Posts Tagged ‘MACup’

Mach’s gut und danke für alles: MacWorld Expo ist am Ende

30. Dezember 2014
Alles hat sich geändert. Keine Keynote mehr von Steve in SF.

Alles hat sich geändert. Keine Keynote mehr von Steve in SF.

Jahrelang wusste ich, was ich in der ersten Januar-Woche eines neuen Jahres machte. Ich flog nach San Francisco zur MacWorld Expo, die Hausmesse von Apple. MacWorld Expo hieß sie damals und unter uns Fans war es einfach die MWSF. Es war wie ein großes Klassentreffen, wenn Mac-Begeisterte aus allen Ländern zusammenkamen und die Köpfe zusammensteckten. Mittelpunkt war natürlich immer der Auftakt der Messe, die obligatorische Keynote von Apple CEO Steve Jobs. Was gab es nicht alles für geile Produkte: 2003: PowerBook 12″, PowerBook 17″, Safari, AirPort Extreme, 2004: iPod mini, XServe G5, GarageBand, 2005: Mac mini, iPod shuffle, iWork 2006: Erster Intel-Mac, 2007: iPhone, Apple TV, 2008: MacBook Air, Time Capsule und ohne Steve dann 2009: iLife und iWork ’09, 17″ MacBook Pro Unibody, iTunes ohne DRM. Doch mit all dem ist Schluss, schon seit einiger Zeit.

MacBook Air war der Hammer in SF

MacBook Air war der Hammer in SF

Apple hatte einen fetten Stand in dem Messehalle. Als Anlaufpunkt für alle, als Treffpunkt für Gespräche. Apple war letztmals 2009 als Aussteller vertreten, eine Keynote von Apple gab es dort nicht mehr, Steve Jobs ist tot und der Messe ging es Jahr für Jahr schlechter. Die weitere Messen in Boston und New York, Paris und Tokyo waren schon lange gestorben. Ich war noch in Paris 2007 und es war ein Trauerspiel, weil Apples französischer Europa-Chef Pascal Cagni zur Messezeit nach London abberufen wurde und Journalisten nach London mitnahm. Die Franzosen waren stocksauer. Cagni verließ Apple im Jahre 2012.


Und jetzt ist San Francisco die MWSF an der Reihe. Inzwischen hieß die MWSF dann Macworld/iWorld – The ultimate iFanEvent. Veranstalter IDG gab ein Aussetzen der Messe bekannt. Für mich bedeutet dies ein Absetzen der Messe. 2016 soll statt der Messe eine Konferenz kommen. Der Markt hat sich geändert.

Im Apple Retail Store kommen mehr Leute als auf eine Messe. Produktvorstellungen und Keynotes werden heute live ins Netz gestreamt. Facebook und Twitter erreichen die Massen. Die Zeit von Messen in dieser Form für diese IT-Zielgruppe ist abgelaufen. Apple ist zwar erfolgreicher denn je und trotzdem bricht der bisherige Markt im Apple Umwfeld zusammen. In Deutschland schloss beispislweise die mStore-Kette.
Der Medienwandel zeigt überall. Die legendäre Mac-Zeitschrift Macworld ist in Papierform tot. Sie erscheint seit September nur noch digital. Meine ehemalige Zeitschrift MACup, einstmals Europas älteste Mac-Zeitschrift, ist schon lange tot.
Aber wenn es etwas stirbt, folgt etwas neues. Ich bin schon gespannt darauf. Aber was mache ich blos in der ersten Januar-Woche?

5 Jahre iPod classic ohne Änderung

5. September 2014

Vor fünf Jahren der iPod Classic kam auf den Markt kam und der Dinosaurier hat sich bis heute nicht geändert. Es ist noch das einzige Apple-Gerät mit dem 30-poligen Adapter. Immernoch ist der iPod classic das Flaggschiff meiner iPod-Sammlung, die mit dem FireWire-iPod damals begonnen hatte. Ich liebe meinen iPod Classic, habe ihn noch immer im Einsatz und erinnere mich gerne, wie es mit den iPods begonnen hat. Im Grunde habe ich die meisten Modelle, nur den U2-iPod habe nicht. Ich mag das Gutmenschen-Gehabe von Bono einfach nicht.

Hier ein Ausschnitt meiner iPod-Sammlung

Hier ein Ausschnitt meiner iPod-Sammlung

Bei der Präsentation des ersten iPods musste ich einen massiven Kampf austragen. Ich hab damals den Kampf verloren, aber am Ende doch gesiegt. Ich war zur Geburtsstunde des iPods damals Textchef der PC Professionell, einem sehr erfolgreichen Windows-Testmagazin. Als Mac-User musste ich Texte in Form bringen. Ich wurde von meinen beiden Chefredakteuren Franz Neumeier und Christoph „Lemmy“ Scholze eingestellt wegen meines technischen und journalistischen Verständnisses. Es war eine gute Zeit damals, bis zum 11. September.

