Archive for the ‘Medien’ Category

So klappt es mit der Facebook-Anzeige: Tipps & Tricks für mehr Klicks

5. September 2013

Wie müssen Facebook-Anzeigen aufgebaut sein, damit sie Erfolg haben? Diese Frage interessiert alle Marketingmenschen, die Anzeigen im größten sozialen Netzwerk der Welt schalten wollen. Adobe hat Untersuchungen gemacht und die Ergebnisse in einer Grafik zusammengetragen. Fazit: die Darstellung von Personen, die Wahl des Hintergrunds und selbst der Blickwinkel haben allesamt Auswirkungen auf den Erfolg von Facebook-Anzeigen – das ergab eine Auswertung von über 1.700 Anzeigen, die mit Adobe Media Optimizer im September und Oktober 2012 in Europa, den USA, Australien und Asien geschaltet wurden. Die Anzeigen sind zwar ein Jahr alt, aber die Studie wurde jetzt erst veröffentlicht.

Beworben wurden darin Produkte und Dienstleistungen aus unterschiedlichen Branchen. Bei jeder Anzeige untersucht wurden Impressions und die Klickrate, außerdem demografische Daten zu den Personen, die die Anzeigen angeklickt haben (Geschlecht, Alter, Standort etc.).

Adobe kommt zu folgendem Ergebnis: “Wenn Personen abgebildet sind, wird zum Beispiel häufiger geklickt. Interessant hierbei: Sind Frauen dargestellt, verdoppelt sich die Klickrate im Vergleich mit der Abbildung von Männern.”

Beim Hintergrund verspricht eine gleichmäßige Farbfläche den größten Erfolg. Aber Achtung: Die Wahl der Farbe macht einen deutlichen Unterschied. Lila und Gelb bringen hier die meisten Klicks. Auch Blickwinkel und Bildeinstellung beeinflussen die Wirksamkeit einer Anzeige: Nahaufnahmen von Produkten und Personen sorgen hier für die höchste Klickrate.

Die Aussagen gibt es in einer schönen Grafik zusammengefasst:

Adobe_Auswertung Facebook-Ads

Familie im Zombie-Fieber

24. August 2013

Ich kann nicht gerade von mir behaupten, dass ich ein großer Fan von Zombies bin. O. K., ich habe in den achtziger Jahren die Klassiker von George A. Romero gesehen und mich mit neuesten Entwicklungen in Sachen Gore auf dem Laufenden gehalten. Die humorvolle Darstellung des Zombie-Themas hat mir nicht so gelegen, wie ich auch gebloggt habe.

spiel

Doch im Moment ist ein Teil unserer Familie dem Zombie-Virus erlegen. Im Grunde begann es mit K1, der auf dem iPad das Spiel Pflanzen versus Zombies spielen wollte. Und so startete beim heimischen Abendessen die große interfamiläre Zombie-Diskussion nach dem Motto: Was setzt man gegen Zombies ein? Das gefiel mir zunächst gar nicht: ich kannte ja noch die blutigen Filme aus den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Aber K1 nähert hat sich dem Thema völlig unvoreingenommen. Sicherlich, er wird diese Filme von Romero oder Lucio Fulci die nächsten zehn Jahre nicht sehen dürfen. Aber das Spiel, so muss ich zugeben, macht wirklich Spaß. Wir warteten sehnsüchtig auf die Fortsetzung von Pflanzen versus Zombies. In Australien seien, so K1, erste Exemplare des Spiels aufgetaucht. Jetzt gibt es den zweiten Teil auch bei uns.

Zombie-Film für Kinder. Im Kino lief die entschärfte Version.

Zombie-Film für Kinder. Im Kino lief die entschärfte Version.

Ich hab mich derweil den großen aktuellen Zombie-Roman Operation Zombie von Max Brooks gewidmet. Der Max ist übrigend der Sohn des großen Mel Brooks. Der komplett umgeschriebene Stoff lief in der Hollywood-Verfilmung World War Z gerade in den Kinos und hat mir Spaß gemacht. Gerade die Massenszenen mit den angriffslustigen Zombies wirken hervorragend. Auch der Zombiekampf im Flugzeug ist genau nach meinem Geschmack. Leider wurde das Ende in Moskau gedreht, aber nicht veröffentlicht, um eine Jugendfreigabe zu bekommen. Der Roman Operation Zombie  ist sehr viel nüchterner. Anhand von Gesprächsnotizen wird die Ausbreitung des Zombie-Viruses und die Gegenmaßnahmen der Menschen dokumentiert. Ich hatte den Roman an zwei Tagen im Freibad gelesen und kann ich empfehlen.

Als Legoverrückte Familie interessierten wir uns auch für den Zombie-Friedhof Lego 9465 Monster Fighters – Grabstätte der Zombies. Nachdem ich in den USA mal Anti-Zombie-Waffen für Lego gesehen hatte, sind Zombies nun auch bei Lego angekommen. K1 hat einen Zombie in seinem Set, der neben den Star Wars-Figuren steht. Wenn das keine Integration ist!

lego_Zombie

Sicherlich muss ich auch zugeben, dass ich auf die Veröffentlichung der nächsten Staffeln von The Walking Dead bei iTunes warte. Dass so eine Brutalität im deutschen Fernsehen läuft, hätte ich mir früher niemals denken lassen und hab auch darüber geschrieben. Aber die Zeiten ändern sich wohl. Zombie gehört heute zum allgemeinen Kulturgut und hat den Schrecken früherer Zeiten verloren. Was hatten wir uns die Köpfe heiß diskutiert, ob Romeros Zombie nun faschistoid sind oder nicht.

