Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Hobby Aquarium: Tägliche Fütterung Teil 8

22. Dezember 2009

Der Fisch generell hat Hunger. Im Speziellen sind es bei uns ursprünglich fünf Guppys und drei Platys. Ursprünglich, denn im Moment sind es zig Guppys und fünf Platys mit der Tendenz zu mehr.

Und die Fische haben Hunger. Wir füttern mit Trockenfutter aus dem Zoohandel. Es riecht ein wenig seltsam, aber dem Fisch schmeckt es. Zum Essen gibt es Flockenfutter. Laut Dose besteht es aus mehr als 40 Zutaten für die tägliche Fütterung aller Zierfische im Gesellschaftsaquarium.

Die Fütterung läuft nach dem gleichen Schema ab. Gegen Abend, so zwischen 19 und 20 Uhr wird der Deckel des Aquariums geöffnet. Die Lampe sollte angeschaltet sein, schließlich will der Fisch ja sehen, was es gibt. Außerdem kann man dann erkennen, ob ein Fisch krank ist.

Die Fische sind vor der Fütterung bereits nervös, denn sie begreifen, dass die Veränderung Nahrung bringt. Ob die Fische es gelernt haben, weiß ich nicht, aber sie versammeln sich dicht unter der Wasseroberfläche. Die großen Fische oben, die kleinen unten.

Ich gebe drei bis vier Prisen Fischfutter ins Becken. Durch die Wasserpumpe wird das Futter im 80 Liter Becken gleichmäßig verteilt. Die Fische schnappen sich das Trockenfutter und verschlingen es. Tischmanieren Fehlanzeige.

Man muss darauf achten, dass nicht zuviel gefüttert wird. Zum einen kann altes herabgesunkenes Futter den Boden verschmutzen und die Wasserqualität beeinträchtigen. Das biologische Gleichgewicht ist in Gefahr. Zum anderen kann der Fisch Schaden nehmen, wenn er zuviel Luft an der Oberfläche erwischt. Bei einem Kollegen haben die Fische beim Füttern durch ständiges Auftauchen zuviel Luft abbekommen, so dass sie Probleme bekamen. Dies kann bis zum Tod führen. Ich habe das Gefühl, dass mancher Fisch um mehr Futter bettelt. Immer wieder schwimmen sie zur Oberfläche. Vielleicht ist das Einbildung. Aber fest steht: Nicht von der Bettelei erweichen lassen und die Fische überfüttern.

Bisher waren wir noch nicht im Urlaub, wissen also nicht, wie sich die Fütterung in der Ferienzeit verhält. Es gibt so Art Futtersteine, die für drei, vier Tage reichen. Beim nächsten Urlaub werde ich es ausprobieren. Bei großen Fischen, wie Karpfen, haben sich Profi-Futterspender bewährt, doch für unsere Zierfischchen wäre das wohl übertrieben.

Bisher fehlt uns im Becken noch ein natürlicher Feind der Guppys. Die vier Weibchen haben mit dem einzigen Guppymann ihren Spaß und sind reine Gebärmaschinen. Kollegen raten uns, andere Fische einzusetzen, die die Guppypopulation regulieren. Aber das kann ich nicht, noch nicht.

Höheres Porto für farbige Briefe

12. Dezember 2009

Die Post will für farbige Briefumschläge ein höheres Porto verlangen. So berichten es die Lübecker Nachrichten unter der Überschrift „Die Post mag keine bunten Briefe„.

Als Grund führte die Post an, dass besonders rote Briefumschläge der Post einen Mehraufwand bereiten, da sie nicht maschinenlesbar seien. Somit müsse teure Handarbeit eingesetzt werden.

Die Briefe werden im Standardverfahren im Briefzentrum maschinell gelesen und mit farbigen Strichcodes für die Adresse bedruckt. Diese werden dann ausgelesen und richtig sortiert. Bei farbigen Briefumschlägen scheitere dieses Standardverfahren.

Die Lübecker Nachrichten berichteten: Ein Standardbrief in Farbe muss mit 90 statt mit 55 Cent frankiert werden. „Wenn nicht, muss im Zweifelsfall der Empfänger Porto nachzahlen – oder die Weihnachtsgrüße landen wieder beim Absender“, so die Zeitung.

