Archive for the ‘Medien’ Category

Atmen leben – Reisejournalismus im Web 2.0

21. Juni 2012

Reisejournalismus muss auch im Web 2.0 mit der Zeit gehen. Nur zu den schönsten Plätzen auf der Welt hinfahren und anschließend in Zeitung, Zeitschrift oder Blog darüber berichten ist zwar in Ordnung, aber es geht noch mehr. Die App „Atmen leben“ zeigt eine Möglichkeit, wie interaktiver Reisejournalismus aussehen kann.

Die arabische Welt hat es den beiden angetan. Meine beiden Bekannten Simone und Anton Ochsenkühn haben 2010 eine Radreise nach Istanbul unternommen und in ihrer App „Leben atmen“ darüber berichtet. Ich habe auch in meinem Blog darüber geschrieben. Das war im Web ein großer Erfolg. Jetzt setzt das Autorenpaar noch eines oben drauf. Dieses Mal geht es nach Marokko. Ziel ist das 3500 Kilometer entfernte Marrakech.

Auch dieses Jahr können wir wieder live dabei sein. Dank der kostenlosen App „Leben atmen“ können wir das Logbuch der Reise nachlesen. Alle Erlebnisse, die die beiden auf ihrer Gewalttour berichten, werden wir dank der App live verfolgen können.

Das ist eine besondere Art des interaktiven Reisejournalismus.Die App zeigt detailgetreu die GPS-Daten der Tour. Über das Logbuch werden die Radler ständig via Text-, Bild- und Filmbeiträgen berichten. Jeder Anwender kann Kommentare verfassen und den Reisenden Tipps mit auf den Weg geben.

Die Website der beiden gibt den bisherigen Stand der Reise, zeigt die Vorbereitungen und erklärt die App ausführlich.

Buchkritik: Ralph Lauren von Ralph Lauren

19. Juni 2012

Was mich immer wieder an kreativen Berufen fasziniert, ist die Tatsache, dass auch Seiteneinsteiger hier eine Chance haben. Ich lese gerade eine solche Erfolgsstory aus der Welt der Mode. Das Buch Ralph Lauren dreht sich um Ralph Lauren, dem Schöpfer des Modelabels Polo Ralph Lauren.

Die Collection Rolf Heyne brachte vor einiger Zeit einen rund 500 Seiten starken Wälzer auf den Markt, der anschaulich den Werdegang des Modedesigners wiedergibt und zwar aus der Sicht von Ralph Lauren selbst. Ich habe noch eine englische Ausgabe bekommen. Leider ist der Modeschöpfer kein begnadeter Schreiber, aber das muss er auch nicht. Der monumentale Band lebt vor allem von seinen Bildern und Stimmungen, die die ganze Vielfalt seiner Kunst zeigen. Aber auch die Biografie ist interessant. Aus kleinen Verhältnissen stammend arbeitete sich der junge US-Amerikaner Ralph hoch, begann 1967 seine Karriere mit Krawatten seiner Marke Polo. Es folgten Herrenkollektionen und erste Auszeichnungen der Modefachzeitschriften. Zur Ikone wurde er 1971 mit der Einführung des Polo-Spielers als Logo. Seit 1972 gibt es das Polo-Shirt und Ralph Lauren ist Teil der milliardenschweren Modeindustrie. Damenmode, Düfte, Zweigstellen und sogar Restaurants – alles mehrte den Erfolg des Selfmade-Millionärs. Solche Geschichten liebt Amerika. Und auch für Tragik ist Ralph Lauren bekannt: 1987 wurde bei ihm ein Gehirntumor entdeckt, der aber entfernt werden konnte. Auch das ist ein Teil der amerikanischen Erfolgsgeschichte. Berühmt wurde Ralph Lauren auch für seine Partys. 2007 rockte er zum 40. Geburtstag seines Unternehmens den Central Park, den er komplett mietete und eine fette Show abzog.

Für mich das Wichtigste ist aber seine Mode. Und die wird in diesem eindrucksvollen Buch Ralph Lauren gezeigt. Die Wandlung, der Stil. Mir gefallen vor allem die Sachen von 1972 als er beauftragt wurde, die Mode für den Film „der große Gatsby“ zu designen und zu überwachen. Ebenso bei einem meiner Lieblingsfilme „Stadtneurotiker“, in dem Woody Allen und Diane Keaton in den Kreationen des Meisters zu sehen sind.

