Posts Tagged ‘Kino’

Filmriss online – August 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

7. August 2023

Hier die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.

Dieses Mal ist der dritte Teil von The Equalizer, Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutant Mayhem und natürlich der neue Eberhofer Rehragout-Rendezvous im Mittelpunkt unseres Interesses. Ich darf ein wenig über den Soundtrack zu Firestarter von Tangerime Dream erzählen und wir freuen schon sehr auf die August-Matinee am 20. August im Scala Kino. Ich bespreche und zeige den Klassiker des modernen Terror-Films Blutgericht in Texas (Originaltitel: The Texas Chain Saw Massacre. Karten gibt es hier.

Filmriss online – Juli 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

13. Juli 2023

Hier die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Kinos.

Dieses Mal ist der siebte Teil von Mission Impossible, der neue Barbie-Film und Oppenheimer im Mittelpunkt unseres Interesses. Ich darf ein wenig über den Soundtrack zu Psycho von Bernard Herrmann erzählen und wir freuen schon sehr auf die Juli-Matinee am 23. Juli im Scala Kino. Ich bespreche und zeige den fanatischen Film Das Cabinet des Dr. Caligari. Karten gibt es hier.

Also viel Spaß mit rund einer halben Stunde Filmriss online, die Juli-Ausgabe.

Filmkritik: MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING Teil 1

6. Juli 2023

Wir gehen in die siebte Runde mit Ethan Hunt und begleiten ihn und seine Freunde auf ihre unmöglichen Missionen und es wird mit MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING Teil 1 schon gleich der nächste Teil des Kino-Franchise angekündigt, also Runde zwei wohl in absehbarer Zeit.

Gleich vorweg: Der Film macht Spaß, aber wenn man ehrlich ist: Kennste einen, kennste alle. Verschwörung, Geheimnisse, drohende Worte, hinterhältige Intrigen – alles schon mal gesehen, aber es macht Spaß den neuen Aufguss wieder im Kino zu genießen, sei es nun in der siebten Wiederholung.
Dieses Mal muss sich Ethan Hunt mit einer Künstlichen Intelligenz herumschlagen und reitet damit vorausschauend auf der aktuellen KI-Welle mit. Wie sagte schon der Philosoph Elon Musk: KI ist gefährlicher als Atombomben. Hier spielt der Film geschickt mit aktuellen Entwicklungen und Ängsten. Das Schicksal der Welt liegt in den Händen des IMF-Agenten und dir fast drei Stunden vergehen ohne Langeweile.

Aber auch hier stellt der geneigte Zuschauer fest: Alles schon mal irgendwie gesehen: U-Boot aus roter Oktober, Fiat 500 aus tödlicher Mission (okay da war es eine Ente), Zug aus dem Orient-Express und diversen Indy Jones-Filmen. Und man fragte sich immer wieder: Ist Ethan Hunt eigentlich der bessere James Bond? Natürlich hinkt der Vergleich, denn Bond ist dann doch eine Klasse für sich, aber irgendwie ähneln sich die Filme unserer Helden immer mehr.

Einen Vorteil hat Ethan Hunt gegenüber James Bond allerdings. Er hat als Regisseur Christopher McQuarrie fast schon dauerhaft an seiner Seite. Christopher McQuarrie hat schon einige Filme mit dem US-Superstar gedreht und harmoniert ausgezeichnet mit seinem Star. Er tut der IM-Reihe und vielen Tim Cruise einfach gut und das vertrauensvolle Zusammenspiel merkt man, seit dem er das 2008 das Drehbuch zum Cruise-Filme Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat verfasst hat. Der IM-Film wurde ja in der Corona-Zeit gedreht und die Unterbrechungen merkt man den Film nicht an – er wirkt wie in einem Guss.

Aber MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS hat einige interessante Sidekicks zu bieten, ob Absicht oder nicht, kann ich nicht sagen. Ein Bösewicht, wenn nicht gar der böseste aller Bösewichte heißt Gabriel. Sofortige Assoziation zum Erzengel Gabriel. Er wird oft mit wichtigen Botschaften und Offenbarungen in Verbindung gebracht, zum Beispiel als Überbringer der Botschaft an Maria über die Geburt von Jesus. Die KI als neue Gottheit und Gabriel ist der Überbringer?
Und nun kommt es knüppeldick. MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS schaut kräftig bei der deutschen Romantik ab. Damals ging es ja entweder um entwendete Briefe oder entwendete Schlüssel. Der Film dreht sich um die Suche nach einem Schlüssel mit dem die KI beherrscht werden kann.