Zombies

Das gilt für die extrem erfolgreiche Comic Serie von The Walking Dead von Robert Kirkman umso mehr. Allerdings muss ich zugeben, dass mich eine andere Comics Serie deutlich mehr in den Bann gezogen hat. Es handelt sich um die französisches Comic Adaption Zombies von Oliver Peru und Sophian Cholet, die in der deutschen Übersetzung bei Splitter erschienen sind. Im Oktober erscheint der dritte Band. Die ersten beiden Bände war extrem fesselnd und äußerst negativ. Dann griffen die Autoren und Zeichner auf einen Trick zurück, der sich im Filmgeschäft bereits bewährt hat. Sie schufen ein Prequel zu der Serie und Splitter veröffentlichte es als Band 0. Selten hat mich ein Comic so gepackt.  Die jeweils 48 Seiten waren sehr gut erzählt und super spannend. Sie könnten als direkte Vorlage für eine Verfilmung dienen. Der Zeichenstil in düsteren, brauen Farben hat mir sehr gut gefallen.

Also vielleicht entwickle ich mich nun doch noch zu einem Zombie-Fan. Ich geh jetzt erst mal in den Keller und pack mir die italienischen Gore-Varianten in den DVD-Player. Dann reden wir weiter.

Jupp Darchinger- das fotografische Auge von Bonn

8. August 2013
Reise in vergangene Zeiten.

Reise in vergangene Zeiten.

Ende Juli  starb Josef Heinrich Darchinger im Alter von 87. Jahren. Wer im politischen Geschäft in Bonn tätig war, kannte seinen Namen, der Rest kannte seine Bilder. Er war für mich der Fotograf der Bonner Republik. Einmal auf einem Empfang in Bonn stand ich als junger Reporter zufällig neben dem alten Meister. Freilich kannte ich junger Kerl den Jupp nicht. Kollegen wiesen mich auf ihn hin und es war eine Ehre für mich, dass er sich ein paar Minuten mit mir unterhielt. Ich glaube, es ging um Kameramodelle.

Der Spiegel, für den Jupp Darchinger viel arbeitete nannte ihn “das Auge von Bonn“. Und Darchinger hatte schon einen besonderen Blick für das Wesentliche. Das politische Bonn war seine Spielwiese und er schoss Bilder, die Geschichte machten: Brandt mit seinem Kanzlerspion und immer wieder Helmut Schmidt. Mein Lieblingsbild war das Foto vom Honecker, der Schmidt zum Abschied ein Bonbon ins Zugfenster gab. Cooler Shoot.

Wirtschaftswunder2

Aber es gab noch einen anderen Darchinger als nur den politischen Fotograf. Er war Dokumentator einer längst vergangenen Zeit, die mir fremd war. Als ich meinen Eltern den wunderbaren Bildband Wirtschaftswunder von Taschen zeigte, waren sie sichtlich emotional berührt. So war das Leben in den 50er und 60er Jahren in der Ära Adenauer und Erhard. Da ich erst 1968 geboren bin, kannte ich den Wiederaufbau der Bundesrepublik nur aus Erzählungen meiner Eltern. Durch die Fotos von Jupp Darchinger bekam ich auch Bilder dazu in meinen Kopf. Der Mann hatte genau den richtigen Moment erwischt und das ohne großen Materialausschuss. Nicht wie heute im digitalen Zeitalter als meine Nikon 12 Bilder die Sekunde durchjagd. Jupp Darchinger hatte einen Schuss und der saß – das ist wahre Fotografie. Es gibt den Bildband Wirtschaftswunder in zwei Ausführungen für rund 10 Euro und für 750 Euro – ich liebe beide.

Jupp

Die Bilder hatten eine besondere Intensität. Seine Wirtschaftswunder-Fotos vermitteln Wärme und zeigen Aufbruch der jungen Bundesrepublik. Darchinger hatte das richtige Feeling und wie es Feininger nannte den fotografischen Blick. Für mich sind seine Fotos absolute Lehrbücher der Fotografie in den Bereichen Reportage und Portrait. In meinen Seminaren zeige ich gerne die Bilder von Jupp Darchinger und motiviere meine Seminarteilnehmer ihren fotografischen Weg zu gehen.

Wirtschaftswunder

Blockstöckchen – Bloggen? So mache ich das

4. August 2013

Mein Blogger-Freund Ludger Freese hat mir ein Blockstöckchen zugeworfen und ich hab es gerne angenommen. Er stellte mir ein paar Fragen, die ich hier beantworten. Viel Spaß beim Lesen.

Welcher Blogger-Typ bis du?

Als gelernter Journalist, der früher für Tageszeitungen und Fachzeitschriften tätig war, sind Blogs für mich eine klare Fortführung meiner journalistischen Arbeit. Wie kam es zu meinem Blog redaktion42.com? Ich gebe ja seit mehreren Jahren erfolgreich Seminare, unter anderem auch zum Thema Web 2.0. Dort zeige ich, wie sich die Welt verändert. Mit meinem Freund und Kollegen Thomas Gerlach saß ich vor fünf Jahren zusammen und wir kamen auch auf das Thema Blogosphäre zu sprechen. Uns war klar, dass wir nicht über Blogs referieren können, ohne wirklich dabei zu sein. Es gibt schon genügend Schwätzer, die über Sachen abstrakt philosophieren, ohne es zu praktizieren. Also – gesagt, getan. Wir beide gingen ans Bloggen. Doch was sollte der Inhalt sein? Wir beide verfolgten unterschiedliche Konzepte. Während der Kollege Gerlach zweimal die Woche zu speziellen Themen aus der Medien- und Internetbranche schreibt, versuche ich jeden Tag einen bunten Blogpost zu schreiben. Während seine Zielgruppe spitz und elitär ist, sollte mein Blog breit aufgestellt sein, er sollte vor allem Spaß machen. Daher wählte ich als Untertitel auch: Der Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange. Wie ursprünglich Blog als grass-roots movement schreibe ich eine Art Tagebuch: Ich schreibe über die Dinge, die mich bewegen, die mir auffallen, die ich erfahre. Nach fünf Jahren können wir feststellen: Mein Blog ist der erfolgreichere, hat eine deutlich höhere Reichweite. Es stellt sich heraus, dass sich die User gerne mit den alltäglichen Dingen im Netz beschäftigen, sich überraschen und unterhalten lassen und da sind sie bei mir an der richtigen Adresse.

