Gasthof Heinzinger: Der Vorteil einer flexiblen Küche

4. Oktober 2024

Ich tu es immer wieder und ich froh mich jedes Mal wie ein Schneekönig. Ich meine die Besuche meines Lieblingsrestaurants Gasthof Heinzinger in Rottbach. Zweimal hintereinander war ich da beim Essen und hab es beide Male nicht bereut: Einmal mit der Familie am Sonntagmittag und einmal zum Gourmetmenü mit einem Kunden.

Eigentlich hatte ich für mein Mittagessen schon eine klare Vorstellung was ich speise möchte. Ich hatte online die Karte studiert und mich schon festgelegt. Aber es kam anders. Als ich im Gasthaus in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck ankam, spielte Gastronom Denis Kleinknecht seine Stärke aus. Eine Stärke, die ich bei anderen Gastwirtschaften vermisse, obwohl es so einfach sein könnte.

Denis Kleinknecht hat von seinem lokalen Lieferanten Lammleber hereinbekommen. Es reicht für zwei großzügige Portionen. Natürlich wird so ein Leckerbissen, der nur begrenzt verfügbar ist, nicht auf die Karte geschrieben, sondern im Restaurant empfohlen. So etwas kenne ich nur noch von meinem Lieblingsitaliener, der tagesaktuelle Speisen mit Kreide auf eine Tafel schreibt. Wenn das Gericht bestellt wurde, wird es von der Tafel gestrichen. So einfach ist das. Aber viele Köche gehen auf Nummer sicher und bereiten nur ihre Karte vor.

Natürlich warf ich bei Denis Kleinknecht meine Pläne über den Haufen und bestellte die köstliche Lammleber, die ich anderswo kaum genießen kann. Ich bin begeistert. Meine Gattin wählte einen überbackenen Parasol, weil Familie Kleinknecht in den Pilzen war und Pilze sammelte. Natürlich verriet er mir den Fundort nicht, aber nachfragen musste ich natürlich trotzdem. Und Denis Kleinknecht musst die richtige Nase haben, denn er konnte einige Pilze in seine Küche bringen. So stand der überbackenen Parasol auf der Tageskarte – und auch hier ein Leckerbissen.

Auf Nummer sicher ging ich bei einem Geschäftsessen mit einen Kunden. Wir wählten das Gourmetmenü und wurden wie immer nicht enttäuscht. Das Menü umfasste nach zwei Grüßen aus der Küche:

Rauchforelle | Pumpernickel | Buttermilch | Schnittlauch | Apfel | Kren

Mokka-Ravioli | Weiße Bohne | Tomate | Butter

Pfifferling-Espuma

Goldforelle | Kürbis | Kürbis | Kürbis

Ente | Jus | Portabello | Schinken | Hanfkäse

Rohmilch-Trüffel-Camembert | Brot | Feigensenf

Mal wieder ins Taxi kotzen

3. Oktober 2024

Wer trinkt, soll ein Taxi nehmen, aber sich nicht ins Taxi übergeben. So will es der gute Anstand. Interessant ist hier ein Urteil des Amtsgerichts München vom 02.09.2010. Einen Taxifahrer kann ein Mitverschulden treffen, wenn er bei mitgeteilter Übelkeit des Fahrgasts nicht anhält. Aktenzeichen: 271 C 11329/10

Manche Rechtsfragen bleiben immer aktuell. Vor dem Amtsgericht München machte ein Taxifahrer bereits im Jahr 2010 Schadensersatzansprüche gegen einen Fahrgast geltend, nachdem dieser sich angetrunken im Taxi übergeben hatte. Unstreitig hatte der beklagte Fahrgast sich angetrunken in das Taxi des Klägers begeben, sich dort übergeben und das Fahrzeug beschmutzt. Der Kläger verklagte daher den Fahrgast auf Schadensersatz wegen Reinigungskosten in Höhe von 250 € vor dem Amtsgericht München. Das Gericht gestand dem Taxifahrer dem Grund nach einen Schadensersatzanspruch zu, ging aber von einem hälftigen Mitverschulden des Taxifahrers aus, wies die Klage also teilweise ab. Im Einzelnen führte das Gericht aus:

„[Das Übergeben im Fahrzeug] stellt eine Pflichtverletzung des Beförderungsvertrags dar. Nachdem der Beklagte auch selbst angegeben hat, zumindest angetrunken gewesen zu sein, musste er auch mit dem Eintritt eines solchen Schadens rechnen […]. Der Anspruch ist wegen Mitverschuldens des Klägers gem. § 254 BGB auf die Hälfte zu reduzieren.

