Archive for the ‘Musik’ Category

Da hilft kein Doktor mehr – Dr. John ist tot

7. Juni 2019
Voodoo-Musiker Dr. John ist verstummt.

Voodoo-Musiker Dr. John ist verstummt.

Viele denken an Louis Armstrong, wenn sie an die Musik von New Orleans denken. Mir kommt als erstes Dr. John in den Sinn. Jetzt ist der Voodoo-Musiker im Alter von 77 Jahren verstorben und das tut mir leid.

Die Meldung kam per Twitter.

Die Meldung kam per Twitter.

Das erste Mal nahm ich Dr. John in den Film The Band wahr. Das war das Abschiedskonzert der legendären The Band, die eine Zeitlang auch mit Bob Dylan tourte. Im Winterland gab es ein großes Konzert und viele Musiker spielten mit. Darunter war auch Dr. John mit großer Fliege und großer Brille. Er spielte am Klavier seinen Song Such a night und begeisterte mich sofort. Ich kaufte mir die CDs The Sun, the Moon and Herbs sowie Gris-Gris.

Jahre später bei meinen ersten (und leider bisher einzigen) Besuch in New Orleans erkannte ich, was Dr. John für diese Stadt bedeutete. In den CD-Läden – ja so etwas gab es damals noch – waren große Aufsteller mit dem Bild von Dr. John gleich neben den damaligen Superstars wie Madonna, Springsteen und Co. New Orleans war stolz auf Dr. John, der die Musik seiner Heimatstadt widerspiegelte: Blues, Jazz, Pop, Boogie Woogie, Rock ’n‘ Roll, Psychedelic Rock und Funk. 

Ich mochte seine Voodoo-Musik, wie sie damals hieß. In New Orleans kaufte ich mir noch ein paar CDs, die ich bei entsprechender Stimmung gerne höre. Lieber Malcom John McRebennack vielen Dank für deine Musik. Hier eine wunderbare Zusammenstellung seiner Aufnahmen in dieser Box

Musik in der Londoner U-Bahn

5. Juni 2019

Wenn ich nicht in Eile bin, bleibe ich gerne mal bei Künstlern in der U-Bahn stehen und höre mir ihre Musik an. Ich habe einige dieser besonderen Art von Straßenmusiker gelauscht. 

Lemmy habe ich leider als Straßenmusikant nicht getroffen.

Lemmy habe ich leider als Straßenmusikant nicht getroffen.

Hier sind zwei Künstler, die ich eindrucksvoll fand und auf Video festhielt. Beide habe ich in der Londoner U-Bahn angetroffen und gerne zugehört. So etwas kenne ich von meiner Heimatstadt München nicht. Dort ist Musizieren nicht gestattet. Im Moment machen sich stattdessen Bettelmusikanten in der Münchner S- und U-Bahn breit, die extrem nerven und von den Leute Münzen schnorren. Musik ist das keine, sondern Qual. 

Aber zurück nach London: Eine Dame mit Saxofon traf ich an der Haltestelle Piccadilly Circus. Durch die Röhren des Londoner U-Bahn-Systems hatte die Musik einen tollen Klang. 

Zum anderen traf ich auf den Sänger der britischen Band Annexe the Moon. Der Gitarrist beeindruckte mich mit seiner wunderbaren Stimme. Er spielte das Art Garfunkel Lied Bright Eyes, das vielen noch als Titellied des schönen Films Watership Down bekannt ist. Witzig, er hatte den Text auf seiner Gitarre kleben, damit er den Text nicht vergisst. Ich hatte die GoPro dabei und hörte mir den Song an und nahm ihn auf Video auf. 

Zu Hause in Deutschland googlte  ich nach der Musik von Annexe the Moon und lud mir sofort die Musik bei Apple Music. Ich bin sehr begeistert. 

Konzertkritik: Bob Dylan in Augsburg 2019

26. April 2019
Bob Dylan in Augsburg - einfach großartig.

Bob Dylan in Augsburg – einfach großartig.Bob Dylan in Augsburg – einfach großartig.

Ich habe viele Konzerte von Bob Dylan erlebt, gute und weniger gute. Das Konzert in der Augsburger Schwabenhalle war eines der besten, die ich von his Bobness erleben durfte. Selten habe ich Dylan und seine großartige Combo so spielfreudig erlebt, selten war die Musik von ihm so kompakt und selten habe ich Bob Dylan so oft grinsen gesehen. Es war ein schlichtweg großartiger Abend.

Dabei hätte es anders zugehen können. In Wien rastete der Meister aus, als ein Foto von ihm auf der Bühne gemacht wurde. Spielen oder posen war seine Antwort und er stolperte über eine Box. Dylan war richtig sauer. Aber seine Wut war in Augsburg komplett verflogen. Die Sicherheit vor dem Konzert wurde nochmals verschärft. Durchsagen vor dem Konzert machten eindeutig klar: Wer fotografiert, der fliegt raus. Das hat auch etwas Gutes: Ich kann mich auf die Musik konzentrieren und werde nicht durch grelle Handybildschirme abgelenkt. Bob weiß, was gut für mich ist. 

