Irgendwie hab ich Vampire Nation bei Amazon Prime Video entdeckt und als Freund der scharfen Zähne war ich gespannt, was mich da so erwartete. Ich bekam eine Mischung von Walking Dead mit Vampiren und Roadmovie zu sehen, der die Vampirfilme der Achtziger Jahre aufs Korn nimmt. Und natürlich ist der Vampirfilm ohne Dracula.
War es ein guter Film? Nein, das war Vampire Nation auf keinen Fall. Die Idee war okay, die Umsetzung überraschend gut, aber berührt hat mich der Film nicht. Er wollte zuviel in zu kurzer Zeit. Wäre Vampire Nation eine Serie, dann wäre es auch keine großartige Vampir-Serie geworden, aber die Geschichten wären besser verteilt worden und die Wirkung wäre besser gewesen. So ist der Film eine Aneinanderreihung von interessanten Geschichten, aber es ist zuviel auf einmal. Und wenn man ehrlich ist, hat man ein paar der Geschichten anderswo schon einmal gesehen.
Und dennoch mag ich die Atmosphäre von Vampire Nation. Irgendwie denke ich immer, wie sehr der legendäre Richard Matheson so viele Drehbuchautoren nach ihm beeinflusst hat. Und wahrscheinlich hat Vampire Nation-Autor und Regisseur Jim Mickle auch seinen Matheson verschlungen und wollte etwas an den Meister zurückgeben.
Vampire Nation ist aus dem Jahre 2010 und ist an mir spurlos vorbeigegangen. Er kam 2011 bei uns auf DVD heraus und ich hatte ihn komplett übersehen. Ich bin bei Amazon Prime Video auf den Film gestoßen, es gibt ihn auch für den schmalen Geldbeutel auf Bluray. Die Vampire in diesem Film sind keine edlen Geschöpfe der Nacht, sondern brutale Killermaschinen. Sympathie oder gar Mitleid kommt für die Vampire als Geschöpfe der Nacht hier nicht auf. Sie müssen auf die übliche Weise beseitigt werden und als Trophäe bricht der unheimliche Held, Mister genannt, die Zähne aus dem Kiefer. Also der Film ist etwas für die Freunde des härteren Films, um in der Pandemie ein wenig die Zeit zu überbrücken. Nett fand ich die Erzählstimme aus dem Off, also ein bisschen Film Noir, Sam Spade und Rick Deckard aus der ersten Version von Blade Runner. So kann die Gefühlswelt der Darsteller transportiert werden, ohne dass die Schauspieler in Vampire Nation großes Talent haben müssen.
Es heißt, es soll eine Fortsetzung von Vampire Nation mit dem Namen Vampire Nation – Badlands geben. Den werde ich mir irgendwann auch ansehen. Denn es gibt einfach zu wenig Vampire au der Welt.
Schade, schade, dass ich kein Kind mehr bin. Ich wäre durchgedreht, wenn ich gehört hätte, dass es ein neues Spielzeug von Playmobil geben wird: Die USS NCC-1701 Enterprise.
Wohl ab September wird das Raumschiff von Playmobil zu kaufen sein. Ein deutscher Preis steht noch nicht fest, in den USA gibt es Preisvorstellungen von 500 US-Dollar. Damit scheiden wohl Kinder als Käufer aus und Playmobil hat wohl alte Trekkies wie mich im Visier. Das Set trägt die Nummer 70548. Auf den Playmobil-Seiten konnte ich noch keine Infos finden, aber in Instagram wird man fündig. Die Enterprise misst als Spielzeug wohl einen Meter und kann bespielt werden. Auf den ersten Abbildungen ist die Brücke samt Mannschaft unter der Führung von Captain James Tiberus Kirk zu sehen – alles im Design von 1966. Im Maschinenraum führt Scotty das Kommando und auch ein Warp-Kern ist vorhanden. Das Dach der Untertassenbrücke sowie das Seitenteil des Maschinenraums scheint abnehmbar und bespielbar zu sein – ein Traum für mich als Kind (und Sammler). Die siebenköpfige Mannschaft der Original Serie bei Playmobil besteht aus Kirk, Spock, Dr. McCoy (Pille), Scotty, Uhura, Sulu und Chekov sowie Bewaffnung und Tricorder.