[…] Das Gericht ist […] davon überzeugt, dass der Beklagte und auch die Zeugin den Kläger vor dem Vorfall gebeten hatten, anzuhalten, weil dem Beklagten schlecht war und der Kläger dieser Bitte zunächst nicht Folge geleistet hat. […] Da sich […] jedoch nicht ergeben hat, wie eindringlich und drängend die Bitten waren und dass sich für den Kläger die Situation tatsächlich so eilig dargestellt hat, wie sie offensichtlich war, hat das Gericht den Anspruch nicht auf Null reduziert, sondern ein Mitverschulden in Höhe des hälftigen Schadenersatzanspruchs angenommen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass sich das Geschehen nach übereinstimmender Aussage aller Beteiligten auf einer relativ kurzen Wegstrecke und damit auch innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums abgespielt hat.“

Das Urteil sagt aber nichts darüber aus, wie die Verkehrssituation war, ob der Taxler halten konnte und vieles mehr. Also wer trinkt, sollte das Taxi nehmen. Aber nicht soviel trinken, dass es oben wieder raus kommt. Auch das ist eine Disziplin und muss gelernt sein. Und es hat nichts mit Coolness zu tun, in ein Taxi zu kotzen und sich dann noch zu beschweren.

Corgi TY99283 James Bond Collection Air, Sea & Space

2. Oktober 2024

James Bond verbinde ich in der Regel mit schnellen Autos, aber 007 ging immer wieder in die Luft oder unters Wasser. Corgi stellte mit der Corgi TY99283 James Bond Collection Air, Sea & Space eine Sammlung von Verkehrsmittel vor. Alle Modelle sind reine Schauobjekte und haben keinerlei Gimmicks, wie die größeren Modelle von Corgi.

Und trotzdem musste ich als Bind-Fan diese Dreier-Box haben, um sie ins Archiv zu stellen. Sie enthält den Lotus Esprit S1 aus Spion, der mich liebte. Über den großen Bruder habe ich bereits gebloggt. Dann für mich das Highlight ist Little Nellie, der Ein-Personen-Hubschrauber aus Man lebt nur zweimal. Mir unverständlich, warum die Bond-Figur mit Zügen von Sean Connery in klassischer Bond-Haltung mit Pistole in Qs Fluggerät sitzt. Im Film hat er es nicht. Da ist wohl die Fantasie der Designer von Corgi durchgegangen. Langweilig ist dann noch ein Space Shuttle aus Moonraker. In der größeren Version von Corgi konnte man wenigstens die Luke öffnen und ein Drax-Satellit war darin.

Alle drei Modelle können nichts, sind aber nett anzusehen. Also nur was für Sammler, aber nichts besonders.

Buchtipp: Lee Miller Krieg Reportagen und Fotos

1. Oktober 2024

Im Kino läuft als Arthouse der sehenswerte Film Die Fotografin von Ellen Kuras. Er erzählt die Geschichte der Kriegsfotografin Lee Miller. Über die Modefotografin Lee Miller habe ich bereits gebloggt. Nun will ich es über die wandlungsfähige Kriegsfotografin tun. Viele erinnern sich vielleicht an das Foto der nächsten Lee Miller in Hitlers Badewanne, was von ihrem Kollegen David Scherman geschossen wurde.

