Archive for the ‘Medien’ Category

Social Media: Gefahren erkennen und bannen Teil 3 von 3

21. Mai 2010

Eine kürzlich aufgetauchte Betrugsmasche ist das Überschwemmen von Twitter mit Spam-Nachrichten und das Posten von Kommentaren auf Blogger-Webseiten. In diesen Kommentaren befinden sich Links zu schädlichen Webseiten. Vor allem auf Twitter kommentierten die Angreifer die aktuellsten Meldungen des Tages und fügten ihren Beiträgen Links zu ihren schädlichen Seiten hinzu. Twitter hat ein zu Fernsehkanälen ähnliches Konzept, bei dem bestimmte Themen mit einem Rautenzeichen gekennzeichnet sind.

Auslesen von Code im Browser.

Auslesen von Code im Browser.

Weil die Länge von Mitteilungen auf Diensten wie Twitter stark limitiert ist, erfreuen sich URL-Verkürzungsdienste großer Beliebtheit. Die meisten dieser Dienste bieten keine Vorschau der URL an, zu der die Anwender letztendlich geleitet werden. Daher können sich Angreifer ohne weiteres hinter einem teilweise vertrauenswürdigen Namen wie dem des URL-Verkürzungsdienstes verbergen und dadurch die Breite des Angriffes weiter erhöhen.

Plattformen wie Facebook autorisieren Third-Party-Entwickler allzu oft, dem sozialen Netzwerk und damit auch den Nutzerprofilen ihre eigenen „Applikationen“ hinzuzufügen. Diese Applikationen erhalten dann häufig unbeschränkten Zugang zu den persönlichen Daten der Anwender und den in ihrem Profil abgelegten Informationen. Der Anwender muss sich damit einverstanden erklären, seine persönlichen Daten freizugeben und oft kann er die Freigabe auf spezifische Daten begrenzen. Aber ein Schadprogramm wie zum Beispiel ein Trojaner, der sich cleverer Social-Engineering-Methoden bedient kann einen Anwender ohne weiteres dazu bringen, seine persönlichen Daten nahezu vollständig offen zu legen.

Zum Glück haben Unternehmen wie Facebook diese Problematik inzwischen erkannt und überprüfen daher alle Applikationen manuell, bevor diese über ihr Netzwerk verteilt werden dürfen. Aber da sie wie alle Unternehmen nur über begrenzte Ressourcen verfügen und derzeit fast 50.000 Drittapplikationen über Facebook erhältlich sind, fällt die Überprüfung nicht bei allen Programmen so gründlich aus wie es eigentlich erforderlich wäre. Also kann es einem Anwender durchaus passieren, dass er eine „Das Bild des Tages“-Applikation aktiviert, die zwar täglich ein schickes Foto präsentiert, im Hintergrund aber auf alle seine persönlichen Daten zugreift. Die traurige Wahrheit ist, dass die Urheber derartiger Applikationen jederzeit einen Backdoor einbauen können, der JavaScript von einem Drittserver lädt und letztlich die gesamten persönlichen Daten stiehlt. Geht der Angreifer geschickt vor, kann die Applikation das wachsame Auge der Facebook-Analysten durchaus unbemerkt passieren!

Die zuletzt beschriebenen Angriffsmethoden sind für den Durchschnitts-Nutzer nur sehr schwer zu erkennen, da sich Applikationen von Drittanbietern durch ihr Erscheinungsbild und ihre Funktionalität fast vollständig in die vertrauenswürdige Seite des sozialen Netzwerkes einfügen. Oft bietet auch eine Antiviren-Lösung hier keinen Schutz, da Drittapplikationen serverseitig auf dem Facebook-Netzwerk laufen. Daher ist es auf jeden Fall die Aufgabe der Social-Network-Betreiber, diesen Bedrohungen entgegenzuwirken.

