Um 14:57 Uhr war es am 2. November bei mir soweit. Da aktualisierte sich die Apple Musik Bibliothek und ich konnte den letzten Song der Beatles Now and Then hören.
Meine Frau und ich lauschten dem Gesang von John Lennon andächtig, schweigsam und nachdenklich. Was für ein emotionales Erlebnis eine neue Aufnahme der Fab Four zu hören und was für ein schönes Lied. Mich hat Now and Then berührt. Die Vinyl-Single in Blau wird heute im Laufe des Tages eintreffen und ich werde ein Unoxing-Video nachschieben. Hier die schwarze Ausgabe.
Die Geschichte von Now and Then haben wir in den vergangenen Tages immer wieder gehört: Lennon wurde 1980 von dem Fanatiker Chapman erschossen. 1979 nahm er im Dakota diesen Song auf eine einfach Audiocassette auf. Yoko Ono gab 1994/5 diese Audiocassette an Paul McCartney weiter mit der Gesangsaufnahme von Lennon samt Klavier. Das lange Zeit mythologisierte John-Lennon-Demo wurde erstmals im Februar 1995 von Paul, George und Ringo im Rahmen des Projekts The Beatles Anthology bearbeitet, blieb aber unvollendet, unter anderem wegen der unmöglichen technischen Herausforderungen bei der Arbeit mit der Stimme, die John in den 1970er Jahren auf Band aufgenommen hatte. Das Band hat einfach gebrummt.
Der Ort des Mordes an John Lennon.
Die Rest-Beatles wollten diese letzte Aufnahme fertigstellen, zur baren Münze umwandeln und somit veröffentlichen, doch Produzent und Techniker Jeff Lynne (ELO) scheiterte technisch an der Aufnahme. Die Technik der Zeit war einfach noch nicht so ausgereift. Das Ding brummte einfach zu stark. Es konnten nur die Songs Free as a Bird und Real Love von der gleichen Kassette gerettet und veröffentlicht werden. Now and Then war unmöglich zu produzieren – Stimme und Klavier waren zu stark miteinander verwoben – und das Brummen.
Erst als Regisseur Peter Jackson sich an die Rekonstruktion von Get Back machte, war es technisch möglich Lennons Stimme und sein Klavier und das Brummen zu trennen. Die Stimme von John Lennon wurde isoliert und war durch KI-Technik glasklar. Machine Learning analysierte den Gang und optimierte ihn. Ein bedeutender Beweis für die positive Arbeit von KI-Technologie. Die Rest-Beatles, nunmehr nur noch Paul und Ringo, entschlossen sich 2022/3 nun doch Now and Then zu veröffentlichen. George Harrison war ja 2001 an Krebs verstorben – der Gitarrenpart von Now and Then basiert aber auf seinem Gitarrenspiel. Es wurde nun Streicher hinzugefügt, die allerdings nicht wussten, dass es sich um eine Beatles-Aufnahme handelte. Paul schummelte hier und erklärte den Musikern, dass es sich um ein neues Stück von ihm handelte – also strengste Geheimhaltung.
Und so läuft bei mir Now and Then in Endlosschleife – zugegeben mit Tränen in den Augen. Nach zig Mal hören fiel mir am Ende eine Stimme aus. Etwa bei 4:04 Minute. Nur ein Wort am Ende des Songs, ich glaube es klingt nach Ringo. Ein Vermächtnis? Ein Fehler? Ein Hinweis? Und ich muss mal in den entsprechenden Beatles Foren nachlesen.
Ich sitze auf dem Sofa und träume. Natürlich wird Now and Then die Musik nicht mehr revolutionieren. Es ist keine bahnbrechende Aufnahme, aber verdammt noch mal, es sind die Beatles. Was für eine geniale Band waren die Beatles doch gewesen. Danke an Yoko Ono, dass sie das Tape weitergegeben hat. Der letzte Beatles-Song und ich war dabei.
Ich bin kein unbedingter Freund von Andrea Nahles, aber ich würdige es als Demokrat, wenn sie oder andere sinnvolle Beiträge abgeben, die ich unterschreiben kann. Wie unlängst wieder geschehen. Ich halte meinen Blog in der Regel frei von Politik und Religion, aber melde mich dann und wann zu Wort, wenn ich es für richtig halte.
So wie jetzt: Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, fordert eine bessere Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern auf die Arbeitswelt. Sie sagte, dass in den Schulen die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung der Kinder und Jugendlichen früher beginnen müsse. Damit hat die Frau absolut recht. Ich bin beruflich viel an Schulen, meine beiden Kinder haben Schulen durchlaufen und ich arbeite viel, sehr viel für Mittelstandskunden. Und hier gibt es eine große Lücke zwischen Schule und Wirtschaft.
Für mich steht fest: Schule hat sich von dem Wirtschaftsleben und der wirtschaftlichen Realität sehr weit entfernt, die eine Schulart mehr, die andere weniger. Schüler wissen oftmals gar nicht, wie Wirtschaft funktioniert. Das Produkte und Dienstleistungen erarbeitet werden müssen und das Geld nicht einfach so vom Staat kommt. Viele Jugendliche sind völlig überrascht und überfordert, wenn sie mit dem Wirtschaftsleben konfrontiert werden. Das fängt mit klassisch Rechnen und Schreiben an und endet bei einfachen wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Ich arbeite unter anderem für das bayerische Friseurhandwerk und auch für eine lokale Bäckerei und betreue dort die Social Media Kanäle in Instagram, Facebook und YouTube. Und dort habe ich viel mit Nachwuchswerbung zu tun. Mein engagierter Bäckermeister und seine Frau arbeiten mit ihrer Familie Tag und Nacht und sind ein hervorragender Ausbilungsbetrieb. Immer wieder gehe ich auf Termine in Schulen mit und bin mit der Ahnungslosigkeit von Jugendlichen konfrontiert.
Die Lehrerschaft muss den Stoff ihres Lehrplans durchbekommen unter zum Teil schwierigen Verhältnissen und jede Interessengruppe fordert, dass ihr Anliegen berücksichtigt wird. In meiner Kindheit gab es in der Grundschule Handarbeit und Werken. Ich hätte gerne am Gymnasium auch Sachen wir Hauswirtschaft gelernt, aber es gab eher Latein oder Altgriechisch. Wichtig für die Wissenschaft (vielleicht). Auffallend ist nach den Worten von Nahles beispielsweise, dass in Gymnasien und Förderschulen die Berufsvorbereitung oft nur eine geringe Rolle spiele. So sei ein obligatorisches Praktikum zu wenig. Nahes wünsche sich mehr Verbindlichkeit in den Lehrplänen der Länder. Ein Tag des Handwerks im Jahr bei uns in Bayern ist ja nett, aber eigentlich nur ein Feigenblättchen. Ich will keine Schuldzuweisungen, aber ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit. Viele Bürojobs – irgendwas mit dem Computer – wird künftig mehr und mehr von der KI erledigt.
