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Bayerische Friseure übertragen HAARE-Pressekonferenz via Periscope

5. November 2015
Ich übertrug die Pressekonferenz zur HAARE live ins Internet via Periscope.

Ich übertrug die Pressekonferenz zur HAARE live ins Internet via Periscope.

Nächsten Sonntag und Montag findet die größte Friseurveranstaltung Süddeutschlands in Nürnberg statt – die HAARE. Ich arbeite für einen der Veranstalter, dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, damit die Veranstaltung wieder ein Erfolg wird. Vergangenes Jahr kamen 14000 Friseure in die Hallen der NürnbergMesse.
Und die Veranstaltung zu bewerben, fand eine Woche zuvor eine Pressekonferenz für die klassischen Medien statt. Die Medienveröffentlichung war dank DPA ausgezeichnet – aber ich wollte ein paar neue Sachen ausprobieren. Eine Live-Übertragung der Pressekonferenz via Periscope. Warum sollen nur Pressevertreter in den Genuss der Informationen kommen? Getreu dem Motto der Transparenz übertrug ich die ganze Veranstaltung live ins Netz. Insgesamt 145 Aufrufe konnte ich am Ende meiner Periscope-Übertragung vermelden – für mich ein voller Erfolg.

Creativdirektor Dieter Schöllhorn frisierte und ich war live dabei.

Creativdirektor Dieter Schöllhorn frisierte und ich war live dabei.

Der Ablauf sah wie folgt aus. Ich nutzte das leistungsstarke WLAN der NürnbergMesse und schraubte mein iPhone 6 auf ein Stativ und baute es vor dem Counter auf. Der Übertragungswagen in der Hosentasche – so bezeichne ich Periscope gerne.

Periscope ist der Übertragungswagen in der Hosentasche. Hier bin ich bei der Übertragung mit dem iPhone.

Periscope ist der Übertragungswagen in der Hosentasche. Hier bin ich bei der Übertragung mit dem iPhone.

Die Bewerbung der Pressekonferenz fand ein paar Tage zuvor über die Website und Facebook-Seite des LIV Friseure statt. Twitter ist für das Friseurhandwerk im Moment kein adäquates Medium und da die Nutzung von Periscope einen Twitter-Account voraussetze, konnten wir die Dialogmöglichkeiten von Periscope nur ganz bedingt nutzen. Friseure sind in der Regel nicht bei Twitter.

Pressesprecherin Barbara Böck links eröffnete die Veranstaltung.

Pressesprecherin Barbara Böck links eröffnete die Veranstaltung.

Um 10:50 Uhr startete die Periscope-Übertragung. Der von Periscope generierte Übertragungslink wurde dann über die LIV Website und die Facebook-Seite kommuniziert. Um 11 Uhr sollte die PK zur HAARE losgehen, doch leider verspätete der Landesinnungsmeister Christian Kaiser aufgrund von Verkehrsstau ein paar Minuten. Also musste ich die Zeit überbrücken. Ich schnappte mir die Pressesprecherin der NürnbergMesse Barbara Böck und machte mit ihr ein spontanes Interview über die veränderten Aufgaben eines Pressesprechers in einer digitalen Welt. So bekamen die Periscope-Zuschauer zur HAARE Pressekonferenz einen guten Einblick hinter die Kulissen.
Mit ein paar Minuten Verspätung startete dann die Veranstaltung. Vertreter von NürnbergMesse und Landesinnungsverband kamen zu Wort. Anschließend zeigte Creativdirektor Dieter Schöllhorn noch die aktuelle Frisurenmode. Problem: Zur Untermalung der Frisurenshow wurde Musik eingesetzt.
Nach der Show blieb der Stream bei Periscope für 24 Stunden online und konnte angeschaut werden. Die gesamte Veranstaltung wurde auch in der Camera Roll meines iPhones in 720 gespeichert. Ich schnitt die Frisurenshow aus GEMA-Gründen heraus, kürzte die ganze Sache auf 15 Minuten und stellte die Pressekonferenz auf meinen YouTube-Kanal online.


