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Wie das iPad meinen Arbeitsalltag verändert

24. Juli 2014

Der Apple-CEO Tim Cook erledigt nach eigenen Angaben rund 80 Prozent seiner Arbeiten am iPad und nutzt nicht mehr einen Mac dazu. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass Apple und IBM in Sachen Firmen-Apps kooperieren, habe ich mir meine Arbeitsweise mal näher angesehen und bewusst reflektiert.

Apple und IBM hatten ja vor kurzem eine exklusive Partnerschaft bekannt gegeben, die die marktführenden Stärken beider Unternehmen zusammenführt, um die Mobilität in Unternehmen durch eine ganz neue Kategorie an Apps zu verändern, die IBMs Big Data und Analytik-Fähigkeiten auf iPhone und iPad bringen.

Nun, 80 Prozent der Arbeiten sind es bei mir nicht, da hat Herr Cook wohl ein anderes Nutzerverhalten als ich – dachte ich zumindest am Anfang, Grundsätzlich hat der Apple-Chef recht. Das iPad hat mein privates und berufliches Leben verändert. Aber bis ich den Mac in Rente schicken kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Meine hauptsächlichen Arbeiten am Mac, sei es jetzt das MacBook Pro oder der Mac Pro, sind Videoschnitt, DTP und Bildbearbeitung. Auch PDF-Erstellung und Fotoarchivierung läuft noch über den schnellen Maschinen. Das Thema 3D möchte ich gar nicht erst ansprechen. Aber wenn ich meinen Arbeitsablauf ansehen, dann brauche ich Video, DTP, Foto, aber nicht den ganz Tag.

Das iPad ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Ich diktiere sehr viel, surfe durchs Netz und konsumiere Musik und Filme. Auch soziale Netzwerke nutze ich hauptsächlich über das Apple-Device.

Meine Präsentationen, wie hier vor 500 Lehrern beim regionalen Schulentwicklungstag in Niederbayern, mache ich nur noch mit dem iPad.

Meine Präsentationen, wie hier vor 500 Lehrern beim regionalen Schulentwicklungstag in Niederbayern, mache ich nur noch mit dem iPad.

Jetzt ist der Übergang zwischen Berufs- und Privatleben bei mir als Freiberufler fließend. Auf dem Sofa checke ich schon mal am iPad in meiner Freizeit meine beruflichen Mails oder reagierte auf Kommentare auf meiner beruflichen Facebook-Seite redaktion42. Aber so richtig macht sich der Zeitenwechsel bei meiner Arbeit unterwegs bemerkbar. Ich bin für Vorträge viel auf Reisen und früher schleppte ich den Rechner mit, um meine Vorträge zu halten. Das ist in der Regel vorbei. Ich habe heute nur noch mein iPad mini dabei, wenn ich meine Keynote-Präsentationen halte. Nach dem letzten Update ist Keynote für mich das ultimative Präsentationsstool, zudem die wichtigsten Präsentationen von mir in der iCloud liegen. Damit hat die Schlepperei ein Ende. Das iPad mini mit den VGA- und HDMI-Adapeter ist überall einsatzbereit. Als nächstes werde ich mir noch ein Apple TV besorgen, um das iPad mini drahtlos an die HDMI-Beamer anzuschließen. Allerdings: Die Verbreitung von HDMI-Beamer ist bei meinen Kunden eher noch ein Mangel. Verdammt: Also hier hat Mister Cook komplett recht behalten: Bei meiner Präsentationsarbeit nutze ich das iPad nahezu zu 100 Prozent. Beim Erstellen allerdings nutze ich den Mac, weil ich auf meine Foto- und Filmdatenbank zurückgreifen muss.

Tim Cook hat recht. Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Tim Cook hat recht. Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Ich saß in der Macworld-Keynote in San Francisco als Steve Jobs das iPad vorgestellt hat. Wir waren als Publikum begeistert, dass der Guru zu uns sprach. Aber wir wussten allerdings nicht recht so, wozu das iPad gut sein sollte. Kaum hatten wir es in den Händen und einige Zeit genutzt, war uns klar: Es ist ein perfektes Konsumgerät. Nach und nach stellte sich heraus, dass es aber auch ein exzellentes Produktionsgerät ist. Mein Alltag als mobiler Journalist wäre ohne iPhone/iPad nicht mehr vorstellbar. Erst neulich habe ich einen ausgebuchten Kurs zum Thema Mobile Journalismus gegeben und zeigte dort, wie sich die Welt verändert.