Strenge Sicherheitmaßnahmen bei Bob Dylan.

Strenge Sicherheitmaßnahmen bei Bob Dylan.

Das Bühnenset war wie immer. Dezente Scheinwerferbeleuchtung, reduziertes Licht, wie in einer Clubatmosphäre, keine Videowand. Die Musiker hochkonzentriert, verharren auf ihren Plätzen. Dylan selbst nur am Klavier, Gitarre spielt er schon lange nicht mehr auf Konzerten. Nur einmal verlässt er das Klavier und ergreift den Mikrophonständer und singt ein phänomenales „Scarlet Town“. Und er versucht sich im Posen, was bei Dylan immer ein wenig linkisch aussieht und dennoch: Der Mann hat eine Aura. Mit wenigen Fingerbewegungen steuert er seine Band. Bassist Tony Garnier achtet auf jede Geste des Chefs und die eingespielte Band mit Schlagzeuger George Recile, Gitarrist Charlie Sexton und Multiinstrumentalist Donnie Herron ist stets präsent. Wenn Dylan seine Band von der Leine lässt, dann hebt das Dach ab und die schreckliche Schwabenhalle wird zum intimen Club. Dylan selbst hackt auf dem Klavier herum und – oh Wunder – entlockt dem Instrument immer wieder zarte Töne. Er startete als Rock‘n Roller und er ist ein Rock‘n Roller mit wahnsinniger Spielfreude. 

Das Bühnenset in Augsburg.

Das Bühnenset in Augsburg.

Neben der Bühne steht wie seit langem der Oscar, den Dylan für Things Have Changed erhalten hat, davor die Büste vom Temnpest-Cover. Es handelt sich um eine Figur aus dem Pallas-Athene-Brunnen, der sich vor dem österreichischen Parlamentsgebäude befindet. Die Frau symbolisiert die Moldau, geschaffen von Carl Kundmann.

Die Setlist in Augsburg war bekannt. Vorbei die Zeiten als Dylan sein Werk spontan erstellte. Things Have Changed; It Ain’t Me, Babe; Highway 61 Revisited; Simple Twist Of Fate; Cry A While; When I Paint My Masterpiece; Honest With Me; Tryin’ To Get To Heaven; Scarlet Town; Make You Feel My Love; Pay In Blood; Like A Rolling Stone; Early Roman Kings; Don’t Think Twice, It’s All Right; Love Sick; Thunder On The Mountain; Soon After Midnight; Gotta Serve Somebody; Zugabe: Blowin’ In The Wind; It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry. Am Ende gemeinsame Verbeugung und Abgang – natürlich wieder kein Wort zu uns schnöden Publikum. 

Nach der Show dann große Diskussionen unter uns Fans. Vor der Halle trat dann noch TheBoband auf, ein Dylan-Imitator, der für ein wenig Stimmung auf dem Nachhauseweg sorgte. Die Leute klatschten mit, freuten sich. Einige waren dankbar, endlich wieder ihr Smartphone zücken zu dürfen und filmten mit – ich einschließlich. 

 

Übrigens: Am 7. Juni 2019 erscheint die 14 CD-Box zur Rolling Thunder Tour und ein paar Tage später der Martin Scorsese-Film zur Tour auf Netflix. Wir dürfen gespannt sein. Beide Termine sind bereits im Kalender eingetragen. 

Konzertkritik: Steve Hackett in der Tonhalle München 2019

25. April 2019
Steve Hackett in der Münchner Tonhalle 2019.

Steve Hackett in der Münchner Tonhalle 2019.

Denke ich an britische Ausnahmegitarristen, kommen mir sofort die Namen Clapton, Fripp, Blackmore, Howe, Page oder Beck in den Sinn, Steve Hackett vergesse ich immer wieder. Das ist ein schwerer Fehler, wie der jüngste Auftritt des 69jährigen Musiker in der Münchner Tonhalle zeigte. 

Steve Hackett gehört ganz vorne in die erste Liga der Rockgitarristen. Was er musikalisch bei seiner Show in München ablieferte, war für mich als Prog-Fan ein klares Statement für gute Musik. Die Show teilte sich in zwei Teile. Der erste Part war Musik von Steve Hackett als Solo-Künstler, wobei mir die Aufnahmen aus dem Album Spectral Mornings von 1979 am besten gefielen. Irgendwie hatte ich gehofft, mal wieder  When the Heart Rules the Mind von GTR zu hören, dass ich bei meinen einzigen GTR-Konzert in meiner Jugend in München hörte, aber das war wohl zu kommerziell. Die Show wurde immer wieder mit Statements von Hackett zum anstehenden Brexit kommentiert. Aufkleber an den Keyboards mit FCK Brxt und entsprechende T-Shirts unterstützen diese Statements. 

