Posts Tagged ‘Redakteur’

Unter 1, unter 2 und unter 3 – Umgang mit Quellen

8. Juli 2015
Umgang mit den Quellen war Teil der Ausbildung der Tageszeitung.

Umgang mit den Quellen war Teil der Ausbildung der Tageszeitung.

„Herr Lehrer, ich weiß was!“ – diese Attitüde bemerke ich derzeit verstärkt im Journalismus. Kaum hat man eine Information, wird sie herausgeplärrt ohne Rücksicht auf die Quelle. Ziel ist es, der erste zu sein. Die Berufsbezeichnung Journalist ist ja nicht gesetzlich geschützt und damit kann sich jeder als Journalist bezeichnen. Redakteur dagegen ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Der Redakteur hat zuvor eine Ausbildung, ein Volontariat, durchlaufen.

Die alten Zeiten im Journalismus sind vorbei.

Die alten Zeiten im Journalismus sind vorbei.

Durch den Verfall der klassischen Massenmedien drängen immer mehr Journalisten auf den Markt. Das Netz brachte uns Blogger und auch ich bezeichne mich als solcher. Jeder kann veröffentlichen und das ist gut so. Leider geht mit dem Ansteigen der Kollegenanzahl nicht immer ein Anstieg der Qualität einher. Dies merkte ich unlängst wieder bei meinen Seminaren im Bereich Journalisten/Pressesprecher. Bei den Teilnehmern fehlt manches Mal das Händchen mit dem richtigen Umgang mit einer Quelle – oder es fehlt das Wissen darüber. Und das ist gefährlich. Als ich neulich die Begriffe „unter 1“, „unter 2“ und „unter 3“ erwähnte, schaute ich in fragende Gesichter. Nicht alles, was ich als Journalist erfahre, darf oder sollte ich herausplärren. Ich weiß, die Konkurrenzsituation hat sich in den Medien dramatisch verschärft, nur wer als erster die News hat, der hat gewonnen. Das gilt vor allem im Onlinegeschäft. Dennoch sägen wir Journalisten uns den Ast ab, auf den wir sitzen, wenn wir den richtigen Umgang mit der Quelle nicht gelernt haben. Veröffentlichen wir alles sofort, haben wir vielleicht eine heiße Geschichte, einen Coup, aber die Quelle wird uns nichts mehr verraten. Und der Ruf des Journalisten ist beschädigt, was gerade im Lokaljournalismus einem Todesurteil gleicht. Die Quellen müssen sich auf uns Journalisten verlassen können.

Hintergrundgespräch oder Interview - hier mit Christiane Kubrick.

Hintergrundgespräch oder Interview – hier mit Christiane Kubrick.

Mein Volontärsvater beim Münchner Merkur, eine Art Ausbilder – in meinem Fall ein Sportredakteur – nahm mich in meinem Volontariat auf die Seite und erklärte mir in deutlicher Sprache die Sprachcodes „unter 1“, „unter 2“ und „unter 3“. Er weihte mich in das Gentlemen’s Agreement der Sprachcodes ein und achtete streng auf deren Einhaltung.

Was darf ich aus meinem Gespräch von Jan Harlan veröffentlichen?

Was darf ich aus meinem Gespräch von Jan Harlan veröffentlichen?

