Summ summ summ, Bienchen summ herum. So ein Lied aus meiner Kindheit, das mir wieder eingefallen ist, als ich diesen Text zum heutigen Weltbienentag tippe.
Bei Biene fallen mir viele Dinge ein: Biene Maja, Der Be-Movie, flotte Biene. Aber im Mittelpunkt steht natürlich der summende Bestäuber. Meine Gattin war jahrzehntelang Imkerin, ich habe vor den summenden, nützlichen Gesellen einfach nur Respekt.
Ziel des Weltbienentag am 20. Mai ist es, auf die Bedeutung der Bestäuber hinsichtlich Artenvielfalt und Nahrungssicherheit hinzuweisen sowie ihren dringenden Schutz zu sichern.
Viele unserer Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Schmetterlinge und Bienen angewiesen. Wichtig für die Nützlinge ist, dass die Pflanzen Nektar enthalten, möglichst viele Arten vorhanden sind und eine lange Blütezeit haben. Es gibt viele Möglichkeiten für einen schmetterlingsfreundlichen Balkon oder Garten, der Bienen und heimische Falter anlockt. Unser Garten ist ein natürlich belassener Garten. Die Biene fühlt sich wohl.
Die Insekten fliegen von Blume zu Blume und saugen Nektar, dabei transportieren sie Blütenstaub von einer Blume zur nächsten und stellen so die Bestäubung sicher. Nützliche Insekten sind unverzichtbare Helfer, wenn wir weiterhin Obst und Gemüse ernten und viele Blumen erleben möchten.
Leider ist in den vergangenen Jahren die natürliche Population der nützlichen Tiere rückläufig und veränderte Umweltbedingungen machen das Leben für Bienen und Schmetterlinge schwer. Durch landwirtschaftliche Monokulturen, Bebauung und auch den Klimawandel wird das Bienensterben immer weiter verschärft, dabei sind 80 Prozent der heimischen Pflanzen auf die sogenannte Insektenbestäubung angewiesen. Auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon kann man mit duftenden Bienenmagneten ganz leicht ein Paradies für die summenden Freunde, sowie auch für sich selbst, erschaffen.
Während Wildbienen zwar keinen Honig erzeugen, sind sie hinsichtlich ihrer Bestäubungsleistung jedoch genauso fleißig wie Honigbienen. Im Gegensatz zur Honigbiene starten einige Wildbienen bereits bei geringeren Temperaturen des Frühjahres ihren Betrieb und besetzen so unverzichtbare Nischen innerhalb der ökologischen Kreisläufe. Sie beginnen oftmals schon mit der Bestäubung von Obstbäumen, während die Honigbiene aufgrund der zu kühlen Außentemperaturen noch ruht. Ein Artenerhalt der Wildbiene ist somit unverzichtbar. Bei uns hausen die Wildbienen in den Löchern von Ziegelsteinen.
Wir haben auch ein selbstgebautes Insektenhotel, was eher mir als den Insekten gefällt. Aber grundsätzlich sind diese Unterkünfte eine gute Sache. Mit Insektenhotels bietet man den Nützlingen zusätzlich zur Nahrungsquelle einen bequemen Unterschlupf. Diese sind der Natur nachgebaut, sie sind robust, mit verschiedenen Materialien bestückt und so konzipiert, dass die Ablage der Eier ungestört stattfinden kann. Schon nach einer Woche kann man bereits zählen, wie viele verschiedene Wildbienen, Florfliegen und sonstige Nützlinge sich angesiedelt haben.
Neulich fand ich in einer Schachtel viele Schätze aus meiner Jugend wieder. Ich fand lang gesuchtes Spielzeug aus den Jahren 1974 bis 1978 wieder, darunter die Comet von Captain Future. Über den Spielzeugfund habe ich gebloggt.
Ich liebte als Kind die Serie, ich verehre noch heute die Musik von Prof Christian Bruhn und ich habe damals bei Spielwaren Reindl in Fürstenfeldbruck das Raumschiff Comet für viel Geld gekauft. Das Modell hieß Future Comet und stammt von Popy.
Es ist kein offizielles Lizenzprodukt, aber ich hab es geliebt. Leider fehlt ein Solarpanel und ich hoffe, es taucht in weiteren Kisten auf. Die Raketen sind alle vorhanden. Das Modell wurde 1978 von der japanischen Firma Popy unter der Produktlinie „Popynica“ veröffentlicht. Es trägt die Modellnummer PB-78 und ist Teil der Chogokin-Serie, die für hochwertige Spielzeuge mit Metallanteilen bekannt ist. Das „Future Comet“-Modell besteht aus einer Kombination von Die-Cast-Metall und Kunststoffteilen. Es verfügt über bewegliche Teile und abnehmbare Komponenten.
Ich hatte mir neulich überlegt, die Comet bei eBay zu kaufen, erschrak aber über die aufgerufenen Preise. Nun hab ich mein persönliches Original wieder.
Ich habe mit Google Notebook einen Podcast geschaffen.
Früher hab ich seine Musik viel gehört und dann lange Zeit nicht mehr. Aber als ich auf einem Privatkonzert der Berliner Band Monsieur Pompadour war, kramte ich wieder meine alten Django Reinhardt Schallplatten hervor.
Monsieur Pompadour ist eine Berliner Band, die seit ihrer Gründung im Jahr 2014 mit einer einzigartigen Mischung aus heiterem Swing, ambitionierter Wildheit und einer Prise Melancholie auftritt. Die vier Musiker – ein belgischer Sänger und Gitarrist, ein ungarischer Geiger, ein adeliger Gitarrenvirtuose und ein schweigsamer finnischer Bassist – vereinen in ihrem Spiel Einflüsse aus verschiedenen Ländern und Kulturen, was sich auch in ihrer Musik widerspiegelt. In dem Münchner Privatkonzert schafften die Musikanten eine wunderbare Stimmung.
