Archive for the ‘Musik’ Category

Konzertkritik: Roger Waters: The Wall – Frankfurt 2013

29. Dezember 2013
 Die vollbesetzte Commerzbank-Arena in Frankfurt.


Die vollbesetzte Commerzbank-Arena in Frankfurt.

Das Jahr 2013 brachte für mich ein paar Konzerte, aber wirklich in Erinnerung blieb mir die gigantische Show von Roger Waters. Mit modernster Technik umgesetzt konnte ich die Wall-Show des Egomanen Waters bestaunen und mich haute es regelrecht von den Socken. Als das letzte Mauerteil gefallen ist, konnte ich es noch gar nicht glauben, welches Spektakel ist gerade erlebt habe. Roger Waters präsentiert den Pink Floyd-Klassiker The Wall in Frankfurt vor 28000 begeisterten Fans und ich bin einer von ihnen.

Mit dem explodierenden Flieger ging es los.

Mit dem explodierenden Flieger ging es los.

Als Pink Floyd in den 80er Jahren in der Dortmunder Westfalenhalle gastierten, durfte ich nicht hinfahren. Meine Mutter hatte es verboten. Ich hatte als Floyd-Fan immer über die damaligen Show gelesen und ärgerte mich, dass ich sie nie selbst erleben durfte. Wir Fans wissen ja: Eigentlich war The Wall ja kein Gemeinschaftswerk der Band mehr, sondern der Beginn des Egotripps von Roger Waters, der dann in The final Cut enden sollte. Die Rest-Floyds waren eigentlich nur noch Gastmusiker. Dann kam der Bruch und Jahre später die Reunion von Pink Floyd ohne Waters. The Wall blieb Geschichte. Es gab die extrem katastrophale Aufführung von Waters zur Deutschen Wiedervereinigung in Berlin, über die hüllen wir besser den Mantel des Vergessens. Songs von The Wall wurden von David Gilmour und Roger Waters immer wieder vorgetragen, aber nicht mehr die komplette Show.

Als der 69jährige Rogar Waters angkündigte, die komplette Show noch einmal mit heutigen technischen Mitteln auf die Bühne zu bringen, musste ich dabei sein. Es wird wohl aufgrund des Alters des Musikers das letzte Mal sein, die Bombast-Show zu erleben. Und es war ein Erlebnis. Ich habe die Genesis gesehen, ich habe die Stones gesehen und ich habe U2 gesehen und habe jedes Mal geglaubt, es geht nicht größer. Doch! Es geht! Roger Waters hat es mit The Wall bewiesen. Er zeigt wo der Bombast-Hammer hängt und hat die Besucher in Frankfurt von den Stühlen gerissen.

IMG_4557

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als 1000 Steine bilden die zwölf Meter hohe, bis zu 150 Meter breite Mauer. Der Aufbau mit Hilfe von zwei Autokränen braucht vier Tage und es werden 32187 Meter Kabel verlegt und 82 Scheinwerfer installiert, 41 Projektoren werfen die Bilder, Filme und Effekte auf die Mauer und Leinwand. Zwei Terabyte Daten verbrauchen die Effekte, 730 Pyro-Effekte werden verballert und natürlich kommen die Show-Elemente der alten Show zum Einsatz: Überlebensgroße Marionetten, das Flugzeug und das fliegende Schwein.

Das Motto ist heute aktueller denn je.

Das Motto ist heute aktueller denn je.

Aber nur Effekte machen noch keine gute Show aus. Die Musik gehört dazu. Und was soll ich nach all den Jahren noch über die Musik sagen? Ja, es ist ein schreckliches Selbstmitleid und ein Egotrip von Herrn Waters, eine Anklage gegen Krieg und Gewalt. Und natürlich kommt im ersten Drittel gleich der legendäre Hit We don’t need no education! Musikalisch hat sich The Wall nicht weiter entwickelt, aber das wollen wir auch nicht. Wir wollen die Schau, die wir 1980 verpasst haben, aber mit der Technik von heute. Die Musiker, die Herrn Waters begleitet haben, waren alle samt hervorragend. Aber natürlich hätte ich gerne die alten Recken von Floyd gesehen, allen voran natürlich David Gilmour. Aber in Frankfurt mussten wir auf Herrn Gilmour verzichten. Auch gut.

IMG_4750

Nicht verzichten müssen wir gottseidank auf die Puppen, Marionetten und Ballons aus dem Jahre 1980. Die Show beginnt mit dem Abfackeln eines eindrucksvollen Feuerwerks. Hinzu kommt der Flieger, der sich durch die Halle der Commerzbank Arena in Richtung Bühne bewegt und dort mit lauten Bum explodiert. Ja, so wird Bombastrock der Superlative eingeleitet. Was bei anderen Shows am Ende steht, kommt bei Waters gleich zu Beginn. Aber es geht noch mehr. Und weiter ging es Schlag auf Schlag.Der Lehrer, der den bekannten Schüler-Protestsong einleitet, war für mich einer der ersten Höhepunkte.