Unter 1: die Information darf bei direkter Nennung der Quelle wörtlich wiedergegeben werden. Also: Bürgermeister Erwin Lindemann erklärte: „Wir haben kein Geld für den Bau einer neuen Umgehungsstraße!“
Unter 2: die Information und das Umfeld der Quelle dürfen zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden. Also: Wie aus gut unterrichteten Kreisen des Rathauses zu erfahren war, fehle das Geld für den Bau einer neuen Umgehungsstraße.
Unter 3: die Information darf nicht öffentlich verwertet werden. Sie dient ausschließlich für den eigenen Hintergrund des Journalisten. Das Hintergrundgespräch war in meiner Ausbildung heilig. Ich wurde in Bonn zu Hintergrundgesprächen geladen, um die Regierungspolitik besser verstehen zu können. Die gewonnenen Informationen waren dann Anlass für weitere Recherchen. Bestes Beispiel in der Geschichte des Journalismus war natürlich Deep Throat in der Watergate-Affäre. Nur durch die geheime Quelle Deep Throat wurde die Regierung Nixon gestürzt.
Leider kennen viele Journalisten diese Sprachcodes nicht mehr – oder viel schlimmer: Sie halten sich wider besseren Wissens nicht daran. Es besteht seitens der Quelle keine rechtliche Möglichkeit, auf die Einhaltung der Sprachcodes zu pochen. Die Zusammenarbeit zwischen Quelle und Journalisten basiert auf Vertrauen. Der Pressekodex sagt zwar: „Die vereinbarte Vertraulichkeit ist grundsätzlich zu wahren.“ Allerdings ist der Pressekodex auch nur eine Selbstverpflichtungserklärung der klassischen Massenmedien, also ein zahnloser Tiger.
Mich würde unter 1 interessieren, wie haltet ihr es mit dem Umgang mit Quellen?

Jörg Sadrozinski von der DJS schult seine Schüler noch im Quellenumgang.

Jörg Sadrozinski von der DJS schult seine Schüler noch im Quellenumgang.

Die Magie des Kontaktbogens – Fotoausstellung Magnum . Contact Sheets

12. Januar 2015

Aufmacher

Noch bis zum 16. Januar läuft im Berliner Amerika Haus C/O Berlin Foundation eine der besten Fotoausstellungen, die ich seit langem besucht habe: Magnum . Contact Sheets. Es geht um Fotomagie – es geht um die richtige Auswahl aus einem Kontaktbogen.

Voller Ehrfurcht besuche ich die Ausstellung im Berliner Amerika Haus.

Voller Ehrfurcht besuche ich die Ausstellung im Berliner Amerika Haus.

Voller Erfurcht betrachtete ich einige der wichtigsten Fotodokumente des Fotojournalismus, die von Fotografen der legendären Agentur Magnum stammen. Fotos, die wir alle kennen, die sich in unser kollektives Fotogedächtnis eingebrannt haben. Ich sah die berühmten Bilder von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David (Chim) Seymour, Werner Bischof, George Rodger und Elliott Erwitt, über Inge Morath, René Burri, Eve Arnold, Leonard Freed, Thomas Hoepker, Josef Koudelka und Gilles Peress bis hin zu Martine Franck, Martin Parr, Jim Goldberg, Trent Parke, Jonas Bendiksen, Bruno Barbey, Paolo Pellegrin und Alec Soth. Und ich sah, dass diese Meister Profis ihres Fachs waren. Sie schossen nicht nur ein, zwei Fotos, sondern eine ganze Serie von Bildern. Und dann kam die Arbeit, die jeder Fotograf vom Amateur bis zum Profi kennt: Die richtige Auswahl – die Entscheidung den richtigen Schuss zu finden. In der analogen Zeit gab es dafür den Kontaktbogen. Die Negativstreifen wurden auf ein DIN A4-Fotopapier gelegt, belichtet und entwickelt. Meist mit Fotolupe begann dann die Auswahl: Was ist das beste Bild? Welches Bild drückt die Stimmung, den Augenblick, die Atmosphäre am besten aus?

Diese Wahl war schwierig und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Profi trifft die richtige Auswahl, sieht das zu entstehende Kunstwerk auf dem Kontaktbogen. Im Kopf entsteht aus dem kleinen (Vorschau-)bild des Kontaktbogens dann das große Werk, oftmals beschnitten.