Swing Manouche Stilistisch orientiert sich Monsieur Pompadour am Swing Manouche, auch bekannt als Sinti-Jazz, der in den 1930er-Jahren durch das legendäre „Quintette du Hot Club de France“ mit Django Reinhardt und Stéphane Grappelli in Paris entstand. Charakteristisch für dieses Genre ist die perkussive Gitarrenbegleitung, genannt „La Pomp“, die dem Sound einen unverwechselbaren Swing-Drive verleiht. Während im klassischen Swing Manouche der Gesang eher eine untergeordnete Rolle spielt, setzt Monsieur Pompadour auf mehrstimmigen Chorgesang – ein Novum in diesem Genre und ein zentrales Merkmal ihres Bandsounds. Und diesen Gesang konnten die Gäste aus vollen Zügen genießen.
Das Repertoire der Band besteht aus Chansons und Songs über das Leben und die Liebe, die in bis zu sieben Sprachen interpretiert werden. Die Lieder sind geprägt von französischer Leichtigkeit, mitreißender Lebensfreude und gelegentlicher Melancholie. Die Musik lädt gleichermaßen zum Träumen wie zum Tanzen ein und schafft es, das Publikum sowohl mit bekannten Melodien als auch mit neuen, eigenen Stücken zu begeistern. Für mich steht diese Band für Virtuosität, für Witz und für ihre Lebendigkeit.
Album Moustaches Wie ich höre ist Monsieur Pompadour heute ein fester Bestandteil der Berliner Swing-Manouche-Szene und hat sich mit über 500 Konzerten einen Namen gemacht. Ich muss zugeben, dass ich vor ihrem Münchner Konzert nichts von der Band, geschweige die Band kannte. Aber ich hab mir gleich das aktuelle Album „Moustaches“ gekauft und unterschreiben lassen. Es zeigt sowohl die Wurzeln der Band als auch ihre Offenheit für neue Ideen und musikalische Experimente. Mit ihrer Musik schlagen sie eine Brücke zwischen Tradition und Moderne.
Im Kern der Musik stand aber der legendäre Django Reinhardt. Ich schäme mich, dass ich diesen begnadeten Gitarristen lange nicht mehr gehört habe. Er spielt eine zentrale Rolle in der Musik von Monsieur Pompadour. Die Band bringt Reinhardts Musik auf ihre eigene, moderne Weise auf die Bühne und verleiht ihr mit eigenen Arrangements, Instrumentierungen und Gesang einen individuellen Stempel, ohne den Bezug zu ihrem Vorbild zu verlieren.
Als Selbstständiger beobachte ich die Entwicklung mit Interesse: Einmal rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln. Gemeint ist die Diskussion um das Homeoffice.
Die Argumente sind seit langem ausgetauscht, die Emotionen noch lange nicht. Nun schauen wir mal auf aktuellen Zahlen, die unlängst von der Bitkom geliefert wurden: 58 Prozent der Unternehmen ermöglichen mobiles Arbeiten wie Homeoffice zumindest für einen Teil der Belegschaft. Ein Fünftel (20 Prozent) hat früher Homeoffice angeboten, tut dies heute aber nicht mehr. Bei ebenso vielen (20 Prozent) gab es noch nie die Möglichkeit zu Homeoffice. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. In größeren Unternehmen ist Homeoffice dagegen weiter stark verbreitet. So bieten 71 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten mobiles Arbeiten an, in der Größenordnung ab 500 Beschäftigten sind es 74 Prozent. In den kommenden Monaten könnten die Zahlen aber weiter sinken. 15 Prozent aller Unternehmen, die aktuell noch Homeoffice anbieten, wollen die Möglichkeit reduzieren, 5 Prozent sogar ganz abschaffen. In 30 Prozent wurde Homeoffice im vergangenen Jahr bereits zurückgefahren. Knapp die Hälfte (45 Prozent) will an ihrer bestehenden Homeoffice-Regelung dagegen nichts ändern, 3 Prozent wollen das Homeoffice sogar ausbauen.
Ich betrachte meine Kinder. Der Sohn arbeitet in einem Handwerksbetrieb im nächsten Ort, der kann kein HomeOffice machen, weil die Produktionsmittel im Betrieb stehen. Da stellt sich nicht die Frage. Arbeit und Wohnen sind hier dank kurzer Entfernungen möglich.
Die Tochter studiert und arbeitet nebenbei und tut dies beides die meiste Zeit von zu Hause aus. Den Sinn zeitaufwändig in die Hochschule oder an den Büroschreibtisch zu fahren, erschließt sich ihr nur bedingt. Die Anfahrtswege sind einfach rund eine Stunde im Speckgürtel von München: Voller ÖNPV, volle Straßen, keine Parkplätze kosten Überwindung. Von gut organisierten hybriden Arbeitsmodellen mit der Möglichkeit zum Homeoffice können viele Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen profitieren. Wichtig seien gemeinsame Tage im Büro, um Face to Face gut vorbereitet Dinge abzusprechen und dann seine Arbeitsaufträge zu erledigen. Der soziale Faktor der Kommunikation kann nur bedingt durch Videokonferenzen ersetzt werden, aber die Voraussetzung ist, dass sich in einem Meeting jeder konzentriert bei der Sache ist.