Rechts, der aktuelle iPod classic.

Rechts, der aktuelle iPod classic.

Von der Ankündigung des iPods war ich damals fasziniert. mp3-Player gab es viele – ich hatte beispielsweise einen Rio im Einsatz, doch was uns Steve Jobs da präsentierte, war mehr als ein Musikplayer. Es war ein ganzes Eco-System, dass die Musikwelt auf den Kopf stellte. 1000 Songs in deiner Hosentasche. Ich hatte so ein Gerät eigentlich von Sony erwartet, denn nach Walkman und Discman müsste eigentlich ein mp3-Man folgen. Aber Sony verschlief den Markt und Apple rollte die Industrie auf. Die Revolution begann und als Journalist wollte ich dabei sein. Ich wollte diese Revolution begleiten, aufklären, erläutern, analysieren. Aber ich scheiterte banal an der Redaktionskonferenz.
Jeden Tag gab es zu um 10 Uhr im großen Konfi, wie der Konferenzsaal genannt wurde, unserer Meeting. Ressortleiter und Redakteure stellten Themen, Geschichten und Trends vor. Das letzte Wort hatten die beiden Chefredakteure und kurz vor ihnen war ich als Textchef an der Reihe. Ich wies auf die kommende Bedeutung des iPods hin und wollte eine längere Geschichte in unserer PC Professionell machen. Doch ich bekam die rote Karte gezeigt. „Kein 100 Prozent Thema“, war die Antwort. Naja, ich kämpfte und bekam wenigstens im Newsteil ein paar Zeilen mit Bild.

Mein erster Artikel über den iPod - leider nur im Newsteil.

Mein erster Artikel über den iPod – leider nur im Newsteil.

In meiner späteren Karriere wechselte ich zur MACup, damals das älteste Apple Macintosh-Magazins Europas. Hier konnte ich iPod und Co dann stärker einbringen. Zunächst mit Berichten, dann mit einem Heft im Heft und schließlich mit eigenen Heften (aber da war ich schon lange weitergezogen).
Mal sehen, ob Apple den iPod classic weiter im Programm belassen wird. Vielleicht kommt endlich ein iPod classic mit Lightning-Anschluss. Vielleicht, vielleicht, vielleicht …

Fehlanzeige: App-Abteilungen in Verlagen

2. Oktober 2013

Wann werden es Verlage lernen, dass der Medienwandel kommt? Und zwar mit Riesenschritten. Muss die Auflage noch mehr in den Keller krachen? Ich hatte neulich mehrere Gespräche mit Verlagsmitarbeitern und durfte auch wieder eine Führung durch einen Verlag mitmachen. Stolz zeigte man mir Redaktionen, Anzeigen & Dispo, Grafik und auch die Druckerei. Ich war mächtig beeindruckt – das war ich übrigens vor einem Besuch in einem Dino-Park mit meinen Kindern auch.

Beim Kaffee kamen wir dann ins Gespräch. Ich wollte mehr über den aktuellen Stand der Content-Produktion wissen. Ich fragte in der Grafik und Layout nach, wo denn die Abteilung für App-Produktion sei. Schlagartig verfinsterte sich das Gesicht meines Gesprächspartners. So etwas wie eine App-Produktion habe man nicht. Es gibt zwar einen Leiter von elektronischen Medien, aber zu sagen habe er nix. Wenn an Apps gedacht werde, dann werde so etwas von einem externen Dienstleister erledigt. Um die Kosten zu senken, werde der Copypreis des Heftes erhöht oder die Redaktion weiter beschnitten. App Produktion – wie bitte? Ihr gebt die Zukunft des Verlages an einen externen Dienstleister?

Warum bauen Verlage (ich spreche hier ausdrücklich nicht von allen) nicht Know how im eigenen Haus auf? Solche Abteilungen gehören für mich dazu wie Redaktion oder klassische Grafik. Leider zeigte sich in den Gesprächen, dass die Verantwortlichen immer noch in einer klassischen Print-Welt leben. Und auch ihr Workflow ist noch in der alten Print-Denke verhaftet. Da wird gerne von Online-First gesprochen, doch im Grunde will man dieses elektronische Zeug nicht.

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Gerade lese ich, dass ein alter Mitbewerber konsequent den neuen Weg geht: IDG. Zu meinen Zeiten bei der PC Professionell und der MACup waren wir immer im Wettbewerb mit IDG. Jetzt lese ich, dass die US-Ausgabe des PC World im August die letzte Papierausgabe gedruckt hat. Seit September erhalten die 119000 Abonnenten die elektronische Ausgabe. Und dabei meine ich nicht, eine PDF-Ausgabe des Printtitels, sondern ein neues Medium – ein komplettes digitales Magazin. 200 Seiten mit Interaktivität, 360 Grad-Fotos, Videos und interaktiven Grafiken.

