Archive for the ‘Musik’ Category

Abbey Road: Beweisfoto nicht auffindbar

12. August 2009

der berühmte Zebrastreifen am der Abbey Road

Bei uns zu Hause ist Guitar Hero auf der PS3 spielbereit, aber ich bin kein Gitarrenheld. Meine Frau ist viel besser und zockt mich hier ab. Aber die Schmach hat am 9. September ein Ende. Dann erscheint The Beatles: Rock Band. Dann wird die ganze Familie Beatles-Songs trällern.

Für mich gehören die Beatles zu den absoluten Helden. Zwar war ich zu klein, um Beatlemania mitzubekommen, doch waren und sind die Pilzköpfe in meinem Leben präsent. Sie tauchen immer wieder auf und nicht nur als CD. So hat meine Frau noch alle Schallplatten, repräsentativ im blauen Sammelschuber. Ich weiß noch, als John Lennon feige ermordet wurde, alle Mädchen in der Schule heulten. Gerne sehe ich das Video in dem Dylan und Lennon total bekifft in einem Taxi fahren. Ich habe getrauert, als George Harrison verstarb und Apple seine Website daraufhin änderte – Steve Jobs ist eben ein wahrer Fan. Ich glaube aber auch, dass Ringo Starr der Glückpilz des Jahrtausends ist. Ein durchschnittlicher Drummer wie Ringo wurde weltberühmt, nur weil er Teil der Tab Four war. Als es vor kurzem auf der E3 zur Premiere von The Beatles: Rock Band kam, waren Paul und Ringo und die Witwen von Lennon und Harrison dabei.

Vor wenigen Tagen war das Jubiläum von Abbey Road, dem letzten Album der Beatles. Natürlich war ich auch als Jugendlicher auf dem Zebrastreifen vor den berühmten Studio. Ich muss gestehen, dass ich mein Beweisfoto von damals nicht mehr finde. Auf der Recherche habe ich stattdessen eine Webcam der Abbey Roads Studios gefunden. Die Kamera ist 24 Stunden online auf auf dem Zebrastreifen gerichtet. Also jeder ist damit ein Star für ein paar Sekunden. Vorschlag: Das nächste Mal, wenn ich an der Abbey Road bin, laufe ich über den berühmtesten Zebrastreifen der Welt und mach gleichzeitig mit dem iPhone ein Bild von der Website mit Webcam. Überbrigens, den Link zur Webcam gibt es hier.

Musikstadt New Orleans

11. August 2009

Straßenmusikerin in New Orleans

Die Städte der USA sind mit Musik verbunden. Bei uns zulande fällt mir bei München nur der Disco-Sound der 80er und Berlin mit seiner Elektronikszene ein. Wer kennt nicht Nashville mit seinem Country-Sound, Chicago mit seinem typischen Blues oder natürlich New Orleans. Der populärste Musikant der Stadt ist für mich der Namensgeber des örtlichen Flughafens: Louis Armstrong. Satchmo ist in seiner Geburtstadt omipräsent. Aus den Kneipen sind noch immer „We have all the Time in the World““ (aus dem Bond-Film) oder „West End Blues“, „Potato Head Blues“, „Wild Man Blues“, „Fireworks“ und „Heebie Jeebies“ zu hören.

Bei uns bekannt ist New Orleans sicherlich durch den Arlo Guthrie Song „City Of New Orleans“. Es war der einzige Hit des Musikers 1972 zu seinem Film „Arlos Restaurant“. Der Song wurde 1970 von Steve Goodman aufgenommen, ist aber bei mir nicht weiter bekannt. Ich kenn die Guthrie-Interpretation seit Jahren aus dem Radio, besitze eine Single und sing immer wieder gerne mit.

Für mich der lebendigste Vertreter der Musikszene aus New Orleans ist Dr. John. Mit bürgerlichen Namen heißt er Malcolm (Mac) John Rebennack Jr. Ich habe mir in New Orleans einige seiner CDs gekauft und seinen New Orleans-Sound stehts im Ohr. Das erste Mal begegnete ich musikalisch Dr. John auf dem Abschiedskonzert von The Band „The Last Walz“. Seine Stimme war fantastisch. Im Laufe der Zeit kaufte ich mehr und mehr Aufnahme. Seine Songs sind damals und heute eine faszinierende Mischung aus Voodoo-Sprüchen, Rhythm and Blues und kreolischer Soul-Musik. Wer mal reinhören will, sollte sich bei Amazon oder iTunes die Alben „Gris Gris“ (1968), abgedreht  „N’Awlinz Dis Dat Or D’Udda“ (2004) und „City That Care Forgot“ (2008) mit bitterer Kritik an den Hurrikan-Folgen.

