Archive for the ‘Medien’ Category

eBooks kommen langsam

6. März 2011

Ich bin ein Fan von eBooks und ich bin ein Fan von gebundenen Büchern. Bei meinen Vorträgen verweise ich immer auf die Chance der elektronischen Bücher und die Reaktionen sind immer gleich: „Ich will ein Buch in den Händen halten, ich mag das Gefühl von Büchern.“

Ja, das ist richtig. Ich liebe es auch, im Gesamtwerk von Edgar Allan Poe zu schmökern und die Übersetzungen vergleichen. Und ich habe ja nicht gesagt, dass man keine gedruckten Bücher mehr kaufen soll. Aber viele Seminarteilnehmer hören nur entweder oder. Nein Freunde, die Welt ist nicht schwarz oder weiß, sondern grau – und dies in vielen Schattierungen.

eBooks haben ihre Vorteile. Das iPad oder den Kindle (wenn er denn mal in Deutschland erscheint) hab ich in der Regel immer dabei und wenn ich lange Zugfahren oder Flüge hinter mich bringen muss, will ich keinen Bücherkoffer mitschleppen. Genauso verhält es sich mit Fachbücher, die ich jedes Jahr neu kaufen muss. Ich habe mehrere Meter altes Zeug vor kurzem ins Altpapier gegeben, denn wen interessiert noch Fachbücher zu Flash 5 oder XPress 3.31. Da eignen sich eBooks ideal.

Interessant dazu eine neue Umfrage von media control. Das digitale Buch gewinnt in Deutschland immer mehr Fans hinzu: So wurden hierzulande im vergangenen Jahr knapp vier Millionen eBooks gekauft. Dies ergab eine repräsentative media control Umfrage bei 10.000 Personen ab 15 Jahren. Insgesamt machten eBook-Verkäufe damit rund ein Prozent des deutschen Buchmarktes aus. Das ist nicht der Hammer, aber zumindest ein Anfang. Ich berichtete hier, dass der MediaMarkt ins Buchgeschäft einsteigt. Auch bei Schülern merke ich eine Bereitschaft zu eBooks.

Beliebteste Endgeräte zum Lesen von eBooks sind eBook-Reader und iPad. Auffällig dabei: Fast die Hälfte aller E-Book-Reader wurden während des letzten Weihnachtsgeschäftes gekauft. Sie stoßen bei Frauen und Männern gleichermaßen auf Interesse und starteten vor allem im vierten Quartal des vergangenen Jahres durch. Ich habe meine Erfahrungen mit meinen Sony Reader veröffentlicht und mich in den USA bei nook umgesehen.

Kreuzfahrer-Spiel: Erster Trailer zu The Cursed Crusade

5. März 2011

So ein Kreuzfahrer hat es schon schwer. Nach der Devise „Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein“ hat er das Heilige Land zu erobern. Gut, dass diese schlimmen Zeiten vorbei sind. Wer allerdings nochmals in die Rolle von Kreuzrittern schlüpfen will, der sollte sich auf das Action-Adventure „The Cursed Crusade“ freuen. Das Spiel von der französischen Entwicklerbude Kylotonn Entertainment basiert auf der proprietäre Echtzeit-3D-Engine „KtEngine“ – sie hat allerdings nicht mit KT Guttenberg zu tun. Im ersten Trailer geht es schon hart her. Soviel steht fest: Kreuzzüge waren eine blutige Sache und das vermittelt das Spiel, das im Sommer 2011 erscheint. Ja, so warns, die alten Rittersleut.

„The Cursed Crusade“ bietet Spielern eine fesselnde Geschichte vor dem Hintergrund der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert. Während des vierten Kreuzzuges kämpfen Action-Fans im Koop-Modus online oder per Splitscreen mit den verfluchten Kriegern Denz de Bayle und Esteban Noviembre in einer Spielwelt, die historische Geschehnisse, Religion und Mystik in sich vereint. Vor diesem Hintergrund führt der Weg der zwei unterschiedlichen Recken mit gleichen Zielen unter anderem nach Konstantinopel und Zara, wo sie in der 3rd-Person-Perspektive zahlreiche Abenteuer bestehen müssen. Spieler stürzen sich in den Kampf um Vergeltung, der fünf Kapitel mit insgesamt 36 Missionen umfassen wird, in denen die großen Städte des Mittelalters in Feuer, Tod und Zerstörung versinken.

