Archive for the ‘Medien’ Category

Ukraine-Krieg: Videogame gilt geflüchteten Kindern

24. Februar 2023

Heute jährt sich der brutale Überfall Russlands auf den Nachbar Ukraine und das ist das Thema des Tages in allen Medien. Enorme Flüchtlingsströme zogen nach Europa und die Gemeinden und Städte haben Probleme die Familien unterzubringen. Ich stelle hier ein Projekt vor wie sich Kindern aus der Ukraine in Zürich zurecht finden können. Und das gelingt anhand des Videospiels Where Am I?

Ein Videogame soll geflüchteten ukrainischen Kindern und Jugendlichen in Zürich helfen, die Stadt in einem vertrauten Rahmen zu entdecken. Das interaktive Spiel wurde von der ZHAW zusammen mit Blindflug Studios lanciert.

Krieg und Zerstörung bedeuten insbesondere für Kinder einen schlagartigen Verlust von Vertrautem. Ukrainische Kinder und Jugendliche müssen sich fern von ihrer Heimat in einer oft fremden Umgebung zurechtfinden. Deshalb hat die ZHAW ein Videogame entwickelt, mit dem sie sich mit der Stadt Zürich vertraut machen können und gleichzeitig einen Bezug zu ihrer Heimat schaffen können. „Де я знаходжуся?“ lautet der Titel des Spiels auf Ukrainisch, zu Deutsch „Wo bin ich?“. Es wurde im Rahmen des „Umgangs mit Notsituationen als Folgen des Kriegs gegen die Ukraine“ von der Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH) gefördert.

Architektur und Vertrautheit
Das Videogame Where Am I? greift die baukulturellen Aspekte einer Flucht auf. Nicht nur werden Gebäude in der ukrainischen Heimat beschädigt und zerstört, auch der neue Ort ist fremd. Durch das virtuelle Einbetten von ukrainischen Gebäuden in die Stadt Zürich wird ein Teil der Heimat in die unbekannte Stadt integriert. Unter der Leitung von ZHAW-Forscher Andri Gerber bauten Studierende detailliert berühmte Wahrzeichen aus Kyiv und Zürich als Modelle nach und fügten diese in eine bunte 3D-Version der Zürcher Innenstadt ein. Mithilfe vom Schweizer Game-Entwickler Blindflug Studios wurde daraus ein Handyspiel erstellt, in dem die Spieler:innen Zürich erkunden und dabei die Wahrzeichen beider Städte auffinden können.

Zürich digital erkunden
Die Spielwelt erstreckt sich entlang der Limmat bis zur ETH Zürich und Hauptbahnhof, und wird mit Hilfe einer Karte und eines Scooters erkundet. Einige Zürcher Gebäude lösen sich während dem Spiel in Luft auf und die Spieler haben die Aufgabe, in der Stadt verteilte Puzzlestücken in die Gebäude zurückzubringen. Am Ende jedes Puzzles erscheint jedoch nicht das Zürcher Bauwerk, sondern ein Wahrzeichen aus Kyiv wie die St. Andreas Kirche, die Schewtschenko-Universität oder das Hotel Saljut.

Where Am I? im Apple App Store

Where Am I? im Google Play Store

Buchtipp: Soviet Ghosts: The Soviet Union Abandoned: A Communist Empire in Decay von Owen Evans und Rebecca Litchfield

22. Februar 2023

Nachdem ich in dieser Beziehung ein Weichei bin und Bammel habe, gesicherte Lost Places in meiner Umgebung zu betreten, schaue ich mir gerne Bücher oder Videos zu diesem Thema an. Lost Places sind verlassene Orte, die vom Menschen aufgegeben und der Natur verlassen wurden. Es gibt ja mittlerweile Hunderte von Büchern aus diesem Subgenre, so dass ich bequem vom Sofa aus mich auf Expeditionsreisen zu diesen reizvollen, geheimnisvollen Plätzen machen kann.