Die Lichter und die entsprechenden Schiffsgeräusche kommen via Bluetooth aufs Handy. Die Enterprise verfügt über einen USB-Stromanschluss. Insgesamt 136 Teile hat das Set – und was mich besonders freut: Es sind auch die Tribbles mit dabei.
Gleich vorweg: Das ist ein Beitrag für die Facebook-Gruppe Erdbeben 1974. Das ist eine empfehlenswerte Gruppe, die sich um den Film der siebziger Jahre kümmert und engagiert diskutiert. Daher meine herzliche Einladung in diese Gruppe, wenn euch der Film dieses Jahrzehnts am Herzen liegt.
Stilistisch gilt der Polizeifilm als ein Subgenre des Kriminalfilms. Die Thematik ist einfach und schnell erklärt: In Polizeifilmen machen Polizisten ihren Job und lösen Fälle. Ihre Arbeit steht im Zentrum. Damit die Sache rund wird, zeigen Polizeifilme weniger die akribische Büroarbeit, sondern mehr Action, der in einem Showdown enden sollte.
Polizeifilme sind keine Erfindung der 70er, sondern stammen in der Regel aus dem Film Noir. Fritz Lang mit Heißes Eisen aus dem Jahr 1953 gilt als einer der ersten echten Polizeifilme. 1969 schuf Don Siegel mit Madigan die Grundlage für den Erfolg der Polizeifilme der siebziger Jahre. Der Polizist wird als tragische Heldenfigur hier angelegt. Das Jahr 1971 gilt als markanter Meilenstein des US-Polizeifilms mit gleich zwei Klassikern, die das Genre prägten: Don Siegels Dirty Harry und William Friedkins French Connection – Brennpunkt Brooklyn.
Ihre archetypischen Eigenschaften werden zementiert, die die Figuren des Polizeifilms der siebziger Jahre geprägt haben: Unerbittlich gegen sich und andere und Beziehungsunfähig gegenüber Familie, Freund und Frau. Unsere Helden mit der Polizeimarke werden dem Täter immer ähnlicher. Und oftmals unterscheidet nur die Marke, auf welcher Seite des Rechts sie stehen. Sie wenden unkonventionelle Methoden an und stehen damit in der Kritik ihrer Vorgesetzten und des Systems, auch wenn nach erfolgtem Showdown die Überschreitungen wohl gerechtfertigt sind.
Hinzu kommen Einflüsse von gesellschaftlichen Themen in die Filme wie Rassenfrage, Macht, Drogen oder Moral. Der Polizeifilm der siebziger ist eben ein Spiegelbild der Siebziger mit einem zerrissenen Amerika, die Schmach in Vietnam, Studentenproteste, Black Panther und Watergate. Sidney Lumets Polizeifilm Serpico (1973) zeigt vor diesem Hintergrund die Suche nach einer höheren Moral in der Gesellschaft. Der Polizei wendet sich sogar gegen die eigene Organisation oder räumt wie in Magnum Force – Dirty Harry 2 Calahan auch von 1973 in den eigenen Reihen mit der Waffe auf.
Aus deutschen Landen gab es im Kino derlei wenig zu sehen. Wir waren mehr mit dem Autorenfilm beschäftigt. Der war zwar auch enorm wichtig, spielt im Genre des Polizeifilms keine Rolle. Zumindest im Fernsehen etablierte sich die ernstzunehmende Tatort-Reihe als Alternative zu der Kommissar (bis 1975) und in Folge der Alte (ab 1977) und Derrick (1974–1998). Im Kino der USA lief sich diese Interpretation des US-Polizeifilms tot. Es gab durch Ein Mann sieht rot Death Wish (1974) zwar neue Interpretationen des einsamen Rächers, aber Ende der 70er Jahre war das Genre in dieser Form tot.