Ein Ausnahmegitarrist.

Ein Ausnahmegitarrist.

Nach der Pause wusste ich wieder, warum ich die frühen Genesis zu meinen Lieblingsbands zählte. Es wurde Selling England By the Pound präsentiert, sein Lieblingsalbum von Genesis, wie Hackett einstmals sagte. Als Zugabe gab es unter anderem Deja Vu, ein Genesis-Song, der es damals nicht auf das Album geschafft hatte. Und auch Dance on a Volcano, von A Trick of the Tail, das erste Album ohne Gabriel.

Es tat gut, solche Musik wieder mal live zu hören. Der 69jährige beherrscht sein Instrument, seine Band ist hervorragend eingespielt. Vor allem Nad Sylvan ist außergewöhnlich. Vom Aussehen her ein gealterter David Coverdale, aber eine Wahnsinnsstimme. Ich musste immer wieder hinschauen, ob sich nicht doch ein früher Peter Gabriel auf die Bühne verirrt hatte.

Den einzigen Vorwurf, dem man Steve Hackett und seinen Mannen machen kann: Das war eine wunderbare Nostalgie-Show an vergangene Zeiten. Aber genau das wollte ich ja. Tolles Konzert Mr. Hackett. 

P.S. Danke an Björn Eichstädt für die Vermittlung der Eintrittskarte.

Persönlicher Nachruf an Martin Böttcher und seine Winnetou-Musik

22. April 2019
Die Old Shatterhand Melodie von Martin Böttcher war 17 Wochen in den deutschen Charts.

Die Old Shatterhand Melodie von Martin Böttcher war 17 Wochen in den deutschen Charts.

Als Kind liebte ich sie, als Jugendlicher lehnte ich sie ab und heute sind sie mir eigentlich egal, die Winnetou Filme der Sechziger Jahre. Was ich aber immer mochte, war die einzigartige Musik zu diesen Filmen. Jetzt verstarb im Alter von 91 Jahren der große deutsche Filmkomponist Martin Böttcher. 

Seine Melodien werden uns immer in Erinnerung bleiben. Ich habe aus meinem Archiv die Single von Martin Böttcher mit der Old Shatterhand Melodie geholt und habe sie gespielt. Toller Sound, tolle Melodie – einfach großartig. 

Böttcher selbst sollte im Zweiten Weltkrieg Kampfpilot auf der neuartigen Komet werden, kam aber nicht mehr zum Einsatz. In der Kriegsgefangenschaft spielte er Gitarre, entdeckte den Jazz und später entdeckte in das Orchester des NDR. Der große deutsche Nachkriegsfilmproduzent Artur Brauner holte Martin Böttcher zum Film. Bereits seine zweite Filmmusik zu „Die Halbstarken“ 1956 schlug ein. Später verpflichtete ihn Horst Wendlandt für seine Edgar Wallace und anschließend für die Winnetou-Filme. Beide Filmreihen verschlang ich als Kind. Die Musik von Martin Böttcher bliebt uns dabei immer im Ohr. Danke für die Musik. Und ich hab gleich noch  Die Große Karl May Soundtrack-Box bestellt, weil die Musik wirklich gut ist. 

Record Store Day und ich kann mich nicht aufraffen

13. April 2019

Heute ist also der Record Store Day. An diesem Tag sollen wir alle in die kaum vorhandenen Schallplattenläden laufen und sie durch einen Kauf einer oder mehrerer Vinyl-Scheiben unterstützen. Eine schöne Idee, um den Handel zu fördern. 

Ich selbst überlege mir, eine besondere Dylan-Scheibe zu erwerben. Blood On The Tracks – Original New York Test Pressing. Mal sehen, ob ich mich aufraffen kann. Und dann gibt es noch die Doppel-LP „Made In Germany – Private Recordings“ mit seltenen Aufnahmen von Elvis Presley. 

Der erste Record Store Day fand am 19. April 2008 in den USA statt. Metallica fand sich im Plattenladen „Rasputin Music“ in San Francisco ein und quatschte mit den Fans. Die Idee, einen Tag für den Schallplattenladen durchzuführen, kam bei den Leuten ganz gut an und heute sind es weltweit 3000 Stores, die an diesem besonderen Tag ihre schwarzen Scheiben anbieten. 

In Berlin gekauft: Eine Schallplatte des deutschen Filmkomponisten Rolf Wilhelm.