Für mich persönlich steht fest, ich werde mich künftig mehr mit App-Produktion beschäftigen. Der Weg für Verlage ist für mich hier offensichtlich und meine Kunden werden sich freuen.

Mein langer Weg mit QuarkXPress – jetzt Version 10 erschienen

19. September 2013

Quark-Macbookpro

Mit großer Freude sehe ich, dass es endlich die zehnte Version der DTP-Software QuarkXPress offiziell zu kaufen gibt. Quark ist der einzige Hersteller, der den Softwareriesen Adobe im Publishingbereich noch die Stirn bietet. Aber durch die aggressive Preispolitik und guten Support von Adobe und die hervorragende Workflow-Integration der Adobe-Produkte ineinander ist die Luft für Quark dünn geworden. Aber Quark hält sich wacker und wird im Zeiten des eBooks interessanter.

xpress

In meinen DTP-Seminaren erkläre ich die Situation wie folgt: Einstmals gab es einen großen König im DTP-Bereich. Sein Name war QuarkXPress. Da gab es einen kleinen Prinzen mit Namen PageMaker, der immer wieder am Thron sägte. Irgendwann gab der kleine Prinz auf und holte seinen größeren Bruder zur Hilfe: InDesign. Anfangs lachte der König, doch dann ging es ihn an den Kragen. InDesign stürzte den König und setzte sich selbst auf dem Thron. Hier eine Version von XPress 2:

Leider war Quark für seinen Sturz selbst verantwortlich. Ein katastrophaler Service war scheinbar das Geschäftsmodell von Quark Chef Fred Ebrahimi. Wir User waren für Fred Ebrahimi wohl nur Melkkühe. Support musste teuer bezahlt werden. Da war es kein Wunder, dass sich viele User von Quark abwandten und zur Adobe wechselten. Aber dies gehört der Vergangenheit an. Aus Quark wurde ein neues Unternehmen. Fred Ebrahimi ging Gott sei Dank von Bord. Neue Leute und frisches Geld wurden in das Unternehmen geholt. Neue Chance, neues Glück.

Ich arbeite mit QuarkXPress seit Version 3 und habe alle Versionen bis dato ausprobiert und ausführlich getestet. Ich erinnere mich noch an die Einführung der Version 3.31 in meinem alten Verlag. Es war mitten in der DTP-Revolution. An meinem ersten Arbeitstag als fest angestellter Mitarbeiter des Verlages ging ich in die Druckvorstufe, um mich als Redakteur bei meinem Technik-Kollegen vorzustellen. Ich fand eine schlechte Stimmung vor. Viele Mitarbeiter wurden am Tag meiner Einstellung gekündigt. Der Grund war die Einführung von XPress. Das bisherige Satzsystem Linotype wurde durch DTP abgelöst. Der Redakteur machte seinen Umbruch am Monitor selbst. Ganzseitenumbruch nannte sich das Zauberwort. Es vernichtete Arbeitsplätze in der Druckvorstufe und sorgte für veränderte Produktionsprozesse in der Redaktion.

Als junger Mitarbeiter fiel mir der Umgang mit dem Rahmenorientierten XPress sehr einfach. Ich fand mich sehr schnell zurecht. Und begann mich mir und mir in die Tiefen der Software einzuarbeiten. Allerdings machte Quark auch bei unserem Verlag den Fehler, die gute Leistung der Software durch einen katastrophalen Support kaputtzumachen. Der Verlag setzte daher mittelfristig auf preisgünstigere Systeme. Ich zog weiter, arbeitet und schrieb Jahrelang als Chefredakteur der MACup über die Software und arbeitete bei verschiedenen anderen Verlagen noch mit XPress. Gleichzeitig arbeite ich mich natürlich auch in die Adobe-Produkte ein. Heute als Trainer muss ich in allen Welten zu Hause sein. Hier Fotos von 2006 bei der Launch-Veranstaltung von XPress 7:

Ich bin daher sehr gespannt, was die zehnte Version von XPress kann. Die neuen Produkt-Features klingen sehr viel versprechend. Jetzt müssen Sie sich in der Praxis beweisen. QuarkXPress 10 wurde komplett überarbeitet. „Die Software ist für Designer, die Print lieben und digital leben“, so der Spruch von Quark. Anwender profitieren von folgenden Vorteilen:

Moderne Architektur: QuarkXPress 10 ist eine native Cocoa-App. Die Konzeption als Cocoa-App bringt QuarkXPress 10 eine Reihe von Vorteilen, einschließlich der Fähigkeit, die neuesten Funktionen von OS X vollständig auszuschöpfen, die Leistung zu maximieren und neue Releases von OS X schnell zu unterstützen.