Der Polizeifilm wurde neu belebt durch muskelbepackte Actionstars der 80er Jahre wie Sylvester Stallone in Die City-Cobra (1986), Arnold Schwarzenegger in Der City Hai (1986) und Bruce Willis in Stirb langsam (1989). Der Buddy-Film hielt in das Polizeifilmgenre Einzug. In Filmen wie denen der Lethal-Weapon-Reihe werden die Männlichkeitsrituale des Genres humorvoll auf die Schippe genommen. Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Es ist ja nicht so, dass ich die Filme noch nicht habe. Aber ich hatte die Reihe zumindest noch nicht in dieser Form. Ich meine die 15 Spielfilme meines Lieblingsmonsters Godzilla von 1954 bis 1975. Sie kamen vor längerer Zeit, genau im Jahr 2019, in einer speziellen Edition von Criterion auf den Markt. Der aufmerksame Filmfreund weiß: Was unter dem Label Criterion erscheint, zeichnet sich durch besondere Qualität aus. Ich habe von Criterion zahlreiche Laserdiscs – und nun habe ich mit der Criterion Collection: Godzilla-Sammlung meine ersten Blurays in einem besonders schönen Sammelschuber.
Es handelt sich um die Showa-Reihe, also die Zeit von 1954 vom ersten Godzilla bis 1975 Die Brut des Teufels. Die Japan-Freunde unter euch wissen, dass Showa auch die Regierungszeit des japanischen Kaisers Hirohito von 1926 bis 1989 bezeichnet. Die Box enthält acht Blurays mit besonderen Illustrationen. Es ist meines Wissens das erste Mal, dass die Showa-Filme in so einer Box zusammengefasst und erschienen sind.
Im Zentrum der Filme steht natürlich Godzilla, der aber im Laufe der Jahre eine Verwandlung durchläuft – und das meine ich nicht nur optisch. Aus dem bösen, zerstörerischen Monster in den ersten beiden Filmen, wird der Beschützer der Menschheit. Godzilla kämpft gegen andere Monster und außerirdische Wesen und das natürlich in der Regel einer japanischen Stadt, die in Schutt und Asche gelegt wird.
Wer meint, dass Godzilla nur irgendwelche Monsterfilme für durchgeknallte Filmfreaks sind, der täuscht. Godzilla ist mehr. Hinter den Monsterfilmen verbirgt sich politischer Sprengstoff. Metaphern in Bezug auf Atomenergie und Atomwaffen werden verwendet. Auch sind die Filme ein Spiegel der (japanischen) Gesellschaft.
Nach Showa kommt übrigens die Heisei-Reihe bei Godzilla. Mal sehen, ob sie auch bei Criterion herauskommt.
Godzilla (1954) Godzilla kehrt zurück (1955) Die Rückkehr des King Kong (1962) Godzilla und die Urweltraupen (1964) Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah (1964) Befehl aus dem Dunkel (1965) Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (1966) Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn (1967) Frankenstein und die Monster aus dem All (1968) Godzilla’s Revenge (1969) Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (1971) Frankensteins Höllenbrut (1972) Dämonen aus dem Weltall (1973) Godzilla gegen King Kong (1974) Die Brut des Teufels (1975)
Es ist schon länger her, dass ich meine Liebe zu Vinyl-Platten wiederentdeckt habe. Als Jugendlicher hatte ich zig Schallplatten, die ich auch noch besitze. Leider sind einige Hüllen durch einen Wasserschaden beschädigt.
Außerirdisch schön: Der Score von Picard auf grünem Vinyl
Ich habe wieder angefangen, Vinyl-Platten zu erwerben. Grundsätzlich kaufe ich zwei Arten: Jazz und Score. Ab und zu rutscht eine Rock/Pop-Scheibe dazwischen wie Kraftwerk oder Abba, aber nur, wenn es besondere Editionen sind. Ich höre Musik hauptsächlich im Stream, von Festplatte oder von CD. Vinyl dagegen ist immer ein Highlight: Meist abends bei Whisky oder Wein lausche ich der Musik, die von meinem Braun P4 abgetastet wird und erfreue mich an Dieter Rams. Aufgabe für 2021 ist es, die wunderschöne Rockola wieder komplett zum Laufen zu bringen. Die musikbox ist ein Geschenk meiner Frau und spielt Singles meiner Jugend ab. Im Moment hat sie einen Wackelkontakt. Aber jetzt ein paar persönliche Vinyl-Empfehlungen. Hier drei Neuanschaffungen für meine Vinyl-Sammlung. Es handelt sich um drei Soundtracks mit einer besonderen Auflage:
Endlich auf Vinyl – der Score zu Frankensteins Braut
Nummer eins ist The Bride of Frankenstein von Franz Waxman. Zur Feier des 85-jährigen Jubiläums des Films Frankensteins Braut – The Bride of Frankenstein erschien die erste Vinyl-Veröffentlichung der Filmmusik als Deluxe-Album mit neu gemastertem Ton, neuem Artwork und der Genehmigung des Konterfeis der berühmten Schauspielerin Elsa Lanchester.
