Buchtipp für Fans: Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016

25. November 2021
Gewaltig wie Godzilla.

Das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 habe ich mir aufgrund von zwei Gründen aus Japan schicken lassen: Zum einen liebe ich Godzilla und seine japanischen Monsterkollegen und freue mich, wenn ich was neues aus dem Godzilla-Universum finde. Zum anderen habe ich es (bisher) immer aus Platzgründen vermieden in die Merch-Figurensammlung von Godzilla-Figuren einzusteigen, weil mir schlichtweg der Platz zum Aufstellen fehlt. Und dennoch hätte ich gerne Godzilla um mich herum.

Und daher klopfte das Fan-Herz schneller als ich das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 auspackte. Da mein Japanisch nicht vorhanden ist, hatte ich Befürchtung, dass das teure Buch eine Fehlanschaffung ist, aber die wenigen Texte liegen auf Englisch vor und es handelt sich bei Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016 im Grunde um ein Bilderbuch, ein besonders schönes Bilderbuch.

Das Witzige: Das Bilderbuch im ungewöhnlichen Querformat umfasst im Grunde nur ein durchgehendes Motiv: Godzilla und seine Auftritte in den Filmen 1954 bis 2016 – und wir reden nur von den japanischen Filmen. Godzilla ist der absolute Superstar in diesem Werk – und Godzilla ist einfach fotogen, wenn er Eisenbahnen zermalmt, Stromleitungen durchbricht, ganze Städte niedertrampelt, sich mit anderen Monsterkollegen prügelt, seinen Atomstrahl aussendet – also alles, was unser Godzilla eben so den ganzen Tag macht. Es gibt auch ein paar Fotos hinter den Kulissen, aber den Schwerpunkt machen Fotos von Godzilla in seinen zahlreichen japanischen Verfilmungen aus. Es zeigt sich, dass unser Held mal in der Größe variiert, mal dick, mal schlank ist, auch mal seine Augenfarbe wechselt – jeder Regisseur hatte seine Interpretation, die hier wunderbar dokumentiert ist.

Wer braucht das Buch Godzilla: History of Formative Arts 1954-2016? Nun, nur der Fan, der Sammler, der Fanatiker. Selbst der klassische Filmfreund mit einem gewissen Interesse an Godzilla wird sich kopfschüttelnd abwenden. Und Otto Normalverbraucher versteht bei einem solchen Buch die Welt nicht mehr. Für mich dagegen: Go Go Godzilla

Buchtipp: New York: Porträt einer Stadt von Reuel Golden

24. November 2021

Reisen in die USA sind grundsätzlich wieder möglich. Aufgrund von Corona war dies eine Zeitlang ja untersagt. Nun: Corona ist nicht besiegt, aber die Grenzen sind wieder offen. Ich habe für mich persönlich allerdings entschieden, mich mit dem Reisen erst noch zurückzuhalten. Aber ich schaue mir Übertragungen aus meiner Lieblingsstadt New York im Netz an und ich habe das Buch New York: Porträt einer Stadt von Reuel Golden zum Träumen gelesen. Gleich vorweg: Dieses Buch ist kein Reiseführer, sondern wirklich ein Porträt.

Und es ist schönes Storytelling. Es ist keine Bleiwüste an Geschichten, sondern die Geschichten werden anhand von Fotos eindrucksvoll erzählt. Ein Foto sagt eben mehr als 1000 Worte – so sagt das Sprichwort. Es bezieht sich darauf, dass komplizierte Sachverhalte oft mit einem Bild oder einer Darstellung sehr einfach erklärt werden können und ein Bild meist einen stärkeren Eindruck auf den Betrachter ausübt als ein umfangreicher Text. In der deutschen Sprache hat Kurt Tucholsky den Ausspruch 1926 als Überschrift zu einem fotoillustrierten Artikel in der Zeitschrift Uhu verwendet.

Und das weiß natürlich mein Lieblingsverlag: Der Taschen Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Auf insgesamt fast 600 Seiten voller bewegender, atmosphärischer Bilder von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute präsentiert dieses Buch die Geschichte von New York. Die Bilder sind nach Dekaden geordnet und zeigen damit die Entwicklung dieser großartigen Zeit: Von blühenden Zeiten über zu Zeiten der Depression und des Niedergangs bis zum Aufblühen in der Gegenwart.