Das sieht auch eine Mehrheit der Unternehmen so. 57 Prozent sind überzeugt, dass es Unternehmen, die kein Homeoffice ermöglichen, schwer haben, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. 46 Prozent glauben, dass Rückrufaktionen ins Büro vornehmlich dazu dienen, unmotivierte Beschäftigte loszuwerden. Zwar befürchtet eine deutliche Mehrheit von zwei Dritteln (67 Prozent) der Unternehmen, dass durch Homeoffice der Zusammenhalt im Unternehmen verloren geht, zugleich meinen aber 44 Prozent, dass in der Regel im Homeoffice produktiver gearbeitet wird als im Büro. Und auch ein Aufreger-Thema der vergangenen Monate wird in den Unternehmen gelassener gesehen: 41 Prozent finden es in Ordnung, wenn Beschäftigte private Angelegenheiten während der Homeoffice-Zeit erledigen.
Andere Zahlen: Laut Zahlen des Landesamts für Statistik ist in Bayern der Anteil der Angestellten, die jeden Tag im Homeoffice arbeiten, auch deutlich gesunken. Während vor drei Jahren noch 36 Prozent ausschließlich von zu Hause aus gearbeitet haben, betrug die Quote im Freistaat zuletzt nur noch 21 Prozent.
Leben und Arbeiten Bei den Eltern meiner Frau und bei meinen Eltern waren Leben und Arbeiten entweder im Hause oder im Ort. Weite Pendlerstrecken gab es nicht und daher auch nicht die Diskussion um Homeoffice. Leben und Arbeiten unter einem Dach, das ist auch eine Version von Homeoffice.
Mir bestätigen Pendler im Speckgürtel von München, dass heute viele vom Auto auf den überlasteten ÖPNV umgestiegen sind. Besser im Zug warten, als im Auto im Stadtverkehr von München. Für mich als Außenstehender hat sich Homeoffice in der Arbeitswelt etabliert. Wie ist das bei euch?
Lucio Fulcis Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero) ist ein Paradebeispiel für den italienischen Horrorfilm der frühen 1980er-Jahre – stilistisch markant, atmosphärisch dicht, erzählerisch jedoch brüchig. Der Film setzt weniger auf logischen Plotaufbau als auf eine albtraumhafte Bildsprache, wie sie nur Fulci inszenieren konnte. Ich bespreche und zeige Das Haus an der Friedhofsmauer am Sonntag, 18. Mai um 10:45 Uhr im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Morbide Ästhetik Die Inszenierung lebt von der permanenten Bedrohung, die sich über das unheimliche Haus legt. Fulcis Hang zur morbiden Ästhetik ist überall spürbar: Moder, Verfall und Tod durchziehen die Kulissen wie ein bleierner Schleier. Die Kameraarbeit von Sergio Salvati verstärkt diese Wirkung durch langsame Fahrten, düstere Farben und gezielte Unschärfen, die das Gefühl von Unsicherheit und Wahnsinn erzeugen.
Gewalt wie im Fiebertraum Die Gewalt ist brutal, explizit und bisweilen exzessiv – typisch für Fulci. Dabei geht es ihm weniger um Schockeffekte im modernen Sinne als um das Erzeugen einer grotesken, beinahe surrealen Atmosphäre. Körper werden zerschnitten, Kehlen aufgeschlitzt – doch der Horror wirkt eher wie aus einem Fiebertraum denn wie aus einem klassischen Slasherfilm.
Logik bleibt außen vor Wirklich problematisch ist jedoch das Drehbuch. Die Logik der Handlung bleibt brüchig bis unverständlich. Figuren handeln oft irrational, Dialoge sind hölzern und die psychologische Tiefe der Charaktere bleibt oberflächlich. Man spürt, dass Fulci mehr an der Bildsprache als an narrativer Kohärenz interessiert war. Das macht den Film zwar interessant für Cineasten und Fans des Giallo, aber frustrierend für Zuschauer, die eine nachvollziehbare Geschichte erwarten.
Musikalisch bietet Walter Rizzatis Soundtrack eine passende Mischung aus sanften Klaviermotiven und bedrohlichen Klangteppichen, die zwischen Melancholie und Wahnsinn schwanken – ein unterschätztes Highlight des Films.
Das Haus an der Friedhofsmauer ist weniger ein konventioneller Horrorfilm als ein stilisiertes, morbides Kunstwerk. Wer sich auf Fulcis Logik des Albtraums einlässt, wird mit einzigartigen Bildern und einer dichten Atmosphäre belohnt. Wer jedoch klare Handlung und psychologische Tiefe sucht, wird eher enttäuscht sein. Ein Kultfilm – sperrig, bizarr, faszinierend. Und dennoch ist der Film wichtig für seine Zeit und daher ein würdiger Kandidat für die phantastische Matinee. Karten gibt es hier.
Im idyllischen Kreuzgang des Augsburger Doms treffe ich auf Agnes Hörter, eine passionierte Fotografin und Autorin, die sich auf eine besondere Nische spezialisiert hat: Lost Places – vergessene, verlassene Orte, die sie mit ihrer Kamera dokumentiert und in ihren Büchern lebendig werden lässt. Mit ihrem dritten Werk Lost Places in Bayern widmet sich Agnes erneut dieser Thematik, die für sie weit mehr als bloße Fotografie ist: Es ist eine Reise in vergangene Zeiten, in verfallene Gebäude, die Geschichten erzählen, ohne ein einziges Wort zu sagen.
Die Magie des Verfalls Was fasziniert Agnes an Lost Places? Es sind die einzigartigen Atmosphären, die jeder dieser Orte ausstrahlt – kein verlassener Ort gleicht dem anderen. Ob alte Industrieruinen, verlassene Bauernhöfe oder ehemalige Gaststätten: Sie alle erzählen stille Geschichten. Besonders beeindruckt ist Agnes von großen Industrieanlagen wie der Maxhütte oder der Völklinger Hütte. Die imposante Architektur, alte Maschinen, Rohre und rostige Schornsteine – das ist für sie eine ganz eigene Welt voller Ästhetik und Geschichte. Doch auch kleine, private Orte wie ein verlassener Märchenhof mit zurückgelassener Brille, Zeitung und Wasserflasche berühren sie tief – dort spürt man noch das Leben, das einst dort stattfand.