Social Media: Gefahren erkennen und bannen Teil 2 von 3

20. Mai 2010

Gegen Online-Bankgeschäfte gerichtete Bedrohungen sind auch der Ursprung für eine andere Angriffsmethode, mit der Nutzer von Social Network-Plattformen zunehmend konfrontiert sind: die so genannten Passwort Stealer. Diese Programme speisen Teile ihres Codes in den Browser des Anwenders ein, um dessen Kontoinformationen zu stehlen, noch bevor sie über das Netzwerk versendet werden. Davon betroffen sind hauptsächlich der Internet Explorer sowie gelegentlich auch Firefox.

Da der Datenklau komplett innerhalb des Browsers abläuft, bietet die SSL-Verschlüsselung zwischen Computer und Website dem Nutzer keinerlei Sicherheit. Die Webseite des sozialen Netzwerks präsentiert ein gültiges SSL-Zertifikat und der Browser die dafür korrekten Indikatoren. Folglich sind diese Angriffe weitaus schwieriger auszumachen als simple Phishing-Attacken. Da es sich bei einem Passwort Stealer um ein lokal auf dem Anwender-Computer installiertes Schadprogramm handelt, bietet eine möglichst aktuelle Antiviren-Lösung den besten Schutz.

Sobald ein Angreifer die Daten erfolgreich an sich gebracht hat, wird er höchstwahrscheinlich fortfahren, Links an die Kontakte des Bestohlenen zu versenden, bei deren Anklicken der Passwort Stealer sich ebenfalls auf deren Computer installiert. Diese Methode führt zu einer explosionsartigen Ausbreitung des Schadcodes.

Die meisten Nachrichten, die mittels Identitätswechsel (Impersonation) versendet werden, enthalten eine Social-Engineering-Komponente, mit der das Opfer (d.h. der Nachrichtenempfänger) zu einer bestimmten Webseite gelockt oder dazu gebracht werden soll, ein Programm auf seinen Computer herunterzuladen. Auch wenn sich Ihre Freunde vielleicht nicht von der Notwendigkeit einer guten Antiviren-Software überzeugen lassen, können Sie Ihnen zumindest erklären, dass sie von Freunden gesendeten Links nicht trauen dürfen. Da Angriffe dieser Art von Maschinen generiert sind, ist es eine kluge Vorsichtsmaßnahme, direkt bei seinen Freunden nachzufragen, ob sie den Link auch wirklich geschickt haben.

Eine bedeutende und weit verbreitete Malware-Familie, die mit der beschriebenen Methode arbeitet, ist die Koobface-Familie (ein Anagramm von Facebook). In deren Fokus stehen nicht nur ein, sondern mehrere soziale Netzwerke.

Manchmal genügt bereits der Besuch einer schädlichen Webseite, damit sich Malware unbemerkt auf dem Computer eines Anwenders installiert. Dafür verantwortlich sind Sicherheitslücken im Browser, die mitunter zur willkürlichen Ausführung von Code führen können, sogar dann, wenn Java(Script) und Flash deaktiviert sind! Wird diese Seite von einem angreifbaren Browser aufgerufen, ist eine Infektion quasi unumgänglich, sofern kein aktueller Antiviren-Schutz vorhanden ist. Allerdings muss es dem Angreifer erst einmal gelingen, den Besucher auf eine derartige Seite zu locken. Eine Methode ist der bereits beschriebene Missbrauch der Netzwerk-Kontakte durch das Versenden von Nachrichten, die angeblich vom Nutzer selbst stammen, stattdessen aber auf die Webseite des Angreifers führen.

Social Media: Sicherheit durch Kaspersky Internet Security 2011

16. Mai 2010

Kindersicherung ist ein Teil der neuen Kaspersky Internet Security 2011-Suite.