Hunderte von Zitaten und Zeugnissen aus einschlägigen Büchern, Kinofilmen, Shows und Songtexten ergänzen diesen Bilderschatz. Alle guten und schlechten Zeiten werden behandelt, von den wilden Nächten der Jazz-Ära und der hedonistischen Discozeit bis zu den bitteren Tagen der Wirtschaftskrise und dem Unglück vom 11. September und seinen Folgen. Und neben einer bebilderten Stadtgeschichte ist das Buch auch eine Reise durch das Who-is-who der Fotografenszene. Einige meiner Lieblingsfotografen sind hier vertreten wie Andreas Feininger, James Nachtwey und vielen anderen.
Also wer auf Reisen zum Big Apple geht oder zu Hause an New York denkt, der greife zu New York: Porträt einer Stadt.

Wirtshaustipp: Schwarzer Adler in Großholzleute

23. November 2021

Bei einem Arbeitsausflug ins Allgäu schaute ich wieder einmal beim Schwarzen Adler in Großholzleute vorbei. Es ist wahrlich ein historisches Haus, das mich seit meinem ersten Besuch faszinierte.

Der Gasthof Adler ist ein um das Jahr 1500 errichteter denkmalgeschützter historischer Landgasthof in Großholzleute, einer Teilgemeinde von Isny im Allgäu, im Landkreis Ravensburg. Ich konnte nur zum Essen bleiben, gerne hätte ich in diesen historischen Gemäuer genächtigt. Es gab für mich Käsesuppe und Zwiebelrostbraten, blutig.

Die Karte umfasst deftige, gut bürgerliche Speisen aus Produkten der Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben. Die Wirtsleute sind freundlich und wenn das Wetter passt, kann der Gast auch vor der Türe im Biergarten sitzen. Aber genau dies will ich nicht: Ich will die historische Atmosphäre des rustikalen Gastraums genießen. Ich sitze an einem Tisch. Prinzessin Anne schaut mir von der Wand gegenüber auf meinen Teller. 1987 weilte die britische Prinzessin Anne als Schirmherrin der englischen Nationalmannschaft bei den Lowland-Skimeisterschaften in Isny und nächtigte im Gasthof Adler. Anne sieht wie immer ein wenig streng aus, aber so ist es wohl im britischen Königshaus.

Und weil wir gerade bei der Geschichte des Hauses sind: Um das Jahr 1400 errichtete Syrg von Syrgenstein ein Steinhaus als eine von der Argen umflossene Wasserburg, den heutigen Gasthof zum Adler.
1409 wird es das Amtshaus genannt. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges befand sich in dem Gebäude von 1683 bis 1813 eine Posthalterei, der von den Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost. Das Metallschild des Adlers, ein österreichischer Adler, stammt aus seiner Zeit als Thurn-und-Taxische Posthalterei.

Im Jahre 1768 nächtigte die österreichische Erzherzogin Maria Theresia von Österreich mit ihrem Gefolge im Adler auf der Fahrt nach dem damaligen österreichischen Freiburg. Zwei Jahre später, im Jahre 1770, kehrte dort ihre jüngste Tochter Marie Antoinette, die spätere Königin von Frankreich, auf ihrer Brautfahrt von Wien nach Versailles ein. Ob sie Kuchen gegessen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
All die adeligen Herrschaften sind interessant, für mich ist ein anderer Besuch der jüngeren Gegenwart interessanter: Vom 31. Oktober bis zum 2. November 1958 tagte die Schriftstellervereinigung „Gruppe 47“ in dem historischen Gasthof. Nachdem die Betreiber im Februar 2013 über die Schließung des Gasthofes informierten, setzte sich Literaturnobelpreisträger Günter Grass für den Erhalt des Hauses ein, in dem er berühmt wurde.

Im Wirtshaus „Adler“ von Großholzleute, las Günter Grass im Oktober 1958 seinen Schriftstellerkollegen von der „Gruppe 47“ zwei Kapitel aus seiner noch unvollendeten „Blechtrommel“ vor. Die Literaten waren hellauf begeistert. „Schon nach wenigen Sätzen ist der Saal wie elektrisiert“, schilderte Gruppe-47-Initiator Hans Werner Richter die Szene in dem Wirtshaussaal mit dem damals erst 31-jährigen, noch völlig unbekannten Grass. Das Werk „Die Blechtrommel“ zählt bis heute zur Weltliteratur. Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen.
Vielleicht klappt es 2022, dass ich endlich mal im Schwarzen Adler übernachte. Keine Ahnung wie die Zimmer sind, aber ich weiß: Es sind Zimmer mit Geschichte.