Sollten einmal keine Mitspieler verfügbar sein, übernimmt die KI die Steuerung des Diebes Esteban. Mir graut schon wieder davor, Joystick-Kombos zu lernen: Die waffenbasierte Kampfsteuerung mit über 130 Waffen und mehr als 100 Kombos sowie einem timingbasierten Kontersystem ist laut Publisher einfach zu erlernen, bietet aber trotzdem große Spieltiefe. Ich bin da mal gespannt, was uns dtp entertainment zu bieten hat. dtp entertainment ist einer der größten unabhängigen deutschen Games-Publisher und seit 1995 aktiv am Markt tätig.

Im Trailer hab ich den Grund der Kreuzzüge jetzt nicht gesehen. Als Sicht der damaligen Christenheit galt es ja das Heilige Land zu befreien. Im Trailer wird es dagegen düster, denn natürlich dürften die Templer nicht fehlen. Per Knopfdruck wird die Spielwelt in eine rot lodernde Vision der Hölle verwandelt, in der Stärke und Wahrnehmungsfähigkeit übermenschliche Dimensionen annehmen.

Ich lass mich auf jeden Fall überraschen. Das Action-Adventure mit Schwerpunkt auf kooperatives Abenteuer erscheint im Sommer 2011 europaweit für PlayStation 3, Xbox 360, dem Videospiel- und Entertainment-System von Microsoft und Windows PC.

Liquid Image Impact Series HD 1080P MX: Skiabfahrten selbst drehen wie Willy Bogner

2. März 2011

Die Leistung von Willy Bogner hat mich als Jugendlicher fasziniert. Und zwar seine Verdienste in den James Bond Filmen „Der Spion, der mich liebte“ und „In tödlicher Mission“, als Bogner gewaltige Stunts auf Skiern unter anderem in einer Bobbahn ablieferte. Dabei musste der Sportler ja die schwere Filmkamera halten und volle Kanne die Stunts ausführen.

Vor kurzem entdeckte ich die (theoretische) Möglichkeit, endlich selbst solche Aufnahmen zu machen. Liquid Image hat den Camcorder Liquid Image Impact Series HD 1080P MX  auf den Markt gebracht, der in 1080p genau das filmt, was der Fahrer beispielsweise eines Motorrads sieht. Das ist der Hammer. In einem Aufnahmewinkel von 136 Grad Festbrennnweite mit 30 oder 60 Bildern pro Sekunde kann ich (theoretisch) einen Berg herab brettern und die Kamera nimmt meine Stunts auf. Die Kamera ist in einer speziellen Skibrille untergebracht und nimmt die Aufnahmen auf Micro-SD-Karten auf. Der Akku soll laut Hersteller bis zu zwei Stunden halten und die Bedienung ist trotz klobiger Handschuhe möglich. Das gleiche System für 400 US-Dollar gibt es auch für Unterwasser für meinen Kampf mit dem weißen Hai. Das ganze System soll im Oktober lieferbar sein und gab es bereits auf der CES zu sehen. Wahrscheinlich stellt Liquid Image das System auch auf der NAB aus.

Ein Problem hat allerdings die ganze Sache. Ich kann gar nicht skifahren.

Ab Oktober hab ich sie: Liquid Image Impact Series HD 1080P MX

Ab Oktober hab ich sie: Liquid Image Impact Series HD 1080P MX

CeBit startet und ich bin nicht dabei

1. März 2011

Heute beginnt die CeBit und keiner geht hin. Nein, so schlimm ist es nicht. Aber für mich hat die einstmalige Leitmesse der IT-Gemeinde deutlich an Reiz verloren. Natürlich gibt es ein paar Unternehmen, die mich noch interessieren, doch muss ich deshalb den Weg nach Hannover auf mich nehmen? Nein, ich glaube nicht. Die Infos bekomm ich in der Regel über das Netz. Messe heißt heute für mich nicht mehr neue Produkte, sondern Emotionen – und hier hat die Cebit bei mir im Moment nicht viele Chancen.

Das war früher anders. Jahrelang musste ich beruflich nach Hannover pilgern. Jahrelang musste ich zunächst in Kinderbetten als Untermieter schlafen. Jahrelang musste ich mich mit Taxifahren herumärgern, die den Weg nicht kannten, weil sie aus der Region angekarrt wurden. Jahrelang wurde ich auf der CeBit krank, denn die Messehallen waren überhitzt und draußen war es eiskalt und meist regnete es auch noch.

