Archive for the ‘Musik’ Category

Mein persönlicher Star Trek-Song

27. Dezember 2009

Im Moment bin ich wieder auf meinen persönlichen Star Trek-Trip. Ich mag das Enterprise-Universum, mir gefällt die Moral der Geschichten, neues Leben und Zivilisationen zu entdecken. Irgendwie bin ich ja auch so eine Art Forscher geworden.

Da passt ein Musikstück meiner Jugend gerade richtig. Kennt noch jemand: The Firm – Star Trekkin‘? Ein geiler Song und im Keller hab ich sogar noch die Single. Es muss um 1987 gewesen sein, als mir dieser Ohrwurm nicht mehr aus dem Ohr ging. Und noch heute in unbeobachteten Momenten, wie beim Duschen, summe ich die Zeilen: „Star Trekkin‘ across the universe“. Dazu gibt es die Enterprise-Sprüche wie „It’s life, Jim, but not as we know it“ oder „We come in peace and shot to kill“. Das Kinderliedchen wurde komponiert von John O’Connor, aber nicht der aus Terminator.

Schaut euch das Video an und singt künftig mit: „Star Trekkin‘ across the universe“.

Zum 29. Todestag von John Lennon

8. Dezember 2009

Wer diesen Blog liest, der weiß, dass ich die Beatles mag. Das Gesamtkunstwerk Beatles ist einfach eine Schau und die vier Kameraden machten eine coole Mucke. Doch wer war der beste Beatle? Wir wissen längst die Antwort: Die Mischung machts. Keiner wäre alleine so weit gekommen, nur als Quartett ging es steil bergauf. Paul war der Mädchenschwarm, John eher was für den Intellektuellen, George für den Mystiker und Ringo für den derben Humor. Irgendwie ist Ringo für mich der Glückspilz des Jahrtausends. Sein musikalisches Können ist überschaubar und trotzdem hat er zusammen mit seinen Kumpels die Musik auf den Kopf gestellt.

Immer wieder gab es Überlegungen und Hoffnungen, die Beatles wieder zu vereinen. Doch vor 29 Jahren war Schluss damit. Der Irre Mark David Chapman erschoss John Lennon vor dessen damaligen Wohnort, dem Dakota-Gebäude in New York. Dort wurde ja auch der geniale „Rosemaries Baby“ vom Kinderschänder Roman P. gedreht.

Am nächsten Tag kam ich in die Schule und alle Mädchen weinten. So etwas hatte ich zuvor nur beim Tod von Elvis erlebt als mich meine Mutter nachts weckte und mit Tränen in den Augen sagte, dass der King tot sei. Bei Lennon hatte sie nicht geweint, er hatte wohl zu lange Haare. Aber Elvis hat sich selbst auf dem Gewissen, zuviel von allem. John Lennon wurde eiskalt erschossen. Der Rebell, der von einem Fan umgebracht wurde. Das hat mich damals und auch heute tief getroffen. Kaum ein anderer Tod eines Musikers verstörte mich so sehr, wie der Tod von John Lennon. Ich war traurig, als ich vom Tode Richard Wrights und Eric Woolfsons erfuhr, ich war sehr betroffen, als Johnny Cash von uns ging. „There was a man“ lautete kongenial der Nachruf seiner Plattenfirma.  Meine Gitarrenpläne gab ich auf, als Stevie Ray Vaughan abstürzte mit dem Heli, der für Eric Clapton gedacht war. Als George Harrison von uns ging, verloren wir alle einen guten Menschen und das ist ein Verlust. Aber der Tod von Lennon entsetzt mich auch heute noch.

Dylan-Video zu Weihnachten: Must be Santa

6. Dezember 2009

Großartig und mit viel Humor ist Bob Dylan bei der Sache. Zu seiner Polka „Mut be Santa“ hat er ein schönes Video drehen lassen und mit der Zausel-Frisur spielt der Meister sich selbst. Zum Album „Christmas in the heart“ hab ich bereits gebloggt. Und hier kommt das Video.

Zum Tode von Eric Woolfson

3. Dezember 2009

Eric Woolfson ist tot. Für viele Fans von Alan Parsons Project geht damit ein Traum zu Ende, das legendäre Studio-Duo wieder vereint zu sehen. Wie jetzt bekannt wurde, starb Woolfson am vergangenen Mittwoch an Krebs. Er wurde nur 64 Jahre alt. Es ist müßig, die Biografie des Musikers zu erläutern. Die Zusammenarbeit mit Alan Parsons war legendär.