Das iPad gehört heute zum Alltag meiner Familie. K1/2 nutzen es, deutlich mehr als den Rechner. Sogar das lästige Latein-Volkabeltraining passiert am iPad von K1. Und immer wieder kommt die Frage, warum das Kind noch Schulbücher schleppen muss? Warum können diese Bücher nicht einfach als eBook vorliegen und die elende Schlepperei der Kinder hätte ein Ende? Wer verhindert eigentlich hier schon wieder im Land von Laptop und Lederhose? K1 und K2 werden in eine Welt wachsen, in der ihr Rechner nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Schon heute sind ihre iPod touch der ständige Begleiter. Sie dienen als Fotoapparat oder Musikabspielgerät. Die Kommunikation von zu Hause erfolgt über FaceTime, wenn ich unterwegs bin. Im Moment stellt sich die Frage, brauchen die Kinder überhaupt noch einen Mac oder reicht nicht einfach ein iPad Air?

 

Mega-Neuerung in Apples Keynote

18. April 2014

Da ich viele Vorträge halte und nicht gerne meine Ausrüstung durch die Gegend tragen will, nehme ich zum Präsentieren mein iPad mini. Meine Präsentationssoftware ist Apple Keynote, da ich sie für sehr intuitiv halte. Ein Buch zum Erlernen der Software braucht es nicht. Am 7. April bekam Keynote wieder ein Software-Update auf 6.2 und auch die iOS-Version wurde auf 2.2 aktualisiert. Die Aktualisierungen sind sehr sinnvoll und mein Workflow hat sich weiter optimiert. Danke Apple.

Bei einer Präsentation probierte ich am iPad mini die neuen Features aus. Viele Neuerungen liegen unter der Motorhaube wie Dateiexport oder Fehlermeldungen, aber die verbesserte Benutzeroberfläche finde ich sinnvoll und sie kam auch bei meinen Kunden in der Live-Präsentation sehr gut an. So kann ich während der Präsentation jetzt sieben farbige Stifte aufrufen und in meine Präsentation live hineinmalen. Einfach während der Präsentation am angeschlossenen Beamer rechts oben im Eck das Icon drücken und die Stifte erscheinen am iPad. Die Stiftfarben sind rot, gelb, blau, grün, violett, grau und schwarz. Gerne hätte ich noch einen weißen Stift gehabt, da viele meiner Folien einen schwarzen Hintergrund haben. Hier sollte Apple nachbessern und ein Update nachschieben.

Jetzt gibt es farbige Stifte und einen Laserpointer in Keynote.

Jetzt gibt es farbige Stifte und einen Laserpointer in Keynote.

Wie setze ich die Stifte in der Praxis ein? Bisher brauchte ich für meine Präsentationen noch eine separate Flipchart, die in der Regel vom Kunden gestellt wird. Das war teuer, denn viele Hotels verlangen dafür gewaltige Gebühren und berechnen das Papier extra. Die Flipchart können wir uns jetzt sparen, denn ich plane mein meinen Vorträgen jetzt das Entwickeln von Zeichnungen per Keynote-Folie ein. Wichtig ist mir Interaktivität mit den Zuhörer. Meinen Präsentationen sind visuelle Präsentationen nach dem Prinzip von Garr Reynolds, über den ich bereits hier und hier geschrieben habe. Wichtig ist mir ein Gespräch mit dem Zuhörer und die neuen Keynote-Features bringen diese Interaktivität auf ein neues Level.

Bei meinem Vorträgen kommt jetzt eine weiße, leere Folie zum Einsatz. In der Vergangenheit bin ich an die Flipchart getreten und habe eine Grafik, Diagramm usw live per Stift und Papier entwickelt. Jetzt entwickle ich diese Grafik, Diagramm live am iPad mit den Keynote-Stiften. Dazu verwende ich in der Regel den Finger, aber für feinere Zeichnungen nehme ich einen Touchpen.

