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QR-Code Fehlanzeige – Tourismus in Münchner Frauenkirche

4. Februar 2013
Wunderbarer Bau: Die Münchner Frauenkirche

Wunderbarer Bau: Die Münchner Frauenkirche

Wieder einmal den Anschluss an die Zukunft verpasst hat der Tourismus in München. Vor kurzem besuche ich einmal wieder die Frauenkirche in München. Dort waren etliche Touristen aus aller Welt anzutreffen, die etwas über den sakralen Bau erfahren wollten. Und alle hatten sie ein Smartphone dabei.

Am Eingang der Frauenkirche entdeckte ich einen Hinweis, dass es einen Kunstführer für die Frauenkirche gibt. Man könne sich die entsprechende App bei iTunes laden. Kostenpreis 3,99 Euro. Nicht gerade ein Schnäppchen, tut aber auch nicht weh. Aber wo ist der QR-Code für die App? Soll ich jetzt im Gotteshaus stehen und in iTunes suchen, bis ich den Kunstführer gefunden habe? Was ist denn das Problem, einen QR-Code aufs Plakat zu drucken, Link dahinter und zack habe ich die entsprechende App geladen? Das kann doch wirklich nicht so schwer sein, oder? In der Frauenkirche ist übrigens volle LTE-Geschwindigkeit, so dass das Laden auch kein Problem darstellt.

Kunstführer als App - eigentlich eine gute Idee

Kunstführer als App – eigentlich eine gute Idee

Auf der Rückseite des Plakats wird ausführlich mit vielen Schaubildern erklärt, wie man eine App aus dem Store lädt. Für wie doof halten die eigentlich die User? Wer einmal eine App geladen hat, der weiß, wie so etwas geht.

Es handelt sich um die App von artguide. Beim Kauf stelle ich fest, dass der Führer der Frauenkirche nicht wie auf dem Plakat angegeben 3,99 Euro kostet, sondern 3,59 Euro und das auch schon seit längerem. Also ist das Plakat wohl hoffnungslos veraltet. Wahrscheinlich stammt es noch aus dem Jahre 2011 als artguide mit dem Innovationspreis „Sprungbrett 2011“ ausgezeichnet wurde. Mir ist es als iOS-Fan ja egal, aber gibt es den artguide eigentlich auch für Android?

Eine schöne Anregung wäre es, wenn man für die Touristen im München einen Reiseführer in Englisch anbietet. Deutsch ist eine schöne Sprache, aber die ausländischen Besucher der Frauenkirche können nicht alle kunstgeschichtlichen Feinheiten in Deutsch verstehen. Ja, wir haben mal wieder den Anschluss verpasst.

Die Frauenkirche als Modell.

Die Frauenkirche als Modell.

 

Eine kommende, neue Liebe: iPad mini

31. Januar 2013

ipadmini

Ich habe mich in das iPad mini verliebt, aber es wird im Moment eine unerfüllte Liebe bleiben. Als das iPad mini auf den Markt kam, sagte ich mir: Kein Mensch braucht ein kleines iPad. Ich war live bei den Keynotes von Steve Jobs zum iPhone und iPad. Klar, ich hatte bisher alle Generationen des iPads und bin begeistert. Ich habe auch die meisten Generationen des iPhones. Wozu also ein aufgeblasenes iPhone oder ein geschrumpftes iPad? Ich sah keinen objektiven Grund.

Aber was sind objektive Gründe gegen pure Emotionen? Bei einem Besuch des Apple Retail Stores in München nahm ich das iPad mini in die Hand und verliebte mich – sofort und Hals über Kopf, Nein, ich werde meinen großen iPad nicht untreu werden, aber eine längere Affäre mit dem iPad mini könnte ich mir durchaus vorstellen. Das Teil liegt einfach gut in der Hand, es ist leicht und liefert die gewohnte Apple Qualität.

Das 7,9 Zoll Display reicht für viele Tätigkeiten aus: E-Mail, Surfen, Filmen und vor allem Lesen. Das wäre der Hauptgrund für mich: Am iPad habe ich aufgrund des Gewichts keine Lust länger Bücher zu lesen. Dazu ist das iPad auf Dauer zu schwer. Bisher griff ich dazu zum Kindle. Das iPad mini ist mit seinen 312 Gramm ideal und meine Kindle-Bücher kann ich dank App auf dem iPad auch lesen. Der Kindle kommt für lange Reisen mit, das iPad (mini) ist sowieso immer im Gebrauch.

Und ich kann das iPad mini noch besser in die Manteltasche stecken, wenn ich auf Seminare gehe. Ich bin es leid, meinen MacBook Pro herumzutragen, und nehme fast nur noch das iPad zum Präsentieren. Das iPad mini wäre noch bequemen. Ja, ich gestehe: Ich bin ein fauler Hund.

