Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Caldera – mentale Landschaft von Anthony Craigg

5. Juli 2014

caldera2

Wer durch die Altstadt von Salzburg spaziert, wird auf Caldera treffen. Seit 2008 steht diese interessante Arbeit des britischen Künstlers Anthony Craigg am Makartplatz m Herzen der Mozartstadt. Bei einer Reise des PresseClubs München unter der Organisation von Annette E. Diepenbrock von Deleguide konnte ich diese Kunsterfahrung genießen.

Caldera ist eine fünf Meter hohe Bronzeskulptur. Der Name, so wusste ich als gescheiterter Geograph verweist auf einen Vulkankrater. Deshalb machte ich mich gleich auf und stellte mich mitten in das Kunstwerk. So ist eine andere Sichtweise auf Kunst garantiert, auch wenn so mancher der Umherstehenden über meine Aktion nur den Kopf schüttelte nach dem Motto: So was macht man aber nicht.

Doch, so was mache ich schon und es ist eine tolle Erfahrung im Kunstwerk zu stehen und die Welt wahrzunehmen. Es ist eine Landschaft aus Bronze. Wie tektonische Schichten schieben sich die Formen ineinander. Der Künstler wollte eine mentale Landschaft schaffen, das ihm gelungen ist. Ich habe nachgelesen, dass der britische Künstler Anthony Cragg auch auf die Kessellage von Salzburg hinweisen wollte – nun gut.

Warum steht das Teil nun in Salzburg? Caldera ist auf eine Initiative der Salzburg Foundation zurückzuführen. Als Privatinitiative im Jahre 2001 gegründet will sie internationale Künstler für die Stadt Salzburg begeistern. Ich bin zwar kein Künstler, aber begeistert hat es mich dennoch.

Caldera - eine mentale Landschaft.

Caldera – eine mentale Landschaft.

 

Susan Swartz: Verbindung zwischen sakraler Kunst und moderner Kunst

30. Juni 2014

Wer in Salzburg ist, sollte sich spurten, die Ausstellung der US-Künstlerin Susan Swartz in der Kollegienkirche Salzburg zu sehen. Bis zum 4. Juli gibt es eine fabelhafte Verbindung zwischen sakraler Kirchenkunst und moderner Malerei. Susan Swartz lässt sich in ihrer Landschaftsmalerei von der Welt der Natur und ihrer Schnittstelle mit der Spiritualität inspirieren. Sie erkundet diese Verbindung mit beeindruckenden Farben in großen vielschichtigen abstrakten Gemälden. Zusammen mit Mitgliedern des PresseClub München besuchte ich die Ausstellung im frisch renovierten Gotteshaus. Organisiert wurde die Fahrt von Annette E. Diepenbrock von Deleguide.

Foto 4

Für mich war es eine ungewöhnliche Kombination: sakrale Kirchenkunst und moderne Kunst – aber ich muss sagen, es passt zusammen. Ein Kirchenraum als Ausstellungsraum – für manche Besucher zu gewagt, ich finde es sehr interessaant. Sowohl im Ausstellungsraum, als auch im Kirchenraum geht bei mir der Blick nach innen. Hektik fällt ab und ich konzentriere mich auf Spiritualität.

Foto 3

Susan Swartzs künstlerische Arbeit wurde in mehreren Einzelausstellungen gewürdigt: so beispielsweise 2011 im National Museum of Women in the Arts in Washington, D.C., 2010 im Springville Museum of Art in Springville, Utah und 2008 im Utah Museum of Fine Arts in Salt Lake City. Swartz ist mit ihren Arbeiten auch in den ständigen Sammlungen dieser Museen sowie im Olympischen Museum in Lausanne vertreten. Im Jahr 2002 wurde Swartz mit dem Utah Governor’s Mansion Award ausgezeichnet. Und 2005 wurden ihre Arbeiten neben denen von Künstlern der Wasatch Mountain School wie Maynard Dixon, Albert Bierstadt und Thomas Moran in Gibbs Smiths Sammelband Painters of the Wasatch Mountains veröffentlicht. Im selben Jahr erhielt sie den Ehrenpreis der Harvard Divinity School für ihr künstlerisches Schaffen, das eine Verbindung zwischen Kunst und Glauben herstellt. Bei den Olympischen Winterspielen von 2002 wurde Swartz zur offiziellen Landschaftsmalerin ernannt. Hier habe ich sie das erste Mal wahrgenommen.