Meine Beatles auf Laserdisc

22. November 2021

Bald zeigt sich, ob sich das Warten auf Peter Jackson gelohnt hat, wenn er bei Disney+ die überarbeitete Langfassung von Let it be unter dem Titel Get back präsentieren wird. Natürlich werde ich mir die Beatles ansehen und ich freu mich wie en Schnitzel (wie freut sich ein Schnitzel?). Als Sammler hoffe ich, dass es eine Box mit allen Filmen auf Datenträger Bluray oder 4K geben wird.

Hier meine Laserdiscs mit den Beatles

Jackson hat das Material überarbeitet und optisch das Beste herausgeholt. Ich will aber heute einen Schritt zurückgehen und das optisch und akustisch Beste der alten digitalen Zeit präsentieren. Meine Beatles auf Laserdisc.

Die silbernen Scheiben in der Größe einer Langspielplatte waren das Highend-Übergangsmedium zwischen VHS und DVD. Noch heute gibt es eine aktive Sammlerszene, zu der ich auch gehöre. Im Laufe der Zeit haben sich ein paar Beatles LD angehäuft, die ich hier gerne vorstelle. Die Aufnahmen habe ich in der Regel auch noch auf anderen Datenträger, wobei ich einen Konzertfilm Washington Coliseum, Washington, DC, USA von 1964 auf Super 8 am Liebsten mag. Aber Super 8 war nochmals eine ganz andere Zeit.

Kommen wir zu meinen Laserdiscs. Ich habe sie in diesem kleinen Video vorgestellt. Es handelt es sich um Making of Hard Day’s Night, zwei Versionen von Help, The Magic Mystery Tour, Japan-Pressung von Yellow Submarine und die seltene Fassung von Let ist be. Zudem habe ich die Dokumentationen The Compleat Beatles und die Achtfach-Laserdisc-Box Anthology. Der vollständige Film wurde am 5. September 1996 auf acht VHS-Kassetten und auf acht Laserdiscs veröffentlicht.

Fotografie: Der Mann des perfekten Timings: Mick Rock ist tot

21. November 2021

Irgendwie ist es mir entgangen, dass einer der Großen der Musikfotografie im Alter von 72 Jahren vor kurzem verstorben ist: Mick Rock
Eigentlich hieß der Brite Michael Rock, aber Mick ist wohl cooler. Viele werden den Namen des Fotografen nicht kennen, aber seine Bilder sind bekannt – vor allem seine Fotos aus dem siebziger Jahren als er David Bowie, Lou Reed, Iggy Pop vor der analogen Linse hatte. Als Musik- und Fotofan war mir Mick Rock immer ein Begriff. Mick Rock ist einer der wichtigsten Fotografen der Rockgeschichte. Er gilt als „the Man who shot the 1970s“. Dann hatte Rock allerdings massive Drogenprobleme und tauschte die Kamera gegen die Nadel. Nach seinem Entzug begann er wieder in den Neunzigern Künstler wie R.E.M., The Strokes, The Libertines, Snoop Dogg und Lady Gaga oder The Chemical Brothers zu fotografieren. Mich persönlich interessierten aber mehr die Fotos der ersten Phase von Mick Rock. Mehrmals hatte ich das Angebot signierte Abzüge zu erstehen. Hier ein Video von 2015:

Ich hatte damals das Geld nicht. Jetzt werden die Preise explodieren. Irgendwann wollte ich aber dann doch einen Original Mick Rock haben und es wurde ein Foto aus der legendären Ziggy Stardust-Tour. Das Bild zeigt Bowie mit dem dritten Auge. Ich mag das Foto sehr.

Ich liebe dieses signierte Foto von Bowie von Rock

Das Ganze kam durch eine Veröffentlichung des Taschen Verlages und ich hatte die Gelegenheit, einen Sonderdruck des Buches The Rise of David Bowie 1972-1973 von Mick Rock zu erwerben, inklusive der Autogramme von David Bowie und Mick Rock im Buch. Hier das damalige Unboxing.

