Am Montag 4. Mai fährt Maisach langsam wieder hoch. Trotz Ausgangsbeschränkung und Corona wird der Parteienverkehr im Rathaus wieder aufgenommen, natürlich mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen wie Maskenpflicht, Abstand und Zugangsbeschränkung. Bürgermeister Hans Seidl hat sich dazu ausführlich in einem Facebook-Post und auf der Website der Gemeinde geäußert.
Auch die Gemeindebücherei soll dann wieder geöffnet haben. Ich mag die Lesungen in unserer Bücherei und die Leiterin Beate Seyschab und ihr Team machen einen guten Job in mitten ihrer 20.000 Medien. Aber durch Corona ist das Manko der fehlenden Digitalisierung in Maisach aufgetreten. Es gibt in der Gemeindebücherei keine Online-Ausleihe von digitalen Büchern, Zeitschriften oder Hörspielen. Es ist alles analog, ganz wie zu alten Zeiten.
Die Fristen für entliehene analoge Medien verlängerten sich durch Corona automatisch, aber die Digitalisierung ist Fehlanzeige. Anders als in anderen Städten und Gemeinden kann ich keine EPUBs ausleihen und auf meinem digitalen Endgerät lesen. Das wäre aber in Zeiten von Corona ein hygienischer, eleganter, moderner und zukunftsweisender Weg, der im Moment bei uns nicht gegangen wird.
Bitte kommt mir nicht mit den Argumenten, dass eine Bücherei mit Papierbüchern doch so schön ist. Ja, das ist es, aber es ist eben nicht alles.
Also habe ich meine eBooks über Amazon gekauft oder geliehen. Das klappt reibungslos und unkompliziert. In der Zeit der Ausgangsbeschränkung und Kontaktsperre habe ich ja Zeit zu lesen und mich geistig zu beschäftigen. Der Lockdown hat nicht nur die Nachfrage auf dem E-Book-Kaufmarkt belebt, auch der Bibliotheksverleih hat in dieser Zeit kräftig angezogen. Das zeigen die aktuellen Zahlen der vom Bibliotheksdienstleister EKZ/Divibib organisierten Onleihe, über die Nutzer elektronische Medien wie E-Books, Hörbücher und E-Paper ausleihen können. Aber wir in Maisach spielen dabei nicht mit. Ein stationärer Buchhandel ist in Maisach zudem nicht vorhanden und würde sich auch nicht lohnen. Wenn ich einen Buchladen auf einem Dorf eröffne, kann ich mein Geld als Unternehmer gleich verbrennen.
Wer genau hingesehen hat, konnte in den vergangenen Wochen am Straßenrand in der Gemeinde ab und zu Bücherkisten entdecken. Da haben wohl Familien in der Corona-Zeit den Keller oder Bücherschrank ausgeräumt und Bücher auf die Gartenmauer gestellt – zum kostenlosen Mitnehmen. Finde ich eine tolle Idee.
Und der öffentliche Bücherschrank bei Edeka Leich versorgt Lesehungrige mit analogen Bücherfutter. Bei meinen Einkäufen schaue ich immer in den Schrank hinein, lege Bücher ab und suche nach neuem Lesefutter. So dann und wann habe ich etwas interessantes für mich gefunden. So ein Bücherschrank funktioniert, wenn alle mitmache. Also Bücher hineinstellen und Bücher herausnehmen – also ein Kreislauf. Hier ein Film von 2017 als der Bücherschrank eingeführt wurde.
Bis aber wieder geschnitten, frisiert und gefärbt werden darf, müssen Friseure ein genaues Hygienekonzept erfüllen. Nur dann dürfen sie wieder Kunden in den Salons bedienen. Das Konzept wurde von der Berufsgenossenschaft BGW mit dem Zentralverband der Friseure erarbeitet. Auch der bayerische Landesinnungsverband, der in Fürstenfeldbruck sein Büro hat, arbeitete gehörig mit und wurde dafür von Ministerpräsident Söder mehrmals öffentlich gelobt.
Es wurde in der vergangenen Woche viel in den Salons vorbereitet. So müssen nun Plätzen eingerichtet werden, an denen sich die Kunden die Hände waschen/desinfizieren können. Die Wartezonen wurden gesperrt und Bodenmarkierungen für den notwendigen Abstand angebracht. Bevorzugt wird bargeldlose Zahlung. Wichtig für den Kunden in Maisach: Termine dürfen nur nach vorheriger telefonischer/digitaler Vereinbarung stattfinden – wer ein Online-Buchungssystem hat und rechtzeitig auf Digitalisierung gesetzt hat, der gehört klar zu den Gewinnern. Das ist überall im Mittelstand so – es mussten viele Mittelständler die mangelnde Innovationsbereitschaft büßen. Es gibt auch keine Bewirtung oder Getränkeservice sowie keine Zeitschriften beim Friseur mehr. Wer sich interessiert, welche Auflagen die Friseure haben, kann sich hier informieren. Das Dokument regelt in 17 Punkten unter anderem die Organisation der Tätigkeiten im Salon, besondere Infektionsschutzmaßnahmen, den Zutritt der Kunden zum Salon, persönliche Schutzausrüstung, Schutzabstände sowie Reinigung und Desinfektion. Auch wichtig: Es werden künftig keine trockenen Haare mehr geschnitten. Die Haare der Kunden werden im Salon gewaschen und es gibt keine Ausnahmen.