Das ist vorbei – im Moment zumindest. Nix ist doofer als Hann .. hieß es bei uns IT-Journalisten immer. Ganz so schlimm, war es dann doch nicht. CeBit hieß auch immer Kollegen zu treffen und ein auf der einen oder anderen Party zu versumpfen. Ich trieb mich gerne an den Ständen der Taiwanesen herum und ließ mich Lüfter und Netzteile erklären, weil mit unserer damaligen Laborleiterin und Cheftesterin kein Asiate sprach. In der Regel war die CeBit ein wichtiger Termin, um Visitenkarten auszutauschen mit den Worten „Lass uns doch mal telefonieren!“ Wehe dem Kollegen, der seine Visitenkarten zu Hause vergessen hatte.

Richtig schlimm waren im Vorfeld manche lieben Kollegen von den Agenturen, die für ihre Kunden Termine ausmachen mussten. Ich verstehe ja den Druck, aber ein wenig Vorbereitung gehört zum Geschäft. Das Telefonat lief etwa nach folgendem Schema ab – zum Beispiel damals als Chefredakteur der MACup, der ältesten Fachzeitschrift für Mac in Europa: Irgendeine Studentin von der Agentur beauftragt, rief bei uns an.

Agenturstudentin: „Die Firma XY stellt ihr neuestes Applikation für Blabla vor. Sie spart Kosten, der Workflow verbessert sich und ist rundum super. Wollen wir nicht einen Termin für die CeBit vereinbaren?“

Ich: „Das ist ja schön. Unter welchem Betriebssystem läuft das Ganze?“

Agenturstudentin: „Es läuft auf allen gängigen System wie XP, Vista und sogar unter 32 und 64 Bit.“ Wobei das „sogar unter 32 Bit“ besonders betont wurde.

Ich: „Wissen Sie, bei wem Sie gerade anrufen?“

Agenturstudentin: „Ja, bei Ihnen, der MACup.“

Ich: „Wissen Sie, über was wir berichten?“

Agenturstudentin: „Ja über Computer.“

Ich: „MACup beinhaltet welches Betriebssystem?“

Agenturstudentin: „XP?“

Ich zunächst sprachlos, dann „Äh, nein.“

Agenturstudentin: „Nicht? Wie ist es jetzt mit einen Termin?“

Ich bin in der Zwischenzeit vom Stuhl gefallen. „Ach nee, lassen wir das lieber.“

 

 

Schocktrailer von „Dead Island“ tut der Branche keinen Gefallen

26. Februar 2011

Vor kurzem erschien der Teaser zu „Dead Island“ auf YouTube und erschütterte mich. Ich bin gewiss kein Weichei, aber dieser Trailer von Techlands und Deep Silver hat es in sich. Ich möchte mich als CGI-Profi nicht auslassen, über technische Qualität und Dramaturgie des Spots. Das Rendering ist der Hammer. Hier gibt es nichts zu meckern. Falls das Spiel nach der ersten Ankündigung vor vier Jahren doch noch 2011 zum Verkauf ansteht, wird das Gameplay interessant werden. Eine offene Spielelandschaft mit nacktem Terror sowie unterschiedliche Allianzen der Darsteller liefern sicherlich beeindruckende Duelle auf hohem technischen Niveau für Xbox 360 und PC. Ob die PS3 zum Einsatz kommt, ist fraglich.

Aber das moralische Niveau des Trailers von Dead Island ist unterste Schublade. Als Vater habe ich ein großes Problem mit dem Trailer, bei dem ein Kind gemeuchelt wird. Das geht mir zu weit, eindeutig zu weit. Das muss ich in einem Trailer nicht sehen, auch wenn ich die Idee eines Zombiespiels auf einer Insel reizvoll finde. Gewalt gegen Kinder ist eine absolute Sauerei. Ich bin mir sicher, dass die Bundesprüfstelle hier auf den Plan gerufen wird. Ich geh jede Wette ein, dieses Spiel wird nicht ungekürzt in Deutschland erscheinen.

So ein Trailer wie von Dead Island polarisiert und bringt die ganze Spieleindustrie wieder in Verruf. Ich höre schon wieder die Debatten auf uns zukommen, dass wir Gamer alles potentielle Massenmörder sind. Das ist natürlich Quatsch, aber das Dahinschlachten eines (virtuellen) Kinders erweist der Branche keinen Dienst. Medienkompetenz erwarte ich nicht nur von den Zuschauern, sondern auch von den Herstellern.