Sie gilt als Aktivistin in der Kunstszene und das hat einen guten Grund: Ihr jahrzehntelanger Kampf gegen eine Quecksilbervergiftung und eine Lyme-Borreliose hat sie als Künstlerin und Bürgerin sehr verändert. Sie beteiligt sich aktiv an Umweltkampagnen gegen Wasser- und Luftverschmutzung. Ebenso unterstützt sie die Vision und Produktion von Dokumentarfilmen durch Impact Partners, eine Filmfördergesellschaft, der sie als Gründungsmitglied angehört. Impact Partners wollen soziale und ökologische Ungerechtigkeit aufzeigen; mit einem ihrer Filme gewannen sie den Oskar für den besten Dokumentarfilm, drei weitere wurden für den Oskar nominiert, von denen einer auf dem Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde.

Von Mai bis 4. Juli 2014 wird Swartz die erste Künstlerin sein, der eine Ausstellung in der gerade restaurierten barocken Kollegienkirche in Salzburg gewidmet ist.

 

Glenmorangie Lasanta – Gutes noch besser machen

28. Juni 2014
Thomas Gerlach, Karen Fullerton und Matthias J. Lange von redaktion42.

Thomas Gerlach, Karen Fullerton und Matthias J. Lange von redaktion42.

Kann man etwas Gutes noch besser machen? Ja, man kann. Dies schmecke ich am Beispiel des alten und neuen Glenmorangie Lasanta. Vor kurzem war ich zu einer exklusiven Whisky-Verköstigung nach Berlin in die Bar Lebensstern über dem Cafe Einstein geladen. Gebeten hatte Moet Hennessy Deutschland und so eine Gelegenheit darf ich mir als Freund der gepflegten schottischen Unterhaltung nicht entgehen lassen. Präsentiert wurde eine Neuauflage des Glenmorangie Lasanta.

Foto 1-1

Mich erwartete die bezaubernde Schottin Karen Fullerton, ihres Zeichens Glenmorangie Global Ambassador. Vorab konnte ich die neue Kollektion von Glenmorangie probieren und ich muss sagen: Lecker, lecker, lecker.

Auch als Fan des eher herben Ardbegs gefiel mir dieser vergleichsweise mildere Whisky sehr gut. Dieser elegante aber vollmundige Whisky ist zehn Jahre lang in Ex-Bourbon-Fässern aus Amerikanischer Weißeiche gereift, bevor er weitere zwei Jahre lang in Oloroso-Sherry-Fässern aus Jerez in Spanien extra-gereift wurde.

Karen Fullerton erklärte mit Begeisterung: “Lasanta is Gälisch für Wärme und Leidenschaft, eine Erinnerung nicht nur an den spanischen Ursprung dieser Oloroso-Sherry-Fässer, sondern auch eine Anspielung auf die köstlich weiche Textur und das tiefe, verführerisch süße Aroma dieser Abfüllung.”

Wunderbares Ambiente in der Bar Lebensstern.

Wunderbares Ambiente in der Bar Lebensstern.

Um mehr über den Glenmorangie Lasanta zu erfahren, führte mein Kollege Thomas Gerlach und ich mehrere Videosinterviews mit Karen Fullerton. Sie erklärte uns zum einen wie Glenmorangie Lasanta richtig ausgesprochen wird, zum anderen was ich beim Genießen des Getränks verspüre.

Aroma: Warme Geschmäcker vermischen sich mit milden, mit Schokolade überzogenen Rosinen, Honigwabe und Karamel-Toffee.

Geschmack: Köstlich süße Sultaninen mit Sherry-Aroma, Orangenstücke, Walnüsse und Butterscotch treffen zusammen und erzeugen komplexe, warme Beigeschmäcker.

Abgang: Langer und befriedigender Abgang mit Gewürzorange und mit Schokolade überzogenenen Haselnüssen.