Bei all meiner Begeisterung für Social Media sollte man die Sicherheit in den sozialen Netzwerken nicht vergessen. Es gilt ein besonderer Schutz für Kinder. Das haben auch die Hersteller von Anti-Viren-Software auf dem Schirm. Kaspersky, der russische Anti-Viren-Spezialist, hat sich mit der Kaspersky Internet Security 2011 unter anderem diesem Thema angenommen, bisher aber nur für Windows-User. Die neue Version Kaspersky Internet Security 2011 (DVD-Box) kommt am 8. Juni.
In die Consumer-Version wurde ein stark verbesserte Kindersicherung eingebaut. Mit ihr können Eltern den Zugang zu sozialen Netzwerken, Instant-Messanging-Diensten (ICQ, MSN) und Programmen auf dem Computer einschränken. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Zugang zum Computer, die Downloadkapazität von Dateien sowie die Übertragung persönlicher Daten zu limitieren. Bei der Sperrung im Bereich Soziale Netzwerke lassen sich beispielsweise einzelne Twitter- oder Facebook-Accounts sperren. Eine Auswertung gibt genau darüber Auskunft, ob der User die Kontaktaufnahme mit den gesperrten Accounts probiert hat.
Damit der Familienstreit sich in Grenzen hält, kann nun eingestellt werden, wie lange der Computer überhaupt verwendet werden darf. Der Start von Programmen kann unterbunden werden und das Herunterladen bestimmter Dateien lässt sich beschränken.
Sonst bietet die neue Version eine verbeserte Benutzeroberfläche, eine Rettungs-CD, eine hervorragende Sandbox-Technologie und eine neue Geo-Taging-Funktion. Hier lassen sich bestimmte Top-Level-Domains gleich mal sperren.  Internet Security 2011 kostet in der Vollversion 40 Euro und 30 Euro als Upgrade. Geld, das richtig investiert ist. Das sind rund 10 Cent pro Tag, das sollte einem die Sicherheit seiner Kinder und seines Rechners wert sein. Leider gibt es noch keine Aussagen über eine Mac-Version dieser Internet Security-Suite. Wir müssen uns mit dem klassischen Anti-Viren-Scanner begnügen.
Kaspersky Lab veröffentlichte derweil einen neuen Hintergrundartikel mit dem Titel „Risiko soziale Netzwerke“, verfasst von Georg Wicherski, Viren-Analyst bei Kaspersky Lab. Der Autor beschäftigt sich mit den Bedrohungen, denen Mitglieder von Online-Communities ausgesetzt sind. Allein das größte Netzwerk Facebook umfasst aktuell 400 Millionen Nutzer weltweit. Kein Wunder, dass Cyberkriminelle verstärkt soziale Netzwerke ins Visier nehmen. Denn dort finden sie detaillierte Informationen über das Privat- und Arbeitsleben von Internetanwendern auf dem Silbertablett serviert. Durch Sammeln, Auswerten und Analysieren dieser Daten werden die Attacken der Cyberkriminellen noch effektiver. Spam kann zum Beispiel besonders zielgerichtet versendet werden. Laut Georg Wicherski sind die gefährlichsten Bedrohungen für Nutzer sozialer Netzwerke Phishing-Attacken auf Accounts, Passwortdiebstahl mit Hilfe von Schadprogrammen, Drive-by-Download-Attacken und Angriffe über schädliche Anwendungen auf den Seiten der Communities.