Ich kann mein Glück kaum fassen, als ich endlich im zweiten Teil der Show das legendäre fliegende Schwein erblicke. Im Vorfeld der Show gab es Diskussionen, warum Roger Waters auf das Schwein verschiedene Symbole gekritzelt hat. Es kam zum Vorwurf des Antisemitismus an Waters, da er auch den Davidstern auf das Schwein malte. Das halte ich für Quatsch. Ja, Roger Waters war immer ein politischer Musiker. Erinnert sei nur an seine Positionen gegenüber Margaret Thatcher – Maggie what have we done? Aber ich glaube nicht, dass er antisemitisch ist. Im Konzert in Frankfurt war auf jeden Fall nichts davon zu bemerken.

Zu bemerken war eine offene Politik des Veranstalters. Die Zuschauer wurden nahezu dazu aufgefordert vom Konzert Fotos zu machen. Einzige Bedingung: kein Blitz. Das ist für mich ein absolutes Novum. Ich kenne noch Konzerte, wo ein absolutes Fotografierverbot herrschte. Zuletzt bei Dylan, wo es Greiftrupps unter dem Publikum gab, um illegale Fotografen aufzubringen. Aber der Konzertveranstalter weiß genau, dass er Smartphones im Konzert nicht verbieten kann. Und er nutzt die Chance der neuen Kommunikation. Viele der Bilder von the Wall landen mit dem Hashtag #Wall auf Facebook oder Twitter. Der Radiosender hr1 macht daraus sogar eine hervorragende Social Media-Aktion und bringt die Wall-Show ins Netz. So geht Cross Media.

IMG_4513

Hier mein Fazit gleich nach der Show – die Dame, die sich ins Bild drängt, gehört nicht zu mir. Aber so ist nun mal Berichterstattung:

Persönlicher Nachruf auf Lou Reed

28. Oktober 2013

Das erste Mal als ich Lou Reed gehört habe, war ich ein Teenager auf der Suche nach neuen musikalischen Ufern. Bei einem Kumpel hörte ich die VU-Aufnahmen mit Nico. Die Stimme der schönen Deutschen faszinierte mich, aber noch mehr der Sound der Band. Ungemein rhythmisch, doch zugleich kalt und hart. Mein Popmusikhimmel geriet ins Wanken, als ich von der Band die ersten Bilder sah. Internet gab es damals nicht und so musste ich in Rockalmanachs stöbern, um einen Eindruck von den Kerlen zu bekommen. Typen in Lederjacken mit Sonnenbrillen – das war anders als die Sunnyboys, die ich kannte.

Ich hörte mich in VU ein und musste erst einmal schlucken. Die besungene Welt war ganz anders als die heile Welt in der ich aufgewachsen sind. Ich wartete nie auf einen Freier und spritze mir kein Heroin, machte einen Entzug oder experimentierte nicht mit Sadomaso. Obwohl ich nichts mit der Welt von VU gemeinsam hatte bis auf die Vorliebe für Andy Warhol gefiel mir der Sound. Erst auf LP und später auf CD kaufte ich mir alles von VU. Zuletzt bekam ich von meiner Frau die Bananen-Box geschenkt. Ich glaube, sie weiß gar nicht, welche Freude sie mir gemacht hat.

Box

Als Lou Reed auf Solopfaden wandelte, folgte ich ihm. Zwar war ich kein Transvestit, der von Miami nach NYC kam, sich die Beine rasierte und einen Walk of the wild Side antrat. Klar die Transformer war wichtig, aber persönlich noch wichtiger war das New York Album. Ich hatte es bei meinen Streifzügen durch Big Apple im Ohr, verschenkte die CD ein paar Mal. Das war für mich das Meisterwerk von Lou Reed. Die Gosse, die dunklen Seiten – welch Faszination.

Dann verlor ich Reed aus den Augen bzw. aus den Ohren. 1993 kam er für mich zurück als er mit Fool of Pride eine der besten Nummern des 30th Anniversary Concert Celebration von Bob Dylan ablieferte. Da war es wieder das alte Feuer, der hypnotische Sprechgesang. Ich kramte meine alten Scheiben hervor und lauschte den Worten. Reed studierte einstmals Kreatives Schreiben an der Syracuse University, und der Dichter Delmore Schwartz war sein Lehrer – das merkt man.

Von jüngeren Aufnahmen gefielen mir die Poe-Aufnahmen von 2000. Ich wollte nach Hamburg, um mir die Aufführungen anzusehen, kam aber nie dazu. Jetzt ist es vorbei. Da die CD ohne Textbuch auskam, besorgte ich mir die Buchversion The Raven mit Zeichnungen von Lorenzo Mattotti, um das alte Englisch von Edgar Allan zu verstehen. Die Worte hab ich dann verstanden, ob es mir mit dem Sinn auch so ging, sei dahingestellt.

Auch blieb mir die Sinnhaftigkeit in der Zusammenarbeit mit Metallica bei Lulu zunächst verborgen. Zu radikal war die Wendung Reeds. Rückblickend gesehen, ist es ein großartiges Album geworden. Aber sehr gewöhnungsbedürftig. Gerne hätte ich dich oder Auftritte mit seiner Frau Laurie Anderson gesehen. Sie war jahrelang ein absoluter Geheimtipp für mich. Oh Superman und Home of the Brave gehören für mich zu den Klassikern der Performanceart.