 

Parfüm Box als Getränkekarte im Ritz-Carlton

24. Juni 2014

Auf eine interessante Idee einer Getränkekarte bin ich im Berliner Nobelhotel Ritz-Carlton gestoßen. Zu vorgerückter Stunde stellte mir der Assistent Bar Manager Burak Köseoglu eine ganz spezielle Getränkekarte in Form einer Parfüm Box vor.

Was verbirgt sich dahinter? Die Gäste können an den verschiedene Parfüms in der Parfüm Box riechen. Wenn ihnen ein Geruch gefällt, bekommen sie von den Barkeepern des  Ritz-Carlton das entsprechende Getränk gemixt.

Getränkeaufnahme im Ritz-Carlton zu Berlin.

Getränkeaufnahme im Ritz-Carlton zu Berlin.

Diese Parfüm Box baut die Berührungsängste ab. Nicht jeder Gast der Bar des Ritz-Carlton ist fit in Sachen Alkoholgeschmack und kann sich unter den zahlreichen Getränken etwas vorstellen. Sie bleiben dann auf Nummer sicher und nehmen ein Standard-Getränk und das ist schade. Daher die Parfüm Box als ideale Getränkekarte.

Wichtig: Alle Inhaltsstoffe, die in den zahlreichen Parfüms enthalten sind, gibt es dann auch als Getränk. Den Duft in der Nase und dann den Geschmack im Mund. Das bedeutet: der Barkeeper muss enorm viel Wissen über Kräuter und Getränke haben. Dieses Wissen haben sich die Fachkräfte im Ritz-Carlton über Jahre angesammelt. “Bar ist meine Passion”, so   Burak Köseoglu.

Als zu nächtlicher Stunde dann auf einmal laute Musik losgeht und der alte achtziger Jahre Song “Eye of the Tiger” konnte Barkeeper Burak zeigen, was er kann. Mit viel Showelementen, Feuer und Effekten mixte er einen Drink. Viele Gäste schauten verschreckt, als die laute Musik In der renommierten Hotelbar losdonnerte.

Was steckt dahinter: Jeder Barkeeper hat seinen eigenen Song. Immer wenn ein bestimmtes Getränk geordert wird, beginnt die Show. Bei Burak war es eben “Eye of the Tiger”. Leider kann ich den Film aufgrund der GEMA-Richtlinen nicht bei YouTube einstellen. Burak hat einen flambierten Cocktail gemixt. Das Getränk basiert auf einem Ardbeg Whisky, zufällig einer meiner Lieblings Whiskys. Das nächste Mal im Ritz-Carlton bin ich vorbereitet und bestelle mir das Getränk zu “Eye of the Tiger”. Dann gehen die Lichter aus und ich genieße den Auftritt von  Burak Köseoglu.

 

The People’s Monarch: Kunst mit der Queen

22. Juni 2014

Foto 1

Auch wenn das spanische Königspaar durch den Thronwechsel im Moment in aller Munde ist, bin ich ein Fan von Queen Elisabeth II. Bei meinem jüngsten Besuch in London stieß ich am Flughafen London Gatwick auf das beeindruckende Kunstprojekt The People’s Monarch.

Das Projekt der BBC South East hängt im Eingangsbereich des Flughafens und jeder der London über Gatwick besucht, wird es zu sehen bekommen. Das Kunstwerk stand am Ende eines sechswöchigen Projektes der königstreuen BBC-Hörer. Die Hörer wurden aufgefordert eine Fotografie an den Radiosender einzusenden, um damit das diamantene Thronjubiläum von Elisabeth II. zu feiern. Ich selbst hatte es mit einem wunderbaren Buch aus dem Taschen Verlag gefeiert und darüber gebloggt.

Foto 2

Tausende Radiohörer folgten dem Aufruf der BBC. Sie schickten Bilder von sich, von ihrem Familien, von ihren Häusern und Wohnungen – sie schickten eben Bilder von Britannien. Insgesamt wurden 5500 Bilder eingeschickt. Dann begann die Arbeit der Künstlerin Helen Marshall. Sichten, sortieren und künstlerisch tätig zu werden, Sie baute zwei große Bilder-Mosaik. Die Planungen erfolgten am Rechner und Unterstützung bekam sie von der Mosaik-Experten Polly Tiles.

