Smart Cape:iPad beim Friseur

17. Mai 2012

Auf der Friseurfachmesse Hair & Beauty in Frankfurt habe ich etwas entdeckt, was mein Geek-Herz höher schlagen ließ. Ihr kennt die Situation: Ihr seid beim Friseur, sitzt auf dem Frisierstuhl und der Friseurmeister geht seiner Arbeit nach. Mein Friseur Christian Kaiser weiß, dass ich nicht quatschen will und so schweigen wir uns an, während meine Frisur Schnitt um Schnitt die modische Form annimmt. So gerne würde ich an einem iPad oder iPhone meine Mails checken, im Netz surfen oder bei Foursquare einchecken. Geht aber nicht, weil ich den Friseurumhang trage und so in den Spiegel schauen muss oder Augenpflege betreiben kann.

Jetzt habe ich die Lösung: Den Friseurumhang Smart Cape oder auch Otium & Tium mit Sichtfenster fürs iPad oder iPhone. An einem kleinen Stand auf der Hair & Beauty habe ich diese Idee aus Korea gefunden.  Einen Plastikumhang mit Fenster. Durch einen Klappmechanismus kann das iPad bequem auf dem Schoß ausprobiert werden. Die Idee fand ich super und musste es auch gleich ausprobieren. Ich wählte einen Umgang im neutralen Beige-Ton. Buntere, wildere Farben sollen in der Saison noch erscheinen. Die Firma heißt tiumntium und Jiyeon Seo ihr Chef. Der Spaß hat mich 10 Euro gekostet und meine Zeit beim Friseur kann ich nun auch mit meinem iPad verbringen – großartig.

Social Media: C&A koppelt Facebook mit Kleiderbügel

9. Mai 2012

Entweder ist es eine wunderbare Idee für Social Media-Marketing oder es ist en simpler Gag, um Verkaufszahlen von Klamotten nach oben zu treiben. In Brasilien geht C&A neue Social Media-Wege: Displays auf Kleiderbügeln zeigt Beliebtheit von Klamotten an.

Die Idee ist einfach und genial. Die Modekette verknüpfte die Facebook-Daten (Gefällt mir) mit den Filialen des Unternehmens. Mit der Aktion „Fashion likes“ zeigen nun Kleiderbügel an, wie viele Kunden auf der brasilianischen Facebook-Firmenseite bei dem gewählten Kleidungsstück „Gefällt mir“ gedrückt haben.

Sobald Like gedrückt wird, werden diese in Echtzeit im Shop auf einen Display angezeigt. So soll den Brasilianern die Wahl eines Kleidungsstücks erleichtert werden, nach der Devise: Wenn es anderen gefällt, dann gefällt es auch dir. Wer schon einmal Klamotten gekauft hat, weiß aber auch, dass auch andere Faktoren, wie Größe, Budget oder Farbe wichtig sind. Dennoch: Facebook zieht weiter in unser Leben ein.

Ein Hoch auf die Lego-Kundenhotline beim neuen R2-D2 – Lego Set 10225

9. Mai 2012

Ich weiß auch nicht, was los war. Da war eine spezielle Aktion zum neuen Lego Set 10225 , dem neuen Sammlermodell für Lego Star Wars-Fans und das Shopsystem des dänischen Steinchenherstellers wollte meine Bestellung nicht annehmen. So oft ich auch meine Bestellung abschickte, nichts tat sich. Ich bekam Mails vom System, dass ich im Warenkorb den neuen R2-D2 habe und endlich bezahlen sollte. Aber das System mochte mich nicht und obwohl ich es auf drei verschiedenen Rechner mit Safari, Chrome und Firefox ausprobierte.

Ich filmte meine verzweifelten Versuch der Bestellung, fertigte Screenshots an und wandte mich am ersten Arbeitstag an die Lego-Hotline. Natürlich wurde mir mitgeteilt, dass die Aktion vorbei sei, aber ich stellte meine Bitte auf Nachsicht, argumentierte freundlich mit meinen Filmen und Screenshots und siehe da: Lego hatte einsehen und ich bekam meine Sonderbestellung. Die Dame an der Hotline war super freundlich, verständnisvoll und während des Bestellvorgangs erfuhr ich, dass sie selbst gerade einen AT-AT baute. Da waren Star Wars-Fans unter sich und meinen aufrichtigen Dank. Das ist Kundenservice, wie ich ihn mir vorstelle.