Mich reizt dieser morbide Charmes des Vergessenen. Was vom Menschen geschaffen wurde, wird von der Natur zurückerobert. Alles ist dem Zerfall preisgegeben. Meine Gattin schenkte mir das Buch Soviet Ghosts: The Soviet Union Abandoned: A Communist Empire in Decay. Gerade der Zerfall der Sowjetunion hat einige Perlen dieser Lost Planes ans Tageslicht gebracht, die ich aufgrund der räumlichen Entfernung wohl niemals besuchen kann.
Die grausame sozialistische Architektur wird von der Natur zurückerobert und es entstanden ungewöhnliche Fotos von Owen Evans und Rebecca Litchfield. Das englischsprachige Buch lebt von diesen außergewöhnlichen Fotos. Die Reiseorte sind Orte in ehemaligen Sowjetrepubliken und Warschauer Pakt Staaten. Verlassene Gefängnisse, Heilanstalten, Kliniken, Militäreinrichtungen.

Die meisten Bilder sind ein dunklen Farben aufgenommen und wahrscheinlich nachbearbeitet. Spiegelungen in Wasserpfützen verstärken den verlassenen Eindruck. Grelle oder bunte Farben gibt es bei den gedeckten Bildern weniger zu entdecken, außer das Rot des menschenverachtenden Kommunismus, das auf abgerissenen Fahnen oder Plakaten zu sehen ist. Viele der Fotos sind in Zentralperspektive aufgenommen, das bedeutet wenig Spiel mit Perspektiven, sondern klare, sachliche Strukturen. Zentralperspektive kann auf Dauer ein wenig langweilig wirken, aber sie lenkt nichts ab – im Mittelpunkt steht der Verfall. Das Auge der Fotografen sucht die Linien der Gebäude und der verlassenen Einrichtungsgegenstände wie Möbel und Haushaltsgegenstände.

Leiji Matsumoto – der Schöpfer von Captain Harlock ist tot – wer kann die Welt noch retten?

21. Februar 2023

Manga- und Anime-Fans hielten inne als sie gestern vom Tod via Leiji Matsumoto erfuhren. Mir ging es auch so, als mir Twitter die Nachricht brachte. Im Alter von 85 Jahren ist dieser wichtige Künstler verstorben, der Wegbereiter der japanischen Kunst in der Welt war. Seine Tochter Makiko schrieb, der Vater sei „zum Meer der Sterne aufgebrochen“ – sehr schön, sehr passend.

Mir persönlich hatte es sein Captain Harlock angetan, eine Art Weltraumpirat. Eine kleine Gruppe um den legendären Captain Harlock, setzt alles daran die Menschheit zu retten. Mit ihrem Weltraumkreuzer, der Arcadia operieren sie im All zum Wohle der gefährdeten Menschheit. Harlock war wie Captain Future, nur nicht so strahlend.

Lange schaute ich die Serie von Captain Harlock und ertrug in der deutschen Fassung sogar den Titelsong von Nicole, der nicht mehr aus dem Ohr ging: „Captain Harlock, Helfer aus dem All, Captain Harlock hilf uns noch einmal.“ Nachdem ich Nicole nicht mehr hören wollte, kaufte ich mir die sinfonische Fassung der Filmmusik aus Japan auf CD. Ich spielte mal mit dem Gedanken, eine Figur des Captain auf der Animagic in Mannheim oder der Animuc in Fürstenfeldbruck zu kaufen, konnte mich bislang nicht durchringen.

Ich hatte vier Teile der Serie auf Lasedisc und später einen Film auf Bluray. Bei YouTube gibt es eine fünf-Stunden-Fassung.
Weil ich eben bei Musik war. Erinnern wir uns an die französischen Electronic-Rocker Daft Punk. Im Jahr 2000 koppelten sie aus ihrem zweiten Album die Single One More Time aus. Das Video dazu schuf Leiji Matsumoto. Damit wurde er Musikfreunden bekannt.

Zum Gedenken schau ich mir am Aschermittwoch seine Serie Star Blazers 2202 – Space Battleship Yamato auf Amazon Prime an und denke an den wegweisenden Künstler Leiji Matsumoto.

Buchtipp: Der Tag, der mein Leben veränderte von Tim Pröse

20. Februar 2023

Für mich bedeutet die Lektüre von Tim Pröse immer eine doppelte Freude. Zum einen verehre ich seinen Schreibstil und genieße seine Art mit Worten zu spielen, zu formulieren, Emotionen zu erzeugen. Zum anderen liefern mir seine Bücher wunderbare Geschichten. Tim Pröse ist ein sagenhafter Storyteller und Geschichtenerzähler.

