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Der Fluch – The Grudge (2004) – Rückblick auf meine Matinee

30. Juni 2024

Der Film ist ein amerikanisches Remake des japanischen Horrorfilms „Ju-on: The Grudge“ und wurde von Takashi Shimizu, dem Schöpfer des Originals, inszeniert.

Der Film spielt in Tokio und erzählt die Geschichte eines verfluchten Hauses, in dem jeder, der es betritt, von einem tödlichen Fluch verfolgt wird. In meiner Juni-Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck besprach ich den Film und stellte den J-Horror vor. Hier die Aufzeichnung.

Die Faszination von japanischen Horrorfilmen (J-Horror) lässt sich auf mehrere zentrale Elemente zurückführen: Kulturelle Unterschiede und einzigartige Themen, psychologischer Horror, japanische Horrorfilme greifen oft auf lokale Mythen, Legenden und Geistergeschichten zurück und J-Horror setzt häufig auf subtile, psychologische Angst anstelle von expliziten Gewalt- oder Blutszenen.

Takashi Shimizu gelingt es, die bedrückende und unheimliche Atmosphäre des Originals beizubehalten. Der Film spielt geschickt mit Licht und Schatten, um eine konstante Spannung aufzubauen. Die Verwendung von alltäglichen Geräuschen, wie dem Knarren von Holzböden und dem Flüstern von Stimmen, trägt zur schaurigen Stimmung bei. Besonders hervorzuheben ist die bedrohliche Präsenz der Geister, insbesondere die ikonische Figur der Kayako, deren markerschütterndes Stöhnen und unheimliche Bewegungen für Gänsehaut sorgen.

Vergleich zum Original
Im Vergleich zum Original bleibt „Der Fluch – The Grudge“ relativ treu an der Vorlage, sowohl in der Handlung als auch in der Atmosphäre. Einige Szenen wurden nahezu identisch übernommen, was Fans des Originals erfreuen dürfte. Allerdings bringt das Remake durch seine Hollywood-Produktion auch eine gewisse Politur und Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum mit sich.

Die nächste phantastische Matinee gibt es am Sonntag, 17. Juli zum englischen Horrorfilm von 1973 The Wiker Man mit Christopher Lee und Britt Ekland. Karten gibt es bereits online.

Alien: Romulus – da kommt was auf uns zu

20. Juni 2024

Eines der Kinoereignisse auf die ich mich dieses Jahr wirklich freue ist Alien: Romulus. Der Science-Fiction-Horror wird im August in Deutschland starten und ich hatte die Gelegenheit 20 Minuten des Films genießen zu dürfen.

Zudem gab es ein gutes Frage und Antwort-Spiel mit dem Regisseur Fede Alvarez. Hier meine Aufzeichnung des Gesprächs, eine wahre Schatzgrube für Alien-Fans.

UPDATE: Leider hat Disney die Aufnahme untersagt. In der Veranstaltung war ein Filmen noch erlaubt. Sorry.

Ich denke, dass Fede Alvarez mit Alien: Romulus einen guten Job gemacht hat. Ich kann bisher nur meine Eindrücke aus den 20 Minuten des Footage wiedergeben, die mir gefallen haben. Fede Alvarez hat spätestens mit Evil Dead, der Neuverfilmung von Tanz der Teufel, gezeigt, dass er weiß, wie modernes US-Horrorkino funktioniert.

Bei Alien: Romulus handelt es sich um den siebten Film der Alien-Reihe. Er spielt zwischen den Filmen Alien (1979) und Aliens (1986). Eine Gruppe junger geldgieriger Abenteurer durchsuchen das All und treffen auf eine scheinbar völlig verlassene Station. Die Menschen sind alle tot, doch die Aliens sind an Bord und schon kann es losgehen.

Fede Alvarez vermied CGI und setzte mehr auf klassische Animatronic. Und auch das verlassene Raumschiff sieht wieder Handgemacht aus. Dem Fan geht hier das Herz auf. Der Film wird nicht die philosophische Richtung einschlagen wie die beiden jüngsten Ridley Scott-Produktionen Prometheus – Dunkle Zeichen (2012) und Alien: Covenant (2017). Fede Alvarez folgt eher dem Vorbild von James Cameron und setzt auf Action-Kino im Weltraum. Aber Action mit Niveau, wie ich hoffe.
Ich habe mal eine phantastische Matinee zum ersten Alien von 1979 durchgeführt. Das zeigt meine Liebe zum Film. Hier meine Aufzeichnung.