Bob Dylan: Das Düsseldorfer Konzert 2013

25. Oktober 2013

Bob Dylan in Concert bedeutet immer ein gewisses Risiko für alle Beteiligen. Ich habe Konzerte erlebt, wo der Meister betrunken auf der Bühne herumtorkelte und ich habe Konzerte erlebt, wo ich den Song and Danceman grandios aufspielen hörte. Mein Konzertbesuch in Düsseldorf im Oktober 2013 war einer der letzteren Erfahrungen.

Dylan und seine famose Begleitband waren exzellenter Laune und spielten eine eindrucksvolle Show. Die Vorband sparte sich Dylan gleich und ging pünktlich um 20 Uhr zur Sache. Kein „Columbia recording artists“ mehr wie früher, sondern ohne Begrüßung der rund 9000 Fans in der Mitsubishi Electric Halle musizierte der 71jährige Musikant mit seiner Band.

Nüchtern die Show bei Dylan.

Nüchtern die Show bei Dylan.

Und natürlich gab es wieder keine Best of-Show. Wer Dylan-Konzerte besucht, der kennt die Eigenart des Meisters, viel Unbekanntes zu spielen. Und das Bekannte wird immer wieder interpretiert, so dass die Fans „Simple Twist of Fate“ oder „Tangled Up in Blue “ zunächst nur am Text erkannten. Aber das macht ja den Reiz einer Dylan-Show aus. Der Künstler gibt uns keine Best of-Variante seiner Songs, sondern übt sich an Neuinterpretationen. Mal scheitern sie grandios, mal schreiben sie Musikgeschichte.

Stunden vor dem Konzert bildeten sich lange Schlangen.

Stunden vor dem Konzert bildeten sich lange Schlangen.

Ein paar junge Besucher schauten daher etwas verwirrt, als sie keinen der gespielten Songs erkannten. Ja, ja, so ist das hier. Der Meister verlangt viel von seinem Publikum. Aufmerksam und Bereitschaft sich auf Neues einzulassen – auch mit der Gefahr einen kompletten Mist zu erhalten.

Nun in Düsseldorf mussten wir uns darüber keine Sorgen machen. Dylan, der sich cool am Bühnenrand postierte und ab und zu im grotesk dylanscher Art mitwippte, hatte, seine Band und sich voll im Griff. Er ist enorm präsent auf der Bühne und auch wenn er ab und zu ans Keyboard geht, ist er immer Herr der Lage. Für die Musiker muss es enorm schwer sein, die Hunderte von Songs im Kopf zu haben, auf die Fingerbewegungen ihres Chefs zu reagieren und trotzdem eine coole Show abzuliefern. In Düsseldorf waren viele Songs des neuen Albums dabei.

Die Fans quittierten die Songs mit Applaus und nahmen sogar die vernuschelte Pausenansage mit den Worten wahr: „Er spricht. Er spricht zu uns.“ Hier gibt es keinen mündlichen Dialog mit dem Publikum. Kein „I can’t hear you“ oder „It’s wonderful here in Blabla“. Es geht um die Musik, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es gibt kein Anbiedern und verbale Stimmungsmache, kein „You feel allright?“ Wenn Dylan Lust hat, stellt er höchstens mal seine Band vor – in Düsseldorf hatte er dafür zumindest keine Lust. Am Ende gab es ein Gruppenbild und eine gemeinsame Verbeugung. Die Fans haben für Musik bezahlt und die haben sie bekommen. Der Musikant hat seinen Job gemacht und geht nach rund zwei Stunden stumm von der Bühne und direkt ins Nobelhotel an der Kö.

Und die Fans? Sie diskutieren, welcher Song nun welcher war. Ich musste grinsen, dass die beiden letzten Songs des Abends „All allong the Watchtower“ und „Blowing in the Wind“ waren. Ich sehe hier den Aufruf Dylans ihn aus seiner Never Ending Tour zu entlassen, nach dem Motto „The must be a way out of here“ und „How many roads …“ Aber dies ist wahrscheinlich zu viel interpretiert. Dylan ist das halbe Jahr auf Tour und muss es wohl nicht mehr wegen des Geldes machen. Er ist wohl ein Getriebener, der auf die Bühne vor sein Publikum muss, um es mit einer weiteren Dylan-Maske zu verwirren. Welchen Dylan wir in Düsseldorf gehen haben, muss sich mit zeitlichen Abstand zeigen. Im vergangenen Jahr in München hatten wir einen enormen bluesigen, gar punkigen Dylan gehört. In Düsseldorf hörten wir einen Musikanten, der in sich ruht.

Wer Geld loswerden wollte, konnte es hier tun.

Wer Geld loswerden wollte, konnte es hier tun.

Die Fans haben es nicht leicht, schließlich lässt sich Dylan schon lange nicht mehr vereinnahmen. So nervten in der Pause und nach dem Konzert die Anhänger der Glaubensbewegung „zwölf Stämme“, die ihr Werbematerial mit geklauten Dylan-Fotos an den Mann bringen wollten. In den Medien waren diese Herrschaften wegen Ermittlungen gegen sie wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht aufgefallen. Bei Dylan gaben sie sich als Friedensfreunde. Auf solche Fans kann ich verzichten.

Hier die Setlist des Abends:

Things Have Changed

She Belongs to Me

Beyond Here Lies Nothin‘

What Good Am I?