Aber es wird eine unerfüllte Liebe vorerst bleiben. Ich habe Bedingungen an meine neue Liebe. Und diese Bedingungen sind wieder objektive Gründe, bei all den Emotionen. Das bisherige Display vom iPad mini hat eine Auflösung von 1024 x 768 Pixeln bei 163 ppi. Das ist fein, aber ich will Retina. Wer einmal am Retina-Display gearbeitet hat, der will es nicht mehr missen: Diese Schärfe, diese Brillanz – vor allem bei mir als Blindfuchs. Für 1024 x 768 Pixeln braucht es nur einen Dual-Core Duo, also die Technik des iPad 2. Aber ich will mehr Power. Mindestens den Prozessor vom neuen iPad, also einen Dual-Core A6X mit Quad-Core Grafik, dann klappt es auch mit der neuen Liebe.

Und nachdem Apple jetzt den Speicher auf 128 GByte beim iPad verdoppelte, soll es beim iPad mini auch so sein. iPad habe einen signifikanten Einfluss auf die Geschäftswelt mit nahezu allen Unternehmen der Fortune 500-Liste sowie über 85 Prozent der Global 500-Liste, die derzeit das iPad im Einsatz haben oder es testen. Unternehmen, die regelmäßig große Datenmengen wie 3D CAD-Dateien, Röntgenaufnahmen, Film-Bearbeitungen, Musiktitel, Projektentwürfe, Schulungsvideos und Service-Handbücher nutzen, profitieren allesamt von einer größeren Auswahl an Speicheroptionen für das iPad, so Apple in einer Mitteilung. Also ich verspreche: Wenn Apple ein iPad mini mit mindestens 128 GByte, Retina und schnellen Prozessor bringt, dann kaufe ich auch noch ein iPad mini. Ja ich gelobe als Fanboy.

 

Blumen gießen mit dem iPhone

9. Januar 2013

Ich gebe es zu, ich habe keinen grünen Daumen. Für die Pflanzenpracht im Garten und den vier Wänden ist die Ehefrau (freiwillig) zuständig. Für meine Pflanzen in meinen Arbeitszimmer muss ich mich aber selbst kümmern, so ist der Deal. Und muss gestehen, mein Fokus liegt nicht auf der Pflanzenwelt in meinem Arbeitszimmer. Die Konsequenz: so manche Pflanze kämpft eine schwere Schlacht, einige verlieren, andere gewinnen. Mir wäre es lieb, wenn ich ans Gießen oder Pflanzenpflege erinnert werde. Klar, ich könnte mir einen Eintrag im Kalender machen, aber das ist nicht individuell abgestimmt auf die jeweilige Pflanze.

Für so Leute wie mich, zeigt ein Anbieter auf der CES 2013 in Las Vegas jetzt eine Lösung. Parrot bringt Flower Power. Parrot ist bei mir zu Hause durch die fliegende Done AR.Parrot bekannt. Flower Power ist eine Plastiklösung in grün und braun, die mit Bluetooth ausgestattet ist. Das Plastikteil mit AAA-Batterie wird in den Blumentopf gesteckt und informiert mich über den Wasserstand und Zustand der Pflanze. Eine App mit dahinterliegender Datenbank greift dann auf eine Parrot Cloud zu und klärt die notwendigen Maßnahmen ab. Das Ganze ist noch in der Erprobungsphase, soll aber irgendwann kommen.

Klingt für mich sehr interessant, Preis und Lieferzeitpunkt stehen noch nicht fest. Grundsätzlich ist die Bluetooth-Lösung für mich eher nachteilig, weil ich Bluetooth bei mir nicht die ganze Zeit am iPhone an ist. Besser wäre eine Lösung via WLAN, wie sie der Mitbewerber Koubachi bietet. Noch besser: Die Sache ist lieferbar und funktioniert.

Der Sensor meldet dem iPhone, wann die Pflanze Wasser braucht.

Der Sensor meldet dem iPhone, wann die Pflanze Wasser braucht.

Der Koubachi WiFi Pflanzensensor ist bereits erhältlich und sammelt die Daten der Pflanze. Die Übermittlung erfolgt via WLAN, wobei die App lernt, wie sich die individuelle Pflanzenwelt entwickelt – ich muss natürlich erst einmal der App sagen, welches Grünzeug ich habe.