Gerätschaften digital:

Seit 1984 ist es sind Apple-Geräte. Die aktuellen sind im ganzen Haus verteilt, der Rest im Museum. Momentan sind es MacBook Pro, zwei MacBook Air, Mac Pro, iMac und mehrere Mac minis. Zudem nutze ich iPhone 5 und iPad 4 als mobile Geräte. Als professionelles Fotoequipment nutze ich Nikon D3x und Fuji X100s, im Videobereich die großen Canon- und JVC-HD-Kameras. Ein neues Hobby von mir ist die GoPro Hero3 mit einer wahnsinniger 4k-Auflösung. Und ich habe Akkus wie den tizi Kraftprotz und Ladekabel dabei, weil ohne Strom geht es nicht. Zur Unterhaltung und Entspannung darf der Kindle nicht fehlen.

Gerätschaften analog:

Mein Lieblingsfüller, den ich nur zum Unterschreiben dabei habe. führe ich so dann und wann mit mir. Aber so viele Unterschriften muss ich dann noch nicht leisten. Aber im Ernst: Die Welt ist nicht schwarz oder weiß – nicht anlaog oder digital. Meine Welt ist grau oder im besten Fall bunt.

Arbeitsweise:

Als Tageszeitungsjournalist habe ich gelernt, allzeit bereit zu sein und in jeder Situation schreiben zu können. Aber um genügend Platz für die Familie zu haben, schreibe ich in der Regel für meinen Blog am frühen Morgen oder in der späten Nacht. Ich habe keine Angst vor dem Schreiben. Ich arbeite ich an verschiedenen Blogbeiträgen gleichzeitig. Mein Ziel ist es, jeden Tag einen Blogbeitrag zu veröffentlichen. Viele Beiträge sind geplant und auf den Tag abgestimmt. Natürlich kommen tagesaktuelle Ereignisse hinzu und werfen die ganze Planung über den Haufen. Aber das macht das Ganze wieder spannend.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Als Blog-Plattform nutze ich WordPress, unterwegs auf der WordPress App. Texte schreibe ich in Google Drive und mehr und mehr ging ich zum Diktieren über aufgrund einer ausgeheilten Augenkrankheit. Die Textdateien sind für meine Frau freigegeben, die meine erste Kritikerin ist.

Ich nutzte früher auch Posterous als Plattform, aber dieser Dienst wurde ja eingestellt und meine Daten zu WordPress migriert. Ich versuche für meine Blogs in der Regel eigene Fotos oder Videos zu nehmen. Dazu ist für mich YouTube eine hervorragende Plattform. Mein Kanal heißt dort redaktion42. Die Bildbearbeitung erfolgt klassisch über Photoshop am Rechner oder entsprechende Tools am iPad. Die Verbreitung geschiet über Twitter, Facebook, Xing, Linkedin, Pinterest und Google+. Die Twitterfeeds werden mehrmals am Tage in unterschiedlichen Varianten wiederholt. Um Kommunikation zu fördern kommentiere ich bei meinen Freunden und erweitere so meine Reichweite.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Meine Unterzeile des Blogs redaktion42.com lautet, das Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange, ich bin ein Reisender. Ich bekomme meine Idee aus dem Web, viel aus den sozialen Netzwerken und dem RL, einige Hinweise kommen über klassische PR-Mitteilungen und vieles kommt aus Gesprächen mit echten Menschen. Wenn ich auf Reisen gehe, vergeht keine Stunde und ich habe neue Themen, aber auch ein kleiner Spaziergang reicht aus. Ich empfehle allen Bloggern die Lektüre von Sigi Sommer.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick / Shortcut fürs Bloggen / im Internet?

Augen auf – die Themen liegen auf der Straße. Ich muss sie nur aufnehmen und daher ich muss mich trainieren, die Themen zu erkennen. Und das kenne ich noch aus der Zeit als ich mit der Schreibmaschine gearbeitet habe: Der Artikel ist im Kopf komplett geschrieben, bevor ich den ersten Buchstaben in die Tastatur tippe.

Aber ich musste auch feststellen, das Schreiben für einen Blog etwas anderes ist, als Schreiben für Papier. Ich liebe es früher für meine Leser zu schreiben. Aber: Ich will nicht über SEO-Maßnahmen philosophieren, aber natürlich ist Google heute einer meiner Hauptleser. Kurz und gut: ich musste meine Scheibe ändern und zwar komplett.

Das beginnt ganz einfach mit den Überschriften. Ich beherzige hier einfach mal die Tarzan Regel der Mainpost. Die Regel besagt: wenn der Text über Tarzan geht, muss Tarzan in die Überschrift. Als Printjournalist war ich es gewohnt, blumige Überschriften zu schreiben, die den Leser neugierig machen. Als Onliner, der auch für Google schreibt, muss ich klar schreiben, um was es in dem Post geht. Jeden Tag muss ich also die Gretchenfrage stellen. Schreibe ich schöne Texte für Menschen oder schreibe ich schöne Texte, die von Google gefunden werden? Am Ende ist das Leben wie immer ein Kompromiss.