Pay in Blood

Waiting for You

Duquesne Whistle

Tangled Up in Blue

Love Sick

Set 2:

High Water (For Charley Patton)

Simple Twist of Fate

Early Roman Kings

Forgetful Heart

Spirit on the Water

Scarlet Town

Soon after Midnight

Long and Wasted Years

Zugabe:

All Along the Watchtower

Blowin‘ in the Wind

Wagner Karten online: Was für ein Mist

24. Oktober 2013

Ich muss ehrlich zugeben, am Sonntagabend 13. Oktober war ich wirklich stocksauer. Als Wagner Fan wollte ich die Gelegenheit nutzen, erstmals online Karten für die Bayreuther Festspiele zu erwerben. Dies war uns Fans für 2013 als neuer Service für die Saison 2014 angekündigt worden.

karten

Da ich am Sonntag arbeiten musste, habe ich mir für den Online Reservierung extra eine gewisse Zeit freigeschlagen. Um Punkt 18:00 Uhr rief ich die entsprechende Webseite in Bayreuth auf und musste feststellen, dass nichts, überhaupt nichts ging. Das selbstgestrickte PHP ist einfach zusammengebrochen. Irgend eine Agentur hat wohl schnell mal die Seite aufgesetzt, ohne sie unter Volllast zu testen. Volllast bedeutet, die gesamten Wagner-Fans weltweit sind um 18:00 Uhr auf diese Seite gegangen und siehe da, der Server ist zusammengebrochen. Ich kenne ja den Ansturm auf Websites, das letzte Mal beispielsweise auf die WWDC-Seite von Apple, wo innerhalb von 7 Sekunden alle Karten ausverkauft waren. Aber die Apple-Seite blieb am Netz und weiter, auch wenn die Karten innerhalb von sieben Sekunden verkauft waren. Vielleicht hätte die Familie Wagner einen Cloud-Dienst von Amazon bemühen können, die gewisse Erfahrung mit Ansturm auf Webseiten haben. In Bayreuth waren es wohl 5,3 Millionen Seitenaufrufe und ich war einer von ihnen.

Mit der Gattin in Tannhäuser 2013. Wie komme ich an Karten für 2014?

Mit der Gattin in Tannhäuser 2013. Wie komme ich an Karten für 2014?

In den entsprechenden Wagner-Foren im Netz, auf Facebook und via E-Mail wurde auf den 18:00 Uhr Termin hingewiesen. Da ist es doch kein Wunder, dass bei einer selbst gestrickten Lösung der Server abschmiert muss. Und wie ein Depp sitze ich vor dem Rechner und versuche Karten für Tannhäuser, Parzival oder ein anderes Bühnenstück von Richard Wagner zu erhalten. Denkste, nix ging bei mir. Bei anderen Wagner-Kunden kam es zu einer eklatanten Datenpanne. Adressen anderer Kunden wurden eingespielt, falsche Rechnungen verschickt. Alles an allen ein Supergau in Sachen Datenschutz. Immer wieder wurde über Hackerangriffen und ähnlichen philosophiert, um einen Schuldigen zu finden. Dabei ist es wohl das eigene Unvermögen gewesen, den großen Datenmengen Herr zu werden. Liebe Familie Wagner, nehmt einfach mal Leute, die sich damit auskennen. Bei der Musik setzt ihr auch auf absolute Qualität. Bei der Online-Technik wohl nicht. Schade, Chance vertan. Es stellt sich mir die Frage: Wie komme ich an Bayreuth-Karten für 2014? Jemand eine Idee?

Ich fand Tannhäuser 2013 grausam, aber ich war dabei.

Ich fand Tannhäuser 2013 grausam, aber ich war dabei.

Buchkritik: Linda McCartney Life in Photographs

19. Oktober 2013

Linda

Für mich ist Linda McCartney keine der Spitzenfotografen. Sie hatte den fotografischen Blick, wie es Andreas Feininger ausdrückte. Und sie hatte durch ihre Heirat mit Beatles Paul einen wunderbaren Vorteil vor ihrer fotografischen Konkurrenz. Sie kam nahe an die Beatles heran und drückte im entscheidenden Moment ab.

So entstanden eindrucksvolle Fotos aus dem Rock’n Roll Zirkus der damaligen Zeit. Viele davon sind in dem schönen Fotoband Life in Photographs zusammengefasst. Sie zeigen eine Nähe zu den Superstars der Szene, denn Linda hatte die wichtigsten Rockmusiker vor der Linse. Sie war übrigens die erste Fotografin des amerikanischen Rolling Stones, die ein Coverbild hatte. Es war damals 1968 Eric Clapton, und Linda McCartney zeigte, dass eine Frau in die Männerwelt der Rockfotografie vordringen kann.

Vor zwei Jahren kam die Highend-Version des Buches für 2000 Euro heraus. Das war es mir nicht wert. Ich hab mir die Volksausgabe für 50 Euro gekauft und interessiere mich auch für die iPad-Version. Diese Version im iBookstore gibt es für 9 Euro. Sie enthält 170 Fotos, ausgewählt aus den über 200.000 Bildern aus Linda McCartneys Archiv – die meisten davon mit Zoomfunktion. Ich halte es für eine gelungene Umsetzung eines Fotobuches. Als Bonusmaterial gibt es in der eBook-Version ein Video-Interview mit Paul McCartney und seinen Töchtern Stella und Mary. Gerade mit den Videos spielt das eBook seine volle Stärke aus.