In seinem Buch Ralph Lauren zeigt er wunderbare Bilder seiner Mode durch die Jahre. Diese Kleidung inspiriert mich, motiviert mich. Und Ralph Lauren öffnet für dieses Buch auch sein Privatarchiv und zeigt unbekannte Privataufnahmen. Und dies sind nicht nur Familienfotos, sondern auch Fotos von seiner Privatsammlung an Oldtimer. 17 davon wurden unter anderem 2011 in Paris ausgestellt.

Für mich ist Ralph Lauren Klischee und Abbild des amerikanischen Traums. Er hat für die Mode vieles erreicht und obwohl mir nicht alles an seinen Kreationen gefällt, muss ich zugeben: Die Welt wäre ärmer ohne Ralph Lauren.

Social Media: Kaum einer verbindet Online- und Offline-Geschäft

18. Juni 2012

„Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“. Diesen Spruch habe ich neulich auf einer Veranstaltung von Adobe gehört. Und er ist richtig. Wer über die richtigen Daten seiner Kunden verfügt, kann ihnen die richtigen Angebote machen. Wenn das Angebot auf den Kunden zugeschnitten ist, fühlt er sich nicht belästigt. Alles andere ist Spam.

Leider schaffen es Unternehmen nur bedingt, ihr Online- und Offline-Geschäft miteinander zu verknüpfen. Eine neue US-Studie von ExactTarget bestätigt mich in meiner Ansicht.

Die Studie „Retail Touchpoints Exposed“ von ExactTarget untersuchte Einkäufe im Internet und im Ladengeschäft derjenigen Einzelhändler, die von der Einzelhandelsorganisation National Retail Federation in ihrem Bericht „STORES 2011 Hot 100 Retail“ gelistet wurden. Danach nutzen lediglich 44 Prozent die Möglichkeit zum Nachkontakt via E-Mail mit Kunden aus den Ladengeschäften. Nur fünf Prozent von diesen personalisieren die E-Mails auf Basis der getätigten Einkäufe.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

Ladengeschäfte (95 der 100 „Hot 100“-Einzelhändler):

– 44 Prozent fragen an der Kasse nach der E-Mail-Adresse des Kunden

– 8 Prozent weisen im Geschäft auf ihre Twitter und Facebook-Aktivitäten hin

– 2 Prozent weisen im Geschäft auf Kontaktmöglichkeiten via E-Mail- oder SMS hin

– 2 Prozent bieten digitale Rechnungen per E-Mail an

Online (72 der „Hot 100“ mit Online-Shops):

– 51 Prozent haben bereits erlebt, dass Kundenfragen auf Facebook schneller von Fans als vom Unternehmen selbst beantwortet wurden

– 22 Prozent versenden E-Mails zu Warenkorbabbrüchen

– 21 Prozent personalisieren E-Mails auf Basis von getätigten Einkäufen

Ich bin mir sicher, dass sich diese Aussagen grundsätzlich auch auf deutsche Unternehmen übertragen lassen. ExactTarget hat hier eine gute Arbeit geleistet und Schwachstellen in den USA ermittelt. Jetzt gilt es diese Schwachstellen in deutschen Unternehmen zu analysieren und entsprechend zu handeln. Ich werde den Test mal in einen meiner nächsten Seminare für KMU machen.

Buchkritik: Fotoband Boy George von Didi Zill

16. Juni 2012

Als Kind wurde meine Begeisterung für Fotografie geweckt, als ich mit meinen Onkel einmal den Star-Fotografen der deutschen Bravo Didi Zill besuchte. Mein Onkel musste Zill, der in einer Villa in München Grünwald residierte, etwas bringen und ich kleiner Knirps war dabei. Es war Winter und ich hatte einen roten Schal um. Zill, der gerade in einer Fotosession mit der englischen Band The Sweet war, wollte wohl freundlich sein und lud mich ein, die Session zu beobachten. Irgendwann nahm Sweet-Sänger Brian Connolly meinen Schal und setzte sich in Szene. So kam mein roter Schal auf ein Titelbild der Bravo.