Wer sich für diese Seite von Lee Miller interessiert, dem kann ich das Buch Lee Miller Krieg Reportagen und Fotos ausdrücklich empfehlen. Es berichtet von ihrer Arbeit mit der US-Arme in Deutschland 1944 und 1945. Und es ist ein schonungsloses Buch in Bild und Text. Es heißt auf dem Buchrücken. „Sie ist die Demokratin mit der Kamera und der Schreibmaschine, die keinen Hehl aus aus ihrer Verachtung für die huns (Hunnen) machte.“

Lee Miller war keine unabhängige Journalistin. Sie dokumentierte den Schrecken des Krieges und die zeigte die Grausamkeit der Nazis und Teile des deutschen Volkes. Die Texte und Bilder wirken, sie sind ein heftiger Schlag in die Magengrube. Als sie die Befreiung der Konzentrationslager begleitet, der Betrachter der Bilder die Brutalität der Gräueltaten. Viele Bilder schon schnörkellos dokumentarisch, vor allem bei der Darstellung der KZ und der Mörder. Sie hat für die deutsche Seite kein Mitleid, kein Verständnis, sondern nur Verachtung. Dies drückt sie in ihren Reportagen aus.

Dann gibt es Bilder vom Vormarsch der Alliierten, die komponiert sind, wo der Betrachter die Ästhetik der Modefotografin sieht. Lee Millers Berichte und Fotos erschienen in der Vogue, die wichtigste Modezeitschrift damals und heute. Und die Leserinnen der Vogue erfuhren vom Kampf in Europa. Viele der Geschichten von Miller sind in diesem hervorragenden Band abgedruckt. Dieser Band enthält zum ersten Mal alle ihre Kriegsreportagen und zahlreiche ihrer berühmten Fotos, außerdem Briefe und Artikel über das befreite Paris und ihre Gespräche mit Picasso, Cocteau, Aragon, Eluard und Colette.

Und kommen wir nochmals auf den Anfang dieses Blogposts zurück. Miller in Hitlers Badewanne. Aber sie beschreibt auch sehr gut Hitlers Wohnung am Prinzenregentenplatz in München. Heute ist dort eine Polizeistation, aber damals der private Rückzugsort von Adolf Hitler. Präzise beschreibt Miller die Wohnung und gibt ein für mich interessantes Bild, wie die Privatperson Hitler gelebt hat.

Ein absolut lesenswertes Buch für alle, die sich für Geschichte, Fotografie und Journalismus interessieren.

Ein literarisches Genie wird 100: Truman Capote

30. September 2024

Heute vor 100 Jahren am 30. September 1924 wurde eines der größten literarischen Genies geboren, dessen Bücher ich verschlungen habe: Truman Capote

Vor allem seine Bücher Frühstück bei Tiffany und noch mehr Kaltblütig sollte jeder gelesen haben.Zusammen mit meinem geliebten Tom Wolfe und Hunter S. Thompson gehört Truman Capote zu den bedeutendsten Vertretern des New Journalism. Ich habe diese Richtung im US-Journalismus immer bewundert. Ich selbst komme von der klassischen deutschen Journalismusschule.

New Journalism ist eine journalistische Stilrichtung, die in den 1960er und 1970er Jahren in den USA aufkam und traditionelle Berichterstattung mit literarischen Techniken kombinierte. Autoren dieser Bewegung nutzten Erzählweisen, die eher aus der Fiktion bekannt sind, um ihre Berichte lebendiger und intensiver zu gestalten. Statt Ereignisse nüchtern wiederzugeben, setzten sie auf szenische Darstellungen, detaillierte Beschreibungen und Dialoge, um die Protagonisten und ihre Interaktionen authentisch darzustellen. Dabei wurde häufig eine narrative Struktur verwendet, die Spannungsbögen und Charakterentwicklung beinhaltete, ähnlich wie in Romanen.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal des New Journalism war die Subjektivität. Im Gegensatz zum traditionellen Journalismus, der Objektivität anstrebt, ließen die Autoren ihre eigene Perspektive und Meinungen in die Geschichten einfließen und wurden oft selbst zu Akteuren innerhalb der Erzählung. Außerdem legten sie großen Wert darauf, die psychologische Tiefe ihrer Protagonisten zu beleuchten, indem sie deren Gedanken, Emotionen und Motivationen detailliert darstellten.