Aber zurück zum Inhalt: Die große Leistung von Linda McCartney ist die unmittelbare Nähe. Sie schafft es, den richtigen Blick einzufangen. Technisch gibt es zahlreiche bessere Fotografen. Ihre Leistung ist die absolute Nähe zu den Künstlern.

Als Linda McCartney durch ihre Heirat berühmt wurde, stand sie selbst im Focus der Berichterstattung. Sie gab uns einen Einblick in ihre Familie. Private Bilder vom Familienleben der McCartneys wurden von ihr veröffentlicht. Besser als jede Homestory und mit dem Blick einer liebenden Mutter und Ehefrau. Das macht für mich die Faszination des Buches Life in Photographs aus. Schaut mal hinein, das Buch ist bei meinem Lieblingsverlag Taschen erschienen. Auch interessant ist übrigens das neue Album von Paul McCartney New. Der 71jährige lässt es richtig krachen.

Pianist und Cafeebetreiber Oliver Derks in der Bamberger Piano Bar

17. Oktober 2013
Oliver Derks (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Oliver Derks (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Inspiration und Trost empfinde ich, wenn ich die Musik von Oliver Derks höre. In Bamberg hat Derks eine gewissen Berühmtheit. Direkt am Obstmark im Zentrum von Bamberg betreibt er eine Piano Bar. Bei einem Spaziergang durch Bamberg bin ich per Zufall in das Cafe gestolpert, wollte mich aufwärmen und war sofort von der Atmosphäre begeistert. Die Piano Bar ist eine nettes Cafe, ungewöhnlich kombiniert mit einer Modeboutique mit Designermode und zahlreichen Antiquitäten. Die perfekte Mischung für Kreativität.

Am meisten faszinierte mich jedoch die Musik. Über die Lautsprecher lief unaufdringliche Klaviermusik. Erst nahm ich sie nur unbewusst wahr, dann packte mich die Energie, die von der Musik ausging. Ich setzte mich, trank Kaffee und versank in der Musik. Ein Stapel CDs lag an der Theke und der Musiker war ein gewisser Oliver Derks. Kannte ich nicht, aber die Musik interessierte mich. Und als ich mir das Cover der CDs näher ansah, erkannte ich Oliver Derks, der mir eben meinen Kaffee servierte.

In einer Pause lernte ich Oliver und seine Geschichte kennen. Sein Leben ist geprägt von Musik. Bereits seine Mutter war erfolgreiche Pianistin und er lernte Piano-Improvisation von klein auf. Nach erfolgreicher BWL-Karriere kam er mit 50 Jahre zurück zur Musik. Auslöser war seine Frau Inge, seine große Liebe.

Leider erkrankte Inge an Krebs und starb. Oliver Derks verarbeite ihren Tod mit seiner Musik, Inge ist in seiner Musik immer präsent und dies spürt der Hörer. “Ich glaube an uns” war der Name einer CD für seine Frau – sicher eine der persönlich schwierigsten Aufnahmen. Die neuen CDs heißen Der Morgen und der Abend. “Ich habe in meinen Gesprächen festgestellt, dass viele Leute Angst vor der Zukunft haben.” Für diese Leute sind die beiden CDs aufgenommen. “Ich lebe einfach den Tag – denn das Jetzt ist mein Moment”, so Derks. “Ich geh fröhlich in den Tag hinein mit meiner Musik und will mich am Abend für den Tag bedanken.” Für Derks steht fest: “Ich will mich am Schönen und Guten orientieren.”

Oliver Derks liebt sein Klavier. Es steht im hinteren Bereich der Bamberger Piano Bar. Es ist das Klavier auf dem er als Fünfjähriger gelernt hat. “Das Klavier und ich sind ein Leben miteinander gegangen.” Elektronik ist für Derks daher tabu. Und die langjährige Beziehung merkt der Besucher. Am Klavier lebt Oliver Derks auf. Ab und zu gibt es in der Piano Bar Konzerte. Hier trifft sich die Bamberger Kulturszene und lauscht dem Klavierspiel. Inzwischen ist Oliver Derks in Bamberg eine Berühmtheit geworden. Seine Musik läuft sogar in den städischen Tiefgaragen und verbreiten dort eine positive Stimmung. Auch in der Telefonwarteschlange der Stadtwerke Bamberg ist Derks Musik zu hören

Für mich improvisierte der Musiker – vielen Dank dafür.

Neue Quelle für GEMA-freie und lizenzfreie Musik für Videos: YouTube Audio Library

3. Oktober 2013

Bildschirmfoto 2013-09-30 um 23.07.56

Um Videos musikalisch zu untermalen brauche ich GEMA-freie und lizenzfreie Musik. Bisher habe ich vor allem Musik meines Kollegen Sebastian Dosch von Dosch Design verwendet, der mit Dosch Audio großartige Stimmungsmusik produziert. Diese sind aufwendig eingespielt und für zahlreiche Videos hervorragend geeignet.