Mit dieser Aktion hat der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks mal wieder gezeigt, wie weit vorne er im deutschen Verbandswesen ist. Die Bayern probieren immer neue Wege der Kommunikation aus, um den Entwicklungen des 21. Jahrhunderts Rechnung zu tragen. Die bayerischen Friseure waren die ersten, die sich vom starren Konzept einer Website verabschiedet haben und auf einen WordPress-Blog gesetzt haben. Facebook und Twitter folgten. Im Moment wird gerade der Instagram-Account mit Leben gefüllt. Und durch Periscope kam nun Bewegbild dazu. Eine Welt haben wir.

 

Parfüm Box als Getränkekarte im Ritz-Carlton

24. Juni 2014

Auf eine interessante Idee einer Getränkekarte bin ich im Berliner Nobelhotel Ritz-Carlton gestoßen. Zu vorgerückter Stunde stellte mir der Assistent Bar Manager Burak Köseoglu eine ganz spezielle Getränkekarte in Form einer Parfüm Box vor.

Was verbirgt sich dahinter? Die Gäste können an den verschiedene Parfüms in der Parfüm Box riechen. Wenn ihnen ein Geruch gefällt, bekommen sie von den Barkeepern des  Ritz-Carlton das entsprechende Getränk gemixt.

Getränkeaufnahme im Ritz-Carlton zu Berlin.

Getränkeaufnahme im Ritz-Carlton zu Berlin.

Diese Parfüm Box baut die Berührungsängste ab. Nicht jeder Gast der Bar des Ritz-Carlton ist fit in Sachen Alkoholgeschmack und kann sich unter den zahlreichen Getränken etwas vorstellen. Sie bleiben dann auf Nummer sicher und nehmen ein Standard-Getränk und das ist schade. Daher die Parfüm Box als ideale Getränkekarte.

Wichtig: Alle Inhaltsstoffe, die in den zahlreichen Parfüms enthalten sind, gibt es dann auch als Getränk. Den Duft in der Nase und dann den Geschmack im Mund. Das bedeutet: der Barkeeper muss enorm viel Wissen über Kräuter und Getränke haben. Dieses Wissen haben sich die Fachkräfte im Ritz-Carlton über Jahre angesammelt. “Bar ist meine Passion”, so   Burak Köseoglu.

Als zu nächtlicher Stunde dann auf einmal laute Musik losgeht und der alte achtziger Jahre Song “Eye of the Tiger” konnte Barkeeper Burak zeigen, was er kann. Mit viel Showelementen, Feuer und Effekten mixte er einen Drink. Viele Gäste schauten verschreckt, als die laute Musik In der renommierten Hotelbar losdonnerte.

Was steckt dahinter: Jeder Barkeeper hat seinen eigenen Song. Immer wenn ein bestimmtes Getränk geordert wird, beginnt die Show. Bei Burak war es eben “Eye of the Tiger”. Leider kann ich den Film aufgrund der GEMA-Richtlinen nicht bei YouTube einstellen. Burak hat einen flambierten Cocktail gemixt. Das Getränk basiert auf einem Ardbeg Whisky, zufällig einer meiner Lieblings Whiskys. Das nächste Mal im Ritz-Carlton bin ich vorbereitet und bestelle mir das Getränk zu “Eye of the Tiger”. Dann gehen die Lichter aus und ich genieße den Auftritt von  Burak Köseoglu.

 

App-Empfehlung: Shuttersong – Fotos mit Ton

25. September 2013

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Ich liebe derzeit das Experimentieren mit Video-Apps wie Instagram (Facebook) oder Vine (Twitter). Die Welt von Fotos geht langsam in eine Welt der bewegten Bilder über. Das gefällt mir sehr gut, denn das alte Schlagwort Multimedia wird mit Leben erfüllt. In eine ähnliche Richtung geht die neue, kostenlose App Shuttersong.

Mit Shuttersong kann ich ein digitales Foto mit bis zu 15 Sekunden Ton verbinden. Wie normales Fotografieren fängt Shuttersong Momente ein. Dazu gibt es die üblichen Verfremdungsfilter. Aber durch die zusätzliche Stimmansage, Geräuschkulisse oder Musik entstehen neue Kreationen, die jeder intuitiv teilen kann. Shuttersong ist kostenlos im Apple Appstore erhältlich und soll ab Herbst auch als Android-Version verfügbar sein. Das Symbol der App ist eine Meerjungfrau namens Melody.