Didi Zill machte auch Musik, nahm ein paar Single und LPs auf und irgendwo hab sie ich wohl auch noch. Viel wichtiger waren mir seine Fotos. Und neulich entdeckte ich einen schönen Fotoband aus dem Verlag Schwarz & Schwarzkopf: Didi Zill Boy George Photos 1982-83
Er zeigte Didi Zill-Fotos von Boy George aus den Jahren 1982/83. Damals schlug die Band Culture Club mit Frontmann Boy George in England und später in Deutschland ein. Die ersten Songs waren ‚Do you really want to hurt me‘, ‚Time‘ oder ‚Karma Chameleon‘. Didi Zill öffnete in seinem Buch sein Archiv und zeigte wunderbare Fotos dieser Zeit. Viele davon wurden im Zentralorgan der Jugend, der deutschen Bravo veröffentlicht.

Boy George ist heute Geschichte, Culture Club hatte ein paar erfolgreiche Songs. Später driftete Boy George in Techno und Drogen ab. Aber 1982 war der schillernde Musiker noch voller Elan. Er entwickelte seinen weiblichen Stil und ich erinnere mich noch an einen Auftritt von Culture Club im deutschen Fernsehen. Die TV-Nation stritt anschließend darüber, ob der Sänger vielleicht doch eine Frau sei und was man gerade gesehen hatte. Boy George war schillernd und er liebte es, sich zu inszenieren. Die Fans, vor allem die weiblichen Fans, liebten Boy George, der sich auf Fotos wunderbar in Szene setzte. Bund, Farbenfroh, ein wenig verrückt und viel, viel Schminke.

Und Didi Zill war ein Meister seines Fachs. Er zeigte uns die Band Culture Club mit Auftritten in der Londoner Diskothek Blitz und vor allem privat. Heute muss ich feststellen, dass die meisten der Musiker der Band keinen Geschmack hatten. Ihre Wohnungen waren grausam eingerichtet, was man auf den Bildern aus den 80ern sehen kann. Stil war nicht gerade das Markenzeichen dieser Zeit. Aber wir sehen in den Bildern von Zill junge Leute, die hungrig sind, die etwas erreichen wollen. Und wir sehen einen Boy George, der die Chance wahrnahm und wusste, was Didi Zill konnte. Vor allem die wunderbaren Ägyptenfotos zeigen einen entspannten Boy George, geschminkt, inszeniert und wunderbar anzusehen. Was Zill fotografierte, sahen später Millionen deutscher Jugendlicher und kauften die Schallplatten und Singles der Band.

Mir hat der Bildband Didi Zill Boy George Photos 1982-83 sehr viel Spaß gemacht und wer sich an die Jahre 1982/82 erinnern will, sollte einen Blick riskieren.

Internet wächst um das Vierfache: Langsam wird es eng im Netz

13. Juni 2012

Im Netz wird es ganz schön eng. So glaubt es zumindest Cisco in ihrer neuen Netzwerkstudie. Das Internet wächst innerhalb der nächsten vier Jahre um das Vierfache. Die Netzwerker sagen voraus, dass in Deutschland fünf internetfähige Endgeräte pro Kopf erwartet werden. Bis 2016 bedeutet dies eine Verdopplung der weltweit an das Internet angebundenen Geräte auf insgesamt fast 19 Milliarden

Für den Zeitraum von 2011 bis 2016 wird laut Cisco Visual Networking Index ein gigantischer Anstieg des IP-Datenverkehrs in allen öffentlichen und privaten Netzwerken erwartet – einschließlich Internet, verwalteter IP-Netzwerke und mobiler Datenverbindungen.

Der globale IP-Datenverkehr wird 2016 mit einem Volumen von 1,3 Zettabyte pro Jahr bzw. 110 Exabyte pro Monat den Wert von 31 Exabyte pro Monat im Jahr 2011 um das fast das Vierfache übersteigen. Ein Zettabyte entspricht einer Trilliarde Byte bzw. einer Billion Gigabyte. Für den globalen IP-Datenverkehr wird allein für den Zeitraum von 2015 bis 2016 ein Anstieg von mehr als 330 Exabyte erwartet. Dies entspricht bereits fast dem Gesamtvolumen des globalen IP-Datenverkehrs im Jahr 2011 (369 Exabyte).