Freunde von der Gelben Post, ihr bekommt von mir die Rote Karte und einen Blauen Brief.

Nikolausi statt Weihnachtsmann

1. Dezember 2009

Am 24. Dezember ist Weihnachten. Das verwundert niemanden. Schon seit Ende Oktober sind in den Supermärkten die entsprechenden Schokoderivate anzutreffen. Aber ich kann eine Formulierung nicht mehr hören: Weihnachtsmann.

Sagt mal, wo sind wir denn? Der Typ heißt Nikolaus und nicht Weihnachtsmann. Erinnert ihr euch noch an den Gerhard Polt mit seinem Nikolausi. Recht hat der Polt. Nix Osterhasi, Nikolausi.

Da kommt mir eine gemeinsame Pressemitteilung des Bonifatiuswerks und der katholischen Jugend gerade recht. Sie fordern eine weihnachtsfreie Zone und das mit Recht.

Der Weihnachtsmann sei eine Kunstfigur und eine Erfindung der Werbung. Sie soll Handel ankurbeln und Umsatz steigern. Der Nikolaus dagegen ist ein Heiliger, Nothelfer und Schutzpatron der Kinder. Dazu gibt es auch eine nette Website weihnachtsmannfreie-zone.

Ich will hier keine weltanschauliche Diskussion vom Zaun brechen, aber hiermit stelle ich klar: Der Weihnachtsmann ist ein dummes Zeug. Auch wer sich nicht zur Amtskirche bekennt, sollte zumindest vor der christlichen Tradition Respekt haben. Und da gibt es schließlich nur den Nikolaus.

Ergebnisprotokoll – gewusst wie

23. November 2009

Wer ein Meeting durchführt, sollte die Ergebnisse der Sitzung festhalten und zwar schriftlich. So ein Ergebnisprotokoll hat eine klar definierte Form. Es hat folgenden Aufbau: Wer macht was und bis wann!

Diese drei W (wer, was, wann) – mehr braucht es nicht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Jeder weiß, was er zu machen und wann das Ergebnis vorzuliegen hat. Ausreden gibt es keine. Außerdem gibt es keine Missverständnisse nach der Art: Ach, ich dachte du kümmerst dich darum.

Zu Beginn des nächsten Meetings wird dann das Ergebnisprotokoll der jüngsten Sitzung vorgelegt und verglichen: Was ist erledigt, was steht aus und warum. Zudem motiviert es die Meetingteilnehmer, wenn sie einen Punkt im Ergebnisprotokoll abgearbeitet haben.

Probieren sie es aus – es lohnt sich.

Politiker sind keine Volksvertreter

20. November 2009

Wie weit sich die Politiker vom Volk oder anders herum entfernt haben, deute ich aus folgender kleinen Episode am Rande eines Schülerzeitungsseminars. Schüler auf diesem Seminar machten den üblichen Verfassungsvergleich: 1848 und 1871. Auf einmal zog ein Schüler einen Kasten neben der Institutionen wie Bundestag/Reichstag auf und schrieb das Wort „Volksversammlung“ hinein.

Auf meine Intervention, das Volk sei doch bereits durch die Abgeordneten in der entsprechenden Kammer vertreten, kam nur als Antwort: „Das ist nicht das Volk, das sind nur Politiker und die sind doch wohl nicht das Volk!“ Für den Schüler war klar: Die Politiker vertreten das Volk nicht, sondern nur ihre Interessen. Soweit ist es schon gekommen.

Was hast du gemacht, als die Mauer fiel?

9. November 2009

Die Generation meiner Eltern wusste auf die Frage: „Was hat du gemacht, als Kennedy erschossen wurde?“ immer eine Antwort. Meine Generation kann auf zwei Fragen antworten: „Was hast du am 11. September gemacht?“ und „Wie hast du vom Fall der Mauer erfahren?“