Der Sensor kostet rund 90 Euro. Wie funktioniert die Sache? Der Koubachi WiFi Pflanzensensor verfügt über einen Bodenfeuchtigkeitssensor und misst zusätzlich die Lichtintensität sowie die Temperatur. Über die eingebaute WLAN-Schnittstelle sendet der Sensor diese Daten an die so genannte Koubachi Plant Care Engine in die Cloud, wo diese ausgewertet werden. Ich erhalte danach detaillierte Hinweise, die mich bei der Pflege meiner Pflanzen unterstützen. Aber natürlich sind 90 Euro pro Pflanze nicht unbedingt preiswert, aber bei teueren Pflanzen wie mein Bonsai ist die Lösung ideal.

Abhängig von Pflanzentyp, Jahreszeit und Wohnort gibt mir der interaktive Pflegeassistent von Koubachi Pflegehinweise, basierend auf Pflanzenpflegemodellen. Ich bin kein Gärtner oder Florist und kann diese Hinweise nicht genau beurteilen, aber ich habe ein gutes Gefühl. Aus der Pflanzen-Enzyklopädie wählen ich meine Pflanze aus, kalibriere diese einmalig und ab da übernimmt Koubachi die Aufsicht über die Pflege. Ist die Zeit gekommen, verschickt Koubachi eine Nachricht aufs iPhone, dass die Pflanze Wasser oder Dünger braucht oder besprüht werden muss. Die Anwendung kann kostenlos als App für das iPhone im App Store heruntergeladen oder alternativ als Web-App im Internet genutzt werden.

Video-App: Flare – HDR in Bewegtbild

8. Januar 2013

flare

Die App Flare für das iPhone verspricht HDR in Videos, was natürlich Quatsch ist. Aber ab und zu setze ich die Videosoftware ein und bekomme immer wieder ein nettes Feedback. Die App überzeichnet die Farben des Videobildes psychodelisch. Der HDR-Effekt sorgt dafür, dass ein ungewohnter Farbeindruck entsteht, das heißt höherer Farbumfang und Kontraste.

Es können drei Filter verwendet werden, die über einen einfachen Schieberegler aktiviert werden. Zudem kann mit Fingergesten der Zoom gesteuert werden. Mehr Einstellmöglichkeiten gibt es bei der rund 4,5 MByte großen App nicht. Leider wurde die App nicht weiterentwickelt und liegt nicht in eine iPad-Version vor.

Die Videos werden in einer eigenen Gallery gespeichert, können aber auch in die Camera Roll exportiert werden. Dort können dann klassische Videoschnitt-Programme wie iMovie oder Avid Studio auf die Clips zugreifen. Die Clips liegen in 24fps vor, aber leider nur in einer kleinen Auflösung. Für Youtube reicht es aber, wie der Film unten zeigt. Ich habe ihn bei der Berufsbildung in Nürnberg am Stand des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks aufgenommen, mit iMovie live geschnitten und ein poppiges Thema verwendet. Der Schnitt und Upload erfolgten noch in der Messehalle.

 

Handschuh mit integrierten Bluetooth-Headset

7. Januar 2013

Handschuh

Ein netter Gag für die kalten Tage ist mir unter gekommen. Wer ein Smartphone hat, braucht eigentlich einen modischen Handschuh, mit dem die Touch-Oberfläche seines Telefons bedienen kann. Dazu hat Roeckl für mich das ideale modische Modell abgeliefert.

Wer es allerdings etwas cooler haben möchte, der greife zum Hi-Fun Hi-Call Smartphone Handschuh mit integrierten Bluetooth. Die Handschuhe schützen vor Kälte, ich kann die Touch-Oberfläche wunderbar bedienen. So richtig modisch sehen sie aber nicht aus. Macht nix. Der Clou liegt aber in dem integrierten Bluetooth-Headset. Ich kann mein iPhone in der warmen Tasche lassen und kann mit den Handschuhen das Telefonat annehmen.

Ich hab es ausprobiert und ich sah so richtig doof aus. Die Menschen um mich herum, haben mich seltsam angeschaut und für verrückt erklärt. Der Typ spricht mit seinen Handschuh. Der hat ne Macke.

Das Koppeln Handschuh – iPhone funktioniert tadellos. Aktiviert wird das Handset über die Bedienfläche am Handschuh. Einfach drücken und die klassische „Ruf mich an“-Geste machen. Das Mikrofon und Lautsprecher befindet sich im kleinen Finger und Daumen des Handschuhs.

Der Akku, aufzuladen über USB, soll für 20 Stunden Gespräche und 10 Tage Standby reichen. So lange habe ich es allerdings nicht ausprobiert. Also: Wer einen Gag braucht, der braucht diese Smartphone Handschuhe. Und wer dann irgendwann eingeliefert wird, der ist selbst schuld.