Der Schock saß tief, als Friseursalons schließen mussten. Ich sprach vor kurzem mit Josef Wieser, Friseurmeister und Chef der Haarmanufaktur – Haarstudio Wieser in der Maisacher Schillerstraße. „Das Ausmaß war für keinen absehbar“, so Wieser. „Es war im ersten Moment eine Katastrophe und man bekommt Panik und Existenzängste.
Als die Geschäfte geschlossen hatten, war es wichtig, das Team zusammen zu halten und den Spirit aufrecht zu erhalten. „Ständige Kommunikation mit dem Team“ war an der Tagesordnung, erzählt Wieser. „Natürlich war Verunsicherung da“, gibt Wieser zu. „Man wusste nicht, wie geht man damit um.“ Wieser und sein Team haben die Zwischenzeit genutzt und mit Videokonferenzen gearbeitet, um alle auf dem gleichen Stand zu halten. Ich habe mit Josef Wieser ein ausführliches Videointerview geführt.
Jetzt gilt es bis 4. Mai auf einen Friseurbesuch zu warten. Auch wenn der Kunde noch so drängt: Bis 4. Mai sind in Bayern Friseurdienstleistungen untersagt. Immer wieder hört man, dass Kunden auf die Friseure Druck ausüben und um einen Friseurhausbesuch nachfragen. „Das ist eindeutig verboten“, stellt Josef Wieser klar. „Wer Haare schneidet, der wird gekündigt.“ Der geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern ist auch zu Hause bei der Friseurdienstleistung nicht einzuhalten. Zudem sind beim Friseurhausbesuch die Hygienestandards weniger kontrollierbar als in einem Salon.
Wer gegen die Allgemeinverfügung der Staatsregierung verstößt, kann mit einer Geldbuße in Höhe bis zu 25.000 Euro belegt werden. Oder es drohen bis zu fünf Jahre Haft, wenn jemand infiziert wird. Im Interesse der Gesundheit aller sollten Verstöße nicht geduldet, sondern zur Anzeige gebracht werden. Und es wurden schon einige erwischt.
„Es geht uns alles andere als gut“, so diplomatisch beschreibt Michael Schweinberger, Chef der Brauerei Maisach, die wirtschaftliche Lage der mittelständischen Brauerei. Die Corona-Krise und die Ausgangsbeschränkungen sowie der Lookdown der Gastronomie bringen die Traditionsbrauerei in ernste Schwierigkeiten.
Seit 1556 gibt es die Brauerei. Michael Schweinberger hat das Unternehmen vor vier Jahren übernommen. Durch Corona ist das Geschäft jetzt komplett eingebrochen. Das Bier wird in der Regel nur noch über Getränkemärkte verkauft. Der Ausschank in der Gastronomie ist durch die Allgemeinverfügung der Staatsregierung nicht mehr möglich, da die Gasthäuser, Volksfeste und Biergärten geschlossen haben. „Etwa 70 Prozent des Geschäfts sind komplett eingebrochen“, sagt Schweinberger. „Ich verstehe nicht, was Söder da reitet.“ Für eine Absage der Wiesn habe Schweinberger zwar Verständnis, aber in den „normalen Gasthäusern tanzt keiner auf den Tischen.“
Die Konsequenz in der Brauerei Maisach ist seit langem Kurzarbeit für einen Teil des 14köpfigen Teams. „Die Brauer arbeiten noch, mit der Betonung auf noch“, so Schweinberger weiter. Die Abnehmer des Maisacher Biers sind Getränkemärkte und Supermärkte. Aber deren Umsatz reiche natürlich nicht, um den Rückgang der Gastronomie aufzufangen. Schweinberger ist pessimistisch. „Wenn es so weitergeht, bleiben nur 50 Prozent der Wirte übrig.“ Aber auch die Lage bei den Brauereien ist dramatisch. Die bayerischen Brauereien leiden unter der Corona-Krise. Am schlimmsten ist laut Georg Rittmayer vom Verband Privater Brauereien für die Hersteller, dass Restaurants und Biergärten geschlossen sind. Vor allem für die kleinen Brauereien sei das eine Katastrophe. Sie fürchten einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent. Dazu komme, dass Sportveranstaltungen und Volkfeste ausfallen. Der bayerische Brauerbund fordert, die Biergärten zu öffnen. Dort sei genügend Platz – und die Menschen wüssten doch mittlerweile, dass sie nicht dicht an dicht sitzen dürfen.
Verärgert ist Schweinberger über das Verhalten der Banken in der Krise. „Sie haben nichts gelernt und haben noch ein Denken der alten Welt.“ Immer mehr Sicherheiten werden bei Krediten gefordert.
Jetzt gilt es, dass die Politik reagiert, so Schweinberger. Unsere Verbände und jeder einzelne Wirt hat Vorschläge vorgelegt, aber es „geht um die politische Ebene“.