Eine weiteres nettes Feature ist nun der eingebaute Laserpointer. Ich mag eigentlich keine Laserpointer und habe in der Regel einen ausziehbaren Zeigestab im Einsatz. Da bin ich einfach oldschool, denn ich sehe den Zeigestab einfach besser als einen roten Punkt, der hektisch über die Folie wandert. Aber ich habe den eingebauten Laserpointer ausprobiert und er kommt gut an, weil eben dieses hektische Gewackel fehlt. Dennoch werde ich bei meinen ausziehbaren Zeigestab wohl bleiben. Lieber Evolution statt Revolution – dies gilt auch beim Präsentieren.

In der Präsentation interaktiv arbeiten.

In der Präsentation interaktiv arbeiten.

 

Einstieg in die visuelle Präsentation mit Kasperl

7. Oktober 2013

Vor kurzem hielt ich mit meinem Kollegen Thomas Gerlach ein Seminar zum Thema Visuelle Präsentation. Im Grunde ging es um die Präsentationstechniken von Garr Reynolds, einstmals beschäftigt bei Apple und heute Professor in Osaka. Um die Teilnehmer gleich zu Beginn mit einer etwas ungewöhnlichen Einführung zu konfrontieren, wagte ich ein Experiment.

Ich wollte einen Dialog mit einer Handpuppe, dem bekannten Kasper, führen und die Teilnehmer so auf das Seminar vorbereiten. Aber es sollte keine Bauchrednereinlage werden, sondern eine Form, die zu einem Seminar über visuelle Präsentation passte. Also musste der Kasper via Beamer/Monitor mit mir sprechen.

Dialog mit Kasperl als Einstimmung auf ein Seminar visuelle Präsentation.

Dialog mit Kasperl als Einstimmung auf ein Seminar visuelle Präsentation.

Dazu ging ich wie folgt vor: Am Tag vor dem Seminar übte ich mit meiner Frau einen Dialog ein. Ursprünglich wollte ich den Kasper selbst sprechen, aber dann hatte meine Frau die Idee, aus dem Kasper einen Kasperl zu machen, der auf Schwäbisch spricht. Als Kasperl nahmen wir die entsprechende Handpuppe aus dem Kasperltheater unserer Kinder.

Hinter einem Sofa wurde meine Frau postiert und sie sprach auf Schwäbisch die vorbereiteten Fragen. Mit dem iPhone filmte ich den Auftritt des Kasperls. Okay, die Lichtverhältnisse waren nicht ideal, aber es sollte ja schließlich nur ein kleines Experiment sein. Bei der Durchführung zeigte sich, dass es wichtig ist, dass der Kasperl nach seinem Monolog weiterhin im Bild bleibt und ganz wichtig – sich bewegt. Wir nahmen nach jedem Dialog etwa eine Minute Bewegung vom Kasperl auf.

Im Seminar kam dann in dieser Minute mein Part und ich gab die entsprechenden Antworten. Der Kasperl selbst bewegte sich bei meinen Antworten auch weiterhin, um ein wenig Leben in die Bude zu bekommen.

Zufriedene Gesichter bei meinem Seminar.

Zufriedene Gesichter bei meinem Seminar.

Nach jedem Frage-Antwort-Part kam ein Schnitt im Schnittprogramm und die einzelnen Videosequenzen wurden dann in Keynote als Präsentationsstool eingespielt. War mein Part zu Ende, dann drückte ich auf nächste Folie über die Fernbedienung und es kam der nächste Film mit dem nächsten Dialog mit dem Kasperl. Es lief nicht richtig rund, die Pausen waren etwas zu lang, aber die grundsätzliche Idee war hervorragend und kam bei den Zuschauern gut an. So war der Einstieg in ein Seminar über visuelle Präsentation geglückt. Der Kasperl wurde übrigens während des Seminars von den Teilnehmern immer wieder nachgefragt.