Im Jahr 2016 wird in Deutschland der Datenverkehr 68 Exabyte (EB) betragen, im Vergleich zu 19 EB im vergangenen Jahr. Der mobile Datenverkehr wird hierzulande von 2011 bis 2016 um das 21-fache von monatlich 18 auf 394 Petabyte (PB) steigen. Damit wächst er dreimal so schnell wie der Traffic über feste Leitungen. Der Anteil der Video-Übertragungen erhöht sich von 44 auf 63 Prozent. Während in Deutschland 2011 jeder Einwohner über drei internetfähige Geräte verfügte, werden es 2016 bereits fünf sein. Dann wird er monatlich 73 GB über IP-Netze übertragen. Die durchschnittliche High-Speed-Anbindung in Deutschland erhöht sich von 13 auf 49 Mbit/s.

Der durchschnittliche globale IP-Datenverkehr wird im Jahr 2016 voraussichtlich 150 Petabyte pro Stunde erreichen. Dies ist gleichzusetzen mit dem Kapazitätsbedarf von 278 Millionen Internetnutzern, die gleichzeitig einen HD-Film bei einer mittleren Geschwindigkeit von 1,2 Mbit/s streamen.

Cisco führt diese beachtliche Zunahme des Datenverkehrs und der Nutzung von IT-Services auf eine Reihe von Faktoren zurück. Dazu gehören:

Immer mehr internetfähige Geräte im Einsatz: Die zunehmende Nutzung von Tablets, Mobiltelefonen und anderen intelligenten Geräten sowie Machine-to-Machine (M2M)-Verbindungen erhöhen den Bedarf an Netzwerkbandbreite. Bis 2016 werden fast 18,9 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein – im Vergleich zu 10,3 Milliarden Netzwerkverbindungen im Jahr 2011.  Internetfähige Fernsehgeräte werden mehr als 6 Prozent des weltweiten privaten Internetdatenverkehrs (nach 4 Prozent im Jahr 2011) sowie 18 Prozent des Videodatenverkehrs (nach 7 Prozent im Jahr 2011) ausmachen. Dies zeigt auch, dass der Internetzugriff über TV-Geräte in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen wird.

Größere Zahl von Internetnutzern: Für das Jahr 2016 geht die Studie von 3,4 Milliarden Internetnutzern aus. Dies entspricht etwa 45 Prozent der nach Schätzungen der Vereinten Nationen zu erwartenden Weltbevölkerung.

Schnellere Breitbandverbindungen: Die durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit von kabelgebundenen Breitbandverbindungen wird sich von 9 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Jahr 2011 auf 34 Mbit/s im Jahr 2016 erhöhen. Dies entspricht einer Erhöhung um das Vierfache.

Videonutzung durch Privatnutzer größter Wachstumstreiber: Bis 2016 wird die Anzahl der weltweiten Benutzer von Internet-Videoservices von 792 Millionen im Jahr 2011 auf 1,5 Milliarden ansteigen.

Zunahme bei der Nutzung von Videoservices: Bis 2016 werden jede Sekunde 1,2 Millionen Minuten an Videoinhalten – dies entspricht einer Abspielzeit von 833 Tagen bzw. mehr als zwei Jahren  – die globalen Datenautobahnen durchlaufen.

Erweiterung der WiFi-Infrastruktur:  Bis zum Jahr 2016 entfällt mehr als die Hälfte des weltweiten Internetdatenverkehrs auf Wi-Fi-Verbindungen.

Buchkritik: The Art of Tron Legacy von Justin Springer

10. Juni 2012

Tron war für mich die Offenbarung. Als der Disney-Film herauskam, hielt ich meine Grafik am C64 für CG. Tron öffnete mir optisch und erzählerisch neue Wege. Für mich war der Film die Grundlage für Filme in virtuellen Welten. Jahre später erschien die Fortsetzung von Tron, Tron Legacy.