Übrigens: Die Fotos zu diesem Beitrag stammen von einem Besuch der Facebook-Gruppe Fotofreunde Landkreis FFB
Wichtigstes Vorhaben am Freitag: Wertstoffe abgeben beim Maisacher Wertstoffhof in der Corona-Krise. Um 14 Uhr hat der heilige Platz am Ortseingang unseres Dorfes geöffnet und heute soll die Glocke werden. Die angesammelten Wertstoffe einer vierköpfigen Familie nach 34 Tagen Ausgangsbeschränkung sollen entsorgt werden.
Dieses Mal werden die Säcke mit Plastik aus der Garage verschwinden. Es ist schon eindrucksvoll, wie viel Plastikmüll, Verzeihung Plastikwertstoffe sich angesammelt haben – deutlich mehr als sonst.
Aber bevor es losgeht, muss das Plastik sortiert werden. Die Bitte der AWB ist eindeutig: Wertstoffe vorsortieren, damit es schneller geht und es sich nicht unnötig staut. Gesagt, getan. Unsere Familie sammelt Plastik in großen Plastiksäcken. Die werden jetzt wieder aufgemacht und ausgeschüttet. Plastik, Becher, Plastikflaschen, Alu-Verbundstoffe, Mischkunststoff liegt alles auf einen Haufen. Beherzt wird sortiert. Wer im Landkreis Fürstenfeldbruck lebt, der ist zwangsläufig Wertstoffexperte. Das Dorf traf sich früher am Wertstoffhof zum Ratsch. Der Ratsch fällt weg, aber der Treffpunkt ist geblieben.
Also die verschiedenen Plastikfraktionen getrennt, die Uhr aber immer Blick. Um 14 Uhr öffnet der Große Wertstoffhof.
Alles in das Automobil verpackt und los gehts. Maske und Handschuhe nicht vergessen. Ab Montag ist sowieso überall Maskenpflicht.
Um 14:22 Uhr stehen wir mit dem Auto in der Schlange. Sie reicht fast bis zum Rewe vor. Stoßstange an Stoßstange. Während des Wartens werden die anderen Autofahrer beobachtet. Warum kommt eigentlich dieses Auto mit Kennzeichen aus Starnberg? Warum wird jetzt gerade der Keller entrumpelt? Hat der wirklich ein Fitnessgerät auf dem Anhänger? Wieviel Grünabfälle passen in den Anhänger überhaupt hinein? Viele Autofahrer haben die Scheiben heruntergelassen und man hört die musikalischen Vorlieben der Insassen – bei mir läuft übrigens Country von 1958 das Gunfighter-Album von Marty Robbins.
Fußgänger und Radfahrer werden vorgelassen. Autos müssen sich einreihen. Es gilt den Wendehammer zu umrunden und dann erfolgt die Einfahrt in den Großen Wertstoffhof. Das Warten hat genau 22 Minuten gedauert. In Corona-Zeiten wird man demütig, gelassener. Während es früher nicht schnell genug gehen konnte, so bringt man heute einfach mehr Zeit mit. Vielleicht ist das ein positiver Punkt der ganzen Krise – wir gehen heute gelassener miteinander um. Schnell die Masken aufgesetzt und die freundliche AWB-Mitarbeiterin in orangener Weste fragt auch schon, was wir geladen haben? Grünabfälle bitte rechts, Plastik und Co bitte links. Beim Grünzeug staut es sich und da wir nur ein Auto voller Plastik haben, können wir prima durchstarten.
Es herrscht reger Betrieb am Wertstoffhof. Dabei ist die große Welle der Entsorger schon vergangene Woche aufgeschlagen. Die Mehrzahl der Besucher tragen Masken. Mein Eindruck: Abstandhalten funktioniert.
Auch in der Halle für Plastikmüll klappt das Abstandhalten erstaunlich gut. Einer betritt die Halle, wirft seinen Kunststoff in die vorbereiteten Säcke, die an der Wand hängen. In genügend sicheren Abstand überwacht eine Mitarbeiterin den ganzen Entsorgungs- und Sortierprozess. Notfalls greift sie ein und gibt mit freundlichen Worten deutliche Hinweise.
Bei den großen Container trifft sich die Sperrmüllfraktion und entsorgt ihre Keller. Ich sehe das Fitnessgerät wieder. Pflichtgemäß schau ich bei den Elektrogeräten vorbei nach der Suche nach einer bestimmten Spielkonsole. Das mach ich seit Jahren umsonst. Irgendwann finde ich das Ding.
Aber um den Stellplatz nicht zu blockieren, geht es ab zum Auto und zur Heimatfahrt. Die ganze Aktion hat knapp 45 Minuten gedauert – eigentlich ok. Die Garage ist wieder leer. Die Ausgangsbeschränkung geht weiter – das Sammeln von Wertstoffen auch. Das Abenteuer Wertstoffhof Maisach kommt in vier Wochen wieder.