Der Schlüssel hat in der Literatur von Friedrich Schiller und in der deutschen Romantik verschiedene Bedeutungen. Eine wichtige Rolle spielt der Schlüssel als Symbol für das Geheimnisvolle, das Verborgene oder das Unbekannte. Er kann als Metapher für den Zugang zu verborgenen Wahrheiten, tiefen Emotionen oder geheimnisvollen Welten dienen. Der Schlüssel kann auch als Symbol für die Suche nach Freiheit, Erkenntnis oder der eigenen Identität verwendet werden. In Schillers Werken wird der Schlüssel oft als Mittel zur Lösung von Konflikten oder zur Erlangung von Wissen eingesetzt. In der deutschen Romantik wird der Schlüssel häufig mit Elementen wie Naturmystik, Traumwelten und dem Streben nach Transzendenz verbunden. Ist Tom Cruise gar ein Fan vom alten Schiller? Da sollten wir den Herrn mal befragen. Folgt man dieser Interpretation, eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Folgt man ihr nicht, dann ist MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS ein weiterer solide gemachter Action-Film, der drei Stunden Unterhaltung bringt und bei Kinobesitzer bei der Planung des Programm für einen Nervenzusammenbruch sorgt. Kinostart in Deutschland ist der 13. Juli 2023

Filmriss online – Juni 2023 – Infos und Meinung aus der Welt des Scala-Kinos

8. Juni 2023

Zu Fronleichnam habt ihr vielleicht ein bisschen Muse und Zeit euch die neueste Folge meines Herzensprojekts Filmriss online anzuschauen. Jeden Monat spreche ich mit meinem Kumpel Markus Schmölz über neue Kinofilme und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Scala Kinos Fürstenfeldbruck.

Klar, dass Indiana Jones und das Rad des Schicksals im Mittelpunkt des Interesses ist. Daneben gibt es Meinungen zu No Hard Feelings und Spider-Man: Across the Spider-Verse. Ich darf ein wenig über den Soundtrack zu Im Westen nichts Neues erzählen und wir freuen schon sehr auf die Juni-Matinee am 18. Juni im Scala Kino. Ich bespreche und zeige den fanatischen Film The Rocky Horror Picture Show. Karten gibt es hier.
Also viel Spaß mit rund einer halben Stunde Filmriss online, die Juni-Ausgabe.

Revolution statt Evolution: Apple kommt mit Vision Pro

6. Juni 2023

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Vision Pro lautet die Weiterentwicklung des Computers. Vorgestellt durch Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Es ist nicht nur eine AR/VR-Brille, sondern es ist die konsequente Weiterentwicklung eines neuen, eigenen Ökosystems mit Rechner inside.

Die technischen Daten von Prozessor, Linsen, Kameras lassen sich von der Apple-Website abrufen. Mir geht es hier mehr um die Vision hinter der Vision Pro. Ich kenne nur die Präsentation von der WWDC und ein paar Stimmen von Kollegen, die vor Ort in Cupertino waren. Ich habe das Headset noch nicht live gesehen, es soll ja 2024 in den US-Verkauf gehen. Preis 3500 US-Dollar – das ist ne Stange Geld, aber kein Vergleich was mich Macs in früherer Zeit gekostet haben.

Im Web lese ich von Taucher- oder Skibrille und was das für ein seltsames Design wäre. Erinnern wir uns an die Häme als die AirPods vorgestellt wurden und die Kritiker lachten, die würden niemals durch Wattestäbchen Musik hören? Und heute?
Vision Pro ist mehr als nur eine Brille. Es ist laut Tim Cook eine „neue Art von Computer, der die Realität erweitert, indem er das Reale und das Digitale naht­los miteinander vermischt.“ Große Worte, aber so muss es wohl sein. Wenn das wirklich klappt, dann ist es eine wirkliche Neuerung: Revolution statt Evolution – und ich bin mir sicher, Apple zeigt als Technologieführer wo der Hammer hängt. Apple erfindet sich wieder neu.