Der Fluch – The Grudge (2004) – Matinee am Sonntag, 16. Juni im Scala

15. Juni 2024

Japanische Horrorfilme üben eine besondere Faszination aus, die aber nicht jeder Zuschauer sofort versteht. Daher habe ich mich für meine Matinee am Sonntag, 16. Juni für eine westliche Version eines japanischen Geisterfilms entschieden und bespreche und zeige „Der Fluch – The Grudge“ von 2004. Karten gibt es hier.

Der Film ist ein amerikanisches Remake des japanischen Horrorfilms „Ju-on: The Grudge“ und wurde von Takashi Shimizu, dem Schöpfer des Originals, inszeniert. Der Film spielt in Tokio und erzählt die Geschichte eines verfluchten Hauses, in dem jeder, der es betritt, von einem tödlichen Fluch verfolgt wird.

Die Faszination von japanischen Horrorfilmen (J-Horror) lässt sich auf mehrere zentrale Elemente zurückführen. Beispiele für bekannte japanische Horrorfilme, die diese Elemente verkörpern, sind „Ringu“ (1998), „Ju-on: The Grudge“ (2002) und „Dark Water“ (2002). Diese Filme haben nicht nur das Genre weltweit beeinflusst, sondern auch zahlreiche Remakes und Adaptionen inspiriert. „Der Fluch – The Grudge“ ist eine Verwestlichung des japanischen Themas, ohne den Film aber kommerziell stark zu verwässern.

Kulturelle Unterschiede und einzigartige Themen
Japanische Horrorfilme greifen oft auf lokale Mythen, Legenden und Geistergeschichten zurück, die dem westlichen Publikum unbekannt sind. Diese kulturellen Unterschiede sorgen für eine frische und unvorhersehbare Atmosphäre.

Psychologischer Horror
J-Horror setzt häufig auf subtile, psychologische Angst anstelle von expliziten Gewalt- oder Blutszenen. Die Filme spielen mit der Angst vor dem Unbekannten und Unsichtbaren, was oft unheimlicher wirkt als offensichtlicher Schrecken.

Visuelle Ästhetik
Japanische Horrorfilme zeichnen sich durch eine besondere visuelle Stilistik aus. Oft sind die Bilder düster und atmosphärisch, mit einem starken Einsatz von Schatten und Licht, was eine unheilvolle Stimmung erzeugt.

Symbolismus und tiefere Bedeutungen
Viele J-Horror-Filme sind reich an Symbolismus und enthalten tiefere, oft philosophische oder gesellschaftliche Bedeutungen. Diese Vielschichtigkeit spricht das Publikum auf verschiedenen Ebenen an und regt zum Nachdenken an.

Langsame, unheilvolle Spannung
Anstatt schnelle Schockmomente zu nutzen, bauen japanische Horrorfilme langsam eine bedrohliche und unheimliche Stimmung auf. Diese Methode erzeugt eine nachhaltige Spannung und hält die Zuschauer in ständiger Erwartung.

Charakteristisches Sounddesign
Der Einsatz von Sound und Musik in J-Horror ist oft minimalistisch, aber effektiv. Unheimliche Geräusche und stille Momente werden gezielt eingesetzt, um die Spannung zu verstärken.

Die Handlung von „Der Fluch – The Grudge“
Die Handlung dreht sich um Karen (die aus Buffy bekannte Vampirjägerin Sarah Michelle Gellar), eine amerikanische Austauschstudentin, die als Pflegekraft in Tokio arbeitet. Sie wird zu einem Haus geschickt, um sich um eine ältere Frau zu kümmern. Bald entdeckt Karen, dass das Haus von geisterhaften Erscheinungen heimgesucht wird und dass jeder, der es betritt, dem gleichen schrecklichen Schicksal entgegengeht. Der Fluch nimmt seinen Ursprung in einem Mord, der in dem Haus stattfand, und die Geister der Opfer verfolgen unermüdlich die Lebenden.

Inszenierung und Atmosphäre
Takashi Shimizu gelingt es, die bedrückende und unheimliche Atmosphäre des Originals beizubehalten. Der Film spielt geschickt mit Licht und Schatten, um eine konstante Spannung aufzubauen. Die Verwendung von alltäglichen Geräuschen, wie dem Knarren von Holzböden und dem Flüstern von Stimmen, trägt zur schaurigen Stimmung bei. Besonders hervorzuheben ist die bedrohliche Präsenz der Geister, insbesondere die ikonische Figur der Kayako, deren markerschütterndes Stöhnen und unheimliche Bewegungen für Gänsehaut sorgen.