Wer ab Montag zum Einkaufen geht oder den ÖPNV nutzen will, der ist im Rahmen der Ausgangsbeschränkung verpflichtet, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen. Dies betrifft auch beim Warten auf den Bus oder S-Bahn. Die Geschäftsleute bei uns in Maisach bereiten ihre Kunden auf diese Maskenpflicht vor und schulen ihr Personal. Dazu habe ich Toni Leich vom Edeka Leich im Dorf befragt, wie er mit seinem Team mit der Verfügung umgeht.
Am Montag ist Maskenpflicht in Bayern. Haben Sie einen Doorman/Türwächer, um die Maskenpflicht im Edeka durchzusetzen? Oder wie sorgen Sie dafür, dass die Leute eine Maske tragen?
Toni Leich: Wir werden Plakate diese Woche noch Positionieren, um allen Kunden darauf hinzuweisen. Nächste Woche werden Plakate an den Türen positioniert, damit die Kunden wissen, dass nur noch mit Maske der Laden betreten werden darf. Wir werden vorerst keinen Doorman einsetzen. Wir hoffen auf den Verstand der Kunden. Wir werden zusätzlich informieren, dass wenn noch keiner einer Maske haben sollte, aber einkaufen muss, über unsere Klingel an unserer Anlieferung eine kostenpflichtig erhält. Falls doch jemand den Laden ohne Maske betritt, wird er spätestens im Obst und Gemüse abgefangen, da dort sich immer jemand befindet. In den ersten drei Tage werden wir sehen wie sich unsere Kunden daran halten oder ob wir einen Doorman einsetzen müssen.
Haben Sie Masken für Kunden und Ihre Mitarbeiter?
Toni Leich: Ja wir verkaufen Masken an unsere Kunden. Sie sind zu 100% Baumwolle, Made in Germany und bei 90 Grad Celsius waschbar und tötet somit alles ab. Für Mitarbeiter werden wir einen Teil der Masken kostenlos ausgeben und einen gewissen Teil können unsere Mitarbeiter zum Einkaufspreis erwerben.
An der Kasse gibt es beispielsweise Masken zum Kaufen.
Was passiert, wenn Kunden ohne Masken dennoch den Edeka betreten?
Toni Leich: Wir sagen dem Kunden, dass er so nicht einkaufen darf. Er braucht Mund und Nasenabdeckung.
Persönlich hoffe ich, dass sich alle eine Maske tragen. Immer mehr habe ich den Eindruck, dass Corona von einigen noch immer nicht als Gefahr gesehen wird. Zudem bemerke ich, dass einige die Abstandsregelung auf die leichte Schulter nehmen. Wie steht ihr zur Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV?
Heute abend beginnt für die Muslime der Fastenmomat Ramadan. Ramadan startet am Abend von Donnerstag, 23. April und endet am Abend vom Samstag, 23. Mai. Und dieses Jahr wird Ramadan aufgrund Corona und Ausgangsbeschränkung auch in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck unter besonderen Umständen begangen.
Leider kann nicht ermittelt werden, wie viele Muslime in der Gemeinde Maisach wohnen. Der Leiter des Maisacher Einwohnermeldeamtes erklärte auf Anfrage: „In unserem Einwohnermeldeamtsverfahren werden nur steuererhebende Religionen erfasst. Dazu zählt der muslimische Glauben nicht dazu.“
Die sympathischen Jungs vom Deniz Kebap-Haus in Maisach
Aber natürlich sind es viele Moslems. Wie die sympathischen Jungs vom Deniz Kebap-Haus in Maisach. Sie begehen Ramadan innerhalb der Familie, ohne große Zusammenkünfte. Die Moschee in Fürstenfeldbruck sei zudem geschlossen. „Dieses Jahr ist alles etwas anders.“
Leider weiß ich zu wenig über diese große Weltreligion. Ich frage deshalb bei meinem Kollegen Fabian Schmidmeier nach. Er ist Islamwissenschaftler M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Orientalische Philologie und Islamwissenschaft an der FAU Erlangen-Nürnberg und dort Co-Koordinator der Forschungsstelle „Key Concepts in Interreligious Discourses“ (KCID). Er ist ein langjähriger Bloggerkollege und bloggt zu Islam- und Nahost-bezogene Themen auf www.abrahamicstudies.com
Am Donnerstag beginnt Ramadan. Was bedeutet dieses Fest für Muslime?
Schmidmeier: Der Fastenmonat Ramadan ist für viele Muslime eine der Zeiten, auf die sie sich im Jahr am meisten freuen. Nach muslimischer Tradition begann in diesem Monat die Offenbarung des Korans an den Propheten Muhammad in der sogenannten „Nacht der Bestimmung“ (Lailatu l-Qadr). Das Fasten (ṣaum/ ṣiyām) während dieses Monats ist eine der fünf Säulen des Islams, also eine der zentralen Pflichten für alle Muslime. In Sure 2:183-185 im Koran wird dies beschrieben und festgelegt. In dieser Zeit soll man in sich kehren, zur Ruhe kommen, den Koran lesen und auch mal für ein paar Stunden gewisse Entbehrungen spüren, die gerade wir in unseren Breitengraden nicht kennen. Ausgenommen von der religiösen Pflicht sind alle, denen das Fasten nicht möglich ist, z.B. aufgrund von Reisen, Krankheiten, Schwangerschaft, weil sie Ärzte im OP sind u.a. Es ist auch ein Monat für Wohltätigkeiten gegenüber Bedürftigen. Am Ende des Fastenmonats soll eine Almose an Arme und Bedürftige gegeben werden (Zakāt al-Fiṭr). Das alles endet mit dem Zuckerfest (‚Eid al-Fiṭr), das bei Muslimen etwa ähnlich intensiv gefeiert wird wie Weihnachten bei Christen.