Und diese Aussage von Tim Cook zeigt, wie sehr er mit Steve Jobs verbunden war und ihn verstanden hat. Steve Jobs meinte einst: „Einige Leute wissen nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.“ Dieses Zitat wird oft als Ausdruck von Jobs‘ Ansatz zur Produktentwicklung bei Apple verwendet, bei dem das Unternehmen bestrebt war, revolutionäre Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen, noch bevor sie sich selbst dieser Bedürfnisse bewusst waren. Jobs glaubte daran, dass es nicht ausreicht, Kunden nur nach ihren Wünschen zu fragen, sondern dass wahre Innovation darin besteht, Produkte zu schaffen, von denen die Menschen nicht einmal wussten, dass sie sie brauchen würden. Und natürlich lese im im Netz, die ewigen Nörgler. Aber genau so ein Produkt wird Vision Pro werden, da bin ich mir sicher. Ein Produkt von dem ich noch gar nicht weiß, wie sehr ich es brauchen werde.

Vision Pro wird Folgen haben. Wenn ich höre, dass Disney einer der ersten Content-Partner ist, wird die Luft für Kinos und Beamerhersteller dünner. Auf Disney werden Netflix und Co folgen. Wenn Vision Pro Medieninhalte in hoher Auflösung und Größe vor meinen Augen abspielt, dass wird sich die Unterhaltungsindustrie verändern. Schon jetzt bin ich begeistert, vom Gaming im 360 Grad Raum durch meine Sony VR2 – wie aufregend kann das erst durch Vision Pro werden? Ach ja, die 3D-Wiedergabe brauche ich als Sehbehinderter persönlich nicht, hoffe aber, dass Brillenträger mit der Vision Pro gut zurecht kommen. Tim Cook und der Leiter der Apple-Design-Abteilung Richard Howarth sind ja auch Brillenträger. In kleinen Räumen oder Bienenwaben-Appartements wird auf einmal alles viel, viel größer. Die Brille öffnet größere Räume, vielleicht auch größere Räume der Fantasie?

Ich bin als digitaler Nomade gewohnt, irgendwo zu arbeiten, wo es einen Netzempfang gibt. Da wird das System auch in meiner mobilen Arbeitsumgebung interessant. Vision Pro ist schließlich ein leistungsfähiger Computer und nicht nur eine VR/AR-Brille. Apple liefert durch einen eigenen App-Store die entsprechenden Apps fürs autonome Arbeiten (an denen Apple freilich gut verdienen wird). Und ich kann, so zumindest in der Präsentation meine bestehende Hardware wie MacBook Pro ins Headsystem einbinden. In der Präsentation wurde Apple eigene Software-Programme wie Keynote oder Mail gezeigt, aber auch Microsoft Word und andere Office-Teile.

Reizvoll finde ich die Konferenzen mit eigenem Avatar, die nicht so Nintendomäßig aussehen wie die Meta-Variante on Horizont World. Netter Sidekick: Das Wort Metaverse fiel bei Apple nicht ein einziges Mal, aber ich bin sicher, Mark Zuckerberg hat die Präsentation genau verfolgt und bohrt die Quest x sicher schon auf. Etwas nervös werde ich allerdings, dass Cook auch das Wort AI/KI nicht einmal gesagt hat. Der Einsatz von Präsentationssoftware wie Webex, Teams oder Zoom wurden angekündigt und das wird Arbeiten in virtuellen Räumen verändern.

Die Keynote der WWDC muss sich erst einmal setzen lassen. Neben neuen Macs, neuen OS für iPhone, iPad, Mac und Watch nun noch Vision Pro. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns mit der veränderten Welt beschäftigen. Ich fang an zu sparen und freue mich als Fan-Boy auf weitere Innovationen. Alles wird gut.

Zum Tode eines Pioniers der Filmavangarde Kenneth Anger

25. Mai 2023

Die große Sängerin Tina Turner ist verstorben. Da ging die Meldung vom gleichzeitig Tod von Kenneth Anger medial unter. Er starb mit 96. Jahren und war ein Pionier in Sachen Filmavangarde.

Den ersten Kontakt zu Kenneth Anger bekam ich allerdings nicht über seine zum Teil sehr experimentellen Filme, sondern durch Fake News. Anger brachte für mich mit Hollywood Babylon das erste Klatsch- und Tratschbuch über Stars und Sternchen heraus. Fotos und Geschichten über das frühe Hollywood. Ich habe meine Ausgabe Ende der siebziger Jahre in einem Bücherbazar billig erstanden. Viele der Stars aus der frühen Phase des Kinos kannte ich als Jugendlicher nicht, aber die Geschichten von Sex, Drogen und Macht waren so gut geschrieben. Viele der Geschichten stellten sich später als unwahr oder gar konstruiert heraus, also Fake News, die auf Erzählungen von Angers Großmutter basierten. Es gab noch einen zweiten Teil von Hollywood Babylon, den ich mir aber nicht kaufte.