Dann musste ich lernen, verstärkt auf visuelle Elemente zu setzen: also Bilder und vor allem Videos. Ging früher im Blogpost ohne Bild online, so sollte heute mindestens ein Bild und ab und zu ein Video dabei sein. Visuelle Elemente erhöhen die Aufmerksamkeit beim User und dann wird der Text auch gelesen

Benutzt du eine To-Do-List-App?

Ich habe mich von meiner Zettelwirtschaft verabschiedet. Früher hatte ich mehrere Zettel und Blöcke auf denen ich meine Notizen machte, um nichts zu vergessen. Ich führte lange To do-Listen und kam nicht zurecht. Ich verlor den Überblick.

Seit längerem habe ich damit aufgehört und führe nur noch eine einzige Liste. Damit behalte ich die Übersicht und weise das Chaos in die Schranken. Ich nutze toodledo, gekoppelt mit der Cloud, um auf jeden Endgerät die Daten snychron zu halten. Eines musste ich trotz der Technik lernen: Pack nicht zuviel in deinen Tag. Ich habe oft meine To do-Liste zu voll gepackt, so dass ich abends enttäuscht war, dass ich mein Pensum nicht geschafft habe. Das frustrierte und machte keinen Spaß. Das Übertragen von Aufgaben auf den nächsten Tag sollte nicht unbedingt zur Tagesordnung werden.

Also ganz wichtiger Tipp: Bleiben Sie realistisch. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und daher mute ich mir nicht mehr zuviel zu. Durch diese Listen kenne ich mein Leistungspensum. Das hat mich auch gelehrt, einmal nein zu sagen, wenn von außen mehr und mehr auf mich abgeladen wurde.

Außerdem musste ich meine persönliche Art von Projektmanagement erlernen. Oft standen früher in meiner Agenda ganz große Brocken, deren Bewältigung nicht an einem Tag zu schaffen war. Hier lernte ich ein großes Projekt in viele kleine Projektchen aufzuteilen, um tägliche Erfolgserlebnisse zu haben. Also klarer Tipp: Großer Brocken in kleinere Bröckchen aufteilen und schon läuft es besser.

Ich habe bei Kollegen gefragt, wie sie ihre Listen führen, wenn sie denn überhaupt eine führen: Die Ergebnisse waren unterschiedlich: Einer nimmt ein Schmierblatt, der andere ein Notizbuch, ein anderer seinen alten Palm und ich nehme die Cloud. Egal, was man nimmt, Hauptsache man nimmt es. Schließlich räumt diese Art von Aufgabenagenda wichtigen Speicherplatz im Gehirn frei. So ist es zumindest bei mir. Was ich aufgeschrieben habe, daran muss ich nicht jede Nacht denken. Diese To do-Listen ordnen meine Gedanken und damit kann ich  mich besser strukturieren und – ganz entscheidend – besser arbeiten.

Und wissen Sie, was das Schönste ist: Wenn eine Aufgabe erledigt ist, dann streiche ich sie mit Genuss durch. Ich glaube, die Psychologie nennt es Erledigungsfreude. Das gibt Motivation und Kraft für neue Aufgaben. Denn eines ist gewiss: Aufgaben gehen nie aus.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?

Im Grunde ist das iPad und die Cloud immer dabei und im Moment spiele ich viel mit der Fuji X100s herum, so dass sie auch ist. In hab den schicke braune Lederumhängetasche, darin sind die ganzen Geräte und Kabel, Stative untergebracht.

FujiX100s

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Nein, ich bin zwar einmalig, aber ich bin nicht irgendwo besser als andere. Ich kann gut schreiben, aber es gibt bessere Schreiber. Ich kann gut fotografieren, aber es gibt bessere Fotografen. Ich kann gut filmen, aber es gibt bessere Filmer. Aber ich kann katastrophal singen.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Wenn ich im Tunnel bin, nehme ich nichts wahr. Daher kann ich grundsätzlich überall arbeiten. Aber Musik ist enorm wichtig in meinem Leben. Ich liebe Bob Dylan, Beatles, Pink Floyd, ELP, Deep Purple und King Crimson. Im Moment höre ich auch wieder sehr viel Kraftwerk und Hank Williams, Johnny Cash und Towns van Zandt. Unterschätzt ist zudem immernoch der großartige Warren Zevon. Im Klassikbereich stehe ich auf Bach, Beethoven und vor allem Richard Wagner, letzteren nur musikalisch – nicht politisch.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?

Ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit schlafen. Sag mir, wenn ich schlafen kann und ich schlafe. Aber durch ein geregeltes Familienleben gehe ich in der Regel gegen 0 Uhr ins Bett und stehe um 6 Uhr wieder auf. Als Freiberufler gönne ich mir dann und wann einen Mittagsschlaf und das ist für mich total erholsam. Also weder Eule von Lerche.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Extrovertiert – keine Frage. Liegt vielleicht auch an meinen roten Schuhen. Aber als Journalist habe ich gelernt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Das ist als Blogger schon schwieriger. Und was ich auch lernen musste, ist die Personalisierung. Waren die Texte zunächst klassisch journalistisch geschrieben, wandelte sich die Sprache im Laufe der Zeit. Während es im klassischen Journalismus eine absolute Trennung der journalistischen Darstellungsformen gibt (zumindest in der Theorie), vermischt sich in meinem Blog die berichtende und kommentierende Form. Viele meiner Artikel enthalten heute eine klare Meinung von mir.

Diese Personalisierung spiegelt sich auch im Layout des Blogs wider. Hatte ich als Hauptbild früher ein nettes Foto von der GC aus Leipzig, wechselte ich es durch einen Porträtbild von mir aus. Und siehe da, die Zugriffszahlen und die Interaktion, sprich die Kommentare, stiegen. Wenn ich heute auf Veranstaltungen gehe, erkennen mich so manche Besucher. Das beste Beispiel war die re:publica dieses Jahr in Berlin. Als Journalist früher konnte ich unerkannt Veranstaltungen besuchen – das ist durch meinen Blog heute vorbei. Damit klar extrovertiert.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Thomas Gerlach

Monika E. König

Franz Neumeier

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Kant

kant

Noch irgendwas Wichtiges?