Der Hersteller sieht enorme Einsatzmöglichkeiten: das Lachen eines Kleinkindes einfangen, Selbstportraits mit Nachricht verschicken, Bands bei Live-Auftritten aufnehmen oder den Siegesjubel bei Sportevents. Alternativ kann man der Kreativität auf die Sprünge helfen, indem der User ganz einfach Musik aus bestehenden Playlists oder gesprochene Nachrichten zu Fotos hinzufügt. Die GEMA ist in diesem Moment gerade tot umgefallen.

Screenshot von einer meiner Aufnahmen.

Screenshot von einer meiner Aufnahmen.

Diese Fotos können entweder mit der Shuttersong-App selbst erstellte Bilder sein, oder vorhandene Bilder aus der Fotobibliothek, aus Instagram oder dem Internet. Shuttersongs zu erstellen und zu teilen ist einfach und intuitiv, so dass die Benutzeroberfläche der App ganz ohne Worte auskommt. Ab sofort können Shuttersongs via Twitter, Facebook, Tumblr, Email und SMS geteilt werden. In Kürze sollen weitere Soziale Netzwerke hinzu kommen.

Die intuitive Benutzeroberfläche von Shuttersong wurde übrigens von Carbone Smolan konzipiert und entworfen und verzichtet vollkommen auf Worte. Wer dennoch Hilfe braucht, dem stehen Videos in einem YouTube-Kanal zur Verfügung. Das Team von Find & Form entwickelte die App.

Interessant wird die GEMA-Problematik, die der US-amerikanische Hersteller wohl so nicht kennt. Anders als YouTube gibt es keinen Content-Filter. Es ist so möglich, urheberrechtlich geschützes Material zu verwenden und zu verbreiten. Gehostet wird das Shuttersong-Material auf den Servern von Shuttersong. Damit müssen die Juristen urteilen, ob Shuttersong haftbar ist oder nicht. Shuttersongs kann man nicht nur in der App selbst, sondern auch mit einem Webbrowser ansehen.

Die 10 größten Gefahren aus dem Netz

8. Februar 2013

Im Moment bereite ich wieder Seminare zum Verbraucherschutz im Internet vor. Da geht es unter anderem auch um Gefahren aus dem Netz. Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch, der das Glas mehr als voll als halb leer sieht. Aber ich verschließe nicht die Augen vor dem Gefahren aus dem Netz. Nur Medienkompetenz kann das Problem lösen. Panik oder Verweigerung sind sicher die falschen Ansätze.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Grafik der Bitkom, welche die zehn größten Bedrohungen aus dem Netz aufzeigt. Wir Deutschen lieben solche Arten von Top Ten und so werde ich die Grafik und die Ausführungen auch in meinen Sicherheitsreferaten berücksichtigen.

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Drive-by-Downloads von Schadsoftware

Beim Besuch manipulierter Webseiten laden sich Internetnutzer unbewusst Schadsoftware auf den eigenen Rechner. Dabei werden in der Regel Sicherheitslücken von Browsern oder Zusatzprogrammen (Plugins) ausgenutzt. Drive-by-Downloads gelten inzwischen als wichtigster Verbreitungsweg für Computerviren und haben damit sogar die E-Mail verdrängt. Nutzer können sich schützen, indem sie immer die neuesten Versionen ihres Browsers und der genutzten Plugins wie Flash, Java sowie des Adobe Reader verwenden. Gerade Java war vor kurzem in der Diskussion und wurde vom Hersteller unlängst aktualisiert.

Trojaner/ Würmer

Würmer und Trojaner gehören zu Klassikern unter den Schadprogrammen. Vor allem die Gefährlichkeit von Trojanern steigt wieder, da Cyberkriminelle zunehmend soziale Netzwerke und mobile Plattformen als Verbreitungsweg nutzen. Die Programme nisten sich unerkannt in einem Computersystem ein und führen dann gefährliche Aktionen aus, zum Beispiel übertragen sie Passwörter, die der Nutzer am Gerät eingibt. Einen guten, aber keinen absoluten Schutz bieten die jeweils aktuellsten Antivirenprogramme. Nutzer sollten zudem darauf achten, keine Software aus unsicheren oder unbekannten Quellen zu installieren. Das klingt immer so schön. Viele Seminarteilnehmer können aber nicht beurteilen, was eine unsichere Quelle ist.