Wie läuft Ramadan ab?
Schmidmeier: Fasten soll man ab Beginn des Sonnenaufgangs bis Sonnenuntergang, was häufig eine große Herausforderung ist, denn man verzichtet sowohl auf Essen als auch auf Trinken. Zudem ist der Konsum von Tabak oder auch Geschlechtsverkehr tagsüber aus religiöser Sicht nicht gestattet. Um den Tag besser durchhalten zu können stehen viele Muslime morgens vor Tagesanbruch für ein Frühstück (Saḥūr) auf, um etwas zu essen und vor allem genügend zu trinken. Der Körper soll keinesfalls geschädigt werden. Abends wird dann gemeinsam das Fasten gebrochen (Iftār). Dies geschieht oft im Kreise der Familie, mit Freunden oder in der Gemeinde. In Moscheen gibt es häufig kostenlos Essen für alle, ob nun muslimisch oder nicht.
Die Moschee in FFB ist im Moment geschlossen.
Moscheen sind wie christliche Kirchen im Moment geschlossen. Wie feiert Moslems jetzt ihre Gottesdienste?
Schmidmeier: In Zeiten von Corona ist das Gemeinschaftsgebet in der Moschee genauso wenig möglich, wie in Kirchen oder Synagogen. In den islamischen Überlieferungen gibt es tatsächlich Präzedenzfälle für ein Verhalten Seuchen oder Naturkatastrophen, bei denen ein normales Gemeindeleben nicht mehr fortgeführt werden konnte. So wurde jetzt in zahlreichen mehrheitlich muslimischen Ländern der Gebetsruf analog zu verschiedenen Prophetenüberlieferungen dahingehend geändert, dass man nicht zum Gebet in die Moschee kommen, sondern zuhause beten solle. (hierzu auf meinem Blog🙂 Der Schutz von Menschenleben und der körperlichen Unversehrtheit sind Prämissen im islamischen Glauben. Die Menschen beten also zuhause, manche Gottesdienste, wie zB das Freitagsgebet, werden inzwischen aber auch live gestreamt.
Zur Tradition gehört das gemeinsame Essen nach Sonnenuntergang. Hat sich durch Corona daran etwas geändert.
Schmidmeier: Ja, die Pandemie ändert natürlich alles. Die zahlreichen Besuche während des Ramadan, das gemeinsame Fastenbrechen in der Gemeinde etc. gehen jetzt natürlich nicht. Das wird etwas ganz neues. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man auch hier z.B. live streamt oder aber im kleinen Kreis daheim das Fasten bricht. Hoffentlich wird möglichst bald ein Impfstoff gefunden, sodass es im nächsten Jahr wieder normal ablaufen kann.
Gibt es Vorgaben für Ramadan von der WHO?
Schmidmeier: Gelehrte orientieren sich hier auch weitgehend an den Empfehlungen der WHO. Es wurde sogar über eine Verschiebung des Fastens diskutiert. Doch im Islam gibt es keine oberste Instanz, wie bei der katholischen Kirche der Papst. Ein islamisches Gutachten (Fatwa) hat immer nur den Charakter einer unverbindlichen Empfehlung, in sofern muss der einzelne Gläubige hier für sich entscheiden, was richtig ist. Von der WHO gibt es tatsächlich eine Handreichung extra für den Fastenmonat Ramadan mit Tipps und Daten für ein sicheres Fasten während dieser Pandemie:
Ab Montag gilt in Bayern Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV. Eine praktische Frage: Wohin mit dem Bart bei der Maske?
Schmidmeier: Der Bart, sofern überhaupt vorhanden, soll natürlich möglichst unter die Maske kommen. Das wird bei den meisten Muslimen insbesondere hierzulande wohl auch kein Problem sein.
Wiesn abgesagt und was wird aus der Maisacher Festwoche?
Das Münchner Oktoberfest 2020 und das Zentrale Landwirtschaftsfest wurden gestern abgesagt. Das größte und schönste Volksfest der Welt, so Ministerpräsident Söder, findet dieses Jahr nicht statt. Und bei uns in Maisach? Wir haben die Maisacher Festwoche. Wie geht es mit der in diesem Jahr weiter?
Die Maisacher Festwoche ist zeitlich das letzte Volksfest im Landkreis Fürstenfeldbruck und die Veranstaltung sollte vom Freitag, dem 21. August bis zum Sonntag, dem 30. August 2020 stattfinden. Bis zum Ende August dürfen laut Freistaat Bayern keine Großveranstaltungen durchgeführt werden. In diesem Zeitraum liegt die Festwoche.