Unterschriften von zwei großen Künstlern.

Jetzt starb der Fotograf. „Schweren Herzens teilen wir mit, dass unser geliebter, psychedelischer Abtrünniger Mick Rock die Jungianische Reise auf die andere Seite angetreten hat“, heißt es in einem Statement auf Mick Rocks Twitter-Profil. Mit diesen Worten gab seine Familie den Tod des Fotografen bekannt.

Natürlich beneide ich Mick Rock für seine Kontakte, aber noch mehr beneide ich ihn um sein Talent. Er hatte das perfekte Timing. Er ahnte voraus, wie sich sein Modell bewegte und drückte ab. Wer weiß, wie schwer Konzertfotografie mit all den Lichtern und der Bewegung ist, der weiß auch, welch großer Künstler Mick Rock war.

Buchkritik: Erfolgreich Influencer werden von Niklas Hartmann

20. November 2021

Ach so geht das! Ich muss nur das Buch Erfolgreich Influencer werden werden aufmerksam lesen und die Ratschläge von Niklas Hartmann befolgen, schon werde ich in diesem Neuland berühmt. Ein wenig YouTube hier, ein wenig Insta da – und Facebook für die Älteren nicht vergessen. Ja, ja, wenn es so einfach wäre.

Aber ich mag nicht spotten. Ich habe das Buch aufmerksam gelesen und zahlreiche Tipps und Tricks bekommen, um in den sozialen Medien mehr Follower, mehr Reichweite und vielleicht auch ein höheres Einkommen zu erzielen. So ganz hat es bei mir nicht funktioniert, also muss ich wohl den Fehler bei mir suchen, denn Autor Niklas Hartmann hat es nach eigenen Aussagen ja geschafft. Sein Linkedin-Profil hat aber keine große Reichweite, aber es zählt ja nicht die Masse, sondern die Qualität (so sagt man).

Aber ich mag ja nicht spotten, wie ich schon geschrieben habe. Das Buch, das mir freundlicherweise vom mitp-Verlag zur Verfügung gestellt wurde, sehe ich vielmehr als Inspirationsquelle und nicht als Schritt für Schritt Anleitung im Stile So werde ich erfolgreich.

Autor Niklas Hartmann bringt gute Ratschläge ins Spiel, wie ich mein digitales Auftreten optimieren kann, je nach Zielsetzung. Ach ja Ziele: Vielen angehenden Influencern ist ihre Zielgruppe und Zieldefinition nicht klar. Weiß ich erst einmal was ich will und für wen ich meinen Aufritt mache, dann ist vieles leichter. Und ich muss natürlich realistisch sein: Ich in meinem Alter werde wohl nie der flotte Influencer für den 16jährigen Konsumenten werden, das kann ich mir abschminken (und will es auch gar nicht). Interessant ist, dass bei meinen Besuchen an Schulen der Berufswunsch Influencer immer wieder geäußert wird. Entsprechende Werbung bei Playmobil befeuern diesen Berufswunsch.

Dann erfolgt natürlich die Wahl der Social Media-Kanäle. Jede Plattform hat ihre eigenen Gesetze und Formate. Einen Content für alle Plattformen ist natürlich Blödsinn – das bestätigt Niklas Hartmann mir auch. Die Tipps, die in diesem Buch gegebenen werden, sind nicht neu, aber sie sind gut zusammengefasst und geben einen Überblick. Natürlich geht dabei die Tiefe flöten, aber das will das Buch auch gar nicht. Wer sich für Soical Media Marketing oder SEO interessiert, der greift zur entsprechenden (digitalen) Fachliteratur. Ich habe das Buch erfolgreich Influncer werden als dankbare Anregung zur Reflexion der eigenen Strategie und des eigenen digitalen Auftretens wahrgenommen. Für ein wirkliches Lehrbuch ist Erfolgreich Influencer werden eher nicht geeignet.

Experimentelle Archäologie: Mit einem Flusskriegsschiff die Donau entlang

19. November 2021

Mit einem spätantiken Flusskriegsschiff die Donau von Regensburg nach Budapest zu rudern, das ist wahrlich eine große Herausforderung. Geschichtsstudis aus Regensburg haben sich 2006 auf so ein Experiment eingelassen und heraus kam unter anderem das Buch und die DVD Exploratio Danubiae: Ein rekonstruiertes spätantikes Flusskriegsschiff auf den Spuren Kaiser Julian Apostatas.