Schauspielerische Leistungen
Seriendarstellerin Sarah Michelle Gellar liefert als Hauptdarstellerin eine solide Performance ab, obwohl ihre Rolle oft auf das Reagieren auf schreckliche Ereignisse beschränkt ist. Die Nebenrollen, einschließlich Jason Behr als ihr Freund Doug und Clea DuVall als Jennifer Williams, tragen zur Authentizität und Tiefe der Geschichte bei. Bill Pullman ist ebenfalls erwähnenswert als Peter Kirk, dessen Schicksal mit dem Fluch verknüpft ist. Trotz kleinerer Mängel in der Charakterentwicklung und der Vorhersehbarkeit einiger Schockmomente, bleibt „Der Fluch – The Grudge“ ein fesselnder Horrorfilm, der lange nach dem Abspann nachhallt.

Vergleich zum Original
Im Vergleich zum Original bleibt „Der Fluch – The Grudge“ relativ treu an der Vorlage, sowohl in der Handlung als auch in der Atmosphäre. Einige Szenen wurden nahezu identisch übernommen, was Fans des Originals erfreuen dürfte. Allerdings bringt das Remake durch seine Hollywood-Produktion auch eine gewisse Politur und Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum mit sich. Karten für die phantastische Matinee am Sonntag, 16. Juni um 10:45 Uhr gibt es hier.

Das Omen – Rückblick auf meine Matinee

31. Mai 2024

Wenn der Sohn des Teufels auf der Erde wiedergeboten wird, dann ist es schon etwas besonderes. Und das macht für mich den Reiz des Klassikers Das Omen von 1978 aus, den ich unlängst in meiner Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck gezeigt habe. Hier die Aufzeichnung.

Der Film vom Richard Donner, der auf einem Drehbuch von David Seltzer basiert, fesselte die Zuschauer mit einer beunruhigenden Atmosphäre, einem packenden Plot und einer herausragenden Darstellerbesetzung.

Gregory Peck liefert eine starke Performance als besorgter Vater, der nach und nach die schreckliche Wahrheit über seinen Sohn erkennen muss. Seine emotionale Reise von Ungläubigkeit zu Angst und Entschlossenheit ist mitreißend und überzeugend.

Ein zentraler Aspekt, der „Das Omen“ so effektiv macht, ist seine intensive Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens. Die düstere, bedrohliche Stimmung wird durch geschicktes Set-Design, beeindruckende Kameraarbeit und einen eindringlichen Soundtrack verstärkt. Komponiert von Jerry Goldsmith ist der Soundtrack von „Das Omen“ eine meisterhafte Komposition. Ave Satani bleibt im Gedächtnis.

Die nächste phantastische Matinee widmet sich dem Film Der Fluch – The Grudge (2004). Die Us-Verfilmung des japanischen Original, aber mit japanischen Originalregisseur. Die Matinee ist am Sonntag, 16. Juni um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Das Omen (1976) – Matinee am Sonntag, 19. Mai im Scala

18. Mai 2024

Für mich ist Das Omen“ von 1976 ist ein Klassiker des Horrorfilms, der sich fest in der Popkultur verankert hat. Regisseur Richard Donner schuf mit diesem düsteren Werk eine faszinierende Geschichte über das Böse, das in uns allen lauern könnte. Der Film, der auf einem Drehbuch von David Seltzer basiert, fesselt die Zuschauer mit einer beunruhigenden Atmosphäre, einem packenden Plot und einer herausragenden Darstellerbesetzung. Ich bespreche und zeige den Film bei meiner phantastischen Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Pfingstsonntag um 10:45 Uhr. Karten gibt es online.

Der Sohn des Teufels
Die Handlung dreht sich um den jungen Damien Thorn, der auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Junge wirkt, aber in Wirklichkeit der Sohn des Teufels ist. Nachdem der US-Diplomat Robert Thorn und seine Frau Katherine bei der Geburt ihres eigenen Kindes verloren haben, beschließen sie, ein neugeborenes Waisenkind als ihr eigenes anzunehmen, ohne zu wissen, dass es sich um den Antichristen handelt. Als mysteriöse und unheimliche Ereignisse die Familie heimsuchen, beginnt Robert zu erkennen, dass sein Sohn etwas weit Übernatürliches ist und dass dunkle Mächte am Werk sind.