Am Ende kamen zwei wunderbare Mosaik-Bilder zum 60. Thronjubiläum heraus. Ein Mosaik zeigt Elisabeth als junge Frau, eines die gereifte Königin. Ich finde diese Bilder eindrucksvoll, zeigen sie auch die Verbundenheit der Briten zu ihrer Königin. Jetzt bin ich mit Sicherheit kein Royalist, aber das hat mich doch sehr beeindruckt. Übrigens, bei der Ausreise von Gatwick gab es im Touristenshop die Queen zum 60. Thronjubiläum als Figur für ein britisches Pfund. Hier begann dann der Ausverkauf der Monarchie. God save the Queen.

Foto 5

 

Besuch im Fanshop des TSV 1860 München

21. Juni 2014

Was haben ein Futterhäuschen, ein Wackeldackel, ein Weißbierglas und ein Toaster gemeinsam? – Nun sie sind alles Fanartikel im Fanshop des TSV 1860 München. Jetzt bin ich gewiss kein Fußball-Fan und werde die Faszination Fußball auch trotz Weltmeisterschaft nicht verstehen, aber das Geschäft mit dem Fanartikel reizt mich doch.

Der Fanshop des TSV 1860 München.

Der Fanshop des TSV 1860 München.

Ich stattete dem Fanshop des Münchner Traditionsvereins einen Besuch ab und war begeistert, welche unterschiedlichen Fan-Artikel es gab. Freilich hatte ich an Schal, Kappen, Trikots erwartet, aber welche Fülle an Merchandising-Artikel ich vorfand, war auch für mich überwältigend.

 

Ich will mich nicht darüber amüsieren, bin ich als Star Wars-Fan im Merchandising-Imperium von George Lucas doch allerhand gewohnt. Aber Fußball ist dann doch für mich eine andere Liga. Während ich bei Star Wars sogar Salz- und Pfefferstreuer oder einen Jedi-Bademantel kaufe (ich habe darüber gebloggt), schüttle ich bei Fußball nur den Kopf. Wer braucht das Zeug?

Aber die Frage ist falsch gestellt – noch dazu einem überzeugtem Löwenfan, den ich im Shop traf und der eine Fahne erstehen wollte. Dieses Fan-Utensil war aber ausverkauft, Nachschub kommt in rund drei Wochen. Einfach im Online-Store vorbeischauen, lautete der Rat des TSV-Vertreters hinter der Kasse.

Foto 1

Der Besuch im Fanshop des TSV 1860 München hat mich eines gelehrt. Es gibt nichts was es nicht gibt und der Fan, sei er Fußballfan oder Star Wars-Fan, ist schon eine besondere Spezies. Also Vorsicht vor uns.

 

Live dabei in Le Mans

15. Juni 2014

Foto 1-1

Steve McQueen, der leider 1980 verstarb, war ein Held meiner Kindheit und je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie cool und stilprägend Steve McQueen war. Seine Coolness ist schlichtweg wahnsinn. Und ener meiner Lieblingsfilme ist natürlich Le Mans, ich liebe den Film und den Soundtrack Le Mans von Michel Legrand.

Zu Autorennen habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Ich schaute mir kaum ein Schumacher-Rennen in der Formel 1 an, aber Le Mans finde ich faszinierend. 24 Stunden im Kreis zu fahren ist eine riesige Beanspruchung für Mensch und Material. DIeses Jahr bin ich live dabei – nicht in Frankreich, sondern vor meinem Mac und unterwegs am iPad.

Foto 1

Zum ersten Mal erlebe ich ein 24 Stunden Rennen von Le Mans aus der Sicht der beteiligen Fahrer. Es ist wie Playstation, nur echter, nur intensiver.

Audi hat eine live Internetverbindung geschaltet und überträgt das Rennen von Le Mans live aus der Sicht der beiden Audi-Piloten Marc Gené und Marcel Fässler Beide fahren in Hypridfahrzeugen Audi R18 e-tron quaatro und zeigen eindruchsvoll, das Hyprid in Deutschland machbar ist.