Ganz wichtig ist aber Ehrlichkeit: Kinder sind unsere Zukunft und wir müssen an dieser Zukunft ehrlich arbeiten. Hier ein paar Gedanken als Anregung: Die Vorbereitung von Schülern auf das Berufsleben ist für mich ein wichtiger Aspekt der Bildung. Es ist wichtig, dass diese Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Schüler und die Anforderungen der sich wandelnden Arbeitswelt abgestimmt sind. Eine umfassende und ganzheitliche Herangehensweise an die Berufsvorbereitung kann dazu beitragen, dass Schüler besser auf ihre zukünftigen beruflichen Herausforderungen vorbereitet sind. Hier sind einige Möglichkeiten, wie man Schüler besser darauf vorbereiten kann:
Berufsberatung und -orientierung Frühzeitige Berufsberatung kann Schülern helfen, ihre Interessen, Stärken und Fähigkeiten zu erkennen. Schulen können Berufsberater einbeziehen, um Schülern bei der Erkundung verschiedener Berufsfelder zu helfen.
Praktika und Jobshadowing Praktika und Jobshadowing ermöglichen es Schülern, Einblicke in verschiedene Berufe zu gewinnen, indem sie direkt am Arbeitsplatz Erfahrungen sammeln. Dies hilft ihnen, die praktische Seite von Berufen zu verstehen. Jobshadowing, auch als „Schattenarbeit“ oder „Jobbegleitung“ bekannt, bezieht sich auf eine Methode der beruflichen Vorbereitung, bei der ein Schüler die Möglichkeit hat, einen Tag oder eine bestimmte Zeitperiode mit einem erfahrenen Fachmann in einem bestimmten Berufsfeld zu verbringen. Während dieser Zeit „schattet“ die Person praktisch den Berufstätigen, indem sie ihm oder ihr bei der Arbeit folgt, Fragen stellt und Einblicke in den Alltag und die Verantwortlichkeiten des Berufs erhält. Das Hauptziel des Jobshadowings besteht darin, aus erster Hand zu erleben, wie die Arbeitswelt eines bestimmten Berufs aussieht. Dies kann eine wertvolle Gelegenheit bieten, die praktischen Aspekte, die Herausforderungen und die Dynamik eines Berufs kennenzulernen, bevor man sich für eine bestimmte Karriereentscheidung entscheidet.
Berufsausbildung Schulen können Berufsausbildungsprogramme in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen anbieten. Diese Programme können Schülern praktische Fähigkeiten und Fachwissen vermitteln, die in bestimmten Berufsfeldern benötigt werden.
Projektbasiertes Lernen Durch projektorientiertes Lernen können Schüler Fähigkeiten wie Teamarbeit, Problemlösung und Kommunikation entwickeln. Solche Fähigkeiten sind im Berufsleben äußerst wichtig. Meine Kinder haben davon kaum etwas in der Schule gemacht.
Finanzkompetenz Schüler sollten grundlegende Finanzkenntnisse erwerben, wie z.B. Budgetierung, Steuern, Sparen und Investieren. Diese Fähigkeiten sind für eine erfolgreiche finanzielle Zukunft unerlässlich.
Soft Skills Neben Fachwissen sind Soft Skills wie Kommunikation, Zusammenarbeit, kritisches Denken und emotionale Intelligenz entscheidend für den Erfolg im Berufsleben. Schulen können diese Fähigkeiten durch interaktive Aktivitäten und Gruppenprojekte fördern.
Digitale Kompetenz In der heutigen digitalen Welt sind grundlegende Kenntnisse in der Nutzung von Computern, Software und digitalen Tools unerlässlich. Schüler sollten in diesen Bereichen geschult werden.
Entrepreneurship-Erziehung Die Förderung unternehmerischer Denkweise kann Schülern helfen, kreativ zu denken, Chancen zu erkennen und Lösungen für Probleme zu finden. Schulen könnten Workshops oder Kurse zum Thema Unternehmertum anbieten.
Berufsvorbereitende Kurse Schulen könnten spezifische Kurse anbieten, die Schüler auf bestimmte Berufsfelder vorbereiten, sei es in den Bereichen Technik, Medizin, Kunst oder Handwerk.
Mentoring Die Einbindung von Fachleuten aus verschiedenen Berufsfeldern als Mentoren kann den Schülern wertvolle Einblicke und Anleitung bieten.
Kommunikation mit Eltern Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Eltern ist wichtig, um sicherzustellen, dass Schüler sowohl in der Schule als auch zu Hause auf das Berufsleben vorbereitet werden.
Flexibles Lernen Angesichts sich ständig verändernder Berufsanforderungen ist es wichtig, Schülern beizubringen, wie sie kontinuierlich lernen und sich anpassen können.
Wir gehen in die siebte Runde mit Ethan Hunt und begleiten ihn und seine Freunde auf ihre unmöglichen Missionen und es wird mit MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING Teil 1 schon gleich der nächste Teil des Kino-Franchise angekündigt, also Runde zwei wohl in absehbarer Zeit.
Gleich vorweg: Der Film macht Spaß, aber wenn man ehrlich ist: Kennste einen, kennste alle. Verschwörung, Geheimnisse, drohende Worte, hinterhältige Intrigen – alles schon mal gesehen, aber es macht Spaß den neuen Aufguss wieder im Kino zu genießen, sei es nun in der siebten Wiederholung. Dieses Mal muss sich Ethan Hunt mit einer Künstlichen Intelligenz herumschlagen und reitet damit vorausschauend auf der aktuellen KI-Welle mit. Wie sagte schon der Philosoph Elon Musk: KI ist gefährlicher als Atombomben. Hier spielt der Film geschickt mit aktuellen Entwicklungen und Ängsten. Das Schicksal der Welt liegt in den Händen des IMF-Agenten und dir fast drei Stunden vergehen ohne Langeweile.
Aber auch hier stellt der geneigte Zuschauer fest: Alles schon mal irgendwie gesehen: U-Boot aus roter Oktober, Fiat 500 aus tödlicher Mission (okay da war es eine Ente), Zug aus dem Orient-Express und diversen Indy Jones-Filmen. Und man fragte sich immer wieder: Ist Ethan Hunt eigentlich der bessere James Bond? Natürlich hinkt der Vergleich, denn Bond ist dann doch eine Klasse für sich, aber irgendwie ähneln sich die Filme unserer Helden immer mehr.