Atmosphäre der Bedrohung
Ein zentraler Aspekt, der „Das Omen“ so effektiv macht, ist seine intensive Atmosphäre der Bedrohung und des Unbehagens. Die düstere, bedrohliche Stimmung wird durch geschicktes Set-Design, beeindruckende Kameraarbeit und einen eindringlichen Soundtrack verstärkt. Komponiert von Jerry Goldsmith, der für seine Arbeit in der Filmbranche bekannt ist, ist der Soundtrack von „Das Omen“ eine meisterhafte Komposition, die den Zuschauer in eine Welt der Dunkelheit und des Bösen entführt.
Eine der markantesten Eigenschaften des Soundtracks ist sein Einsatz von Chorstimmen, insbesondere lateinische Gesänge, die dem Film eine zusätzliche religiöse und mystische Dimension verleihen. Ave Satani bleibt im Gedächtnis.

Diese gespenstischen Choräle, die oft von dröhnenden Orgelklängen begleitet werden, verstärken das Gefühl von Bedrohung und Unheil, das den gesamten Film durchzieht. Sie erzeugen eine unheimliche Atmosphäre, die die Spannung steigert und die Zuschauer in ihren Bann zieht. Natürlich orientiert sich Goldsmith hier an Carl Orffs Carmina Burana O Fortuna.

Ein Merkmal des Soundtracks ist sein Einsatz von ungewöhnlichen Instrumenten und Klängen, die eine unheimliche und verstörende Wirkung haben. Jerry Goldsmith experimentiert mit verschiedenen Klangeffekten, darunter schrille Streicher, tiefes Grollen und unheimliche Percussion, um eine Klanglandschaft zu schaffen, die die düstere Stimmung des Films perfekt einfängt. Diese ungewöhnlichen Klänge tragen dazu bei, eine Atmosphäre der Angst und Beklemmung zu erzeugen und verstärken die Wirkung der visuellen Elemente des Films.

Ein Höhepunkt des Films ist die herausragende Leistung der Darsteller. Gregory Peck liefert eine starke Performance als besorgter Vater, der nach und nach die schreckliche Wahrheit über seinen Sohn erkennen muss. Seine emotionale Reise von Ungläubigkeit zu Angst und Entschlossenheit ist mitreißend und überzeugend. Auch Lee Remick als seine Ehefrau Katherine und Harvey Stephens als der junge Damien tragen maßgeblich zur Intensität des Films bei.

Film über die Macht des Glaubens
Darüber hinaus ist „Das Omen“ auch inhaltlich anspruchsvoll und regt zum Nachdenken über Themen wie das Böse, das Gute und die Macht des Glaubens an. Durch die Verwendung christlicher Symbole und Motive wird eine düstere und beklemmende Atmosphäre geschaffen, die den Zuschauer zum Grübeln über die Natur des Übersinnlichen und der menschlichen Existenz anregt.

Bis das Blut gefriert – Rückblick auf meine Matinee

10. Mai 2024

Ein Film, der mir bis heute Unbehagen verbreitet, ist der klassische Horrorfilm „Bis das Blut gefriert – The Haunting“ von Robert Wise aus dem Jahr 1963. Das war auch der Grund, weshalb ich ihn für meine phantastische Matinee im Scala Fürstenfeldbruck ausgewählt haben. Hier ist mein Vortrag als Video.

Der Film basiert auf den Roman „The Haunting of Hill House“ von Shirley Jackson. Der Schwarzweißfilm erzählt die Geschichte von vier Personen, die in ein altes Herrenhaus einziehen, um paranormale Phänomene zu untersuchen. Doch schon bald beginnen unerklärliche und beängstigende Ereignisse, die psychische Gesundheit der Bewohner zu beeinträchtigen.

Es ist einer der wenigen Spukfilme, bei denen das Spukhaus wirklich den Anschein hat, zu leben und auf die Personen einzuwirken. Regisseur Robert Wise schafft es wirklich Atmosphäre und Angst zu gestalten. Dazu nutzt er besondere Kameraeffekte und einen effektiven Einsatz von Soundeffekten und Musik des britischen Komponisten Humphrey Searle.