Dokumentation trifft Emotion Agnes’ Zugang zu den Lost Places ist geprägt von Respekt und Neugier. Sie dokumentiert die Orte, wie sie sind, ohne große Inszenierungen. Nur selten räumt sie störenden Müll weg oder rückt ein Objekt leicht zur Seite. Ihre Aufnahmen entstehen mit einfachen, aber verlässlichen Kamera – eine Sony Alpha 6000 mit Weitwinkelobjektiv und Stativ für größere Anlagen. Eine Drohne ergänzt ihr Equipment, um beeindruckende Luftaufnahmen zu machen.
Zwischen rechtlicher Grauzone und Abenteuerlust Der Zugang zu Lost Places ist nicht immer legal. Agnes betritt nur Orte, die offen zugänglich sind, und achtet darauf, nichts zu beschädigen. Dennoch bewegt sie sich in einer rechtlichen Grauzone, da viele Gebäude keine klaren Eigentümer mehr haben. „Zu ist zu“, ist ihr Grundsatz – abgeschlossen bedeutet: Kein Zutritt. Einmal geriet sie dennoch in eine brenzlige Situation, als sie in einem leerstehenden Krankenhaus unversehens in eine verdeckte Ermittlung der Kriminalpolizei platzte – man hielt sie irrtümlich für eine Kabeldiebin.
Verlust durch Vandalismus Ein großes Problem der Szene ist Vandalismus. Immer häufiger werden Lost Places verwüstet oder gar geplündert. Für Agnes, die mit viel Gefühl und Respekt an die Orte herangeht, ist das besonders schmerzlich. Ein Hotel im Schwarzwald, das bei ihrem ersten Besuch noch vollständig eingerichtet war, wurde kurze Zeit später völlig zerstört. Besonders tragisch ist der Fall des „Rosenhofs“, den sie noch vollständig dokumentieren konnte, bevor er von Dieben ausgeräumt wurde – samt schwerem Mobiliar.
Vernetzte Szene, aber mit Kodex In der Lost-Place-Community gibt es einen unausgesprochenen Ehrenkodex. Adressen werden nur vertrauensvoll weitergegeben, oft mit dem Hinweis, diese nicht weiterzuleiten. Der Schutz der Orte steht im Vordergrund. Dennoch hat sich durch Social Media die Szene stark gewandelt – aus einem einst stillen Hobby ist ein öffentlicher Trend geworden. YouTube-Videos mit reißerischen Titeln sorgen für eine Massenbewegung, die Orte schnell zerstört. Seiten, auf denen Koordinaten verkauft werden, tun ihr Übriges.
Vom Buch zur Ausstellung Agnes plant nicht nur weitere Bücher, sondern auch eine Ausstellung: Im Frühjahr 2026 wird im Kulturhaus Abraxas in Augsburg ihre Ausstellung „Vergessene Welten“ zu sehen sein. Neben klassischen Fotografien wird sie auch Kunstobjekte zeigen – etwa Fotos, die auf Fundstücke wie Ziegel oder alte Teller aufgebracht sind. Ein kreativer Weg, um die Seele der Orte greifbar zu machen.
Technik als Mittel zum Zweck Obwohl sie sich selbst nicht als technikaffin bezeichnet, weiß Agnes ihre Ausrüstung effektiv zu nutzen. RAW-Dateien bearbeitet sie nicht – ihre ältere Software lässt es nicht zu. Stattdessen konzentriert sie sich auf eine natürliche, aber stimmungsvolle Bearbeitung. Ihr Ziel: Die Atmosphäre, die sie selbst vor Ort gespürt hat, im Bild transportieren.
Keine Inszenierung, sondern Bewahrung Agnes versteht sich nicht als Künstlerin, die inszeniert – vielmehr als Dokumentarin, die bewahrt. Ihre Bücher sollen keine Emotionen vorschreiben, sondern Raum lassen für eigene Gedanken. Die Bilder sprechen für sich. Ihre Texte enthalten oft historische Details oder Gedanken, die während der Recherche entstanden sind – manchmal auch mit einem humorvollen Augenzwinkern.
Zukunftsprojekte und Träume Mit dem vierten Buch ist sie bereits gedanklich beschäftigt. Es trägt den Titel „Bunte Ruinen“ und widmet sich der Verbindung von Lost Places und Street Art. Ein spannender Themenkomplex, der erneut aufzeigt, wie kreativ sich verlassene Orte weiterentwickeln können. Und ein Traum bleibt: Lost Places unter Wasser – etwa Wracks oder überflutete Städte. Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen bleibt es aktuell nur ein Wunschtraum, aber: „Man muss ja noch was zum Träumen haben“, sagt Agnes.
Leidenschaft für Vergänglichkeit Agnes lebt ihre Leidenschaft für vergessene Orte mit Herz, Verstand und einem unerschütterlichen Sinn für Authentizität. Sie ist keine Abenteurerin im klassischen Sinn, keine Influencerin mit Effekthascherei – sondern eine sensible Beobachterin und Geschichtenerzählerin. Wer ihre Bücher liest, begibt sich auf eine Reise in die stille Magie des Verfalls und entdeckt dabei nicht nur verlassene Gebäude, sondern auch die Geschichten, die sie bewahren. Also unbedingt in ihr Buch Lost Places in Bayern reinschauen.