Ich fand das Buch im örtlichen Bücherschrank und war sofort neugierig. Es ist lebendige experimentelle Archäologie. Diese widmet sich der Beantwortung archäologischer Fragestellungen mit Hilfe eines wissenschaftlichen, unter kontrollierten Bedingungen durchgeführten und vollständig dokumentierten Experimentes. Klingt komisch, ist aber super spannend, denn es werden experimentelle Praxis und die Theorie der althistorische Forschung unter einen Hut gebracht.
Es galt folgendes Projekt umzusetzen: 49 Studierende der Universität Regensburg reisten auf einem Nachbau eines spätantiken römischen Flusskriegsschiffes im Sommer 2006 knapp drei Wochen auf der Donau bis nach Budapest. Das Buch samt BR-Dokumentation auf DVD in SD ist sowohl Reisebericht als auch eine praxisorientierte Dokumentation.

Schade, dass es zu dieser Zeit keine sozialen Netzwerke gegeben hat, denn dann wäre diese Wissenschaftsreise noch verbreiteter. So wählte man das Buch und das Fernsehen als Massenmedium. Heute wäre auf der Galeere ein Wissenschaftsblogger dabei und hätte die Botschaft verbreitet. Interessant zu sehen, sind die beteiligten Studis, die sich freiwillig für die Reise meldeten und sogar 150 Euro Passage bezahlten, damit sie den ganzen Tag bei Wind und Wetter rudern mussten. Die in die Rolle einer spätantiken Schiffsbesatzung geschlüpften Studenten und Wissenschaftler bewältigen zudem ein körperlich anstrengendes Testprogramm, dessen Resultate zum Verständnis der spätantiken Flottenorganisation an Rhein und Donau beitragen. 180000 Ruderschläge hatte jeder zu bewältigen.So macht Wissenschaft Spaß und bitte, bitte mehr davon und nachzulesen in Exploratio Danubiae: Ein rekonstruiertes spätantikes Flusskriegsschiff auf den Spuren Kaiser Julian Apostatas

Buchtipp: Asiatische Monster und Science Fiction Filme von Detlef Claus

18. November 2021

Im Moment hat ein Kollege sein Godzilla-Buch upgedatet und ein anderer wird sein ultimatives Godzilla Buch im Februar 2022 veröffentlichten. Bis dahin ordne ich meine Godzilla-Literatur neu und mir fiel mal wieder das wunderschöne Buch Asiatische Monster- und Science-Fiction-Filme: Das deutsche Werbematerial von 1956-2011 von Detlef Claus in die Hände.

Es umfasst das deutsche Werbematerial der Jahre 1956 bis 2011, eine Fundgrube für Sammler, Fans und Filminteressierte – und Verrückte. Ich liebe die Godzilla-Community, die auf der einen Seite sehr streitbar und diskussionsfreudig ist, wenn es um die Verteidigung ihres Monsters geht. Aber auf der anderen Seite sind die Fans sich in der Liebe und Zuneigung zum Monster einig. Und das spürt der Fan, wenn das kiloschwere Buch Asiatische Monster und Science Fiction Filme in die Hand nimmt. Ausdrücklich möchte ich mich bei Detlef Claus bedanken, der dieses Buch im Eigenverlag herausgebracht hat und uns Fans somit an seiner Sammlung teilhaben lässt.

Ich durfte als Jugendlicher jeden Samstag die Jugendvorstellung des örtlichen Kinos genießen und dort liefen in der Regel japanische Monsterfilme. So lernte ich die verschiedenen Varianten meines Lieblingsmonsters kennen und vor allem lieben. Als kritischer Filmfreund nehme ich gerne schlechte Filme auseinander, aber bei Godzilla und Co bin ich gleichmütig und stehe der ganzen Sache monstermäßig wohlwollend gegenüber.