Insgesamt ist „The Haunting“ ein Klassiker des Horrorfilms, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat. Robert Wise schuf mit diesem Film ein Meisterwerk des subtilen Horrors, das seine Zuschauer mit einer meisterhaften Inszenierung, starken Darstellerleistungen und einer fesselnden Geschichte in den Bann zieht.

Die nächste phantastische Matinee widmet sich dem Film Das Omen von 1976. Satan schickt seinen Sohn zur Erde mit schockierenden Auswirkungen. Die Matinee ist am Sonntag, 19. Mai um 10:45 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Wie lange soll ein Kinofilm dauern?

6. Mai 2024

Früher dauerte ein durchschnittlicher Film rund 90 Minuten. Wenn bis dahin keine Geschichte erzählt wurde, hatte es ein Filmemacher schwer. Natürlich gab es Ausnahmen, wie die sogenannten Monumentalfilme. Dann wurden in den sechziger und siebziger Jahren die Filme länger, die Geschichten komplexer.

Wir gewöhnten uns an längere Filme im Kino wie Krieg und Frieden, Spiel mir das Lied vom Tod, 2001 Odyssee im Weltraum oder Apokalypse Now. Und heute haben wir richtig lange Filme im Kino: Napoleon, Dune, Avengers Endgame oder Oppenheimer oder der für mich langweilige Killers of the Flower Moon.
Solche langen Filme machen es den Kinobetreibern schwer, die Filme mehrfach am Tag zu spielen, damit sie Gewinn für das Kino abwerfen. Und nein, eine Pinkelpause gibt es heute auch nicht, wie einstmals, um die Filmrollen zu wechseln.

Einige Genres wie Dramen oder epische Filme haben oft längere Laufzeiten, um komplexe Handlungsstränge und Charakterentwicklungen zu entfalten. Auf der anderen Seite bevorzugen viele Zuschauer bei Komödien, Actionfilmen oder Animationsfilmen kürzere Laufzeiten, die den Unterhaltungswert erhöhen und das Tempo hochhalten.

Jede Länge hat für mich als Filmfreund seine Berechtigung. Ein Kurzfilm ebenso wie ein Vierstunden-Film. Hauptsache die Geschichte berührt mich und ich kann den Film genießen. Solange ein Film mich als Zuschauer emotional anspricht, fesselt und unterhält, kann er erfolgreich sein, unabhängig von seiner Länge.

Und dennoch, was will eigentlich das Publikum für eine Länge. Hier kommt mir eine Umfrage des US-Instituts Talker Research in die Finger. Das klassische US-Publikum spricht sich hier für eine Kinofilmlänge von 92 Minuten aus. 15 % der Befragten empfinden eine Dauer von mehr als zwei Stunden als gute Film­länge, nur 2 % bevorzugen zwei­einhalb Stunden oder länger.
In sozialen Medien heißt es, in der Kürze liegt die Würze. TikTok, Instagram – alles muss kurz sein und die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer ist kurz. Man stelle sich Killers of the Flower Moon (206 Minuten) in TikTok vor.

Filmkritik: Civil War – eine Reise von James Nachtwey zum Heart of Darkness

18. April 2024

Der Trailer lockt den Zuschauer auf eine völlig falsche Fährte. Wer gedacht hat, bei Civil War von Alex Garland handelt es sich um einen klassischen Actionfilm im US-patriotischen Flair von Freiheit und Aufrechtigkeit, der hat sich vollkommen geirrt. Civil War ist für mich die bisherige Überraschung des Kinojahr 2024 und ein absolut lohnenswerter Film.

Als ich aus der Pressevorführung trat, sah ich eine Reise von James Nachtwey zum Heart of Darkness, ein Road Movie mit dem Irrsinn von Apocalypse Now, allerdings nicht in den Gewässer von Indochina, sondern auf auf den staubigen Straßen um Washington.
Dieser Film polarisiert und regt zum Nachdenken an. Was wäre wenn… . Als Zuschauer ergreifen wir Partei für die handelnden Personen, allesamt Fotoreporter und Journalisten unterschiedlichster Ausprägung. Der alte Mann von der New York Times, die desillusionierte Fotoreporterin, der drogenabhängige Producer und das naive Greenhorn.