Nun, es ist am 9. November 20 Jahre her. Meine Familie hat seit den siebziger Jahren immer die Familie im Osten, in der Ostzone oder „DDR“ (in Anführungszeichen) besucht. Das Lied „Einigkeit in Recht und Freiheit“ hatte für uns eine Bedeutung, natürlich mehr für die Generation meiner Eltern als für mich. Dennoch war die Zweiteilung Deutschlands immer Gesprächsthema am Abendessenstisch. Nach meinen Abi war ich mit meinen Kumpels in Ungarn und erlebte die Flucht der Deutschen über Ungarn mit. Am Nebenhaus am Plattensee longierte ein DDR-Funktionär, der sich aufregte, dass wir junge Menschen uns solche Autos und Bikes leisten konnten. Später verfolgten wir die Ereignisse in der Prager Botschaft. Bei dem entscheidenden Satz von Genscher läuft es mir heute noch kalt über den Rücken. Da bin ich nicht allein. Einer Kollegin aus Leipzig, die heute in Nürnberg bei einer Zeitung arbeit, ging es nach eigenen Aussagen ebenso.

Am 9. November 1989 hatte ich keine Politik im Kopf. Ich hatte Karten für ein Konzert von Albie Donnelly‘s „Supercharge“. Die Bläserband gastierte in der TU Mensa München. Soulpower und Rhythm & Blues waren an diesem Abend aber nicht mein Ding und ich verließ das Konzert noch bei den Zugaben. Zu Hause schaltete ich zum Runterkommen die Glotze an und fiel fast vom Stuhl. Die Mauer ist offen. Ostberliner strömten nach Westen. Live wurde im Fernsehen von der Maueröffnung berichtet. Plastikbomber, wie die Trabbis bei uns in der Familie hießen, knatterten durch Westberlin. WOW. Ich war sprachlos. Sofort weckte ich meine Eltern und die Familie versammelte sich vor dem Fernseher. Außerdem versuchte mein Vater bei den Verwandten in der DDR (ohne Anführungszeichen) telefonisch durchzukommen.

Meine persönliche deutsch-deutsche Begegnung hatte ich ein paar Tage später. Ich fuhr mit dem Auto durch meine Heimatstadt und mir kam ein Trabbi entgegen. Ich blendete auf, der Fahrer betätigte die Lichthupe – wir verstehen uns. Die deutsche Einheit konnte kommen.

Quelle – nix geht mehr

1. November 2009

Der Server von Quelle.de ist komplett überlastet. Seit 1. November beginnt die Leichenfledderei und User besuchen, sich von den Quelle-Schnäppchen etwas zu sichern. Aber keine Chance. Seit 6 Uhr war die Seite komplett überlastet. Für einige ist es eine Genugtuung Quelle beim Sterben zu zusehen. Nachdem die Versandhändler den Einzelhandel platt gemacht haben, ist eben jetzt Quelle an der Reihe. Nix geht mehr.

Quelle Server down

Neue Kaffeeautomaten bei Lufthansa

23. Oktober 2009

Neuer Kaffeeautomat bei Lufthansa

Auf eine Neuerung müssen sich Kunden der Lufthansa auf dem Münchner Flughafen einstellen. Nix Schlimmes, aber dennoch was Neues. Die Kaffeemaschinen wurden ausgetauscht. Bisher war es so, dass im Terminal 2, dem LH-Terminal von München, an den Innland-Gates Kaffeeautomaten aufgestellt waren. Diese waren zum Selbstbedienung und standen neben den kostenlosen Tageszeitungen und der w&v herum. Zur Auswahl gab es Kaffee und heißes Wasser. Teetrinker konnten aus einigen verschiedenen Beutel wählen.

Drückte man den Schalter Kaffee, dann war erst ein wenig Warten angesagt. Das Display mit roter Leuchtschrift veränderte sich. Es stand Kaffee schwarz dort und nach wenigen Sekunden wurden die Bohnen gemahlt und die schwarze Brühe floss in den Pappbecher. Ich nahm übrigens immer zwei Pappbecher, denn die Flüssigkeit war mir zu heiß. Immer wieder habe ich beobachtet, dass der Prozess des Befüllens einigen Fluggästen zu lange dauerte und sie immer wieder den Kaffeeknopf drückten. Doch wer ein wenig Zeit mitbrachte, der bekam einen Kaffee als Aufmerksamkeit.

