Der freundliche Eingang zum Hotel Prinz Luitpold Bad.
Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, aber dennoch ist es eine Ausnahme. Ich muss aufgrund meiner Dozententätigkeit viel in Hotels übernachten. Aber den Hotelservice vom Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang/Allgäu fand ich schon bemerkenswert. Ein paar Tage vor meiner Anreise zu meinem Urlaubshotel kam eine Mail, die mich freundlich an meinen Urlaubstermin erinnerte. Und das Hotelpersonal gab mir zudem noch Hinweise, wie ich am besten das Hotel erreichen kann: Per Auto, per Bahn und – was mir am besten gefiel – zu Fuß. Das stand: „Oder einfach zu Fuß auf dem Europäischen Fernwanderweg E4.“ – Das ist Humor, wie er mir gefällt.
Gold- und Silbertaler als Kundenbindungsprogramm
Da ich mit der ganzen Familie im Allgäu Urlaub machte, hieß das auch am Ende wieder Kofferpacken. Und natürlich passierte es bei der Abreise, dass wir in einem Zimmer ein Ladegerät für eine Kompaktkamera vergessen hatten – es aber gar nicht bemerkten. Bemerkt hatte es dagegen das freundliche Personal, das die Zimmer nach unserer Abreise für die nächsten Gäste des Hotels Prinz Luitpold Bad vorbetete. Die guten Geister des Hotels packten das Ladegerät zusammen und schickten es uns mit der Post hinterher. Das nenne ich Service – vielen Dank.
Und es gibt ein noch ein Kundenbindungsprogramm, das ich auch erwähnen möchte. Natürlich will das Hotel Prinz Luitpold Bad dass ich wiederkomme. Dazu gibt es einen kleinen Anreiz in Form von Münzen, den Luipold-Taler in Silber und Gold. Die Silberlinge kann ich weitergeben an Freunde und Bekannte. Bei Vorlage der Münzen mindern sich ihre Kosten im Hotel. Hab ich gleich gemacht und schicke meine Eltern ins Hotel zum Entspannen ins Allgäu. Die Goldmünzen darf ich für meinen nächsten Aufenthalt behalten. Denn eines steht fest: Meine Familie und ich kommen wieder, keine Frage.
Auf meiner Fahrt nach Salzburg hatte ich natürlich was zum Lesen dabei.
Wenn ich auf Reisen bin, habe ich eigentlich immer etwas zu lesen dabei. Es gibt keinen Ort, an dem ich nicht lesen kann. Früher schleppte ich im Urlaub einen schweren Koffer voller Bücher mit, heute habe ich nur noch meinen Kindle und das iPad dabei, um zu lesen. Denn ich liebe Inhalte – ich drücke mich vor dem Wort Bücher, denn viele verbinden mit Buch ein gedrucktes Medium. Für mich zählt aber mehr, was zwischen den Buchdeckeln ist, also der Inhalt.
Schöne Idee – StadtLesen in Salzburg am Mozartplatz.
Und es hat mich als Inhaltsfreund bei einem Besuch in Salzburg die Aktion StadtLesen gefreut. Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer gab ein Grußwort ab: „Was wären wir ohne Bücher, ohne das Lesen, ohne die Auseinandersetzung mit neuen Ideen und faszinierenden Gedanken? Und was wären wir ohne die Stadt, die immer auch ein Marktplatz der Ideen und ein Ort war, wo der Wettstreit der Ideen ausgetragen wurde?“ StadtLesen fand in Salzburg auf dem Mozartplatz von 21. bis 24. August 2014 statt und mir hat die Idee wirklich gefallen.
Niederlassen und genießen und in Welten eintauchen.
Ich fand es prima, eine Oase des Lesens gefunden zu haben, in der ich mich ein wenig niederlassen konnte. Das Wetter passte, aber gab es keinen Kaffee. Es wurde das Kulturgut Buch präsentiert, leider nur wieder das gedruckte Buch. Und da war sie wieder die elende Diskussion. Es gab tolle Inhalte zu entdecken, es gab Lesungen, die Spaß gemacht haben. Aber es wurde wieder einmal polarisiert: Gedruckte Bücher und dann der Rest.