Mein bestes Weihnachtsgeschenk: Meine Augen werden wieder

24. Dezember 2012

Für mich ist dieses Weihnachten 2012 sicherlich eines der besten Weihnachten seit der Erfindung von Weihnachten: Nach nunmehr einem halben Jahr Schmerzen steht seit rund eineinhalb Wochen fest: Meine Augen werden wieder. Das ist für mich persönlich die beste Nachricht des Jahres und ich bin dafür sehr, sehr dankbar.

Aber schön der Reihe nach: Im Juli 2012 hatte ich das Gefühl, als ob bei meinem linken Auge eine Bindehautentzündung auftritt. Nachdem ich Zeit meines Lebens mit den Augen Probleme habe, ist der Gang zum Augenarzt für mich selbstverständlich. Dort erhielt ich die Diagnose: Grüner Star. Der Schlag hatte gesessen und traf mich völlig unvorbereitet. Der Augendruck sei zu hoch und was ich für eine Bindehautentzündung hielt, war der Vorbote zu Schlimmeren: Schwindelgefühlte, Übelkeit, Druck auf den Augen und damit aufs Gehirn, schließlich sind die Augen eine Verlängerung des Hirns. Und der Grüne Star ist hundsgefährlich. Der kleine Bruder, der Graue Star, lässt sich schnell behandeln, aber der Grüne Star ist richtig Rock´n Roll.

Die Münchner Augenklinik in der Mathildenstraße.

Die Münchner Augenklinik in der Mathildenstraße.

Zur Überprüfung und zur Klärung der Heilmethode hieß das am nächsten Tag Besuch der Uniaugenklinik in der Münchner Mathildenstraße. Und das heißt erst einmal warten, warten und nochmals warten. Ich denke, die Klinik ist medizinisch up to date. Ich unterhielt mich mit einem Russen, dessen Kind Augenprobleme hatte. Zusammen mit Leibwächter und Dolmetscherin lobte er die Augenklinik über den grünen Klee. Und auch ein Araber der Marke Scheich mit Entourage saß mit mir im Warteraum und wusste nur Gutes über die Klinik zu berichten. Nur Zeit mussten wir alle mitbringen.

Die Weißkittel bestätigten die Diagnose meines Augenarztes und empfahlen eine sofortige Operation. Innerhalb weniger Tage bekam ich einen OP-Termin und zog mit allerhand Hörbüchern und Musik in mein Bett in die Augenklinik. Medizinisch kann ich als Laie nichts aussetzen, aber die Betreuung kam zu kurz. Die Schwestern und Pfleger haben keine Zeit. Sie sprechen zum Teil unsere Sprache nicht richtig, aber vor allem sind sie nur im Stress. Auch wenn sie sich mit einem Patienten unterhalten wollten, läuft ihnen die Zeit davon. Freunde, das darf nicht sein. So ein reiches Land und wir haben nicht genügend Personal, das sich auch psychologisch um die Patienten kümmern kann. Vielleicht können sich Schwestern und Pfleger auch die Mieten im teuren München nicht leisten. Ich weiß es nicht. Mir persönlich war die mangelnde Zuwendung egal, denn ich nutze die Zeit in der Klinik zum Schlafen und Musikhören. Aber in den anderen Zimmern waren viele ältere Herrschaften, die andere auf den Gängen an ihren Sorgen und Gedanken teilhaben lassen wollten. Aber es war keiner da zum Zuhören. Meine Frau besuchte mich sehr oft und gab mir die notwendige moralische Stütze, wenn ich mal wieder Panik hatte. Aber nicht jeder hat den Vorteil einer liebenden Familie.

Vier Spritzen ins Auge - nicht meine Welt.

Vier Spritzen ins Auge – nicht meine Welt.

Die OP verlief zufriedenstellend. Allerdings bekam ich vier (!) Spritzen ins Auge. Normal sei eine oder zwei. Bei mir Weichei mussten es vier sein und es tat weh. Es tat höllisch weh. Auch das Lasern war trotz Betäubung kein Vergnügen. Kurzum: ich war restlos fertig. Nachdem die Ärzte sich überzeugten, dass die OP gut verlaufen sei, konnte ich tags darauf nach Hause gehen. In meiner Naivität glaubte ich, dass das Leben einfach weitergeht. Aber ich musste mich täuschen. Ich hatte Schmerzen. Ich sagte die meisten Termine ab, als Freiberufler immer ein Risiko. Konzentration auf den Heilungsprozess stand im Vordergrund.