Manchmal ist aber auch zuviel Musik in der Stadt. Wenn gegen 23 Uhr eine Band neben dem Hotel anfängt zu jammen, dann ist es gewöhnungsbedürftig. Und sie hatten nicht Blockflöten und Triangel dabei, sondern Pauke und Tuba. Und auch in New Orleans gilt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Dies muss auch die Straßenmusikantin denken, die mit ihrem schauerhaften Gesang im French Quarter vor sich hin trällert. Schnell weg oder Kopfhörer auf.

Bayerische Volksmusik im Wirtshaus

9. April 2009

wirtshausmusi

Ich bin wahrlich nicht volkstümlich eingestellt, aber gestern Abend machte ich eine schöne Erfahrung. Bei uns auf dem Land gibt es die Brauerei Maisach mit einer angeschlossenen Gaststätte. Küche ist gut bayerisch bei zivilen Preisen. Aus der Schwemme kam während des Essens live Volksmusik. Nicht volkstümliche Musik à la Musikantenstadl oder ähnlicher Volksverdummung, sondern richtige handgemachte Musik aus bayerischen Landen. Ich fragte den Brauereibesitzer Benno Wieser, den ich seit Jahren kenne, nach dem Grund: Jeden zweiten Mittwoch ist in der Schwemme Musikantenabend. Die Musiker aus unserem Dorf kommen zusammen und musizieren zusammen, jammen würde man wohl neudeutsch sagen. Ich fands gut und so gefällt mir bayerische Volksmusik, wenn sie vom Volk fürs Volk gemacht wird. Das klang in meinen Ohren zutiefst ehrlich. Weiter so. 

Musik für alte Männer

23. Februar 2009

Heute wieder alte Männer-Musik. Ich bin gerade dabei einen Teil meiner alten Schallplattensammlung zu digitalisieren. Ich habe mir in den USA einen Adapter gekauft und importiere die LPs jetzt mit SpinDoctor. Eigentlich nervt es, weil der Klang von der analogen Scheibe zu wünschen lässt und außerdem die Nachbearbeitung Zeit kostet. Im Grunde kaufe ich mir viele meiner Schallplatten als CD nach oder lade sie mir bei iTunes. Heute wollte ich es aber wissen und bin wieder im Keller verschwunden, wo Hunderte LPs lagern. Ganze Schätze wühlte ich durch. Ich habe alle Maxis von Mike Oldfield gehortet, zahlreiche Dylan-Bootlegs, die ich auf Flohmärkten erstanden habe.

Dann fiel mit die Doppel-LP Beck, Bogert & Appice Live in die Hände. Bei Amazon kostet die Scheibe als CD rund 33 Euro, also machte ich mich daran, den alten Blues-Rock von Jeff Beck und Konsorten zu digitalisieren. Wenn ich ehrlich bin, fand ich eigentlich Cream immer besser, aber heute hatte ich eben Lust auf Beck, Bogert & Appice. Wahrscheinlich war das Trio als Konkurrenz zu Cream gegründet, verfügte aber nicht über die musikalische Tiefe des Originals. Obwohl Jeff Beck  den Meister Eric God Clapton bei den Yardbirds nachfolgte ist Beck zwar ein genialer Gitarrist, aber für mich ist Clapton immer noch ein paar Takte besser.

Beck, Bogert & Appice brachten meines Wissen zwei LPs heraus. Eine Studio und dann eine Live-Scheibe. Ich habe irgendwann auf einem Flohmarkt noch eine Live last Rainbow in der Hand gehabt, weiß aber nichts genaues darüber. Ist zu lange her.

Cool waren die Songs „Superstition“ (eigentlich Stevie Wonder) und „oh to love you“. „Superstition“ habe ich sogar bei YouTube in grausamer Aufnahmequalität gefunden, zeigt aber die Spielfreude der Kapelle. Echt stark. So muss Musik sein und wenn es auch nur Musik für alte Männer ist.