“Macht’s gut und danke für den Fisch” Douglas Adams

Filmen mit dem iPhone: Meine Ausrüstung

31. Juli 2013

Ich drehe immer mehr kleine Videobeiträge mit dem iPhone 5 und der GoPro Hero3. Die Qualität reicht durchaus aus, da mein Hauptausgabemedium in der Regel DVD aber vor allem YouTube ist. Mehr und mehr drehe ich Interviews und habe mich selbst im Bild. In der Vergangenheit habe ich das iPhone einfach am ausgestreckten Arm gehalten. Doch auf Dauer wird der Arm lahm und es sieht auch etwas doof aus, wenn man bei uns mit ausgestreckten Arm  in der Gegend herumsteht. Also musste ein tragbares Einhandstativ her.

freestyler

Seit mehreren Wochen arbeite ich nun mit dem Cullmann Freestyler. Ich habe noch einige andere, vor allem preiswertere Stative ausprobiert, war aber über die Verarbeitung enttäuscht und lasse die Finger von dem Amateurzeugs. Der Freestyler  ist ideal für spontane und kreative Selbstporträts, Action- und Outdooraufnahmen. Das stabile Handstativ ist komplett aus Aluminium gefertigt und verfügt über einen schaumgummiummantelten Griff mit Handschlaufe. Was mich besonders überzeugt hat, ist der robuste Kugelkopf, gefertigt aus Aluminium. Dieser Kugelkopf mit Blitzschuh und 1/4 Zoll Kamera-Anschlussschraube ist ideal für das iPhone oder die GoPro Hero3. Voraussetzung, du verfügst über die entsprechenden Adapter. Das Stativ hat zusammengeklappt eine Länge von 31,5 cm, passt also in die Aktentasche. Komplett ausgefahren reicht es 68 cm in den Raum und bringt damit genügend Abstand für meine Videointerviews. Ich weiß allerdings nicht, wie die Fluggesellschaften auf ein Stativ in der Aktentasche reagieren.

mikro

Ton ist das nächste Problem beim Filmen. Ich habe bisher verschiedene Mikrofone beim iPhone im Einsatz gehabt und auch darüber geschrieben. Bisher setzte ich die Mikros von iRig ein und war zufrieden. Aber vollens zufrieden bin ich seit dem ich das smartLav on Røde habe. Es ist ein Ansteck-, Lavalier-Mikrofon. Es verfügt über eine Miniaturkondensatorkapsel mit Kugelcharakteristik und einem Übertragungsbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Leider habe ich keine Möglichkeit, den Ton bei der Aufnahme live mitzuhören, aber kann dennoch jedem dieses Mikro empfehlen.

Vielen Dank überigens an meinen Projektmanagement-Kollegen Dr. Michael Homberg, der auf die Veröffentlichung dieses Blogbeitrages drängte – gerne geschehen.

Mein Kollege Thomas Gerlach hat einen netten Film über das Mikro gedreht:

Virus greift WhatsApp an – die Lösung

30. Juli 2013
Wurm verbreitet sich über die beliebte Messanger-Software.

Wurm verbreitet sich über die beliebte Messanger-Software.

In meinem Seminaren an Schulen stelle ich fest: WhatsApp ist deutlich beliebter als SMS. Das hat vor allem Finanzgründe nach dem Motto “Geiz ist Geil”. Eine Nachricht via WhatsApp ist auf dem ersten Blick kostenlos. Aber natürlich ist der Dienst nicht kostenlos. Wir bezahlen den Service mit unseren Daten, unseren Telefonkontakten. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Leute meinen, dass sie von der Industrie etwas geschenkt bekommen. In welcher Welt lebt ihr?. In den USA gibt es den Spruch: „There’s no such thing as a free lunch“  Natürlich braucht WhatsApp die Telefondaten, damit die Software funktioniert.

WhatsApp ist beliebter als SMS.

WhatsApp ist beliebter als SMS.

Und derzeit stelle ich bei Schülern verstärkte Virentätigkeit auf ihren Android-Smartphones fest. Der Wurm Priyanka (die Liebesvolle) geht bei WhatsApp um. Priyanka hat es auf das Adressbuch der Mobiltelefone abgesehen und schreibt Kontakte um. Damit droht ein Datenverlust bei den Usern. Priyanka ist übrigens eine Bollywood-Schauspielerin und der Wurm wurde wohl ihr zu Ehren programmiert

Zudem verschickt sich der Wurm selbst über WhatsApp. Er tarnt sich als Kontakt-Visitenkarte  mit Namen „Priyanka”. Öffnet der User den Anhang ist das Android-Telefon befallen. Wie es aussieht, bleiben die iOS-Geräte, also iPhones und iPads, von dem Angriff verschont.

Der Wurm ist leicht zu killen. Es muss WhatsApp aktualisiert werden. Mit der Version vom 10. Juli 2013 erkennt WhatsApp den Wurm und sperrt ihn aus.

Aber was, wenn ich den Wurm auf dem Android-Handy bereits habe? Dann ist Groß-Reinemachen angesagt. Zunächst das Handy vom Internet trennen. Dann alle Priyanka-Kontakte aus dem Telefonbuch löschen und natürlich auch die Chat-Datei mit der Priyanka empfangen wurde. Das ist wichtig, sonst beginnt der Zirkus von vorne.