Als Schauspieler
Truman Capote scheint als Mensch schwierig gewesen zu sein, aber ich kenne ihn natürlich nicht. Es gibt bei YouTube ein paar Interviews. Aber es gibt auch einen wunderbaren Film, in dem er einen verschrobenen Millionär spielt. Eine Leiche zum Dessert (1976) ist eine humorvolle Krimikomödie, in der fünf berühmte Detektive zu einem mysteriösen Abendessen eingeladen werden, um einen Mordfall zu lösen. Truman Capote spielt in diesem Film den exzentrischen Gastgeber Lionel Twain. Seine überzeichnete, schrullige Darstellung verleiht der ohnehin skurrilen Atmosphäre des Films zusätzlichen Witz. Obwohl Capote als Schauspieler ungewohnt ist, sorgt sein Auftritt für eine ironische, fast selbstparodistische Note und fügt der verrückten Handlung eine weitere charmante Ebene hinzu. Leider gibt es den Film bisher nur auf DVD und nicht auf deutscher Bluray.

BBC öffnete das Soundarchiv

29. September 2024

Mit meinem Tascam Portacapture X8 gehe ich immer wieder auf die Jagd nach Tönen und Sounds aller Art. Meine Bekannten nennen mich respektvoll den „Geräuschesammler“. Ab und zu brauche ich diese Geräusche für Videos oder Installationen. Früher hatte ich sogar mal Geräuscheschallplatten und heute sind in vielen Audio-Programmen auch Geräuscheclips zu finden. Aber der Sammler weiß, man kann nicht genug Töne haben.

Nun eröffnete sich für meine Sammlung ein riesiger Schatz. Die BBC öffnete ihr Soundarchiv zum kostenlosen Download.
Im Moment gibt es 33066 Sounds zum Download – eine Fülle von Clips. Die Auswahl auf der Website ist einfach nach Kategorien, Länge und Herkunft geordnet. Die Sucheingabe muss auf Englisch erfolgen. Lassen Sie uns diesen Schatz heben.

Ich träume auch mal von Musik aus Geräuschen. Irgendwann auch mal für Kompositionen für Musique concrète. Musique concrète ist eine Kompositionstechnik, bei der mit aufgenommenen und auf Tonträgern gespeicherten Klängen komponiert wird. Diese Aufnahmen können sowohl eingespielte Instrumente als auch Alltagsgeräusche enthalten. Es gibt so tolle Vorbilder wie Pierre Schaeffer, Jean-Michel Jarre oder Karlheinz Stockhausen. Damit das klar ist: ich werde nie in dieser Liga spielen, aber Spaß macht es sicher.

Gedanken an Dame Maggie Smith

28. September 2024

Dame Maggie Smith ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Die zweifache Oscar-Preisträgerin spielte sich in unser aller Herzen und war eine gefragte Schauspielerin. Als letztes spielte sie Brunhilde Pomsel, die Sekretärin von Joseph Goebbels. Ich habe das Stück nie gesehen.

Für meine Kinder war sie Professor Minerva McGonagall aus Harry Potter. Für meine Frau und mich war sie die Dowager Countess Violet Crawley in Downton Abbey.

Wir genossen ihre Interpretation der Aristokratin und sobald sie auf dem TV-Schirm auftauchte, zauberte sie uns ein Lächeln ins Gesicht. Natürlich war Maggie Smith mehr als die beiden populären Figuren – sie war für die Briten auch Shakespeare, für Spielberg die Wendy in Peter Pan und viele, viele Rollen mehr.

In Downton Abbey gibt es eine Szene, die ich besonders liebe. Es ist aus der Season 1, Episode 2 – The Great War. Die furchteinflößende, scharfzüngige und zugleich witzige Aristokratin fragt, was ein Wochenende ist, als Matthew es in einem Gespräch erwähnt. Köstlich und lehrreich zugleich. Bis in die 1950er Jahre war das, was die britische Mittelschicht ein „Wochenende“ nannte, für die Aristokratie „Samstag bis Montag“. Selten wurden Klassenunterschiede in Britannien so genial dargestellt.