Schockwerbung in der Musik: Sigue Sigue Sputnik

13. Februar 2009

In der Werbung geht es darum, möglichst groß aufzufallen, um Öffentlichkeit für ein Produkt herzustellen. Bestes und sicherlich auch negativstes Beispiel war die Benetton-Werbung mit Aids-Kranken, sterbenden Tieren und ähnlichen Grausamkeiten. Schock als Mittel der Aufmerksamkeit, um in die Medien zu geraten. In der Musik ist es ähnlich. Wer schockt, dem ist eine gewissen Aufmerksamkeit garantiert. Das lange Haar der Rolling Stones, der Lennon-Ausspruch, die Beatles seien berühmter als Jesus, die Kostümshow von Kiss oder die Folterfantasien von Alice Cooper – Show, alles nur Show. In YouTube habe ich eine Schockerinnerung meiner Jugend wieder getroffen: Sigue Sigue Sputnik Diese schrille Kapelle aus der Mitte der 80er Jahren waren eine Fortsetzung des Punks mit Rock´n Roll-Elementen und viel Techno. Klingt jetzt sehr hochtrabend. In Wahrheit war es eine untalentierte Band, die vor allem eines erzeugte: Aufmerksamkeit. Schrille Frisuren, böse-Buben-Auftreten und sicherlich viele Chancen verpasst. Andrew Eldritch (Sisters of Mercy) und auch Annie Lennox (Eurythmics) waren im Gespräch waren im Gespräch bei Sigue Sigue Sputnik einzusteigen, was der Musik gut getan hätte. Aber egal. Die erste Single „Love Missile F1-11“ war ein Hit, schließlich wurde er von Giorgio Moroder produziert wurde. Ich erinnere mich, dass die LP total fett war und kaum in den Plattenschrank passte. Konsequent: Die Pausen zwischen den Songs wurden an Werbekunden versteigert. Passend bei dem Outfit von Sigue Sigue Sputnik war, dass Studio line-Hersteller L`Oreal als Werbekunde vertreten war. Schließlich verbrauchte die Band Unmengen an Haarspray. Nach Werbegesichtspunkten wurde auch der Bandname am Reißbrett ausgewählt: Sigue Sigue Sputnik wurde nach einer Streetgang aus Moskau benannt, von der die Herald Tribune in einem Artikel Anfang 1980 berichtete. In den Videos kommen auch immer wieder Anlehnungen an Uhrwerk Orange von Kubrick vor. Gangs und Gewalt haben ihre Faszination. Ich habe neulich gelesen, dass die seriösen Kritiker der Musikpresse die Bands übrigens als „Sick Sick Sputnik“ bezeichnet haben. Das Werbekonzept ging auf, die Band hatte Erfolg und ich hab mich über einen Beitrag in YouTube gefreut.

„Sound“ schließt zum Jahresende

23. Dezember 2008

Der Schallplattenladen meiner Jugend schließt zum Jahresende. Meine Frau hat mir eben aus der Lokalzeitung vom Münchner Merkur vorgelesen, dass der SoundMusic Store in Fürstenfeldbruck zum Jahresende schließen wird. Inhaber Rudi „Sound“ Hasmiller packt CDs und LPs zusammen und schließt nach 33 Jahren sein Geschäft. Schade, aber konsequent. Das Geschäft bestand seit 1976.

Für meine Heimatstadt war der Rudi immer eine Institution in Sachen Rockmusik. Als junger Mensch verbrachte ich grundsätzlich den Samstag Vormittag im Geschäft von Rudi in der Ledererstraße. Ich hörte Platten, später CDs und habe auch immer einen Kaufabschluss getätigt. Mit dem Fahrrad bin ich immer unterwegs gewesen, immer bedacht, dass Plattencover nicht in die Speichen des Radls zu bekommen. Meinen Freund Roland ist dies mal passiert. Das Cover zerriss, die Schallplatte im Inneren zerbrach, als es Roland der Länge nach hinstreckte. Kulanz von Rudi: Er tauschte die kaputte Platte anstandslos um. Dies war das beste Kundenbindungsprogramm des Jahres. In Windeseile sprach sich diese Tat unter uns Jugendlichen herum und Rudi war unser Held. Der zweite Schallplattenladen, „die Schallplatte“, wurde künftig von uns links liegen gelassen. Wir gingen alle zum Rudi Sound.

Die Schaufenster des Ladens mit großen Plakaten verklebt, im Inneren lief meist schwerer Hardrock der 70er: Deep Purple, Rainbow, Whitesnake. Rudi war ein Experte und gab klare Empfehlungen. Man konnte die ausgewählte Musik über verschiedene Kopfhörer anhören und anschließend mit Musikexperten im Raum philosophieren.