Neue Quark Xenon Graphics Engine: Die Xenon Graphics Engine ist auf dem neuesten Stand der Technik. Sie rendert PDF-, Photoshop- und TIFF-Dateien in Echtzeit und bietet durch adaptive Auflösung maximale Leistung bei bestmöglicher Darstellungsqualität.

Unterstützung von HiDPI- und Retina-Displays: Mit einer so hohen Pixeldichte, dass das menschliche Auge die einzelnen Pixel nicht mehr unterscheiden kann, wurde jedes Element von QuarkXPress 10 so optimiert, dass die hochauflösenden Retina-Displays optimal ausgenutzt werden.

Verbesserte Digital Publishing Funktionen: QuarkXPress 10 unterstützt sowohl das Erstellen und Ausgeben von eBooks im ePub und Kindle Format, als auch das direkte HTML5-Authoring für App Studio, die Cloud-basierte Digital Publishing Lösung, um professionelle iOS, Android und Web Apps zu erstellen.

QR Code Creator: Erstellen und gestalten von vektorbasierten Quick-Response-Codes direkt in QuarkXPress.

Typografiefunktionen für ostasiatische Sprachen in allen Editionen: Ab jetzt unterstützt jede Version von QuarkXPress 10 Funktionen für ostasiatischen Sprachen einschließlich vertikalem Textfluss, phonetischen Text-Zeichensätzen (Rubi) und Zeichenraster.

Mehr als fünfzig weitere Verbesserungen: Durchgängige Transparenz für PDF-Dateien, Druckvorschau, Optimierung der Béziér-Pfad-Werkzeuge, Verbesserung der Ebenen-Funktionen und vieles mehr.

Hier Screenshots von der neuen Version:

Die komplette Liste der Features gibt es hier. Ich bin, wie gesagt, sehr, sehr gespannt.

Und das Blog-Twitterstöcken geht weiter an …

1. Mai 2013

twitter

Ich habe von meiner Blogkollegin Monika E. König ein Blog-Twitterstöcken bekommen. Es ist ein Fragenkatalog, der von Blogger zu Blogger gereicht wird. Heute bin ich an der Reihe. Es gilt Fragen zu beantworten und am Ende neue Blogger zu empfehlen. So ein bisschen Schneeballprinzip.

1.) Wer bist Du auf Twitter? Seit wann bist Du auf Twitter? Nutzt Du Twitter vorwiegend privat und/ oder beruflich?

Tja ich bin auf Twiiter als @redaktion42 seit Oktober 2008 unterwegs – fast fünf Jahre, eine ganz schön lange Zeit. Da kommen im Laufe der Zeit doch einige Tweets zusammen. Der Name redaktion42 kommt von meinem Unternehmen. Und dennoch sind meine Tweets eine Mischung zwischen privaten und beruflichen Aussagen.

2.) Zu welchen Themen veröffentlichst Du Deine Tweets?

In meinem Blog redaktion42.com heißt es, dass ich als digitaler Nomade meine Sicht auf die Welt darlege. Ich streife so durch die Welt (analog und digital) und halte meine Eindrücke fest, Und so verhält es sich auch mit meinen Tweets. Mal ist es absolut fachlich, mal Stimmungen, mal Hobbys und mal Gefühlsausbrüche und manches Mal auch absoluter Nonsens – eben so wie das Leben eben ist.

3.) Wie viel Zeit pro Woche nimmst Du Dir für Twitter?

Twitter ist vom Aufstehen bis zum Schlafengehen immer dabei. Allerdings mit der Voraussetzung, ich habe Netzempfang. Das kann ich leider nicht immer behaupten, denn ich bin viel auf Reisen und nicht überall ist der Netzempfang ideal. Ich kann nicht sagen, dass ich so und solange am Tag twittere, es kommt immer darauf an. Mal ist es viel, dann wieder wenig. Aber ich nutze Twitter sehr, sehr oft, weil es für mich der optimale Nachrichtenkanal ist.

4.) Auf welchen weiteren Social Media-Kanälen bist Du aktiv?

Da ich viele Seminare über dieses Social Media-Zeugs gebe, sollte ich auf einigen Kanälen dabei sein, um mitreden zu können. Viele sogenannte Fachleute halten Vorträge über soziale Netzwerke und haben nicht die Spur einer Ahnung, was da passiert. Das finde ich einfach nur lächerlich. Neben Twitter bin ich daher auch auf Facebook, Google+, YouTube, Xing, Linkedin, Instagram, Vine – je nachdem, was und wen ich erreichen will.