Pröse ist in den Bereichen Kultur, Geschichte und Gesellschaft tätig und hat mehrere preisgekrönte Bücher veröffentlicht. Ich hab ihn immer wieder getroffen und mit ihm gesprochen. Vor kurzem war er bei uns im Dorf bei einer Lesung seines neuesten Buches Der Tag, der mein Leben veränderte. Ich war leider nicht vor Ort, dafür meine Gattin.

Pröses Werke haben sich in der Vergangenheit auf unterschiedliche Themen konzentriert, darunter die deutsche Nachkriegsgeschichte, die Kulturszene und die Biografien von bedeutenden Persönlichkeiten. Ein bekanntes Buch von ihm ist „Jahrhundertzeugen: Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler“ (2016), das eine Sammlung von Interviews mit Menschen enthält, die in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt und gekämpft haben. Das Buch wurde zu einem Bestseller.

Ein weiteres Buch von Pröse, das in der Öffentlichkeit viel Beachtung fand, ist „Hallervorden: Ein Komiker macht Ernst“ (2020), eine Biografie des bekannten deutschen Komikers und Schauspielers Dieter Hallervorden. In dem Buch geht Pröse auf die Karriere, das politische Engagement und die Persönlichkeit von Hallervorden ein und bietet eine tiefgründige Analyse seines Einflusses auf die deutsche Kulturlandschaft.
Insgesamt hat Tim Pröse als Spiegel Besteller-Autor durch seine Arbeit als Autor und Journalist einen bedeutenden Einfluss auf die deutsche Kultur und Gesellschaft ausgeübt. Seine Bücher haben dazu beigetragen, historische Ereignisse, kulturelle Phänomene und Persönlichkeiten auf eine verständliche und zugängliche Weise zu präsentieren und so das Bewusstsein und die Diskussion über diese Themen zu fördern.

Mit seinem jüngsten Buch von 2022 „Der Tag, der mein Leben veränderte“ ist er gerade auf Lesereise. Pröse porträtiert darin Menschen, die einen Schicksalsschlag nur knapp überlebten und danach zu neuer Stärke fanden. Er traf dafür Prominente wie Udo Lindenberg oder Hans-Dietrich Genscher, aber auch unbekannte Menschen, die nach einer Katastrophe wieder ins Leben zurückkehrten. Und wieder sind es die Geschichten, die mich in den Bann gezogen haben.

Happy Birthday PDF

18. Februar 2023

Ein Dateiformat feiert 30. Geburtstag und ich feiere mit. Ich habe damit seit 30 Jahren gearbeitet und habe verdrängt, wie es vorher war. Vielleicht kommen andere Formate doc, xls, jpg, MP3, gif und mpeg vorbei und essen mit dem Geburtstagskind PDF ein Stück Kuchen. Verzeihen Sie mir den Quatsch.

Aber: PDF – drei Buchstaben haben die Welt verändert und ich habe das Dateiforamt jeden Tag im Einsatz: Ob Abschlussarbeit oder Ankündigung des Flohmarkts in der Nachbarschaft, ob erste Bewerbung oder behördliche Dokumente. Kaum ein Datei-Format hat den digitalen Alltag von Milliarden Menschen so sehr geprägt wie das PDF. 1993 hat Adobe das Format auf den Markt gebracht, das sich in den darauffolgenden drei Jahrzehnten zum populärsten Dateiformat der Welt entwickeln sollte. Inzwischen ist das Portable Document Format (PDF) nicht mehr aus der digitalen Welt und dem digitalen Dokumentenmanagement wegzudenken.

Adobe-Mitgründer John Warnock hat im Rahmen eines Projektes namens „Camelot“ das Format entwickelt. Heute wie schon in der Ideenskizze von 1990 steht das PDF für die Möglichkeit, Dokumente über die Grenzen von Betriebssystemen, Software-Anwendungen und Geräten hinweg auszutauschen, ohne dass sich das Erscheinungsbild ändert. Empfänger können jedes PDF daher genauso lesen und ausdrucken wie die Absendenden selbst. Mit der ISO-Freigabe vor 15 Jahren hat Adobe das PDF der Öffentlichkeit dauerhaft kostenlos zur Verfügung gestellt und auch der Adobe Acrobat Reader – der Viewer für PDF-Dateien – ist heute frei zugänglich. Während all dieser Zeit blieb das PDF hochfrequent genutzt und entwickelte sich stets weiter, parallel zu den immer neuen Möglichkeiten der digitalen Welt.