Leider war der Film nur optisch ein Leckerbissen. Inhaltlich versagte der Film auf ganzer Linie. Doch immer wieder greife ich zur Blu ray von Tron Legacy, um mich an den Farben und Formen und Ideen zu erfreuen. Um diesen Genuss zu erhöhen, legte ich mir das Buch The Art of Tron: Legacy von Justin Springer zu. Wer die Reihe The Art of kennt, wird dieses Buch zu schätzen wissen. CGI-Bilder sind ein paar enthalten, auch ein paar Stills aus dem Film, doch die wahren Schätze sind Konzeptzeichnungen und erste Entwürfe. Lichträder, Panzer, Ausrüstungen, Kleidung und mehr. Sehr beeindruckt haben mich die Ideen zum Stadium, in denen die Kämpfe ausgetragen werden. In Kombination mit Lichtrad und Diskus zeigen sie schön, die optische Dimension des Films. Leider war es dies dann auch. Denn nur Optik und eine zugegeben schöne künstliche Lichtsprache reichen nicht aus, um einen guten Film zu machen.

So bleibt ein fader Nachgeschmack beim Lesen des Buches. Was hätte man mit so einem Budget drehen können? Was hätte es für ein Film werden können, in denen solche optischen Fantastereien Wirklichkeit geworden sind. Schade, Chance leider vergeben. Einen dritten Teil von Tron wird es wohl nicht geben. Das Buch The Art of Tron: Legacy allerdings ist gut geworden, was ich vom Film leider nicht behaupten kann.

 

Social Media: Jetzt an die mobile Website denken

9. Juni 2012

So richtig kann ich es noch nicht glauben, aber der Trend ist richtig. Adobe hat die neue Version seines Digital Index-Reports vorgestellt. Das Unternehmen hat weltweit untersucht, inwieweit Webseiten-Traffic und –Nutzung sich unterscheiden, je nachdem, ob der Besucher ein Tablet, ein Smartphone oder einen Desktop-Rechner nutzt. Der Report zeigt, dass Tablets voraussichtlich Anfang 2013 für mehr Web-Traffic sorgen werden als Smartphones. Zudem empfinden Anwender das Web-Erlebnis auf Tablets fast ebenso so überzeugend wie jenes auf Desktop-Geräten.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass Tablets sich in vielerlei Hinsicht deutlich von Smartphones unterscheiden. Während Apps sich längst als wichtiger und wertvoller Bestandteil einer mobilen Strategie erwiesen haben, sind Unternehmen gut beraten, angesichts der wachsenden und kaufkräftigen Gruppe der Tablet-Besitzer jetzt in die Optimierung ihrer mobilen Webseiten zu investieren.

Dies kann ich bestätigen. In zahlreichen Seminaren sind die Teilnehmer überrascht, wenn wir eine Analyse ihrer Websites durchführen. Website bedeutet für viele Seminarteilnehmer klassische Websites, betrachtet auf Browsern von Desktop-Geräten. Smartphone und Tablets werden immer noch von vielen nicht ernst genommen. Wer aber jetzt seine Website auf mobile Endgeräte optimiert, der hat morgen die Nase vorn. Dies gilt unter anderem beim Empfehlungsmarkting, als wichtigen Trend des mobilen Marketings.

 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

– Der Anteil von Webseiten-Besuchen über Tablets ist in den zwei Jahren seit der Markteinführung zehn Mal schneller gewachsen als der über Smartphones, im vergangenen Jahr betrug der Anstieg mehr als 300 Prozent. Diese rasante Steigerung beruht sowohl auf dem immer stärkeren Absatz von Tablets als auch auf der überproportional großen Zahl von Webseiten-Besuchen via Tablets im Vergleich zu Smartphones.

– Tablet-Geräte werden bis Anfang 2013 für mehr Web-Traffic sorgen als Smartphones und im Jahr 2014 zehn Prozent des gesamten Web-Traffics ausmachen.

– Obwohl Nutzer das Web-Erlebnis auf Tablets fast ebenso überzeugend empfinden wie jenes auf Desktop-Geräten, besuchen sie Webseiten über PCs drei Mal so häufig wie über Tablets.

Für die Studie wurden mehr als 23 Milliarden Webseiten-Besuche von 325 Unternehmen aus Nordamerika, Europa (Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden, Schweiz und Großbritannien) und Asien (China, Indien, Südkorea, Neuseeland, Singapur, Taiwan und Thailand) einbezogen.