Nachruf: Walther von LaRoche verstorben

14. Mai 2010
Viele Menschen halfen mir auf unterschiedlichste Weise bei meinem Berufsstart als Journalist. Einer von ihnen ist vor kurzem verstorben: Walther von La Roche
Der Journalist und Autor starb vergangenen Sonntag in Herrsching am Ammerse im Alter von 74 Jahren. Einst war er Leiter der Nachrichtenredaktion beim BR. Viel wichtiger für mich: Er gab die „gelbe Bibel“ heraus, das Standardwerk für jeden Nachwuchsjournalisten. Das Buch hieß „Einführung in den praktischen Journalismus“. Hier wurde dem Leser auseinandergesetzt, was die unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen waren und warum wir in berichtende und meinungsbildende Form im Nachkriegsjournalismus unterscheiden. Für mich ist der La Roche, wie das Buch bei mir hieß, ein wichtiger Helfer in Berufsfragen geworden. Es war ein Lehrbuch, von dem ich noch heute zehre. Dieses Buch hat mir wirklich etwas gebracht und dafür bin ich Walther von La Roche zu großem Dank verpflichtet.
Jahre später hab ich ihn mal auf einer Veranstaltung  der Nachwuchsjournalisten in Bayern (NJB) e.V. getroffen, als er uns jungen Menschen neue Bücher seiner gelben Reihe aus de, List Verlag vorstellte und ich ließ mir mein altes, zerlesenes Exemplar signieren. Es war für mich ein großer Moment, als wir gemeinsam auf einer Bühne saßen und ich die Veranstaltung moderieren durfte. Später sprachen wir darüber, wohin sich die gelbe Reihe entwickeln könnte und er hörte sich die Entwicklungen im Bereich Online interessiert an. Internet-Journalismus war damals ganz jung und La Roche war im Zeitalter von BTX stehen geblieben. Leider kam es nicht mehr zur Zusammenarbeit. Ich traf ihn dann nochmals im Mai 2008 beim 10. Geburtstag des Mediencampus Bayern. Ein verdienter Recke wie La Roche durfte da nicht fehlen, wenn es um die Journalistenausbildung geht. Leider war er ziemlich angeschlagen. Außer ein paar freundlichen Worten hatten wir keinen intensiveren Kontakt mehr.
Rundum: Vielen Dank für die Starthilfe. Sie haben erkannt, wie wichtig das richtige Rüstzeug für den späteren Berufsalltag ist.

Buchkritik: Positive Körpersprache von Jan Sentürk

13. Mai 2010

Positive Körpersprache von Jan Sentürk

Dieses Buch Positive Körpersprache: Entdecke die Sprache des Lebens hat mich auf den neuesten Stand in Sachen Körpersprache gebracht. Es räumt mit manchen Klischees auf und bringt mir für meine tägliche Arbeit mit Menschen neue Einsichten. Durch zahlreiche eindeutige Fotos werden die Ausdrucke und Haltungen beschrieben. Das ist prima und gut so. Die Schlussfolgerungen, was diese oder jene Geste zu bedeuten hat, gibt Autor Jan Sentürk obendrein. Sentürk ist erfolgreicher Trainer und damit natürlich ein Freund der großen Worte und Gesten. Wer so ein Buch sucht, um sich einen Überblick über Körpersprache zu verschaffen, ist genau an der richtigen Adresse: Schnell und plakativ mit flotter Schreibe und das Ganze nur für rund 18 Euro.

Das ist schön für den einen, reicht mir persönlich aber nicht aus. Ich weiß zwar nach der Lektüre nun, wie meine Körpersprache auf meinen Gegenüber wirkt oder wie ich die Körpersprache meines Gesprächspartners deuten kann. Doch das war es dann auch schon. Gesprächstatiken gibt dieses schnell zu lesende Büchlein leider nicht. Es beschreibt in der Regel nur den Zustand, gibt aber keine Handlungsempfehlungen. Die nachgereichten „Profitipps zum Schluss“ reichen nicht aus. Damit eignet es sich nicht als kompetentes Handbuch für Verhandlungen, sondern als interessanter Zeitvertreib. Zudem gibt es kaum Ausführungen zur interkulturellen Kommunikation, die im Geschäftsleben immer wichtiger werden – schließlich erschien dieses Buch im Businessvillage-Verlag und nicht im Unterhaltungsverlauf. Die Körpersprache bleibt auf einen Standard-Deutschen beschränkt – schon bei Gesprächen mit einem Italiener ist das Buch überfordert. Bei einem Asiaten oder einem US-Amerikaner ist das Buch nutzlos, aber das ist wohl auch nicht die Intension des Buches mit dem netten Untertitel „Entdecke die Sprache des Lebens“.

Immer wieder werden Zitate von so genannten Persönlichkeiten gebracht, die das Buch als externe Autorität stärken und würdigen sollten. Nur blöd, dass ich diese Leute allesamt nicht kenne. Oder kennen Sie beispielsweise den so genannten Hardselling-Experten Martin Limbeck? Das kann an meiner Unwissenheit liegen oder einfach daran, dass keine wirkliche Prominenz Zitate zusteuern wollte. Ich hab gegooglet und finde die Webseite eines wiederum erfolgreichen Trainers. Die Branche kennt sich eben und das ist gut so. Ich bin eben nicht Teil dieser Branche.