Als Vater bin ich verständlicherweise stolz auf meine beide Kinder. Sie gehen beide ihren Weg und wir als Eltern unterstützen sie, wann und wie immer es geht.
Meine Tochter Seraphina hat einen interessanten Weg eingeschlagen. Sie studiert Game Design und ist das extrem engagiert und ehrgeizig in diesem Studium an der privaten Hochschuhe mediadesign München. Heute Abend wird der Deutsche Computerspielpreis verliehen und meine Tochter ist nominiert.
Ich bin stolz wie Bolle und freu mich sehr über die Nominierung des wichtigsten deutschen Preises der Branche. Egal, ob die den Preis bekommt oder nicht: Sie ist in jungen Jahren schon sehr weit gekommen und die Nominierung ist eine tolle Auszeichnung.
Tatort Galerie neu gedacht: In Exhibit A wird die Kunst selbst zum Verdächtigen Und darum geht es: In Exhibit A schlüpft man in die Rolle eines Detektivs und erlebt einen Kriminalfall aus der Egoperspektive: Ein Mord ist geschehen, ein KI-generiertes Bild wurde gestohlen – und die Aufklärung liegt in den Händen der Spielenden. Doch das Besondere an diesem Ermittlungsfall ist nicht nur die fesselnde Atmosphäre, sondern auch die Tatsache, dass die Verdächtigen keine Menschen sind, sondern Kunstwerke: Gemälde und Skulpturen, die sprechen, sich erinnern und Hinweise geben.
Was wäre, wenn man Kunstobjekte befragen könnte? Diese ungewöhnliche Idee bildet den Kern des Spiels und sorgt für ein ebenso originelles wie stimmungsvolles Spielerlebnis. Jedes Kunstwerk ist eine eigenständige Figur mit klar erkennbarer Persönlichkeit, einer durchdachten Hintergrundgeschichte, eigenem visuellen Stil und sogar einem individuellen Soundtrack. Diese kreative Vielfalt macht die Erkundung der Galerie ebenso spannend wie die Spurensuche selbst.
Spielmechanisch überzeugt Exhibit A durch klare, intuitive Bedienung und einen reibungslosen Ablauf. So können sich die Spielenden ganz auf die Ermittlungen konzentrieren, Beweismittel kombinieren, Widersprüche aufdecken und durch die Aussagen der „Kunstzeugen“ Schritt für Schritt den Tathergang rekonstruieren. Die starke Verbindung von Erzählung, Gestaltung und Spielmechanik macht Exhibit A zu einem rundum stimmigen Erlebnis – intelligent, fantasievoll und voller überraschender Wendungen. Hier der Trailer zum Spiel.
Der Deutsche Computerspielpreis ist die wichtigste Auszeichnung für digitale Spiele in Deutschland. Er würdigt herausragende Spieleentwicklungen, fördert kreative Innovationen sowie technische und kulturelle Qualität und trägt maßgeblich zur Sichtbarkeit und Anerkennung der Games-Branche bei. Vergeben wird der Preis jährlich von der Bundesregierung gemeinsam mit dem game – Verband der deutschen Games-Branche. Neben der öffentlichen Wertschätzung erhalten die Gewinnerinnen und Gewinner auch finanzielle Förderung, was insbesondere für Nachwuchsstudios und unabhängige Entwickler von großer Bedeutung ist. Der Preis stärkt die deutsche Games-Industrie und unterstreicht die Relevanz von Computerspielen als Kultur- und Wirtschaftsgut.
Studentenprojekt Fang-tastic Hest Vor kurzem war ich auf einer Werkschau der Hochschule. Dort präsentierte sie uns das Studentenprojekt Fang-tastic Hest, bei dem sie mitgearbeitet hat. Faszinierend und meine Gattin musste es gleich mal ausprobieren. Hier das Video dazu.
Fang-tastic Hest ist ein 2D Point-and-Click-Adventure-Game in dem ein Kobold und seine Freunde beschlossen haben, sich in ein Vampirschloss einzuschleichen und die Reichtümer zu stehlen. Auch dieses Spiel gibt es zum kostenlosen Download.
Wer Japan bereist, wird ihnen immer wieder begegnen: schlichte, elegante Strukturen aus leuchtendem Rot, die wie ein stiller Willkommensgruß über Wegen, in Wäldern oder vor alten Schreinen stehen. Diese sogenannten Torii sind weit mehr als bloße Bauwerke. Sie sind spirituelle Schwellen, magische Pforten, durch die man nicht nur physisch, sondern auch seelisch einen Übergang vollzieht – von der weltlichen Wirklichkeit hin zu einer unsichtbaren, heiligen Dimension. Ich war zwar noch nie in Japan, doch kenne ich durch Fotos und Filme diese faszinierenden Tore.
Ich wollte als Inspiration ein solches Tor besitzen und wurde nach langem Suchen endlich fündig. In Augsburg gibt es das La Maison des Theieres – Das Teekannenkabinett und der Besitzer Christoph Kienle ist ein hervorragender Japanexperte. Lange war er auf der Suche nach dem richtigen Rotton und hat ihn schließlich gefunden. In seinem kleinen Laden in der Weiße Gasse 7 vertreibt er die Tore neben authentischen Teekannen aus Japan. Entdeckt eine feine Auswahl kunstvoll gearbeiteter Teekannen, handgefertigter Teeschalen, erlesener japanischer Teesorten und stilvoller Accessoires rund um den Teegenuss. Darüber hinaus bietet das Geschäft exklusive japanische Küchenmesser, edle Keramikstücke und besondere Geschenkideen – ein Hauch von Japan im Herzen der Augsburger Altstadt.