Es herrscht Bürgerkrieg, Milizen gegen das Establishment in der Rolle des US-Präsidenten. Die Hintergründe kennen wir nicht. Der Präsident scheint ein böser Bube zu sein, weil er eine dritte Amtszeit antritt und einige Staaten dagegen mit Waffengewalt protestieren. Unweigerlich kommt einen der Sturm auf das Kapitol 2021 in den Sinn und auch die Arroganz eines Donald Trump lässt sich beim Betrachten des Films nicht abstreiten. Was wäre wenn …

Der Film ist eine Verbeuung vor den großen Kriegsfotografen der Vergangenheit und Gegenwart: Vor Lee Miller, vor Robert Capra und immer wieder vor James Nachtwey. Und der Film ist eine Verbeugung vor Fotografie. Sobald ein Kriegsbild geschossen wird, verstummt der Ton, das Bild wird schwarz-weiß und zeigt die enorme Wirkung von Fotografie. Als ich den Film auf mich wirken sah, erkannte ich das Todesbild des spanischen Freiheitskämpfers von Robert Capra oder das Attentatsbild von Robert Bobby Kennedy von Boris Yaro. Die Bilder wurden zu ikonischen Symbolen für diese tragischen Ereignisse.

Ein bisschen Nostalgie schwingt in dem Film mit, wenn das junge Nachwuchsjournalistin mit einer alten analogen Nikon auf Film arbeitet, die Filmdose mit Entwickler rollt und den Film dann doch am iPhone anschaut, während die hartgesottene Kriegsfotografin gleich auf eine digitale Sony Alpha setzt. Natürlich sind diese Szene für mich als Bildjournalist Balsam für die Seele, aber seien wir doch mal ehrlich: Bewegtbild hat den Fotojournalismus schon längst geschlagen. Wer heute nur mit Fotos arbeitet, hat die Medienwelt des 21. Jahrhunderts nicht verstanden und das ist meine einzige wirkliche Kritik an diesem einzigartigen Film. Erst gegen Ende tauchen eingebettete Videojournalisten auf, was dann doch eher an die Medienrealität des 21. Jahrhunderts erinnert. Das sich Fotojournalisten frei durch ein Kriegsgebiet bewegen durften, das hat die USA in Vietnam gesehen, wohin es führt. Aber egal, Civil War ist eine Dystopie mit Botschaft und immer wieder der Gedanke: Was wäre wenn …

Bis das Blut gefriert – Matinee am Sonntag, 14. April im Scala

13. April 2024

„Bis das Blut gefriert – The Haunting“ von Robert Wise ist ein klassischer Horrorfilm aus dem Jahr 1963, der auf dem Roman „The Haunting of Hill House“ von Shirley Jackson basiert. Der Film erzählt die Geschichte von vier Personen, die in ein altes Herrenhaus einziehen, um paranormale Phänomene zu untersuchen. Doch schon bald beginnen unerklärliche und beängstigende Ereignisse, die psychische Gesundheit der Bewohner zu beeinträchtigen. Ich zeige diesen Spukhausklassiker im Rahmen meiner phantastischen Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. April um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Spannung und Atmosphäre
Robert Wise, der bereits mit Filmen wie West Side Story und Der Leichendieb sein Talent bewiesen hatte, zeigt in „The Haunting“ sein Geschick für die Inszenierung von Spannung und Atmosphäre. Ab Mitte der 1940er Jahre wurde Robert Wise selbst mit ersten Regieaufträgen betraut. Durch die Filme The Curse of the Cat People und Der Leichendieb, letzterer mit den beiden damaligen Horrorstars Bela Lugosi und Boris Karloff, wurde er früh zu einem wichtigen Protagonisten des Horrorfilms.

Er nutzt in Bis das Blut gefriert geschickt Licht, Schatten und Kameraführung, um eine düstere und beklemmende Stimmung zu erzeugen, die den Zuschauer von Anfang bis Ende in ihren Bann zieht. Die Entscheidung, das Geisterhaus größtenteils im Dunkeln zu belassen und dem Publikum nur Andeutungen von unheimlichen Ereignissen zu geben, verstärkt die Gruselatmosphäre des Films und lässt die Fantasie der Zuschauer auf Hochtouren laufen. Die Herausforderung bei Spukhaus-Filmen ist, dass das Haus im Mittelpunkt der Angst stehen muss und nicht die Darsteller. Das gelingt nur wenigen Spukhausfilmen. Bis das Blut gefriert, ist einer der wenigen gelungenen Beispiele des Genres.