Vinyl nimmt bei mir zu Hause nur eine Randerscheinung ein. Ich habe meinen alten Schallplattenspieler wieder aufgebaut und ab und zu höre ich noch Vinyl. Der Kauf von Vinyl ist bei mir fast eingeschlafen. Ich kaufe nur noch Picture Disc von bestimmten Soundtracks, ich ich aber nicht anhöre, sondern ins Archiv stelle – fragt besser nicht warum. Dann habe ich eine Rock o La in der Küche stehen, die allerdings im Moment einen Defekt hat. Hier mag ich es, Singles meiner Jugend zu hören. Ab und zu kaufe ich mir noch Singles. 

In Berlin habe ich mich hier nett unterhalten.

Den Hype um Vinyl kann ich nicht nachvollziehen. Ich bleibe erst mal bei der CD, nutze Apple Music. Aber neulich in Berlin habe ich wieder einen Schallplattenladen besucht und mir einen Score von Rolf Wilhelm gekauft. Ich habe zwei, drei Stunden in den Laden City Music im Untergeschoss des Europa-Centers verbracht und ein wenig mit dem Mitarbeiter gequatscht. Das erinnerte mich an meine Jugend beim Sound in FürstenfeldbruckSound in Fürstenfeldbruck, das schon lange geschlossen hat. 

Für meine Rock o La kauf ich noch Singles.

Für meine Rock o La kauf ich noch Singles.

Die erste Vinyl-Schallplatte im 12″-Format wurde übrigens 1931 veröffentlicht. Es handelte sich um Beethovens Fünfte in der Version des Sinfonie-Orchesters Philadelphia, unter der Regie von Leopold Stokowski, die zuständige Plattenfirma war RCA Victor. 1948 veröffentlichte Columbia Records die erste Platte mit 33 1/3 Umdrehungen, es war Mendelssohn.

Anschauen: Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains in Dortmund

7. Februar 2019

Die Reise zur großen Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains war eine Reise in meine Vergangenheit. Ich hörte als Jugendlicher den Sound der britischen Supergroup und höre die Musik noch immer gerne. 

Da war es quasi Ehrensache mich von München nach Dortmund aufzumachen und der Ausstellung im Dortmunder U einen Besuch abzustatten. Zur Einstimmung kaufte ich mir vor Reiseantritt den umfangreichen Ausstellungskatalog, um die Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains noch besser genießen zu können. 

5,2 Millionen Euro Kosten für Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains

Und ich muss sagen: Die ganze Sache hat sich als Pink Floyd Fan durchaus gelohnt, obwohl die Verantwortlichen der Stadt Dortmund nicht glücklich sein können. 1,7 Millionen Euro Verlust hat die Stadt im vergangenen Jahr mit Ausstellungen gemacht, wobei der Großteil der Verluste auf die Pink Floyd-Ausstellung entfallen dürfte. 5,2 Millionen Euro hat die Ausstellung gekostet und die Kosten werden wohl nicht eingespielt. Am 10. Februar 2019 endet Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains und eine Verlängerung ist wohl so gut wie ausgeschlossen. Also wer noch Interesse an Pink Floyd hat, der sollte sich ins Dortmunder U begeben und die Wartezeit bis zu drei Stunden am Wochenende auf sich nehmen. Die ganze Sache lohnt sich meiner Meinung nach. Kultur ist in diesem Fall ein Zuschussbetrieb – oder anders ausgedrückt: Die Gier der Lizenzinhaber ist extrem hoch. Die Millionäre von Pink Floyd werden durch Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains noch reicher.

Eindrucksvolle Exponate in Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains

Zur Ausstellung selbst: Ich drehte dreimal meine Runde durch die verschiedenen Räume. Einmal, um mir einen Überblick zu verschaffen, einmal um mir die Exponate, Filme und Tafeln genauer anzuschauen und einmal um ganz tief in Pink Floyd einzutauchen und die musikalische Reise in meine Jugend zu genießen. Die ersten beiden Runden hatte ich das kostenlose Audiosystem der Ausstellung auf dem Kopf, das mir Erklärungen zu den Räumen und den Exponaten gab. Bei meiner dritten Runde hatte ich meine Musik von Pink Floyd im Kopfhörer des iPhone und wurde von der Musik mitgerissen. 

UFO und Syd Barrett 

Start der Ausstellung Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains sind die Sechziger Jahre in London. Pink Floyd war der Star im Underground-Club UFO. Heute sieht man von dem Club in der 31 Tottenham Court Road in London nichts mehr. Ich war einmal da und es gibt nichts mehr zu sehen. Eigentlich spielte die Band dort nur zwölfmal, aber es reichte für den Kultstatus. US-Band dieser Zeit sind vielleicht spieltechnisch auf ihren Instrumenten besser, aber Floyd waren innovativer und reicher an Improvisationen. Und immer wieder stößt man auf Syd Barrett. Auch diese Ausstellung zeigt, welches Mastermind er war – und wie er endete. Ob es die Drogen waren oder die Widerwilligkeit dem Musikbusiness zu dienen, kann ich nicht beurteilen. Barrett wurde durch Gilmour ersetzt und Pink Floyd machten Karriere.