Attacken auf Datenbanken und Websites 

Angriffe auf Datenbanken per SQL-Injection und auf Webseiten mittels Cross Site Scripting (XSS) sind weit verbreitet. XSS trifft vor allem die Anbieter von Online-Diensten, da Cyberkriminelle mit dieser Methode das Aussehen von Webseiten verändern können. Möglich ist aber auch das Auslesen von Login-Daten. Anwender können sich nur schützen, indem sie zum Beispiel Javascript oder Flash deaktivieren, was aber den Surfkomfort mindert. Noch wichtiger ist, dass Betreiber von Webseiten ihre Seiten sehr sorgfältig programmieren und überwachen.

Viren-Baukästen

Viren-Baukästen (Exploit Kits) sind Programme, die die Entwicklung individueller Schadsoftware ermöglichen und Cyberangriffe praktisch automatisieren. Die Programme können Drive-by-Downloads initiieren und nutzen eine Vielzahl weiterer Verbreitungswege, um Computer zu infizieren. Typisch für Viren-Baukästen ist ihre einfache Handhabung, die sie auch für technische Laien benutzbar macht. Bei meinen Seminaren kommt es vor, dass ich Schüler treffe, die sich aus diesen Viren-Baukästen bedienen. Für die Schüler ist es eine Art virtueller Schlägerei/Rache und oftmals gibt es kein Unrechtsbewusstsein.

Botnetze

Ein Botnetz ist ein Netzwerk infizierter Computer. Die Rechner werden über das Internet zusammengeschaltet und von einem Botmaster kontrolliert. Aus Botnetzen können Spam- und Phishing-Mails versendet oder Webserver mit massenhaften Anfragen lahmgelegt werden. Zudem können Cyberkriminelle auf den befallenen Computern Passwörter und andere Daten abgreifen. Das größte bislang entdeckte Botnetz umfasste rund 30 Millionen einzelne Rechner. Der Trend geht inzwischen zu kleineren Botnetzen, die nach Bedarf für kriminelle Zwecke eingesetzt werden. Nutzer sollten zum Schutz aktuelle Software und die neuesten Virenscanner inklusive Firewall verwenden. Die Webseite www.botfrei.de überprüft, ob der eigene Rechner Teil eines Botnetzes ist und reinigt ihn bei Bedarf. Das klappt allerdings nur für Windows-Rechner.

Denial-of-Service-Attacken

Denial of Service bedeutet „Verweigerung eines Dienstes“. Cyberkriminellen geht es darum, einen Webserver lahmzulegen, damit bestimmte Webseiten nicht mehr aufzurufen sind. Angreifer erreichen dieses Ziel, indem sie den Server mit massenhaften Anfragen beschäftigen und dieser unter der Last zusammenbricht. Neben erpresserischen Absichten wird diese Form des Angriffs auch häufig bei Protestaktionen eingesetzt. Die Angriffe können von einem einzelnen Computer oder von vielen ausgeführt werden, zum Beispiel aus einem Botnetz. Die Abwehr dieser Attacken muss von den Server-Administratoren gewährleistet werden.

Phishing 

Bekannt wurde Phishing durch den Versand von E-Mail-Links zu gefälschten Bank-Seiten, auf denen die Opfer Kontozugangsdaten (PIN) und Transaktionsnummern (TAN) eingeben sollten. Inzwischen senden Kriminelle per E-Mail meist einen Trojaner, der die Daten heimlich ausspäht und überträgt. Angriffsziele sind neben Banken auch Bezahldienste, Online-Händler, Paketdienste oder soziale Netzwerke. Zuletzt sind Phishing-Angriffe verstärkt auf Smartphones beobachtet worden. Schutz bietet vor allem ein gesundes Misstrauen. Banken und andere Unternehmen bitten ihre Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Netz einzugeben. Diese Mails am besten sofort löschen. Das Gleiche gilt für E-Mails mit Dateianhang oder Anfragen in sozialen Netzwerken.