Es waren Regale mit interessantem Lesestoff aufgebaut. Ich konnte tolle Sachen entdecken. Das Lesewohnzimmer in Salzburg wurde als Einladung verstanden, sich niederzulassen, ein Buch in die Hand zu nehmen und zu genießen. Lesegenuss wurde möglich und erlebbar gemacht, Lesezeit geschenkt. StadtLesen versteht sich als Veranstaltungsreihe, die dem Thema Lesen breite Öffentlichkeit bringen will. Und das ist prima.
Leider wurde bei der ganze Sache in Salzburg das digitale Zeitalter vergessen. Es gab keinen WLAN-Hotspot oder auch die Möglichkeiten elektronischer Bücher wurde nicht aufgezeigt. Das tat weh, weil es so kurzsichtig ist. Es wurden wieder einmal in die alte Kerbe gehauen: Das richtige (gedruckte) Buch und das andere Zeug – langsam kotzt mich dieses Schwarzweiß-Denken an (Verzeihung). Und da das ganze Projekt Stadtlesen zudem vom Europäischen Parlament gefördert wurde, sind des auch meine Steuergelder und ich erwarte mehr Weitsichtigkeit.
Mit den Zielen von StadtLesen kann ich mich identifizieren. StadtLesen entstand ursprünglich aus einer anderen Idee der Innovationswerkstatt. Mit dem Leitsatz „Lesend reisen, reisend lesen“ gründet Sebastian Mettler 2007 eine innovative Hotelkooperation für Unterkünfte mit einem hohen Qualitätsstandard und mit speziellem Literaturangebot sowie einer besonderen (Lese-) Atmosphäre, die Bibliotels. Danach suchte er zusätzliche Möglichkeiten den Lesegenuss in die Welt zu tragen, dabei war ihm vor allem der freie Zugang zu Büchern ein großes Anliegen. Zwei Jahre später startete die erste StadtLesenTour in Österreich und das Ganze ist ein voller Erfolg.
In München läuft das Oktoberfest und für viele ist damit die Flirt-Saison eröffnet. Bester Anmachspruch: “Bist du auch auf der Wiesn?” Ein bisschen Bussi Bussi hier, ein wenig Geknutsche da – so kommt es mir manches Mal vor, wenn ich über die Wiesn schreite und zu später Stunde die Leute beobachte. Der Alkohol macht aus den Menschen seltsames. Aber jeder muss wissen, was okay ist und was nicht.
Es gehört einfach mehr geschmust – lautet die Übersetzung.
Im Käfer-Zelt unter der Bavaria hab ich zu dem Zweck der Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht eine moderne Form des Bierfilzes gefunden – Bierdeckel für die Preissn. Auf der einen Seite des runden Pappdeckels ist eine Zeichnung mit Tracht samt Schriftzug der Käfer Wiesn-Schänke. Auf der anderen Seite ist das Logo der Paulaner Brauerei mit einem QR-Code, der zu Käfer führt. Ganz nett der Schriftzug … weil i Di mog (weil ich dch mag). Sehr nett kommen dann drei Zeilen in denen man Facebook-Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer eintragen kann. In dieser Reihenfolge: Facebook, E-Mail und Telefon.
Bierdeckel helfen bei der Kontaktaufnahme.
Das klassische “Gib mir mal deine Telefonnummer” ist wohl nicht mehr so hoch im Kurs. Und der Name ist auch nicht mehr so wichtig, denn der wird beim Flirten erst gar nicht abgefragt. Mal sehen, ob ich die Pageimpressions steigern kann, wenn ich einige Bierdeckel ausfülle und in auf den Tischen verteile. Irgendeiner klickt immer.
Früher hat man dem Herzblatt einfach ein Herz geschenkt.