Und hier ist der Auftritt samt Kasperl:

Test: iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter mit Keynote App

13. Juni 2010
So nicht zu gebrauchen: iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter mit Keynote App

So nicht zu gebrauchen: iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter mit Keynote App

Um es vorweg zu sagen: Ich bin enttäuscht vom iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter im Zusammenspiel mit der Keynote App. Ich liebe das iPad und ich liebe Keynote. Als Referent für verschiedene Organisationen habe ich meine Folienvorträge immer dabei. Meine gesamten Präsentationen erstelle ich in Keynote, weil es für mich die beste Präsentationssoftware am Mac ist.

Als das iPad auf den Markt kam und Apple sofort die App Keynote veröffentlichte, griff ich sofort zu. Über den 30 Euro teuren Dock-Connector-auf-VGA-Adapter kann ich mein iPad an den Fernseher, Projektor oder einen VGA-Bildschirm anschließen. Der iPad Dock-Connector-auf-VGA-Adapter verbindet das iPad bzw. das iPad Dock über den Dockanschluss und mithilfe des VGA-Adapters mit dem Projektor oder Bildschirm.  Allerdings wird nur das Querformat unterstützt, doch damit kann ich leben.

Womit ich allerdings absolut nicht leben kann, ist die Tatsache, dass alle meine Moderationsnotizen gelöscht werden. Meine Vorträge sind visuelle Präsentationen im Stile von Garr Reynolds. Hier lasse ich Farben und Bilder sprechen – und so gut wie keine Texte. Die Leute sollen in meinen Vorträgen keine Texte und Bullit-Point-Aufzählungen ertragen müssen, sondern sie sollen zuhören und vor allem etwas lernen. Texte lesen, können die Teilnehmer auch zu Hause. Zahlreiche Firmen beauftragen mich daher als Externen, ihre Präsentationen umzuarbeiten und zu optimieren.

Doch mit dem iPad, Keynote und dem Dock-Connector-auf-VGA-Adapter kann ich diese Dienstleistung nicht erbringen und ich muss weiterhin mein MacBook Pro einsetzen. Es ist damit nicht möglich, den iPad Homescreen auf ein anderes Gerät zu spiegeln oder dort anzuzeigen. Apple, hier muss dringend nachgebessert werden.

 

update: Apple hat nachgebessert und alle Probleme beseitig. Sehr gut

Happy Birthday Steve Jobs

24. Februar 2010

Heute wurde Apple-CEO Steve Jobs 55 Jahre alt. Peinlich, dass mich meine Frau darauf aufmerksam machen musste, aber ich hab gerade etwas viel um die Ohren. Aber natürlich will ich es nicht versäumen, den Technik-Guru zu gratulieren.

Steve Jobs wird heute 55 Jahre - alles Gute.

Über die Bedeutung von Steve brauche ich nichts mehr zu schreiben. Das besorgen die Kollegen und Fans auf der ganzen Welt lange. Zur Feier des Tages habe ich mir die berühmte Standford-Rede nochmals angesehen und mir meine Inspiration geholt. Wer sie noch nicht gesehen hat, sie ist ein absolutes Muss.

Ich selbst habe Steve Jobs ein paar Mal selbst gesehen auf verschiedenen Keynotes in San Francisco auf der Macworld Expo. Diese Veranstaltungen waren wie eine Art Rockkonzert. Die Stimmung war jedes Mal fantastisch. Ich sah die Einführung des TFT iMac (Elefantenfuß), das MacBook Air und auch das iPhone. Ich kann sagen: ich habe die letzte Macworld Keynote von Steve live erlebt und darauf bin ich stolz.

Bei der Vorstellung des TFT iMac hatte ich die kurze Ehre Steve Jobs einmal persönlich zu sprechen. Nach der Keynote war es üblich, dass er in den Messehallen ging und am Stand von Apple den Ehrengästen die neuen Produkte persönlich zeigte. Für einen kurzen Moment stand Steve Jobs alleine an Stand und ich nutzte meine Chance. Ich ging auf ihn zu und bat um ein kurzes Statement. Der Meister schaute mich an und gab mir bereitwillig eine Antwort. Währenddessen suchte seine blondhaarige Assistentin verkrampft in ihren Unterlagen. Irgendwann unterbrach mich die verwirrte Mitarbeiterin und fragte mich, ob ich eigentlich ABC-Fernsehen sei. Ich verneinte und sagte, dass ich für eine deutsche Computerzeitschrift das Interview machte. Steve Jobs lachte daraufhin und das Interview wurde sofort abgebrochen. Zumindest rief er seinen Vize Phil Schiller herbei und der musste das Interview fortsetzen. Das war mein einziger persönlicher Kontakt zu Steve Jobs.