Der neue RS-D2 ...

Der neue RS-D2 …

Als Lego Star Wars-Fan wurde für mich ein neues Sammelmodell Lego Set 10225 veröffentlicht. Es handelt sich um den alten Bekannten, den R2-D2 als Lego Set 10225. Der beliebte Droide aus der Star Wars-Galaxie ist nun Teil der ultimativen Sammelserie geworden. Der kleine Geselle verfügt über Details wie ein einklappbares drittes Bein, Frontplatten, die sich öffnen lassen und einen universalen Computer-Interface-Arm sowie eine Kreissäge freigeben, einen drehbaren Kopf und 2 ausklappbare Verbindungskontrollarme für Raumschiffe. Mit der Infoschild und der Mini-R2-D2-Figur ist dieses Modell die perfekte Ergänzung zu meiner Star Wars Sammlung! Das Modell ist über 31 cm hoch und 18 cm breit.

... und der alte R2D2.

… und der alte R2D2.

Wir haben noch zu Hause den Lego Technik Star Wars R2-D2, das Lego Set 8009. Er hat 242 Teile, hat die typische Lego Technik-Optik. Gegen das Lego Set 10225 sieht das alte Set 8009 langweilig aus.

Gesellschaftsfotografie mit meiner Python sling solide

8. Mai 2012

Gesellschaftsfotografie ist eine schwierige Angelegenheit. Auf der einen Seite erwarten die Gastgeber eine gewisse Etikette, auf der anderen Seite erwarten sie gute Bilder. Bei den Bildern hilft eine gute Ausbildung, bei der Etikette wird es schwieriger. Ein Fotograf und auch ein Videofilmer treten gerne in Jeans und Lederjacke auf, weil der Job es nun mal mit sich bringt, auf den Boden zu liegen oder andere ungewöhnliche Orte für ungewöhnliche Bilder aufzusuchen. Aber Jeans und Lederjacke sind bei Gesellschaftsfotografie ein No Go. Also rein in Jackett und guten Zwirn, aber welche Tasche nehme ich mit. Der klassische Fotorucksack wirkt eher wie ein Fallschirmjäger.

Im Moment arbeite ich sehr gut mit der Python sling vom Taschenhersteller booq. Die Tasche reicht aus für eine Abendveranstaltung und sie ist ein kleines Raumwunder. Sie bietet Platz für eine Fotoausrüstung und schützt sie dank solider Polsterung und wasserabweisender Außenhaut sicher vor Nässe und anderen Gefahren des Alltags. UNd was ganz wichtig ist für Gesellschaftsfotografen: Die Tasche sieht gut aus.

Als Fotograf passen gut  ein bis zwei DSRL-Kameras, bis zu vier Wechselobjektive, ein großes Teleobjektiv, ein Stativ sowie ein bis 13-Zoll großes MacBook oder ein iPad in die robusten Umhängetasche hin. Das Equipment ist nicht nur sicher aufgehoben, sondern ich kann meine Ausrüstung jederzeit schnell erreichen – auch ohne die Tasche abzunehmen: Möglich macht dies die clevere Kombination aus Ein-Gurt-Design und seitlich zugänglichem Kamerafach. Das solide gepolsterte Innenfach ist mit speziell geformten, extra stabilen Trennwänden ausgestattet, die für einfachen Kamerazugriff und sicheren Halt zugleich sorgen. Sie können je nach Ausrüstung unterschiedlich zusammengestellt werden.

Zusätzliche Fächer sorgen für Ordnung bei kleinerem Zubehör wie Akkus oder Speicherkarten. In das große, mit einem wasserfesten Reißverschluss ausgestattete Extrafach passt wahlweise ein bis zu 13-Zoll großes MacBook Pro, in meinem Fall ist es ein leichtes MacBook Air und ein iPad.