5.) Welche Position nimmt Twitter für Deine Kommunikation in all Deinen Social Media-Kanälen ein?

Es ist für mich der ideale Nachrichten- und Kommunikationskanal, so eine Art SMS an alle aber mit Rückkopplung. Ich diskutiere, argumentiere, streite, recherchiere und schmeichle gerne über Twitter. Ohne Twitter wäre das Kommunikationsleben deutlich ärmer und auch die Katzenbilder halten sich für mich als Wellensittichfan in Grenzen.

6.) Organisierst Du Tweetups bzw. nimmst Du daran teil?

Ich war zweimal auf einen Twittertreffen. Eines Mal war es prima, eines Mal war schrecklich. Elende Marketingbuben und Dummschwätzer wollten einen etwas verkaufen und sich in Szene rücken. Aber wenn ein Treffen ins Programm passt, bin ich gerne wieder dabei. Klassische Konferenzen halte ich fachlich für wichtiger. Als nächstes steht die re publica #rp13 auf dem Programm.

7.) Wofür verwendest Du Twitter vorwiegend?

Als Nachrichtenkanal und sicherlich auch als Distributionskanal für meine Blogs. Aber natürlich liebe ich es, mich mit anderen Twitterern auszutauschen und andere Meinungen zu erfahren. Die Konzentration auf 140 Zeichen zwingt zur Reduktion und Konzentration. Damit ist Twitter ein Medium für die Kommunikationsbranche. Nur wer etwas mit Sprache umgehen kann, der wird sich in Twitter wohlfühlen. Und ich nutze Twitter als klassisches Recherchetool. Komme ich mit einem Problem nicht weiter, dann frage ich die Community und bitte um #folliowerpower. Die Resonanz ist verblüffend.

8.) Welche Gesamtnote von 1 – 6 würdest Du Twitter geben und wieso?

Auf jeden Fall eine 2+. Twitter hat mein (Nachrichten-)Leben verändert. Ich brauche keine Tageszeitung mehr, denn wie heißt es doch so schön: Die Nachricht, die wichtig für mich ist, wird einen Weg zu mir finden – egal über welchen Kanal. Und Twitter ist für mich ein wunderbares Experiment Sachen auszuprobieren und die Reaktionen zu beobachten.

9.) Welche Tools nutzt Du mit welcher Hardware für Deine Aktivitäten auf Twitter?

Als Mac-User der alten Zeit, ehemaliger Chefredakteur der  MACup und Fanboy von Cupertino kommen mir nur Apfelgeräte ins Haus und die nehme ich auch für Twitter. Im Grunde alles, was Apple zu bieten hat. Als Software nehme ich am Rechner Hootsuite und an den Mobilgeräten die offizielle Twitter App

An sie reiche ich dieses Blog-Twitterstöckchen weiter an @spinosa1967 und @tmgerlach sowie @mrsminirobot

Buchtipp: Die Lion-Fibel von Michael Krimmer

25. April 2012

Es gab einstmals schöne Zeiten für Mac-User. Ich meine die Zeiten rund um den Quadra. Damals waren wir noch eine eingeschworene Gemeinde. Nerds im Zeichen des Regenbogens, die verächtlich auf die Windows-User herabblickten. Wir konnten am Startklang des Macs erkennen, welche Speicherbank im Rechner defekt war. Und dann brachte Steve Jobs später den iMac, noch später das iPhone und das iPad. Und auf einmal stieg eine ganze Generation von Windows-Usern auf das Mac OS um. Gut für meinen Apple-Aktien, schlecht für meine Nerven.

Da es bekannt ist, dass ich u.a. Chefredakteur der MACup war, muss ich immer wieder als Helpline für die Switcher zur Verfügung stehen. Die Gespräche beginnen immer wieder nach dem gleichen Schema. „Du kennst dich doch mit dem Apple aus. Ich hab da mal eine Frage …“ Wenn ich das schon höre: Apple – der letzte Apple war mein Apple III und der liegt schon ein paar Jahre zurück. Es beginnt mein Martyrium. Aber ich habe jetzt eine Lösung. Um meine Nerven zu schonen, empfehle ich jeden Umsteiger in die Mac-Welt das kleine Büchlein Die Lion-Fibel meinen geschätzten Kollegen Michael Krimmer. Michael, ein guter Freund und Experte in Mac-/und Windows-Welten gibt mit dem Buch eine hilfreiche Übersicht zum aktuellen Betriebssystem Lion. Im Buch aus dem Hause Mandl & Schwarz werden schnell und einfach die Neuerungen im Mac OS behandelt: Mail, iCal, Adressbuch, Mission Control, Launchpad und und und.