Ich erinnere mich, dass ich aus London einmal eine Schallplatte von Emerson, Lake & Powell mitbrachte. Es war eine Nachfolgeformation von Emerson, Lake & Palmer, nur eben Carl Palmer wurde durch Cozy Powell ausgetauscht. Diese Platte war in Deutschland nicht erschienen, warum weiß ich nicht. Rudi war von der Information begeistert und ich sollte sie mitbringen. Wir hören sie den ganzen Vormittag in seinem Laden und er bestellte sie über einen Schallplattenimport, nur dass er sie auch im Laden führen konnte. Cool. Ich glaube, die Schallplatte steht bei ihm heute noch im Regal zum Verkauf. 

Sonderangebot: Mein Nike + iPod-Buch

28. Oktober 2008

Für mich eine der besten Synthesen aus Sport und Musik ist das Nike – iPod Sport Kit. Hier arbeiten iPod nano und das Nike-System zusammen. Im Grunde ist es ein Personal Trainer in Verbindung mit einem iPod nano. Und es funktioniert super: Ich kann meine Jogging-Konditionen ohne lästige Kabel analysieren. Per Internet und Mac/PC kann ich meine Trainingsdaten an iTunes und nikeplus.com übertragen und stehe im Wettbewerb mit anderen Usern. Weil mir das System so gut gefallen hat, habe ich zusammen mit meinen Kollegen Michael Krimmer ein Buch geschrieben: Nike + iPod. Es ist erschienen bei Markt und Technik (ISBN: 978-3827242365). Ich habe noch einen Restbestand der Bücher bei mir zu Hause, die ich gerne über diesen Blog für 10 Euro pro Stück anbieten (solange der Vorrat reicht). Guter Preis für ein gutes Buch: Die Pressestimmen waren gut: MACup, das älteste Mac-Magazins Europa war begeistert und auch Running schrieb: „Wenn sich nun zwei Apple-Anhänger, von denen einer auch noch Marathoni ist, zusammentun, ist ein Buch zu dem neuen Sport-System unausweichlich. […] So wie dieses Buch aufgebaut ist, wünschen wir uns alle eine Bedienungsanleitung.“ Und iPod & more schrieb: „Michael Krimmer, seines Zeichens selber Marathon-Läufer, und Matthias J. Lange beschreiben in ihrem bei Markt+Technik erschienenen Buch zum Thema Nike + iPod alles, was man zum Thema wissen muss. Behandelt werden iTunes 7, der iTunes Store und die Nutzung des iPod nano sowohl für den Mac als auch den PC. Viel Detailwissen erhält man vor allem durch die Laufpraxis von Autor Krimmer. Daher bietet das Buch eine gute Hilfestellung für Einsteiger wie auch fortgeschrittene Läufer; ist also ein Buch über das richtige Laufen mit dem Nike+ Sport Kit und damit eine gute Ergänzung zu anderen iPod-Büchern. Derzeit ist kein anderes Buch auf dem Markt erhältlich, welches sich so detailliert und praxisnah mit dem Nike+ Sport Kit befasst.“

Also auf geht’s und bestellen über meine private Website hier.

Alan Parsons in Charles de Gaulles

9. Oktober 2008

Vor kurzem musste ich beruflich nach Paris zu einer Veranstaltung von Adobe. Da ich es gelernt habe, in Städten wie London oder Paris lieber etwas früher zum Flughafen zu fahren, tat ich dies hier ebenso und musste dann warten, weil der Flieger Verspätung hatte. Kennen Sie den Flughafen Charles de Gaulles? Ich kannte ihn nicht und wie Schuppen fiel es mir von den Augen als ich die Rollbänder dort erblickte. Sie verbinden die einzelnen Ebenen der Terminals. Ich erkannte ein altes Schallplattencover wieder: „I Robot“ von Alan Parsons Project. Die Platte stammt aus dem Jahr 1977 und das Cover wurde wohl inspiriert durch Charles de Gaulles. Die frühen APP-Alben waren Konzeptalben und der Titel des Albums ist der Titel einer Kurzgeschichtensammlung von Isaac Asimovs. Eric Woolfson bezeichnete dieses Album als „A view of tomorrow through the eyes of today“ („Einen Blick auf morgen durch die Augen von heute“). Das Cover hat sicherlich dazu seinen Beitrag geleistet. „I Robot“ war persönlich mein zweites APP-Album. Mein erstes war „Tales of Mystery and Imagination“. Es ist der Klassiker schlechthin und gehört in jede Sammlung. Es ist eine Vertonung von Geschichten von Edgar Allan Poe. Mein Schulfreund Michael hat mich damals zu dieser Platte gebracht, die er aus der Plattensammlung seines Vaters ausgeliehen hat (danke Michael). Michael hat sich vor Jahren umgebracht, doch er ist mir immer präsent, wenn ich dieses geniale Album höre. Jahrzehnte später schließt sich der Kreis mit meinem Besuch von Charles de Gaulles. 