1976 kam für mich eine der besten LPs auf dem Markt: Tales of Mystery and Imagination, inspiriert von den Geschichten Edgar Allan Poes. Auch zuletzt fühlte sich Woolfson noch dem amerikanischen Schriftsteller verbunden und komponierte das Musical Edgar Allan Poe. Allerdings ist es schauerhaft, wie ich finde. Es läuft noch bis Juni 2010 in Halle an der dortigen Oper.

Ich hatte alle Platten von Alan Parsons und hörte sie am laufenden Band. Ich kannte jeden Kratzer, beispielsweise bei Pyramid, erste Seite, erstes Lied. Als ich später die CD kaufte und der Kratzer natürlich nicht drauf war, war ich irgendwie verstört. Immer wieder frage ich mich: Was ist eigentlich die beste Alan Parsons Project Platte? Von Tales natürlich einmal abgesehen: Ich mag The Turn of a Friendly Card von 1980, die Glückspielplatte. Eye in the Sky von 1982 ist auch fein mit dem Überwachungsgedanken von George Orwell oder ist es I Robot von 1977 nach den Robotergeschichten von Asimov?

Wenn ich ehrlich bin, hab ich alle Alben seit Monaten nicht mehr gehört.Ok für morgen ziehe ich mir Tales of Mystery and Imagination wieder auf den iPod und denke an Eric Woolfson und die schönen Zeiten. Danke Eric für dein Schaffen.

Ich hab über Alan Parsons auch schon hier und über Edgar Allan Poe hier gebloggt:

FVM productions visualisiert Danny Fresh-Video

30. November 2009

Ok, ich mag keine Rap-Musik, aber dennoch möchte ich auf eine interessante Produktion in 3D hinweisen, die mir vor kurzem begegnet ist. FVM productions aus Salach, einem Kaff in Baden Württemberg, produziert für Danny Fresh das Musikvideo „Zahl nix dafür“. Das Video ist gut gemacht und auf Francesco Faranna mit seinem Team bei FVM productions sollte man achten.

Das 3D-animierte Musikvideo wurde im FVM productions Studio vor Green Screen aufgenommen und danach in deren Multimedia-Werkstatt digital erstellt. Derzeit läuft das Video auf MTV. Der Mannheimer Rapper vertraut auf die Video- und Animationskompetenz des FVM Teams um Francesco Faranna. Damit setzt Faranna seinen Weg vor. Hat er sich doch durch Video-Produktionen und 3D-Animationen für das Musik-Label Nuclear Blast und Arbeiten für viele andere Musiker einen Namen gemacht. Wie gesagt, ich mag die Musik nicht, aber die Arbeit von FVM productions schätze ich sehr.

Danny Fresh wurde zunächst vor Green Screen abgefilmt und dann im Rechner nachbearbeitet. Dort wurde die gesamte Umgebung, in der der Rapper sich bewegt digital erstellt, mit Hintergründen, Formen und visuellen Effekten versehen und anschließend mit der Musik synchronisiert. Das gesamte Compositing wurde von FVM productions durchgeführt. Mit einer frisch aufgerüsteten Serverfarm verfügt FVM productions über alle technischen Voraussetzungen, solche komplexen Kombinationen aus realem Film und digitaler Produktion zu realisieren.

Der Mannheimer Rapper will absichtlich mit seiner Forderung: „Zahl nix dafür“ provozieren. Danny Fresh ist Popakademie-Dozent aus dem Umfeld der Söhne Mannheims und ruft ironisch zum illegalen Download von Musikstücken auf. Er votiert für mehr Qualität im Deutschen Rap und HipHop und distanziert sich von dümmlichen Produktionen in diesem Genre. Das Video ist eine Visualisierung des Liedes. Wie auch der Song bewegt es sich immerzu und bietet einen großen Fundus an Anspielungen. FVM productions unterstrich mittels fein abgestimmter Symbolik die gewünschte Aussage des Künstlers, blieb dabei jedoch immer subtil und auf hohem Niveau. So gibt es auch außerhalb des roten Fadens eine Menge zu entdecken.