Am Eingang der Ausstellung steht ein Zitat des großen Henri Cartier-Bresson, das mich beeindruckt hat: „Ein gelungenes Bild aus einem Kontaktbogen herauszuholen ist so, wie in den Keller zu gehen und mit einer guten Flasche Wein zurückzukehren, die man dann gemeinsam leert.“ Wunderbar die Arbeit damals im Fotolabor oder heute am Photoshop beschrieben – tolles Zitat.
Und diesen Prozess der Auswahl, die Entscheidung über ein Bild lässt sich wunderbar in der Ausstellung Magnum . Contact Sheets nachvollziehen. Der entscheidende Augenblick – in der Fotografie ist dieser alles bestimmend. Ich empfehle diese Ausstellung im Berliner Amerika Haus ausdrücklich allen, die mit Fotos zu tun haben: Volontären, Redakteuren, aber auch allen Bloggern.

Und ich bin der Fotoagentur Magnum dankbar für diesen ungewöhnlichen Schritt, diese Kontaktbögen zu zeigen. Als Bildjournalist verschwinden eigentlich die Kontaktbögen vor den Augen der Öffentlichkeit. Man zeigt den Ausschuss eigentlich keinem Menschen. Aber in dieser Ausstellung wird durch das Zeigen des fotografischen Ausschusses der Weg zum perfekten Foto klar und eindeutig. „Mit dieser totalen Transparenz und Entblößung seiner Arbeitsmethode macht sich der Fotograf angreifbar. Er riskiert, die Aura des Einzelbildes zu brechen und den kreativen Prozess zu entzaubern. So entsteht auch beim Betrachten des Kontaktbogens die Faszination, einerseits unmittelbar am Geschehen teilzunehmen und dem Fotografen über die Schulter zu sehen, andererseits damit etwas Verbotenes zu tun – wie in ein fremdes Tagebuch oder einen fremden Kleiderschrank zu blicken“, heißt es vom Amerika Haus und sie haben Recht.

In chronologischer Reihenfolge zeigt diese absolut sehenswerte Ausstellung leidenschaftlich engagierte Reportagen aus dem Zweiten Weltkrieg, Straßenszenen des Prager Frühlings, Ikonen wie Che Guevara, Mohammed Ali und Malcom X, Balkankrieg und Blutigen Sonntag, Brennpunkt Nahost, Porträts der japanischen, brasilianischen und britischen Gesellschaft sowie zahlreiche, weltweit historische Ereignisse mehr. Anhand dieser einzigartigen Zusammenstellung der Kontaktbögen werden in der Ausstellung drei unterschiedliche Ebenen sichtbar: Die jeweiligen politisch-sozialen Inhalte der Fotografien an sich, die allgemeine Historie der Reportagefotografie sowie die Entstehungsgeschichte der einzelnen Bilder.
Zu der Ausstellung ist ein kiloschwerer Katalog Magnum Contact Sheets erschienen, den ich absolut empfehlen kann. Ich werde über diesen 508 seitigen Katalog separat bloggen.

Silke Wettach – Arbeit als EU-Korrespondentin

6. Januar 2014
Ein nettes Interview mit einer alten Kollegin: Silke Wettach von der WiWo.

Ein nettes Interview mit einer alten Kollegin: Silke Wettach von der WiWo.

Dieses Jahr finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Das ist wichtig. Daher traf ich mich mit einer Kennerin der europäischen Szene, In einem Cafe in München plauderte ich mit Silke Wettach, EU-Korrespondentin der WirtschaftsWoche über ihre Arbeit.

Silke und ich verbindet eine gemeinsame Zeit in einer Lokalredaktion des Münchner Merkurs. Dort absolvierten wir beide unsere Ausbildung zum Redakteur. Anschließend trennten sich unsere Wege, dennoch hielten wir über die Jahre losen Kontakt. Bei ihrem Besuch in München drehte ich ein kleines Interview über ihre Arbeit.