Nummer zwei ist Star Trek Picard von Jeff Russo. Hier die Doppel LP in einer Limited Edition. Das Besondere ist, dass ist auf schrillem grünem Vinyl gepresst wurde.
Score Nummer drei: Solo – a Star Wars Story war ein gescheiterter Versuch das Star Wars Universum zu erweitern. Der Soundtrack von John Powell war allerdings sehr gut und steht in der Tradition von John Williams. Es erschien bei Mondo zum ersten Mal die Vinyl-Doppel-LP mit einem Artwork von César Moreno.
Hexenfilme gibt es im Horrorgenre weniger als andere Ausprägungen wie Vampire oder gestörte Killer. Eine Perle dieses Subgenres kommt aus Deutschland von Lukas Feigelfeld. Hagazussa – der Hexenfluch ist bildgewaltiges, eindringliches Kino, aber zugleich schwere Kost.
Hagazussa ist althochdeutsch für Hexe und da fängt der Tiefgang des zutiefst emotionalen Streifens schon an. Es ist Kopfkino pur – lange Aufnahmen, keine schnelle Montage. Es ist nichts für flüchtige Zapper oder Effektfrekas, sondern der Film verlangt unbedingte Konzentration und ein Einlassen auf die gezeigten Bilder. Der Film war der Abschlussfilm von Regisseur Feigelfeld an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und ich bin von diesem Talent extrem angetan. Hagazussa kommt mit wenigen Dialogen aus, bringt stattdessen eindrucksvolle Bilder von Kamerafrau Mariel Baqueiro, untermalt von Ambientgothic-Musik vom MMMD. Feigelfeld zitiert Tarkowski, Bergman und Kubrick.
Ich habe mir den Film Hagazussa – Der Hexenfluch laut über Kopfhörer angehört und ich bekam es mit der Angst zu tun. Die Atmosphäre ist gespenstisch. Die Naturwirkung ist expressionistisch und knüpft an große Vorbilder wie Murnau an. Die wenigen Darsteller sind exzellent besetzt, vor allem Aleksandra Cwen als Albrun, die von ihrer Umgebung als Hexe bezeichnet wird.
Kurz die Handlung: Albrun führt gemeinsam mit ihrer Mutter im 15. Jahrhundert ein karges Leben in einer Berghütte in Österreich. Der plötzliche Tod ihrer Mutter nimmt sie schwer mit, außerdem wird sie von den Dorfbewohnern für eine Hexe gehalten. Sie hat selbst ein Kind, jedoch keinen Ehemann. Albrun findet schließlich eine Freundin in einer anderen Frau aus der Gegend. Doch fortan plagen sie Visionen. Sie spürt, dass im Wald etwas Böses auf sie lauert. Durch den Genuss von Pilzen fängt Albrun an zu halluzinieren, ertränkt ihr Kind und verfällt ihrem Wahn. Sichtbar schmerzhaft für Albrun, aber auch den Zuschauer ist das Verspeisen des Kindes. Das letzte Bild ist dann die Verbrennung in einer Totalen, vielleicht eine Verbeugung vor Tarkowski? Der unheimliche Film mit seinen 103 Minuten ist in vier Kapitel streng eingeteilt: Schatten, Horn, Blut und Feuer.
Klare Empfehlung für Zuschauer, die traumhaftes Surreales im Horrorfilm genießen wollen. Hagazussa – Der Hexenfluch wird euch begeistern.
Der kürzlich stattgefunden Star Wars-Feiertag machte es mir wieder bewusst, wie gerne ich die SF-Geschichte von George Lucas habe. Ich mag das Universum von Luke, Leia, Han und Vader einfach. Die mittlere Trilogie ist meine Serie und hat mich geprägt.