Und als ich zum ersten Mal das Buch von Detlef Claus in die Hände bekam, konnte ich mich gar nicht sattsehen. Wichtig: Es werden nicht nur japanische Monster- und SF-Filme behandelt, sondern asiatische Filme. Einige Filme kamen ja aus Korea oder China.
Nachdem ich selbst ein paar Plakate und Lobbycards sammle, habe ich in Detlef Claus meinen Sammlermeister gefunden. Ich kann nicht beurteilen, ob er alles aus den Jahren von 1956 bis 2011 in seinen Besitz hat, aber er hat auf jeden Fall eine ganze Menge. Ich habe meine Lobbycards und Filmprogramme aus dem Archiv geholt und verglichen. Ergebnis: Detlef Claus hat es veröffentlicht. Seine Sammlung ist enorm und absolut eindrucksvoll. Damit wird es zum Standardwerk des asiatischen Science-Fiction-Kinos, das Maßstäbe setzt, jeden Filmfan begeistert und es darf in keiner Filmbibliothek oder Filmsammlung fehlen.

Eine Bitte: Wenn jemand einen Überblick über das gesamte Merchandise-Universum hat, bitte in die Kommentare schreiben. Ähnliches gilt für die veröffentlichte Musik auf Vinyl oder Datenträger. Ich liebe die Mucke dieser Filme.

Das Buch von Detlef Claus umfasst das in erster Linie reine Werbematerial der Kinoverleiher und ist damit aus alten Print-Zeiten. Hinzu kommt noch interessantes Material aus dem Bereich Super 8, Video und DVD-Veröffentlichungen. Bluray oder 4K waren 2011 freilich nicht am Horizont zu sehen. Heute ist der Markt ja explodiert, nachdem Hollywood Godzilla wieder entdeckt hat.

Das Material wurde von Detlef Claus optisch aufbereitet, die Löcher von Nadeleinstichen bei Plakaten und Lobbycards oder Knicke von Foldern oder Filmprogramme wurden technisch per Photoshop optimiert. Am Ende des Buches gibt es noch einen kleinen Überblick über die japanischen Monster, eine Art Steckbrief wer wo wann auftauchte und wie in der deutschen Fassung genannt wurde.
In dem Buch Asiatische Monster- und Science-Fiction-Filme: Das deutsche Werbematerial von 1956-2011habe ich buchstäblich stundenlang geschmökert und mich an alte Zeiten als Jugendlicher erinnert. Und ich muss mich ganz schön zusammenreißen, damit ich nicht ein neues Sammelgebiet eröffne. Detlef Claus fixt mich mit seiner Sammlung regelrecht an, das ist der einige Vorwurf, das ich dem gewaltigen Buch machen kann.

Atari XP: Drei neue Spiele für das alte Atari 2600

17. November 2021

Ich bekenne: Ich bin ein Gamer – und zwar einer der speziellen Sorte. Natürlich zocke ich auf den Next Gen-Konsolen, aber ich liebe vor allem meine Retro-Consolen. Immer wieder habe ich über meine Liebe zum Atari 2600 geschrieben. Es war die erste Konsole in meinem Leben und das Teil nimmt einen besonderen nostalgischen Platz in meinem Herzen ein. So schlug das Gamer-Herzchen ein wenig schneller, als gestern bekannt wurde, dass drei neue Spiele für das Atari 2600 veröffentlicht werden sollen: Yars’ Return, Saboteur and Aquaventure.

Menschen schütteln den Kopf, wenn ich ihnen von meiner 8-Bit Vorliebe erzähle. Aber so ist es nun mal. Die drei Spiele kommen von Atari XP. Das ist ein Herausgeber von physischen Sammelspielen und widmet sich um nie erschienene und seltene Atari-Spielen aus den 1970er und 1980er Jahren. Die limitierten Versionen enthalten hochwertige Verpackungen und Extras, die Sammler und Fans der Titel begeistern werden.
Bei Yars’ Return, Saboteur and Aquaventure handelt sich es um Games, die fertiggestellt wurden, aber nie eine offizielle Veröffentlichung erhielten oder nur in sehr begrenzten Mengen erschienen sind. Zudem vertreibt Spiele Atari XP, deren physische Datenträger extrem selten geworden und daher schwer zu finden sind.

Drei neue Spiele für das alte Atari 2600-System.

Der Name Atari XP ist eine Hommage an den Atari Program Exchange (APX), der in den 1970er und 1980er Jahren Software über einen Versandhauskatalog verkaufte. Der vierteljährlich erscheinende APX-Katalog hatte eine treue Anhängerschaft unter den Besitzern der 8-Bit-Heimcomputer von Atari.
APX ermutigte sowohl professionelle als auch Amateurprogrammierer, Software einzureichen, die für den kommerziellen Vertrieb in Frage kam, und förderte so eine Welle der Spiele- und Anwendungsentwicklung. Dieser Geist lebt in der Gemeinschaft der Retro-Hardware- und Homebrew-Entwickler weiter.