Buchkritik: Mein iPhone & ich

18. November 2009

Das iPhone hat laut Gartner einen Marktanteil bei Smartphones von 17 Prozent (12,4 Prozent im Vorjahr). Damit ist klar, dass mobile Device von Apple ist ein Renner. Und obwohl das Telefon eigentlich intuitiv zu erlernen ist, braucht es für manche User Zusatzliteratur. Früher gab es bei der Volkshochschule Kurse à la: Wie bediene ich mein Handy? Heute gibt es ein interessantes Buch mehr.

Dieses Buch sticht aus der Masse der jüngst veröffentlichten iPhone-Bücher heraus: „Mein iPhone & ich“, geschrieben von meinen lieben Kollegen Michael Krimmer und Simone Ochsenkühn. Das Buch gibt einen Überblick über den praktischen Einsatz des iPhones. Es ist nicht für Hacker oder iApps-Entwickler, sondern für den klassischen User, der die Leistung seines Apple-Produkts voll ausreizen will. Im Technikteil flüssig geschrieben, mit vielen anschaulichen Screenshots finden sich allerhand Tipps und Tricks für Einsteiger, aber auch Profis. Ich bin selbst ein iPhone-Fan der ersten Stunde und auch ich als Power-User fand einige lohnenswerte Kniffe in diesem Buch. Gratulation.

Natürlich lässt sich trefflich darüber streiten, welche Apps aus dem Store denn wirklich lohnenswert sind. Jeder hat hier seine persönlichen Vorlieben. Hier bin ich mit den Autoren nicht immer der selben Meinung, aber für einen Überblick reicht es, um die Faszination iPhone zu erfassen.

Kritik gibt es aber auch: Das Buch dreht sich um das Kult-Telefon von Apple. Doch leider gehen die Autoren auf den Kult eben nicht ein. Es gibt nichts zu lesen über die Einführung des Telefons, die Kampagnen, das geniale Marketing, die Keynote von Apple-Guru Steve Jobs. Dies alles hätte in ein Buch um ein Kultobjekt gehört. So ist das Buch nur eine Bedienungsanleitung für ein Telefon. Eine gute zwar, aber eben nicht mehr.

Leider gibt es auch immer wieder Passagen im Buch, die sich um die menschliche Seite des iPhone-Users gemmühen. Diese fallen im Vergleich zum stringenten Technikteil des Buches ab. Hier wäre der Lektor gefragt, das Niveau anzugleichen.

Dennoch: Die 20 Euro sind für rund 460 gehaltvolle Seiten sinnvoll investiert. Wer mal etwas lesen möchte, dem empfehle ich diese Website.

Die bessere Präsentation

12. Februar 2009

zen2

Ich möchte  eine Lanze für richtige Präsentationen brechen. Ich kann sie nicht mehr sehen, diese schrecklichen PowerPoint-Slides. Vollgepackt mit Bullet-Points und Text draufgequetscht. Bei vielen Meetings werde ich damit gequält.

Der Vortragende liest die Folien ab und klickt weiter und fängt wieder an zu lesen. Nein Freunde, das ist keine Präsentation, dies ist eine Folter. Da kann ich besser die Vorlagen austeilen und wenn einer Fragen hat, kann man ihm das Problem erläutern. Das spart Zeit und Nerven.