Und ich liebe die Interpretation von Sir Ian McKellen über Maggie Smith über die Oscar-Verleihung von Herr der Ringe und der gemeinsame Besuch im Thronsaal von Buckingham Palace. Köstlich.

Meine kleine Fototour auf der Wiesn 2024

27. September 2024

Neulich hatte ich ein Videointerview mit dem großen deutschen Leica-Fotografen Herbert Piel und seitdem nagt das schlechte Gewissen in mir. Piel war eine Inspiration. Ich muss wieder mehr fotografieren.

Zwar mache ich Tag ein, Tag aus Fotos mit der Fujifilm X100V oder mit dem iPhone, aber diese sind entweder für Kunden oder fürs Archiv, damit ich bei Produktionen schnell auf eigene Schmuckfotos zurückgreifen kann ohne Agenturen zu bezahlen. Aber ich fotografierte in letzter Zeit weniger, um meiner selbst willen – und das wurde mir durch das Interview mit Herbert Piel wieder klar. Das musste ich ändern.

Motive liegen eigentlich auf der Straße – und da ich im Einzugsgebiet von München wohne, haben wir eine touristische Weltattraktion, die auf jeden Fall tolle Motive hergibt: Die Wiesn – das Oktoberfest.

Ich hatte einen Termin beim Käfer und packte die Kamera ein und machte auf Streetfotografie. Und ich erinnerte mich an alte Zeiten, als ich mit dem Schwarzweiß-Film unterwegs war. Also die Kamera auf SW umgestellt, dass ich nicht in die Verlegenheit komme, doch in Farbe zu fotografieren. Notfalls kann ich das iPhone zücken. Jetzt verstehe ich, warum Leica die Leica M10 Monochrom herausgebracht hat.

Im Grunde bin ich kein Wiesn-Fan. Es ist mir zu voll, zu laut, zu teuer, aber fotografisch ist das Oktoberfest eine Herausforderung. Klar ist, dass man aufgrund des Paparazzi-Paragrafs keine Menschen im Suff ablichtet. § 201a regelt die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen. Also machte ich mich auf Motivsuche. Ich will positive Atmosphäre einfangen: Spaß, Überraschung, Genuss – Menschen, die sich amüsieren und dabei Mensch bleiben. Ich will niemanden bloßstellen.

Ich verwende meine Fujifilm X100V mit dem eingebauten Reportageobjektiv 23 mm Festbrennweite. Das Nachfolgemodell X100VI ist seit Frühjahr bestellt, aber noch immer nicht angekommen. Die ISO ist auf 12800 hochgedreht, schließlich bin ich abends unterwegs. Kein Blitz oder Stativ als Hilfsmittel – alles aus der Hand geschossen. Bild erkennen, einatmen, fixieren, abdrücken, ausatmen, so hab ich es gelernt.

Der Weg führte mich von der S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke zur Theresienwiese. Im Moment hielt das Wetter, aber Regen lag schon in der Luft. Das Sicherheitskonzept funktionierte, ich hatte keinen Rucksack dabei, also keine Probleme. Schmerzlich ist für mich immer das Mahnmal zum Wiesn-Attentat 1980. Ich war damals als kleiner Bub mit meinen Eltern einen Tag vorher auf der Wiesn. Wenn ich auf die Wiesn gehe, dann lege ich hier immer und meine wirklich immer eine Gedenkminute ein.

Dann streifte ich durch die Gassen und Wege und sog die Eindrücke auf: Musik, Lachen, Hendl, gebrannte Mandeln. An den Buden blieb ich stehen, hielt mich im Hintergrund und suchte. Ich hatte mir dieses Mal vorgenommen, meine Aufnahmetechnik zu ändern. Von meiner journalistischen Fotoausbildung habe ich immer versucht, meine Motive im Vollformat zu fotografieren. Das heißt, ich hab gelernt nicht nachträglich zu schneiden oder herauszuvergrößern. Darauf verzichtete ich dieses Mal bewusst. Die Auflösung der Kamera gibt es her, dass ich aus den Dateien einzelne Bildschwerpunkte herausvergrößere und auch den Bildausschnitt ändere. Unbewohnt und bei der Nachbearbeitung aufwendiger. Die Bilder selbst habe ich nicht nachbearbeitet. Also viel Spaß mit meinen Wiesnbildern.