Beatles Rock Band legt nach

17. November 2009

Beatles bei EMI in Köln

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Musikindustrie mit dem Weg ins digitale Zeitalter mehr als schwer tut. Es hat lange gedauert, bis sich die Konzerne an iTunes und Amazon gewohnt haben, die Konzerne hätten gerne eigene Vertriebsstrukturen. Aber: Der Vertrieb von CDs bringt die goldene Zeiten der Schallplattenindustrie mit ihren Superhits nicht mehr zurück.

Die Gaming-Industrie liegt dagegen mehr im Trend. Es werden in den USA mehr Spiele verkauft als Kinokarten. So ist es nur sinnvoll, Musik und Games miteinander zu verbinden. Die Guitar-Hero-, Sing-Star- und Rock-Band-Serien machen es vor, wie es geht, um digitale Dollars zu verdienen. Queen, Abba, Metallica – alles gute Produkte, die Spaß machen. Jüngstes Beispiel für mich persönlich seit September: Beatles Rock Band.

Die Pilzköpfe gehören zu den Kulturgütern der Popmusik und ich habe mich sehr gefreut, als Rock Band Beatles für die PS3 erschienen ist. Gleich gekauft und abends jammt die ganze Familie „Lucy in the sky with diamonds“. Das bringt Stimmung, das macht Spaß und die Musikindustrie darf vorerst weiterleben.

Heute gibt es was Neues für John, Paul, George und Ringo: „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ erscheint als zweites Trackpack für The Beatles Rock Band.

„Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ ist nach „Abbey Road“ das zweite für The Beatles Rock Band erhältliche Komplettalbum seit der Veröffentlichung des Spiels am 9. September 2009. Darüber hinaus ist „All You Need Is Love“ ebenfalls im The Beatle: Rock Band Music Store erhältlich und mit bisher mehr als 100.000 Downloads überaus erfolgreich.  Mit den Erlösen aus der Rock Band-Franchise setzen Apple, MTV Games und Harmonix ihre Unterstützung der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ auch in Zukunft fort.

Die komplette Trackliste des Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band Trackpacks sieht wie folgt aus:

Fixing A Hole

She’s Leaving Home

Being For The Benefit of Mr. Kite!

Within You Without You

When I’m Sixty-Four

Lovely Rita

Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Reprise)

A Day In The Life

ELP sind wieder da

13. November 2009
ELP sind wieder da
Durch Zufall bin ich auf eine für mich schöne Nachricht gestoßen: Emerson, Lake & Palmer sind wieder vereint. Damit ist eine Band meiner Jugend wieder live zu sehen und wenn sich die elenden Streithähne Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer wieder vertragen, kommt sicherlich auch eine CD und DVD. Die Soloprojekte der Herren waren nicht so doll und so ist es nun an der Zeit mal wieder Geld zu verdienen. Es müssen Leute wie mich gemolken werden, die immer noch am Art-Rock-Tropf hängen.
Die alten Herren spielen am 25. Juli 2010 als Headliner des „High Voltage Festival“, eines neuen Klassikrock-Events in London. Die neue Website der Band sagt noch nichts aus. Auf der Website ist außer einem Nachruf auf den ersten Manager der Band Dee Anthony noch nichts zu finden. Anthony starb im Alter von 83. Jahren und verhalf vielen Musiker zum Durchbruch, darunter Joe Cocker, Jethro Tull oder Ten Years After und Traffic.
ELP waren mit ihrem Bombastrock für mich die Größten. Genesis waren wegweisend, Yes virtuos, doch ELP machten richtig den dicken Maxe. Nur noch King Crimson um Robert Fripp waren noch einen Tick besser und elitärer. Doch nach und nach lief der Rockdino sich tot. Der Punk versetzte der Band den Todesstoß. Dann begann die Leichenfledderei. So genannte offizielle Bootlegs wurden veröffentlicht, seltsame Live-Platten kamen in den Umlauf und wer hinhörte, musste (leider) feststellen: Goldkelchen Greg Lake hat Probleme mit der Stimme. Sei es drum. Ich bin gespannt, was ELP wieder bringen: 40 Jahre nach dem Kanonenknall des Isle of Wight-Festivals will es die Altmännerband noch mal wissen.