Jetzt warte ich erst einmal ab, welche Details Techland und Deep Silver weiter in diesem Jahr veröffentlichen. Ich kann mir vorstellen, dass das aufwändige Rendering sich nicht im Gameplay fortsetzt und der Mord an der Familie gar keine Rolle im finalen Spiel einnimmt. Der Einsatz der neuen Chrome Engine 5 zeigt aber optisch hervorragende Wirkung. Aber ich bleibe dabei: Der Schocktrailer von „Dead Island“ tut der Branche keinen Gefallen

 

Bob Dylan: Hard Rain als DVD

21. Februar 2011

Irgendwann in meiner Jugend habe ich im Bayerischen Fernsehen ein seltenes Dylan-Konzert von 1976 gesehen, dass mir auf seine ungewöhnliche Art in Erinnerung geblieben ist: Hard Rain von der Rolling Thunder Tour. Jetzt habe ich bei Amazon zufällig das Konzert Rolling Thunder Revue auf DVD wiederentdeckt, veröffentlicht von einer Firma mit dem ominösen Namen Woodstock Tapes. Also so richtig legal dürfte es bei den Aufnahmen nicht zugehen, aber als Dylan-Fan muss ich die Aufnahme haben. Selbstverständlich.

Und ich wurde nicht enttäuscht: Zu sehen ist eine Art Punk-Dylan mit seiner legendären Rolling Thunder-Besetzung sowie natürlich die unvermeidliche Joan Baez an seiner Seite. Mit dabei auch Ramblin´ Jack Elliot und Roger McGuinn. Ort des Geschehens Fort Collins und wie der LP-/CD-Titel Hard Rain sagte, bei fettem Regen.

Die Band stolziert umher wie die Mannschaft eines Piratenschiffs um ihren wahnsinnigen Kapitän. Fast alle Bandmitglieder haben sich Kopftücher oder sonstige Fetzen über den Kopf gezogen. Von einem geordneten Konzert mit einstudierter Bühnenshow kann keine Rede sein. Es ist Punk pur. Selten habe ich Dylan so aggressiv, aber dennoch engagiert singen gehört. Rolling Thunder war einer der kreativen Höhepunkte des Meisters. Aber Warnung: die Aufnahmen sind nur für Dylan Hartgesottene ein Genuss. Der Freund des Mainstreams, der ene Best of-Show erwartet, wird irritiert den ruppigen Songs lauschen und sich über die Figuren auf der Bühne seine Gedanken machen. Sonnenbrille und Cowboyhüte bei Regen, was haben die Musikanten denn alles eingeworfen? Aber wenigstens tragen sie keine Masken, wie in einem Teil des Rolling Thunder-Zirkuses. Auch der Griff in den Farbeimer ist reduziert, nur Frau Baez hat ein wenig Rouge aufgetragen. An alle Musiker unter den Lesern: Schaut euch den Bassisten Rob Stoner und dann entscheidet, ob ihr Bass spielen könnt oder nicht – genial.

Als das Konzert damals auf Langspielplatte herauskam, blieb es in den Schallplattenläden wie Blei liegen. Von der Elegant der Studioalben Desire oder Blood on the Tracks war nicht viel zu hören. Hard Rain provozierte, eckte an, war auf keinen Fall gefällig. Die hat sich mit der später veröffentlichten CD und jetzt mit der DVD Gott sei Dank nicht geändert. Es ist Rock´n Roll und Punk pur, selbst wenn Dylan und Baez an einem Mikro Klassiker der Folk-Szene herunterschrappeln. Schön sind dabei die Szenen, wenn Goldkelchen Baez in die Ferne beim Singen schaut. während Ex-Lover Dylan sie von der Seite beobachtet. In dem leider noch nicht veröffentlichten Dylan-Film Renaldo & Clara kommt die Heiratsdiskussion zwischen ihnen nochmals auf – Fans erinnern sich.