Alle paar Tage besuchte ich meinen Augenarzt. Der Augendruck sank ganz langsam, aber die Entzündung hinter dem Auge war noch da. Tabletten, Tropfen, Drogen – das ganze Programm setzte ein. Und es wurde schlimmer. Es kam eine extreme Lichtempfindlichkeit dazu. Mitten im Hochsommer schmerzte mich das Licht. Ich wechselte auf eine dunklere Sonnenbrille, hatte immer einen Hut dicht ins Gesicht gezogen. Es wurde noch schlimmer. Ich schlief oft tagsüber und war nachtaktiv. Das Display des MacBooks, vom iPad, vom iPhone blendete. Jedes Licht schmerzte. Autofahren war längst nicht mehr möglich und auch Arbeiten ging nur noch zum Teil. Ich lernte Siri schätzen und auch die Diktat-Funktion unter Mountain Lion. Ich konnte viele Texte und Mails diktieren. Die Schmerzen bekam ich durch Schmerztabletten in den Griff, aber die Entzündung hinter dem operiertem Auge heilte nicht aus.

Irgendwann kam dann der Vorschlag vom Augenarzt, das schmerzende Auge durch eine Prothese zu ersetzen. Bedeutet: Auge herausschneiden. Ich bin Borg oder schlimmer noch Peter Falk mit Glasauge. Ich las viel darüber, aber konnte mich mit dem Gedanken nicht anfreunden.

Einen Verband aufs Auge macht den Kerl nicht unbedingt schöner.

Einen Verband aufs Auge macht den Kerl nicht unbedingt schöner.

Um das Auge zu schonen, verwandelte ich mich in Kapitän Ahab. Ich trug Augenpflaster und eine schwarze Augenklappe. Das sah vielleicht cool aus, hatte aber keine modischen Gründe. Hauptsache, das schmerzende Licht blieb weg. So wagte ich mich unter die Leute. Kunden und Seminarteilnehmer reagierten etwas verstört auf mein Aussehen, aber im großen und ganzen bekam ich aufmunternde Worte. Vielen Dank dafür. Und dennoch wollte die Entzündung nicht ausheilen. Ich verschob die Entscheidung über die Augen-OP immer wieder. Solange das andere Auge nicht von der Entzündung angesteckt wird, ging es ja. Sollte die Entzündung übergreifen, dann war eine sofortige Notoperation angesagte. Nicht gerade verlockende Aussichten.

Unter die Piraten oder auf der Jagd nach dem weißen Wal - ein halbes Jahr Augenklappe.

Unter die Piraten oder auf der Jagd nach dem weißen Wal – ein halbes Jahr Augenklappe.

Sehr dankbar bin ich meinen Kollegen und Freund Thomas Gerlach. Von ihm kam die Empfehlung einer effektiven Heilmethode: Hochdosiertes Vitamin C, hochdosiertes Zink, Omega 3 Fettsäuren und Enzyme. Das Vitamin C und Zink wirken heilend auf die Entzündung und Fettsäure und Enzyme bauen das Auge wieder auf. Mehrere Monate nahm ich neben den Tropfen und Schmerzmitteln auch meinen Tablettencocktail von Vitaminen, Fettsäuren, Zink und Enzymen. Zudem aß ich viel Obst und viel Fisch. Und die Empfehlung von Thomas Gerlach zeigte ihre Wirkung.

Knapp eineinhalb Wochen vor Weihnachten 2012 konnte ich auf die Augenklappe verzichten. Die Lichtempfindlichkeit war deutlich zurückgegangen. Auch die Schmerzen waren weniger geworden, so dass ich meine Schmerztabletten absetzen konnte. Ich kann wieder bei Tag leben. Mein Vampirdasein hatte ein Ende. Das Sonnenlicht des Winters tat dem Auge nicht mehr weh. Es war möglich einen Spaziergang am helllichten Tage zu machen, ohne sich vor Schmerzen zu krümmen. Auch der Augenarzt bestätigte diese Besserung. Der Termin für die Herausschneiden des Auges wurde ersatzlos gestrichen. Die Intervalle beim Augenarzt sind jetzt deutlich erweitert. Zwar ist die Entzündung am Auge noch vorhanden, aber alle Zeichen deuten auf Besserung hin. Ich konnte sogar wieder ins Kino gehen und schaute mir den Hobbit an. Das Auge wird wieder. Wow, wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist?

Danke für die Unterstützung, die ich von meiner Familie, vor allem meiner Frau und K1/2, erfahren habe. Auch vielen Freunden und Kunden bin ich sehr dankbar. Vor allem Thomas Gerlach. Ihr alle hattet Verständnis und zeigtet euch als mitfühlende Menschen. Dieses Mitgefühl kam live oder sehr oft über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Ich konnte nicht alle Aufträge erledigen, ein paar Bücher blieben ungeschrieben, ein paar Videos ungeschnitten, ein paar Veranstaltungen nicht organisiert – dafür meine aufrichtige Entschuldigung. Aber ich sag es euch ganz ehrlich: Das Auge war es mir wert. Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. 2013 starte ich durch.