Wer bis 10. Oktober durchs neue Münchner Museumsviertel spaziert, wird auf bunte Strohballen stoßen. Kinder, aber auch Studenten haben diese Ballen erklommen und machen es sich darauf bequem – und wenn ich keinen Anzug angehabt hätte, wäre ich auch auf einen Ballen geklettert.
Die Strohballen sind kein farbenfroher Protest der Landwirtschaft, sondern eine skulpturale Installation von Michael Beutler im Kunstareal München.
Den Sommer über waren die Ballen verbindendes Zeichen und visueller Faden im Kunstareal München: Rund um die Pinakotheken, auf der Wiese vor dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst und der Hochschule für Fernsehen und Film sowie hinter der Glyptothek wie auch auf dem Königsplatz lagen die bunten Ballen den ländlichen Vorbildern entsprechend verstreut. Die Strohballen sind freilich nicht aus Stroh, sondern aus Plastik. Im Grunde bestehen sie aus großen Strohhalmen.
Nach drei Monaten wird am 9. Oktober die Ernte eingeholt und zu einer großen Ballenburg als Rahmen für ein öffentliches Erntefestes aufgetürmt. Die Ballenernte wird auf der Wiese vor der Pinakothek der Moderne stattfinden, verbunden mit einem großen Fest von 17 bis 20 Uhr. Nach dem Fest werden die Ballen auf Sattelschlepper verladen, aus München gebracht und eingelagert bis sie wieder in einem anderen Park einer anderen Stadt zu sehen sind.
Der Künstler Michael Beutler (geb. 1976 in Oldenburg) arbeitet mit großen skulpturalen Gesten. Raumgreifende Installationen hat man von ihm in München zuletzt im Haus der Kunst anlässlich der Ausstellung Skulpturales Handeln 2012 gesehen. Derzeit sind Einzelausstellungen von ihm u.a. im Bielefelder Kunstverein, der Chapelle Saint Jacques in Saint-Gaudens bei Toulouse und der Kunsthalle Osnabrück zu sehen, zuvor war er u.a. in der Wiener Secession, dem ZKM in Karlsruhe und dem Museum für Gegenwartskunst in Basel präsent. Ballenernte im Kunstareal München wird von der Landeshauptstadt München gefördert.
Wer auf der Staatsbrücke in Salzburg steht und die Altstadt im Rücken hat, wundert sich über einen überdimensionalen Stuhl, der am Ufer steht. Es ist keine banale Werbung für das Möbelhaus Lutz XXL mit seinen großen roten Stühlen, nein – vielmehr handelt es sich um moderne Kunst. Es nennt sich Spirit of Mozart, der berühmten Marina Abramovic.
Das Kunstwerk aus dem Jahre 2004 ist aus Metall und erhebt sich 15 Meter in den Himmel. Am Ende des Kunstwerks ist ein Stuhl zu erkennen. Wer sich der Installation nähert, entdeckt am Ufer weitere acht metallische Stühle. Sie laden zur Mediation und Verweilen über Spirit of Mozart ein. Und auf einmal wird das Kunstwerk interaktiv, man wird selbst zur Kunstwerk. Ich nehme auf einen Stuhl Platz und hänge meine Gedanken nach. Anfangs kam ich mir ein wenig komisch vor, das Ensemble zu nutzen, mich selbst zum Kunstwerk zu machen. Die Salzburger und Touristen eilen vorbei und schauen mich nur kurz an. Ich bleibe allein. Irgendwann setzt sich ein Kind auf einen Stuhl neben mir und betrachtet den Stuhl in der Höhe. Der Name Marina Abramovic ist mit moderner Kunst sehr eng verbunden und es ist schön, ein Kunstwerk auf dem Walk of modern Art in Salzburg zu begegnen und das in einem belebten Stadtraum und nicht in einem Museum.