Nun die schlechte Nachricht. Die technische Qualität der DVD ist grottenschlecht. Die Aufnahmen sind in NTSC vom US-Fernsehen gemacht und NTSC bedeutet auch Never The Same Color. Alle Kritikpunkte am NTSC-Format treten hier in voller Form zu Tage. Und zudem haben die (Schwarz-)Kopierer von Woodstock Tapes die Aufnahmen der Asia-TV-Ausstrahlung vervielfältigt. Das bedeutet, es gibt störende Untertitel und Bauchbinden mit asiatischen Übersetzungen. Leider verdecken diese zeitweise das gesamte Bild. Das nervt erheblich. Aber das Cover der DVD brauche ich kein Wort zu verlieren. Es ist sch…

Aber wer den Meister in einer seiner Hochphasen erleben will, sollte die paar Euro für Rolling Thunder Revue riskieren. Wann und ob Sony Music irgendwann die Originalshows auf den Markt bringt, ist zweifelhaft. Daher zugreifen, über die Fehler hinwegsehen, und genießen.

Augmented Reality: Den Todesschuss erleben

20. Februar 2011

Der WWF begleitet mich journalistisch bereits einige Zeit. So erschien eine Story über Überfischung anhand eines 3D-Delifins in einer meiner ersten 3D-Zeitschriften Creative Live. Das ist lange her, doch der WWF war führend in neuen Techniken.

Jetzt habe ich wieder einen Spot vom WWF entdeckt, der wiederum auf neue Techniken setzt: Augmented Reality. Dieses Mal geht es darum, sibirische Tiger zu vor dem Abschluss zu schützen.

Und der WWF und die Macher von Leo Burnett aus Moskau gehen geschickt vor: Die Kunden eines Modeladens ziehen sich ein T-Shirt an und betrachten sich vor einem Spiegel. Per Augmented Reality wird Blut eingespielt. Drastisch, hart, schonungslos. So erleben die Kunden den Tod eines Tigers. Der Schock sitzt tief. Schauen Sie selbst.

Gratulation: Photoshop wird heute erwachsen

19. Februar 2011

Photoshop wird heute 21 Jahre alt und ist damit erwachsen. Ich gratuliere von ganzem Herzen. 21 Jahre ist es her, seit Adobe die von den Gebrüdern Knoll entwickelte erste Adobe Photoshop Version 1.0 am 19. Februar 1990 lancierte. Was für eine lange Zeit. Ich bin seit der Version 3.01 dabei, die auf einem alten Mac vor sich hinwerkelte. Ich glaube, bei Version 3 waren die Ebenen die Neuerung und sie hauten mich damals vom Hocker. Ebenen sind wir durchscheinendes Butterbrotpapier – so erkläre ich es wenigstens in meinen Seminaren und die Teilnehmer verstehen es sofort.

Später kamen viele Neuerungen, wie vor allem den Workflow verbesserten und Photoshop zum Industriestandard-Tool der Bildbearbeiter und Pixelschubser machten. Derzeit aktuell ist die Version CS5 und nach wie vor ist Photoshop mein Tool, wenn es um Bilder geht. Am meisten freut es mich, dass sich die Adobe-Software in Richtung 3D bewegt. Ich bin davon überzeugt, dass 3D der nächste große Weg bei Bildbearbeitung wird und ich meine jetzt nicht Stereoskopie, sondern Animation und Visualisierung. Derzeit sind die 3D-Elemente eher sparsam, aber der Weg ist vorgezeichnet. 2D-Artists müssen sich künftige mit 3D beschäftigen, sonst werden sie auf Dauer keine Aufträge mehr bekommen – ähnliches gilt für Fotografen.

Also heißt es immer wieder lernen: Lernen, lernen, lernen. Als Freund des gedrucktes Wortes liebe ich Bücher, aber ich kann Software noch besser durch Videos lernen. Und hier kommt der Anbieter Video2Brain ins Spiel. Wenn ich Lernvideos zu IT-Themen brauche, dann klicke ich auf die Seite von Gerhard Koren und seinem Team. Dort finde ich in der Regel die Videos für aktuelle Software. Ich überlege mir, ob ich da einsteige, denn das Konzept überzeugt mich. Hier kann man einige Sachen ausprobieren.

Update: Ich seh gerade: Bei Video2Brain gibt es eine coole Aktion. Bis Dienstag 22. Feb gibt es eine super Geburtstagsaktion. Wer Online-Videotrainings kauft, kann 21 Prozent sparen. Einfach den Aktionscode photoshop21 eingeben und 21 Prozent sparen.  So gehts: Öffne den Warenkorb und füge bei der Bestellung den Gutschein-Code hinzu.

Bürgerjournalismus: Hat Qualität hier eine Chance?