Vorreiter des queeren Kinos
Kenneth Anger war zweifellos eine der einflussreichsten und kontrovers diskutierten Figuren in der Geschichte des Films. Er war ein Vorreiter des queeren Kinos, noch bevor ich den Begriff überhaupt kannte.

Ich lernte den ersten offen schwul lebenden Regisseure über Super 8-Filme kennen. Die Art der Filme war für mich neu. Also nahm ich viel Geld in die Hand und erstand 1986 meine einzige Kenneth Anger-Doppel-Laserdisc Magick Centern Cycle mit allen wichtigen Werken. Es war eine japanische Pressung. Hier die Fassung auf DVD.
Sein Beitrag zur Filmkunst reicht weit über die Grenzen des konventionellen Erzählkinos hinaus und hat das Medium auf revolutionäre Weise erweitert. Mit seiner avantgardistischen Ästhetik und seinen experimentellen Techniken hat Anger eine völlig neue Dimension des filmischen Ausdrucks geschaffen.
Bereits in den 1940er Jahren begann Anger mit dem Drehen von Kurzfilmen, die sich durch ihren symbolischen Gehalt, ihre visuelle Poesie und ihre suggestiven Bildsprache auszeichneten. Seine Werke wie „Fireworks“ (1947) und „Scorpio Rising“ (1963) haben die Grenzen des Konventionellen gesprengt und neue Möglichkeiten der Darstellung von Emotionen und psychologischen Zuständen eröffnet. Anger spielte mit Symbolen, Archetypen und Tabus und schuf damit eine Welt des Traums und der Unterbewusstheit auf der Leinwand.

Einsatz von Musik und visuellen Effekten
Darüber hinaus war Anger ein Pionier in der Verwendung von Musik und visuellen Effekten, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen. Seine Filme sind berüchtigt für ihre hypnotische Wirkung und ihre ungewöhnliche Kombination aus Bild und Ton. Er nutzte Rockmusik und Popkultur als Soundtrack, um seinen Filmen eine zusätzliche Dimension zu verleihen und den Zuschauer in eine emotionale Achterbahnfahrt zu entführen.
Angers Einfluss auf die Filmkunst reicht weit über sein eigenes Werk hinaus. Seine experimentellen Techniken und seine subversive Herangehensweise an das Medium haben zahlreiche Regisseure und Künstler inspiriert und beeinflusst. Von Martin Scorsese über David Lynch bis hin zu Gus Van Sant sind viele renommierte Filmemacher von Angers Arbeit geprägt worden.

Experimentelle Filmkunst
Insgesamt hat Kenneth Anger das Filmemachen auf radikale Weise neu definiert. Seine Werke haben meine Vorstellungskraft beflügelt, die Konventionen des Kinos herausgefordert und den Weg für eine experimentelle Filmkunst geebnet. Sein Einfluss ist bis heute spürbar und wird zweifellos weiterhin Generationen von Filmemachern inspirieren, die sich von seiner Kreativität, seinem Mut und seiner rebellischen Natur anstecken lassen. Jetzt starb er mit 96. Jahren.

Filmkritik: Evil Dead Rise

28. April 2023

Lang erwartet und endlich ist die neueste Ausgabe der Evil Dead-Reihe im Kino zu genießen. Ich muss zugeben, dass ich Tanz der Teufel in seiner Art extrem innovativ fand: Billig produziert, hart in der Ausführung, extrem hart. Auch die Neuverfilmung konnte ich genießen: Keine dumme Sprüche, sondern es geht hart zur Sache. Teil 2 und vor allem den dritten Teil Armee der Finsternis der Reihe fand ich weder originell, noch unterhaltsam und im Grunde ein Ärgernis. Also bin ich mit zwiespältigen Gefühlen in Evil Dead Rise in mein Lieblingskino dem Scala Fürstenfeldbruck gegangen, um mir das neueste Werk der Produzenten Raimi/Campbell anzuschauen. Der Trailer war vielversprechend, zeigte ein Kammerspiel des Gore.