Eines meiner liebsten Star Wars Bücher: Visions
Und die fantastische Geschichte faszinierten nicht nur mich, sondern sie übte auch ihren Reiz auf zahlreiche Künstler aus. Star Wars ist eben ein Phänomen der Popkultur. Und aus diesem Grund blätterte ich mal wieder in den 2010 erschienen Buch Star Wars: Visions. Achtung: Das Buch Star Wars Visions hat nichts mit der Anime-Serie von Disney zu tun.
Ich habe zahlreiche Bücher rund um Star Wars, aber irgendwie ist mir dieses Buch eines meiner liebsten. Vielleicht weil es die enorme Kreativität zeigt, die Star Wars auf Künstler in aller Welt ausübt. Jeder der über 100 beteiligten Künstler drückte seinen Respekt gegenüber den Figuren und der Geschichte des Lucas-Universums aus. Für mich eine unglaubliche Inspiration und tolle Hommage an ein Phänomen der Pop-Kultur. Das Buch Star Wars: Visions umfasst Werke von Künstlern wie Amano, Allan R. Banks, Harley Brown, Gary Carter, James Christensen, Michael Coleman, Kinuko Craft, Jim Dietz, Phillipe Druillet, Donato Giancola, Ann Hanson, H. R. Giger, Daniel Greene, Ron Kleeman, Arantzazu Martinez, Syd Mead, Moebius, Paul Oxborough, Alex Ross, Anthony J. Ryder, Dolfi Stoki, William Stout, Dan Thompson, Julie Bell und Boris Vallejo, Scott Waddell und Jamie Wyeth.
Hinzu kommt ein englisches Vorwort von George Lucas und eine Einleitung von J. W. Rinzler. Viele Bilder gefallen mir, einige treffen nicht so meinen Geschmack – so ist Kunst. Bilder, die mir noch vor Jahren viel bedeutet haben, regen mich heute nicht mehr zum Träumen an und anderes herum. Gemeinsam haben alle Bilder die Verehrung einer Filmidee. Und das muss man erst einmal schaffen – eine Vision.
Zum heutigen Feiertag may the 4th präsentiere ich meine beiden liebsten Star Wars-Spiele. Sind es die besten? Nein, sicherlich nicht, aber es sind die Spiele, die mich am meisten aus der Reihe geprägt haben. Es handelt sich um Rebel Assault von 1993 und The Empire Strikes Back von 1982.
Rebel Assault von 1993 Star Wars war der Grund, warum ich mir 1993 ein CD-Rom-Laufwerk für meinen Mac kaufen musste. Ja, kaufen musste, denn Lucas Arts brachte das Spiel Rebel Assault für Mac/Windows auf den Markt und für mich als Star Wars-Fan war das Spiel ein absolutes Muss. Ich wusste nicht, dass LucasArts damals kurz vor der Pleite stand, aber Rebel Assault brachte wohl die Wende. Das Spiel sorgte für den rasenden Abverkauf von CD-Rom-Laufwerken und brachte eine ganze Industrie ins Rollen.
Die Grafik von Rebel Assault war überwältigend und ich hatte damals einen leistungsschwachen LC II und einen Performa. Also investierte ich nicht nur in ein CD-Laufwerk.
Das Spiel gab es nur auf CD und so musste ich eine finanzstarke Investition eines CD-Rom-Laufwerk mit SCSI-Schnittstelle tätigen. Das Spiel war der Hammer, zumindest damals. Es gab Filmszenen meiner Helden. Ich war ein junger Rebellenpilot und musste die Einsätze meistern, die an Teil 4 von Star Wars angelegt waren. Damals gab es keine Open World Maps und so war Rebel Assault ein klassischer Rail Shooter. Die Bewegungsfreiheit meines Piloten waren eingeschränkt und ich musste den berechneten Sequenzen folgen. Die hatten es aber in sich, zumindest für die damalige Zeit. Obwohl im Grunde das Spiel nach einer Stunde durchgespielt war, hat es mich geprägt. So mussten Spiele sein. Irgendwann bekam ich eine Kopie von Cheat-Codes und die ganze Sache ging lockerer ohne den Spielspaß zu verlieren. Leider habe ich keinen alten Mac mehr im Einsatz. Sie stehen in meinem persönlichen Museum und so kann ich Rebel Assault heute nicht mehr spielen.