Präsentation hat etwas mit Performance zu tun. Bei vielen meiner Präsentationen wurde ich durch ein Buch von Garr Reynolds inspiriert: Zen. Das Buch ist für jeden Visualisierer eine Offenbarung. Die Kunst der Präsentation ist leider wenigen gegeben, viele scheitern täglich daran. Hier gibt es die richtigen Tipps für eine gelungene Präsentation mit PowerPoint und Konsorten. Jeder Artist sollte die Ratschläge des Profis Reynolds berücksichtigen, um möglichst nachhaltig bei seinem Publikum im Gedächtnis zu bleiben. Die Ideen des Präsentations-Zen sind einfach, aber schlichtweg genial und führen in zahlreichen Praxistests zum Erfolg. Nach der Lektüre wird keine PowerPoint-Präsentation mehr langweilig daherkommen. Die deutsche Fassung ist bei Addison-Wesley erschienen und kostet rund 30 Euro.

Garr Reynolds: Zen

Addison-Wesley

ISBN: 978-3827327086

240 Seiten, EUR 29,95

Ich mach mir Sorgen um Apple

16. Januar 2009

chronicle

Jetzt mache ich mir wirklich Sorgen um mein Liebings-IT-Unternehmen. Steve Jobs nimmt sich bis Juni eine Auszeit, um sich von seiner Erkrankung zu kurieren. Bei wesentlichen Unternehmensentscheidungen ist er an Bord, sonst hat das Ruder Tim Cook, der COO. Cook hat schon 2004 Apple geleitet, als Jobs Krebs hatte.

Das ist ein Hammer. Per Mail wurden die Mitarbeiter informiert, die Aktien fielen gleich mal um 10 Prozent. Noch vor der Macworld Expo Anfang Januar beruhigte Jobs die Community, dass nur harmlose Hormonschwankungen an seiner Krankheit Schuld seien. Er verzichtete daher auf die Keynote und Phil Schiller sprang ein. Doch es ist wohl schlimmer als befürchtet. Die Zeitungen in San Francisco waren voll mit Spekulationen. Jobs Hauszeitung, der SF Chronicle, nahm den High-Tech-Icon sogar auf die Titelseite.

Jobs meinte am Tag vor der Keynote, er werde den Vorstand informieren, wenn er seine Apple-Geschäfte nicht mehr wahrnehmen kann. Das hat er jetzt getan. Und Apple muss sich Sorgen machen. Ich kenne kein Unternehmen in dieser Größe, das so von einer Person abhängig ist. Jobs gilt als visionäre Lichtgestalt der Branche und verdammt noch mal: Er ist es.

Er leitet sein Unternehmen charismatisch, streng, kompromisslos. Mit ihm direkt zu arbeiten muss keine Freude sein. Er ist kein Heiliger. Ich durfte einmal auf den Campus nach Cupertino weilen und es war keine tolle Atmosphäre. Die Mitarbeiter hatten wohl Angst ihren Chef zu bewegnen. Und dennoch: Wichtig ist, was hinten raus kommt und die Produkte von Apple haben die Welt verändert: Mac, iPod, iPhone

Immer wieder wird berichtet, dass Apple ohne Jobs überlebensfähig sei. Das glaube ich auch. Genügend gute Frauen und Männer stehen bereit, doch allen fehlt das Charisma von Steve Jobs. Das Unternehmen Apple wird weiterhin gut geführt, die Marke Apple wird durch den Wegfall von Steve Jobs leiden. Wer interessiert sich denn dafür, wie der Vorstandsvorsitzende von Sony heißt oder kennen Sie den Chef von Autodesk? Nein. Das sind sicherlich gute Leute, doch Spaß bleibt auf der Strecke. Ich genieße den Personenkult um Steve und wünsche uns allen, dass er uns noch lange erhalten bleibt.

 

Gerüchteküche brodelt zur Macworld

6. Januar 2009

Heute bin ich durch die Straßen von San Francisco geschlendert und habe die Atmosphäre genossen. Überall in der Stadt hängen die neuen bunten iPod nano-Plakate. San Francisco macht sich bereit für die Macworld Expo, die bald beginnt.