Die Künstlerin Marina Abramovic sagt selbst: „Mitten im Herzen von Salzburg, wo Verkehr und hektisches Stadtleben pulsieren, wollte ich einen Ort der Besinnung schaffen und ihm dem Geiste Mozarts widmen. Der Geist ist etwas Unsichtbares, aber wenn man ihm einen Sitz errichtet, wird das Unsichtbare sichtbar. Jeder, der lange genug sitzt und nachdenkt, kann eine Verbindung mit unsichtbaren Kräften eingehen.“ Bei dem Kind das neben mir auf den Metallstühlen saß war das Fazit ein anderes. Es sagte „Mozart ist wohl nicht da!“
Am Tag des Referendums werde ich meine Schottland-Fahne hissen.
Einige Male durfte ich Schottland besuchen und ich habe mich in das Land und seine Leute verliebt. Sogar meine Hochzeitsreise habe ich in diese raue, aber herzliche Schottland gemacht. Jetzt ist die Unabhängigkeit der stolzen Schotten möglich. Wie sich die Schotten entscheiden, sollen sie unter sich ausmachen, dazu brauchen sie keine Ratschläge von mir oder anderen.
Ich erinnere mich nur an verschiedene Erlebnisse, die ich in diesem Land hatte. Sie drehen sich um den Nationalstolz dieses stolzen Volkes.
Das erste Ereignis trug sich bei einer Pressereise nach Schottland zu, um die schottische Spieleentwickler-Szene kennenzulernen. Ich hatte vergessen, Geld zu tauschen. Der Euro ist ja in Schottland nicht Zahlungsmittel. In Edinburgh gelandet, steuerte ein Kollege, der das gleiche Schicksal hatte, und ich zu einer Umtauschbude am Flughafen. Es war nichts los und die junge Dame hinter dem Counter war sichtlich gelangweilt von ihrem Job, von ihren Kunden und von der Welt an sich. Wir gaben unsere Euro und bekamen britische Pfund dafür. Die Queen blickte uns von den Geldscheinen streng an: Queen Elisabeth II, Königin der Briten. Mein Kollege, der in Schottland studiert hatte und die Gebräuche des Landes kannte, schüttelte den Kopf. Er schob die britischen Pfund wieder zurück über die Tresen und bestand höflich auf schottische Pfund. „Wir sind in Schottland und wollen schottische Pfund“ so oder ähnlich war seine Aussage.
Was dann geschah, konnte ich zunächst nicht glauben. Die gelangweilte junge Frau in der Wechselstube schien wie ausgewechselt. Sie blühte auf. Sie lachte, sie scherzte, sie freute sich und sie überreichte uns wortreich die schottische Pfund. Und dann kam sie hinter ihren Tresen hervor und umarmte uns. „Willkommen in Schottland“ sagte sie nicht ohne schwerem Akzent. Wow, soviel Nationalstolz hatte ich nicht erwartet und war begeistert. Mein allererster Eindruck von Schottland.
Mein zweites Erlebnis in Sachen Nationalstolz hatte ich auf unserer Hochzeitsreise. Wir waren irgendwo in den Highlands bei BB bei einer alten schottischen Lady. Nach dem Frühstück mit Tee packte meine Frau die Koffer in den Mietwagen, während ich mich ans Bezahlen machte. Ich zog die geforderten 30 Pfund aus meiner Börse und wollte sie der Wirtin überreichen. Als ich bemerkte, dass ich britische Pfund erwischt hatte, nahm ich die Geldnoten wieder und gab der Dame schottische Pfund. Sie beäugte mich und fragte mich dann, warum ich das gemacht habe. Ich antwortete sinngemäß: „Sie sind Britin, aber Ihre Heimat ist Schottland. Ich bin Deutscher, fühle mich aber als Bayer.“ Die Frau strahlte, klopfte mir auf die Schulter. Sie gab mir 10 Pfund augenzwinkernd zurück und lud mich ein, einen Whisky zu trinken. Alkohol so kurz nach dem Frühstück? Aber ich wollte die Dame nicht enttäuschen und so setzten wir uns aufs Sofa und tranken ein, zwei Gläser des hochprozentigen Single Malts. Die Frau erzählte mir etwas in schweren schottischen Akzent und ich habe eigentlich nichts verstanden. Irgendwann kam meine Frau ins Zimmer, um zu schauen, warum ich denn so lange brauchte. Sie entdeckte mich auf dem Sofa sitzend mit der alten Dame, den Whisky in der Hand. Ich will nicht sagen, dass wir den ersten Ehekrach hatten, aber es war nahe dran. „Ich belade das Auto und du betrinkst dich schon in aller Frühe.“