Flexibel lässt sich das obere Fach nutzen: Es nimmt größeres Zubehör wie z.B. einen Kopfhörer auf, kann aber auch als sichere Ablage für die Kamera während des Shootings dienen. In jeder Situation steht die Python sling solide auf dem verstärkten, gummierten Boden. Die Tasche wird aus wasserabweisendem 1680D Ballistic Nylon-Material gefertigt. Ein zusätzlicher, abnehmbarer Regenschutz schützt Tasche und Inhalt auch vor heftigem Niederschlag.

Filmtipp: Der Doktor und das liebe Vieh (1974)

7. Mai 2012

Zerrissen, ich bin einfach zerrissen, wenn es um diesen Film Der Doktor und das liebe Viehaus dem Jahre 1974 geht: Der Doktor und das liebe Vieh ist ein Klassiker der Unterhaltungsliteratur Der Doktor und das liebe Vieh: Als Tierarzt in den grünen Hügeln von Yorkshire und die Erstverfilmung von Claude Whatham liefert die Grundlage für die erfolgreiche BBC-Fernsehserie Der Doktor und das liebe Vieh . Viele wissen nicht: Dieser Film entstand vor der Serie. Erst durch diesen Film wurde die BBC auf den Stoff aufmerksam und drehte seine erfolgreiche Serie. Filmregisseur Whatham schaffte es, die Charaktere Siegfried und Tristan Farnon und James Herriot glaubwürdig anzulegen und diese Charaktere haben Potenzial nach oben. Landarzt und Choleriker Siegfried wird wunderbar gespielt von Anthony Hopkins.

Alles in diesem Film passt, aber wenn wir die Filmgeschichte ansehen, dann wissen wir, was die BBC aus den Büchern von Alf Wight (Pseudonym: James Herriot) herausgeholt hat. Für mich war die Serie hervorragende Unterhaltung mit schrulligen, liebgewonnenen Menschen, die alle ihre Fehler haben. Der Film Der Doktor und das liebe Vieh ist gut, die Serie Der Doktor und das liebe Vieh ist für mich aber besser.

Dabei sind die Zutaten zum Film wunderbar: Die Location in Yorkshire ist traumhaft, die gespielten Charaktere launig, die Kamera und Regie unaufdringlich – nur bei der Musik von Wilfred Josephs wurde mir zu viel Jerusalem als Thema interpretiert und variiert. Und dennoch: Die TV Serie ist besser: Der Vorteil der Serie gegenüber dem Film von 87 Minuten ist natürlich seine Länge. Die Serie zeichnet die Charaktere schärfer, lässt eine Entwicklung zu und der Zuschauer lernt im Laufe der Zeit seine Darsteller lieben. Der Film dagegen hetzt durch die Handlung, springt, presst zusammen, banalisiert. Und der Film zeigt mehr Landschaft, die Kamera ist routiniert, aber das musikalische Thema der TV-Serie gefällt mir besser.

Die Fans der Serie können einen Blick riskieren, doch sie werden sich anschließen, dass die Serie besser ist. Dennoch müssen wir den Hut vor dieser Produktion ziehen, denn hätte es den Film Der Doktor und das liebe Vieh nicht gegeben, dann wäre die Serie Der Doktor und das liebe Vieh nie gedreht worden.

Meine Reise ins Legoland Günzburg: Die Welt von Ninjago Teil 14

6. Mai 2012

Mein Sohn liebt sie, die Welt von Lego Ninjago. Die Ninja-Kämpfer um Held Kai sind die neue Cash-Cow von Lego. Das darf natürlich auch im Legoland Günzburg nicht fehlen. Da ein Funpark wie das Legoland immer neue Attraktionen braucht, steht für das zehnjährige Bestehen des Freizeitparkes nun das Thema Ninjago an. Anfang März wurde die Attraktion Flying Ninjago eröffnet – eine wahre Höllenmaschine. Das Legoland preist das Ungetüm auch entsprechend an. Nur wer ein echter Ninja ist, erlebt dort im neuen Flying Ninjago turbulente Abenteuer in 22 Meter Höhe. Wer der größte Ninja aller Zeiten werden möchte, wagt sogar den 360 Grad Spinjitzu Twist. Hier dreht sich der Nachwuchsninjago einmal um die eigene Achse. Mir wird schon vom Zuschauen schlecht, aber es gibt genügend Freiwillige.