Instrumente und Technik 

Die Ausstellung zeigt Fotos, Plakate, Zeitungsartikel aus den Anfängen. Musiker werden von den Equipment der Band begeistert sein. Es gibt Instrumente zu sehen, wie Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboards sowie verschiedene technische Geräte für den Sound, mal Stereo, mal Quadrophonie. Einfache Diaprojektoren sorgten für die psychedelische Stimmung – wie einfach und wirksam die Effekte waren. Die Band trat in den Hintergrund, die Musik und deren Wirkung in den Vordergrund. 

 

The Dark Side of the Moon

Die ersten Alben werden in der Ausstellung zusammengefasst, aber ab Dark Side of the Moon bekommt jedes Album seinen Raum. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es nicht so viel Material aus den Anfängen gibt. Drummer Nick Mason hat seine Hütte aufgeräumt und viel zur Ausstellung beigesteuert – sehr nett sind dabei die Rüschenklamotten der guten alten Zeit. 

Dark Side of the Moon bekommt die Würdigung, das dieses großartige Album verdient. Hier stimmte einfach alles und ich kann nicht sagen, wie oft ich diese Musik gehört habe. Das Album selbst war ja mal im Weltall und ich hatte darüber geschrieben. Durch Dark Side entdeckte ich die Musik von Alan Parsons, der mit APP jahrelang zu meinen Favoriten zählte. 

 

Später kam ein Raum zu Wish you where here. Hier entdeckte ich das Foto von Syd Barrett wieder und habe auch darüber geschrieben. Minutenlang habe ich mir das Foto angesehen und die Musik von Shine on your Crazy Diamond angehört. Die Fotosession vom Cover war damals ohne Photoshop möglich. Hier waren die Originalabzüge zu sehen. 

Tierisch in der Höhe 

Animals wurde musikalisch rauher. Der Punk lag in der Luft und griff die Art-Rocker frontal an. Das Album Animals war nicht so verkünstelt, vermittelte mehr Bodenhaftung.

Und natürlich gab es die Geschichte vom fliegenden Schwein zu sehen und zu lesen, das sich über dem Kraftwerk losgerissen hatte und den Flugverkehr von London bedrohte. Übrigens, die Schafe waren auch zu bewundern. Pigs on the Wing war ein wunderbarer Einstieg in diese Schallplatte. Und der Text war damals richtig richtig böse. 

The Wall, Final Cut und viel Selbstmitleid

Und dann kamen The Wall und Final Cut – im Grunde kam da Roger Waters pur. Es gab die Marionetten zu sehen, das Bühnenset der Show und es wirkt noch immer. Die Wand zwischen Publikum und Band, der Song über Erziehung kam sofort wieder in Erinnerung. Stark beeindruckt haben mich die (Toten-)Masken der Musiker, die auf dem späteren Live-Album von the Wall zu sehen war – Is there anybody out there? 

Als ich mich auf den Boden setzte und mir ein Gruppenbild von Schülerinnen und Schülern samt einkopierter Band ansah, maulten mich Besucher an, weil ich ihnen die Sicht nahm. Das Foto hätte gerne höher hängen können.  

Ich stellte mich in die Mitte des Ausstellungsraumes und erinnerte mich, dass 1980 die Show in der Dortmunder Westfalenhalle stattfand. Ich war zwölf Jahre alt und bekam eine Eintrittskarte. Aber meine Eltern erlaubten es nicht, dass ich zu Pink Floyd fuhr. Sie wollten mich nicht begleiten und alleine durfte ich mit der Bundesbahn nicht fahren. So musste ich meine begehrte Karte verkaufen und besserte mein Taschengeld erheblich auf. Damals ärgere ich mich tierisch, dass ich The Wall von Pink Floyd nicht live in Dortmund gesehen habe. Jahre später sah ich Roger Waters mit The Wall in Frankfurt – eine geile Show und nach all den Jahren des Ärgers bin ich nun versöhnt.

Viele mögen The Final Cut nicht und im Grunde war es ein Roger Waters Solo-Album mit Teilen von Pink Floyd als Gastmusiker. Ich genoss damals das Album, kaufte mir auch eine VHS-Videokassette mit den Musikclips, die irgendwo im Archiv liegt. Wenn ich in einer Stimmung des Selbstmitleids bin, höre ich das Album noch immer gerne. 

Das Trio 

Pink Floyd ohne Roger Waters war für mich nicht mehr das Original. Ich kaufte zwar noch die Alben des Trios und es gab wieder und wieder wunderbare Momente, aber ich griff eher zu den alten Sachen.

Die Räume der späten Alben waren gefüllt mit eindrucksvollen Sets: Das Bett, die Menschen mit den Glühbirnen, die Statuen. 