Features, Funktionen und noch mehr Inhalte
„Unsere Vision für Camelot ist es, eine Sammlung von Dienstprogrammen, Anwendungen und Systemsoftware bereitzustellen, so dass ein Unternehmen effektiv Dokumente aus jeder Anwendung erfassen, elektronische Versionen dieser Dokumente überall hin senden und diese Dokumente auf jedem Gerät anzeigen und drucken kann“, schrieb Warnock Anfang der 90er Jahre über das Camelot-Projekt (The Camelot Project; J. Warnock). Bereits in der ersten Version PDF 1.0 wurden Links, Lesezeichen, eingebettete Schriftarten und RGB-Abbildungen unterstützt. Doch Warnock und seine Mitstreiter*innen hatten bei Dokumenten stets weit mehr im Blick als die rein digitale Version von bedrucktem Papier. So wurden PDF und Acrobat schon sehr bald unter anderem um Suchfunktionen, Artikel-Threads oder Java-Script-Elemente und eine starke Verschlüsselungstechnologie erweitert.

Neueste Erweiterungen setzen auf die Möglichkeiten von KI
Ob neue Features, Funktionen, Plug-ins, Integrationen oder die Unterstützung weiterer Inhalte – auch nach drei Jahrzehnten bleibt das PDF eine Herzensangelegenheit der Adobe-Entwickler, die das Format immer noch smarter, sicherer und komfortabler gestalten. Dies umfasst z.B. die Möglichkeit, audiovisuelle Inhalte mit einzubinden und auch Integration ist eine der Kerncharakteristiken, die das Format so erfolgreich haben werden lassen. Dazu gehört, dass das PDF seit 2001 mit Microsoft-Produkten kompatibel ist und sich so ein Großteil der Microsoft-eigenen Formate in PDF konvertieren lassen. Der zuletzt eingeführte Liquid-Mode, der ein revolutionäres Leseerlebnis von PDFs in Acrobat ermöglicht und mithilfe der KI Adobe Sensei das Layout speziell für mobile Endgeräte fortwährend optimiert, ist ein weiterer Beleg für die stetige Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit.

Buchtipp: Baikonur: Vestiges of the Soviet Space Programme von Jonk

12. Februar 2023

Seit ich Kind bin war ich von Raumfahrt fasziniert – und ich interessiere mich für Lost Places. Daher war die Verbindung dieser beiden Themen immer reizvoll und ich würde fündig. Die Sowjets hatten ein Shuttles Programm, das sie aufgeben mussten und ihre Buran-Shuttles und Hangar in Baikonur sind dem Verfall preis gegeben. Voller Begeisterung schaute ich ein YouTube-Video von Bob Thissen, der mit Freunden in Baikonur eingestiegen ist und atemberaubende Videos von den Buran-Shuttles gedreht hat. Das Video gibt es hier.

Ich wollte mehr von diesem Stoff. Und daher kaufte ich mir das erste Lost Place Buch zu diesem außergewöhnlichen Themenkomplex: Baikonur: Vestiges of the Soviet Space Programme von Jonk. Heute gibt es einige Bücher und Videos zu dem Thema, aber Jonk war meines Wissens der erste, der ein Buch über diesen Lost Place veröffentlichte. Der Autor nimmt uns in seiner Reportage mit nach Kasachstan. Der Kosmodrom Baikonur in Kasachstan wurde in den 1950er Jahren von den Sowjets gegründet. 1976 begann das sowjetische Shuttle-Programm. Von Baikonur aus wurde 1988 das erste sowjetische Raumflugzeug, Buran zu Deutsch Schneesturm, als Antwort auf das US-amerikanische Space Shuttle gestartet. Es flog aber nicht wie die amerikanischen Shuttles in den Weltraum, sondern umrundete 1988 die Erde. Der unbemannte Flug endete erfolgreich mit einer automatischen Landung nach zwei Erdumkreisungen in 206 Minuten.

