabei identifiziert werden.

35 % Die digitalen Außenseiter

30 % Die Gelegenheitsnutzer

9 % Der Berufsnutzer

11 % Die Trendnutzer

12 % Die digitalen Profis

3 % Die Digitale Avantgarde

Und in welcher Gruppe bin nun ich? Die Gruppen im Einzelnen:

Die digitalen Außenseiter (35 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung)

Die digitalen Außenseiter sind die größte und gleichzeitig mit einem Durchschnittsalter von 62,4 Jahren die älteste Gruppe. Im Vergleich zu den anderen Typen haben sie das geringste digitale Potenzial, die geringste Computer- und Internetnutzung sowie die negativste Einstellung gegenüber digitalen Themen. Nur ein Viertel verfügt bei der digitalen Infrastruktur über eine Basisausstattung (Computer und Drucker). Kompetenzen im Umgang mit den digitalen Medien sind folglich kaum vorhanden. Selbst Begriffe wie E-Mail, Betriebssystem oder Homepage sind den digitalen Außenseitern weitgehend unbekannt und nur ein Fünftel der digitalen Außenseiter ist in der Lage, sich im Internet zu Recht zu finden.

Die Gelegenheitsnutzer (30 Prozent)

Die Gelegenheitsnutzer sind durchschnittlich 41,9 Jahre alt. Sie nehmen im Vergleich zu den digitalen Außenseitern zumindest teilweise am Geschehen in der digitalen Gesellschaft teil. 98 Prozent besitzen einen PC oder ein Notebook, drei Viertel bereits eine Digitalkamera. Passend dazu verbringen nahezu alle Gelegenheitsnutzer Zeit mit Computer und Internet – vor allem für private Zwecke. Der Gelegenheitsnutzer kennt bereits viele Basisbegriffe der digitalen Welt, hat aber besonders beim Thema Sicherheit großen Nachholbedarf. Insgesamt erkennt dieser Typ klar die Vorteile des Internets, fördert aber nicht seine Weiterentwicklung und bevorzugt eher klassische Medien.

Der Berufsnutzer (Neun Prozent)

Durchschnittlich 42,2 Jahre alt, hat diese Gruppe den höchsten Anteil an Berufstätigen. Im Vergleich zu den Gelegenheitsnutzern haben die Berufsnutzer eine deutlich bessere digitale Infrastruktur an ihrem Arbeitsplatz und nutzen dementsprechend auch dort überdurchschnittlich das Internet. Hingegen ist die private Nutzung sogar leicht unter dem Niveau der Gelegenheitsnutzer. Die Nutzungsvielfalt der Berufsnutzer beschränkt sich eher auf nützliche Anwendungen wie E-Mail oder Textverarbeitung.

Die Trendnutzer (Elf Prozent)

Diese Gruppe hat sowohl den höchsten Männer- (78 Prozent) als auch Schüleranteil (13 Prozent). Das Durchschnittsalter der Trendnutzer ist mit 35,9 Jahren recht jung. Bei den Trendnutzern ist häufig die ganze Bandbreite an digitalen Geräten vorhanden. Der Trend geht dabei klar zum Zweitcomputer. Die Mitglieder dieser Gruppe verfügen über umfassende Kompetenzen am Computer und kennen sich bis auf wenige Ausnahmen bestens in der digitalen Welt aus. Die Trendnutzer wenden besonders gerne Web 2.0-Applikationen an und erkennen die großen Vorteile der digitalen Medien für sich.

Die digitalen Profis (12 Prozent)

Der durchschnittliche digitale Profi ist 36,1 Jahre alt, meist männlich und berufstätig. Dieser Typus verfügt sowohl Zuhause als auch im Büro über eine sehr gute digitale Infrastruktur. Seine Kompetenzen sind umfangreich, was sich insbesondere in ihren professionellen Fähigkeiten widerspiegelt. Ob Makroprogrammierung oder Tabellenkalkulation, der digitale Profi fühlt sich auch auf diesem komplexen Terrain zuhause.

Eher selten suchen die digitalen Profis im Vergleich zu den Trendnutzern und der digitalen Avantgarde Zerstreuung in der digitalen Welt oder nutzen diese zur Selbstdarstellung. Bei der Nutzungsvielfalt stehen daher nützliche Anwendungen, wie z.B. Online Shopping, Preisrecherche und Nachrichten lesen, im Vordergrund.