Journalismus habe sich verändert. Für ein Magazin wie die WirtschaftsWoche ist klassischer Terminjournalismus eher Nebensache. Bis das Heft an den Kiosk kommt, sind die News längst über Agenturen gelaufen. Daher müssen die Geschichten aus Brüssel exklusiv und außergewöhnlich sein. Genau dies ist die Herausforderung: Im europäischen Dschungel die guten Geschichten zu finden, die ankommen und vermittelbar sind. Dabei muss Silke Wettach als EU-Korrespondentin ihre Kontakte pflegen. In Hintergrundgesprächen mit Kommissaren, Abgeordneten, Beamten und Lobbyisten bekommt sie den Stoff für ihre Geschichten. Daneben wird sie immer wieder als Moderatorin für Diskussionsrunden engagiert. Für mich war es einmal eine Überraschung, als ich den PresseClub in der ARD anschaltete und meine ehemalige Kollegin erblickte. Irgendwie war ich schon stolz, dass ich sie kannte und sie den anwesenden Herren mit ihrem reichhaltigen Faktenwissen deutlich Paroli bot.

Ich habe auch einen Auftritt von ihr bei der Deutschen Welle gefunden, in dem sie im fließenden Spanisch sich der Diskussion stellt. Also, ein Sprachentalent zu sein, wäre auch von Vorteil, wenn man als Korrespondent arbeitet. Silke Wettach spricht unter anderem fließend Englisch, Französisch, Spanisch, ach ja und natürlich Deutsch. Also ideal für einen EU-Korrespondenten.

Hier habe ich den offiziellen Lebenslauf von der WiWo-Seite: Silke Wettach berichtet seit 2002 als EU-Korrespondentin für die WirtschaftsWoche aus Brüssel. Aufgewachsen in Deutschland, Griechenland und Irland hat die Halbösterreicherin schon früh erfahren, dass Europa laut, bunt und widersprüchlich ist. Nach dem Volkswirtschaftsstudium am Trinity College Dublin und an der Université Catholique de Louvain (Belgien) entschied sie sich für den genauen Blick auf Politik im Kleinen und volontierte in der Redaktion Fürstenfeldbruck des Münchner Merkur. Das Nachrichtengeschäft lernte sie im Anschluss als Redakteurin bei der Nachrichtenagentur vwd. Während ihrer Zeit in der Düsseldorfer Zentralredaktion der WirtschaftsWoche wurde sie mit dem Nachwuchspreis der Ludwig-Erhard-Stiftung ausgezeichnet. 2000 verbrachte sie zwei Monate als Stipendiatin des Internationalen Journalisten Programms bei der mexikanischen Tageszeitung El Financiero.

Schülerzeitung: Was kommt ins Vorwort?

6. Juni 2013

Immer wieder bekomme ich Anfragen von Schülerzeitungsredaktionen, was sie denn überhaupt in einem Vorwort schreiben sollen. Nachdem ich seit einigen Jahren Schülerzeitungen in Seminare betreue und auch ein entsprechendes Buch über Schülerzeitungen veröffentlicht habe, bin ich wohl der richtige Ansprechpartner.

Der Autor und das Buch.

Der Autor und das Buch.

Zunächst beschreibe ich mal die Situation: Oftmals bekomme ich die Schülerzeitungen mit einem Vorwort voller Gejammere. Da wird Absatzweise geklagt, wie die Produktion dieser Schülerzeitung verlaufen ist, wie viel Pizzen die Redaktion gegessen hat, warum der Schüler seine Artikel nicht abgegeben hat oder dass die Damen und Herren Redakteure überhaupt nicht wissen, was man an dieser Stelle überhaupt schreiben soll und ähnliche Grausamkeiten.

Allerdings liebe Schülerzeitungsredakteure: das alles interessiert den Leser nicht. Der Leser muss im Mittelpunkt des Interesses stehen und nicht die Probleme, die ihr bei der Produktion eurer Zeitung hattet. Das Vorwort, oder auch Editorial genannt, ist eines der wichtigsten Kommunikationsmöglichkeiten der Redaktion mit dem Leser. Also lasst die Jammerei und greift an.

Für mich gibt es eigentlich zwei mögliche Inhalte in einem Vorwort. Zum einen greift der Chefredakteur oder die Chefredaktion ein aktuelles Thema an der Schule auf. Dieses Thema muss nicht zwangsläufig in einem Artikel in der Schülerzeitung zu finden sein. Das Editorial wird schließlich am Ende der Produktion geschrieben und gegebenenfalls gibt es dann ein aktuelles, brandheißes Thema. Wichtig ist, es muss den Leser betreffen, den Leser berühren oder zu einer Reaktion herausfordern.