Jetzt habe ich eine weitere Quelle für GEMA-freie und lizenzfreie Musik entdeckt. YouTube selbst. In der Vergangenheit war es ja bereits möglich im Videomanager Audio-Spuren mit GEMA-freier Musik über das Video zu legen. Das geht nur am Rechner. YouTube hatte dazu rund 150000 Musikstücke ins Netz gestellt. Problem: Wenn ich diese Musik über die Filme lege, dann hört man von Originalton des Vidoes nichts mehr. Allerdings bin ich in Sachen GEMA auf der sicheren Seite.

Jetzt bietet YouTube kostenlose GEMA-freie Musik zum Download an. Das Ding heißt YouTube Audio Library.

Im Moment sind es nur 150 lizenzfreie Stücke, aber ein Anfang ist gemacht. Ich kann das entsprechende Stück online anhören und anschließend herunterladen. Ich habe mir viele der Stücke aufs iPhone geladen, um bei einer mobilen Videoproduktion die Musik dann unterwegs einzublenden. So brauche ich den Schnittrechner nur noch für größere Produktionen. Für die vielen kleinen Interviews und Vidoes reicht iMovie am iPhone und nun die GEMA-freie und lizenzfreie Musik von YouTube.

Neue Beatles im Anmarsch: On Air – Live at the BBC Volume 2

27. September 2013

Beatles

Musik gehört zu meinen Leben und ich bin mit dem Songs der Beatles aufgewachsen. Die Fab Four gehören zum allgemeinen Kulturgut und es ist keine Frage, dass ich mir die Beatles Aufnahmen kaufe. Mein letzter großer Kauf lag mit der Beatles Mono Box schon eine zeitlang zurück. Aber am 8. November ist es wieder soweit. Dann erscheint der zweite Teil der BBC-Aufnahmen. Es gibt eine Doppel-CD und Vinyl-Collection On Air – Live at the BBC Volume 2mit 40 Aufnahmen ihrer BBC-Sessions von 1963-1964. Insgesamt umfasst die Doppel-CD 63 Tracks (Songs und Blabla). 37 der versammelten Live-Mitschnitte sind bisher unveröffentlichte Darbietungen der Fab Four. Dazu kommen 23 ebenfalls unveröffentlichte Aufnahmen von humorvollen Unterhaltungen der Bandmitglieder mit den Radiomoderatoren im Studio. Es sollkeine Überschneidungen mit der vorhergehenden Live at the BBC-Sammlung der Beatles geben, die übrigens remastered neu aufgelegt wird. Interessant ist, dass die Ankündigung nur von CD und Vinyl spricht. Ein Download bei iTunes wird nicht erwähnt – schade.

Beatles2

1994 erschien die Beatles Collection Live at the BBC und wurde weltweit gefeiert. Sie erreichte Platz 1 der britischen Charts, Platz 3 in den USA und verkaufte mehr als fünf Millionen Exemplare in nur sechs Wochen. Mit On Air – Live at the BBC Volume 2 st ab dem 8. November der Nachfolger im Handel erhältlich – als Doppel-CD oder als 180g 4-Vinyl-Set mit einem 48-seitigen Booklet.

Die Beatles spielten zu ganz unterschiedlichen Gelegenheiten und für die verschiedensten Sendungen in den Studios der BBC. Auf „On Air – Live at the BBC Volume 2“ hören wir aus erster Hand, wie die Band sich und ihren Sound der Nation präsentierte. Paul McCartney war besonders überwältigt, als er die alten Aufnahmen wieder hörte: „Man kann die Energie und die Stimmung förmlich spüren. Wir haben wirklich alles gegeben und uns nicht zurückgehalten. Wir wollten, dass es die besten Auftritte unserer Karriere werden.“

Zehn der Songs auf On Air hatte die Band in den 1960ern gar nicht für die EMI aufgenommen, darunter sogar zwei, die auf dieser Sammlung zum allerersten Mal auftauchen: ihre live ausgestrahlte Performance von Chuck Berrys „I’m Talking About You“ und ein Cover des Klassikers „Beautiful Dreamer“. Auch „Happy Birthday, Dear Saturday Club“, eine Verneigung der Band vor der wichtigsten Popsendung der 60er auf der BBC, ist eine weitere Überraschung.

Zwischen März 1962 und Juni 1965 strahlte die BBC in Großbritannien 275 einzigartige Performances von den Beatles aus. Allein 1963 trat die Band in 39 Radiosendungen auf. Im Laufe der Zeit spielten die Beatles 88 verschiedene Songs bei BBC-Sessions – einige davon mehrere Male, andere nur ein einziges Mal.

Auf On Air sind auch Mitschnitte von 30 besonders beliebten Beatles-Songs, darunter fünf Nummer Eins Hits und weitere Klassiker wie: „I Saw Her Standing There“, „Twist And Shout“, „Do You Want To Know A Secret“, „Boys“, „Please Mister Postman“, „Money“, „And I Love Her“ und „If I Fell“.

Wie schon auf dem auch von Kritikern sehr positiv aufgenommenen Vorgänger sind auf „On Air – Live at the BBC Volume 2“ Audioclips zu hören, auf denen sich die Beatles mit den DJs Brian Matthew und Alan Freeman sowie mit Lee Peters und Rodney Burke unterhalten, den Moderatoren von Pop Go The Beatles.