Die Digitale Avantgarde (Drei Prozent)

Die jüngste Gruppe (Durchschnittsalter 30,5 Jahren) ist gleichzeitig mit drei Prozent auch die kleinste Gruppe. Die digitale Avantgarde hat dabei ein eher geringes Einkommen und lebt oft in einem Singlehaushalt. Ihre digitale Infrastruktur lässt kaum Wünsche offen. Auffällig hoch sind dabei die mobile und geschäftliche Internetnutzung.

In allen Bereichen verfügt die digitale Avantgarde über sehr hohe Kompetenzen und bildet bei den komplexen digitalen Themen die Spitze der Gesellschaft. Ihr Wissensstand um die digitale Welt ist dagegen nicht ganz so ausgeprägt wie bei den digitalen Profis. Mehr durch „trial and error“ statt das Lesen von Anleitungen eignet sich der digitale Avantgarde seine Kompetenzen an. Von den digitalen Medien lässt diese Gruppe kaum ab: Durchschnittlich elf Stunden verbringen sie täglich vor dem Computer. Neben der Arbeit ist daher auch das Freizeitverhalten oft von den digitalen Medien bestimmt.

Social Media: Twitterpower findet Unfallfahrer

29. Mai 2010

Neulich diskutierte ich mit einem Kunden über den Sinn und Unsinn von Twitter. Er behauptete, dass der Mircoblogging-Dienst auf dem absteigenden Ast sei und die Zukunft im Blogging läge. Ich dagegen beharrte darauf, dass es der Mix macht. Blogs seien wichtig, um schnell und authentisch ein Thema aufzugreifen. Für die Verbreitung dagegen setze ich auf Twitter und Facebook.

Dass die sozialen Netzwerke sogar zur Aufklärung von Verbrechen dienen können, zeigt ein Beispiel Anfang Mai. Ich bekam einen Tweet, dass ein Vater den Unfallfahrer seines Sohnes sucht. Der 24jährige Sohn wurde von einem weißen Kastenwagen auf der B 57 bei Mönchengladbach überfahren. Der Spiegel sei wohl beschädigt und der Sohn verstarb tragischerweise. Der verzweifelte Vater richtete einen Aufruf nach der Tätersuche auch über das Web und nutzte Twitter zur Verbreitung. Und die Community half mit. Der Tweet des Vaters wurde retweetet, also weiterverbreitet. „Es kamen mehr als 2000 Reaktionen pro Tag, ich habe alles der Polizei weitergeleitet“, sagte der trauernde Vater. Und der feige Unfallfahrer, der den Sohn tötete, wurde entdeckt. Ein 27jähriger gestand den Unfall.

Natürlich wurde die Suche auch in den traditionellen Medien betrieben, doch der Mix macht es.

Social Media: Gefahren erkennen und bannen Teil 3 von 3

21. Mai 2010

Eine kürzlich aufgetauchte Betrugsmasche ist das Überschwemmen von Twitter mit Spam-Nachrichten und das Posten von Kommentaren auf Blogger-Webseiten. In diesen Kommentaren befinden sich Links zu schädlichen Webseiten. Vor allem auf Twitter kommentierten die Angreifer die aktuellsten Meldungen des Tages und fügten ihren Beiträgen Links zu ihren schädlichen Seiten hinzu. Twitter hat ein zu Fernsehkanälen ähnliches Konzept, bei dem bestimmte Themen mit einem Rautenzeichen gekennzeichnet sind.

Auslesen von Code im Browser.

Auslesen von Code im Browser.

Weil die Länge von Mitteilungen auf Diensten wie Twitter stark limitiert ist, erfreuen sich URL-Verkürzungsdienste großer Beliebtheit. Die meisten dieser Dienste bieten keine Vorschau der URL an, zu der die Anwender letztendlich geleitet werden. Daher können sich Angreifer ohne weiteres hinter einem teilweise vertrauenswürdigen Namen wie dem des URL-Verkürzungsdienstes verbergen und dadurch die Breite des Angriffes weiter erhöhen.