Gestern hat die Gemeinde Maisach eine Entscheidung getroffen. Die Festwoche findet nicht statt. Noch vergangene Woche erklärte Bürgermeister Hans Seidl: „Die Entscheidung über die Maisacher Festwoche wird erst in der ersten Mai-Woche getroffen.“ Nun ist die Entscheidung aber gestern gefallen: „Aufgrund der Corona-Pandemie und den bestehenden Veranstaltungsbeschränkungen muss die Festwoche 2020 leider abgesagt werden.“ Weiter heißt es von Bürgermeister Seidl: „Wir bedanken uns bei unserem Festwirt Jochen Mörz, bei der Brauerei Maisach unter der Leitung von Michael Schweinberger sowie allen Schaustellern, Musikkapellen, Vereinen und besonders bei unseren Gästen, die immer zum Gelingen der Festwoche beigetragen und uns durch all die Jahre so treu begleitet haben. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam 2021 mit allen Mitwirkenden aus der Gemeinde und vielen Gästen unsere Festwoche wieder feiern werden.“
Nun, nachdem „Kunst im Stadl“ im Gemeindegebiet dieses Jahr ausfällt, ist es richtig, dass unsere Festwoche stattfinden wird. Ähnliche Volksfeste im Landkreis wie Olching, Puchheim oder Fürstenfeldbruck wurden bereits abgesagt. Festwirte, Musiker und Schausteller trifft dies hart. Besonders der traditionelle Tag der Senioren auf der Festwoche, wenn die Gemeinde zu Bier und Hendl einlädt, wurde von den Senioren unserer Gemeinde gerne angenommen. Auch meine Eltern waren dort dabei, wenn es ihre Gesundheit zuließ. Dies ist aber die Hochrisikozielgruppe und ein Bierzelt lebt von der Nähe. Daher besser Obzapft is‘
Und es gibt ein Update in Sachen Masken:
Wer Masken selbst nähen will, der sollte in Maisach zum Schürzenmichl gehen. Bitte etwas Zeit mitbringen. Aber es trifft täglich neuer Stoff und Utensilien ein.
Über die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises wurde der Gemeinde Maisach Vlies-Material zum Nähen von Mund-Nase-Behelfsmasken zur Verfügung gestellt. Näher und Näherinnen, die ehrenamtlich daraus Masken nähen wollen, können sich direkt an Bürgermeister Hans Seidl unter h.seidl@maisach.de oder Telefon-Nummer 08141/937-223 wenden. Die angefertigten Masken sollen dann Einrichtungen wie z.B. der Pflege-/Betreuung und Arztpraxen in der Gemeinde Maisach zur Verfügung gestellt werden. Masken, die nicht in Maisach verteilt werden, gehen in den Pool der Katastrophenschutzeinrichtung des Landkreises, von dort werden sie dann weiterverteilt.
Die Corona Krise hat viel verändert – auch bei uns im Dorf. Die Hektik des Alltags ist aus unserem Leben gewichen. Es ist durch die Ausgangsbeschränkung zwangsläufig ruhiger in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck geworden. Manche nennen es Demut. Und ich habe gelernt, mich in eine Schlange einzureihen. Schlange stehen kannte ich aus der DDR, jetzt lernte ich es auch in Maisach.
Ich höre viele Stimmen, die zur Vorsicht und Umsicht mahnen. Und natürlich habe ich die zweite Regierungserklärung des Ministerpräsidenten gestern im Web verfolgt. Ab nächste Woche gibt es eine Maskenpflicht oder formal ausgedrückt, eine Verpflichtung zu Mund-Nasenschutz in ÖPNV und Geschäften.
Vielleicht liegt es an meinem Tropenhut, aber die Leute schauen mich doof an.
Ich hoffe, dass sich die Maisacher daran halten. Im Moment habe ich das Gefühl, dass man noch wie ein Alien angeschaut wird, wenn man mit Maske ein Geschäft betritt, dumme Sprüche inklusive. Aber dies wird sich ändern – hoffentlich. Ich habe keine Lust auf eine Verlängerung des Lockdowns, der mich meine Aufträge gekostet hat.
Masken auch beim Edeka Leich.
Jetzt geht es für uns alle ans Masken kaufen – oder selbst produzieren. Die Stoffgeschäfte in Maisach und Fürstenfeldbruck haben wieder geöffnet und versorgen den Hobbynäher mit Nachschub. In Fürstenfeldbruck habe ich auf dem Weg zum Arzt eine lange Schlange vor Stoffe Egert gesehen.
Schlange vor Stoffe Ebert in FFB.
In Maisach ist die Lage scheinbar entspannter. Der Schürzenmichl von Michaela Furthmann in der Bahnhofstraße 17 hat Stoffe. Seit 15. April hat das Geschäft eine Sondergenehmigung. „Wir haben Kurzwaren und Stoffe da, für alle die sich selbst eine Behelfsmaske nähen möchten“, heißt es auf der Website. Zudem näht man dort benötigte Behelfsmasken.