Wir sehen Bilder der Raumfähre Buran 1.02 und des Prototyp OK-MT, Spitzname „Vögelchen“. Der Bau von Buran 1.02 wurde 1990 beendet, obwohl auch hier noch einige Systeme fehlte.
Jonk steigt mit Hilfe von drei Helfern in das heute verlassene Gelände ein und liefert uns faszinierende Bilder von verfallener Technik. Das Buran-Programm wurde im Sommer 1993 während der Präsidentschaft von Boris Jelzin aus Geldmangel offiziell beendet. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991 hatte Russland die Kosten für Buran allein zu stemmen.

Dies war das erste Mal, dass Fotos dieser spektakulären Orte in einem Buch veröffentlicht wurden. Jonk reiste im Schutze der Nacht 20 km durch die kasachische Wüste, betrat die Hangars heimlich und verbrachte dort drei Nächte versteckt vor militärischen Sicherheitskräften, um eine Fotoreportage von diesem Ort zu erstellen. Jonk stellt uns seine hervorragende Sammlung von Fotos vor, die er in dem stillgelegten Teil des Kosmodroms Baikonur aufgenommen hat. Er zeigt dem Leser nicht nur diese erstaunlichen Bilder, sondern beschreibt uns auch das Abenteuer des Besuchs eines weltweit einzigartigen Ortes. Viele Aufnahmen der beiden Orbiter und ihrer Details aus verschiedenen Perspektiven sind zu sehen, und erstaunliche Bilder der Energija-Trägerrakete.

Und vielleicht ist auch dies das Problem mit dem Buch. Die ersten 50 Seiten berichten von der sicherlich anstrengenden Reise zu diesem Lost Place. Wenn ich ehrlich bin, interessierte mich dies weniger, denn ich wollte ja eigentlich die Bilder von diesem geheimnisvollen Platz sehen. Die bekam ich dann auch: Raumgleiter von oben, von unten, von der Seite, von links unten, von rechts oben und nur ein Bild vom Inneren des Cockpits. Das ist grandios und enttäuschend zugleich, denn ich bin dermaßen vom Thema angefixt, dass ich mir oben genannten Video immer wieder angeschaut habe, die meinen Voyeurismus befriedigen.
Natürlich kann ich das Buch von Jonk empfehlen, obwohl ich gerne mehr Bildunterschriften gehabt hätte, die mir die Fotos besser erklärt hätten. Der Fotograf vergisst aber auch nicht die Büros, Werkstätten, Archive und Wartungsräume, die viele Einblicke in den Arbeitsalltag einer Raumfahrttechnikeinrichtung geben. Das ist wahre Kunst.
Die Bilder wurden nur leicht nachbearbeitet und die Objekte erscheinen in einem gelblichen, warmen Licht. Das unterscheidet das Buch von zahlreichen Lost Places, die mithilfe von Lightroom und Co einen Eindruck der Apokalypse vermitteln.

Matinee Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ am Sonntag, 12. Februar im Scala

8. Februar 2023

Ich freue mich, dass ich am Sonntag, 12. Februar in einer Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck einen Vortrag zu Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ sprechen darf. Die Veranstaltung beginnt um 10:45 Uhr – ich erläuterte die Bedeutung des Films und zeige dann den Klassiker von 1963. Karten gibt es hier.

Alfred Hitchcocks Film „Die Vögel“ hat sowohl im Kontext des Kinos als auch in der Populärkultur eine große Bedeutung. Der Film gilt als Meisterwerk des Suspense-Genres und zeigt Hitchcocks unverwechselbaren Stil und seine Fähigkeit, Spannung aufzubauen und die Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Hier ein kleiner Trailer, den ich speziell für dieses Event geschnitten habe.

Mit dem Film wurde ein Subgenre des Horrorfilms etabliert: Der Öko- oder Tierhorror. Er kam am 28. März 1963 in die US-amerikanischen, am 20. September 1963 in die deutschen Kinos und feiert seinen 60. Geburtstag. Der Film markiert nach Der unsichtbare Dritte (1959) und Psycho (1960) einen weiteren Höhepunkt in Hitchcocks Spätwerk.

Die Vögel handelt von einer Gruppe von Vögeln, die plötzlich und unerklärlich auf die Bewohner einer kalifornischen Stadt angreifen. Der Film nutzt die Symbolik der Vögel als Metapher für Bedrohung und Unsicherheit und lässt die Zuschauer raten, was hinter dem Verhalten der Tiere steckt.