Einen Vorteil hat Ethan Hunt gegenüber James Bond allerdings. Er hat als Regisseur Christopher McQuarrie fast schon dauerhaft an seiner Seite. Christopher McQuarrie hat schon einige Filme mit dem US-Superstar gedreht und harmoniert ausgezeichnet mit seinem Star. Er tut der IM-Reihe und vielen Tim Cruise einfach gut und das vertrauensvolle Zusammenspiel merkt man, seit dem er das 2008 das Drehbuch zum Cruise-Filme Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat verfasst hat. Der IM-Film wurde ja in der Corona-Zeit gedreht und die Unterbrechungen merkt man den Film nicht an – er wirkt wie in einem Guss.
Aber MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS hat einige interessante Sidekicks zu bieten, ob Absicht oder nicht, kann ich nicht sagen. Ein Bösewicht, wenn nicht gar der böseste aller Bösewichte heißt Gabriel. Sofortige Assoziation zum Erzengel Gabriel. Er wird oft mit wichtigen Botschaften und Offenbarungen in Verbindung gebracht, zum Beispiel als Überbringer der Botschaft an Maria über die Geburt von Jesus. Die KI als neue Gottheit und Gabriel ist der Überbringer? Und nun kommt es knüppeldick. MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS schaut kräftig bei der deutschen Romantik ab. Damals ging es ja entweder um entwendete Briefe oder entwendete Schlüssel. Der Film dreht sich um die Suche nach einem Schlüssel mit dem die KI beherrscht werden kann.
Der Schlüssel hat in der Literatur von Friedrich Schiller und in der deutschen Romantik verschiedene Bedeutungen. Eine wichtige Rolle spielt der Schlüssel als Symbol für das Geheimnisvolle, das Verborgene oder das Unbekannte. Er kann als Metapher für den Zugang zu verborgenen Wahrheiten, tiefen Emotionen oder geheimnisvollen Welten dienen. Der Schlüssel kann auch als Symbol für die Suche nach Freiheit, Erkenntnis oder der eigenen Identität verwendet werden. In Schillers Werken wird der Schlüssel oft als Mittel zur Lösung von Konflikten oder zur Erlangung von Wissen eingesetzt. In der deutschen Romantik wird der Schlüssel häufig mit Elementen wie Naturmystik, Traumwelten und dem Streben nach Transzendenz verbunden. Ist Tom Cruise gar ein Fan vom alten Schiller? Da sollten wir den Herrn mal befragen. Folgt man dieser Interpretation, eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Folgt man ihr nicht, dann ist MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS ein weiterer solide gemachter Action-Film, der drei Stunden Unterhaltung bringt und bei Kinobesitzer bei der Planung des Programm für einen Nervenzusammenbruch sorgt. Kinostart in Deutschland ist der 13. Juli 2023
Die Welt ist durch KI im Umbruch. Gestern kamen zwei Meldungen ins Postfach, die ich interessant finde, weil sie zeigen, welche Möglichkeiten KI für die Entertainment Industrie möglich sind: Paul McCartney kündigt dank KI einen letzten Beatles-Song an und Pumuckl kommt mit der Stimme des verstorbenen Hans Clarin wieder.
Ich freu mich auf die Beatles 2023 Es ist wohl der Lennon-Song Now And Then von 1978, der auf einer Democassette lag und nun aufgepeppt wurde. McCartney hatte das Demo-Tape „For Paul“ von Lennons Witwe Yoko Ono erhalten. Die Tracks wurden größtenteils mit einem Ghettoblaster aufgenommen, während der Musiker in seiner New Yorker Wohnung am Klavier saß. Für die Neuveröffentlichung wurde die Stimme Lennons durch KI von früheren Aufnahmen herausgefiltert. „Wir konnten Johns Stimme nehmen und sie durch diese KI pur bekommen“, sagte der 81jährige Paul McCartney der BBC. Die beiden anderen Songs auf der Cassette waren Free as a Bird und Real Love, die bereits 1995 und 1996 veröffentlicht wurden. Jetzt war die Technik soweit, dass der Songs überarbeitet werden konnte. Die Aufnahme soll noch dieses Jahr erscheinen. Ich bin dabei.
Pumuckl 2023 mit zwei Stimmen „Meister Eder und sein Pumuckl“ war in den 1980er Jahren eine der beliebtesten Kinder- und Familienserien Deutschlands. Die Geschichten über den kleinen, rothaarigen Kobold und seinen Schabernack haben bis heute Kultstatus. Jetzt kehrt er endlich zurück: In 13 Folgen der Serie „Neue Geschichten vom Pumuckl“. Ausgestrahlt werden die neuen Folgen Ende 2023 auf RTL+, RTL und Super RTL. Premiere hat die Serie am 24. Juni 2023 auf dem Kinderfilmfest in München. Pumuckl ist zurück – die Figur wird gespielt und gesprochen von Schauspieler und Kabarettist Maxi Schafroth und per KI mit der Original-Stimme von Hans Clarin. Für Pumuckls Stimme wurde zum ersten Mal überhaupt in diesem Umfang mittels Künstlicher Intelligenz die Stimme Schafroths in die unverkennbare Pumuckl-Stimme von Hans Clarin umgewandelt. Für alte und neue Pumuckl-Fans stellt RTL+ exklusiv beide Stimmversionen parallel zum Streamen bereit. So ist Pumuckl sowohl mit der Stimme von Hans Clarin als auch mit der von Maxi Schafroth erlebbar.
Das wird an mir vorbeigehen, nicht weil ich die KI-Version nicht mögen würde, sondern weil mir die neuen 3D-Animationen nicht gefallen – und wo ist eigentlich der Meister Eder?
Es überschlagen sich die Ideen beim Thema KI und aus der Flut von Innovationen ist es schwer den Überblick zu behalten. Ich bin auf die KI DragGAN vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken gestoßen, die das Potential hat, Bildbearbeitung komplett zu verändern. Das Projekt kommt vom angesiedelten Saarbrücken Research Center for Visual Computing, Interaction and Artificial Intelligence (VIA). Es wird im August auf der SIGGRAPH vorgestellt, die ich früher jedes Jahr besucht habe. Es war für mich immer das Muppet Labor von Prof. Bunsenbrenner, wo die Zukunft schon heute gemacht wird.
Kleidungsstücke an einem digitalen Avatar anprobieren und von allen Seiten begutachten? Die Blickrichtung des Haustieres auf dem Lieblingsfoto anpassen? Oder die Perspektive auf einem Landschaftsbild verändern? Eine neue Methode verspricht nun, sie auch für Laien zugänglich zu machen – dank KI-Unterstützung mit wenigen Mausklicks. Hier ist die Dokumentation dazu. Die neue Methode hat das Zeug dazu, die digitale Bildbearbeitung zu verändern. „Mit ‚DragGAN‘ entwickeln wir derzeit ein Werkzeug, dass es dank einer übersichtlichen Nutzeroberfläche auch Laien ermöglicht, komplexe Bildbearbeitungen vorzunehmen. Sie müssen nur die Stellen im Foto markieren, die sie verändern möchten. Dann geben sie in einem Menü an, welcher Art die Veränderung sein soll – und mit nur wenigen Mausklicks kann jeder Laie dank KI-Unterstützung die Pose, den Gesichtsausdruck, die Blickrichtung oder den Blickwinkel auf einem Foto, beispielsweise von einem Haustier, anpassen“, erklärt Christian Theobalt, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Informatik, Direktor des Saarbrücken Research Center for Visual Computing, Interaction and Artificial Intelligence und Professor an der Universität des Saarlandes am Saarland Informatics Campus.