Um Whisky dreht sich auf meine dritte Erinnerung. Wer in Schottland ist, der muss eine oder mehrere Destillerien besuchen. Der Whisky-Trail ist eine Sehenswürdigkeit. Wir machten dies natürlich auch mit und genossen den Whisky. Bei einer Besichtigung waren wir eine kleinere Gruppe, darunter auch zwei US-amerikanische Touristen. Wir lernten die Lagerung der Fässer, den Zauber der Destillerie und die Geheimnisse des Single Malte kennen. Am Ende der geführten Tour gab es natürlich den Whisky zum Probieren (und zu kaufen). Wir griffen interessiert nach unseren Nosinggläser. Die amerikanischen Touristen machten hier eine folgenschwere Bemerkung, die sie bereuten. Sie baten unseren schottischen Guide um ein wenig Eis für ihren Whisky.
Sofort kippte die Stimmung. Aus dem geselligen, redseligen Schotten wurde ein einsilbiger Sturschädel. Er nahm den beiden Amerikanern ihre Nosinggläser ab und sagte: „Ihr seid hier fertig, ihr könnt jetzt gehen.“ Single Malt mit Eis sei eine Todsünde. Die beiden Amerikaner spürten, dass es in dieser Frage keine Diskussion gab und zogen wortlos ab. Für den Bayern geht auch keine Weißwurst mit Ketchup – recht haben die Schotten.
Golf scheint immer mehr zum Trendsport zu avancieren. Aber wie steht es um Krolf? Sie kennen Krolf nicht? Macht nichts, ich kannte es auch nicht, bis zu meinem Urlaub im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Das Allgäuer Hotel besitzt eine zwölf Loch Krolf-Anlage und ich musste den dänischen Sport unbedingt einmal ausprobieren. Krolf ist eine Mischung aus Golf und Krocket und rasch zu erlernen. Man spielt mit einem farbig markierten Schläger und einen entsprechend markierten farbigen Ball. Es geht darum, den Ball ins Loch zu bringen, also genau wie beim Golf. Und es ist gut, wenn man ein wenig Golf gespielt hat, dann wird der Abschlag deutlich besser. Wir wissen ja, die Weite kommt nicht durch die Kraft, sondern durch den richtigen Schwung. Es wird in einem Team gegeneinander gespielt, was deutlich zur Stimmung beträgt. Hat man geschlagen, dann ist der nächste Teamkollege an der Reihe. Die Schläge bis zum Einlochen werden notiert und wer am Ende die wenigsten Schläge hat, der ist Sieger im Krolf-Turnier. Die genauen Regeln gibt es hier. Zusammengefasst bedeutet Krolf laut Hotelier Armin Gross: 6 Freunde, 12 Löcher, 12 Regeln!
Der Schläge selbst hat eine flache Seite zum Weitschlagen und eine abgerundete Seite zum experimentellen Schlagen. Beim letzteren wird der Ball angeschnitten, damit er Hindernisse wie Bäume oder Sträucher umfliegt. Das ist mir übrigens nicht gelungen.
Toll ist es, dass der Sport, der in Dänemark seit den siebziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts gespielt wird, ein Sport für die ganze Familie ist. Bei uns hatten alle Familienmitglieder ihren Spaß und auch Senioren können das Krolf-Spiel bedenkenlos spielen. Ein Platzreife ist anders als beim Golf nicht erforderlich. Im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang ist eine zwölf Loch Krolf-Anlage vorhanden und Schläger, Bälle und Scored-Card gibt es an der Rezeption zum Ausleihen. Der Seniors des Hauses gibt zudem interessieren Gästen einen Schnupperkurs. Wem es gefällt, kann selbst auf seinem heimischen Gelände eine Krolf-Anlage erstellen, eigentlich braucht man nur einen Spaten für ein Loch. Übrigens, seit Juli 2009 gibt es in Deutschland einen eigenen Krolf-Verein, der mit dem dänischen Verein engen Kontakt pflegt.