Der Film hat auch eine starke kulturelle Bedeutung, da er oft als eines der besten Beispiele für Hitchcocks Fähigkeit gesehen wird, komplexe Themen und Emotionen durch subtile Andeutungen und symbolische Darstellungen zu vermitteln. „Die Vögel“ inspirierte viele andere Filmemacher und bleibt bis heute ein Klassiker des Kinos.

Ich würde mich freuen, wenn diese Matinee ein Erfolg wird. Später werde ich ein Online-Seminar zu die Vögel anbieten, aber mit einem anderen Schwerpunkt. Wer die Infos braucht, bitte in einem Newsletter anmelden.

Bedeutung sozialer Netzwerke als Informationsquelle steigt weiter

7. Februar 2023

Vor Corona war ich drei Tage die Woche an deutschen Schulen und habe Vorträge über Medienkompetenz gehalten. Das ist im Moment nur noch sporadisch, weil sich die Schulen im Moment mehr mit Lehrermangel und Stundenausfällen herumschlagen. Dennoch möchte ich das Thema Medienkompetenz am heutigen Safer Internet Day wieder in Erinnerung rufen.

Im Moment kann ich kaum von Erfahrungen vor Ort zurückgreifen, weil ich schlichtweg zu wenig an Schulen bin. Daher ziehe ich Studien heran, denen ich vertraue. Hier eine aus Österreich. Ich bin der Meinung, dass sich österreichische und bayerische Schülerinnen und Schüler nicht so stark unterscheiden.

Es gibt die neue Veröffentlichung: „Jugendliche und Falschinformationen im Internet“. Die Studienergebnisse zeigen auf, dass Österreichs Jugendliche beim Umgang mit Informationen im Internet in einem Dilemma stecken: Die Jugendlichen informieren sich zu Alltagsthemen vor allem über soziale Medien, vertrauen den dort bezogenen Informationen jedoch kaum. Es gibt große Wissenslücken und Probleme bei der Bewertung von Informationsquellen. Gleichzeitig sinkt der Konsum von klassischen Medien unter Jugendlichen stetig.
Eindeutig steht im Mittelpunkt die Aussage: Die Bedeutung sozialer Netzwerke als Informationsquelle steigt weiter an.
Es gilt der alte Spruch: Wenn die Nachricht wichtig für mich ist, wird sie den Weg zu mir finden. Gleichzeitig geht auch den Konsum von klassischen Papierzeitungen zurück.

Die sozialen Netzwerke stehen an erster Stelle und werden von 80 Prozent der befragten Jugendlichen mindestens wöchentlich genutzt (2017: 59 %). YouTube wird, mit einem besonders deutlichen Zuwachs von 75 Prozent der Jugendlichen, zumindest wöchentlich zur Information über tagesaktuelle Themen verwendet (2017: 27 %). Danach folgen Streaming-Plattformen mit 59 Prozent, dann Fernsehen (2023: 54 %, 2017: 59 %) sowie Blogs und allgemeine Webseiten (2023: 48 %). Rund vier von zehn Jugendlichen nutzen Webseiten klassischer Medien (2023: 39 %, 2017: 20 %), Wikipedia (2023: 39 %, 2017: 9 %), sowie Radio (2023: 37 %, 2017: 33 %). Podcast werden noch von 24 Prozent der Jugendlichen genutzt. Gedruckte Tageszeitungen und Magazine spielen nur noch bei 17 Prozent der Jugendlichen eine relevante Rolle.

Interessant finde ich den Anstieg von Influencern. Ich habe mehrere Online-Seminare zu diesem Themenkomplex gehalten und die Reaktion war interessant: Ältere Zuschauer schütteln den Kopf, jüngere nicken dagegen. Die Macht von politischen Influencern wie Reichelt oder Tichy darf nicht unterschätzt werden.

Für mich steht fest: Ich mache weiter in Sachen Medienkompetenz und biete für unterschiedliche Zielgruppen entsprechende Vorträge und Seminare an. Wer was braucht, bitte melden.