Zudem wird die Ninjago-Idee weiter im Funpark aufgegriffen. Die Verantwortlichen des Legolandes haben neben einer Bastel- und Spielecke, auch einen großen Sandkasten für den Sandkünstler Yosef Bakir aufgeschüttet. Er baute aus 10 Tonnen Sand den Ninjago-Held Kai. Außerdem gibt es ein Ninjago-Mosaik sowie eine Ninjago-Hüpfburg. Die Musik zu beiden Filmen stammt übrigens von Dosch Design.

4. Mai: Star Wars Tag mit Family Guy

5. Mai 2012

Was habt ihr am Star Wars-Tag gemacht? Wir Fans wissen, der 4. Mai ist unser Tag . Schließlich hat uns der George Lucas gesagt: „May the force be with you“ . Aber verstanden haben wir Fans den Satz:unser „May the 4th be with you!“ Und daher ist der 4. Mai der internationale Star Wars-Tag.

Ich war die meiste Zeit im Zug auf Reisen und hab mir am iPad die Star Wars-Saga in der Version von Family Guy angeschaut. Dieser Simpsons-Verschnitt für Arme mit dem doofen deutschen Titel Ja, lach du nur, du dämliches Pelzvieh ist eine sehr nette Interpretation unserer Helden-Saga. Hier werden die Teile IV-VI wunderbar auf die Schippe genommen und mit viel amerikanischen Schnickschnack präsentiert. Schöne Zitate, überdrehte Zeichnungen der Figuren und Showmusik. Wunderbar die Szenen mit meinem musikalischen Helden John Williams.

Jeder der zweistündigen Stunden-Filme dauert bei Family Guy in  Ja, lach du nur, du dämliches Pelzvieh schlappe 60 Minuten und natürlich geht eine Menge Inhalt über Bord. Das ist Unterhaltungskino, wie ich es mag. Seth McFarlane, der Macher der Serie, ist ein Freund der kleinen Details. So macher Kracher kommt in einem Nebensatz daher, aber es ist nur eine Sache für Fans.  Ich als Fanboy konnte über die gelungene Persiflage und Hommage einige Mal im Zug kräftig lachen, so dass mich meine Nachbarn seltsam anschauten. Als ich dann ihnen sagte: „May the force be with you“ setzten sich dann doch einige weg – seltsam.

Peter Gabriels New Blood live in Concert: München Olympiahalle

3. Mai 2012

Live hatte ich Peter Gabriel bisher noch nie gesehen. Ich kenne zwar einige Super 8-Aufnahmen aus Zeiten von Genesis, als sich das damalige Haupt der Superband als Fuchs oder Blume in Frauenkleider verkleidet hatte und eine geniale „Lamb lay down on broadway“-Show ablieferte. Den neuen Peter Gabriel kenne ich nur von CDs oder von seinen kommerziellen Knaller wie Sledgehammer oder Red Rain. Ein Konzertbesuch hatte sich nie ergeben – bis jetzt.

Peter Gabriel ist ein Künstler. Und er ist ein wahrer Künstler. Er zelebrierte mit seinem New Blood-Orchester eine wunderbare Bühnenshow in der mit 6000 Besuchern schlecht verkauften Münchner Olympiahalle. Gabriel setzt auf seine eindrucksvolle Stimme und moderne Lightshow und Bühnenzauber. An seine Show mit seinem 46-köpfigen New Blood Orchestra muss sich der Zuschauer erst gewöhnen. Alte Songs in neuer Verpackung und nicht nur Songs von Peter Gabriel. Erste Überraschung: Der Künstler führt durch sein Programm auf Deutsch. Mit Spickzettel bewaffnet sagt er die einzelnen Songs an, erläutert die Hintergrunde zu den Liedern und findet so zu seinem Publikum. Den Start der Show ist auch eine Verbeugung an Deutschland. Er bringt den Bowie-Klassiker „Heros“. Bowie schrieb den Song in Berlin und hier wurde er durch Christiane F. bekannt. „We can be Heroes“, geht dem zumeist älteren Konzertbesuchern runter wie Öl.