Für mich ist es immer wieder ein gewaltiges Naturerlebnis, der Besuch einer Klamm. Als Filmfan war ich oft in der Partnachklamm, weil dort Nosferatu von Werner Herzog gedreht wurde. Ich habe die Einstellungen des Films an dem Originaldrehort gesucht. Im Urlaub habe ich jetzt im Allgäu die Breitachklamm besucht und erlebt.
Es ist ein Ausflugtipp für die ganze Familie, denn die Wege durch die Klamm sind gut befestigt und gesichert. Die Konsequenz ist dann leider auch, dass zu manchen Tagen ganze Urlauberhorden durch die Klamm streifen, inklusive Kinderwagen und Hund. Der Parkplatz vor der Klamm bei Oberstdorf/Tiefenbach platzt dann auch aus allen Nähten – also lieber gegen mittag kommen. Die Öffnungszeiten sind von 9 bis 18 Uhr, wobei 17 Uhr der letzte Einlass ist.
Westlich von Oberstdorf hat sich die aus dem Kleinwalsertal kommenden Breitach tief in den Schrattenkalk eingeschnitten. In der Breitachklamm, einer der eindrucksvollsten Klammen Bayerns, überwindet sie auf einer Strecke von 1,3 km in zahlreichen Stufen einen Höhenunterschied von 80 Meter. Die Wände der schmalen Klamm ragen zu 87 m in die Höhe.
An warmen Sommertagen ist es wunderbar entlang des wilden Wassers zu spazieren. Das tosende Wasserspiel fasziniert und zeigt, welche Gewalt im Wasser steckt. Ab und zu sollte der Besucher aber nicht nur nach unten ins Wasser mit seinen Wirbeln und Stromschnellen schauen, sondern auch mal nach oben. Ich bin immer wieder überrascht, wie tief die Klamm dann ist und wie weit oben über meinen Kopf sich spannende, abstrakte Stein- und Baumformationen gebildet haben. Es heißt Augen auf und genießen.
Ich spüre die Kraft des Wassers, höre das Rauschen, bestaune tiefe Schluchten, geschliffene Wassermulden und faszinierende Gebilde, die das Wasser mit seiner enormen Kratf im Laufe der Jahre in den Stein geschliffen hat.
Wer die Altstadt von Salzburg besucht, der muss auf einen Kaffee in der Konditorei Schatz vorbeischauen. Da gibt es keine Ausrede. Es ist eine der ältesten Konditoreien Salzburgs (gegründet 1877) und die Mehlspeisen sind einfach vorzüglich. Die Cafe-Konditorei Schatz befindet sich im Innenhof des wohl meist frequentierten Schatz-Durchhaus, welches vom Rathausplatz/Getreidegasse zum Universitätsplatz (Kollegienkirche/Grünmarkt) führt. Zentral gelegen in der Getreidegasse 3 ist sie Anlaufstelle für Salzburger, Touristen und Stars der Festspiele sowie Freunde des guten Geschmacks.
Das Geschäftsportal von Schatz.
Der Charme der Café-Konditorei Schatz geht von dem alten, gepflegten hölzernen Geschäftsportal und dem angenehmen Mobiliar aus: gedrechselte Tische mit runden Marmorplatten und Bugholzstühle. Immer wieder verbrachte ich dort angehende Nachmittage und schaute dem Treiben zu.
Ein alter Wasserspeier im Zentrum.
Ein Wasserspeier mit Löwenkopf im Inneren des Geschäftslokales stammt ebenfalls aus den Anfängen des Cafés. Das eindrucksvolle Geschäftsportal entstand nach Plänen des österreichischen Baumeisters und Architekten Valentino Ceconi.
