Ich muss zugeben, mit Rum werde ich nicht so richtig warm. Nicht dass mir Rum nicht schmeckt, aber ich gerate nicht unbedingt in Verzückung, wenn ich ein Glas Rum genieße. Ich bekomme zwar immer wieder gutgemeinte Ratschläge zum Thema Rum von meinem erfahrenen Kollegen Franz Neumeier von Cruisetricks und auch meine Gattin trinkt gerne ein Gläschen Rum. Ich bleibt beim schottischen Whisky.
Aber ich probiere gerne noch einmal. Es kam der Eminente Carta Oro auf den Markt und ich werde ihn mal testen.
Die kubanische Premium-Rum-Marke Eminente präsentierte vor kurzem mit Eminente Carta Oro eine neue Facette ihrer Rumkunst. „Inspiriert von der Wildnis Kubas und veredelt durch jahrhundertealte Handwerkskunst, verbindet Carta Oro intensive Aromen von kandierter Orange, Karamell und Vanille mit einer außergewöhnlichen Tiefe und Balance“, so das Unternehmen in einer Mitteilung. Klingt interessant. „Am Gaumen entfalten sich Noten reifer Mango, umspielt von feinen Röstaromen, die die tropische Seele Kubas einfangen.“
Eminentes Wurzeln liegen in der Wildnis Kubas, die die Einheimischen die „Isla del Cocodrilo“ nennen. Rund 3.000 Arten sind dort beheimatet, unter anderem das kubanische Krokodil im Zapata-Sumpf, in der südlichen Provinz Matanzas. Eminente zeigt seine Verbindung mit der unberührten Natur Kubas, von der Flasche bis zum Logo. Das strukturierte Glas und die krokodilförmige Insel auf dem Etikett erinnern an das heimische Reptil.
Mit Eminente Carta Oro erweitert sich die Eminente Range von Eminente Reserva, Eminente Gran Reserva und Eminente Ambar Claro um eine weitere Qualität, die auf Authentizität und Tiefe echter kubanischer Herkunft setzt. Als Upgrade für den legendären Cuba Libre und in weiteren typischen Rum Mixed Drinks zeigt Eminente Carta Oro sein besonderes Potential. Dazu reifte er mindestens fünf Jahre in ehemaligen Whiskyfässern aus Weißeiche. Der hohe Anteil an Aguardientes – destilliert aus aromatischer, kubanischer Zuckerrohr-Melasse – sorgt für delikate und frische Aromen, die so typisch für den hispanischen Rumstil Kubas sind. Die Vermählung mit leichtem Rum rundet das harmonische Geschmacksprofil ab. Als einer der wenigen kubanischen Abfüllungen ist Carta Oro, ohne künstliche Zusätze, mit der geschützten Herkunftsbezeichnung Denominación de Origen Protegida (D.O.P.) ausgezeichnet – ein unabhängiges Qualitätssiegel, das Authentizität und höchste Standards garantiert.
„Über 150 Jahre Rum-Expertise auf Kuba war für mich Ansporn, Eminente Carta Oro zu erschaffen: Angelehnt an alte Tradition und zugleich Auftrag ihn vollkommen neu zu erfinden,“ sagt César Martí, jüngster Maestro Ronero Kubas. Für seine herausragenden Leistungen ist César inzwischen Primer Maestro del Ron Cubano – die höchste Auszeichnung für eine Master of Rum auf Kuba, und empfiehlt Eminente Carta Oro am besten pur, auf Eis, im Cuba Libre oder in Cocktails zu genießen. Eminente Carta Oro ist mit 40,3 Vol.% Alkohol abgefüllt und im Fachhandel ab sofort erhältlich. Der Preis liegt bei rund 37 Euro.
Verkostungsnotiz von Eminente Carta Oro (40,3 Vol.% Alk.)
Farbe Leuchtend wie Antikgold
An der Nase Die Nase, raffiniert und elegant, öffnet sich mit der Feinheit von hellem Karamell und kandierter Orange, mit subtilen floralen Noten, die an Iris erinnern. Es folgen anhaltenden Aromen von Bourbon-Vanille, Quitte und Muskatnuss
Am Gaumen Der kräftige, reichhaltige und langanhaltende Geschmack setzt den fruchtigen Duft von exotischer Mango, Lakritz und einigen gerösteten Gewürzen frei
Im Nachhall Der frische Nachhall hinterlässt ein angenehmes Gefühl von Apfel und Kokosnuss und im Glas verbleibt eine rauchige Nuance
Servierempfehlung Eminente Carta Oro mit einem großen Eiswürfel pur genießen, als Upgrade für den Cuba Libre oder in klassischen Rumcocktails genießen.