Die Interpretation seiner Songs durch ein klassisches Orchester unter der Leitung von von Ben Foster war für viele Ohren gewöhnungsbedürftig. Gabriel wendet sich vom Rock ab und transformiert seine musikalischen Geschichten eher in eine Art Weltmusik. Der Kommerz muss außen vor bleiben. Hier gibt es nichts zum Mitwippen, obwohl das Münchner Publikum auf Gelegenheiten zum Klatschen sucht. Den Gefallen tut der Künstler Gabriel mit seinen komplizierten Songgemälen kaum. Erst als Solsbury Hill ertönt, springen die Oldies von den Stühlen und finden ihren Klatschrhythmus. In seinen Erläuterungen geht Gabriel Immer auf die Macht von sozialen Netzwerken ein, die die Welt verändern. Leute nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand – so etwas gefällt mit Künstler und dem Publikum. Das wird spätestens bei Biko klar, wenn zahlreiche Fans die Faust erheben. Hier kommt irgendwie der Spirit von Heros wieder durch: We can beat them, For ever and ever, Oh we can be Heroes, Just for one day.

Der 62jährige Künstler liefert keine Greatest Hits-Show ab, sondern Neuinterpretationen vieler Werke. Und obwohl immer wieder Zwischenrufer nach Sledgehammer rufen, bleibt der Top Ten Hit außen vor. Gabriel verweigert sich und geht seinen Weg, den richtigen Weg. Er biedert sich nicht seinem Publikum an, sondern versucht über orchestrale Arrangements das Herz und das Hirn seines Publikums er erreichen. Berührend war die Magie, die von Gabriel-Songs ausgeht. Tränen in die Augen steigen dem Zuschauer, wenn Gabriel von seine hundertjährigem Vater singt und dazu unscharfe schwarzweiß Filmaufnahmen zeigt. Die Bühnenshow war großartig und zeigte, was moderne Präsentationstechnik so alles kann. Bei Folter-Song Wallflower bringt Gabriel erstmals die ganze Multimedia-Technik zum Einsatz. Lichter, Spots, wechselnde Farben, Computereffekte, Überblendungen, Animationen und ein Spiel mit der Bühnenkamera. Eine Show, die einem langen in Erinnerung bleibt. Bei Red Rain färbt sich die Bühne in Rot. Gänzlich unaufgeregt der Schluss, bei dem er sein Publikums in Bett schickt. „The Nest that sailed the Sky“ ist New Age-Stück pur, gänzlich ohne Gesang. Ein gelungener Konzertabend mit einem eigensinnigen Künstler. Jetzt kauf ich gleich mal die Doppel-CD zur Erinnerung Live Blood

Sicheres Löschen von Dateien auf traditionelle Weise

2. Mai 2012

In zahlreichen Sicherheitsseminaren erkläre ich wie wichtig Backups und Datensicherheit auch im Privathaushalt ist. Und immer wieder kommt die Frage, was man machen soll, wenn der Computer entsorgt werden muss. Wie kann man am besten seine Daten löschen?

Dieses Problem hatte ich bei einem alten Windows 2000-Computer einer Kollegin, der stillgelegt werden sollte. Das Neuinstallieren eines Betriebssystems war aufgrund von des defekten Laufwerks nicht ohne größeren Aufwand möglich. Dazu war weder Lust noch Zeit vorhanden. So wurde kurzerhand beschlossen, sich der Daten auf traditionelle Weise zu entledigen. Es handelte sich um zwei alte HDs von Western Digital und Samsung aus dem Jahre 2000. Als Werkzeuge dienten zwei Hämmer und aufgestaute Wut. Das folgende Video dokumentiert den Löschprozess in allen Einzelheiten – viel Spaß.