Das Konzert von Live 8 

Dann der Schluss: Es gab einen Raum mit einer Videoprojektion mit einem Ausschnitt des Live 8-Konzerts bei dem Pink Floyd zu viert wiedervereint auf der Bühne zu sehen war. Leider und für mich unverständlich gab es nicht den gesamten Auftritt zu sehen, der bisher nie als offizielles Album erschienen ist. Wahrscheinlich hatten die Ausstellungsmacher die Angst, dass sich die Besucherinnen und Besucher niederlassen und das ganze Konzert anschauen würden. Ich hätte es zumindest gemacht, denn es wäre ein schöner Abschluss meines Tages in Dortmund gewesen. So gab es nur ein Lied und das In-Arm-Nehmen der kompletten Band – ein toller Anblick, wenn Roger Waters und Kollegen ihre Streitigkeiten ruhen lassen. 

 

Was bleibt sind Erinnerungen

Nun, Pink Floyd ist Geschichte: Waters, Mason und Gilmour versorgen uns mit Solo-Projekten. Wright und Barrett sind verstorben. Zurück bleibt die Erinnerung an eine eindrucksvolle Band und ich danke der Stadt Dortmund, dass sie die Ausstellung trotz finanzieller Verluste nach Deutschland gebracht haben. Wer bis 10. Februar noch Zeit findet, sollte handeln und die Ausstellung Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains im Dortmunder U besuchen – oder zumindest den Katalog kaufen. Den gibt es im Shop und natürlich auch hier Pink Floyd: Their Mortal Remains.

 

Rundgang durch den Merchandising-Shop von The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains

2. Februar 2019
Ein Schwein zum Kuscheln - Animals von Pink Floyd.

Ein Schwein zum Kuscheln – Animals von Pink Floyd.

Zu jeder Ausstellung gehört ein guter Shop mit Merchandising-Produkten. Das ist bei der bis Mitte Februar 2019 laufenden Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains in Dortmund ebenso. Nach der Ausstellung, rein in den Shop und raus mit der Kohle.

Vor ein paar Jahren hätte ich so einen Shop mit Devotionalien der britischen Supergruppe leergekauft. Heute habe ich kaum etwas gefunden, was aber nicht heißt, dass es nichts zu kaufen gibt. Ich bin vielleicht etwas nüchterner.

Was gab es alles zu sehen? Beginnen wir mit den Tonträger. Es gibt viele klassischen Pink Floyd Alben auf CD und Vinyl – brauch ich nicht, hab ich schon und zwar in verschiedenen Ausgaben. Aber es gibt keine besonderen Geschichten und keine Solo-Alben. Im Zeitalter von Amazon verzichte ich auf den Kauf der Alben und eigentlich hab ich schon alles bis auf eine Syd Barrett Radioaufnahme. 

Sehr schön die unglaubliche Vielfalt von T-Shirts und Hoodies, die alle Schaffensperioden der Band als Motiv zeigen. Leider oder Gott sei Dank war meine Größe nicht mehr dabei. Und T-Shirts habe ich genug. Ich würde ein Pink Floyd-Shirt nur noch bei einem Konzertbesuch der Band tragen, aber dazu wird es aus verständlichen Gründen nicht mehr kommen. Syd Barrett und Richard Wright sind verstorben, die Starrköpfe Waters und Gilmour streiten seit Jahren. Dann gibt es schöne Schals und Baby-Strampler, die ich auch nicht brauche. Für kleines Geld sind Buttons und Schlüsselanhänger, für etwas mehr Geld Tassen und Gläser und sogar Kuschelschweine (der Animals-Fan kennt sich aus) sowie Strandtücher zu haben. Was ich vermisst habe, sind Filme der Band. Kein Pompeij, kein Cyrstal Surfer, kein Wall, kein Final Cut, kein Pulse – das war enttäuschend.

Interessiert schaute ich mir die Nachdrucke von alten Tourprogrammen an. 10 Euro das Stück sind wohl billiger als aktuelle Programme – aber es sind halt Nachdrucke und würden bei mir nur ins Archiv wandern. Also hab ich die schönen Produkte in Dortmund gelassen

Dann gab es die Alben als Poster. Da schaute ich schon etwas konzentrierter hin. Die Cover der Pink Floyd Alben sind ja ein Hingucker. Storm Thorgerson hat ganze Arbeit geleistet. Aber die Alben hab ich zu Hause und wenn ich mir ein Album aufhängen will, kommt das Cover in einen Ikea Rahmen mit Namen Lomviken und fertig.

Die Litho von Atom Heart Mother hätte ich gerne erworben.

Die Litho von Atom Heart Mother hätte ich gerne erworben.