Der Film Evel Dead Rise beginnt zwar im Wald mit der üblichen rauschenden Kamerafahrt, spielt aber dann in einer Rückblende die meiste Zeit im urbanen Umfeld einer heruntergekommenen Bank, die als Absteige umfunktioniert ist und abgerissen werden soll. Sehr schöne Variante eines Spukhauses und sage nicht mehr so viel Atmosphäre verspürt. Wir sind in der Stadt der Engel und durch ein Erdbeben wird das bekannte Buch der Toten samt zwei Schallplatten freigelegt. Früher waren es Tonbänder, aber heute sind es im Retro-Vinyl-Zeitalter eben 78er Schellack. Blättern und Anhören der Zaubersprüche und siehe da, der Dämon ist aus Tanz der Teufel ist wieder da und macht einen auf Ramba Zamba. Was im Wald von Tanz der Teufel die Vergewaltigung durch Bäume und Äste war, sind in Evil Dead Rise nun Seile in einem Fahrstuhl.

6.500 Liter Filmblut kamen zum Einsatz und bei all den extrem harten Gore Effekten war mich mich der heftigste Einsatz die Verwendung einer Käsereibe als Waffe. Bei der Pressevorführung wurde eine Käsereibe als Geschenk verteilt – ich war allerdings nicht dabei. Diese Reibe tat richtig aua. Kurz die Story: Im Zentrum steht eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern sowie eine Schwester. Der Dämon fährt in die Mutter ein und schon beginnt die Metzelei – und an die Hollywood-Regel, dass Kinder verschont werden, hält sich Filmemacher Lee Cronin absolut nicht.

Damit hätte man den Film als würdige Fortsetzung der Tanz der Teufel Reihe abhaken können. Aber der geneigte Film- und besonders der Horrorfan entdeckt ein paar Schätze. Als Fan des fantastischen Films konnte ich mich vor lauter Filmzitaten und Easter Eggs nicht sattsehen. Das Familiendrama macht einen Streifzug durch die Klassiker des modernen Horrorfilms. Wir sehen Zitate aus zuckende Körper aus der digitalen Ausgabe von Der Exorzist, das Erbrechen von Linda Blair darf natürlich nicht fehlen. Aus dem Herzen sprach mir der Film, als ein Jugendlicher die Freddy Krüger-Reihe als langweilig ablehnte (endlich sagt es mal einer), wir haben auch ein wenig Jason aus dem See mi einer Verbeugung von Freitag, der 13.. Wir sehen Zitate aus Suspiria, erfreuen uns an den harten Splatter-Szenen aus Peter Jacksons Braindead, sehen das schockierende Ermorden eines Kindes aus Henry: Portrait of a Serial Killer, die Pfählung von Joe D’Amato, dann entdecken wir sogar ein wenig Alien samt Katze, auch vor Brian Yuznas Return of the Living Dead III wurde sich artig verbeugt. Originell waren die Anspielungen an John Carpenter das Ding mit seinen Monstereffekten von 1982, die Schrotflinte von Bruce Campbell darf ebensowenig fehlen, wie seine Motorsäge, die natürlich auch wieder an den guten alten Leatherface des Terror-Klassikers Blutgericht in Texas erinnert. Ich habe mich sehr über den Einsatz des Häcksler von Joel Coens Fargo gefreut. Aber Evil Dead Rise-Regisseur Lee Cronin verbeugt sich mit seinem Film vor allem vor dem Regiegott Stanley Kubrick. In mindestens zwei Szenen wird Shining hervorragend zitiert – einmal im Badezimmer, vor allem aber im Blut gefüllten Fahrstuhl. Die Suche nach den Filmzitaten macht unheimlich Spaß und lockert den harten Streifen auf.

Den Terror und Schock von Tanz der Teufel konnte Evil Dead Rise bei mir nicht wiederholen, aber es ist ein gelungener Familienfilm für Fans des Groben.

„Ich treibe dich aus, unreiner Geist!“ – Meine Matinee zu Der Exorzist

29. März 2023

„Der Exorzist“ ist ein Horrorfilm, der im Jahr 1973 unter der Regie von William Friedkin veröffentlicht wurde und bis heute als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Horrorfilme der Filmgeschichte gilt. Vor kurzem durfte ich im Scala-Kino Fürstenfeldbruck eine Matinee zu diesem Klassiker halten.