Sammelleidenschaft: Schneekugeln – Welten unter Glas und Schnee

1. Mai 2012
Sammelleidenschaft Schneekugeln

Sammelleidenschaft Schneekugeln

Was haben Goethes Gartenhaus, der Eiffelturm und die Freiheitsstatue gemeinsam? Sie gibt es alle unter Glas in künstlichem Schnee. Und sie finden sich alle gemeinsam in einem Regal einer Bekannten wieder. Ich kenne viele Sammler mit ihren Sammelleidenschaften, wie beispielsweise Hähne – ich selbst sammle zum Beispiel Roboter, aber seit kurzem kenne ich eine Sammlerin von Schneekugeln.

Kitsch, platzfressend und eigentlich völlig unbrauchbar sind sie – die kleinen Welten hinter (Plastik-)Glas. Wenn man die kleinen Welten schüttelt, wirbelt künstlicher Schnee auf, der sich langsam über die Landschaft oder Figur absetzt. Als Kind haben mir Schneekugeln immer gefallen, entführten sie mich doch in eine andere Welt. Heute sind sie vielleicht höchstens noch eine Erinnerung an einen Reiseort, ein sperriges Souvenir, das nach der Rückkehr im Wohnzimmer herumgeschoben wird, bis es in den Keller oder den Müll wandert.

Aber für meine Bekannte sind Schneekugeln sicher mehr. Sie steht in einer Reihe mit dem deutschen Literaturkritiker und Philosophen Walter Benjamin, der als berühmtester Sammler von Schneekugeln gilt. Meine Bekannte erzählt mit leuchtenden Augen von ihrer Sammlung. Sie greift jede einzelne Kugel heraus, die im Laufe der Jahre der Sammelleidenschaft schon das Wasser verloren haben, und erzählt ihre Geschichte. Aber so muss sie gestehen, gerade die klassischen Touristenattraktionen würden undicht, je länger sie im Sammlerregal stehen. Die handgefertigten Glaskugeln halten aber das Wasser seit Jahren und sind trotz ihren hohen Alters noch schön anzusehen. Handwerk gilt es eben nicht nur Industrieware zu ersetzen.

Die Motive sind in erster Linie Städte und Landschaften, aber ab und zu mischen sich auch historische Persönlichkeiten darunter. Wir haben da natürlich das Münchner Hofbräu-Haus unter Schnee, das Schwarzwaldhaus unter Schnee, das Colosseum unter Schnee, das Brandenburger Tor (mit und ohne Mauer) unter Schnee und vieles mehr an Touristennepp aus Städten wie Amsterdam, New Orleans und Sehenswürdigkeiten wie das Empire State Building, das Atomium, Windmühlen. Sehr schön ist aber auch Johannes Paul II unter Glas. Gleichzeitig kann man bei ihm ein Datum einstellen und ihn als Geldsparbüchse gebrauchen. Interessant finde ich die Märchenkugeln. Hier gibt es Szenen aus den Grimms Märchen, wie Hänsel und Gretel oder das tapfere Schneiderlein. Die hätte ich als Kind bestimmt geliebt.

Johannes Paul II hinter Glas

Johannes Paul II hinter Glas

Die beiden Lieblingsschneekugeln der Sammlerin sollen dabei nicht unerwähnt bleiben. Da wäre zum einen der kalifornische Schneemann. In seiner Schneekugel befinden sich nur noch Zylinder und Karottennase – der Schneemann selbst ist in der Sonne Kaliforniens geschmolzen. Die persönlichste Erinnerung ist eine Schneekugel aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Redaktion der Finanzzeitschrift Capital hat für die ausscheidende Kollegin extra eine Schneekugel angefertigt – ein Unikat. In den achtziger Jahren gab es noch keine Bausätze von Schneekugeln aus dem Internet oder Fotofachhandel.

Der geschmolzene Schneemann

Der geschmolzene Schneemann

Gründe für die Sammelleidenschaft gibt es bei meiner Bekannten viele. Den wichtigsten Grund nannte sie nebenbei. Ein Sammlerregal mit den Schätzen steht direkt an ihrer Eingangstür. „Bei Besuch haben wir gleich immer ein Thema zu sprechen.“ Recht hat sie.

Ein Unikat von der Capital-Redaktion

Ein Unikat von der Capital-Redaktion