Obwohl Jan Sentürk in der Trainer-Szene kein Unbekannter ist, schüttelte ich bei der Eigenvorstellung im Buch nur den Kopf. Hier hat der Lektor versagt. So wird erläutert, warum Jan Sentürk so ein toller Hecht ist: „Wenn du als 26-jähriger zum reichsten Mann der Welt reist, um eine viertel Million Dollar von ihm zu borgen, hält dich jeder für bekloppt – aber du lernst Dinge, die sich den meisten Menschen niemals im Leben eröffnen!“ Schön, aber war Sentürk dieser junge Mann? Wer war der reiche Onkel? Was wollte man mit dem Geld? Und hat er es bekommen? Fragen über Fragen – die Antworten gibt dieses Buch nicht.

Social Media-Tipps für Eltern

7. Mai 2010
Social Media Tipps für Eltern.

Social Media Tipps für Eltern.

Waren früher meine Vorträge zu Social Media von Medienmenschen und Geschäftsleuten besucht, so ändert sich das Publikum. Mehr und mehr besorgte Eltern interessieren sich für das Thema Social Media und das ist gut so. Sie haben verstanden, dass sie sich damit beschäftigen müssen, wenn sie verstehen wollen, was ihr Nachwuchs gerade tut. Das ist allemal besser, als Druck auszuüben oder gar versuchen zu wollen, die Nutzung von Sozialen Netzwerken zu verbieten. Die Welle können wir nicht mehr aufhalten, aber wohl die Welle zu kanalisieren.

Nachdem Facebook mit der Handhabung der Nutzerdaten in Diskussion kam und bei den VZ-Netzwerken ein Datenklau einsetzte, tut jeder gut daran, über seine Identität im Netz nachzudenken. Und das gilt auch für Eltern. Und hier gibt es Hilfe: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. veröffentlicht einen Leitfaden mit zehn Social Media-Tipps für Eltern.

Soziale Netzwerke sind schließlich aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Das Internet bietet ihnen hier einen neuen Raum, in dem sie sich, wie auf dem Schulhof oder in ihrer Freizeit, austauschen können. Hier finden sie neue Kontakte, pflegen ihre Freundschaften oder organisieren Verabredungen. Die unterschiedlichen Netzwerkbetreiber geben ihren Mitgliedern hierfür eine Vielzahl von Funktionen an die Hand, um insbesondere den Informationsaustausch mit Nachrichten, Fotos oder Videos unkompliziert und einfach zu ermöglichen. Eltern stellen sich häufig Fragen, was ihre eigenen Kinder im Internet und in den sozialen Netzwerken eigentlich tun. Hier setzt der BVDW-Leitfaden „Meine Kinder in Sozialen Netzwerken – 10 Tipps für Eltern, um den richtigen Umgang zu fördern“ an. Voraussetzung ist aber hier auch: Nur wer informiert ist, kann mitreden und urteilen. Ich habe den bvdw_social_media_leitfaden_eltern zum Download  bereitgestellt. Er wurde verfasst von Christiane Biederlack (VZ-Netzwerke), Christina Brenck (lokalisten.de), Silke Knabenschuh (wer-kennt-wen.de), Oliver Poche (Fox Interactive Media Germany/MySpace.com) und Mike Schnoor (sevenload), Unitleiter Business Development/Marketing der Fachgruppe Social Media im BVDW.