Beatles3

So sah die erste Aufnahme der BBC aus.

Das erste BBC-Album der Beatles „Live at the BBC“ aus dem Jahr 1994 erscheint zeitgleich in einer remasterten Neuauflage Live at the BBC (Remastered) – und klingt besser als je zuvor. Diese Auswahl der Sessions vereinte neue Versionen ihrer Hits mit 30 spannenden Songs, die die Beatles zwar alle live im Radio gespielt, aber in den 1960ern auf keinem Album veröffentlicht hatten.

So sieht die überarbeitete, erste Aufnahme der BBC aus.

So sieht die überarbeitete, erste Aufnahme der BBC aus.

„Live at the BBC“ wurde von George Martin zusammengestellt. Recherche und Auswahl für den Nachfolger „On Air – Live at the BBC Volume 2“ übernahmen die Produzenten Kevin Howlett und Mike Heatley. Beide Alben wurden in den Abbey Road Studios sorgfältig von Guy Massey und Alex Wharton gemastert. In den Booklets beider Sammlungen befinden sich Kevin Howletts Essays über die BBC-Sessions der Beatles und seine ausführlichen Kommentare zu allen Tracks.

Tracklisting „On Air – Live at the BBC Volume 2“

CD 1

1.       And Here We Are Again (Speech)

2.       WORDS OF LOVE

3.       How About It, Gorgeous? (Speech)

4.       DO YOU WANT TO KNOW A SECRET

5.       LUCILLE

6.       Hey, Paul… (Speech)

7.       ANNA (GO TO HIM)

8.       Hello! (Speech)

9.       PLEASE PLEASE ME

10.      MISERY

11.      I’M TALKING ABOUT YOU

12.      A Real Treat (Speech)

13.      BOYS

14.      Absolutely Fab (Speech)

15.      CHAINS

16.      ASK ME WHY

17.      TILL THERE WAS YOU

18.      LEND ME YOUR COMB

19.      Lower 5E (Speech)

20.      THE HIPPY HIPPY SHAKE

21.      ROLL OVER BEETHOVEN

22.      THERE’S A PLACE

23.      Bumper Bundle (Speech)

24.      P.S. I LOVE YOU

25.      PLEASE MISTER POSTMAN

26.      BEAUTIFUL DREAMER

27.      DEVIL IN HER HEART

28.      The 49 Weeks (Speech)

29.      SURE TO FALL (IN LOVE WITH YOU)

30.      Never Mind, Eh? (Speech)

31.      TWIST AND SHOUT

32.      Bye, Bye (speech)

33.      John – Pop Profile (Speech)

34.      George – Pop Profile (Speech)

 

CD 2

1.       I SAW HER STANDING THERE

2.       GLAD ALL OVER

3.       Lift Lid Again (Speech)

4.       I’LL GET YOU

5.       SHE LOVES YOU

6.       MEMPHIS, TENNESSEE

7.       HAPPY BIRTHDAY DEAR SATURDAY CLUB

8.       Now Hush, Hush (Speech)

9.       FROM ME TO YOU

10.      MONEY (THAT’S WHAT I WANT)

11.      I WANT TO HOLD YOUR HAND

12.      Brian Bathtubes (Speech)

13.      THIS BOY

14.      If I Wasn’t In America (Speech)

15.      I GOT A WOMAN

16.      LONG TALL SALLY

17.      IF I FELL

18.      A Hard Job Writing Them (Speech)

19.      AND I LOVE HER

20.      Oh, Can’t We? Yes We Can (Speech)

21.      YOU CAN’T DO THAT

22.      HONEY DON’T

23.      I’LL FOLLOW THE SUN

24.      Green With Black Shutters (Speech)

25.      KANSAS CITY/HEY-HEY-HEY-HEY!

26.      That’s What We’re Here For (Speech)

27.      I FEEL FINE (STUDIO OUTTAKE)

28.      Paul – Pop Profile (Speech)

29.      Ringo – Pop Profile (Speech)

Alan Parsons Projects I Robot (wieder) neu aufgelegt: I Robot: Legacy Edition

14. September 2013

Mit Alan Parsons Project begann der Grundstock meiner Schallplattensammlung. Immer wieder höre ich den genialen Toningenieur mit seinem Kumpel und habe ich immer wieder darüber gebloggt. Schade, dass Eric Woolfson inzwischen verstorben ist und aus dem Duo ein lahmes Solo von Parsons geworden ist. APP waren für mich der Wegbereiter der modernen Musik, viele damals moderne Instrumente wurden auf dem Album I Robot eingesetzt, wie EMS Synthi-A ’suitcase‘ synth sequencer (bekannt aus Pink Flyods Dark Side of the Moon), eine tragbare electronic pipe Orgel und ein Analog-Keyboard namens the Projectron.

robot

Jetzt kommt zum 35. Geburtstag des zweiten APP-Albums I Robot eine Neuauflage mit  I Robot (Legacy Edition). Sie ist Teil einer elf CD umfassenden Kollektion, die 2014 erscheinen soll. Darunter soll endlich das Material von The Sicilian Defence aus dem Jahre 1979/80 sein, das bisher noch nie veröffentlicht wurde.