Es ist sachkundig, flott und vor allem verständlich geschrieben. Der Einsteiger in die Mac-Szene braucht kein Kompendium, dieses Buch mit seinen 200 Seiten reicht. Hier gibt es zudem eine Leseprobe. Also kauft euch das Buch Die Lion-Fibel und fragt mich nicht mehr bei Problemen mit eurem Apple.

Adieu MACup

20. Mai 2011
Diskussion mit jungem Leser im Jahr 2006.

Diskussion mit jungem Leser im Jahr 2006.

Irgendwie habe ich es geahnt, aber jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Die MACup wird eingestellt. Im Juni erscheint das letzte Heft des traditionsreichen Magazins, das über 30 Jahre die Mac-Szene begleitet hat. Die MACup war meine zweite Chefredaktion und die alte Tante MACup war eine gute Zeitschrift. Aber jetzt ist es vorbei. Die Neue Mediengesellschaft Ulm (NMG) hat das Aus verkündet, da es für ein Pro-Magazin im Apple-Umfeld keinen Platz mehr gebe. Egal, der Markt hat entschieden.

Ich erinnere mich gut, als wir uns redaktionsintern den neuen Anforderungen des Marktes gestellt haben und ich bin überzeugt, damals die richtigen Weichen gestellt zu haben. Jedes Jahr bin ich nach San Francisco gepilgert und habe mir Steve Jobs Keynote reingezogen. Und ich war jedes Mal begeistert. Nur einmal traf mich eine Ankündigung von Jobs ins Mark. Als er seine Firma Apple Computer Inc. in Apple Inc. umwandelte. Der Weg zu einer Consumer Eletronic-Company nach dem Vorbild von Sony war vorgezeichnet. Meine Bedenken wurden damals von der Geschäftsführung des Verlages nicht geteilt. Für mich war es aber konsequent, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Ich bin zwar ein Apple Fan, aber es ist für mich deutlich wichtiger über einen XServe zu schreiben als über einen iPod. Egal, der Markt hat entschieden.

Als Konsequenz dieser Entwicklung, mehr und mehr Consumergeräte von Apple in einer Pro-Zeitung zu veröffentlichen, schufen wir ein neues Ressort, quasi ein Heft im Heft: Die iMACup. Innerhalb der MACup sollte es ein cooles Magazin geben, dass sich um Consumerprodukte der Firma Apple kümmert. Dieser Teil sollte wachsen und wachsen und schließlich irgendwann als eigenständiges Magazin ausgegliedert werden. Ich beauftragte meinen Redakteurskollegen Michael Krimmer dafür, weil er sich in der Welt der iGeräte wohlfühlt. Das war die richtige Entscheidung, schließlich ist Michael Krimmer heute der erfolgreichste Autor von iPhone- und iPad-Büchern. Wir haben sogar mal zusammen ein Buch veröffentlicht zum Thema Nike+ iPod, von dem ich noch ein paar Exemplare im Keller hab. Das Konzept ging auf. Aus der iMACup wurden später die beiden Zeitschriften „iPhone & Co“ und „iPad & Co“, die beide von der NMG jetzt weitergeführt wurden. Egal, der Markt hat entschieden.

Zudem versuchte ich, der konservativen Leserschaft der MACup neuen Lesestoff anzubieten. Das traditionell im Print-Publishing beheimate Klientel wollte ich mit Bewegtbild und 3D vertraut machen. Aber es ist schwer, ein kreatives Papierpublikum für neue Medien zu begeistern. Ähnlich geht es Firmen wie Adobe, die eine Konvergenz der Produkte anstreben, aber die Kundschaft folgt nur störrisch den Weg. Ich erinnere mich gut an Gesprächen mit Lesern auf einer Convention: Sie waren sauer, dass in Photoshop es jetzt einfacher war, Sachen freizustellen und dies per Knopfdruck. Wie solle man den Kunden dann die hohen Stundensätze der Druckvorstufe erklären? Der Leser war stinkig, dass wir die neuen Features abdrucken. Egal, der Markt hat entschieden.

Der konsequente Aufbau und Ausbau von Online wurde nicht begangen. Man wollte lieber analoge Dollars statt digitalen Pennys, wie es so schön heißt. Die Mannschaft wollte damals Richtung online, um zu überleben. Egal, der Verlag hat entschieden.

CeBit startet und ich bin nicht dabei

1. März 2011

Heute beginnt die CeBit und keiner geht hin. Nein, so schlimm ist es nicht. Aber für mich hat die einstmalige Leitmesse der IT-Gemeinde deutlich an Reiz verloren. Natürlich gibt es ein paar Unternehmen, die mich noch interessieren, doch muss ich deshalb den Weg nach Hannover auf mich nehmen? Nein, ich glaube nicht. Die Infos bekomm ich in der Regel über das Netz. Messe heißt heute für mich nicht mehr neue Produkte, sondern Emotionen – und hier hat die Cebit bei mir im Moment nicht viele Chancen.