Ein Höhepunkt von „The Haunting“ ist sein subtiler Ansatz im Umgang mit dem Übernatürlichen. Anders als viele moderne Horrorfilme setzt dieser Film weniger auf Schockeffekte oder blutige Szenen, sondern konzentriert sich auf die psychologische Dimension des Grauens. Die wahre Bedrohung liegt nicht in äußeren Monstern, sondern in den tief verwurzelten Ängsten und Traumata der Charaktere. Und hier sitzt der Schrecken tief, was bemerkenswerte Darstellerleistungen benötigt, insbesondere Julie Harris in der Rolle der labilen Eleanor. Sie verkörpert die zunehmende Verzweiflung und Furcht ihres Charakters auf eindringliche Weise und zieht den Zuschauer mit ihrer emotionalen Intensität in den Bann. Claire Bloom, Richard Johnson und Russ Tamblyn ergänzen die Besetzung mit überzeugenden Leistungen.

Insgesamt ist „The Haunting“ ein Klassiker des Horrorfilms, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat. Robert Wise schuf mit diesem Film ein Meisterwerk des subtilen Horrors, das seine Zuschauer mit einer meisterhaften Inszenierung, starken Darstellerleistungen und einer fesselnden Geschichte in den Bann zieht. Es ist ein Muss für jeden Liebhaber des Genres und ein Beweis dafür, dass echter Horror nicht immer Blut und Gewalt benötigt, um zu wirken. Ich freue mich auf Zuschauer im Rahmen meiner phantastischen Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. April um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Bemerkenswerter Score
Die Filmmusik ist ein wichtiger Bestandteil von „The Haunting“ und trägt wesentlich zur Atmosphäre und Spannung des Films bei. Die Musik wurde von dem renommierten britischen Komponisten Humphrey Searle komponiert, der mit seinen musikalischen Beiträgen einen bedeutenden Beitrag zur Wirkung des Films leistete.

Die Filmmusik von „The Haunting“ zeichnet sich durch ihre subtile und unheimliche Stimmung aus. Searle verwendet eine Vielzahl von Instrumenten und Klangeffekten, um eine düstere und beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die perfekt zum schaurigen Ambiente des Herrenhauses passt. Oft setzt er auf dissonante Harmonien und unregelmäßige Rhythmen, um ein Gefühl der Unruhe und Bedrohung zu vermitteln.

Ein markantes Merkmal der Filmmusik von „The Haunting“ ist ihr minimalistischer Ansatz. Searle verzichtet weitgehend auf melodische Themen oder orchestralen Bombast und setzt stattdessen auf sparsame, aber effektive Klanglandschaften. Dies trägt dazu bei, dass sich die unheimlichen Geräusche und Ereignisse im Herrenhaus noch intensiver auf den Zuschauer auswirken, da die Musik subtiler und subtiler auf seine Sinne wirkt.

Besonders bemerkenswert ist die Verwendung von ungewöhnlichen Klangeffekten, wie zum Beispiel das Flüstern des Windes, knarrende Türschlösser oder das dumpfe Klopfen von unsichtbaren Präsenzen. Diese akustischen Elemente verstärken die Bedrohung und Unheimlichkeit des Herrenhauses und tragen dazu bei, dass sich der Zuschauer in die Welt des Films hineinversetzt fühlt. In meinem Vortrag zur Matinee im Scala Fürstenfeldbruck am Sonntag, 14. April um 10:45 Uhr werde ich auch auf diesen Score eingehen. Karten gibt es hier.

Filmkritik: Dune 2

27. Februar 2024

Es kommt selten vor, dass mich ein Film komplett sprachlos im Kino zurücklässt. Dune 2 hat mich in den Kinosessel gepresst und ich konnte mich nicht satt sehen, konnte mich nicht satt hören, konnte das Erlebte kaum verarbeiten. Der Film hat mich schlichtweg überwältigt.

Für solche Filme ist das Kino gemacht worden und im Kino muss bei besten Bild und Ton die Fortsetzung des Wüstenplaneten erlebt, ach was schreibe, ich genossen werden. Dune 2 geht dort weiter, wo Dune 1 geendet hat und das Epos ist noch nicht vorbei. Hier meine Kritik von Teil 1. Teil 3 wird noch gebraucht, um das erste Buch von Frank Herberts Saga abzuschließen. Ich hoffe doch sehr, dass Regisseur Denis Villeneuve das Werk beenden darf. Und es stehen ja noch weitere Bücher von Frank Herbert zur Verfügung – Stoff gibt es also genug. Wer übrigens wissen will, was die beste deutsche Übersetzung von Dune als Buch ist, der möge hier klicken.