 

Mobiles Shopping zu Weihnachten auf dem Vormarsch

7. Dezember 2012

shopping

Haben wir denn schon unsere Weihnachtsgeschenke? Ich bin dieses Jahr rechtzeitig fertig geworden und ich habe die meisten Sachen online eingekauft. Interessant ist, dass ich dabei vor allem das iPad oder das iPhone genutzt habe, weniger den stationären Rechner. Und scheinbar bin ich nicht der Einzige. Adobe prognostiziert Verdopplung der Online-Weihnachtseinkäufe über mobile Geräte

Für die Vorweihnachtszeit erwartet Adobe einen erheblichen Anstieg der Online-Käufe. Das ergab eine von Adobe durchgeführte Analyse, die das Kaufverhalten in Europa und den USA in den vergangenen Jahren untersucht und aus den gewonnenen Daten eine Prognose für das Weihnachtsgeschäft 2012 abgeleitet hat. Die Europäer beginnen früher mit ihren Weihnachtseinkäufen als die Amerikaner und beenden ihre Shopping-Touren oftmals auch später. Während in den USA an speziellen Tagen besonders viel gekauft wird, bleiben die Umsatzraten in Europa über eine längere Zeit konstant.

Der Einzelhandel diesseits des Atlantiks registrierte bereits seit Anfang November einen Anstieg der Online-Einkäufe um insgesamt 150 Prozent. Ab der letzten Novemberwoche wird ein weiterer Anstieg des täglichen Umsatzes um 25 Prozent erwartet. Die Umsatzraten bleiben dann für etwa drei Wochen stabil, bevor sie in den 10 Tagen vor Heiligabend wieder zurückgehen.

Und ich muss zugeben, dieses Verhalten passt eindeutig auf mich. Die Daten stammen aus der Studie „Adobe Digital Index 2012 Online Shopping Forecast“. Darin wurden mehr als 150 Milliarden Besuche auf den Webseiten von 500 amerikanischen (60 Prozent) und europäischen (40 Prozent) Einzelhandelsunternehmen der vergangenen sechs Jahre ausgewertet. Mit der Adobe Marketing Cloud gelang es, die Vielzahl von Daten führender Einzelhändler auszuwerten, Muster herauszufiltern und mit Hilfe von Algorithmen die zukünftig zu erwartenden Ergebnisse zu berechnen.

Die Studie verdeutlicht auch den anhaltenden Trend zur Nutzung mobiler Geräte. Einkäufe über Smartphones, Tablets oder E-Reader werden demnach in Europa im Vergleich zum Vorjahr von 6 auf 12 Prozent steigen. Das stärkste Wachstum im mobilen Bereich verzeichnet Großbritannien mit prognostizierten 13 Prozent. Besonders stark werden die Einkäufe via Tablet steigen. In Deutschland werden sie in diesem Jahr voraussichtlich 5 Prozent der Online-Käufe ausmachen – eine Steigerung um 150 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei den Tablets liegen die Briten mit erwarteten 8 Prozent an den in Großbritannien online getätigten Einkäufen europaweit vorne.

Adobes Prognosen zum Online-Shopping sowie die realisierten Ergebnisse können in Echtzeit auf einer neuen interaktiv gestalteten Webseite verfolgt werden, die kontinuierliche Beobachtungen und Updates des Kaufverhaltens während der Vorweihnachtszeit liefert. Die „Adobe Digital Index 2012 Online Shopping Forecast“ und die interaktive Webseite sind hier abrufbar.

QR-Code: Woher kommt mein Fisch? Gute Idee und trotzdem versagt

28. November 2012

Beim Mittagessen wollte ich wieder mal von der Leistung von QR Codes überzeugen. Weil es schnell gehen musste, warf ich der Familie einfach ein paar Fischstäbchen in die Pfanne. Kapitän Iglo war zu Gast. Beim Braten entdeckte ich auf der Verpackung der Fischstäbchen einen QR-Code. Woher kommt dieser Fisch?

Der QR-Code lädt zur Transparenz ein: Woher kommt der Fisch?

Der QR-Code lädt zur Transparenz ein: Woher kommt der Fisch?

Das interessierte mich. Das iPhone ist ja immer am Mann. Durch den QR-Code bekam ich die Information, wo dieser Fisch gefangen und verarbeitet wurde. Ich wurde auf eine Webseite geleitet von musste einen Code zur Identifizierung angeben. Dieser ist beim Haltbarkeitsdatum auf der Packung aufgedruckt. Schnell gemacht und die Iglo-Datenbank meldet: Mein Fisch kommt also aus dem Nordostpazifik und ist in der Beringsee im Golf von Alaska gefangen worden. Der Alaska Seelachs heißt übrigens Theraga chalcogramma. Dr. Florian Baumann von der Iglo-Qualitätssicherung sollte mir zudem weitere Informationen über mein baldiges Mittagessen geben. „Wir verwenden je nach Saison und Fanggebiet immer nur eine Fischart.“ Aber Klicken war nicht möglich.