50 Jahre Hägar der Schreckliche

4. Februar 2023

Im Streaming raubt und mordet der brutale Ragnar Lodbrok in der Serie Vikings und God of War wird auf der PS5 gezockt. Die raue Bande der Wikinger ist bei uns allgegenwärtig.
In meiner Jugend gehörte die TV-Anime-Serie Wickie und die starken Männer zu meinen Favoriten. Doch mein wirklicher Held des Alltags ist ein anderer Wikinger, der heute seinen 50. Geburtstag feiert: Hägar der Schreckliche

Am 4. Februar 1973 tauchte er erstmals auf den Humorseiten US-amerikanischer Tageszeitungen auf und bringt seither Leser auf aller Welt zum Lachen: die Rede ist von Hägar, dem Schrecklichen. und schrecklich liebenswerten Wikinger, Hägar, der mit seinen Schilderungen über Raubzüge, Plündereien und barbarische Bräuche, in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert. Alles Gute Hägar.

Erschaffen vom legendären Cartoonisten Dik Browne (1917-1989) und fortgeführt von dessen Sohn Chris, zeigt der weltbekannte Comicstrip seit einem halben Jahrhundert, dass sich Gags über Job, Familie und die Tücken des Alltags höchst amüsant auf mittelalterliche Verhältnisse übertragen lassen.
Aus gesundheitlichen Gründen gab Chris Browne 2018 Stift und Hörnerhelm an ein neues Team ab, die die Geschichten und Pointen rundum Hägar, Helga, Honi, Hamlet, Sven Glückspilz und Co fortführen.

Als einer der erfolgreichstes Comic-Debüts der Geschichte, wurde Hägar bis heute weltweit in fast 2.000 Publikationen in Rund 60 Ländern und mehr als einem Dutzend Sprachen abgedruckt. Das erste deutschsprachige Hägar-Album mit gesammelten Strips erschien schon 1975 bei Egmont Ehapa.

Ich habe in meinem Archiv einige Hägar-Bände herausgeholt, die ich über die Jahre gekauft hatte. Das älteste aus meiner Sammlung stammt aus dem Jahre 1981 mit dem Titel schreckliche Freunde und ist bei Ehapa erschienen. Dann fand ich noch Taschenbücher von Goldmann von 1985 und folgende. Einen Magnum-Sonderband, die ich hatte, finde ich nicht mehr. Und als Kind hatte ich Hägar Comics aus der Tageszeitung ausgeschnitten und in ein Album geklebt, das aber auch verschwunden ist.

Und so freue ich mich, dass zu Hägars rundem Geburtstag die Egmont Comic Collection mit „50 Jahre Hägar“ auf über 280 Seiten ein in fünf Jahrzehnten unterteiltes Best Of des wackeren Wikingers erscheint. Darunter sind auch von Chris und Chance Browne auf Bitte der Redaktion als persönliche Favoriten ausgewählte Lieblingsstrips! Ein persönliches Grußwort von Chris Browne sowie ein umfangreicher redaktioneller Teil, der alles Wissenswerte zur Hägar-Historie enthüllt, rundet dieses Jubiläumsalbum ab. Gerade die Historie interessiert mich sehr.

Buchtipp: Chefsache Metaverse – ein Praxisbuch für Unternehmen von Julia Finkeissen und Thomas R. Köhler

23. Januar 2023

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit – so lässt sich das gemeinsame Buch der beiden Professoren Julia Finkeissen und Thomas R. Köhler beschreiben: Chefsache Metaverse – ein Praxisbuch für Unternehmen. Das Buch aus dem Campus Verlag will eine Hilfestellung für Einsteiger aus der Wirtschaft geben. Zielgruppe sind also weniger Techies, als vielmehr Geschäftsleute auf der Suche nach dem 21. Jahrhundert. Daher bleibt es im Buch nicht nur bei virtuellen Welten von AR und VR, sondern NFT und Blockchain werden in diesem Rundumschlag unter dem Schlagwort Web3 angesprochen.

Köhler kommt vom IT-Journalismus – Metaverse ist sein 16. Buch – und Finkeissen aus der Startup-Szene im Medizinbereich sowie Kunst. Sie beleuchten bei ihrer Buchvorstellung im Münchner PresseClub das Thema Metaverse aus unterschiedlichen Business-Bereichen: Es gibt noch zu wenig anschauliche Beispiele aus der Praxis über die es sich zu berichten lohnt. Daher ist das Buch vielmehr eine Inspiration in dem Bereich endlich loszulegen, sonst verschlafen deutsche Unternehmen diese das Web3 ebenso wie sie Web 2.0 verschlafen haben. Die Einsatzbereiche vom Metaversum seien enorm, man müsse nur mal genau hinsehen und sein Geschäft hinterfragen. Am World Economic Forum in Davos referierte Meta-Produktchef Chris Cox zu den Erwartungen des Konzerns. Auch wenn der Hype bislang auf sich warten lässt – zu einer von der EU-Kommission organisierten Metaverse-Party tauchten gerade einmal fünf Gäste auf. Das Metaverse werde aber als Plattform eines Tages „so wichtig wie Smartphones“ sein.