Anschließend WhatsApp auf Werkstellung zurücksetzen. Der Weg ist Anwendungen –  Stoppen erzwingen – Daten löschen. Damit gehen alle gespeicherten Chats und auch Kontakte verloren, aber die App ist wieder sauber.

Meist legt WhatsApp in der Nacht ein Backup der Daten auf der Festplatte oder Speicherkarte an und sychronisiert sich am nächsten Tag. Um Chats wieder herzustellen muss WhatsApp gelöscht und neu installiert werden. Wenn die Software neu gestartet, fragt WhatsApp „Möchtest du deinen Chat-Verlauf aus dem Backup wiederherstellen?“. Ja und alles ist wieder gut. Dann nochmal prüfen, ob der Wurm Priyanka gekillt wurde.

 

Bayerisches Kultusministerium empfiehlt Lehrern defensiven Umgang mit Facebook

23. Juli 2013

Das Kultusministerium Baden-Württembergs hat „jegliche dienstlichen Zwecken dienende Kommunikation zwischen Schülern und Lehrkräften“ in sozialen Netzwerken verboten. Doch wie sieht es in Bayern aus? Teile der bayerischen Verwaltung haben Probleme mit Social Media. Den Bürger zum Freund machen? Ist das eine Möglichkeit? Zumindest beim bayerischen Kultusministerium wird es wieder etwas eng, wenn ich die jüngsten Entwicklungen sehe.

Sehr oft gebe ich Schulungen über Soziale Netzwerke an Schulen an meinen Tagen der Medienkompetenz. Der Bedarf nach ordentlich aufbereiteter Information ist bei Schülern, Lehrern und Eltern enorm vorhanden.

Ludwig Spaenle bei der PK zur Eröffnung des Schuljahres. Foto: Ministerium

Ludwig Spaenle bei der PK zur Eröffnung des Schuljahres. Foto: Ministerium

Ich habe bei diesen Seminaren erfahren, dass Schüler klassen- oder jahrgangsweise in Facebook organisiert sind, umso häufiger, je älter sie sind. In der Regel sind es geschlossene oder geheime Gruppen. Lehrer bleiben meist außen vor. Trotzdem kommunizieren Lehrer mit Schülern via Facebook. Wenn die Klasse am nächsten Tag Kopiergeld oder Ähnliches mitbringen soll, wird es einem zuverlässigen Schüler gesagt, der es in die entsprechende Gruppe postet. Der Weg über die klassische E-Mail funktioniert nur noch bedingt. Klar ist aber auch: Wenn ein Schüler nicht in Facebook ist, bekommt er die Information nicht mit.

Schreiben des KuMis an die bayerischen Schulen.

Schreiben des KuMis an die bayerischen Schulen.

Aber mit der ganzen Kommunikation via Web 2.0 soll jetzt Schluss ein. Am 18. April 2013 ging ein Hinweis des bayerischen Kultusministeriums an die Schulen. In einem Schreiben des Amtschefs (hier zu laden) an die Schulen heißt es: „Dabei ist besonders hervorzuheben, dass angesichts enger datenschutzrechtlicher Grenzen Soziale Netzwerke zum Beispiel Facebook, Twitter für den Austausch dienstlicher Daten nicht geeignet sind.“ Und auch ein Facebook-Auftritt der Schule sei ein Problem für das Ministerium. Wörtlich heißt es: „Auch ein Auftritt der Schule in bzw. ein Konnex zu diesen Netzwerken (Profile, Fan-Seiten, Like-it-Buttons) ist rechtlich problematisch und hat daher zu unterbleiben.“ Und es wird noch besser: Entsprechendes gilt für die dienstliche Verwendung von Webseiten durch Lehrkräfte und sonstiges schulisches Personal (zum Beispiel Blogs).“

Aber der Amtschef verweist auf andere Möglichkeiten der Kommunikation. Es heißt: „Informationen können stattdessen zum Beispiel in einem schulinternen passwortgeschützen Bereich erfolgen.“ So existiert für bayerische Schulen das ISO-zertifizierte Netzwerk Moodle als Lern- und Kommunikationsplattform. Die Open Source-Plattform allerdings wird von vielen Schülern und auch vielen Lehrern ungern genutzt. Es sei, so höre ich, kompliziert zu bedienen, hat keine mobile Oberfläche und gilt als schwerfällig.

Natürlich kann das Ministerium nicht in das Privatleben der Lehrer eingreifen. Der Amtsleiter weist dennoch ausdrücklich die Staatsbediensteten mit folgenden Worten darauf hin: „Lehrkräften und dem Schulverwaltungspersonal steht die private Nutzung Sozialer Netzwerke frei. Dabei muss jedoch erkennbar sein, dass es sich um private Nutzung handelt, im Netzwerk also die persönliche Meinung und nicht etwas die der Schule geäußert wird.“ Und es folgt ein Hinweis: „Dabei muss das Verhalten insbesondere der verbeamteten Lehrkräfte und des verbeamteten Schulverwaltungspersonals auch im privaten Umgang der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die ihre Stellung erfordern.“ Das bedeutet, dass auch in Sozialen Netzwerken über dienstliche Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren sei. „Weder die Nutzung von Nicknames noch die Anonymisierung der Informationen ändern etwas an dieser Verpflichtung, die nicht zuletzt der Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte dient.“ Und der Amtschef rät: „Aufgrund der besonderen Breitenwirkung Sozialer Netzwerke wird daher ein defensiver Umgang mit Angeboten Sozialer Netzwerke empfohlen.“

Tja, und wenn nun ein Lehrer mit einem Schüler via Facebook befreundet ist, dann hat der Amtschef auch einen Rat parat: „Ergänzend sei angefügt, dass sich Lehrkräfte beim zufälligen privaten Kontakt mit Schülerinnen und Schülern in Sozialen Netzwerken bewusst sein müssen, dass keine Distanzverletzungen erfolgen dürfen.“ Was in diesem Zusammenhang zufällig heiß, ist wohl Interpretationssache. Schließlich muss meines Wissens bei Facebook bewusst eine Freundschaftsanfrage beantwortet werden.