Und hier sind die zehn Tipps in der Übersicht:

1. Wie kann ich mein Kind beim sicheren Umgang mit Sozialen Netzwerken unterstützen?

2. Wie viel Zeit darf mein Kind in Sozialen Netzwerken verbringen?

3. Wie kann ich die Medienkompetenz meines Kindes zielgerichtet aufbauen?

4. Welche Angaben sollte mein Kind in Sozialen Netzwerken machen?

5. Was geschieht mit den Daten und Informationen meines Kindes?

6. Kann sich mein Kind bei den Sozialen Netzwerken abmelden und sind die Daten dann gelöscht?

7. Welche Rechte hat mein Kind und welche Rechte habe ich als Elternteil?

8. Wie kann ich handeln, wenn mein Kind gemobbt, bedroht oder belästigt wird?

9. Muss ich mit Kosten rechnen?

10. An wen kann ich mich mit meinen Sorgen wenden?

Social Media-Vortrag: Blogs, Twitter, Facebook & Co.

4. Mai 2010
Volles Haus bei meinem Vortrag bei der HSS. Foto: Küfer

Volles Haus bei meinem Vortrag bei der HSS. Foto: Küfer

Vor kurzem habe ich bei der Hanns-Seidel-Stiftung in München einen kleinen Vortrag über Social Media vor 100 Leuten gehalten. Hier eine kleine Zusammenfassung, wie sie auch auf der Website der HSS erschienen ist – herzlichen Dank:

Die sozialen Netzwerke im Internet haben einen rasanten Anstieg in den vergangenen Jahren erfahren. Die Online-Aktivität hat sich immer mehr in die so genannten „Social Communities“ verlagert. Matthias J. Lange, Journalist, Blogger und Internet-Experte, erläuterte dieses Phänomen am 29. April 2010 im Konferenzzentrum München

Der Vortrag begann mit einer Analyse der Kommunikations- und Medienbranche. Alte Strukturen brechen auf, verändern sich oder werden von neuen Ideen hinweggefegt. Derzeit befinde sich die Medienwelt in einem rasanten Wandel, so der Referent. Viele Journalisten leben bereits diese Veränderung.

Das alte Prinzip der öffentlichen Massenkommunikation war davon geprägt, dass einer spricht und alle anderen zuhören. Wer bisher die Massen erreichen wollte, musste dies über Massenmedien, wie Zeitung, Radio und Fernsehen tun. Die Agenturen verfassten Pressemitteilungen in einer Nachrichtensprache. Ihre einzige Zielgruppe waren Journalisten, die diese Sprache auch sprachen. Sie konnten den Wert einer Nachricht einschätzen und entsprechend handeln. Dabei bestimmten nur wenige, welche Meinung publiziert wird. Eine Minderheit entschied beispielsweise, so Lange, welches Hotel gut für uns ist, welcher Film gerade „in“, welches Auto das Richtige oder was gerade der neueste Modetrend ist.

Das Internet hat diese Form von Massenkommunikation dramatisch verändert und letztlich demokratisiert, so Langes Analyse. Die Eintrittsbarrieren sind gering, ein Rechner mit entsprechender Software kostet heute wenig, ebenso Internetzugang und Webspace. Hard- und Software sind zunehmend leichter zu bedienen. Foto- und Videohandys sind nur der Anfang. „Ab heute sind wir alle Medienmanager“, so Matthias J. Lange.

Täglich wird mehr Inhalt – oder wie es in der Mediensprache heißt „Content“ – bei YouTube und Co. eingestellt, als kommerzielle Verlage und Sender produzieren können. Der Konsument kann dabei selbst die Nachricht gestalten und Reaktionen bei den Massenmedien auslösen. Dazu stellte Lange ein eindrucksvolles Beispiel vor: Im Frühjahr 2008 flog der Country-Sänger Dave Caroll mit United Airlines nach Nebraska. Als er im Flieger saß, sah er wie das Bodenpersonal seine Gitarre beim Verladen durch die Gegend warf und die Taylor-Gitarre im Wert von 3.750 US-Dollar zerstörte. Die Fluggesellschaft nahm seine Beschwerde nicht ernst. Doch Dave Caroll setzte auf das Internet, schrieb einen Country-Sound „United break guitars“ und veröffentlichte ihn auf YouTube. Das Video wurde millionenfach aufgerufen. Etablierte Medien sprangen darauf an, Fernsehsender berichteten über den Fall. Die Folgen für United waren katastrophal. Weil man Kundenbeschwerden auf die leichte Schulter genommen hat, war der Imageschaden enorm.