Datenklau und Datenverluste

Im Jahr 2012 gab es erneut spektakuläre Fälle, bei denen Cyberkriminelle Nutzerdaten von bekannten Online-Diensten erbeuten konnten. Neben den persönlichen Angaben ist vor allem der Verlust von Kreditkartendaten kritisch. Zudem können sich Hacker mit den gewonnenen Informationen auch bei anderen Diensten mit falscher Identität einloggen. Hauptgründe für Datenverluste sind Hacker-Angriffe und eingeschleuste Schadsoftware. Daneben spielen auch physische Angriffe und das so genannte Social Engineering eine Rolle. Dabei versuchen Kriminelle das Vertrauen von Mitarbeitern oder deren Angehörigen zu gewinnen, um Zugang zu kritischen Informationen zu erlangen.

Rogueware/Scareware

Diese Computerviren bedienen sich der Mittel Täuschung und Angst. So wird dem Nutzer eine Infektion seines Computers gemeldet, die erst gegen Bezahlung behoben wird. Weit verbreitet sind Schadprogramme, die Logos von Bundespolizei, Landeskriminalämtern oder Institutionen wie der Gema verwenden. Der Virus legt das Computersystem lahm. Die Sperrung erfolge aufgrund einer illegalen Handlung und werde erst gegen Zahlung einer Strafe wieder aufgehoben. Auf solche Erpressungsversuche sollten sich Nutzer keinesfalls einlassen. Zudem sollten Antivirenprogramme und Firewall auf dem neuesten Stand sein.

Spam

Spam ist das einzige Cybercrime-Phänomen, das tendenziell abnimmt. Dennoch sind etwa 90 Prozent aller E-Mails Spam. Ein Grund für den Rückgang ist die Ausschaltung einiger großer Botnetze in den vergangenen Jahren. Deutlich besser geworden sind die Spamfilter der E-Mail-Provider. Trotzdem ist weiter höchste Vorsicht geboten, da zunehmend gefährliche Schadsoftware in Spam-Mails enthalten ist. Nutzer sollten keine Mails unbekannter Herkunft öffnen und auch bei Nachrichten von bekannten Online-Diensten genau hinschauen.

 

Musiktipp: Timm Thaler von Christian Bruhn

3. Juni 2012

Natürlich war ich als Kind ein Fan der ZDF-Weihnachtsserie Timm Thaler. Der Erfolg der Serienfigur war lange Zeit der Fluch des Hauptdarstellers Thomas Ohrner. Den Erfolg der Serie machte nicht nur die nette Geschichte von James Krüss, die schauspielerischen Leistungen von Ohrner und vor allem Horst – es ist der Teufel – Frank aus, sondern auch die fabelhafte Musik von Christian Bruhn. Er schrieb 1980 den legendären deutschen Soundtrack zu Captain Future, der ihn in die Herzen der Fans katapultierte und weitere Aufträge sicherte. Ein Jahr zuvor spielte Bruhn, der übrigens von 1991 bis 2009 Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA war und heute Musikprofessor in Nürnberg ist, den Soundtrack zu Timm Thaler in seinen Münchner Studie ein.

Das Kölner Label Diggler veröffentlichte dankenswerter Weise im Jahre 2004 den Soundtrack Timm Thaler mit vier Bonus-Tracks, 16 Seiten Booklet und einem Grußwort von Christian Bruhn. Beim Reinhören erkenne ich wieder, dass Captain Futureund Timm Thaler nahezu Geschwister sind. Ideen von Timm Thaler werden bei Captain Future wieder aufgegriffen und perfektioniert. Jeder, der den Space-Sythni-Sound von Captain Future mag, sollte unbedingt den Soundtrack von Timm Thaler hinein hören. Vor allem das melancholische Thema der Serie in G-Moll mit Moog-Flöten von Kristian Schulze geht ins Ohr und erinnert an die Jugendtage vor dem Fernseher. Aber auch die andere Musik des Albums zeigt das Können von Bruhn. Wunderbare analoge Synthi-Musik, warm, technisch, leicht jazzig – und trotz des hohen Alters ist die technische Qualität der Aufnahme ein wahrer Hörgenuss.