Wer Dune 1 nicht gesehen hat, der wird sich meiner Meinung nach mit der Fortsetzung im Detail schwer tun. Zu anspruchsvoll ist die Geschichte von Paul Atreides. Frank Herbert hat nicht nur eine Science Fiction-Geschichte geschrieben, sondern eine Parabel über Philosophie, Religion, Politik, Macht und Intrigen. Mehrere komplizierte Handlungsstränge werden ineinander verwoben. Die Freunde des Blockbusterkinos werden sich mit einer derart komplizierten Geschichte mit allerlei Symbolen und Hinweisen schwer tun. Dune ist kein Action-Effekt-Movie, sondern ein antikes Lehrstück einer Tragödie in modernen Bildern.

Und der Dune-Epos ist für mich im Grunde ein feministischer Film, denn die Bene Gesserit ziehen die ganze Zeit über die Fäden im Hintergrund. Die Frauen haben die Macht im Universum. Die Schwesternschaft lässt die Männer im Glauben, dass sie das Gesehen bestimmen, doch in Wahrheit hat der Clan der mächtigen Bene Gesserit einen Weltenplan samt brutaler Eugenik. Für mich sind sie Schwestern die faszinierendsten Figuren des Wüstenplaneten-Zyklus. Eine Mischung aus Freimauer, Jesuiten, Illusionisten und Illuminaten und mehr, die die Geschicke des Universums bestimmen. Bei der Kälte ihrer Geburtenkontrolle stockt mir der Atem.

Und der Film macht mir Angst. Der Film zeigt die verführende Macht von Religion, wenn sich ein auserwählter Messias Paul Atreides zum Führer aufschwingt und den Heiligen Krieg ausruft. Da werden bedenkenlos Atomwaffen eingesetzt und Anhänger aufgestachelt und in den Kampf geschickt. Dabei geht es nicht um höhere Ziele wie Demokratie oder Freiheit, sondern schlichtweg um Rache und Unterwerfung. Es ist ein fast dreistündiges Bildnis über Kolonialismus und Fanatismus und auch ein tiefgründiger Kommentar auf Technik und Ökologie unserer Zeit.

Wir sehen Einstellungen, die von Leni Riefenstahl in Triumph des Willens geschaffen wurden und ihre Wirkung auf heutige Zuschauer nicht verfehlen. Es ist ein faszinierendes Spiel der Verführung durch Bilder. Hier läuft es einen kalt den Rücken herunter. Auch wenn in Schwarzweiß die Gladiatorenkämpfe ausgetragen werden samt frenetischen Jubel der Massen blickt der Zuschauer auf das Gemetzel.

Regisseur Denis Villeneuve liefert wie schon in Teil 1 eine exzellente Arbeit ab. Seine Schauspielerführung ist hervorragend. Die Jungstars können zeigen, was sie gelernt haben. Aber aus allen Darstellern ragt für mich der grandiose Christopher Walken als Imperator heraus. Er spielt Shaddam IV aus dem Haus Corrino ist der Padishah-Kaiser und den Vater von Prinzessin Irulan, die spätere Frau von Paul Atreides, wobei Chani seine Konkubine bleiben wird.

Ich bin wirklich kein Freund von Hans Zimmer, aber sein Sounddesign für Dune 2 ist gewaltig. Die Mischung von Klangwelten und Gesang ist nicht nur Untermalung des Films, sondern ein wesentlicher Beitrag zur bombastischen Wirkung des Films. Das Verweben von Soundtrack und Soundscape verfehlt die Wirkung nicht und entfesselt eine Sogwirkung. Und damit wären wir auch bei den Special Effects. Anders als bei der David Lynch-Verfilmung von 1984 werden alle technischen Register gezogen. Das Zähmen des großen Wurm des Shai-Hulud wird wohl in die Geschichte des Kinos eingehen, denn es sind ikonische Bilder entstanden. Die Wüstenmaus reitet den Wurm. Die Reisen durch die Wüste auf dem Rücken der Würmer erzeugen ein Donnern im Kino, wie man es selten zuvor erlebt hat. So muss Kino sein, die perfekte Illusion. Unbedingt ansehen und genießen.