Generative Modelle Möglich macht das die Künstliche Intelligenz, genauer gesagt die „Generative Adversarial Networks“, kurz GANs. „Wie der Name sagt, handelt es sich bei GANs um generative Modelle, also solche, die neue Inhalte wie Bilder synthetisieren können. ‚Adversarial‘ zeigt an, dass es sich um ein KI-Modell handelt, in dem zwei Netzwerke gegeneinander spielen“, erklärt der Erstautor des Papers, Xingang Pan, Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Informatik und am Saarbrücker VIA-Center. In einem GAN arbeiten ein Generator, der Bilder erstellt, und ein Discriminator, der entscheiden muss, ob die Bilder echt sind oder vom Generator erstellt wurden, gegeneinander. Das System wird so lange trainiert, bis der Discriminator die Bilder des Generators nicht mehr von echten Bildern unterscheiden kann.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten Die Einsatzmöglichkeiten von GANs sind vielfältig. Neben der offensichtlichen Anwendung des Bildgenerators sind GANs zum Beispiel gut darin, Bilder vorherzusagen: Die sogenannte Video-Frame-Prediction prognostiziert das nächste Bild eines Videos, was den Datenaufwand beim Videostreaming reduzieren kann. Die GANs können zudem niedrig aufgelöste Bilder hochskalieren und die Bildqualität verbessern, indem sie die Position der zusätzlichen Pixel der neuen Bilder vorhersagen.
„In unserem Fall erweist sich diese Eigenschaft von GANs als vorteilhaft, wenn in einem Bild zum Beispiel die Blickrichtung eines Hundes geändert werden soll. Das GAN berechnet dann im Grunde das ganze Bild neu und antizipiert, wo welches Pixel im Bild mit der neuen Blickrichtung landen muss. Ein Nebeneffekt davon ist, dass DragGAN auch Dinge berechnen kann, die vorher etwa durch die Kopfposition des Hundes verdeckt waren. Oder wenn der Nutzer die Zähne des Hundes darstellen will, kann er dem Hund auf dem Bild die Schnauze öffnen“, erklärt Xingang Pan. Auch im professionellen Kontext könnte DragGAN genutzt werden. Beispielsweise könnten Modedesigner den Zuschnitt von Kleidern nachträglich in Fotos anpassen oder Fahrzeughersteller könnten mit wenigen Mausklicks verschiedene Design-Konfigurationen eines geplanten Fahrzeuges durchspielen.
DragGAN funktioniere zwar bei verschiedenen Objektkategorien wie Tieren, Autos, Menschen und Landschaften, die meisten Ergebnisse seien bisher mit GAN-generierten, synthetischen Bildern erzielt worden. „Die Anwendung auf beliebige vom Benutzer eingegebene Bilder ist immer noch ein schwieriges Problem, das wir untersuchen“, ergänzt Xingang Pan.
Das neue Tool der Saarbrücker Informatiker sorgte bereits wenige Tage nach Veröffentlichung des Preprints in der internationalen Tech-Community für Aufsehen und gilt vielen als der nächste große Schritt in der KI-gestützten Bildbearbeitung. Während Tools wie Midjourney dazu genutzt werden können, neue Bilder zu erstellen, vereinfacht DragGAN die Nachbearbeitung von Bildern enorm. Die neue Methode wird federführend am Max-Planck-Institut für Informatik und dem darin angesiedelten, gemeinsam mit Google eröffneten „Saarbrücken Research Center for Visual Computing, Interaction and Artificial Intelligence (VIA)“entwickelt, in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of Pennsylvania. Neben Professor Christian Theobalt und Xingang Pan waren an dem Paper unter dem Titel „Drag Your GAN: Interactive Pointbased Manipulation on the Generative Image Manifold“ beteiligt: Thomas Leimkühler (MPI INF), Lingjie Liu (MPI INF und University of Pennsylvania), Abhimitra Meka (Google) und Ayush Tewari (MIT CSAIL). Das Paper wurde von der ACM SIGGRAPH-Konferenz akzeptiert, der weltweit größten Fachkonferenz für Computergrafik und interaktive Technologien, die vom 6. bis 10. August 2023 in Los Angeles stattfinden wird. Ich bin neidisch und würde gerne auch mal wieder dorthin.
Durch Produkte der Künstlichen Intelligenz ist die Welt im Umbruch – wieder einmal. Ich setze KI-Software wie ChatGPT oder Dalle E2 bewusst ein, um meinen Arbeitsalltag zu erleichtern. Und ich fühle mich in die Zeit zurückversetzt, als analoge Fotografie durch digitale Fotografie in großen Teilen abgelöst wurde. Panik und Zorn ergriff die analogen Fotografen als die Pixelschubser aufgetaucht sind. Und jetzt ergreift die Szene wieder die Panik, denn ein Gespenst geht um in der Welt, das Gespenst der Fotografie mit KI.
Von analog zu digital Als Nikon-Fotograf mit F3 und F4 und spontan 801S schaute ich damals skeptisch auf die digitale Fotografie mit den Klickkisten mit extremen Auslöseverzögerungen. Aber ich probierte und tastete mich vor. Mit der Zeit schickte ich meinen analogen Wagenpark samt Labor in Rente und verstand mehr und mehr die Welt der digitalen Fotografie. Meine erste Digitalkamera war die Apple QuickTake, die eher einem Fernglas aus Star Wars ähnlicher sah als einem Fotoapparat. Dann ging es aber rasant weiter, ich investierte in Hard- und Software. Meine letzte Nikon war die D3X und ich liebe heute meine digitale Fujifilm X100V. Ich glaube zu wissen, was ich fotografisch kann und wie ich die Technik bedienen muss, damit das Bild herauskommt, das ich im Kopf habe.
Von digital zu KI Dieses Wissen um Zeit und Blende, dieses Wissen um Licht und Schatten kommt mir jetzt zu Gute, wenn ich mit KI-Bildgeneratoren arbeite. Das Foto entsteht im Kopf, ich muss lernen den Promt zu formulieren, um das gewünschte Resultat zu erhalten. Es kommt auf meine Fähigkeit an, den Promt möglichst exakt zu formulieren. Und ich muss diese Fähigkeit noch besser entwickeln, noch besser schulen. Die entstandenen Bilder bearbeite ich noch mit Bildbearbeitungssoftware weiter. Nachdem mir der Photoshop durch die Abo-Politik von Adobe vergrault wurde, nehme ich nun Affinity Photo als Ersatz.