Aber zurück zu den faszinierenden Toren. Im Shintōismus, der ältesten Religion Japans, markieren Torii die Grenze zwischen der „profanen Welt“ und dem heiligen Raum eines Schreins. Das einfache Durchschreiten eines Torii ist ein symbolischer Akt: Wer unter ihm hindurchgeht, zeigt Respekt, verlässt die Alltagswelt und betritt den Bereich der Kami – der Shintō-Gottheiten, die in Bergen, Bäumen, Flüssen oder eben in Schreinen wohnen. Es ist ein stiller Moment der Hingabe, ein Übergang, der nicht laut verkündet, sondern achtsam vollzogen wird.
Dabei ist die auffällige rote Farbe der Tore nicht zufällig gewählt. Sie trägt tiefe spirituelle Bedeutung – und auch ganz praktische Funktionen. Rot steht im Shintōismus für die Sonne, das Licht, die Lebenskraft. Diese Assoziation ist eng verknüpft mit der Sonnengöttin Amaterasu, einer der zentralen Gottheiten im japanischen Glauben, die als Ahnherrin des japanischen Kaiserhauses verehrt wird. Ihre Energie, ihr Licht, ihr Leben spiegeln sich in der Farbe der Torii wider. Doch Rot ist auch eine schützende Farbe: In der japanischen Volksreligion gilt sie als Abwehr gegen böse Geister, Krankheiten und Unglück. Es ist die Farbe des Lebens, der Kraft, des Glücks – eine Farbe, die nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar wirkt.
Der besondere Rotton, der bei vielen Torii verwendet wird – das sogenannte Zinnoberrot oder Vermillion – hat zudem eine konservierende Wirkung. Das darin enthaltene Quecksilbersulfit schützt das Holz vor Verwitterung, vor Pilzbefall und Insekten. So verbindet sich in den Torii das Heilige mit dem Praktischen, das Spirituelle mit dem Handwerklichen – ein Ausdruck jener japanischen Ästhetik, in der Funktion und Bedeutung nahtlos ineinanderfließen.
Doch Torii ist nicht gleich Torii. Ihre Vielfalt ist beeindruckend und spiegelt die religiöse Tiefe sowie die kulturelle Bandbreite Japans wider. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Haupttypen:
Shinmei-Torii – schlicht, gerade, fast minimalistisch. Diese Form kommt ohne geschwungene Elemente aus, besteht meist aus zwei senkrechten Pfosten und einem geraden Querbalken. Besonders bekannt ist das Ise-Torii, das am heiligsten Schrein Japans, dem Ise-jingū, steht. Es verkörpert Reinheit, Ursprünglichkeit, Konzentration auf das Wesentliche.
Myōjin-Torii – etwas verspielter, eleganter, mit geschwungenen Querbalken, die leicht nach oben zeigen. Diese Form begegnet einem besonders häufig an Schreinen, die dem Reis-, Wohlstands- oder Fuchsgott Inari geweiht sind. Die berühmteste Darstellung ist wohl die endlose Reihe von Tausenden roten Torii am Fushimi Inari-Taisha in Kyōto – ein weltberühmtes Bild, das Pilger und Fotografen gleichermaßen in seinen Bann zieht.
Neben diesen beiden Hauptkategorien gibt es zahllose Varianten: manche mit doppelten Querbalken, mit zusätzlichen Verstärkungen, mit kunstvollen Inschriften oder aus verschiedenen Materialien – von schlichtem unbehandeltem Holz über massiven Stein bis hin zu Beton oder Bronze. Jede Region, jeder Schrein, jede Geschichte bringt ihre eigene Variante hervor. So sind Torii nicht nur spirituelle Markierungen, sondern auch kulturelle Ausdrucksformen, eingebettet in eine lange Tradition von Handwerk, Glaube und Ästhetik.
Und dennoch – bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit haben alle Torii eines gemeinsam: Sie bewahren einen Raum des Heiligen. Sie sind Schwellen zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Und sie erinnern uns – leise, aber deutlich – daran, dass es im Leben Orte gibt, an denen man stillstehen, innehalten und sich verbinden darf. Mit der Natur. Mit dem Göttlichen. Mit sich selbst.
Ich habe von Christoph Kienle die Aussage gehört, die mir gut gefällt: „Ein Torii ist mehr als ein Bauwerk. Es ist eine Einladung. Eine Geste. Ein Übergang. Und vielleicht – ein Versprechen.“
Einmal im Jahr verwandelt sich die Gemeindebücherei Maisach in einen lebendigen Erinnerungsraum: Der Arbeitskreis Geschichte der Gemeinde lädt zur Lesung aus den „Meisaha“-Heften ein, der jährlich erscheinenden Publikation, die sich mit der Vergangenheit und den Geschichten der Gemeinde und ihrer Ortsteile befasst. Die Veranstaltung ist mehr als eine Vortragsreihe – sie ist ein atmosphärisches Zeitfenster, das die Vergangenheit eindrucksvoll gegenwärtig macht.
Die jüngste Lesung bot ein besonders breites Spektrum an Themen und Schicksalen, die allesamt tief mit Maisach und Umgebung verbunden sind. Sie zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie reich, bewegend und manchmal auch kurios die lokale Geschichte ist. Hier die komplette Lesung in einem Stück.
Von Ziegeln und Schicksalen: Die Ziegelei in Rottbach Den Auftakt machte Stefan Pfannes mit einem detaillierten und lebendig erzählten Beitrag zur Geschichte der Ziegelei in Rottbach. Die Wurzeln der Ziegelherstellung in der Region reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Besonders im Fokus stand das Lebenswerk des Landwirts und späteren Bürgermeisters Michael Pschor, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine moderne Ziegelei mit Ringofen errichtete. Trotz großer Investitionen und anfänglicher Erfolge endete das Unterfangen tragisch – mit einem Großbrand, wirtschaftlichem Niedergang und dem vollständigen Verlust des Familienbesitzes.