Bruns hat dafür gesorgt, dass ich als Kind gerne vor der Glotze gesessen habe und hat meine persönliche TV-Geschichte geprägt. Ohne Bruhn wäre meine TV-Erfahrung eine andere gewesen, sie wäre langweilig. Bruhn schuf den Sound zu Wickie, Silas, Sinbad, Jack Holborn, die Wicherts von nebenan. Aber auch Bruhn war zu seiner Zeit ein moderner Sounddesigner. Er schuf die Jingels für u.a. die LBS „Wir geben ihrer Zukunft ein zu Hause LBS!“ und Milka „die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt“. Dafür ein herzliches Dankeschön von meiner Seite an Christian Bruhn.

GEMA-Gebühr für Kindergärten

2. Januar 2011

Kindergärten sollen künftig GEMA-Gebühren zahlen. Nachdem die Sache bei Twitter in den vergangenen Wochen rauf und runter lief, bekamen die Massenmedien davon Wind. Warum regen wir uns über die GEMA-Forderungen auf? Ich bin nicht unbedingt der beste Freund der GEMA, aber die Organisation macht genau das, wofür sie gegründet wurde: Sie vertritt die Rechte der Musiker und bringt den Musikanten da draußen ein paar Euro.
Die GEMA hat im Auftrag der VG Musikedition zu Weihnachten rund 36.000 Kindergärten angeschrieben und verlangt Geld für Kopien von Liederzetteln. 500 Kopien sollen 56 Euro plus Mehrwertsteuer kosten. Die Träger der Kindergärten sind von den Forderungen überrascht und nun beginnt das große Jammern. Wo soll das Geld herkommen?
Ich frag mich auch, warum Kindergärten kopierte Noten brauchen? Meine Kinder konnten im Kindergarten nicht Texte lesen, geschweige denn Noten lesen. Zur Klarstellung: Es ist super, wenn im Kindergarten gesungen und musiziert wird. Musikalische Früherziehung kann nicht früh genug einsetzen. Musik bereichert das Leben.
Bevor jetzt wieder ein Geschrei einsetzt: Wie wäre es, wenn die Kindergärten endlich ein Rahmenabkommen mit der GEMA schließen? Schulen oder auch Verbände haben es gemacht. Dann können sie Musik nutzen und keiner hat ein Problem. Ich zahl jetzt schon einen Obolus für Kleber, Papier, Bastelzeugs, Taschentücher usw. da kommt es auf ein paar Euro GEMA-Gebühr nicht an, bzw. vielleicht kann ich die internen Kosten anders verteilen. Ist es beispielsweise ein kirchlicher Kindergarten, so kann die Kirche einspringen, die sowieso GEMA-Gebühren für das Kopieren von Gottesdiensttexten zahlt.
Das einzige Problem ist vielleicht, dass sich Kindergärten endlich professionalisieren müssen.
Als Papa von zwei (ehemaligen) Kindergartenkinder musste ich über das amateurhafte Herumwursteln von Kindergärten immer den Kopfschütteln. Ein Beispiel war der traditionelle St. Martins-Umzug. Da wird aufwendig ein Pferd samt St. Martin organisiert, die Straße von der Polizei abgesperrt und zeitweise stand auch eine tragbare Lautsprecheranlage zum Mitsingen der Lieder zur Verfügung. Doch Pferd reitete irgendwo voran, die Kinder trotteten hinterher. Der Umzug wurde immer länger zu einer Art Lindwurm und nahm die Länge einer Fronleichnamsprozession ein. Die transportablen Lautsprecher wurde gleich nach der Brgüßung eingepackt und als man wieder zusammenkam und die Weihnachtswünsche anhören wollte, gab es keine Verstärker. Ein Teil des Kindergartenumzugs bummelte immernoch irgendwo in der Prämie herum, während die Streber ganz vorne mit dabei waren und schon Feuer machten. Jeder sang irgendwas vor sich hin: Mehr als die erste Strophe von Laterne, Laterne ging aber bei den meisten Papas und Mamas nicht.
Übrigens: GEMA-pflichtige Noten hätten da auch nichts gebracht, es war ja stockdunkel.