Der Kraftwerk-Katalog liegt vor

12. November 2009
Der Kraftwerk Katalog
Endlich, nach fünf Jahren Ankündigungszeit liegt der Katalog von Kraftwerk vor. Und das Warten hat sich gelohnt. Das Kompendium enthält acht Kraftwerk-Alben im zeitgemäßen Sound. Die Musik wurde überarbeitet und remastered.Ich bin eigentlich jemand, der Probleme mit überarbeiteten Versionen hat und höre die Beatles auch lieber in Mono als in Stereo. Aber die Neuauflage von Kraftwerk ist ein Ohrenschmaus allererster Güte.
Über die musikalische Qualität brauchte ich nichts zu schreiben. Kaum eine Band, die ihrer Zeit soweit voraus war und den Weg für Elektropop und Techno ebnete. Die Liste der beeinflussten Musikanten ist enorm. Die Musik aus dem Düsseldorfer Kling-Klang-Studio hat Geschichte gemacht. Kritiker werden jetzt einwerfen: Schade, dass die ersten drei Kraftwerk-Platten nicht Teil des Katalogs sind. Vielleicht liegt es daran, dass sie noch mit analogen Equipement eingespielt wurden und die Zeit noch nicht reif war. Vielleicht will die Kapelle später noch ein paar Euro verdienen. Egal, es ist, wie es ist. Die Veröffentlichung von Der Katalog (German Box Set) ist genial
Die überarbeiteten Aufnahmen klingen frischer, klarer und geben den Songs mehr Tiefe. Überrascht bin ich bei einigen Titeln über den neuen Klang und entdecke neue Tiefen. Ich dachte, dass das Rauschen und Knacken wohl bei einigen Songs zum Sound gehörte. Aber es waren wohl einfach nur Aufnahmestörungen. Schon alleine dafür hat sich die Anschaffung des Katalogs gelohnt.
Die acht Alben sind: Autobahn, Radio-Aktivität, Die Mensch-Maschine, Trans Europa Express, Computerwelt, the Mix, Techno Pop, Tour de France.
Natürlich kann man jetzt meckern, denn fein wären noch Maxi-Versionen, Videos oder Demos. Aber was soll es? Ich schätze Kraftwerk, mag sie sehr gerne, aber jeden Piep muss ich auch nicht besitzen. Die Perlen der Musikgeschichte hab ich jetzt im neuen Sound und das ist gut so.
Zur Auswahl stehen die englische und die deutsche Version des Katalogs, wobei ich persönlich die deutsche bevorzuge. Hier gehört der Gesang einfach zum Programm.
Ein Lob auch an die Ausstattung des Katalogs. Dem Schuber liegen in LP-Größe die Booklets der damaligen Langspielplatten bei. Das macht Spaß beim Blättern und beim Erinnern. Schlicht die Verpackung der Box: Weiß, Band-Icon und innen die Abfolge, 1,2,3… Mastermind und Radfahrer Ralph Hütter gab den Kollegen vom Stern ein schönes Interview, um den Verkauf des Katalogs anzukurbeln. Schöner Ausspruch: „Statik passt einfach nicht zu unserer Musik.“ Zur Veröffentlichung sagte Hütter: „Das war einfach lange fällig. Die Qualität, die bisher auf dem Markt ist, stammt aus der Zeit der Vinylalben. Da mussten wir einfach mal in die KlingKlang-Archive und das alles aufarbeiten.“ Damit ist eigentlich alles gesagt.

Komplette Beatles auf einem USB-Apfel

10. November 2009

 

die Beatles auf einem Apfel
Christkind aufgepasst: Am 7. und 8. Dezember 2009 veröffentlicht EMI einen USB-Apfel mit den kompletten remasterten Beatles-Alben als FLAC 44.1 Khz 24 bit und MP3 320 Kbps. Der Apfel hat einen USB-Anschluss und ist bereit für PC und Mac.Und: Der Sammler muss ihn haben, damit er noch morgen kraftvoll zubeißen kann. Einziger Nachteil: Das gute Teil ist auf 30.000 Exemplare limitiert und die gehen weg wie warme Semmeln. Der US-Store von EMI meldet schon jetzt: AUSVERKAUFT!
Der Apfel enthält folgende Alben mit einer Größe von 16 GByte: Please Please Me, With The Beatles, A Hard Day’s Night, Beatles For Sale, Help!, Rubber Soul, Revolver, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, Magical Mystery Tour, Yellow Submarine, The White Album, Abbey Road, Let It Be und Past Masters. Dazu gibt es noch eine Mini-Dokumentation, die nicht der Rede Wert ist.
Bisher gibt es die Beatles-Alben offiziell nicht zum Download in iTunes und Co. Immer wieder heißt es, dass die Beatles dort veröffentlicht werden sollen. Neulich hat Paul gesagt, er wäre ja bereit dazu, doch EMI noch nicht. Und dies wird wohl auch der Grund sein: EMI und Apple Corp. will nochmal Geld machen. Der USB-Apfel ist ein Beispiel dafür.