Buchkritik: „10 Fragen zu Videospielen“ von Rudolf Thomas Inderst und Daniel Wüllner

4. Juni 2012

Jahrelang lag dieses Buch auf meinem Stapel mit dem Titel „das sollte ich mal lesen“. Und jahrelang wanderte dieses Buch immer wieder nach hinten. Warum, weiß ich eigentlich auch nicht. Ich hatte wohl einfach keine Lust darauf. Dabei ist das Buch 10 Fragen zu Videospielen von Rudolf Thomas Inderst und Daniel Wüllner ein guter Beitrag zur immer wieder aufflammenden Diskussion um Videogames.

2009 ist das Buch erschienen und ist geschickt aufgebaut. Nicht die Autoren beantworten die 10 Fragen zu Videospielen, sondern User. Die beiden Autoren haben ihre Fragen an die Mitglieder der Netzgemeinde und bekamen 50 verwertbare Antwortbögen zurück. Damit lässt sich prima arbeiten. Die Fragen gliedern sich in vier Bereiche: Grundlagenforschung – worüber sprechen wir eigentlich?, Deutsche Klassiker – was Dichter und Denker bewegt, Nerdism Daily – Fragen für den Liebhaber und Der Blick in die Glaskugel – mutige Voraussagen.

Die Antworten der 50 Befragten sind ein Spiegelbild der deutschen (Spiegel-)Gesellschaft, vom Gelegenheitsspieler bis zum Hardcore-Zocker. Und wir stellen auch fest: Videogames sind Kulturgüter geworden. Es spielen nicht potentielle Massenmörder, wie so mancher Politiker gerne behauptet. Nein, Spiele ziehen sich durch die gesamte Gesellschaft, durch alle Schichten und Altersgruppen, durch jeden Bildungs- und Einkommensstand. Wer Videogamer in eine Ecke stellen möchte, der hat in unserer Gesellschaft etwas nicht verstanden. Ich will nicht von Leuten regiert werden, die dies einfach nicht wahrhaben wollen.

Mich haben von den 10 Fragen zu Videospielen vor allem zwei Fragen am meisten interessiert: Welches war dein nachhaltigstes Spielerlebnis? und die Frage nach der Glaskugel.

Die Antworten nach dem Spielerlebnis beantworteten die Befragten meist mit Retro-Games. Ich würde es ebenso machen. Nach langem Überlegen kam ich auf Fort Apocalypse, das ich gerne auf meinem C64 mit Datasette und TurboTabe 64 gezockt habe. 1982 veröffentlicht fand es bald den Weg in mein Kinderzimmer und ich rettete mit meinem Hubschrauber 16 Kameraden in einer unterirdischen Festung. Natürlich musste ich böse Panzer, Laserkanonen und andere Fallen überwinden. Als ich das erste Mal den Reaktor der gegnerischen Festung zerstörte, da fühlte ich mich großartig.

Aber an der Frage nach der Glaskugel zeigte sich, wie gute die Auswahl der Antworten durch das Autorenduo Rudolf Thomas Inderst und Daniel Wüllner war. Wir befanden uns im Jahr 2009 und einige Antworten trafen voll ins Schwarze, was die Voraussagen betrifft. In diesem Buch wurde der Trend zu Stereo3D voraus gesagt. So wurde auch vorausgesagt, dass Apple größer in den Videospielmarkt einsteigt – was dann mit dem iPhone/iPad/iPod touch auch geschehen ist. Mehr Koop-Modi in Games sowie Shops im Netz, Cloud Games und sogar Geo-Caching. Speicherung der Datenstände in der Cloud und Videogames wandern an die Hochschulen.

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Videogames auseinandersetzen will oder Anregungen zum Nachdenken braucht, sollte zu diesem Buch 10 Fragen zu Videospielen greifen. Und ich entschuldige mich aufrichtig, dass ich das Buch fast drei Jahre liegen gelassen habe. Es war ein Fehler.

Staffel 2 von Lego Ninjago: Zielgruppe begeistert

2. Juni 2012

Selten wurde in unserem Haushalt ein Hörspiel so sehnsüchtig erwartet, wie der zweite Folge von Lego Ninjago. K1 und K2 fieberten auf den Veröffentlichungstermin Ende Mai hin und sie wurden nicht enttäuscht.