KI tötet Fotografie Dann lese ich aber den Protest der (Digital-)Fotografen im Netz. KI tötet die Fotografie. KI tötet die Kreativität. Das halte ich nur für bedingt wahr – und diese Schreierei kenne ich noch von den Kulturkampf und Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie. Viele der heutigen selbsternannten Foto-Puristen verwenden schon lange KI, ohne es allerdings benennen. Digitale Bilder werden schon in der Kamera oder am Rechner nachbearbeitet – oft mit Einsatz von eingebauten KI-Systemen. Moderne Kameras haben Maschine-Learning eingebaut. Machen wir uns nichts vor: Wir nutzen KI doch schon lange und jetzt unterscheiden wir zwischen guter KI und böser KI in der Fotografie. Ist das wirklich ehrlich? Und bevor Missverständnisse aufkommen. Natürlich fotografiere ich digital weiter mit der Fujifilm oder mit dem iPhone.
Sofortbilder als Provokation Als Gegenbewegung und vielleicht auch ein bisschen als Provokation fotografiere ich ab und zu mit einer analogen Sofortbildkamera – da geht nix mit KI und das ist klassische Fotografie pur. Ich habe zum Leidwesen meiner Frau noch einige Kameras im Fotoschrank. Aber meine SX-70 der Marke Polaroid kommt wirklich nur bei speziellen Anlässen zum Einsatz, eher schon die preiswerten instax Minis. Da gibt es wirkliche Überraschungen, denn die Sofortbildkameratechnik war und ist nicht perfekt auf mich abgestimmt. Vielleicht ist Sofortbild die einzig wahre Fotografie?
Die KI-Chatbot ChatGPT bewegt die Gemüter weltweit und hat die Chance, die Kommunikation und Wissensvermittlung auf den Kopf zu stellen. Seitdem OpenAI die KI ChatGPT im Research Preview Mode kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, erstaunt das Tool mit seiner vielfältigen Einsetzbarkeit und dem Umgang mit Sprache, Texten und Aufgaben, die Nutzer an die Künstliche Intelligenz (KI) stellen. Und was diese lernende KI nicht alles kann: In Sekunden Aufsätze und Reden schreiben, Texträtsel lösen, Programme entwickeln, Referate entwickeln, Lebensläufe vorschlagen und vieles mehr. In einer Online-Schulung des Instituts für politische Bildung wurden rund 60 Teilnehmer auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Ein Teilnehmerkommentar angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen: „Ich bin platt, das muss man erst einmal verarbeiten.“
ChatGPT in der Version 3 ist die Abkürzung für Generative Pretrained Transformer, Version 3. Entwickelt wurde sie von dem Non-Profit-Unternehmen OpenAI Inc, das auch die Bild-KI DALL E2 entwickelt hat. Microsoft sicherte sich die Rechte an der Vermarktung des Systems und setzt es probeweise in seiner Suchmaschine Bing ein. Eine akute Gefahr für den Suchmaschinenriesen Google, der mit dem eigenen Chat-Bot BARD die Aufholjagd aufgenommen hat, bisher aber noch nicht so richtig überzeugen konnte. Der Datenbestand von ChatGPT stammt aus dem Jahre 2021. Das bedeutet, dass aktuelle Ereignisse von dem Bot im Moment nicht bearbeitet werden.
Es zeigt sich, dass die Software noch Fehler macht, aber in der Lage ist, zu lernen und sich zu optimieren. Daher ist bei all der Euphorie über ChatGPT vor allem Medienkompetenz beim Nutzer angesagt. Absolut verlässlich sind die Ergebnisse des KI (noch) nicht. Quellenkritik ist angesagt und dennoch sind die Ergebnisse faszinierend.
Was liegt bei einem Seminar der HSS näher, als mit dem Chat-Bot ein Interview über politische Bildung, die HSS und ihre Leitung zu machen.
Auf die Frage: „wie wichtig ist politische Bildung?“ gibt der Bot eine zufriedenstellende Antwort. Dort heißt es unter anderem: „Politische Bildung ist äußerst wichtig für eine funktionierende Demokratie und eine aktive Bürgerschaft. Sie befähigt Menschen, an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen und sich für ihre Interessen und Anliegen einzusetzen.“
Auch die Frage nach der Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung konnte der Bot korrekt beantworten. „Ja, die Hanns-Seidel-Stiftung ist mir bekannt. Es handelt sich um eine politische Stiftung, die der Christlich-Sozialen Union (CSU) nahesteht und sich für eine freie und demokratische Gesellschaft einsetzt. Die Stiftung fördert Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie internationale Zusammenarbeit und Entwicklungszusammenarbeit.“
Aber im Laufe des Interviews beginnt das System Fehler zu machen und gibt falsche Informationen aus. Auf die Frage nach dem Vorsitzenden und dem Generalsekretär werden Fehlinformationen präsentiert. ChatGPT behauptet, dass der aktuelle Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung Markus Söder sei, der auch Ministerpräsident des Freistaats Bayern in Deutschland ist. Der Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung sei aktuell Johannes Hintersberger. Beide Informationen sind falsch.
Als ChatGPT auf den Fehler hingewiesen wird und mit Markus Ferber als Vorsitzenden und Oliver Jörg als Generalsekretär konfrontiert wird, weicht die Software zurück und erfindet Informationen. „Es tut mir leid, mein vorheriger Antwort war nicht auf dem neuesten Stand. Tatsächlich war Markus Ferber bis April 2021 der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung und Oliver Jörg war bis Ende 2020 Generalsekretär. Ich bitte um Entschuldigung für die Verwirrung.“ SIEHE SCREENSHOT4 Als eindeutig die Position der Herren Ferber und Jörg vom Menschen klargestellt wird, nimmt der Bot die neuen Informationen in seine Datenbank auf. „Vielen Dank für die Korrektur. Es tut mir leid, dass meine vorherige Antwort nicht auf dem neuesten Stand war. Markus Ferber ist in der Tat der aktuelle Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung und Oliver Jörg ist der Generalsekretär. Ich werde meine Datenbank aktualisieren, um sicherzustellen, dass ich korrekte Informationen habe. Nochmals vielen Dank für Ihre Korrektur und Entschuldigung für etwaige Unannehmlichkeiten.“
Erstes Fazit nach der Online-Schulung. Die Möglichkeiten von ChatGTP sind enorm, das System macht Fehler und der bedienende Mensch muss über Medienkompetenz verfügen. Ein alleiniger Verlass auf die KI wäre fatal. Die HSS wird sich in weiteren Seminaren des Instituts für politische Bildung mit den Herausforderungen der KI-Systeme beschäftigen. Die nächsten Seminare sind in Planung.