Längst hat er sich als einer der unerschütterlichen Klassiker in der Filmwelt etabliert: Es Der Film von Friedkin, mit dem man den US-amerikanischen Künstler am ehesten verbindet, noch vor „French Connection – Brennpunkt Brooklyn“ oder etwa „Leben und Sterben in L.A.“. „Der Exorzist“ lässt nicht mehr aus der Filmgeschichte wegdenken, stilprägend hat Friedkin den wortwörtlichen ‚Horror‘ auf ein neues Level gehievt und darüber hinaus ein popkulturelles Monument geschaffen, welches sich oft hat parodieren lassen müssen, durch seine ikonischen Illustrationen (zum Beispiel: der berufene Exorzist als Schemen im nächtlichen Nebel vor dem Haus) aber selbst für die Menschen ein Begriff ist, die den Film nicht gesehen haben oder allgemein wenig mit Filmen am Hut haben.

Die nächste Matinee findet zum Film Wenn die Gondeln Trauer tragen am 30. April statt. Karten gibt es hier.

Videopodcast Filmriss online geht in die nächste Runde

6. März 2023

Mein Herzensprojekt Filmriss online ist gestern in die zweite Runde gegangen. Unser Videopodcast für März ist online. Rund 33 Minuten geballte Information für Kino- und Filmfans rund um das Scala Fürstenfeldbruck und darüber hinaus. Viel Spaß beim Schauen:

Markus Schmölz, Geschäftsführer des Scalas, und ich produzieren jeden Monat einen Videpodcast.
Dieses Mal stellen wir als Filme Creed III, Manta Manta 2, Dungeons & Dragons, Shazam! Fury of the Gods, Der Pfau sowie John Wick 4 vor. Wir haben ein Interview mit Naturfilmer Stefan Erdmann (Die Stille des Waldes) gedreht und stellen die wichtige Frage: Salzig oder süß beim Popcorn?

Weiterhin besprechen wir die Anime Nights im Kino und gehen auch auf meine Matinee am Sonntag 12. März zum Film Der Exorzist ein, der diese Jahr 50 Jahre alt wird. Karten gibt es hier.

Nach der ersten Folge Filmriss online im Februar haben wir ein schönes Feedback und Tipps von unserem Publikum und Fans bekommen. Einige Ideen davon konnten wir in der zweiten Folge berücksichtigen. So haben wir dieses Mal unterschiedliche Kamerapositionen für unsere Gespräche eingenommen, um etwas optische Abwechslung in unsere Sendung zu bekommen. Wir wählten zum Bespiel zur Aufnahme dieses Mal den blauen Saal des Scalas, der die Größe des Kinosaals zeigt. Und wir haben dieses Mal mehrere Zuspieler, wie es im Fernsehen heißt. So hat Markus Schmölz ein Interview mit Naturfilm-Regisseur Stefan Erdmann aufgenommen. Hinter den Kulissen zeigt Markus Schmölz die Popcorn-Produktionen durch einen speziellen „Popper“, wie der Mitarbeiter kinointern heißt.

Und – auch sehr wichtig – wir haben einen ersten Sponsor unseres Podcasts gefunden: Die Bäckerei Konditorei Martin Reicherzer aus Fürstenfeldbruck und Aubing. Sie unterstützt unsere Arbeit – vielen Dank dafür. Natürlich freuen wir uns über weitere Sponsoren aus nah und fern. Wir haben ein spezielles Marketingpaket zusammengestellt. Gerne informiere ich Sie.

Wie heißt es: Nach dem Podcast ist vor dem Podcast. Nach einem Tag durchschnaufen, gehen bereits die Vorbereitungen zum nächsten Podcast los. Erste Filme werden gesichtet, wie beispielsweise die Komödie Der Super Mario Bros. Film, von dem ich mir sehr viel erwartet. Und auch schon die nächste Matinee steht fest. Es wird Sonntag, 30. April werden. Film wird noch nicht verraten.
Aber jetzt erst einmal viel Spaß bei der März-Ausgabe von Filmriss online.

Nachlese: Suspense-Thriller Die Vögel von Alfred Hitchcock als Matinee

17. Februar 2023

Mit einer neuen Reihe von Filmbesprechungen als Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck verbinde ich zwei Leidenschaften: Kino und Vorträge – beides macht mir unheimlich Spaß und der Geschäftsführer des Scala Fürstenfeldbruck Markus Schmölz stimmte einer monatlichen Matinee-Reihe zu. Ziel ist es, die Kino-Community zu stärken.