The Empire Strikes Back von 1982 Ich habe meine Eltern genervt: ich wollte das Spiel für meinen Atari 2600 haben, unbedingt. Als jugendlicher Rotzlöffel half ich im Haushalt mit, brachte den Müll raus, wusch mit meinen Papa sein Auto und machte trotz Pubertät auf guten Sohn. Und so erhielt ich die silberne Packung von Parker eines Tages in den Händen und verschwand für Tage in mein Kinderzimmer. Ich war Luke und trat gegen die ATAT an, Stunde um Stunde. Die 8-Bit-Grafik von Hoth war gewaltig. Mein Snowspeeder ballerte auf die Karawane von ATAT, die sich natürlich wehrten. Die Taktik war, den vordersten ATAT soweit zu schrottreif zu schießen, dass er langsamer wird und ich die anderen Läufer aufs Korn neben konnte. Wichtig war, dass man den Kopf des Kampfläufers ins Visier nahm und los ballerte. Die Schüsse auf die Beine waren wirkungslos. Und den doofen Smart Bombs musste ausgewichen werden, was gar nicht so leicht war. Guter Plan, der nicht immer gelang und mich Stunde um Stunde, Tage um Tage fesselte. Noch heute spiele ich The Empire Strikes Back auf meinen Atari 2600.
Der Film ist ein filmisches Experiment und es ist ein gelungenes Experiment. Relic mischt Drama mit Elementen des Horrorfilms. Der Film lockt den Zuschauer auf eine völlig falsche Fährte und lässt ihn verstört und beschämt zurück. Relic – dunkles Vermächtnis ist für mich eine wunderbare Entdeckung und ist eine absolute Empfehlung.
Ich kaufte die Bluray Relic – Dunkles Vermächtnis in Erwartung einer spannenden Haunted House Geschichte. Vielleicht auch mit bösen Dämonen, denn das gibt Spukhäusern die richtige Würze. Es begann auch als solider Horrorfilm der alten Schule mit knarrenden Türen, langen Schatten und geheimnisvollen Pochen. Doch dann entpuppte sich Relic als handfestes Familiendrama und erwischt mich als Zuschauer eiskalt.
Der Geisterdämon entpuppte sich als Geisteskrankheit, als brutale Demenz, die jeden von uns treffen kann. Der Horror kommt nicht von übernatürlichen Geisteswesen, sondern er kommt aus unserem Gehirn, das mehr und mehr vergisst. Mit den Stilmittel des gotischen Horrorfilms erzählt Regisseurin Natalie Erika James die Geschichte vom geistigen Verfall der Mutter und der Hilfslosigkeit von Tochter und Enkelin und deren Panik. Demenz ist der wirkliche Horror in diesem spannenden Film, der ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Und auch wenn die Mutter aggressiv wird, das Messer zieht, Nachbarskinder einsperrt – der Dämon in ihren Kopf nimmt von der Persönlichkeit mehr und mehr Besitz.
Am Ende obsiegt die Familie, der Zusammenhalt und der Entschluss, die kranke Mutter nicht alleine zu lassen. Und am Ende wird klar, dass sich die Demenz vererbt von der Mutter auf die Tochter. Das tut weh und ist der weitere Schock am Ende. Relic – Dunkles Vermächtnis ist für mich eine absolute Empfehlung.
Dass ich ein Fan des Regisseurs Stanley Kubrick bin, habe ich schon oft Kund getan. Aber ich bin auch ein Fan des Fotografen Stanley Kubrick. Dies ist mir wieder bewusst geworden als ich für ein Seminar wieder das Buch Stanley Kubrick Photographs. Through a Different Lens: vom Taschen Verlag und den Ausstellungskatalog aus Wien vom Kunstforum Wien Eyes wide Open in die Hand nahm.
Zwei Fotobücher über die Fotokarriere von Stanley Kubrick.
Wenn ich mir seine Fotos ansehe, dann bin ich fasziniert. Kubrick schafft es mit Fotos emotionale Geschichten zu erzählen. Und das ist die Aufgabe eines guten Pressefotos: Geschichten erzählen.