Beim Edeka Leich gibt es so genannte Community-Masken an der Kasse zu erwerben. Und Carmen Convent, die ich unlängst in meinem Blog vorgestellt habe, hat Masken und Stoffe in Racker‘s Patchwork „Nähwerkstatt“ in der Wiesenstraße 5a in Maisach. Die Masken können über Racker‘s Patchwork „Nähwerkstatt“ auf Facebook, per Email info@rackers-patchwork.de und telefonisch geordert werden.
Und neben der Maskenpflicht gilt nach wie vor die Abstandsregelung. Das scheint bei vielen in Vergessenheit geraten zu sein. Nur weil man eine Maske trägt, gilt weiterhin Abstand halten. Am Wochenende hat es bei Albertos Eisdiele super geklappt. Das Wetter passte und die Menschen stellten sich brav an und hielten Abstand. „Ich bin begeistert, wie gut und vorbildlich sich unsere Kunden benommen haben und ich bin sicher, es bleibt so“, sagte mir Alberto.
Auch bei der Post in Fürstenfeld bildete sich eine lange Schlange vor der Hauptpost. Wer etwas brauchte, musste eine längere Wartezeit in Kauf nehmen.
Nachdem gestern die Bau- und Gartenmärkte geöffnet hatten, ging es dort diszipliniert zu. Das macht mir Mut, dass es nicht zu einem Rückschritt in Sachen Corona kommt. Beim Gartencenter Würstle kamen die Käufer schubweise – als ich vorbeischaute, war das Gelände besucht, aber die Käufer hielten den Abstand ein. Auch an der Kasse war entsprechend beschildert. Die Mitarbeiter des Gartencenters trugen Masken und hielten bei ihren Beratungsgesprächen den Abstand ein.
Auch beim Hagebau – familienintern Hasenbau genannt – ging es gesittet zu. Ordner achteten am Eingang darauf, dass sich keine Staus bildeten. Und Besucher durften nur mit Einkaufswagen den Markt betreten. Das vorbereitete Schild „Wegen hoher Kundenfrequenz vorübergehend geschlossen“ war bei meinem Vorbeischauen noch verdeckt.
Ausblick vom Räuber Kneißl-Rastplatz in Frauenberg.
Am Sonntag fiel uns die Decke auf den Kopf. Wir mussten raus mit dem Rad, um den ganzen Druck von Corona und Ausgangsbeschränkung hinter uns zu lassen. Am Morgen erinnerte uns Bürgermeister Hans Seidl via Facebook die Heimat zu genießen. Und das machten wir auch: Meine Frau und ich fuhren den Räuber Kneißl Radweg entlang durch die Gemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Eigentlich wird der Räuber Kneißl Radweg erst offiziell am 26. April eröffnet, aber so lange wollten wir nicht warten. Unsere Heimat hat so viel zu bieten und wenn es nun einen offiziellen Radweg gibt, dann müssen wir ihn auch ausprobieren.
Der Radweg führt durch die sieben Gemeinden der WestAllianz München – Bergkichen, Gröbenzell, Karlsfeld, Maisach, Odelzhausen, Paffenhofen a.d. Glonn und Sulzemoos. Entlang der Wegstrecke lernen die Radler die Historie des Mathias Kneißl zwischen 1857 und 1902 kennen.
Pause muss auch sein.
Die offiziellen Kneißl-Rastplätze mit den Infotafeln über den Räuber Mathias Kneißl sind noch nicht aufgestellt, aber wer hier wohnt, der kennt die Geschichte vom Kneißl sicher.
Als Lokalpatrioten wählten wir die dritte Route des Räuber Kneißl Radwegs von 23,2 Kilometern Länge mit zwei Kneißl-Rastplätzen bei Überacker und Frauenberg. Beide befinden sich noch im Bau, aber die Website gibt schon interessante Infos. Eigens angelegt für den Räuber Kneißl Radweg gibt es GPS Daten für diesen Abschnitt. Zudem gibt es Radwegkarten aus Papier und als PDF. Papier belastet nur, also wählten wir die PDF-Karte zum Download. Für Mathias Kneißl war die Gemeinde Maisach sein Schicksal. Es erwartete ihn Verhaftung, Verhandlung und Hinrichtung.
Von der vergeblichen Suche mürbe gemacht, wird das Kneißl-Polizeiaufgebot verkleinert. Da gibt Kneißls Cousine Mathilde Lorenz dem Münchner Sicherheitskommissär Bossert den entscheidenden Hinweis. Auf dem Weg zu einem eingefädelten Treffen mit ihm in Pischertshofen streut sie Orangenschalen für die Verfolger. Am 4. März ist Kneißl im Anwesen der Familie Märkl in Geisenhofen. Etwa 150 Schutzleute und Gendarmen werden zusammengezogen. Sie wechseln sich mit der Bewachung des Anwesens schichtweise ab. Rasch verbreitet sich die Nachricht von Kneißls bevorstehender Verhaftung. Schaulustige reisen aus München und Augsburg an, um dabei zu sein. Am 5. März 1902 wird der Stadel des Anwesens mit ca. 1.500 Schuss Munition beschossen, Kneißl verwundet und ihm der Prozess gemacht. Er wird in Ausgburg hingerichtet.