Und heute: Die alten Kaffeeautomaten wurden ausgetauscht. Es gibt jetzt neue und mit viel viel mehr Auswahl. Wo es vorher  zwei Knöpfe zum Drücken gab, sind es nun zwölf. Auswahl und Vielfalt heißt es nun am Gate. Will ich nun einen Milchkaffee oder eine Trinkschoko, einen Cappu oder einfach nur heißes Wasser, denn Teebeutel gibt es nach wie vor. Leider wurde bei der Neuerung etwas vergessen: Die Milch. Es gibt keine Milchflaschen aus Plastik mehr. Bisher konnte ich als Kunde individuell meine Milch hinzugeben. Ich wollte beispielsweise meinen Kaffee immer etwas weißer, während mein Kollege nur einen Hauch Milch wollte. Mit dieser Auswahl ist es nun vorbei. Der Kaffee schmeckt mir nicht mehr bei Lufthansa. Obwohl die Idee sicher gut gemeint war und ich jetzt mehr Auswahl habe, kommt mir mein individueller Kaffeegenuss zu kurz. Es bleibt mir nun wohl nichts übrig, an einem der zahlreichen Cafés am Flughafen einen Kaffee zu kaufen. Schade.

Meine Quelle ist pleite

22. Oktober 2009

Die Quelle ist pleite und obwohl sich die bayerische Politik gegen dieses Faktum wehrt, hat der Markt bereits entschieden. Da nutze es nichts, dass Ministerpräsident Horst Seehofer den Druckauftrag für den letzten Katalog quasi persönlich gab und mit Steuergeldern die Quelle unterstützte. Der Markt hat entschieden, so hart es klingt. Ein Unternehmen wie Quelle hat den Anschluss an die Moderne verpasst. Die Mitarbeiter haben einen guten Job gemacht, versagt hatte die Konzernleitung, die den Laden nicht umgebaut hat. Sagt mal, wofür bekommt ihr eure Gehälter?

Als ob Onlinehandel und verändertes Kaufverhalten nicht zu bemerken sind. Darf ich vorstellen, es gibt da zum Beispiel eine kleine US-Firma. Sie heißt Amazon. Schon mal davon gehört? Ich tu mich schwer, der Quelle richtig nachzuweinen und hier meine ich ausdrücklich nicht die Mitarbeiter. Wie viele kleine Einzelhändler hat Quelle, Karstadt und Co platt gemacht und keiner außer den betroffenen Familien hat geweint. Bei den Kleinen ist keine Staatsknete geflossen. Aber zurück zur Quelle.

Mit der Quelle bin ich aufgewachsen. Meine Eltern waren begeisterte Quelle-Kunden. Der Quelle-Katalog kam ins Haus und dann begann familienintern die Auswahl. Ab und zu fuhr die ganze Familie nach Fürth und kaufte im riesigen Kaufladen direkt ein. Mein Kumpel Bert ist sogar mal Lastwagen für die Quelle gefahren und mein Kumpel Thomas arbeitete in der EDV als es noch Bandmaschinen gab. Unser Heim hatte zahlreiche Quelle-Geräte im Einsatz. Ich glaube, die Eigenmarken hießen Universum und Privileg. Coole Namen aus einem vergangenen Jahrtausend. Meine erste elektrische Schreibmaschine kam von der Quelle und auf ihr tippte ich meine Facharbeit. Sie hatte sogar ein Korrekturband, so dass Tippex nicht mehr gebraucht wurde. Die Maschine hatte eine Schnittstelle und es gelang mir als Schüler später meinen C64 an diese Maschine anzuschließen. Nur die Umlaute ä, ü, ö und das ß wurden nicht gedruckt.

Quelle hatte bei mir aber Schaden als Jugendlicher genommen. Ich wollte unbedingt einen Sony Walkman haben. Das Ding war eine Revolution für mich. Meine Musik auf Kassette immer dabei, immer am Mann. Der Walkman war das Statussymbol in der Schule. Meinen Eltern teilte ich diesen Wunsch mit und ich bekam zu Weihnachten ein mobiles Kassettenabspielgerät der Quelle-Marke Universum. Es hatte sogar noch ein Radioteil und war eigentlich besser ausgestattet als der ersehnte Walkman. Doch es war kein Walkman. Meine Eltern kauften bei der Quelle und da gab es kein Sony.

Doch das war einmal. Quelle ist Geschichte. Etwas Neues kommt nach.

Bundestagswahl 2009

25. September 2009

Ohne Worte – Politikerdrossenheit vor der Bundestagswahl 2009