Die Fortsetzung der neuen Lego Ninjago Hörspielreihe, die auf der gleichnamigen TV-Serie basiert, liefert drei weitere Folgen um die vier jungen Ninja-Helden Cole, Jay, Kai und Zane. Ihr neuer, gefährlicher Widersacher Lloyd Garmadon hat vier Schlangenstämme entfesselt, die über magische Waffen und Kräfte verfügen. Werden es die Ninjas schaffen, sich gegen sie zur Wehr zu setzen? Und welcher von ihnen ist der grüne Ninja, der sich, einer alten Legende zufolge, über die anderen erheben wird? Verraten wie es ausgeht, wird hier nichts, außer, dass das 70 minütliche Hörspiel der Zielgruppe hervorragend gefallen hat. Allerdings war man sich nach zweimaligen Hören nicht einig, ob die erste CD vielleicht doch nicht besser sei. Eine große Fachdiskussion unter den Knirpsen entbrannte. Kritisiert wurden beispielsweise die Hightech-Flugzeuge, die anstelle der mystischen Drachen Einzug gehalten.

Klar ist aber, dass Universum Kids mit der Hörspielreihe voll ins Schwarze getroffen hat. Erzähler Wolf Frass macht einen prima Job. Die CD wurde gleich auf die iPods von K1/K2 überspielt und bei längeren Autofahrten hat die ganze Familie etwas von der zweiten Staffel.

Social Media: 45 Minuten auf der Hair & Beauty

31. Mai 2012

45 Minuten hatte ich auf der Hair & Beauty in Frankfurt Zeit, die Besucher davon zu überzeugen, dass Friseure auch auf Social Media in ihrer Kommunikation setzen sollten. Auf Einladung der Messe Frankfurt durfte ich auf der wichtigen Friseurmesse mit angeschlossener Deutscher Meisterschaft für Friseure referieren. Es war ein großes Stück Arbeit, die aber Spaß gemacht hat. Wer Friseurmessen kennt, weiß welcher Krach und hohe Lautstärke dort herrschen.

Social Media ist keine Einbahnstraße.

Social Media ist keine Einbahnstraße.

Tenor meines Kurzvortrages: Social Media stärkt die Marke und kann verschiedene Probleme des Friseursalons lösen. Viele Friseure haben aber noch nicht begriffen, worin die Macht von Social Media besteht: Emotionalisierung und direkter Dialog mit den Kunden. Kein innovativer Friseur kann sich dem Social Web mehr entziehen. In meiner visuellen Präsentation erhielten die Teilnehmer einen Eindruck über die Macht und Wirkung von Social Media wie Facebook, Twitter und Co und wie sich der Einsatz von Social Media Marketing auf mehr Umsatz auswirkt.

Facebook steht bei Friseuren ganz oben auf der Liste.

Facebook steht bei Friseuren ganz oben auf der Liste.

Die Kommunikation hat sich von einer Einbahnstraße in einen wirklichen Dialog durch Social Media verändert. Facebook, Google Plus, Twitter & Co sind nur nicht weitere Kanäle, sondern haben die Art der bisherigen Kommunikation in Massenmedien auf den Kopf gestellt. Empfehlungsmarketing ist heute wichtiger denn je. Wenn meine Freunde oder Bekannten etwas empfehlen, ist es glaubwürdiger für mich als wenn eine klassische Anzeige oder ein klassischer Artikel erscheint. Diese neue Art der Kommunikation muss daher glaubwürdig und authentisch sein. Zudem muss ich bereit sein, einen wirklichen Dialog zu führen. Das Ergebnis ist Akzeptanz bei meinen Zielgruppen. Der Friseur kann durch Social Media neue Trends, neue Produkte, neue Mitarbeiter gewinnen und sich eine teure Marktforschung sparen. Und außerdem macht diese neue Art der Kommunikation einfach Spaß. Wichtig ist aber dabei Medienkompetenz. Denn es muss klar sein, diese Kommunikation ist öffentlich und nachvollziehbar.

Natürlich nutzte ich die Chance und wies auf mein Buch „Social Media für Friseure“ hin. Und scheinbar überzeugten meine Ausführungen. Zahlreiche Buchverkäufe und Einladungen zu weiteren Präsentationen zeugen von dem Erfolg. Aber richtig ungewohnt war für mich einige Bitten einiger Messebesucher, eine Widmung in das Buch zu schreiben. Leute, so müssen sich Stars fühlen – vielen Dank.