Social Media: Gefahren erkennen und bannen Teil 2 von 3

Gegen Online-Bankgeschäfte gerichtete Bedrohungen sind auch der Ursprung für eine andere Angriffsmethode, mit der Nutzer von Social Network-Plattformen zunehmend konfrontiert sind: die so genannten Passwort Stealer. Diese Programme speisen Teile ihres Codes in den Browser des Anwenders ein, um dessen Kontoinformationen zu stehlen, noch bevor sie über das Netzwerk versendet werden. Davon betroffen sind hauptsächlich der Internet Explorer sowie gelegentlich auch Firefox.

Da der Datenklau komplett innerhalb des Browsers abläuft, bietet die SSL-Verschlüsselung zwischen Computer und Website dem Nutzer keinerlei Sicherheit. Die Webseite des sozialen Netzwerks präsentiert ein gültiges SSL-Zertifikat und der Browser die dafür korrekten Indikatoren. Folglich sind diese Angriffe weitaus schwieriger auszumachen als simple Phishing-Attacken. Da es sich bei einem Passwort Stealer um ein lokal auf dem Anwender-Computer installiertes Schadprogramm handelt, bietet eine möglichst aktuelle Antiviren-Lösung den besten Schutz.

Sobald ein Angreifer die Daten erfolgreich an sich gebracht hat, wird er höchstwahrscheinlich fortfahren, Links an die Kontakte des Bestohlenen zu versenden, bei deren Anklicken der Passwort Stealer sich ebenfalls auf deren Computer installiert. Diese Methode führt zu einer explosionsartigen Ausbreitung des Schadcodes.

Die meisten Nachrichten, die mittels Identitätswechsel (Impersonation) versendet werden, enthalten eine Social-Engineering-Komponente, mit der das Opfer (d.h. der Nachrichtenempfänger) zu einer bestimmten Webseite gelockt oder dazu gebracht werden soll, ein Programm auf seinen Computer herunterzuladen. Auch wenn sich Ihre Freunde vielleicht nicht von der Notwendigkeit einer guten Antiviren-Software überzeugen lassen, können Sie Ihnen zumindest erklären, dass sie von Freunden gesendeten Links nicht trauen dürfen. Da Angriffe dieser Art von Maschinen generiert sind, ist es eine kluge Vorsichtsmaßnahme, direkt bei seinen Freunden nachzufragen, ob sie den Link auch wirklich geschickt haben.

Eine bedeutende und weit verbreitete Malware-Familie, die mit der beschriebenen Methode arbeitet, ist die Koobface-Familie (ein Anagramm von Facebook). In deren Fokus stehen nicht nur ein, sondern mehrere soziale Netzwerke.

Manchmal genügt bereits der Besuch einer schädlichen Webseite, damit sich Malware unbemerkt auf dem Computer eines Anwenders installiert. Dafür verantwortlich sind Sicherheitslücken im Browser, die mitunter zur willkürlichen Ausführung von Code führen können, sogar dann, wenn Java(Script) und Flash deaktiviert sind! Wird diese Seite von einem angreifbaren Browser aufgerufen, ist eine Infektion quasi unumgänglich, sofern kein aktueller Antiviren-Schutz vorhanden ist. Allerdings muss es dem Angreifer erst einmal gelingen, den Besucher auf eine derartige Seite zu locken. Eine Methode ist der bereits beschriebene Missbrauch der Netzwerk-Kontakte durch das Versenden von Nachrichten, die angeblich vom Nutzer selbst stammen, stattdessen aber auf die Webseite des Angreifers führen.

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