Plattformen wie Facebook autorisieren Third-Party-Entwickler allzu oft, dem sozialen Netzwerk und damit auch den Nutzerprofilen ihre eigenen „Applikationen“ hinzuzufügen. Diese Applikationen erhalten dann häufig unbeschränkten Zugang zu den persönlichen Daten der Anwender und den in ihrem Profil abgelegten Informationen. Der Anwender muss sich damit einverstanden erklären, seine persönlichen Daten freizugeben und oft kann er die Freigabe auf spezifische Daten begrenzen. Aber ein Schadprogramm wie zum Beispiel ein Trojaner, der sich cleverer Social-Engineering-Methoden bedient kann einen Anwender ohne weiteres dazu bringen, seine persönlichen Daten nahezu vollständig offen zu legen.

Zum Glück haben Unternehmen wie Facebook diese Problematik inzwischen erkannt und überprüfen daher alle Applikationen manuell, bevor diese über ihr Netzwerk verteilt werden dürfen. Aber da sie wie alle Unternehmen nur über begrenzte Ressourcen verfügen und derzeit fast 50.000 Drittapplikationen über Facebook erhältlich sind, fällt die Überprüfung nicht bei allen Programmen so gründlich aus wie es eigentlich erforderlich wäre. Also kann es einem Anwender durchaus passieren, dass er eine „Das Bild des Tages“-Applikation aktiviert, die zwar täglich ein schickes Foto präsentiert, im Hintergrund aber auf alle seine persönlichen Daten zugreift. Die traurige Wahrheit ist, dass die Urheber derartiger Applikationen jederzeit einen Backdoor einbauen können, der JavaScript von einem Drittserver lädt und letztlich die gesamten persönlichen Daten stiehlt. Geht der Angreifer geschickt vor, kann die Applikation das wachsame Auge der Facebook-Analysten durchaus unbemerkt passieren!

Die zuletzt beschriebenen Angriffsmethoden sind für den Durchschnitts-Nutzer nur sehr schwer zu erkennen, da sich Applikationen von Drittanbietern durch ihr Erscheinungsbild und ihre Funktionalität fast vollständig in die vertrauenswürdige Seite des sozialen Netzwerkes einfügen. Oft bietet auch eine Antiviren-Lösung hier keinen Schutz, da Drittapplikationen serverseitig auf dem Facebook-Netzwerk laufen. Daher ist es auf jeden Fall die Aufgabe der Social-Network-Betreiber, diesen Bedrohungen entgegenzuwirken.

Social Media: Gefahren erkennen und bannen Teil 2 von 3

20. Mai 2010

Gegen Online-Bankgeschäfte gerichtete Bedrohungen sind auch der Ursprung für eine andere Angriffsmethode, mit der Nutzer von Social Network-Plattformen zunehmend konfrontiert sind: die so genannten Passwort Stealer. Diese Programme speisen Teile ihres Codes in den Browser des Anwenders ein, um dessen Kontoinformationen zu stehlen, noch bevor sie über das Netzwerk versendet werden. Davon betroffen sind hauptsächlich der Internet Explorer sowie gelegentlich auch Firefox.

Da der Datenklau komplett innerhalb des Browsers abläuft, bietet die SSL-Verschlüsselung zwischen Computer und Website dem Nutzer keinerlei Sicherheit. Die Webseite des sozialen Netzwerks präsentiert ein gültiges SSL-Zertifikat und der Browser die dafür korrekten Indikatoren. Folglich sind diese Angriffe weitaus schwieriger auszumachen als simple Phishing-Attacken. Da es sich bei einem Passwort Stealer um ein lokal auf dem Anwender-Computer installiertes Schadprogramm handelt, bietet eine möglichst aktuelle Antiviren-Lösung den besten Schutz.

Sobald ein Angreifer die Daten erfolgreich an sich gebracht hat, wird er höchstwahrscheinlich fortfahren, Links an die Kontakte des Bestohlenen zu versenden, bei deren Anklicken der Passwort Stealer sich ebenfalls auf deren Computer installiert. Diese Methode führt zu einer explosionsartigen Ausbreitung des Schadcodes.

Die meisten Nachrichten, die mittels Identitätswechsel (Impersonation) versendet werden, enthalten eine Social-Engineering-Komponente, mit der das Opfer (d.h. der Nachrichtenempfänger) zu einer bestimmten Webseite gelockt oder dazu gebracht werden soll, ein Programm auf seinen Computer herunterzuladen. Auch wenn sich Ihre Freunde vielleicht nicht von der Notwendigkeit einer guten Antiviren-Software überzeugen lassen, können Sie Ihnen zumindest erklären, dass sie von Freunden gesendeten Links nicht trauen dürfen. Da Angriffe dieser Art von Maschinen generiert sind, ist es eine kluge Vorsichtsmaßnahme, direkt bei seinen Freunden nachzufragen, ob sie den Link auch wirklich geschickt haben.