Erste Etappe von Maisach nach Überacker
Unsere Radtour begann nach einem Eis bei Alberto in der Kandlerstraße in Maisach und ging über die Brauerei Maisach – das Bräustüberl ist aufgrund von Corona geschlossen – weiter nach Überacker zur Kapelle St. Wolfang.
Die Kapelle ist geschlossen. Es ist ein kleiner Saalbau mit polygonalem Chorschluss, Lisenengliederung und Dachreiter mit Spitzhelm aus den Jahren 1700/01. Den Spinnweben nach zu urteilen war schon lange keiner mehr da. Vor der Kapelle sind zwei wunderbare Lindenbäume samt Vogelnest. Die Infotafeln wurden noch nicht aufgestellt. Aber den Platz mag ich gleich.
Zweite Etappe in Überacker zu St. Bartholomäus
Die kurze Fahrzeit durch Überacker endet mit dem Besuch der Kuratiekirche St. Bartholomäus. Leider war die Kirche verschlossen, aber der Aufstieg zur Kirche hat mir imponiert.
Dritte Etappe von Überacker nach Einsbach
Vierte Etappe von Einsbach über Prack und Wenigmünchen
Fünfte Etappe von Dürabuch nach Englertshofen
Sechste Etappe von Englertshofen über Germerswang nach Frauenberg
Hier ist dann der zweite Kneißl-Rastplatz in der Gemeinde Maisach. Auch er ist noch im Bau, bietet aber schon jetzt einen wunderbaren Blick.
Ich freue mich über so einen schönen Radweg, der durch unsere Gemeinde führt. Ich bin gespannt, wann er offiziell eröffnet wird. Vielleicht kann ich ja bei der Eröffnungsfeier dabei sein. Es würde mich auf jeden Fall freuen.
Ach ja, bevor Fragen kommen. Die Aufnahmen entstanden mit einem iPhone und dem DJI Osmo Mobile 3
Die Versorgungslage mit Lebensmitteln in der Gemeinde Maisach ist gesichert. Die Supermärkte und Wochenmärkte haben geöffnet. Liefer- und Abholdienste sind eingerichtet. Und als zusätzliche Stütze der Versorgung haben sich Lebensmittelautomaten von Selbstvermarktern im Gemeindegebiet von Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck etabliert.
In Zeiten von Corona boomen die Automaten scheinbar. Mir wurde berichtet, dass sie öfters als früher von ihren Betreiber aufgefüllt werden, weil die Nachfrage nach den Produkten gestiegen ist. Gründe sind wohl die Ausgangsbeschränkung, HomeOffice und die Osterferien. Menschen bleiben zu Hause und orientieren sich am Ort nach Lebensmitteln aus der Region. Und wir haben einige Lebensmittelautomaten zu bieten.
Auf der Straße Richtung Überacker gibt es beim Autohaus Walter an der Tankstelle den Wurst- und Fleischautomaten vom Widmann. Ich selbst bin Fan von den Ochsenfetzen, die ich für die Familie auf den Grill lege. Frisch, aus regionaler Schlachtung. Natürlich kaufe ich auch beim heimischen Metzger, aber wenn ich aufgrund Abstandshaltung keine Lust aufs Warten habe, nehme ich den Weg über den Fleischautomaten. Hier ein Video von mir aus dem Jahre 2016 wie so ein Ding funktioniert:
Frische Kartoffeln gibt es in der Kartoffelhütte in der Hauptstraße. Es ist ein blaues Häuschen. Darin gibt es Kartoffeln und frische Eier vom Bauern. Zudem gibt es Heu und Stroh, für das ich persönlich allerdings keine Verwendung habe.
Daneben gibt es den überdachten Automaten vom Schlammerl-Hof mit regionalen Produkten wie Eier, Nudeln und Brotaufstrich. Mir schmeckt es und die ganze Sachen nutze ich regelmäßig. Für die Landwirte, die diese Automaten und Hütten betreiben, ist es eine zusätzliche Einnahmequelle in der Zeit.
Im Ortsteil Malching gibt es einen Eier-Automat vom Dinkel. Dazu gibt es Brucker Land Produkte. Es ist eine schöner Ergänzung zum Hofladen mit festen Öffnungszeiten.
Ach ja, der Franz Käser in Malching hat eine Feuerholzverkaufshütte. Wer was zum Anschüren braucht, ist da an der richtigen Adresse. Vielleicht etwas für Fans der Feuerschale, denn der Kachelofen hat im Moment Pause.
Bei all meiner Begeisterung für diese Automaten und Hütten, mich stört, dass ich nicht elektronisch bezahlen kann. ECash geht nicht, schade. Aber vielleicht ist dies nur mein Problem.
Wie sind eure Erfahrungen mit Automaten in der Gemeinde Maisach? ich brauche keine Bashing wegen Anonymität oder Aussagen wie „ich kaufe nur in den Geschäften ein und brauch das neumodische Zeugs nicht“. Gibt es weitere Automaten im Gemeindegebiet? Ich hab welche in Bergkirchen und FFB gesehen.