Der Artikel erschien ursprünglich auf der Website der HSS.
Die braune Vergangenheit verkauft sich noch immer bestens. Kaum eine Woche in der Hitler und seine Mischpoke nicht durch die Gazetten getrieben werden oder dass eine mehr oder weniger marktschreierische Sendung in der Glotze läuft: Hitlers Hund, Hitlers Wohnung, Hitlers Autos. Das war so und es ist so. Die Faszination am absoluten Bösen ist allgegenwärtig.
Als Jugendlicher entsetzten mich die gefälschten Hitler-Tagebücher vom Stern und als junger Erwachsener blieb mir das Lachen im Halse bei Schtonk! von Helmut Dietl stecken. Als junger Journalist versuchte ich den Hype um diese Hitler Tagebücher zu verstehen. Wegweisend halte ich das Buch Der Skandal um die Hitler-Tagebücher von Michael Seufert.
Michael Seufert war zum Zeitpunkt des Skandals Redakteur beim STERN und kennt alle Beteiligten. Schonungslos und detailliert berichtet er, warum ausgerechnet im Fall Hitler-Tagebücher alle normalen Kontrollmechanismen beim Stern versagten. Dieses Buch ist die persönliche und spannende Aufarbeitung einer wahren Geschichte, die vor allem von Machtgelüsten, Geheimhaltungswahn und Karrieren, von Blindheit und der Gier nach dem großen Geld handelt.
Ausgezeichnet gemacht war die Podcast-Reihe Faking Hitler vom Stern. Aber ich war neugierig und wollte einmal gerne einen Blick in die Fälschungen werfen. Und nun ist es soweit: Nach 40 Jahren wurden die gefälschten Hitler-Tagebücher veröffentlicht. Der NDR veröffentlicht die gefälschten Hitler-Tagebücher von 1983 in einer kritischen Ausgabe mit wissenschaftlichen Kommentierungen des Historikers Professor Hajo Funke von der FU Berlin.
Dem NDR ist es gelungen, die kompletten 60 Bände der „Hitler-Tagebücher“ lesbar und auch recherchierbar zu machen. Mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz konnte die gefälschte Handschrift Hitlers in ein Transkript übersetzt werden. Damit wird erstmals in vollem Umfang deutlich, in welcher Absicht die Fälschungen verfasst wurden und wie der Stern bereit war, die NS-Geschichte neu zu deuten und zu verharmlosen. Diese sind unter ndr.de/hitlertagebuecher abrufbar. Die Suche ist hier zu finden.
Für den Historiker Prof. Hajo Funke von der FU Berlin, der für den NDR die „Tagebücher“ gelesen und das Projekt wissenschaftlich begleitet hat, ein klarer Akt von Geschichtsfälschung: „Diese Tagebücher sind Ausdruck von Holocaustleugnung. Das ist eindeutig. Sie wollten Hitler von den schlimmsten Verbrechen der Nazis freisprechen“, so Funke in einer Pressemitteilung des NDR. Die Historikerin Heike Görtemaker, die ebenfalls Teil des wissenschaftlichen Beirats war, unterstreicht die massive historische Umdeutung. „Der fiktive Hitler hat mit nationalsozialistischen Gewaltverbrechen nichts zu tun. Er ist sogar derjenige, der versucht, andere seiner Parteigenossen im Zaum zu halten“, so Görtemaker. „Kujau erfindet hier eine positive Hitlerfigur.“
Nach der Veröffentlichung im Netz verbrachte ich einen Tag mit dem Lesen des wirren Zeugs von Fälscher Konrad Kujau. Hitler wusste angeblich nichts vom Holocaust. Das ist die zentrale Erzählung der gefälschten „Hitler-Tagebücher“, die der NDR nach 40 Jahren zum ersten Mal vollständig auswerten konnte. Bislang heute liegen die Originalbände der „Tagebücher“ gesperrt im Safe bei Gruner + Jahr. Dem Projekt des NDR liegen Kopien der Tagebücher zugrunde.
An zahlreichen Stellen erzählt die Fälschung, die der Stern 1983 Zug um Zug als historische Wahrheit veröffentlichen wollte, wie sich ein vermeintlicher Hitler um eine wohlwollende Lösung für die Juden einsetzt. So schreibt der vermeintliche Hitler am 31. Juli 1941, man solle die Juden zur schnellen Auswanderung bewegen oder ihnen „einen sicheren Landstrich in den besetzten Gebieten suchen, wo sie sich selbst ernähren und verwalten können.“ Zu diesem Zeitpunkt war der Holocaust längst von den Nazis radikal entfesselt. Damit wird deutlich, was der Stern 1983 damit meinte, „die Geschichte des Dritten Reiches wird in großen Teilen neu geschrieben werden müssen.“
Wie böswillig die Tagebücher arbeiten, zeigt der Eintrag vom 20. Januar 1942, an dem die Wannsee-Konferenz stattfand, bei der die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung organisiert wurde. Sogar an diesem Tag zeichnet der vermeintliche Hitler ein vollkommen verzerrtes Geschichtsbild: „Erwarte die Meldungen der Konferenz über die Judenfrage. Wir müssen unbedingt einen Platz im Osten finden, wo sich diese Juden selbst ernähren können.“ Diese historische Holocaustfälschung zieht sich in den Tagebüchern über viele Jahre. Hier Zitate vom NDR:
5.2.1942: „Hake nochmals nach, wo nur die ganzen Juden hin sollen. Glaube, darum soll ich mich auch noch kümmern.“ 18.2.1942: „Was wird nur mit den Juden. Keiner will sie haben.“ 21.5.1942: „Möchte nur wissen, wie weit Himmler mit dem Judenproblem ist.“ 29.11.1942: „Wir kommen nicht weiter mit dem Judenproblem. Keiner will sie haben, selbst unbesiedeltes Gebiet stellt man uns für die Umsiedelung nicht zur Verfügung.“ 23.5.1943: „Sorge macht mir unser Judenproblem. Nach den mir vorliegenden neuesten Meldungen will sie keiner haben.“ 11.1.1945: „Nun sehe ich das ich mit den Juden viel zu human umgegangen bin.“
Mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz konnten die Fälschungen erstmals auch vollständig nach Schlagworten durchsucht werden. Dabei zeigt sich, dass alle Begriffe des Holocaust nicht vorkommen. Schlagwörter wie „Endlösung“, „Gaskammer“ oder Hinweise auf die Vernichtungslager Auschwitz, Sobibor, Majdanek oder Treblinka fehlen vollständig.