Wenn Denis Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger zum 4-Hands-Dinner bittet, sollte man das Angebot unbedingt annehmen. Der Gast bekommt fine Dining in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck nicht nur die exzellente Küche von Denis Kleinknecht zum Genießen, sondern auch die Küche des eingeladenen Koches, eben vier Hände in der Küche.
Dieses Mal kochte Denis Kleinknecht zusammen mit Jürgen Beyer. Jürgen Beyer ist ein erfahrener Kochmeister aus Nürnberg, der seit vielen Jahren in der Gastronomie, im Catering und in der Kochpädagogik tätig ist. Nach seiner Ausbildung – unter anderem an einer Hotelfachschule – erwarb er den Titel des Küchenmeisters sowie den staatlich geprüften Gastronom.
Mit seinem Unternehmen Mobiler-Koch.net betreibt Beyer eine moderne Kochschule in Nürnberg, bietet Private Cooking-Events, Caterings und Schulungen an. Sein Ansatz ist, Kochkunst zugänglich zu machen, persönliche Erlebnisse in der Küche zu schaffen und Menschen mit verschiedenen Hintergründen zum Kochen zu motivieren.
Ein bemerkenswerter Aspekt seines Engagements ist sein Einsatz für Inklusion. So unterstützte er ein Kochprojekt an der Dr. Bernhard Leniger Schule im Nürnberger Land, bei dem Schülerinnen und Schüler mit Behinderung unter seiner Anleitung ein Drei-Gänge-Menü für Gäste kochten. Dabei stand nicht nur die Technik im Vordergrund, sondern auch Respekt, Teamarbeit und Teilhabe.
Beyer sieht Kochen nicht nur als Handwerk, sondern als Erlebnis. Sein Motto würde ich überschreiben: „Genuss, Bildung und Gemeinschaft“. Er verbindet klassische Kochkunst mit modernen Konzepten – und legt Wert darauf, dass Kochen Spaß macht, neue Fähigkeiten vermittelt und Menschen zusammenbringt. Ob Hobbykoch oder angehender Gastronom – wer mit ihm arbeitet, bekommt nicht nur ein Menü serviert, sondern eine Erfahrung.
Und das war das Menü Denis: Kohlrabi | Kohirabi | Kohirabi | Kohirabi | Kohlrabi
Die Challans-Ente gilt als eine der edelsten Geflügelarten Frankreichs – ein Produkt, das für höchste Qualität, feines Aroma und traditionelle Zuchtkunst steht. Ursprünglich aus der Region Vendée nahe der Stadt Challans stammend, wird sie dort seit dem 18. Jahrhundert auf kleinen Höfen gezüchtet, meist in Freilandhaltung. Die Nähe zur Atlantikküste und das milde Klima sorgen für ideale Bedingungen.
Besonders schätzt Denis Kleinknechht wird die Challans-Ente wegen ihres zarten, aromatischen Fleisches und der feinen Fettmarmorierung, die ihr beim Braten eine unvergleichlich knusprige Haut und zugleich saftiges Fleisch verleiht. Ihr Geschmack ist intensiver als der gewöhnlicher Mastenten, dabei aber stets elegant und ausgewogen – eine Eigenschaft, die sie zu einem Liebling der Spitzengastronomie gemacht hat.
Kleinknecht schätzt an ihr nicht nur die Qualität, sondern auch die handwerkliche Tradition, die hinter jeder Ente steht. Jede Zucht folgt strengen Regeln, die den Tieren ausreichend Bewegung, natürliche Fütterung und Zeit zur Reifung geben. Diese Kombination aus Sorgfalt, Geduld und Respekt vor dem Produkt macht die Challans-Ente zu einem Symbol französischer Kochkultur – ein Produkt, das zeigt, wie aus Bodenständigkeit und Handwerk kulinarische Exzellenz entsteht.
Wein aus Georgien? Ich hatte keine Ahnung davon und als Denis Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger ein Wine-Tasting mit Gourmet Menu veranstaltete, musste ich mich einfach anmelden. Im Mittelpunkt standen Weine des Château Mukhrani, präsentiert von Mario Scarafino von Schlumberger-Vertrieb. Dazu gab es wieder einmal die wunderbare Küche von Denis Kleinknecht, der mit seinem Gasthof Heinzinger seinen 9. Geburtstag in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck feierte.