Und wie reagieren jetzt Schulen? Mir liegen Aussagen von Schulleitern vor, die ihre Lehrerschaft anweisen, die betriebenen Facebook-Seiten der Schulen unwiederbringlich zu löschen.

Das bedeutet, dass Schulen keine Möglichkeit haben, in Sozialen Netzen Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und für sich Werbung zu machen. Schulen haben keine Chance mehr, sich darzustellen. Gerade beim Kampf um sinkende Schülerzahlen sehe ich hier eine gewisse Benachteiligung. Schulen können nicht mehr ihre Leistungen in diesen Netzwerken darstellen. Als Vater habe ich bei der Wahl der Schule meiner Kinder sehr darauf geachtet, wie die Kommunikation der Schule ist. Passive Kommunikation wie klassische Websiten sind Web 1.0 und heute nicht mehr zeitgemäß.

Es soll wieder auf das klassische Sender-Empfänger-Modell zurückgegangen werden. Scheinbar ist das Ministerium nicht an Dialog interessiert, sondern an klassischer Kommunikation.

Noch schwieriger sehe ich die pädagogische Arbeit der Schule. Wie soll den Schülern Medienkompetenz in Sozialen Netzwerken beigebracht werden, wenn diese Netzwerke im Grunde tabu sind. Das halte ich für sehr bedenklich.

Und im Bereich der BOS/FOS gehört der Umgang mit Facebook und Co einfach dazu. Wie sollen die jungen Menschen zeitgemäßes Marketing erlernen, wenn das Kultusministerium hier im Grunde einen Riegel vorschiebt? Wenn jungen Menschen der richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken nicht mehr aktiv in Schulen vermittelt wird, wie sollen sie sich dann im Wirtschaftsleben 2.0 zurecht finden? Und wie sollen P-Seminare in Gymnasien künftig ablaufen?

Ich kenne viele Schulen, die haben Partner aus der Wirtschaft und arbeiten seit Jahren hervorragend mit diesen Partnern über soziale Netzwerke zusammen. Damit wird jetzt Schluss sein.

Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn Schulseiten geschlossen werden. Sofort werden sich Leute die Namen der Schule sichern und aktiv auf die Pauke hauen. Dann wird die Schreierei groß sein, dass irgendwer im Namen einer Schule postet. Ich bin mal gespannt, wie Schulämter und Regierung dann reagieren. Nur weil es in ihrer Welt nicht existiert, wird es im Real Life nicht verschwinden.

Und ich höre aus der Lehrerschaft: Der zuständige Minister hat dagegen als CSU-Abgeordneter des bayerischen Landtages die Chancen von Sozialen Netzwerken erkannt. Er ist in Facebook unterwegs, weil er schließlich auch die Wahlen gewinnen will. Das ist freilich etwas anderes: Der Minister eines Ministeriums ist nicht gleich der Abgeordnete, aber vielleicht sollte er mit gutem Beispiel vorangehen?

 

Social Media: Musikerin Amanda Palmer entlarvt Daily Mail wegen Brüste

22. Juli 2013

Der Social Media-Klassiker United von Dave Carroll ist hinlänglich bekannt. Ein Musiker stellt eine Fluggesellschaft bloß und zeigt die Macht von sozialen Netzen. Die jüngsten Vorfälle um Amanda Palmer haben das Zeug zum neuen Klassiker. Es zeigt, wie sich eine Musikerin gegen ein britisches Massenmedium wehrt und enorme Aufmerksamkeit im Web bekommt. Das Massenmedium mit seiner Arroganz wird bloßgestellt und seine Voyeurismus entlarvt. In der alten Zeit der Massenmedien hätte sie verloren, dank Web 2.0 und Social Media kann sie sich erfolgreich wehren.

Quelle: Dailey Mail - im Original ohne Blau.

Quelle: Dailey Mail – im Original ohne Blau.

Was ist passiert? Beim Glastonbury Festival trat die US-amerikanische Sängerin Amanda Palmer auf und rockte die Hütte. Amanda Palmer ist bekannt für ihren extravaganten Kleidungsstil. Bei so viel musikalischen Engagement rutsche beim Singen ihre Brust aus dem BH und war kurzzeitig zu sehen. Das war ein gefundenes Fressen für die englische Boulevardzeitung Daily Mail. Das Massenmedium machte am nächsten Tag mit dem Nippelgate auf. Making a boob of herself!  Auf die Musik der Musikerin ging das Blatt übrigens keine Zeile ein. Das Online-Angebot der britischen Tageszeitung gilt mit 110 Mio Zugriffen pro Monat als erfolgreichste News-Seite der Welt. Die Mehrheit der Besucher kommt aus dem Ausland, vor allem den USA, der Heimat von Amanda Palmer.

In der alten Welt der Massenmedien hätte sich Amanda Palmer auf den Kopf stellen können. Sie wäre der Berichterstattung ausgeliefert gewesen. Doch nicht im Social Media-Zeitalter. Sie schlug bei einem der nächsten Konzerte im Londoner Roundhouse zurück. Sie spielte nur im Kimono bekleidet einen Andrew Lloyd Webber-Walzer aus Evita, aber mit neuem Text, speziell über die Daily Mail.