Dosch macht auf Hollywood

8. September 2010

Im Bereich der Architektur-Visualisierung wartet die Firma DOSCH DESIGN seit vielen Jahren mit einer Fülle unterstützender Produkte auf, die Entwürfe lebendig machen und aus der modernen Planung nicht mehr wegzudenken sind. DOSCH DESIGN ergänzt die Texturen auch durch entsprechende Musik. Jetzt macht Dosch auf Hollywood und das sehr gut.

Ein Hauch der Glamourwelt von Hollywood begleitete das neue Produkt DOSCH Audio: Hollywood Openers und so lag es nahe, es auch in einem entsprechenden Rahmen zu präsentieren: Mit seinem Fachpublikum und der geografischen Nähe zur Filmstadt war die Siggraph 2010 in Los Angeles der ideale Schauplatz, den Sebastian Dosch, Geschäftsführer von DOSCH DESIGN wählte, um die Hollywood Openers vorzustellen.

Das Audio Produkt hält, was der Name verspricht: 11 Musikstücke bieten ein Feuerwerk an Emotionen. Dramatisch, gefühlvoll, theatralisch, spannungsgeladen – dies sind nur einige Adjektive, die die DA: Hollywood Openers charakterisieren. DOSCH DESIGN verpflichtete hierfür eigens das Orchester Archi dello Spirito aus Ungarn, das gemeinsam mit dem Chor Pro Pace die einzelnen Stücke professionell einspielte und ihnen das nötige Klangvolumen verleiht. Die Tracks eignen sich hervorragend, um Präsentationen, Trailern oder Dokumentationen die nötige Dramatik  und das Gewisse Etwas zu verleihen und Visualisierungen zu vertonen. Auf der Internetseite kann man sich einen Eindruck von der Qualität der Musik verschaffen, denn zu jedem Track gibt es eine Hörprobe.

Die DOSCH Audio: Hollywood Openers sind als komplette Sammlung für 79 Euro erhältlich und können von der Homepage heruntergeladen werden. Wer Sounds für kleinere Projekte benötigt, kann die Tracks auch einzeln erwerben. Der Vorteil: Wie alle Produkte von DOSCH Audio sind auch die Hollywood Openers lizenzfrei einsetzbar. Aufwändige Rechte-Klärungen und teure Gema-Gebühren sind somit unnötig.

Die Idee, spezielle Sounds für spezielle Zielgruppen zu versehen, betreibt Dosch schon länger. Erfolgreich ist die CD „Music for Architecture“.  Warum ist gerade Musik für Architekten so wichtig?. Sebastian Dosch erläuterte das Konzept:  „Gerade die animierte Architekturvisualisierung benötigt eine ruhige und nicht zu aufdringliche, jedoch Stimmung verbreitende Hintergrundmusik. Animationen ohne Musik wirken zu clean und wecken keine Emotionen.“  Viele namhafte internationale Architekturbüros und Visualisierer – aber auch Banken und Leasing-Gesellschaften setzen die Sounds ein. .

Über das Feedback seiner Kunden äußert sich  Sebastian Dosch: „Wir merken, dass es eine viel größere Akzeptanz der Präsentation mit Soundunterstützung gibt. Emotionen werden verstärkt und der Betrachter wird richtig eingefangen. Wir sind es ja gewohnt aus Kino, Film oder Werbung, dass ein wirkungsvolles Bild durch Sound unterstützt wird. Fehlt dieser, dann merken wir das sofort und es kommt ein gewisses „Unbehagen“, bzw. „kaltes Gefühl“ beim Betrachter auf. Gerade Musik und Sound kann ungemein fesseln und alle Sinne öffnen, um sich auf die Architektur einzulassen. Der Einsatz ist vielfältig: Er beginnt mit der klassischen Planungsphase und geht bis zur Immobilienvermarktung. Speziell dort, wo letztlich die Kaufentscheidung für ein Objekt fällt, wirken stimmungsvolle Bilder und Sounds mehr als nüchterne Pläne.“