Doch wie ist die „Holocaust-Fälschung“ in die Tagebücher gekommen? Wie die neuen Recherchen belegen, war der Fälscher der „Hitler-Tagebücher“, Konrad Kujau, tiefer in ein neonazistisches Umfeld verstrickt als bislang bekannt. So hatte Kujau bis in die frühen 80er-Jahre hinein Kontakte zum Umfeld des Neonazi-Führers Michael Kühnen, der Leiter der später verbotenen Aktionsfront Nationaler Aktivisten (ANS) war. Kujau war offenbar eng verbunden mit dem Pressesprecher Kühnens, Lothar Zaulich, mit dem er gemeinsam in den 70er-Jahren Hitlerfälschungen verkaufte. So erstellte Zaulich Reproduktionen von Hitler-Portraits und brachte Kujau bei, wie man sie mit gefälschten Hitler-Unterschriften versieht.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelte gegen Zaulich von Oktober 1983 bis März 1984, weil er im Verdacht stand, Kujau bei der Herstellung und dem Verkauf seiner Fälschungen unterstützt zu haben. In den Verhören nach dem Stern-Skandal berichtete Zaulich, dass seine Zusammenarbeit mit Kujau mit einer Diskussion darüber begann, wie einfach es sei, historische Dokumente zu fälschen – Zaulichs Beispiel dafür war die angebliche „Vergasungslüge“ der Alliierten. Eine direkte Teilnahme Zaulichs an der Fälschung der „Hitler-Tagebücher“ konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Bei der Durchsuchung von Zaulichs Wohnung am 13. Oktober 1983 fand die Polizei allerdings weitere Hinweise auf eine enge Zusammenarbeit, etwa ein professionelles Fotolabor, eine Werkstatt zur Herstellung von Reproduktionen und Das Buch der NSDAP von 1934 mit „fertigen Bildelementen von bekannten Kujau-Fälschungen“. Eine andere Quelle bestätigt, wie Kujau und Zaulich die Hitler-Handschrift perfektionierten. So sollen sie aus historischen Dokumenten die Unterschrift Hitlers abfotografiert haben, um sie auf weißes Papier zu projizieren. „Mittels dieser Projektionen übte dann der spätere Hitlertagebuchfälscher Konrad Kujau das Autogramm Hitlers stundenlang, bis er es mit äußerster Präzision in jeder Lebenslage aus dem Handgelenk schreiben konnte“, beschreibt es später der Neonazi und Kühnen-Vize Thomas Brehl in seiner Autobiographie. „Weder Michael Kühnen noch ich verstanden es damals, dass die Verstrickung des Pressechefs der neonazistischen ANS/NA in die Stern-Affäre von den Behörden, zumindest aber von den Medien totgeschwiegen wurde“, so Brehl. Der Stern äußert sich auf Anfrage nicht zu den neuen Recherchen des NDR, so der NDR in einer Pressemitteilung. Man betont lediglich, dass man die Originale der Tagebücher nie für die Öffentlichkeit freigegeben habe, um „Missbrauch zu verhindern“. Eine 2013 vom Stern zugesagte Freigabe der Originale an das Bundesarchiv ist bis heute nicht erfolgt.
Ein Dateiformat feiert 30. Geburtstag und ich feiere mit. Ich habe damit seit 30 Jahren gearbeitet und habe verdrängt, wie es vorher war. Vielleicht kommen andere Formate doc, xls, jpg, MP3, gif und mpeg vorbei und essen mit dem Geburtstagskind PDF ein Stück Kuchen. Verzeihen Sie mir den Quatsch.
Aber: PDF – drei Buchstaben haben die Welt verändert und ich habe das Dateiforamt jeden Tag im Einsatz: Ob Abschlussarbeit oder Ankündigung des Flohmarkts in der Nachbarschaft, ob erste Bewerbung oder behördliche Dokumente. Kaum ein Datei-Format hat den digitalen Alltag von Milliarden Menschen so sehr geprägt wie das PDF. 1993 hat Adobe das Format auf den Markt gebracht, das sich in den darauffolgenden drei Jahrzehnten zum populärsten Dateiformat der Welt entwickeln sollte. Inzwischen ist das Portable Document Format (PDF) nicht mehr aus der digitalen Welt und dem digitalen Dokumentenmanagement wegzudenken.
Adobe-Mitgründer John Warnock hat im Rahmen eines Projektes namens „Camelot“ das Format entwickelt. Heute wie schon in der Ideenskizze von 1990 steht das PDF für die Möglichkeit, Dokumente über die Grenzen von Betriebssystemen, Software-Anwendungen und Geräten hinweg auszutauschen, ohne dass sich das Erscheinungsbild ändert. Empfänger können jedes PDF daher genauso lesen und ausdrucken wie die Absendenden selbst. Mit der ISO-Freigabe vor 15 Jahren hat Adobe das PDF der Öffentlichkeit dauerhaft kostenlos zur Verfügung gestellt und auch der Adobe Acrobat Reader – der Viewer für PDF-Dateien – ist heute frei zugänglich. Während all dieser Zeit blieb das PDF hochfrequent genutzt und entwickelte sich stets weiter, parallel zu den immer neuen Möglichkeiten der digitalen Welt.
Features, Funktionen und noch mehr Inhalte „Unsere Vision für Camelot ist es, eine Sammlung von Dienstprogrammen, Anwendungen und Systemsoftware bereitzustellen, so dass ein Unternehmen effektiv Dokumente aus jeder Anwendung erfassen, elektronische Versionen dieser Dokumente überall hin senden und diese Dokumente auf jedem Gerät anzeigen und drucken kann“, schrieb Warnock Anfang der 90er Jahre über das Camelot-Projekt (The Camelot Project; J. Warnock). Bereits in der ersten Version PDF 1.0 wurden Links, Lesezeichen, eingebettete Schriftarten und RGB-Abbildungen unterstützt. Doch Warnock und seine Mitstreiter*innen hatten bei Dokumenten stets weit mehr im Blick als die rein digitale Version von bedrucktem Papier. So wurden PDF und Acrobat schon sehr bald unter anderem um Suchfunktionen, Artikel-Threads oder Java-Script-Elemente und eine starke Verschlüsselungstechnologie erweitert.
Neueste Erweiterungen setzen auf die Möglichkeiten von KI Ob neue Features, Funktionen, Plug-ins, Integrationen oder die Unterstützung weiterer Inhalte – auch nach drei Jahrzehnten bleibt das PDF eine Herzensangelegenheit der Adobe-Entwickler, die das Format immer noch smarter, sicherer und komfortabler gestalten. Dies umfasst z.B. die Möglichkeit, audiovisuelle Inhalte mit einzubinden und auch Integration ist eine der Kerncharakteristiken, die das Format so erfolgreich haben werden lassen. Dazu gehört, dass das PDF seit 2001 mit Microsoft-Produkten kompatibel ist und sich so ein Großteil der Microsoft-eigenen Formate in PDF konvertieren lassen. Der zuletzt eingeführte Liquid-Mode, der ein revolutionäres Leseerlebnis von PDFs in Acrobat ermöglicht und mithilfe der KI Adobe Sensei das Layout speziell für mobile Endgeräte fortwährend optimiert, ist ein weiterer Beleg für die stetige Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit.