Fürstliche Vergangenheit Château Mukhrani ist eines der geschichtsträchtigsten Weingüter Georgiens – eine Verbindung aus fürstlicher Vergangenheit, französischer Schlossarchitektur und moderner Weinkompetenz. Der Stammsitz der Fürsten von Mukhrani, einem Seitenzweig des georgischen Königshauses Bagrationi, reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Sein Aufstieg zum Weingut begann jedoch im 19. Jahrhundert, als Prinz Ivane Mukhranbatoni nach Studienreisen nach Bordeaux, Burgund und in die Champagne das „Château-Prinzip“ nach Georgien brachte und 1875/78 die professionelle Weinbereitung auf dem Gut etablierte. Das repräsentative Schloss entstand zwischen 1873 und 1885 nach Entwürfen französischer Architekten; für die Parkanlage wurde gar ein Gärtner aus Versailles engagiert – Ausdruck eines selbstbewussten, weltoffenen Qualitätsanspruchs jener Belle Époque, in der georgische Weine internationale Anerkennung fanden. Nach Zeiten des Niedergangs wurde der Palast 2012 restauriert; die moderne Weingeschichte des Gutes setzte bereits 2002 mit Investoren ein, die Keller, Weinberge und das Ensemble umfassend erneuerten. Heute präsentiert sich Château Mukhrani als restauriertes Kulturdenkmal und als dynamisches Weingut, das Besucher mit Verkostungen und georgischer Gastfreundschaft empfängt. Infos bekamen wir von Mario Scarafino von Schlumberger. Die Schlumberger Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Meckenheim, Deutschland ist ein großer Importeur und Großhändler für Premium-Weine, Sekte, Spirituosen und Spezialitäten. Schlumberger vertreibt ein Sortiment von über 1.200 ausgewählten Produkten, darunter hochwertige Weine aus den bedeutendsten Anbauregionen weltweit, exklusive Schaumweine und internationale Spirituosen.
Stilistisch schlägt das Haus eine Brücke zwischen klassischer europäischer Kellerkunst und georgischer Identität. Neben sortenreinen und cuvéetierten Weinen aus internationalen und autochthonen Rebsorten pflegt Château Mukhrani gezielt die traditionelle Amphoren-Vinifikation: Unter dem Etikett „Qvevri“ entstehen Weiß- und Rotweine, die in im Boden eingelassenen, eiförmigen Tonamphoren vergoren und ausgebaut werden. Diese Rückbesinnung ist keine Folklore, sondern gelebte Praxis – belegt durch Qvevri-Abfüllungen des Gutes, die im Markt präsent sind. Damit positioniert sich Mukhrani als Botschafter eines Herkunftsstils, der Textur, Gerbstoff und Würze anders gewichtet als der reine Barrique-Ausbau und die Vielfalt georgischer Rebsorten – etwa Rkatsiteli oder Goruli Mtsvane – in einem unverwechselbaren Licht zeigt.
Amphorenmethode seit Jahrtausenden Die Rolle des Qvevri-Weins reicht in Georgien weit über den Keller hinaus – sie ist kulturelles Fundament. Die Amphorenmethode wird seit Jahrtausenden praktiziert und 2013 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Qvevris dienen nicht nur der Vergärung und Reifung; sie stehen sinnbildlich für familiär überliefertes Wissen, gemeinschaftliche Weinlese und den georgischen „supra“ – die Tafel als sozialer Mittelpunkt. Dass ein historisches Spitzenhaus wie Château Mukhrani diese Technik neben der klassischen Vinifikation kultiviert, zeigt, wie Tradition und Gegenwart im heutigen Georgien produktiv zusammenfinden: Das Ergebnis sind charaktervolle Weine mit klarer Herkunft, die im internationalen Kontext bestehen und zugleich ein Stück georgischer Kultur im Glas bewahren.
Aber nun zum Menü und den dazu dargebotenen Weinen. Kalbskopf-Carpaccio mit Steinpilze mit Wildkräuter. Dazu gab es einen 2022 Goruli Mitsvane.
Weiter mit:
Jakobsmuschel mit Mais und Kerbel. Dazu 2019 Qvevri white
Weiter mit:
Mokka-Ravioli mit Lamm, Erbse und Minze. Dazu 2019 – Goruli Mitsvane Réserve Royale
Weiter mit:
Steinbutt Beurre Blanc. Dazu 2022 Sauvignon Blanc vom Weingut Wageck aus der Pfalz
Weiter mit:
Hanging Tender in Spargelasche und Kartoffel. Dazu 2020 Shavkapitpo
Weiter mit:
Ochsenschulter in Rotweinjus und Selleriepüree. Die Ochsenschulter ist seit neun Jahren auf der Karte vom Gasthof Heinzinger. Dazu 2021 Saperavi Supérieur
Weiter mit:
Filet in Hanfnuss-Kruste mit Rotweinschalotte. Dazu 2019 Saperavi Réserve Royale
und dann noch:
Und zum Abschluss Käsevariation mit 2020 Qvevri red
Was für ein Abend. Was für eine Reise des Geschmacks! Wenn Geschichte ins Glas fließt – Ein georgischer Abend beim Heinzinger. Ich hab es genossen.