Beim Geschichtenerzählen darf die Wahrheit aber nicht unter den Tisch fallen. Es stellt sich mir die Frage, wie weit darf der Fotograf in die Komposition eingreifen? Ja durch Ausschnitt, Belichtung, Schärfe tut er es automatisch, doch wo ist die Grenze? Kubrick hat die Grenze überschritten. Was ist bei seinen Fotos inszeniert? Ich habe mit Inszenierung kein Problem, wenn ich es als Kunstform sehe. Aber ich habe ein Problem, wenn Inszenierung mir als journalistische Berichterstattung verkauft wird. Und diese Unsicherheit schwingt mir beim Betrachten der Fotos von Stanley Kubrick immer mit.
Wie gesagt: Kubrick ist mein Held, aber er ist mein Held des bewegten Bildes. Bei seinen gelungenen Fotografien schwingt mir immer das Gefühl der Unsicherheit mit: Ist dieses Bild inszeniert? Ist dieses Bild damit manipuliert?
Mit nur 16 Jahren machte Kubrick im April 1945 ein Foto, das einen alten Zeitungsverkäufer an seinem Kiosk zeigt. Das Gesicht in die Hände gestützt, blickt er auf die feilgebotenen Zeitungen, welche die Schlagzeilen „Roosevelt Dead!“ und „F.D.R. DEAD!“ verkünden. Mit diesem Foto – übrigens angeblich alles andere als ein Schnappschuss sondern das Ergebnis intensiver „Regiearbeit“ mit dem Zeitungsverkäufer – stellte sich Kubrick bei mehreren New Yorker Zeitungen vor und verkaufte es schließlich an den Meistbietenden: das Look Magazine. In einem Interview gab der Meister zu, dass er den Verkäufer bat, doch etwas verzweifelter zu schauen. Hier zeigte sich bereits der Drang des Meisters, die Szene zu inszenieren. Und es ist gut, dass Kubrick auf Dauer kein journalistischer Bildberichterstatter geblieben ist und den Schritt zum fiktionalen Erzähler im Film gegangen ist.
Als Kubrick 1946 die High School verließ, hatte er einen wöchentlichen Auftrag von Look um 50 $ in der Tasche und fotografierte für das Magazin sämtliche Inhalte, die Leser versprachen. Zeitschriften wie Look oder LIFE lösten ab den 1940er-Jahren in der US-amerikanischen Gesellschaft einen regelrechten Hunger nach neuen Bildern und Geschichten aus. Während sich LIFE dem American Century verschrieb, nahm sich Look der Hintergrundgeschichten, oft auch mit New York-Bezug, an. Kubrick war zwischen 1946 und 1950 staff photographer bei Look, in dessen Auftrag ca. 27.000 Fotografien entstanden von denen an die 1.000 Aufnahmen auch publiziert wurden. Die Lehrjahre bei Look ermöglichten es Kubrick, seine Leidenschaft, visuelle Geschichten zu inszenieren nach und nach zu perfektionieren. Die Entscheidung, nicht bei der Fotografie zu bleiben, sondern 1951 seinen ersten (Dokumentar-)Film zu drehen – Day of the Fight, der um den Boxer Walter Cartier konzipiert ist, den er auch für Look fotografiert hatte – wirkt rückblickend als logische Konsequenz.
Kubrick hat viel über die Welt erfahren. Und er hat seinen Blick geschärft. Und das sieht der Leser der außergewöhnlichen Bücher Stanley Kubrick Photographs. Through a Different Lens und Eyes wide Open auf jeder Seite. Daher auch meine klare Empfehlung für diese exzellenten Fotobücher. Ich habe einen Kompromiss mit mir geschlossen: Ich sehe seine Bilder in erster Linie nicht als journalistischen Beitrag, sondern ich sehe sie als Kunstform. Die Bilder Kubrick sind wunderbar komponiert und können als Vorlage für jeden Fotografen dienen. Der Blick durch die Kamera ist ein eindringlicher Blick in die Welt der damaligen Zeit und die Bilder sind ein wertvolles historisches Dokumennt des Nachkriegsamerika.