Wenn euch nichts dazu einfällt oder einfach nichts passiert, kann das Editorial auch dazu benutzt werden, die wichtigsten Themen im Heft vorzustellen. Im Grunde als wertende Inhaltsangabe. Vielleicht habt ihr ein Titelthema und ihr könnt uns Lesern erläutern, weshalb Ihr euch für dieses Titelthema entschieden habt.

Mein Schülerzeitungsbuch 1x1 der Schülerzeitung.

Mein Schülerzeitungsbuch 1×1 der Schülerzeitung.

Mein Schülerzeitungsbuch 1×1 der Schülerzeitung können Interessierte kostenlos beziehen. Das Buch gibt es als kostenlosen Download oder in gedruckter Form (bitte Mail). Übrigens, gibt es auch dieses Jahr wieder den Schülerzeitungspreis DIE RAUTE der HSS. Infos gibt es hier. Anmeldeschluss ist Ende Juli. Mal sehen, ob ich dieses Jahr wieder in der Jury mit dabei bin.

Bürgerjournalismus: Hat Qualität hier eine Chance?

18. Februar 2011
Neuer stummer Zeitungsverkäufer von MyHeimat.

Neuer stummer Zeitungsverkäufer von MyHeimat.

Meine journalistische Karriere startete ich in einer Lokalredaktion. Ich lernte das Handwerkszeug von der Pike auf. Die Schule war hart, aber abwechslungsreich. Die Ochsentour im Lokalen hatte dafür gesorgt, dass ich keine Angst vor weißen Seiten habe. Vielleicht bin ich keine Edelfeder geworden, aber schnell produzieren kann ich.

Wo würde ich starten, wenn ich heute nochmals im Journalismus Fuß fassen sollte? Beim Spaziergang durch meine alte Heimat stand ich vor einer Reihe stummer Verkäufer. Neben den etablierten Verlagshäuser macht sich dort auch eine kostenlose Zeitschrift breit: MyHeimat. Eigentlich ist es eine Online-Plattform für Bürgerjournalismus – die Papierausgabe ist die Line-Extension des Online-Projekts. Ist das die Zukunft für Lokaljournalismus?

Als ich ein bisschen recherchierte, stellte ich fest, dass MyHeimat und ähnliche Plattformen bereits Kooperationen mit Verlagen geschlossen haben. Der Vorteil: Die Verlage bekommen billigen Content und die Online-Plattform bekommt mehr Klicks und ggf mehr Anzeigen. Das ist ein gefährliches Spiel, das die Verlage da treiben, wenn nur kostenorientiert gedacht wird.

Wo bleibt der Qualitätsjournalismus? Wo bleibt der gute Content? Der Vorwurf, die Online-Portale veröffentlichen Pressemeldungen, kann ich nur bedingt gelten lassen. Auch Lokalzeitungen sind auf Pressemitteilungen angewiesen und je weniger Redakteure die Meldungen redigieren, desto unbearbeiteter kommen sie ins Blatt. Aber Lokalzeitungen haben Mitarbeiter, die zumindest journalistisch ausgebildet sind. Das haben die Portale für Bürgerjournalismus nur bedingt. Hier schreiben Mitbürger, weil ihnen etwas aufgefallen ist. Hier droht die Gefahr des Meinungsjournalismus im Gewand der Berichterstattung

Qualitätsjournalismus kann nur mit qualifizierten Leuten geschehen und die müssen bezahlt werden. Muss dadurch die Zeitung nicht zwangsläufig teurer werden?  Oder die Plattformen gehen daran und qualifizieren ihre Bürgerjournalisten. Aber warum eigentlich? Das bisherige System läuft doch hervorragend – allerdings zum Schaden der Zeitungsverlage.