Das war früher anders. Jahrelang musste ich beruflich nach Hannover pilgern. Jahrelang musste ich zunächst in Kinderbetten als Untermieter schlafen. Jahrelang musste ich mich mit Taxifahren herumärgern, die den Weg nicht kannten, weil sie aus der Region angekarrt wurden. Jahrelang wurde ich auf der CeBit krank, denn die Messehallen waren überhitzt und draußen war es eiskalt und meist regnete es auch noch.

Das ist vorbei – im Moment zumindest. Nix ist doofer als Hann .. hieß es bei uns IT-Journalisten immer. Ganz so schlimm, war es dann doch nicht. CeBit hieß auch immer Kollegen zu treffen und ein auf der einen oder anderen Party zu versumpfen. Ich trieb mich gerne an den Ständen der Taiwanesen herum und ließ mich Lüfter und Netzteile erklären, weil mit unserer damaligen Laborleiterin und Cheftesterin kein Asiate sprach. In der Regel war die CeBit ein wichtiger Termin, um Visitenkarten auszutauschen mit den Worten „Lass uns doch mal telefonieren!“ Wehe dem Kollegen, der seine Visitenkarten zu Hause vergessen hatte.

Richtig schlimm waren im Vorfeld manche lieben Kollegen von den Agenturen, die für ihre Kunden Termine ausmachen mussten. Ich verstehe ja den Druck, aber ein wenig Vorbereitung gehört zum Geschäft. Das Telefonat lief etwa nach folgendem Schema ab – zum Beispiel damals als Chefredakteur der MACup, der ältesten Fachzeitschrift für Mac in Europa: Irgendeine Studentin von der Agentur beauftragt, rief bei uns an.

Agenturstudentin: „Die Firma XY stellt ihr neuestes Applikation für Blabla vor. Sie spart Kosten, der Workflow verbessert sich und ist rundum super. Wollen wir nicht einen Termin für die CeBit vereinbaren?“

Ich: „Das ist ja schön. Unter welchem Betriebssystem läuft das Ganze?“

Agenturstudentin: „Es läuft auf allen gängigen System wie XP, Vista und sogar unter 32 und 64 Bit.“ Wobei das „sogar unter 32 Bit“ besonders betont wurde.

Ich: „Wissen Sie, bei wem Sie gerade anrufen?“

Agenturstudentin: „Ja, bei Ihnen, der MACup.“

Ich: „Wissen Sie, über was wir berichten?“

Agenturstudentin: „Ja über Computer.“

Ich: „MACup beinhaltet welches Betriebssystem?“

Agenturstudentin: „XP?“

Ich zunächst sprachlos, dann „Äh, nein.“

Agenturstudentin: „Nicht? Wie ist es jetzt mit einen Termin?“

Ich bin in der Zwischenzeit vom Stuhl gefallen. „Ach nee, lassen wir das lieber.“

 

 

SAE Institute startet die Digital Journalism Camp Tour

2. Juni 2010

Online Medien sind mehr denn je auf dem Vormarsch und haben direkte Auswirkungen auf die journalistische Arbeit, in der die Aufbereitung von Inhalten in digitaler Form eine große Rolle spielt. Das SAE Institute, führende Bildungseinrichtung im Medienbereich, bereitet den Journalisten der Zukunft optimal darauf vor: Im September startet dort der neue Studiengang Digital Journalism, der speziell an die veränderten medialen Anforderungen im Berufsfeld der Journalisten ausgerichtet ist. Um Studieninteressenten einen Einblick in die Kursinhalte zu geben, veranstaltet das SAE Institute ab dem 15. Juni eine Workshop-Reihe im Rahmen der Digital Journalism Camp Tour durch alle sieben deutschen SAE Standorte. Hier erfahren zukünftige „Digitale Journalisten“ alles Wissenswerte zum neuen Studiengang sowie über das sich verändernde Berufsbild des Journalisten.

Auf der Agenda der Camp Tour steht dabei zunächst eine kurze Einführung in verschiedene Techniken, die bei der Aufbereitung von Informationen in digitaler Form zum Einsatz kommen: Blogs, Soziale Netzwerke, Digitale Fotografie, Bildbearbeitung, Videoschnitt, Mikrofonie und Sprachaufnahme. Zudem werden Themen wie Jobsituation, Studienvoraussetzungen sowie die veränderte Medienlandschaft und dadurch entstandenen neuen Anforderungen an Journalisten, Marketing- und PR-Fachleute diskutiert. Der Studiengang wird an allen Standorten von mir präsentiert. Ich war Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION und MACup und bin heute im Bereich Digital Journalism tätig und konzipiert u.a. den SAE-Studiengang mit. Ich berichte aus erster Hand über die tägliche Praxis in diesem spannenden Arbeitsfeld.