Als ersten Film präsentierte ich einen Klassiker von 1963, der 60 Jahre alt wird: Alfred Hitchcocks „Die Vögel“. Ich verehrte Hitchcock und so war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich ihn für die Premiere wählte. Zuvor hatten wir im Scala Testballons mit zwei Veranstaltungen zu Nosferatu (1922) und Dracula„Die Vögel“ (1963) ist ein wegweisender Film im Horror- und Suspense-Genre, bekannt für seine bahnbrechenden Spezialeffekte, ikonische Kameraarbeit und subversive Erzählweise. Der Film hat sich als kultureller Meilenstein etabliert und fasziniert bis heute Zuschauer und Filmemacher gleichermaßen. In einer Analyse untersuche ich die Bedeutung des Films im Kontext seiner Entstehungszeit sowie seine Relevanz für die heutige Populärkultur. Zudem werde ich ein ausführliches kostenloses Online-Seminar zu die Vögel durchführen. Wer dabei sein will, darf gerne meinen Newsletter abonnieren. Hier meine Präsentation im Scala als Aufzeichnung: (1958) gestartet, die beide perfekt liefen. Nun also Hitchcock.

Die Handlung von „Die Vögel“ folgt der jungen Melanie Daniels (gespielt von Tippi Hedren), die in die Küstenstadt Bodega Bay reist, um einem Mann namens Mitch Brenner (gespielt von Rod Taylor) ein paar Liebesvögel zu bringen. Doch schon bald beginnen sich die Vögel in der Stadt merkwürdig zu verhalten und attackieren die Bewohner auf brutale Weise. Während die Menschen versuchen, sich gegen die Vogelattacken zu verteidigen, bleibt unklar, warum die Vögel plötzlich so aggressiv geworden sind und ob es eine Möglichkeit gibt, die Katastrophe abzuwenden.

Vögel als Monster
Eines der auffälligsten Merkmale von „Die Vögel“ ist die Art und Weise, wie er das Genre des Horrorfilms subvertiert. Im Gegensatz zu klassischen Horrorfilmen wie „Dracula“ oder „Frankenstein“ gibt es in „Die Vögel“ kein offensichtliches Monster oder Bösewicht. Stattdessen sind es die Vögel selbst, die zu einer Bedrohung werden, ohne dass es eine offensichtliche Erklärung gibt. Der Film verzichtet bewusst auf Erklärungen oder Hintergrundgeschichten und konzentriert sich stattdessen auf die Erfahrung der Charaktere in der unheimlichen und bedrohlichen Umgebung. Dadurch schafft „Die Vögel“ eine Atmosphäre der Unsicherheit und des Unbehagens, die auch nach 60 Jahren noch funktioniert.

Bahnbrechende Spezialeffekte
Ein weiterer Grund, warum „Die Vögel“ so erfolgreich ist, sind die bahnbrechenden Spezialeffekte. Hitchcock und sein Team von Spezialisten haben eine Vielzahl von Techniken eingesetzt, um die Vögel realistisch darzustellen und ihre Angriffe auf die Menschen so überzeugend wie möglich zu machen. Dazu gehören animatronische Vögel, Puppen, matte paintings, optische Effekte und sogar echte Vögel, die in der Nachbearbeitung vervielfältigt wurden. Der Einsatz dieser Techniken hat dazu beigetragen, dass „Die Vögel“ auch heute noch als visuelles Meisterwerk angesehen wird.
Darüber hinaus kann „Die Vögel“ auch als Kommentar auf die sozialen und politischen Umbrüche der 1960er Jahre verstanden werden. Der Film wurde in einer Zeit gedreht, als die Gesellschaft in den USA mit Protesten, Gewalt und Rassentrennung konfrontiert war. Es gibt mehrere Hinweise im Film, die auf diese Themen Bezug nehmen.

Filmriss online
Die Matinee nahm ich auch zum Anlass den monatlichen Videopodcast Filmriss online zu präsentieren, den Markus Schmölz und ich konzipiert haben. Hier ist die erste Folge.

Exorzist als nächste Matinee
Die nächste Matinee wird am Sonntag, 12. März um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck stattfinden. Dieses Mal geht es um einen der schockierendsten Horrorfilm aller Zeiten, der seinen 50. Geburtstag feiert: Der Exorzist von 1973. Noch ist der Kartenvorverkauf noch nicht gestartet, aber ich informiere in meinem Newsletter dann darüber.