Ich bin Audi für diesen technischen Aufwand der Übertragung sehr dankbar. Wie in einem Videogame bin ich im Cockpit dabei und kann das Rennen live verfolgen. Ich sehe die Anstrengungen. Mir bleibt den waghalsigen Überholmanövern fast das Herz stehen. Wenn das Saftey Car auf die Bahn fährt, werden die Fahrer nervös. Wo ist der Unfall, was ist passiert? Und interessant ist auch, der Boxenstop. Der Rennbolide von Audi fährt durch die Boxengasse und wir sind live dabei. Vorsprung durch Technik gilt nicht nur im Autobereich, sondern auch in der Berichterstattung eines solchen Mega-Rennens.

Foto 2-1

Es gbt noch einen offiziellen Stream des Veranstalters, aber der ist für mich deutlich langweiliger.

Nach 16 Jahren Pause ist wieder Porsche mit am Start. Für Porsche fährt Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber. Das macht das Rennen von Le Mans wieder richtig spannend. Favorit in der Königsklasse von Le Mans war aber Toyota, aber Kazuki Nakajima fiel heute morgen mit dem  Toyota #7 aus. Und Steve McQueen schaut von oben zu.

Das Rennen dauert noch bis Sonntag um 15 Uhr.

Ach ja: Für die Tcehnikfans hier ein paar Daten über die beiden Audis: Wikipedia sagt zu den  R18 e-tron quattro-Audios: Der R18 e-tron quattro ist eine Modellvariante des R18 ultra mit Hybridantrieb. Mit der Überarbeitung zum R18 ultra wurden auch zwei verschiedene, austauschbare Antriebsversionen konzipiert. Das Chassis des R18 e-tron quattro ist mit dem des R18 ultra völlig identisch, besitzt aber zusätzlich zum konventionellen Hinterradantrieb des R18 ultra mittels Dieselmotor ein Hybridsystem im Motorraum und einen zuschaltbaren Vorderradantrieb mittels Elektromotor/Generator-Einheiten, die als Nutzbremsen einen Teil der Bremsenergie als elektrischen Strom zurückgewinnen können. Darüber hinaus hat der R18 e-tron zusätzlich auch einen Schwungrad- oder Gyrospeicher zur kurzfristigen, kinetischen Zwischenspeicherung von Bremsenergie.

Foto 5

 

Fiese Phishing-Mails nehmen zu – drei Beispiele

29. Mai 2014

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Phishing-Mail bei einem meiner Mailaccounts eintrifft. Ich hebe sie af und verwende sie in meinem Seminaren zum Thema Medienkompetenz. Zudem schreibe ich für einen Blog, der sich um IT-Sicherheit dreht, auf den ich gerne hinweisen möchte.

Alle Mails wollen meine Daten und damit mein Geld. Phishing-Mails waren in der Anfangsphase nur Mails wie beispielsweise von der Nigeria-Connection oder Liberia-Connection. Hier hat irgendein fiktiver Sohn/Neffe/Enkel (wahlweise einsetzen) etliche Millionen von einem afrikanischen Staat gebunkert und will mir von der Kohle etwas abgeben. Diese Mails waren einfach zu erkennen und kamen im Grunde gar nicht mehr durch meinen Spam-Filter.

Die nächst geschicktere Variante waren dann Mail, die im HTML-Format geschickt wurden und sich als Bank, Finanzamt, Zahlungsdienstleister getarnt hatten. Diese erkannte man in der Regel an massiven Rechtschreibfehlern. Also gleich ab in die Tonne.

In der vergangenen Woche erhielt ich Mails von Anbietern, die schon deutlich schwieriger als Phishing-Mails zu identifizieren waren. Sie kamen vermeindlich von Amazon, Voadafone und der Telekom. Kamen die freilich nicht, aber sie sahen auf dem ersten Blick täuschend echt aus. Voadafone war auf dem zweiten Blick als Fake erkennbar, zumal ich keinen Voadafone-Vertrag habe.

Isch habe doch gar keinen Vertrag bei denen ...