Mitgliederversammlung der Aktion PiT Togohilfe mit Technikeinsatz

26. September 2024

Ohne Ehrenamt funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Ich engagiere mich beispielsweise in der Aktion PIT Togohilfe, u.a. weil das Thema Migration aktuell im politischen Populismus untergeht und Menschen auf der Strecke bleiben. Seit Jahren engagiert sich die Organisation in westafrikanischen Togo mit Patenschaften, Gesundheitsprojekten, Brunnenbauen, Schulspeisungen, Ausbildung, damit die Afrikaner ihr Land aufbauen.

Jetzt war die Mitgliederversammlung samt Neuwahlen. Die Ämter sind fast alle gleich geblieben, nur der Vorstandsposten des verstorbenen Altbürgermeisters von Maisach Gerhard Landgraf wurde ersetzt. Ich darf auch wieder dem Vorstand um Margret Kopp angehören. Danke für das Vertrauen.

Informationen über die Aktion PIT Togohilfe gibt es auf der Website. Aber ich will über die Vorstandswahlen kurz berichten, denn sie waren in dieser Form für den Verein etwas neues. Der stellvertretende Vorsitzende Andy Kopp weilt derzeit bis Dezember in Togo, um die Projekte zu betreuen und neue Togoreisen auf die Beine zu stellen. Wir haben ihn via Zoom in unsere Mitgliedersammlung dazu geschaltet und somit eine hybride Mitgliederversammlung daraus gemacht. Ein erkrankten Mitglied war auch via Zoom dabei und unser afrikanischer Partner Dr. Michel Kodom von Aimes-Afrique war auch dabei uns sprach ein Grußwort.

Das Besondere: Wir setzen meine 360 Grad Konferenzkamera KanDao Meeting Pro 360 ein. Hier konnten die zugeschalteten Teilnehmer der Mitgliederversammlung alle Besucher der der Veranstaltung im lokalen Gasthaus zur Post in Fürstenfeldbruck sehen.

Die Faszination einer 360-Grad-Konferenzkamera wie der KanDao Meeting Pro 360 liegt in ihren innovativen Eigenschaften, die das virtuelle Zusammenarbeiten maßgeblich verbessern. Durch die umfassende Rundumsicht erfasst die Kamera den gesamten Raum ohne tote Winkel, sodass alle Teilnehmer unabhängig von ihrer Position optimal dargestellt werden. Dies schafft ein immersives Erlebnis, bei dem sich die Teilnehmer am virtuellen Tisch stärker eingebunden fühlen, da sie eine realistische und vollständige Sicht auf alle Anwesenden haben.

Die einfache Einrichtung und Bedienung sind für mich weitere Merkmale der KanDao Meeting Pro 360. Dank Plug-and-Play-Funktionalität lässt sich die Kamera mühelos in bestehende Konferenzsysteme integrieren, ohne dass komplizierte Installationen erforderlich sind. Die benutzerfreundliche Oberfläche ermöglicht zudem eine intuitive Steuerung und einfache Handhabung, selbst für weniger technikaffine Nutzer. Die Integration mit Zoom ist simple – einfach als Kamera auswählen.

Hochwertige Bild- und Tonqualität tragen ebenfalls zur Faszination dieser Konferenzkamera bei. Mit einer 4K-Auflösung liefert sie klare und scharfe Bilder, die für eine professionelle Präsentation und Kommunikation unerlässlich sind. Die räumliche Audiotechnologie, bestehend aus integrierten Mikrofonen und Lautsprechern, erfasst und gibt den Ton in 360 Grad wieder, wodurch eine natürliche Gesprächsatmosphäre geschaffen wird. Um die Kommunikation von Deutschland mit Afrika zu intensivieren, werden wir die Technik verstärkt einsetzen. Vielleicht schaffen wir eine Kamera auch mal nach Togo, damit Zuseher einen noch besseren Eindruck von diesem Land bekommen.