Die Gerüchteküche brodelt, was Apple auf seiner Hausmesse vorstellen wird. Marketing-Leiter Phil Schiller wird die Keynote halten. Wie vor jeder Macworld überschlagen sich die Spekulationen und Gerüchte, was denn kommen wird. Sicher ist auf jeden Fall, dass es Äußerungen zu Snow Leopoard, dem neuen Mac OS 10.6 geben wird. Ich glaube aber nicht, dass 10.6 bereits fertig ist, aber wahrscheinlich wird das neue OS zur WWDC verkauft. Für die Consumermesse Macworld ist 10.6 kaum etwas, weil sich die neuen Features in Grenzen halten werden und unter der Haube geschraubt wurde.

Dann gab es heute Gerüchte über einen neuen Shuffle. Noch dünner, ganz, ganz dünn. Wenn es so ein Ding geben wird, dann sollte es sofort verfügbar sein, schließlich will ich ja auch was in SF kaufen. Ein neues iLife-Paket 09 soll es geben. Neu soll sein, dass iMovie und die iWork-Pakete (Pages und Keynote) als Webapplicationen daher kommen, ob in Verbindung zu MobileMe oder nicht, wird sich zeigen. Adobe hat es mit einem abgespeckten Photoshop vorgemacht. Eine Online-Videoschnittsoftware brauche ich aber nicht. Dafür sind die Datenmengen dann doch zu groß.

Was gibt es noch aus der Gerüchteküche?

MacMini mit neuem schwarzen Aussehen und neuer Grafikkarte von Nividia und neuen Monitoranschlüssen (jetzt mit FireWire 800 statt 400) und einem USB-Port mehr.

iMac mit 4 Kernen

iPhone nano, nachdem Hüllen in China aufgetaucht sind. Aber was sagte der Chefredakteurskollege von macnews dazu: Wenn ich Traffic machen will, setze ich als chinesischer Hersteller eine neue iPhone Hülle auf meine Website und ab geht die Post. Vielleicht hat er Recht. Ggf. wird der Speicher vom iPhone abgebohrt und es gibt ein Product RED vom iPhone.

Tablet Mac? Wäre ja mein persönlicher Wunsch, aber wird wohl Traum bleiben. Ich würde sofort ein Netbook nehmen, dann wäre die Lücke zwischen iPhone und MacBook Air geschlossen und ich hätte ein neues Gadget. Die Technik scheint ja bei Apple vorzuliegen und zicken die Herrschaften noch rum.

Aber irgendeinen Hammer muss Apple schon bringen. Nur Software- und Geräteupdates sind einfach zu wenig. Schließlich hat Steve seit 1997 auf der Macworld immer neue Hämmer angekündigt, da muss Phil jetzt ran.

Am Dienstag 9 Uhr SF-Ortszeit wissen wir mehr. Und ich bin schon sooooo gespannt. 

Breaking News: Stellungnahme von Steve Jobs

5. Januar 2009

So eine Community kann richtig lästig sein. Das spürt auch Apple-Chef Steve Jobs. Er hat seine Teilnahme an der Macworld Expo abgesagt und schon spekulieren alle über die Gründe, sogar der Aktienkurs nimmt Schaden.

So musste Apple reagieren und vor wenigen Minuten hat Apple ein persönliches Statement von Steve Jobs an seine Commuity ins Web gestellt. Die komplette Botschaft gibt es hier. Normalerweise müsste er jetzt die Macworld vorbereiten, doch er macht Urlaub um Kreise seiner Familie. Aber Steve nimmt Stellung zu seiner Erkrankung und auch Gerüchte zum bevorstehenden Tod. Aber er habe sich jetzt dazu entschlossen, um Luft aus der Spekulationen zu nehmen und die Show von Phil Schiller morgen zu genießen.

Also Steve hat das ganze letzte Jahr an Gewicht verloren, ein Mysterium für ihn und seine Ärzte. Aber nun sei es klar, woran es liegt. Er habe hormonelle Probleme. Dies sei jetzt erkannt und nun beginne die Therapie. Er wäre der erste der dem Apple-Board erklären würde, wenn er seinen Job als CEO nicht mehr ausführen könnte. Er hoffe auf die Unterstützung der Commuity.

Der Brief endet mit den Worten: So now I’ve said more than I wanted to say, and all that I am going to say, about this.

Also Steve, gute Besserung und genieß die Show. Wir freuen uns.