Die Digital Journalism Camp Tour startet am 15.06 am SAE Institute in Leipzig und macht an den Niederlassungen Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und München halt. Eine zweite Tourrunde findet im Juli statt.

Im Online-Zeitalter stehen Medien aller Art vor der Herausforderung, Informationen schnell und möglichst in multimedialer Form bereitzustellen. In diesem Zusammenhang nehmen Web Tools wie Blogs, Pod- und Videocasts einen zentralen Stellenwert im Online-Journalismus ein. Doch obwohl Publikationen verstärkt Inhalte in digitalen Formaten anbieten, fehlt es noch immer an qualifiziertem Personal, um diesen Bedarf ausreichend zu decken: Laut einer aktuellen Umfrage* unter Journalisten gaben rund 40 Prozent der Befragten an, dass Online-TV und Videoclips in ihrer Arbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Allerdings haben zwei Drittel der Umfrageteilnehmer niemals ein Training im Umgang mit den audio-visuellen Medien erhalten. Vor diesem Hintergrund hat das SAE Institute den Studiengang Digital Journalism entwickelt, dessen Auftakt die Digital Journalism Camp Tour markiert. Der Kurs bietet eine Kombination aus verschiedenen Disziplinen, die alle wichtigen Facetten der heutigen und zukünftigen Kommunikationswelt abdecken: Journalismus im Zeitalter digitaler Medien sowie die unterschiedlichsten Produktionstechniken aus den Bereichen Audio, Video und Multimedia stehen auf dem Programm.

Götz Hannemann, Marketingleiter am SAE Institute erläutert: „Täglich werden etwa 65.000 neue Videos auf die Online-Video-Plattform YouTube hochgeladen und 100 Millionen Clips angesehen. Die Zahl der Besucher auf den Top20-Nachrichtenseiten im Internet lag bei über 6,5 Milliarden Visits im Jahr 2009. Das zeigt wie sehr Webpublikationen und digital aufbereitete Inhalte an Bedeutung gewinnen. Am SAE Institute haben wir diesen Trend erkannt und bieten ab September mit dem Digital Journalism Diploma einen speziellen Studiengang an, der diese Entwicklung berücksichtigt.“

Das Digital Journalism Diploma basiert auf dem innovativen und praxisbasierten SAE Ausbildungskonzept. So ist der Kurs unter anderem für klassische Redakteure und Journalisten gedacht, die sich fortbilden möchten. Grundsätzlich richtet sich die Ausbildung aber auch an Schulabsolventen, die eine Karriere im Medienbereich anstreben. Ein weiteres Einsatzgebiet der Absolventen ist in den Marketing- und PR-Abteilungen von Unternehmen, denn neben dem Strukturwandel im Journalismus verändert sich auch dort die Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

Aufgrund der zunehmenden Relevanz von Social Media und der Etablierung neuer Formen sozialer Netzwerke wie Xing oder studiVZ im Internet, ergeben sich neue Zielgruppen für PR & Marketing-Aktivitäten. Kein Unternehmen kann heute auf eine eigene Facebook-Fan-Page, Twitter oder Blogs verzichten. Alleine Facebook zählt aktuell 400 Millionen aktive Nutzer weltweit. Darüber hinaus betreiben mehr als 1,5 Millionen Dienstleister und Geschäftsinhaber eine Facebook-Fanpage. Diese Statistiken machen deutlich, wie sehr Social Communities für die Unternehmenskommunikation an Bedeutung gewinnen. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in diesem Bereich ist enorm.

1. Tour

15.6.: Leipzig; Workshop von 15-18 Uhr

16.6.: Berlin; Workshop von 15-18 Uhr

17.6.: Hamburg; Workshop von 15-18 Uhr

21.6.: Frankfurt; Workshop von 15-18 Uhr

22.6.: Köln; Workshop von 15-18 Uhr

23.6.: Stuttgart; Workshop von 15-18 Uhr

24.6.: München; Workshop von 15-18 Uhr

2. Tour

09.7.: Leipzig; Workshop von 14-17 Uhr

10.7.: Berlin; Workshop von 14-17 Uhr

11.7.: Hamburg; Workshop von 14-17 Uhr

08.8.: München; 14-18 Uhr

13.8.: Frankfurt; Workshop von 14-17 Uhr

14.8.: Köln; Workshop von 14-17 Uhr

15.8.: Stuttgart; Workshop von 14-17 Uhr