Sie sang:

dear daily mail,
it has come to my recent attention
that me recent appearance at glastonbury festivals kindly received a mention
i was doing a number of things on that stage up to and including singing songs (like you do…)
but you chose to ignore that and instead you published a feature review of my boob

dear daily mail,
there’s a thing called a search engine: use it!
if you’d googled my tits in advance you’d have found that your photos are hardly exclusive
in addition you state that my breast had escaped from my bra like a thief on the run
you do you know that it wasn’t attempting to just take in the RARE british sun?

dear daily mail,
it’s so sad what you tabloids are doing
your focus on debasing women’s appearances ruins our species of humans
but a rag is a rag and far be it from me to go censoring anyone OH NO
it appears that my entire body is currently trying to escape this kimono….

dear daily mail,
you misogynist pile of twats
i’m tired of these baby bumps, vadge flashes, muffintops
where are the newsworthy COCKS?
if iggy or jagger or bowie go topless the news barely causes a ripple
blah blah blah feminist blah blah blah gender shit blah blah blah
OH MY GOD NIPPLE

dear daily mail,
you will never write about this night
i know that because i’ve addressed you directly i’ve made myself no fun to fight
but thanks to the internet people all over the world can enjoy this discourse
and commune with a roomful of people in london who aren’t drinking kool-aid like yours

and though there be millions of people who’ll accept the cultural bar where you have it at
there are plenty of others who’re perfectly willing to see breasts in their natural habitat

i keenly anticipate your highly literate coverage of upcoming tours

Gesagt und getan. Amanda Palmer zog den Kimono aus und spielte nackt ihren Song weiter – nur die Handschuhe behielt sie an. Selbstverständlich wurde der Auftritt von mehreren Zuschauern mit dem Smartphone mitgefilmt und bei YouTube gepostet. Innerhalb kurzer Zeit verbreitete sich die Kunde im Netz. Mehre Videos wurden gepostet.

Die Daily Mail ging mit keinem Wort auf die Reaktion ein. Amanda Palmer hielt mit ihrer Aktionskunst der Boulevardpresse einen Spiegel vor und berichtete auch in ihrem Blog darüber.

Ich fand die Aktion großartig, weil sie zeigt, welche Macht ein Einzelner hat. Es zeigt sich, wie sich die Welt geändert hat. Die Videos haben inzwischen mehrere Tausend Klicks.

Social Media-Personaliserung: Wie tickt der User?

19. Juli 2013

Der Begriff Personalisierung ist derzeit in aller Munde. Jeder, der in sozialen Netzen unterwegs ist, will auch, dass seine Daten an den Mann/die Frau kommen. Doch wie funktioniert die persönliche Ansprache eigentlich? Wie gelingt es Marketingmenschen ihre Konsumenten individuell und zur richtigen Zeit mit dem gewünschten Input zu versorgen? Der Softwareanbieter ExactTarget liefert Antworten auf diese Fragen in einer Infografik anhand eines Consumer Lifecycle-Modells.

Der „hyperconnected Consumer“ von heute ist immer und überall erreichbar, nutzt Empfehlungen aus dem Web selbst beim Shoppen in der Stadt und recherchiert darüber hinaus fleißig im (sozialen) Netz nach neuen Produkten. Für Unternehmen gilt es, die entscheidenden Punkte der Customer Journey auszumachen und gezielte auf die vorher herausgefilterten Präferenzen passende Produktempfehlungen zu geben, etwa dann wenn zuvor gesuchte aber nicht gekaufte Artikel im Angebot sind.

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Lasst die Lehrer mit IT-Problemen nicht allein!

17. Juli 2013

Es freut mich doch sehr, wenn ich lese dass der Deutsche Philologenverband meine Forderungen nach externer IT-Unterstützung in Schulen aufgegriffen hat. Ich bin oft in Schulen wegen meinen „Tagen der Medienkompetenz“ unterwegs und erlebe oftmals das gleiches Bild: Lehrer sind mit IT-Aufgaben überfordert.

IT-Probleme an Schulen kann es mit diesem Laptop nicht geben.

IT-Probleme an Schulen kann es mit diesem Laptop nicht geben.

Das soll keine Kritik an Lehrern sein. Lehrer haben ihren Beruf gewählt, um Schülern etwas beizubringen – nicht um IT-Aufgaben zu lösen, Rechner abzusichern oder WLANs abzusichern. Netzwerke und Server sind heute Sachen für Spezialisten.

Ich vergleiche mal eine Schule mit einem Unternehmen. Ja, ich weiß, der Vergleich hinkt aber dennoch: Nehmen wir mal an: Das Direktorium ist die Geschäftsführung, die Lehrer sind die Manager und die Schüler sind die Belegschaft. Ein privatwirtschaftliches Unternehmen gleicher Größe leistet sich eine eigene IT-Abteilung und das aus gutem Grund. In der Wirtschaft steht die Produktion still, wenn die IT nicht geht. In der Schule kümmern sich ein, zwei Systembetreuer darum. Oftmals sind diese Lehrer überfordert, wenn die Sache komplizierter wird. Ich habe auf diesen Missstand bereits mehrmals in meinem Blog hingewiesen. Bis bei staatlichen Schulen dann die EDV-Abteilung des Landratsamtes anrückt oder sich auf das System schaltet, vergeht wertvolle Unterrichtszeit.

Meine Forderung nach IT-Abteilungen soll natürlich nicht heißen, dass sich Lehrer von der aktuellen IT-Entwicklung abkoppeln. Aber Spezialwissen bleibt nun mal Spezialwissen.

So freut es mich sehr, dass nun auch der Vorsitzende des Philologenverbandes aktiv wird. Heinz-Peter Meidinger, bemängelte in einem Zeitungsbericht, dass die Lehrer derzeit mit PC-Problemen allein gelassen würden. Ohne professionelle Computer-Wartung werde der Unterricht bei technischen Problemen immer wieder erheblich gestört. Schließlich, so Meldinger, habe jede große Firma und jede Behörde – EDV-Experten.