Die Erzählung wurde ergänzt durch Anekdoten, persönliche Erinnerungen und sogar einen Einblick in das damalige Personalwesen: Maria Riesenberger, eine ledige Bauerntochter, fuhr als erste Frau die Elektrolok der Ziegelei – eine Leistung, die ihr männliches Umfeld laut ihren Worten schlicht nicht zustande brachte. Hier der Vortrag von Stefan Pfannes.
Der Einmarsch der Amerikaner: Kriegsende in Maisach Helga Rueskäfer zeichnete anhand zeitgenössischer Pfarrberichte und kommunaler Dokumente das Kriegsende 1945 nach. Sie las aus den Aufzeichnungen des Pfarrers von Maisach, der den Einmarsch der amerikanischen Truppen als Befreiung beschrieb.
Neben Sachberichten über Plünderungen, Beschlagnahmungen und provisorische Verwaltungsstrukturen fanden auch persönliche Schicksale Erwähnung – etwa der eines russischen Wachmanns, der auf der Flucht erschossen wurde. Der Bericht verdeutlichte, wie abrupt der Zusammenbruch der alten Ordnung kam – und wie schwierig der Weg in eine neue, friedliche Zeit war. Hier der Vortrag von Helga Rueskäfer.
Kindheit im Exil: Ein Flüchtlingsmädchen in Gernlinden Cornelia Schader gewährte mit ihrem Beitrag einen sehr persönlichen Einblick in das Leben ihrer Mutter Brigitte Mann, die 1945 als sechsjähriges Kind mit ihrer Familie aus Ostpreußen nach Gernlinden kam. Die detaillierte Schilderung der Flucht, der ersten Wohnsituation, der Integration in Schule und Alltag rührte das Publikum spürbar.
Mit plastischen Bildern – wie einer aus Fallschirmseide selbstgenähten roten Bluse – wurde deutlich, wie knapp und zugleich hoffnungsvoll das Leben nach der Flucht war. Besonders bewegend: die Erinnerung an die Schulspeisung mit Rosinengrütze und an die Freundlichkeit der amerikanischen Besatzungssoldaten, die Donuts und Schokolade an die Kinder verteilten. Hier der Vortrag von Cornelia Schader.
Bahnunfälle und der Ruf nach Sicherheit Karl Muth las mehrere Abschnitte aus seinem Artikel zu dramatischen Zugunglücken in Maisach und Gernlinden. Besonders eindrücklich war die Geschichte eines tragischen Unfalls im Jahr 1969, bei dem eine junge Frau auf einem ungesicherten Bahnübergang ums Leben kam.
Der ehemalige Bahnbeamte Ludwig Paternoster berichtete aus erster Hand über die Ereignisse, was dem Beitrag emotionale Tiefe verlieh. Die Schilderungen machten zugleich deutlich, wie lange in Maisach für die ersehnte Bahnunterführung gekämpft wurde – ein Mahnmal für die Bedeutung von Verkehrssicherheit. Hier der Vortrag von Karl Muth.
Industrielle Spuren: Das Kalksandsteinwerk in Überacker Stefan Schader präsentierte seinen Text über das heute fast vergessene Kalksandsteinwerk in Überacker. Die Geschichte begann 1960 mit dem Abbau eines Sandhügels, der sich als wirtschaftlicher Rohstoff erwies. Die Fabrik bot neue Arbeitsplätze, lockte Gastarbeiter aus Spanien und Marokko an und veränderte die Sozialstruktur des Dorfes.
Nach der Wirtschaftskrise Mitte der 1970er Jahre wurde das Werk stillgelegt. Heute erinnert nur noch eine Halle an diesen Abschnitt Industriegeschichte. Mit viel Detailreichtum erzählte Schader von Technik, Alltag und Wandel in einem kleinen Ort. Hier der Vortrag von Stefan Schader.
Vom Herzen Maisachs nach Togo Matthias J. Lange las aus seinem Artikel über die Entstehung der „Aktion PIT – Togohilfe“. Aus einer privaten Initiative entwickelte sich in den 1980er Jahren eine der bedeutendsten Togo-Hilfsorganisationen Deutschlands – ihren Ursprung hatte sie in einem Maisacher Wohnhaus. Mit anschaulichen Geschichten von Schulranzen, Feuerwehrbussen und ehrenamtlicher Hilfe bis hin zu globalem Engagement vermittelte der Beitrag eindrucksvoll, wie eine Gemeinde über sich hinauswachsen kann. Besonders berührend war das Erinnern an Elisabeth, das erste Patenkind mit der Startnummer 100, und an die kleinen Erfolge, die in Summe große Wirkung entfalten. Hier der Vortrag von Matthias J. Lange.
Eine legendäre Rauferei Zum Abschluss trug Stefan Schader noch eine amüsante Anekdote vor: eine legendäre Wirtshausschlägerei aus den Nachkriegsjahren, bei der Maisacher Burschen und Mitglieder des Boxclubs Fürstenfeldbruck aneinandergerieten. Der Vater der Müllersöhne rief per Telefon zum Kampf auf und versprach, alle Schäden zu bezahlen – was er später auch tat.
Die Geschichte, längst zu einer Art Dorflegende geworden, sorgte für Schmunzeln und erinnerte an eine Zeit, in der Konflikte oft noch mit Fäusten, aber auch mit Ehre ausgetragen wurden. Hier der Vortrag von Stefan Schader .