Ehrenamtliches Engagement ist wichtig

Ich habe mir überlegt, ob ehrenamtliches Engagement wichtig ist. Meine ganze Familie hat ehrenamtliche Jobs. Für mich ist es ein wichtiges Zeichen in der Demokratie. Zuviele Leute schreien mir nach einen übergeordneten Staat, der ihr Leben richten soll.

Ehrenamtliche Tätigkeit ist wichtig, weil sie das gesellschaftliche Miteinander stärkt und Gemeinschaften unterstützt. Freiwillige tragen dazu bei, soziale Probleme zu lindern, benachteiligten Gruppen zu helfen und lokale Projekte voranzutreiben. Darüber hinaus fördert ehrenamtliches Engagement persönliche Weiterentwicklung, indem es Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation und Empathie verbessert. Es schafft zudem ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Sinns, sowohl für die Freiwilligen als auch für die Empfänger ihrer Hilfe. Insgesamt leistet ehrenamtliche Arbeit einen wertvollen Beitrag zur sozialen Stabilität und zum Wohlbefinden der Gesellschaft.

Der Damm bricht: 20 Minuten setzt KI-Bilder ein

25. September 2024

Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Als Fan von Künstlicher Intelligenz bin ich entsetzt, was Zeitungskollegen aus der Schweiz da angerichtet haben. Sie haben nicht nur die eigenen Leser belogen, sondern der gesamten Presse einen Bärendienst erwiesen.

In dem Boulevardblatt 20 Minuten wurde zum 25. Geburtstag der Zeitung Grußworte der Leser der Zeitung veröffentlicht. An sich ist der Einsatz von Testimonials eine gängige Praxis der Leser-Blatt-Bindung. Allerdings stammen zwei Fotos und Zitate der Seite von der Künstlichen Intelligenz und nicht vom menschlichen Leser. Und diese Maßnahme wurde nicht gekennzeichnet. Hier mal die ganze Seite vom 11. September zur Übersicht.

Und hier die von der KI generierten Fotos: „Ich schätze 20 Minuten, weil die Berichterstattung neutral und sachlich ist. Dadurch fühle ich mich gut informiert und kann mir meine eigene Meinung bilden, ohne das Gefühl zu haben, in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden“, erklärt uns Darrell (23) in der Mitte der Seite. Und dann, etwas kleiner, lässt uns Remo (28) wissen: „Mit 20 Minuten weiss ich immer, was los ist. Schnell und easy – danke!“

Als es zum Protest in der Schweiz kam, erklärte Chefredakteurin ­Désirée Pomper in der Zeitung und auf der Website, dass dies ein „fundamentalen Verstoß“ gegen die eigenen publizistischen Leit­linien sei: Zwei Mitglieder der Redaktion hätten „in Eigen­initiative zwei Fotos von vermeintlichen Lesern mit Künstlicher Intelligenz generiert“ und publiziert.

Das Kind ist in den Brunnen gefallen und die Glaubwürdigkeit der Presse hat gelitten. Die Büchse der KI-Pandora ist geöffnet, der Geist ist entwichen. Die Glaubwürdigkeit der Presse ist beschädigt, da wird 20 Minuten in den gleichen Topf mit der gesamten Presse geworfen. Die Büchse der KI-Pandora ist geöffnet. Klingt dramatisch, aber wenn wir ehrlich sind, sind es nicht die KI-Tools, die die Glaubwürdigkeit der Presse angreifen – es sind die Menschen, die sie missbrauchen. Und das Problem liegt darin, dass die Leute die Büchse der Pandora selbst geöffnet haben und dann schockiert sind, dass KI eben kein Zauberstab ist, sondern ein Werkzeug. Vielleicht sollten wir die Technik nicht verteufeln, nur weil wir zu faul oder inkompetent sind, sie richtig zu nutzen.