18. Februar 2011
Neuer stummer Zeitungsverkäufer von MyHeimat.

Neuer stummer Zeitungsverkäufer von MyHeimat.

Meine journalistische Karriere startete ich in einer Lokalredaktion. Ich lernte das Handwerkszeug von der Pike auf. Die Schule war hart, aber abwechslungsreich. Die Ochsentour im Lokalen hatte dafür gesorgt, dass ich keine Angst vor weißen Seiten habe. Vielleicht bin ich keine Edelfeder geworden, aber schnell produzieren kann ich.

Wo würde ich starten, wenn ich heute nochmals im Journalismus Fuß fassen sollte? Beim Spaziergang durch meine alte Heimat stand ich vor einer Reihe stummer Verkäufer. Neben den etablierten Verlagshäuser macht sich dort auch eine kostenlose Zeitschrift breit: MyHeimat. Eigentlich ist es eine Online-Plattform für Bürgerjournalismus – die Papierausgabe ist die Line-Extension des Online-Projekts. Ist das die Zukunft für Lokaljournalismus?

Als ich ein bisschen recherchierte, stellte ich fest, dass MyHeimat und ähnliche Plattformen bereits Kooperationen mit Verlagen geschlossen haben. Der Vorteil: Die Verlage bekommen billigen Content und die Online-Plattform bekommt mehr Klicks und ggf mehr Anzeigen. Das ist ein gefährliches Spiel, das die Verlage da treiben, wenn nur kostenorientiert gedacht wird.

Wo bleibt der Qualitätsjournalismus? Wo bleibt der gute Content? Der Vorwurf, die Online-Portale veröffentlichen Pressemeldungen, kann ich nur bedingt gelten lassen. Auch Lokalzeitungen sind auf Pressemitteilungen angewiesen und je weniger Redakteure die Meldungen redigieren, desto unbearbeiteter kommen sie ins Blatt. Aber Lokalzeitungen haben Mitarbeiter, die zumindest journalistisch ausgebildet sind. Das haben die Portale für Bürgerjournalismus nur bedingt. Hier schreiben Mitbürger, weil ihnen etwas aufgefallen ist. Hier droht die Gefahr des Meinungsjournalismus im Gewand der Berichterstattung

Qualitätsjournalismus kann nur mit qualifizierten Leuten geschehen und die müssen bezahlt werden. Muss dadurch die Zeitung nicht zwangsläufig teurer werden?  Oder die Plattformen gehen daran und qualifizieren ihre Bürgerjournalisten. Aber warum eigentlich? Das bisherige System läuft doch hervorragend – allerdings zum Schaden der Zeitungsverlage.

 

Social Media: Freunde der Facebook-Seite erhöhen

16. Februar 2011
Facebook-Fotoshooting auf der Hair&Beauty.

Facebook-Fotoshooting auf der Hair&Beauty.

Bei der Hair&Beauty in Frankfurt habe ich eine schöne Möglichkeit beobachtet, die Facebook-Freunde nach oben zu treiben. Die Hair&Beauty ist eine Friseur- und Beautymesse und wird grundsätzlich von schönen Leuten besucht.

Am Stand des Industriegiganten P&G, in dem auch Wella aufgegangen ist, gab es eine Möglichkeit, sich von einem Profi-Fotografen digital ablichten zu lassen. Die Messebesuchter posten cool in die Kamera, fein vor dem Logo des Unternehmens. Schnell noch den Namen notiert und die Fotos wurden auf der Facebook-Seite von P&G veröffentlicht. Dort konnten sich die Abgelichteten bewundert und ihre Fotos kommentieren. Das geht aber nur, wenn sie zuvor Freund der Seite wurden.

Geniale Idee, denn die Messebesucher sind in der Regel eitel und wollten ihre Fotos sehen. So funktioniert eben die Beauty-Branche. Und nach zwei Messetagen der Hair&Beauty sind die Freunde der P&G-Facebook-Seite massiv angestiegen. Jetzt kann die Kommunikation mit der Zielgruppe direkt erfolgen und mittelfristig braucht es keine Fachmagazine mehr. Social Media kann beginnen.

Für mich steht fest: Bei meinen nächsten Veranstaltungen werde ich diese Idee schamlos kopieren. Der nächste Termin steht schon fest. Es ist der Jahresempfang beim Bund der Selbstständigen Bayern, der seit kurzem in Facebook aktiv ist. Ob die Besucher auch so eitel sind, wird sich dann zeigen.