Aber dann sah ich etwas, was mich als Fan nervös machte. Lithografien der Alben mit der Originalunterschrift von Storm Thorgerson. Das wäre etwas für mich. Die Drucke sind limitiert, was den Wert steigern lässt. Ich habe Drucke gesehen von Meddle, Ummagumma, A Momentary Lapse of Reason und Atom Heart Mother. Gerade der Abzug der Kuh von Atom Heart Mother hatte es mir angetan. Kostenpunkt 1450 Euro – leider war meine Frau in Dortmund nicht von der Partie, denn solche Investitionen in Kunst fälle ich nicht alleine. Ich schickte ihr zwar eine SMS samt Foto, bekam aber keine Antwort, was wohl Antwort genug ist. 

Also wer Zeit hat, soll sich bis Mitte Februar die Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains ansehen.

Noch bitte bis Mitte Februar 2019 in Dortmund ansehen.

Noch bitte bis Mitte Februar 2019 in Dortmund ansehen.

Deutschlandpremiere: Der Golem, wie er in die Welt kam mit Klavierbegleitung von Richard Siedhoff

30. Januar 2019

Der expressionistische Stummfilm ist eines meiner Hobbys. Und dieses Hobby führte mich nach Berlin in die Deutsche Kinemathek, wo im Arsenal-Kino die Berlin-Premiere des Klassikers Der Golem wie er in die Welt aufgeführt wurde. Dabei traf ich auf Richard Siedhoff, der den Film von Paul Wegener am Klavier live begleitete. Nach der Aufführung trafen wir uns zusammen mit Oliver Hanley von der Filmakademie Babelsberg Konrad Wolf beim Bier und interessanten filmhistorischen Geschichten. 

Eine neue restaurierte Version von Paul Wegeners Der Golem, wie er in die Welt kam.

Eine neue restaurierte Version von Paul Wegeners Der Golem, wie er in die Welt kam.

Bisher gab es vom Golem nur verstümmelte Fassungen. Immer wieder wurde an dem Film herumgedoktert. Wegener drehte drei Golem-Filme, wobei die dritte Version „Der Golem, wie er in die Welt kam“, die wichtigste ist. Von den anderen beiden existieren nur Standfotos. Nun wurde der Golem-Film aufwändig restauriert. Die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung bringt den Film Der Golem, wie er in die Welt kam im März auf Bluray raus und diese Version wurde in Berlin einem begeisterten Publikum gezeigt. 

Stummfilmpianist Richard Siedhoff begleitete den Golem am Klavier.

Stummfilmpianist Richard Siedhoff begleitete den Golem am Klavier.

Allerdings: Es wird an einer zweiten restaurierten Version im Münchner Filmmuseum gearbeitet. Deren Veröffentlichungstermin ist noch unklar. Ich hoffe mal auf das Jahr 2020, wenn der Stummfilmklassiker seinen 100. Geburtstag feiert. Das Besondere der längeren Version des Münchner Filmmuseums: Er enthält die Originalmusik von Hans Landsberger, die als verschollen galt. Bei seinen Recherchen entdeckte Stummfilmpianist Richard Siedhoff die Partitur und möchte die Filmmusik für das Münchner Filmmuseum mit großem Orchester einspielen. Die Filmmusik von Hans Landsberger muss unheimlich komplex sein. Die Leitmotive der Figuren sind ineinander verwoben. Bisher existierten nur euphorische Kritiken aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowie ein Programmheft mit Noten-Auszügen.

Eine filmhistorische Sensation. Richard Siedhoff entdeckte die verschollen geglaubte Partitur von Hans Landsberger.

Eine filmhistorische Sensation. Richard Siedhoff entdeckte die verschollen geglaubte Partitur von Hans Landsberger.

Aber Siedhoff entdeckte die Originalnoten. Wo, wollte er nicht verraten. Er arbeitet an einem wissenschaftlichen Aufsatz für die Filmakademie Konrad Wolf und wird dort sicherlich das Geheimnis lüften. Ich bin gespannt, wie sich die Musik anhört. Siedhoff schwärmte in meinem Gespräch von der Musik von Landsberger. Der jüdische Komponist Hans Landsberger selbst ist verschwunden. Er starb 1941 in deutscher Gefangenschaft. Ob er sich selbst ermordete oder ob ihn die Nationalsozialisten ermordeten ist unklar. An der Musik Landsbergers orientierte sich die Montage der Münchner Version des Golems, die längerer sein wird als die Version der Murnau-Stiftung. In der Murnau-Version enden Szenen abrupt oder Personen springen. Die Münchner-Version soll rund 6 Minuten länger sein als die Murnau-Version. Bei Bier und Pizza sprachen die Filmexperten über den Film und lüfteten ein paar Geheimnisse:

Kommentar: Was soll das?

Für mich als Filmfan ist es absolut unverständlich, warum beide Institutionen Murnau-Stiftung und Münchner Filmmuseum nicht im Sinne der Kunst zusammenarbeiten können. Ich hätte nichts gegen eine Deluxe-Version mit beiden Versionen, um zu vergleichen. Warum muss jeder sein eigenes Süppchen kochen? Für uns Filmfreunde bedeutet dies, den Film zweimal zu kaufen und dann zu vergleichen. Ich vermute kommerzielle Interessen, aber kenne freilich keine Details. Mal ehrlich: Als ob der Golem kommerziell ein Renner wird. 