Nun I Robot erschien 1977 als Konzeptalbum, drehte sich um Issac Assimovs Robotergeschichten und kam schon einmal als Remastered Version auf den Markt. Mit dabei ein paar interessante Bonustracks. Nun zum 35. Geburtstag des Albums setzte sich Alan Parsons mit Woolfsons Tochter Sally zusammen und beide entstaubten den Klassiker. I Robot (Legacy Edition) wird eine Doppel-CD mit dem klassischen Album auf CD eins. Zudem gibt es neun neue Songs als dem Sony Archiv auf einer zweiten Bonus-CD, die insgesamt 14 Songs enthält.

Ich war sehr gespannt, was sich geändert hat. Es wurde eine französische Version von Boules (I Robot Experiment), eine langsame Version von Breakdown und ein Mix von I Wouldn’t Want To Be Like You bevor die Gitarre von Ian Bairnson eingespielt . Zudem ein Mix von Day After Day und ein zehnminütiges Instrumenal The Naked Robot. Ingesamt sollte I Robot damals eine Homage an Star Wars sein, eben C3PO und R2D2. Naja, wie Star Wars klang es nicht, eher wie Assimov.

Also warten wir ab, was APP bringt. Das Album wurde auf jeden Fall bestellt, ist aber nur etwas für Hardcore-Fans. Der Normalo braucht diese Version nicht, der ist mit dem bisherigen I Robot mehr als glücklich.

 

CD 1: (Original Album von1977):

1. I Robot

2. I Wouldn’t Want To Be Like You

3. Some Other Time

4. Breakdown

5. Don’t Let It Show

6. The Voice

7. Nucleus

8. Day After Day (The Show Must Go On)

9. Total Eclipse

10. Genesis Ch.1 V.32.

 

CD 2: Bonus

1. U.S Radio Commercial for I Robot

2. Boules (I Robot Experiment)

3. Hilary Western Soprano Vocal Rehearsal

4. Extract 1 from The Alan Parsons Project Audio Guide

5. Extract 2 from The Alan Parsons Project Audio Guide

6. I Wouldn’t Want To Be Like You (Backing Track Rough Mix)

7. Some Other Time – Complete vocal by Jaki Whitren

8. Breakdown (Early demo of backing riff)

9. Extract 3 from The Alan Parsons Project Audio Guide

10. Breakdown – The Choir

11. Don’t Let It Show (Eric Woolfson demo)

12. Day After Day (Early Stage Rough Mix)

13. Genesis Ch. 1 V. 32 – Choir Session

14. The Naked Robot.

Zehnter Todestag von Johnny Cash

12. September 2013

Heute vor zehn Jahren am 12. September 2003 starb der Man in Black. Vor zehn Jahren ging Johnny Cash von uns und ich erinnere mich noch an den Nachruf, der in der Todesanzeige seiner Plattenfirma stand: There was a Man. – Passt, es gab nicht mehr zu sagen.

Mich begleitete Johnny Cash durch mein musikalisches Leben. Die ersten ernstzunehmenden musikalischen Einflüsse kamen vom Bruder meiner Mutter. Er liebte Elvis Presley und Johnny Cash. Ich lernte als Kind die Klassiker der Country-Musik kennen, liebte die Sun-Aufnahmen und war vom „Boom-Chicka-Boom“-Sound der Gutarre von Luther Perkins fasziniert. Je älter ich wurde, desto mehr musikalische Einflüsse kamen hinzu. Doch immer wieder hörte ich Johnny Cash. “I shot a man in Reno, just to watch him die” – das war purer Punk. Die beiden Live-Platten At Folsom Prison und At San Quentin gehören für mich zu den besten Live-Aufnahmen. Hier ist eine ursprüngliche Kraft von Rock’n Roll, Country und Blues zu spüren.

cash1

Nach dem Rauswurf bei Columbia blieb ich Cash treu bei seiner neuen Plattenfirma Mercury, doch für mich hatte Cash die Power verloren. Die Highway-Men zeigte noch ein wenig vom alten rebellischen Glanz. Und dann kam Rick Rubin und die legendäre American Recording-Serie. Befreit vom Ballast, befreit vom Nashville-Kommerz legten die Aufnahmen den ursprünglichen Johnny Cash frei. Die Aufnahmen waren eine Offenbarung.

Und er ging auf Tour. Ich sah Cash und June Carter dreimal live und das Publikum bestand aus jungen Leuten. Nicht dickbäuchige Männer mit Stetson-Hut, sondern Kerle in Lederjacken, die in dem alten Mann ihren Rebellen sahen. Die Konzerte waren Wahnsinn. Und Cash? Er nahm die Power auf und freute sich sichtlich. Unser Applaus tat ihm gut, doch auch er tat uns gut.

cash

Bob Dylan, ein Freund von Cash, sagte einmal. Cash ist wie der Polarstern, du kannst dein Boot nach ihm ausrichten. Johnny Cash, ich habe dich nicht vergessen. Und ich hab mir gleich das Paket The Perfect Johnny Cash Collection mit deinen alten Scheiben geholt, das Columbia zum Todestag auf den Markt warf. Wir haben auch nicht vergessen, welche Schande es für uns Cash-Fans war. Columbia, das haben wir nicht vergessen.