Isch habe doch gar keinen Vertrag bei denen …

Die vermeindliche Telekom-Mail sieht schon authentischer aus. Hier soll ich Zahlungsrückstände beim Magenta-Riesen haben. Wer es glaubt, wer es glaubt.

Nicht schlecht gemacht, diese Phishing Mail.

Nicht schlecht gemacht, diese Phishing Mail.

Bei Amazon war es schon schwieriger. Ich stutze kurz, als ich diese Mail bekam. Aber Google brachte schnell die Antwort. Diese Mail von Amazon Sicherheit kam nicht nur bei mir, sondern bei zig Hundert anderen Usern an. Das Deutsch in der Mail ist schrecklich, Rechtschreibfehler sind weiterhin vorhanden, aber ich muss trotzdem sagen: Junge. Junge, geschickt gemacht.

Da musste ich schon zweimal hinschauen.

Da musste ich schon zweimal hinschauen.

Fährt man mit dem Mauszeiger über den Link, wird eine gekürzte URL angezeigt. Klickt man auf den Link, gelangt man auf eine Seite, die von der echten Anmelde-Seite von Amazon kaum zu unterscheiden ist. Gibt man da seine Login-Daten ein, wird das Passwort von Betrügern abgefangen. Danach werden die Zahlungsoptionen wie die Kreditkarten-Nummer abgefangen. Bei den anderen Links auf der Fake-Anmeldeseite wie „Mein Konto“, „Hilfe“, „AGB“ usw wird nur eine Fehlermeldung ausgegeben. Interessant, die Bochumer-Adresse in der Bestellinformation scheint es wirklich zu geben. Ich habe sie in meinem Screenshoot unkenntlich gemacht.

Diese Art von Phishing-Mails nehmen verstärkt zu. Es ist Teil der Medienkompetenz jedes einzelnen Web-Users diese Mails zu erkennen. In Familien, Firmen, Schule und Vereine sollten diese Art von Mails immer wieder thematisiert werden. Ich mache es oft in meinen Seminaren und weise meine Teilnehmer immer wieder auf die Gefahren hin. Das schärft die Sinne und ein gesundes Misstrauen ist auch nicht schlecht.

 

World Blood Cancer Day – Ich setze ein Zeichen für DKMS

28. Mai 2014

Seit einiger Zeit habe ich einen Aufkleber auf meinem Rimowa-Trolly. Mit ihm reise ich immer zu meinen Seminaren und ich bin extrem viel unterwegs und der neue Aufkleber ist mit dabei. Er zeigt ein kaufmännisches Und-Zeichen das &. Es ist auch ein Symbol der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS.

Ich setze ein Zeichen.

Ich setze ein Zeichen.

Ich will damit ein Zeichen setzen, den Blutkrebs zu besiegen. Am 28. Mai ist der World Blood Cance Day 2014, zum ersten Mal übrigens. Als Social Media-Fuzzi lese ich in meiner Timeline bei Facebook, Twitter oder Google+ immer wieder von Hilfesuchen. Da wird von dramatischen Fällen berichtet, dass bestimmte Stammzellen gesucht werden. Werden sie nicht gefunden, dann stirbt der Patient.

Daher habe ich mich entschlossen, für mich ein Zeichen zu setzen. Meine Frau und ich sind der Knochenmarkspenderdatei DKMS beigetreten. Ich habe mir online die Unterlagen angefordert und ein Wattestäbchen bekommen. In den Mund gesteckt und das Stäbchen mit meiner Stammzellenprobe an die DKMS zurückgeschickt und 50 Euro für die Bearbeitung gespendet. Jetzt sind wir in der Spenderdatei aufgenommen und wenn mein Knochenmark benötigt wird, dann wird mich die DKMS informieren. Übrigens, einen Organspenderausweis habe ich auch – das halte ich für einen Akt der Nächstenliebe und es ist eine Selbstverständlichkeit. Wer etwas anderes behauptet, ist ein kompletter Depp (sorry für die Wortwahl, aber es musste raus).