Golem in 4K 

Auf jeden Fall freute es mich, den Golem in einer fast perfekten 4K-Version zu sehen. Ein paar Szenen waren beschädigt – die sollen in der Münchner Fassung dagegen perfekt sein. Die Filmreihe Filmspotting startete 2019 mit Paul Wegeners Stummfilmklassiker „Der Golem, wie er in die Welt kam“ aus dem Jahr 1920. Ausgehend von einem in der cinémathèque royale de belgique, Brüssel, wieder entdeckten Originalnegativ erstellte die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung eine in 4K-Auflösung visuell optimale Restaurierung der ursprünglichen Farbfassung. Diese erlebte bei den vergangenen Internationalen Filmfestspielen von Venedig ihre Premiere und war bei meinem Berlin-Besuch erstmals in Deutschland zu sehen. Wenn ich ehrlich bin, gab es schon eine nichtöffentliche Aufführung bei der Hochschule Konrad Wolf. Die musikalische Interpretation der Originalmusik übernahm der Stummfilmpianist Richard Siedhoff, der an der Rekonstruktion der ursprünglichen Partitur gearbeitet hat. Siedhoff ist Composer in Residence des Metropolis Orchesters Berlin.

Oliver Hanley von der Filmakademie Babelsberg Konrad Wolf hielt im Arsenal-Kino den Einführungsvortrag zum Film.

Der Inhalt des Films 

Der Inhalt: Prag im 16. Jahrhundert: Der Rabbi Löw erschafft den Golem, einen Lehmriesen, um ein prophezeites Unheil von seiner Gemeinde abzuwenden. Doch der Golem lässt sich nach vollbrachter Rettung nicht mehr beherrschen und zündet das Ghetto an. Diese Verfilmung der jüdischen Legende gehört zu den Klassikern der Stummfilmära. Die Kulisse (entworfen von Hans Poelzig), die Lichtführung und die Figur des Golems waren bahnbrechend und beispielhaft für das Genre. 

 

Persönliches Highlight der Dortmunder Pink Floyd-Ausstellung The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains

16. Januar 2019
Nach Dark Side nun Wish you were here.

Nach Dark Side nun Wish you were here.

Die meisten Besucher der Pink Floyd-Ausstellung „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains„ in Dortmund hatten das Polaroid wohl übersehen oder wenn sie es gesehen haben, dann übersahen sie die Wichtigkeit des Schnappschusses für die Band. Es zeigt einen dicklichen, glatzköpfigen Mann. Es zeigt das einstmals geniale Mastermind von Pink Floyd Syd Barrett. Immer wieder habe ich von der Situation in zahlreichen Dokumentationen und Biographien über die britische Supergroup gelesen. Aber jetzt habe ich die Fotografie zum ersten Mal mit meinen eigenen Augen gesehen. Für mich als Fan der Band ein erhebender Augenblick. 

Wer ist das? Ein völlig veränderter Syd Barrett - endlich die legendäre Aufnahme und mein Highlight der Ausstellung.

Wer ist das? Ein völlig veränderter Syd Barrett – endlich die legendäre Aufnahme und mein Highlight der Ausstellung.

Es war zu den Aufnahmen des Albums Wish You Were Here, der Nachfolger des wichtigen Albums The Dark Side Of The Moon. Im Juli 1975 entschied sich die Band in Erinnerung an ihr Gründungsmitglied Syd Barrett den Song Shine on your Crazy Diamond aufzunehmen. An diesem Tag bekam Pink Floyd Besuch von Barrett bei ihrer Aufnahmesession in den Abbey Road Studios. Doch Barrett war nicht als solcher mehr zu erkennen. Gitarrist David Gilmour fragte bei Schlagzeuger Nick Mason nach, wer denn der seltsame Besucher sei, der sich im Studio herumtrieb. Mason erkannte den völlig veränderten Syd Barrett, aufgequollen und ohne Haare. Barrett war einst gertenschlank, hatte volles lockiges Haar, aber er hatte auch ein Problem mit Drogen, was  im März 1968 zum Ausstieg bei Pink Floyd führte. Zudem war er nicht bereit, nach den Regeln des Musikbusiness zu handeln. Dave Gilmour stieg bei Pink Floyd stattdessen ein und der Rest ist Geschichte. 

Nun stießen die Freunde wieder aufeinander. Nick Mason ist der Schnappschuss zu verdanken, der in Dortmund im Raum von Wish you were here ausgestellt ist. Als Pink Floyd-Fan bin ich sehr dankbar über dieses Ausstellungsstück.