Die Entwicklung ist rasant: Plattformen wie YouTube sind bald allen bekannt, Twitter hat enorme Wachstumssteigerungen. Soziale Netzwerke wie Facebook oder in Deutschland Xing werden immer bekannter und beliebter. Jeder kann einen Blog betreiben. Im Endeffekt funktionieren all diese Communities mehr oder weniger gleich. Der Nutzer meldet sich meist kostenlos an, erstellt ein Profil und trifft Bekannte oder lernt neue Menschen kennen. Was in den USA begonnen hat, setzt sich in Deutschland fort. Auch die Politik bedient sich dieser Seiten. So hat US-Präsident Obama im Präsidentschaftswahlkampf auf den Microblog Twitter, eine Art öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet, gesetzt. Man könne sich dieser Entwicklung nicht entziehen, so die Kernbotschaft des Referenten. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine kontroverse Diskussion, die auch die problematischen Fragen nach Datenschutz und Privatsphäre aufgriff.

Die Woche im Zeichen von 3D

3. Mai 2010
Gut von Sturmtruppen bewacht: fmx in Stuttgart

Gut von Sturmtruppen bewacht: fmx in Stuttgart

Irgendwie ärgert es mich. Da ist in Sachen 3D in Deutschland das ganze Jahr über nicht viel los und dann sind gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen fast zeitgleich: die FMX in Suttgart und die RTT Conference in München. Über letztere werde ich separat noch bloggen.

In Stuttgart startet das große Trio: FMX 2010, the 15th Conference on Animation, Effects, Games and Interactive Media, das Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart und die Finanzierungs-Plattform Animation Production Day.

Zahlreiche Referenten der FMX 2010 am 4. bis 7. Mai wurden mit den wichtigsten Auszeichnungen der Branche bedacht. So war eine Session mit Joe Letteri, Senior Visual Effects Supervisor von „Avatar“, der frischgebackene Gewinner des Oscars für die besten Visual Effects sowie dreier Awards der Visual Effects Society (VES) nach Stuttgart, geplant, Leider hat er wieder abgesagt, für Ersatz ist aber gesorgt, siehe unten. Die Annie Awards auf der FMX vertritt Bruce Smith für die neue Disney-Variante des Froschkönigs, Küss den Frosch. Stereoscopic Supervisor Bob Whitehill repräsentiert den mit einem Oscar für den besten Animationsfilm ausgezeichneten „Oben“; zudem beteiligt sich Pixar wieder am Recruiting auf der FMX. Und last but not least wird der für einen Oscar nominierte „Das Kabinett des Dr. Parnassus“, der letzte Film mit Heath Ledger, durch Paul Docherty auf der FMX vertreten sein. Ich habe „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ geliebt und freu mich gerade über diesen Film mehr zu erfahren.

Die FMX bietet nicht nur ein außerordentlich reichhaltiges Vortragsprogramm. Die Masterclasses bieten die Gelegenheit, direkt bei den ganz Großen in die Lehre zu gehen. 2010 unterrichten unter anderem Kevin Todd Haug („Ein Quantum Trost“, „Drachenläufer“, „Fight Club“) zum Thema „VFX Design & Supervision“, Autor und VFX-Spezialist Joseph Gilland mit „Elemental Magic – The Art of Special Effects Animation“ und natürlich FMX-Veteran Ed Hooks mit seinem legendären Seminar „Acting for Animators“. Außerdem gibt es Tipps von Side Effects Software: „Go Procedural with Houdini“. Houdini spielte bisher in Europa keine große Rolle. Die Software leistet gewaltiges, war aber recht kompliziert bei der Bedienung.