Alt und neu: Atari 2600 und Yars‘ Return.

Vor allem interessiere ich mich für Yars‘ Return. Den Vorgänger von 1982 habe ich bis zum Weißglut gezockt und spiele das Spiel noch immer gerne. Yars‘ Return ist die Fortsetzung des 1982 erschienenen Titels Yars‘ Revenge, des meistverkauften Originalspiels für den Atari 2600, wird zum ersten Mal auf Cartridge veröffentlicht.

Yars‘ Return übernimmt das Spielprinzip von Yar’s Revenge – angreifende außerirdische Insekten, die hinter einer Barriere auf mich schießen und regelmäßig über die Barriere rasen, um an am Verteidigungsschild zu knabbern – und erweitert es. Das Gameplay in Yars‘ Revenge war streng horizontal, die Feinde griffen von links an. In Yars‘ Return kommen die Feinde aus drei Richtungen auf mich zu, was das Gameplay abwechslungsreicher und interessanter macht. Yar’s Return wurde von Howard Scott Warshaw entwickelt und sollte 1983 veröffentlicht werden. Aber es kam nicht dazu.
Es erscheinen zwei Versionen: Die Standard-Version und eine auf 1983 limitierte Sammlerversion mit Merch. Jetzt könnt ihr raten, welche Version ich bestellen werde.

Amazon: Fotos vom Lieferort

12. November 2021

In der Vergangenheit hatte ich immer Probleme mit der Zustellung von Amazon Logistic. Trotz Ablageerlaubnis lagen manches Mal meine Bestellungen irgendwo und ich habe mich massiv beschwert. Die Situation ist besser geworden, bzw. hat sich verändert.

Amazon hat wohl Druck auf seinen Logistikdienstleister ausgeübt und es das Liefern der Pakete hat sich deutlich verbessert. Aber ich bin aufgrund von Corona auch deutlich mehr zu Hause, um meine Bestellungen in Empfang zu nehmen. Viele meine Aufträge konnte ich digitalisieren und ich arbeite vom HomeOffice aus.
Jetzt war ich mal wieder auf einem Vortrag im Außeneinsatz. In Nürnberg fand auf dem Messegelände die Consozial statt und ich durfte einen Vortrag halten – vor echten Menschen. Und genau an diesem Tag lieferte Amazon ein Paket. Ich bekam die entsprechende E-Mail-Meldung aufs Smartphone, dass meine Bestellung geliefert sei, schaute aber nur auf den Header im Mail-Programm.

Zu Hause blickte ich an den vereinbarten Platz, der in meiner Ablageerlaubnis hinterlegt ist. Kein Paket. Im analogen Briefkasten lag ein Zettel mit dem handgeschrieben Hinweis Mülltonne. Doch auch im Tonnenhäuschen war nichts zu finden.

Also die Mail von Amazon herausgesucht und geöffnet. Und ich hab eine Neuerung festgestellt. Der Amazon-Fahrer hat ein Foto mitgeschickt, wo mein Paket liegt. Es lag hinter der blauen Altpapiertonne, also nicht bei der Mülltonne. Aber das sind Feinheiten des deutschen Wertstoffkreislaufsystems. Ob es jetzt die Tonne für stoffgleiche Nichtverpackungen, Papiertonne, Restmülltonne, Tonne für organische Abfälle oder anderes ist, das kann man einen Fahrer nur bedingt vermitteln.

Nun am liebsten wäre es, wenn mein Wunsch nach meinem Ablageort eingehalten wird, aber so mancher Fahrer ist der deutschen Sprache im Lesen nicht mächtig. Bevor er mein Paket irgendwo in der Prärie ablegt und ich suchen muss, da ist mir die neue Dienstleistung mit dem Foto deutlich lieber. Nicht perfekt, aber ein Fortschritt wie ich meine. Ich weiß nicht, wie lange schon Fotos geschossen werden, aber ich hab es jetzt erst bemerkt.
Ach ja: Und bitte keine Diskussion an dieser Stelle, warum ich bei Amazon bestelle.