 

Reingehört: Bob Dylan „Christmas in the heart“

13. Oktober 2009

Bob Dylan „Christmas in the heart

Das 47. Album des Meisters ist da und es ist bizarr. Bob Dylan hat die CD „Christmas in the heart“ veröffentlicht. Sie enthält 15 amerikanische Weihnachtsschnulzen im Country-Stil. Die Klassiker, wie „Stille Nacht“ oder „Jingle Bells“ blieben uns aber erspart. Wir brauchen keine Angst zu haben, eine Schmalzplatte im Stile eines Elvis Presley, Bing Crosby, Johnny Cash oder Frank Sinatra vorgesetzt zu bekommen, schließlich reden wir von Dylan. Aber die Scheibe geht nach dem mehrmaligen Anhören immer noch nicht ins Ohr. Sie regt auf, wenngleich aus anderen Gründen wie frühere Dylan-Platten.

Der Hintergrund zur „Christmas in the heart“: Die Erlöse aus dem Verkauf der CD spendet er dem Welternährungsprogramm und der Organisation Crisis UK. Diese verteilt in der Weihnachtswoche rund 15000 Mahlzeiten an Obdachlose. Chapeau Bob, das ist eine Idee. Kritiker werden mal wieder maulen, dass es eine geniale Marketingidee ist – was sie ohne Zweifel ist. Aber es ist eine gute Sache und nährt den Ruf, dass Dylan die Welt doch nicht egal ist.

Wer die perfekt eingespielten Songs anhört, bekommt immer wieder das Bild eines Hobos vor Augen, der bei der Speisung der Heilsarmee mitsingt. Es ist noch Suppe am Weihnachtsabend da. Irgendwie höre ich die Stimme eines Mannes, der die Nacht auf den Parkbänken verbringt und sich an die Weihnachtslieder seiner behüteten Jugend erinnert. Das Chamäleon Dylan hat wieder eine seiner Masken aufgesetzt, dieses Mal ist es die Wohltätigkeitsverkleidung. Aber es ist gut, wenn sich Millionär Dylan den Armen zuwendet als wenn er nichts tun. Die Einspielung ist makelos. Seine Begleitband umfasst die aktuelle Tourmannschaft Tony Garnier, George Receli, Donnie Herron, David Hidalgo, Phil Upchurch und Patrick Warren und dazu gibt es einen Bubu-Chor – genial und die Spielfreude der Herrschaften überträgt sich sofort.

Und Dylan? In den vergangenen Jahren habe ich Dylan nie so intensiv und inbrünstig singen hören. Der Mann hat einfach Stil und in mir spricht der Dylan Fan, der das Gesamtwerk des Meisters schätzen und lieben gelernt hat. Ich rege mich nicht mehr auf, wenn Dylan eine seiner berühmten Kehrtwendungen macht, sei es Folk zu Rock zu Country zu Schlager zu Rock zu Pop zu Show zu Gospel zu Rock zu Country zu Weihnachtsmucke. Die Lieder sind allesamt Fremdkompositionen wie zu Zeiten von „World Gone Wrong“ und „Good As I Been To You“. Hier wurden die amerikanischen Wurzeln verarbeitet und auch bei „Christmas in the heart“ ist dies der Fall. Weihnachtslieder gehören zur amerikanischen Kultur. Ein weiterer Beitrag von „His Bobness“ zur Verarbeitung der Musik in seinem Land. Für Fans ist „Christmas in the heart“, für die anderen löst sie Kopfschütteln aus.

Update: Hier ist das Video zu Must be Santa