Fisch-Identifikation leicht gemacht.

Fisch-Identifikation leicht gemacht.

Leider musste ich meine romantische Vorstellung von Fischerei über Bord werfen. Es fahren nicht kleine Fischerboote hinaus in das offene Meer und werfen ihre Netze aus. Nein: es ist eine Fischfangindustrie, die dafür sorgt, dass das Mittagessen auf den Tisch kommt.

Aber jetzt die Kritik: Den QR-Code scanne ich mit dem iPhone oder iPad, also mit mobilen Endgeräten. Die Infoseite von Dr. Florian Baumann ist allerdings in Flash und nicht mobil optimiert. Was soll das liebe Leute von Iglo? Ich musste auf den Rechner ausweichen, um die die lehrreichen Filme über Fisch und Fischfang anzuschauen. Aber wer hat denn den Rechner nehmen dem Herd stehen oder trägt die Iglo-Packung durch die Hütte?

Ein paar Infos, aber leider geht es mobil nicht weiter.

Ein paar Infos, aber leider geht es mobil nicht weiter.

Wenn ihr schon einen QR-Code anbietet, dann ist der doch bitte schön für mein mobiles Endgerät. Hier versagt ihr komplett und das enttäuscht mich. Der QR-Code müsste mich auf eine mobile Website führen und dort mir die Infos über das Fischchen geben. Stattdessen komme ich über die Startseite nicht weiter. Da hat das Unternehmen oder die beratende Agentur die Macht von mobilen Internet nicht verstanden und Werbeagenturen haben dem Unternehmen wohl teure Lösungen aufgeschwätzt, die den Kunden nicht zufrieden stellen. Die Idee mit dem QR-Code ist gut, die Umsetzung allerdings mangelhaft. Der QR-Code hätte vielleicht ein wenig Transparenz schaffen können, geschafft hat er bei mir nur Frust.

 

Social Media: Sinnvolle QR-Codes im Spielzeugkatalog

29. Oktober 2012

Langsam sollte ich mir Gedanken um Weihnachten machen. Ich will nicht wieder auf dem letzten Drücker Weihnachtsgeschenke für die Familie besorgen. Beim Sondieren der Geschenkideen fiel mir ein Katalog von Dickie Toys in die Hände. Dieser Hersteller vertreibt ferngesteuerte Autos für Jungs. Eigentlich hat K1 kein größeres Interesse daran, aber ich blätterte den Katalog trotzdem durch. Ich erblickte allerlei Renner, kraftstrotzende Maschinen, Racer und Off Road-Fahrzeuge. Die Autos werden über Ghz-Frequenzbereich gesteuert. Und ich entdeckte QR-Codes auf jeder Seite des Katalogs.

Und da erwachte das Interesse von K1 und mir. Mit dem QR-Code-Reader des iPhones probierte K1 die Codes aus und war grundsätzlich begeistert. Dickie Toys hatte für die unterschiedlichen Codes der verschiedenen Modelle verschiedene Landingpages angefertigt. Leider waren sie nicht unbedingt für den kleinen Bildschirm eines Smartphones optimiert, was K1 sofort als massiven Fehler einstufte. Seine Aussage „Papa, mit was als dem iPhone soll man denn den QR-Code denn noch ansehen und warum sind die Seiten dann so klein“, fragte K1 in kindlicher Naivität. Recht hat K1.

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Zu klein als Landingpage für das iPhone

Aber zumindest hat Dickie Toys nicht den Fehler eines Möbelhauses begangen, dessen Projekt den Weg in den unseren (Post-)Briefkasten fand. Hier interessierte ich mich für eine Küche, nahm den daneben abgebildeten QR-Code zur Hilfe, um mehr zu erfahren. Und ich wurde auf die Startseite des Möbelhauses geleitet und sollte mich selbst zurecht finden. Hier kaufe ich meine Küche nicht, bei solchen Marketinganfängern.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Cool, der QR-Code führt direkt zu Produktvideos.

Aber zurück zu Dickie Toys. K1 interessierte sich am meisten für den Audi R8 (genau wie seine Mutter). Hervorragend gefiel K1 das Einbinden eines YouTube-Videos auf der Seite. Hier zeigte ein Altersgenosse den sachgerechten Umgang mit der Spielzeugrennmaschine. Hier sind QR-Codes optimal eingesetzt. Im Papierprospekt stehen die technischen Angaben, hinter den QR-Code verbergen sich die Emotionen, die für den Kauf eines Spielzeugs genauso wichtig sind. Das machte K1 und mir höllisch Spaß, so dass wir die Videos von Dickie Toys durch klickten und eines halben Tag Rennwagen schauten. Gekauft haben wir zwar keines, aber die Begeisterung war da: Bei K1 über Rennwägen, bei mir über den richtigen Einsatz von QR-Codes.

