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Tabuverletzungen in Medien kein Problem

27. April 2010
Für viele Jugendliche sind Tabuverletzungen in Medien kein Problem. Dies ist das Ergebnis einer Grundlagenstudie des ZDF, die seit gestern im Netz zu finden ist.
Viele Jugendliche in Deutschland haben mit Tabuverletzungen im Fernsehen und Internet offensichtlich keine Probleme. 16 Prozent der 16- bis 20-Jährigen finden es „gut, dass es im Internet keine Tabus mehr gibt“. Ebenso viele sagen dies auch hinsichtlich des Fernsehens. Bei Computerspielen betrachten es sogar 22 Prozent als richtig, „dass es bei den Spielangeboten so gut wie keine Tabus mehr gibt“. Dies geht aus einer aktuellen Studie der ZDF-Medienforschung mit dem Titel „Medien und Tabus“ hervor, die  in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut mindline media durchgeführt wurde. Da passt die aktuelle Meldung zu „South Park“ dazu. Die Zeichentrickserie, die mit Maya erstellt wird, hatte sich unlängst dem Thema Mohammed auseinandergesetzt – wie gewohnt respektlos. In der Folge von vergangener Woche treten die Stifter der großen Religionen auf und diskutieren, wie der Prophet Mohammed denn abgebildet werden dürfe. Er selbst steht als Teddybär zwischen den anderen. Den „South Park“-Machern wurde daraufhin von einer Gruppe namens „Revolution Muslim“ mit dem Tode bedroht.
Die ZDF-Studie spricht eine deutliche Sprache:  Fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Befragten kennt laut Studie Internetseiten mit Gewaltverherrlichung, Folter oder Hinrichtungen. Weitere 18 Prozent kennen andere Jugendliche, die solche Seiten nutzen. Auch kinderpornografische Darstellungen (9 Prozent) oder Seiten, die sich über Behinderte lustig machen (16 Prozent), sind einem Teil der jüngeren Bevölkerung bekannt. Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) hat im Internet „schon mal“ rassistische Inhalte gesehen.
Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Tabus es für Jugendliche und junge Erwachsene heute noch gibt, welche Einstellungen sie zu Tabus und Tabuverletzungen haben und welche Rolle die Medien, insbesondere das Fernsehen und das Internet, aus ihrer Sicht bei Tabus und Tabuverletzungen spielen. Die Untersuchung kombiniert ausführliche Gruppendiskussionen mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 800 16- bis 39-Jährigen.