Die Lesung des Arbeitskreises Geschichte war ein eindrucksvolles Beispiel für gelebte Erinnerungskultur auf kommunaler Ebene. Die Beiträge reichten von bewegender Familiengeschichte über Industrie- und Verkehrsgeschichte bis hin zu humorvollen Anekdoten – stets fundiert recherchiert, persönlich erzählt und mit dem Herzen bei der Sache.
Die Meisaha-Hefte sind nicht nur eine Chronik der Vergangenheit, sondern auch ein Fenster in das kollektive Gedächtnis der Gemeinde. Die Veranstaltung in der Gemeindebücherei Maisach zeigte: Geschichte lebt, wenn man sie erzählt. Und Maisach hat viel zu erzählen.
Meine Mutter ist dieses Jahr verstorben und ich brauche keinen Muttertag, um ihr Danke zu sagen. Dennoch kommt man um diesen Tag nicht umher bei all dem Tamtam.
Der Muttertag hat seine Ursprünge in den Vereinigten Staaten. Er geht auf die Initiative der US-Amerikanerin Anna Jarvis zurück, die 1908 erstmals einen Gedenktag zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter veranstaltete. Ihr Ziel war es, die Leistungen und die Bedeutung von Müttern öffentlich zu würdigen. 1914 wurde der Muttertag in den USA offiziell als nationaler Feiertag eingeführt. Von dort aus verbreitete sich die Idee weltweit. In Deutschland wurde der Muttertag 1923 erstmals gefeiert.
Rührseliger Feiertag Vielleicht sehe ich es jetzt auch böse: Der Muttertag – ein scheinbar rührseliger Feiertag, der seinen Ursprung in den USA hat und heute vor allem von Blumenläden und Pralinenherstellern gefeiert wird. Die Idee stammt von Anna Jarvis, die 1908 ihrer verstorbenen Mutter gedenken wollte. Was ursprünglich als ehrliche Würdigung gedacht war, wurde nur wenige Jahre später zum kommerzialisierten Pflichttermin. Schon Jarvis selbst distanzierte sich später wütend von dem, was aus ihrem Anliegen geworden war. In Deutschland wurde der Tag 1923 eingeführt – nicht zuletzt mit Unterstützung der Blumenindustrie. Heute ist der Muttertag vor allem eines: ein Termin im Kalender, an dem man mit einem Strauß Rosen das ganze Jahr über unsichtbare Care-Arbeit scheinbar wiedergutmacht.
Mutterbild geändert Ja, ich vermisse meine Mutter, aber ich brauche keinen Muttertag um ihr zu danken und um mich zu erinnern. Also bin ich einmal journalistisch an den Muttertag herangegangen. Zum Muttertag öffnet sich der Geldbeutel – doch wer gibt mehr aus: Söhne oder Töchter, Gen Z oder die Babyboomer? Der Schokoladen-Spezialist Hachez hat gemeinsam mit Civey nachgeforscht.
Die Rolle der Mutter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Mütter sind längst nicht mehr nur für die Familie da, sondern meistern den Spagat zwischen Beruf, Kindererziehung und eigenen Interessen. Während sich die Lebensrealitäten von Müttern gewandelt haben, bleibt eines konstant: die Wertschätzung für ihre Rolle. Der Muttertag bietet für die Industrie die Gelegenheit, dies mit kleinen oder großen Gesten auszudrücken.
Vielleicht ist Muttertag auch nur eine Erfindung der holländischen Blumenindustrie, erzählte meine Mutter jedes Jahr spöttisch. Sie war für den Einkauf von mehreren Blumenabteilungen mehrerer Supermärkte zuständig und sie machten zum Muttertag ein fettes Geschäft. Unabhängig vom Budget bleibt seit Jahren eines konstant: Blumen sind das beliebteste Muttertagsgeschenk. Ein Viertel der befragten Männer setzt auf den klassischen Muttertagsstrauß. Platz zwei belegt der Gutschein für ein gemeinsames Erlebnis, das klassische Schokoladen-Geschenk belegt den dritten Platz – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Schoki-Klassiker bei allen Generationen beliebt Wenn es um den Muttertag geht, ist Schokolade weiterhin unter den Top Geschenken bei den Deutschen – und Pralinen stehen bei allen Generationen an erster Stelle (46 %). Kein Wunder: Die edlen Schoko-Kreationen verbinden Genuss mit Wertschätzung und lassen sich perfekt als kleine Aufmerksamkeit verschenken. Während die 30- bis 39-Jährigen zudem gern zur Schokolade mit Marzipan greifen (11 %), setzen die 40- bis 49-Jährigen auf klassische Tafelschokolade (10 %). Egal ob edle Pralinen, Marzipan oder die gute alte Tafel – Schokolade bleibt das süßeste Dankeschön.
Männer greifen tiefer in die Tasche Im Schnitt geben Männer mehr Geld für Muttertagsgeschenke aus als Frauen. Während 21 % der befragten Söhne bereit sind, mehr als 20 EUR in die Mama zu investieren, sind es bei Töchtern nur 11 %.
Gen Z ist am großzügigsten Zwischen den Generationen gibt es deutliche Unterschiede im Ausgabeverhalten zum Muttertag. Die 18- bis 29-Jährigen planen zwar das höchste Budget: Über 10 % der Befragten möchten 50 Euro oder mehr für ein Geschenk investieren. Allerdings zeigt sich die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen insgesamt am spendabelsten – sie geben im Schnitt bis zu 40 Euro für Muttertagsgeschenke aus. Menschen über 40 investieren hingegen etwas weniger und liegen bei circa 30 Euro.
Und was mache ich am Muttertag? Ich werde das Grab meiner Eltern besuchen und ihrer gedenken.