Jedes Jahr zu Jahresbeginn überschlagen sich die Voraussagen, wie sich die Social-Media-Landschaft verändert. Es ist en wenig wie der Blick in die Glaskugel. Ich habe mal die Ideen von Pivo übersetzt und mit meinen Erfahrungen bereichert, ob ich zustimmen kann oder nicht. Pivo ist für mich der virtuelle Kameramann, den ich nutze, wenn ich keinen realen Kameramann für meine Video zur Hand habe.
Pivo-These 1. Nano-Influencer werden ihren großen Auftritt haben Da große Kreativbudgets der Vergangenheit angehören, berichten kleine und mittelgroße Content-Ersteller von sinkenden Sponsoring-Angeboten. Stattdessen konzentrieren sich Marken auf leichter zugängliche Influencer mit weniger Followern (sogenannte Nano-Influencer). Sie sind nicht nur billiger, sondern erreichen auch ein größeres Publikum. Das liegt an ihrer wahrgenommenen Glaubwürdigkeit: Weniger Follower bedeuten mehr Interaktion und Persönlichkeit. Meine Meinung: Ich bin selbst ein Nano-Influencer und kann im Moment von keiner veränderten Anfrage durch Agenturen berichten. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich (noch) weigere für das chinesisches Datenfressernetzwerk TikTok zu produzieren, wohin die Jugend abwandert. Vielleicht sind meine Themen aber auch uninteressant für Markenartikler. Allerdings: In meinem Umfeld stelle ich eine verstärkte Werbetätigkeit bei Nano-Influencer fest. Mein Fazit: Kann sein, kann aber ach nicht sein.
Pivo-These 2. Social Audio wird weiter wachsen Nach dem Erfolg von Plattformen wie Twitters Spaces und Clubhouse werden die sozialen Netzwerke auch in Zukunft die Möglichkeiten von Social Audio ausschöpfen. Dieser Trend zu audiobasierten Inhalten wird voraussichtlich weiter zunehmen, da die Nutzer nach immersiveren und interaktiven Online-Erlebnissen suchen. Social Audio ist auch nach der Pandemie weiterhin beliebt, da die Nutzer nach intimeren digitalen Verbindungen suchen und das Metaverse weiter wächst. Meine Meinung: Ein klares NEIN, Social Audio wird eine Nische bleiben, außer Corona oder eine andere Seuche bricht aus und wir haben wieder einen Lockdown. Ich stelle in meinen Seminaren immer wieder Social Audio vor, aber die Teilnehmer interessieren sich nicht dafür und nehmen erst recht nicht daran teil. Mein Fazit: Social Audio wird nicht wachsen, sondern weiter zurückgehen. Ich halte die These von Pivo für falsch.
Pivo-These 3. Authentizität wird herrschen Plattformen wie BeReal und Herausforderungen wie Instagram Candid ermutigen die Nutzer, authentischere Inhalte zu teilen. Infolgedessen bevorzugen die Verbraucher jetzt reale Erfahrungen gegenüber auffälligen Promi-Kampagnen. All dies wird wahrscheinlich zu einer verstärkten Nutzung von nutzergenerierten Inhalten (UGC) durch Vermarkter führen. Sie werden nicht mehr von steifen #sponsoredposts begeistert sein, sondern organische Kundenrezensionen und Erfahrungsberichte werden zu den wichtigsten Faktoren für den Markenerfolg. Meine Meinung: Hier stimme ich zu, denn Authentizität war, ist und wird immer Content-King sein. Natürlich wird Hochglanz seinen Platz in Instagram behalten, aber Menschen wollen Menschen folgen und sich mit ihnen austauschen. Lackaffen oder Möchtegern-Promis werden verlieren, weil sie einfach falsch sind. Mein Fazit: Authentizität ist kein neuer Trend, sondern wesentlicher Bestandteil für Kommunikation. Daher würde es mich freuen, wenn Pivo richtig liegt. Wahrheit kommt immer an.
Pivo-These 4. KI wird ein größerer Teil des täglichen Lebens werden Es wird erwartet, dass KI im Jahr 2023 noch mehr zum Mainstream wird, insbesondere in Bereichen wie der Texterstellung, wo eine Software wie ChatGPT bereits ihre (leicht nervtötenden) Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat. Dieser Trend zur Automatisierung wird sich wahrscheinlich fortsetzen, da Unternehmen versuchen, ihre Prozesse zu rationalisieren und die Effizienz zu verbessern. Meine Meinung: Vollkommen richtig und viele Leute wissen noch immer nicht, wie weit KI schon in ihrem Leben vorhanden ist. In Seminaren höre ich immer: Wie kann man an diesem Trend nicht mitmachen? Meine Antwort: Der Zug ist längst abgefahren, Sie haben nur die Möglichkeit zu regulieren. Mein Fazit: KI bricht über uns herein und ich gibt noch keine Regulierung. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und ich bin mit meinen Medienkompetenz-Vorträgen gefordert, Wissen unters Volk zu bringen.
Pivo-These 5. Videoinhalte werden weiterhin dominieren Es wird erwartet, dass kurze Videoinhalte im Jahr 2023 die Vorherrschaft in den sozialen Medien übernehmen werden, wobei Plattformen wie TikTok die Führung übernehmen. Laut Data.AI verbringen die Nutzer von TikTok durchschnittlich 23,6 Stunden pro Monat mit der App und sind damit klarer Spitzenreiter, was die verbrachte Zeit angeht. Daher müssen Unternehmen und Kreative ihre Strategien anpassen, um mehr Videoinhalte einzubinden, damit sie relevant bleiben und ihr Publikum ansprechen. Meine Meinung: Vollkommen richtig. Nachdem Videotelefonate zugenommen haben, wird auch der Konsum von mobilen Videos weiter zunehmen. Instagram ist schon lange keine Fotoplattform mehr, YouTube führte Shorts ein und auch ich habe den Trend aufgenommen und in neue Ausrüstung investiert. Mein Fazit: Bewegtbild wird weiter zunehmen und ich möchte auch 2023 einen neuen Videopodcast an den Start bringen. Und weil die Voraussagen von Pivo stammten, benutze ich auch weiterhin den Pivo Kameramann, versprochen.
Und jetzt bin ich interessiert, was Sie über die Trends 2023 denken?