Social Media: Live-Streaming von der HAARE PK

17. Oktober 2012
Mit dem iPad im Chat und dem MacBook Pro live den Stream verfolgt.

Mit dem iPad im Chat und dem MacBook Pro live den Stream verfolgt.

Gestern fand in Nürnberg die Pressekonferenz zur HAARE 2012 statt. Die HAARE ist die wichtigste regionale Friseurmesse in Deutschland. Rund 15.000 Friseure aus ganz Deutschland pilgern am 21./22. Oktober zur NürnbergMesse und informieren sich über neue Trends in der Branche. Um ein bisschen Werbung für die Fachveranstaltung zu machen, haben wir die Pressekonferenz live ins Netz übertragen. Der Hammer oder?

Erfolgreich lief die PK zur HAARE ab - vor Ort in Nürnberg und im Netz.

Erfolgreich lief die PK zur HAARE ab – vor Ort in Nürnberg und im Netz.

Wer jetzt meint, dass wir auf große Broadcast-Ausrüstung gesetzt haben, der irrt sich komplett. Ausgestattet mit einem iPhone, einem Stativ, einem Mikrofon und einem WLAN-Hotspot war eine Kollegin in Nürnberg vor Ort und streamte die Pressekonferenz live ins Netz. Als Plattform nutzen wir qik. Natürlich geht es auch deutlich professioneller (und auch teuerer), aber wir waren mit unserer kleinen Lösung vollauf zufrieden. Und der Kunde, der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, auch. Damit ist der LIV Friseure Bayern meines Wissens der erste Friseurverband, der solch ein Live-Streaming durchgeführt hat. Der bayerische Verband ist in Sachen Social Media ganz weit vorne (schließlich haben die ja auch ein Buch von mir zum Thema herausgebracht).

Die Zuschauerschaft war noch übersichtlich aber das war gar nicht das Ziel. Es sollte gezeigt werden, dass mit wenig Finanzeinsatz im Web 2.0-Zeitalter enorm viel möglich ist. Auf das Tun kommt es an. Über die technische Qualität lässt sich diskutieren, dennoch ging der Stream in HD raus. Mir kam da wieder der Spruch von Steve Jobs in Erinnerung: „Real Artists ship.“

Beim verwendeten Mikro handelte es sich um ein iRig Mic. Es hat sich bei mir als Hand-Kondensator-Mikrofon für iOS-Geräte hervorragend bewährt. Das robuste, strapazierfähige Metallgehäuse liegt gut in der Hand, bzw. steckt im Mikro-Ständer. Das iRig Mic verfügt über eine hoch unidirektionale Kondensator-Elektret-Mikrofonkapsel für Aufnahmen aus der Nähe und der Ferne. Dank dem dualen Minianschluss ist ein Monitoring in Echtzeit möglich. Über den 3-Stufen-Schalter kann das iRig Mic direkt an sämtliche Schalldruckpegel angepasst werden – von leisem Sprechen bis zu lauter Musik. Das Einrichten für die Aufnahme einer beliebigen Tonquelle auf der Pressekonferenz war simpel.

Das Tamrac Zip Shot leistet mir gute Dienste.

Das Tamrac Zip Shot leistet mir gute Dienste.

Als Stativ diente ein Tamrac Zip Shot. Das Ding ist superleicht. Das war wichtig, weil die Kollegin in Nürnberg mit dem Zug fahren und daher nichts schleppen wollte. Das Stativ wiegt nur 300 Gramm und ist in Sekunden aufgestellt. Natürlich ist das kein Pro-Stativ, aber es passt in die Handtasche, wiegt nichts und ist sofort einsatzbereit. Im Grunde habe ich das Stativ bei Bergtouren im Einsatz, aber auch für diesen Zweck hat es wunderbar ausgereicht.

Das iPhone liefert eine genügend ausreichende Bildqualität. Die JVC-Kameras konnten zu Hause bleiben. Schwenken und Zoomen waren Nebensache, sondern es ging, wie bereits geschrieben, um das Machen. Vor der Veranstaltung wurde über verschiedene Facebook-Seiten wie Verbands- und Messeseite geworben. Via Twitter wurden zusätzlich Leute auf den Stream aufmerksam gemacht. Es hat sich hier wieder gezeigt, die Web 2.0-Werkzeuge sind vorhanden. Es gilt es nur, sie anzuwenden.