Eine bedeutende und weit verbreitete Malware-Familie, die mit der beschriebenen Methode arbeitet, ist die Koobface-Familie (ein Anagramm von Facebook). In deren Fokus stehen nicht nur ein, sondern mehrere soziale Netzwerke.

Manchmal genügt bereits der Besuch einer schädlichen Webseite, damit sich Malware unbemerkt auf dem Computer eines Anwenders installiert. Dafür verantwortlich sind Sicherheitslücken im Browser, die mitunter zur willkürlichen Ausführung von Code führen können, sogar dann, wenn Java(Script) und Flash deaktiviert sind! Wird diese Seite von einem angreifbaren Browser aufgerufen, ist eine Infektion quasi unumgänglich, sofern kein aktueller Antiviren-Schutz vorhanden ist. Allerdings muss es dem Angreifer erst einmal gelingen, den Besucher auf eine derartige Seite zu locken. Eine Methode ist der bereits beschriebene Missbrauch der Netzwerk-Kontakte durch das Versenden von Nachrichten, die angeblich vom Nutzer selbst stammen, stattdessen aber auf die Webseite des Angreifers führen.

Social Media: Sicherheit durch Kaspersky Internet Security 2011

16. Mai 2010

Kindersicherung ist ein Teil der neuen Kaspersky Internet Security 2011-Suite.

Bei all meiner Begeisterung für Social Media sollte man die Sicherheit in den sozialen Netzwerken nicht vergessen. Es gilt ein besonderer Schutz für Kinder. Das haben auch die Hersteller von Anti-Viren-Software auf dem Schirm. Kaspersky, der russische Anti-Viren-Spezialist, hat sich mit der Kaspersky Internet Security 2011 unter anderem diesem Thema angenommen, bisher aber nur für Windows-User. Die neue Version Kaspersky Internet Security 2011 (DVD-Box) kommt am 8. Juni.
In die Consumer-Version wurde ein stark verbesserte Kindersicherung eingebaut. Mit ihr können Eltern den Zugang zu sozialen Netzwerken, Instant-Messanging-Diensten (ICQ, MSN) und Programmen auf dem Computer einschränken. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Zugang zum Computer, die Downloadkapazität von Dateien sowie die Übertragung persönlicher Daten zu limitieren. Bei der Sperrung im Bereich Soziale Netzwerke lassen sich beispielsweise einzelne Twitter- oder Facebook-Accounts sperren. Eine Auswertung gibt genau darüber Auskunft, ob der User die Kontaktaufnahme mit den gesperrten Accounts probiert hat.
Damit der Familienstreit sich in Grenzen hält, kann nun eingestellt werden, wie lange der Computer überhaupt verwendet werden darf. Der Start von Programmen kann unterbunden werden und das Herunterladen bestimmter Dateien lässt sich beschränken.
Sonst bietet die neue Version eine verbeserte Benutzeroberfläche, eine Rettungs-CD, eine hervorragende Sandbox-Technologie und eine neue Geo-Taging-Funktion. Hier lassen sich bestimmte Top-Level-Domains gleich mal sperren.  Internet Security 2011 kostet in der Vollversion 40 Euro und 30 Euro als Upgrade. Geld, das richtig investiert ist. Das sind rund 10 Cent pro Tag, das sollte einem die Sicherheit seiner Kinder und seines Rechners wert sein. Leider gibt es noch keine Aussagen über eine Mac-Version dieser Internet Security-Suite. Wir müssen uns mit dem klassischen Anti-Viren-Scanner begnügen.
Kaspersky Lab veröffentlichte derweil einen neuen Hintergrundartikel mit dem Titel „Risiko soziale Netzwerke“, verfasst von Georg Wicherski, Viren-Analyst bei Kaspersky Lab. Der Autor beschäftigt sich mit den Bedrohungen, denen Mitglieder von Online-Communities ausgesetzt sind. Allein das größte Netzwerk Facebook umfasst aktuell 400 Millionen Nutzer weltweit. Kein Wunder, dass Cyberkriminelle verstärkt soziale Netzwerke ins Visier nehmen. Denn dort finden sie detaillierte Informationen über das Privat- und Arbeitsleben von Internetanwendern auf dem Silbertablett serviert. Durch Sammeln, Auswerten und Analysieren dieser Daten werden die Attacken der Cyberkriminellen noch effektiver. Spam kann zum Beispiel besonders zielgerichtet versendet werden. Laut Georg Wicherski sind die gefährlichsten Bedrohungen für Nutzer sozialer Netzwerke Phishing-Attacken auf Accounts, Passwortdiebstahl mit Hilfe von Schadprogrammen, Drive-by-Download-Attacken und Angriffe über schädliche Anwendungen auf den Seiten der Communities.