Foto 1

Unlängst bekam ich Post von der DKMS. Ich dachte schon, es ist soweit. Aber ich wurde nur auf den World Blood Cancer Day aufmerksam gemacht. Vielleicht liegt es an meiner Funktion als Blogger, die Botschaft zu verbreiten. Und in diesem Falle mache ich es gerne.

Bei der DKMS sind über 4,2 Millionen Leute registriert und ich bin einer von ihnen. Nicht nur immer die Hilferufe in der Timeline teilen oder liken, sondern selbst mal aktiv werden, den Hintern hochbekommen. Es ist nicht so schwer. Selbst mal ein Zeichen setzen und Menschen in meinem Umfeld zu einer Stamm- und Geldspende zu motivieren. Also los, jede Registierung und jeder Euro zählt.

 

Maler Edward B. Gordon über Apple, Verpackungen und Galerien

27. Mai 2014
Trio beim Interview. V.l. Thomas Gerlach, Edward B. Gordon und ich.

Trio beim Interview. V.l. Thomas Gerlach, Edward B. Gordon und ich.

Als Kunstfan habe ich ein paar Maler im Auge, deren Werk ich faszinierend finde. Oftmals interessierte ich mich nicht nur für das künstlerische Schaffen, sondern auch für die Person dahinter.

Dazu gehört auch der Künstler Edward B. Gordon, der zeitweise in Berlin und London wohnt und malt. Über Gordons Werk habe ich bereits gebloggt. Seine Tagesbilder sind berühmt und stehen bei Sammlern hoch im Kurs. Inzwischen hat er über 2500 Tagesbilder verkauft – jeden Tag ein Bild.

Vor kurzem stattete ich Edward B. Gordon einen Besuch in seinem Berliner Atelier ab. Dabei ging es mir nicht um ein Gespräch über Kunst und Werke, sondern ich interessierte mich eher für Technik und Vertriebsmodelle. In einem Interview zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach fragten wir Edward B. Gordon danach. Auch wenn Kunstfreunde jetzt enttäuscht sind, aber die Ideen sind wirklich gut.

Edward B. Gordon entpuppte sich im Interview als Mac-Fan. Er zeigte sich vom Werk vom verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs tief beeindruckt. Die i-Technologie von Apple verschaffte Gordon den Zugang zur Technik und damit zum Internet. Beeinflusst von amerikanischen Künstlern malt er seit mehreren Jahren täglich ein Bild (daily painting) und entdeckte über das Web einen neuen Vertriebsweg, Über seine Website wird das Tagesbild versteigert. Wer den höchsten Betrag bietet, der bekommt den Zuschlag. Und jeden Tag wurde ein Tagesbild verkauft – das Mindestgebot liegt bei 150 Euro, der reale Verkaufspreis ist in der Regel weit höher. “Steve Jobs hat mir Werkzeuge in die Hand gegeben”, so Gordon. “Sie haben mir ein Fenster zu Welt eröffnet.” Und weiter: “Die Apple-Technologie hat den Vorteil, das sie leicht zu bedienen ist – es funktioniert.”

Wer ein Bild von Gordon ersteigert, bekommt nicht nur ein Bild geschickt, er bekommt das Bild in einer wunderbaren Verpackung. Ähnlich wie das Unboxing eines Apple Produktes wird hier Kunst zelebriert. Die Idee hatte Gordon beim Kauf einer kleinen Haarspange für seine Frau bei Chanel in Paris. Obwohl es nur eine kleine Spange war, wurde Gordon wie ein Kunde behandelt, der dort in Schmuck in Millionensumme einkauft. “Ich wurde behandelt wie ein König”, beschreibt Gordon sein Einkaufserlebnis. Diese Idee übertrug er auf den Versand seiner Tagesbilder.

Foto 1

Foto 4-2

Foto 5-2

Mit dem Verkauf seiner Bilder über das Internet schaltet Gordon den klassischen Kunsthandel aus. Galerien, die an der Kunst mitverdienen, braucht Gordon nicht. Er liefert als Produzent direkt zum Konsument und überspringt den Zwischenhandel. “Ich habe überhaupt nichts gegen Galerien.” Aber dennoch zeigt sich auch hier, wie sich die Welt der Kunst ändert.