Cokefridge – jetzt wirds lästig

6. Oktober 2008

Langsam geht mir cokefridge.de auf den Geist. Es war schon immer eine Fummelei sich auf dem Portal anzumelden. Der Unterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstaben bei dem System ist fließend (oder ich bin blind). Cokefridge ist eine Flash-Plattform von Coka Cola auf der unter anderem Songgutscheine für iTunes geladen werden können. Zuerst muss man aber aus den Deckeln der Cola-Flaschen den Code auslesen und eintippen. Das ist schon eine Fummelei, aber mit der Aussicht auf kostenlose Songs (für 4 dieser so genannten Coints gibt es einen Song). Immer wieder wird man belästigt, ob man seine Handynummer nicht für Gewinnspiele (mobiler Spam) angeben möchte. Nein, ich will nicht.

Früher war es möglich, mehrere Songs gleichzeitig einzulösen. Dann ging nur noch ein Song und wer mehr wollte, musste den Klickweg im lästigen Flash mehrmals durchlaufen. Jetzt haben die Oberstrategen die nächste Hürde eingebaut. Seit 1. Oktober können nur noch 3 Songs die Woche geladen werden. Täglich können insgesamt 1500 Songs eingetauscht werden, dann ist Schluss. Wie viele iTunes-Besitzer gibt es in Deutschland? Also dieses Nadelöhr ist eine künstliche Verknappung des Marktes. Ziel ist es, Kosten auf Seiten von cokefridge zu sparen (nachdem ich ja schon meine Cola bezahlt habe) und Leute immer mehr an die Website zu binden.

Falsch gedacht. Ich schau ein, zweimal auf die Seite und wenn es dann wieder heißt, die Songs seien verbraucht, ich soll in der nächsten Stunde auf die Seite schauen, dann kann mir das System gestohlen bleiben. Für mich steht fest: Wenn ich früher gedacht habe, ich kaufe mir eine Coke, weil ich ja einen Coint bekomme, lass ich heute das Brausegetränk einfach stehen. Die Marketing-Idee der Cola-Agentur geht nach hinten los. 

Die Geier von Sony BMG

1. Oktober 2008

Am 3. Oktober ist es wieder soweit: Nein, nicht deutsche Einheit, sondern der Meister veröffentlicht sein neues Album. Für mich ist Bob Dylan mit Abstand der wichtigste Musiker, eben der „Song and Dance man“ schlechthin. Also am 3. Oktober kommt der achte Teil der Bootleg Serie mit dem Namen: Tell Tale Signs. Es handelt sich um Songs seiner späten Schaffensperiode, zum Teil Live, zum Teil Studio. Viele Sachen von Oh Mercy, Time Out Of Mind oder Modern Times, einiges ist schon auf Bootlegs in meinem Besitz. Es ist schön, auch mal wieder neues Material des Meisters in die Hände zu bekommen und ich freue mich wirklich darauf. Allerdings bekomme ich einen dicken Hals, wenn ich an die Geier von Sony BMG denke. So kostet die Doppel-CD rund 22 Euro, das dreifach Album 101 Euro. Haben die eine Macke? Beim Box Set ist zwar ein nettes Fotoalbum dabei, doch 101 Euro. Ich reg mich echt auf über soviel Gier. Schämt euch, ihr Leute von Sony BMG, schämt euch. In der Vergangenheit habe ich Dylan-Alben sofort nach ihrem Erscheinen gekauft, weil ich die CD haptisch in den Händen halten wollte. Dieses Mal werde ich bei iTunes das Album des Barden laden und mehr als 30 Euro wird es hoffentlich nicht kosten. 

Nachtrag (4.10.2008): Bei iTunes kostet die Doppel-CD nur 9,99 Euro. Also zuschlagen