Interessant ist dieses Jahr die Haltung von Autodesk. Nachdem man den Markt ziemlich aufgerollt hat, ist der Big Player dieses Jahr nur durch Händler vertreten. Ich verstehe die Politik von Autodesk im 3D-Bereich nicht. Wahrscheinlich ist die Abteilung Media & Entertainment für die Europaverantwortlichen in London nicht mehr wichtig und muss sich den großen Schwestern Architektur und CAD unterordnen. Im vergangenen Jahr hat Autodesk die Media & Entertainment-Abteilung in Deutschland eingedampft und alles auf die Insel verlagert. Deutschland darf so gut wie nichts mehr entscheiden und London ist fern von Stuttgart. Einen ähnlichen Schritt hat man vor Jahren auch schon mal gemacht und dann wieder alles aufgebaut. Ende Mai gibt es den Pressetag von Autodesk. Da gibt es sicher mehr zu berichten.

Ich freu mich schon auf die FMX und auf das Gespräch mit Kollegen und hab ein paar Treffen unter anderem mit NIVIDA. Es gibt sogar ein kleines Twittertreffen am Rande. Natürlich werde ich auch das ein oder andere Gespräch für den animago AWARD führen, der im Herbst diesen Jahres in Babelsberg stattfindet.

Update (3. Mai 2010) : Joe Letteri hat  abgesagt. Allerdings hat die fmx gerade zu „Avatar“ trotzdem üppig Beiträge. Darunter auch von dem mindestens ebenso renommierten John Bruno, Oscar-Preisträger und 6x nominiert. Er hat seit anno dunnemals die Effekte für James Cameron gemacht und hält am Mittwoch einen
Vortrag zu „From Abyss to Avatar“. Außerdem gibt es am Freitag dann auch noch drei weitere Vorträge zu „Avatar“, von Weta- und ILM.

Tabuverletzungen in Medien kein Problem

27. April 2010
Für viele Jugendliche sind Tabuverletzungen in Medien kein Problem. Dies ist das Ergebnis einer Grundlagenstudie des ZDF, die seit gestern im Netz zu finden ist.
Viele Jugendliche in Deutschland haben mit Tabuverletzungen im Fernsehen und Internet offensichtlich keine Probleme. 16 Prozent der 16- bis 20-Jährigen finden es „gut, dass es im Internet keine Tabus mehr gibt“. Ebenso viele sagen dies auch hinsichtlich des Fernsehens. Bei Computerspielen betrachten es sogar 22 Prozent als richtig, „dass es bei den Spielangeboten so gut wie keine Tabus mehr gibt“. Dies geht aus einer aktuellen Studie der ZDF-Medienforschung mit dem Titel „Medien und Tabus“ hervor, die  in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut mindline media durchgeführt wurde. Da passt die aktuelle Meldung zu „South Park“ dazu. Die Zeichentrickserie, die mit Maya erstellt wird, hatte sich unlängst dem Thema Mohammed auseinandergesetzt – wie gewohnt respektlos. In der Folge von vergangener Woche treten die Stifter der großen Religionen auf und diskutieren, wie der Prophet Mohammed denn abgebildet werden dürfe. Er selbst steht als Teddybär zwischen den anderen. Den „South Park“-Machern wurde daraufhin von einer Gruppe namens „Revolution Muslim“ mit dem Tode bedroht.
Die ZDF-Studie spricht eine deutliche Sprache:  Fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Befragten kennt laut Studie Internetseiten mit Gewaltverherrlichung, Folter oder Hinrichtungen. Weitere 18 Prozent kennen andere Jugendliche, die solche Seiten nutzen. Auch kinderpornografische Darstellungen (9 Prozent) oder Seiten, die sich über Behinderte lustig machen (16 Prozent), sind einem Teil der jüngeren Bevölkerung bekannt. Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) hat im Internet „schon mal“ rassistische Inhalte gesehen.
Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Tabus es für Jugendliche und junge Erwachsene heute noch gibt, welche Einstellungen sie zu Tabus und Tabuverletzungen haben und welche Rolle die Medien, insbesondere das Fernsehen und das Internet, aus ihrer Sicht bei Tabus und Tabuverletzungen spielen. Die Untersuchung kombiniert ausführliche Gruppendiskussionen mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 800 16- bis 39-Jährigen.