Ich war jetzt einige Mal in der Konditorei und habe verschiedene Mehlspeisen probiert. Allesamt herrlich. Aber natürlich weltberühmt sind die Mozartkugeln. Die Mozartkugeln werden in eigener Produktion handgetunkt und von Hand in silber-blaues Staniolpapier gewickelt.
Handgemacht: Mozartkugel
Und da wären wir auch schon beim Streitpunkt. Wer hat die Mozartkugel eigentlich erfunden? Die 1890 von Paul Fürst als Mozart-Bonbon erfundene Spezialität wurde zunächst von anderen Konfiserien in der Stadt kopiert, wie etwa von den heute noch bestehenden Konditoreien Holzermayr und Schatz. Letztere – 1877 von Carl Schatz gegründet – verkaufte um 1900 diese Pralinen erstmals als Mozartkugeln, ein Name, der sich schnell in Salzburg und der Welt durchsetzte. Also kommt das Rezept wohl von der Konditorei Fürst, der Name von der Konditorei Schatz.
Egal, wer es erfunden hat, mir schmecken sie. Und als ich die Backstube besuchen durfte, konnte ich hinter die Kulissen der Konditorei Schatz schauen. Neben dem Geschäft für eine schmale Stiege, österreichisch für Treppe, nach oben. Dort findet sich dann die Backstube der Konditorei. Vielen Dank, dass ich hier vorbeischauen durfte.
Der Sprung von Felix Baumgartner aus der Stratosphäre im Jahre 2012 war sicherlich für mich ein Highlight der TV-Geschichte. Zusammen mit meiner Familie verfolgte ich gebannt den Aufstieg und Absprung aus 36.576 Meter Höhe. Das Ganze wurde als Red Bull Stratos-Projekt bezeichnet und brachte für den Getränkehersteller eine enorme Publicity – völlig zurecht, wie ich meine. Baumgartner sagte damals seinen etwas pathetischen Spruch: „Ich weiß, die ganze Welt sieht jetzt zu. Könntet ihr nur sehen, was ich sehe! Manchmal muss man wirklich weit hinaufgehen, damit man erkennt, wie klein man ist … Ich gehe jetzt heim.“
Als ich den Hangar-7 in Salzburg besuchte traf ich leider nicht auf den Red Bull Stratos-Anzug von Felix Baumgartner. Er sei auf Reisen, also der Anzug. Baumgartner war natürlich auch nicht da. Wenn ich die klassischen Massenmedien verfolge, scheint er seine eigenen Probleme zu haben.
Aber ich fand einen anderen interessanten Anzug in dem lichtdurchfluteten Hangar vor: Den SkyRay
Am 31. Juli 2003 überquerte Baumgartner als erster Mensch im Gleitflug den Ärmelkanal von Dover bis Calais. Die 34 Kilometer lange Strecke legte Felix Baumgartner mit einer Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h in 6 Minuten und 22 Sekunden zurück. Wow, auch das ist eine super körperliche und technische Leistung. Der SkyRay-Anzug (Himmelsrochen) war ausgestellt und hat mich sofort in seinen Bann geschlagen. Ich erinnerte mich an einen alten Spielfilm Rocketeer von 1991. Damals im Kino liebte ich diesen Raketenmann. Heute kennte ich beim Militär diese Waffensysteme unter dem Namen Gryphon (Greif), aber Red Bull war hier Pionier.
Die Flügel haben eine Spannweite von 1,80 Meter. Ausgerüstet mit einem Sauerstoffhelm und einem Spezialanzug flog Baumgartner bei einer Außentemperatur von -52 °C in nur 6 Minuten und 22 Sekunden von England nach Frankreich. Nach einem Absprung in 10.000 Meter Höhe erreichte Baumgartner eine Geschwindigkeit von über 360 km/h. Die anschließende Landung erfolgte per Fallschirm. Respekt vor soviel Mut.