Social Media-Tipps für Eltern

7. Mai 2010
Social Media Tipps für Eltern.

Social Media Tipps für Eltern.

Waren früher meine Vorträge zu Social Media von Medienmenschen und Geschäftsleuten besucht, so ändert sich das Publikum. Mehr und mehr besorgte Eltern interessieren sich für das Thema Social Media und das ist gut so. Sie haben verstanden, dass sie sich damit beschäftigen müssen, wenn sie verstehen wollen, was ihr Nachwuchs gerade tut. Das ist allemal besser, als Druck auszuüben oder gar versuchen zu wollen, die Nutzung von Sozialen Netzwerken zu verbieten. Die Welle können wir nicht mehr aufhalten, aber wohl die Welle zu kanalisieren.

Nachdem Facebook mit der Handhabung der Nutzerdaten in Diskussion kam und bei den VZ-Netzwerken ein Datenklau einsetzte, tut jeder gut daran, über seine Identität im Netz nachzudenken. Und das gilt auch für Eltern. Und hier gibt es Hilfe: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. veröffentlicht einen Leitfaden mit zehn Social Media-Tipps für Eltern.

Soziale Netzwerke sind schließlich aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Das Internet bietet ihnen hier einen neuen Raum, in dem sie sich, wie auf dem Schulhof oder in ihrer Freizeit, austauschen können. Hier finden sie neue Kontakte, pflegen ihre Freundschaften oder organisieren Verabredungen. Die unterschiedlichen Netzwerkbetreiber geben ihren Mitgliedern hierfür eine Vielzahl von Funktionen an die Hand, um insbesondere den Informationsaustausch mit Nachrichten, Fotos oder Videos unkompliziert und einfach zu ermöglichen. Eltern stellen sich häufig Fragen, was ihre eigenen Kinder im Internet und in den sozialen Netzwerken eigentlich tun. Hier setzt der BVDW-Leitfaden „Meine Kinder in Sozialen Netzwerken – 10 Tipps für Eltern, um den richtigen Umgang zu fördern“ an. Voraussetzung ist aber hier auch: Nur wer informiert ist, kann mitreden und urteilen. Ich habe den bvdw_social_media_leitfaden_eltern zum Download  bereitgestellt. Er wurde verfasst von Christiane Biederlack (VZ-Netzwerke), Christina Brenck (lokalisten.de), Silke Knabenschuh (wer-kennt-wen.de), Oliver Poche (Fox Interactive Media Germany/MySpace.com) und Mike Schnoor (sevenload), Unitleiter Business Development/Marketing der Fachgruppe Social Media im BVDW.

Und hier sind die zehn Tipps in der Übersicht:

1. Wie kann ich mein Kind beim sicheren Umgang mit Sozialen Netzwerken unterstützen?

2. Wie viel Zeit darf mein Kind in Sozialen Netzwerken verbringen?

3. Wie kann ich die Medienkompetenz meines Kindes zielgerichtet aufbauen?

4. Welche Angaben sollte mein Kind in Sozialen Netzwerken machen?

5. Was geschieht mit den Daten und Informationen meines Kindes?

6. Kann sich mein Kind bei den Sozialen Netzwerken abmelden und sind die Daten dann gelöscht?

7. Welche Rechte hat mein Kind und welche Rechte habe ich als Elternteil?

8. Wie kann ich handeln, wenn mein Kind gemobbt, bedroht oder belästigt wird?

9. Muss ich mit Kosten rechnen?

10. An wen kann ich mich mit meinen Sorgen wenden?