Die gesamte Branche sei in Bewegung. Meta positioniert sich, gleichzeitig schließt Microsoft die Plattform AltspaceVR, Sony kommt Ende Februar mit seiner VR-Gamingplattform und alle Welt wartet darauf, was Apple als one more thing in Sachen VR-Brille vorstellen wird.

Aber dass etwas passiert, hiervon sind Julia Finkeissen und Thomas R. Köhler überzeugt. In ihrer sympathischen Buchvorstellung ohne technischen Ballast im Münchner PresseClub erklärten sie: „Wir stehen an einer technologischen Schwelle.“ Es gibt einen guten Grund über das Metaverse zu sprechen, denn es passiere eine ganze Menge. „Was kommt nach der Zoom-Konferenz oder was bedeutet es für den Endverbraucher oder Unternehmer, die intern das Metaverse einsetzen?“ fragt Thomas R. Köhler. Das Autorenduo nennt Beispiele aus den Mode- oder Lifestyle-Bereichen wie Handtaschen und Sneakers. Dort schärfen Unternehmen ihre Marken für eine neue digitale Generation, um diese auch im virtuellen Raum an sich zu binden. In der Industrie sind so genannte digitale Zwillinge keine Neuheit mehr. Bevor an einer Fertigungssstrecke in der Realität Veränderungen vorgenommen werden, lassen sich an einer virtuellen Fertigungsanlage mögliche Folgen abschätzen und entsprechende unternehmerische Entscheidungen treffen. Solche Modelle gibt es schon seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, aber heute sind diese Umgebungen in Echtzeit betretbar.

Jetzt ist das Metaverse nicht nur etwas für eine nachwachsende junge, digitale Generation, wie Julia Finkeissen betont. Die Mutter betont: „Die nächste Generation ist schon da. Aber Ethik muss auch in diesen Welten stattfinden. Dafür braucht es uns Erwachsene, um den richtigen Rahmen für junge Menschen zu bereiten.“ Finkeissen, die sich auch stark mit digitaler Kunst und Kunsthandel beschäftigt, sieht im Metaverse eine große Chance für Galerien und Künstler selbst, um Ausstellungen zu kuratieren.

Das Metaversum kann auch im Gesundheitsbereich Fuß fassen. Es herrsche ein Ärztemangel und gleichzeitig sei der Beratungsbedarf bei der Pandemiegeneration mit psychischen Problemen enorm. Hier könne eine Beratung wie mentales Coaching in der virtuellen Welt einsetzen, um die Kostenexplosion in den Griff zu bekommen. „Es gibt unheimlich tolle Erfolgserlebnisse,“ so Julia Finkeissen, aber es gebe auch viel Skepsis. Daher ihr Aufruf: „Wir müssen uns da alle einbringen und mitgestalten.“

Bei der Buchvorstellung hatten die zahlreich anwesenden Journalisten im PresseClub die Möglichkeit die Quest 2 Brille von Meta auszuprobieren. Dabei war es für manche der erste Schritt in die virtuelle Welt.

Diskussion um Meta
Bei der Präsentation anwesend war auch Tino Krause, Regional Director Central Europe bei Meta. Aus Sicht des Unternehmens nahm er zum Metaverse Stellung. Die Reise dauere locker 15 Jahre. Alle 15 Jahre gebe es eine neue Computingplattform. Auch er sieht große Potenziale in den Bereichen Gesundheit und Bildung. „Wir behalten Bilder besser als Text und bewegte Bilder bleiben besser in Erinnerung als Fotos.“ Auch im handwerklichen Bereich „glauben wir an ein großes Potenzial“. Krause mahnte: Welche Rolle könne Europa spielen? Beim Web 2.0 habe Europa und Deutschland geschlafen. „Beim Web 3.0 haben wir neue Möglichkeiten. Diese Chancen dürfen wir nicht wieder vorbeiziehen lassen.“