Für mich ist der beste Italiener in Nürnberg in Fürth. Das La Palma von Gianni Minneci in Fürth ist ohne Zweifel eine der besten Adressen für gehobene italienische Küche in der Region. Schon beim Betreten spürt man die Mischung aus Eleganz und Bodenständigkeit: warmes Licht, edle Materialien und ein Ambiente, das Klasse ausstrahlt, ohne protzig zu wirken. Der Service ist aufmerksam, herzlich und zugleich souverän – man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die ihre Gäste nicht nur bewirten, sondern umsorgen wollen.
Kulinarisch bietet Gianni Minneci genau das, was man von einem Spitzenitaliener erwartet: makellos zubereitete Pasta, saftig gegartes Fleisch, frische Meeresfrüchte und eine saisonal abgestimmte Karte, die Abwechslung garantiert. Besonders stark ist die Kombination aus hervorragenden Zutaten und einer feinen, unaufdringlichen Kreativität, die den Klassikern neues Leben einhaucht.
Auch die Weinauswahl überzeugt, weil sie die Gerichte perfekt ergänzt und keine beliebige Beigabe ist. Natürlich hat diese Qualität ihren Preis, doch wer hier einkehrt, bekommt dafür ein Erlebnis, das weit über das Alltägliche hinausgeht. La Palma ist ein Restaurant für Genießer, die Wert auf Stil, Authentizität und Leidenschaft legen – und es ist ein Ort, an den man gerne zurückkehrt.
Die Wartezeiten bei Bestellung sind meist angemessen, was gut zu einem Restaurant dieser Klasse passt. Da das Restaurant Bekanntheit besitzt, kann es nötig sein, früh zu reservieren, vor allem am Abend.
Mit der feierlichen Eröffnung des Oktoberfestes beginnt in München jedes Jahr ein Schauspiel, das mehr ist als bloße Folklore – es ist ein lebendiges Ritual, eine Mischung aus Prachtzug, Volkskultur und einem Schuss ausgelassener Vorfreude. Der Wiesn-Einzug der Festwirte markiert dabei den großen Auftakt. Meine Frau war eingeladen beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), die ein Büro im Hochparterre direkt an der Ecke Schwanthaler Straße/Hermann-Lingg-Straße haben. An den Fenster zog der gesamte Festzug vorbei und für uns gab es Weißwurst, Brezn und Bier.
Wenn die Brauereiwagen, schwer beladen mit kunstvoll gezirkelten Holzfässern, von kräftigen Rössern durch die Straßen gezogen werden, wenn die Kapellen die typischen Märsche anstimmen und sich die Fahnen der einzelnen Wirtshäuser heben, dann liegt eine feierliche Spannung in der Luft. Die erste Kapelle des Festzuges stammt aus meinem Wohnortdorf: Der Fanfarenzug Gernlinden
Die Bierkutschen wirken wie rollende Kathedralen des Hopfens, strahlend verziert und doch bodenständig im Ausdruck. Familien säumen die Straßen, Kinder recken die Hälse, und vor allem Touristen reiben sich verwundert die Augen, wie viel Hingabe und stolze Gelassenheit in diesem Auftakt steckt. Hier der (fast) komplette Einzug als Film:
Und wem es zu lange dauert, hier eine Zeitrafferaufnahme:
Es ist das große „O’zapft is“ zum Zuschauen – noch ohne Bierkrüge, aber voller Geist. Die Gespanne haben in der Regel sechs Pferde, dahinter in der offenen Kutsche die Promis. Ich habe den Oberbürgermeister Dieter Reiter und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gesehen. Reiter brauchte später trotz Schulterverletzung zwei Schläge beim Bieranstich, den ich via iPhone verfolgt habe. Die erste Maß bekam traditionell der bayerische Ministerpräsident. Der Franke Söder hatte im zweiten Jahr eine Lederhose an. Ist das kulturelle Aneignung?
Und genau in dieser Stunde, in der die Tradition in ihrer reinsten Form glänzt, geschieht zugleich das skurrile Schauspiel der Nebenschauplätze: das große Defilee der Fantasie-Dirndel. Da blitzt Neonpink im Sonnenlicht, begleitet von blinkenden Pailletten, tief ausgeschnittenen „Kleidchen“, die eher an einen Diskoabend in Ibiza erinnern als an bayerische Festkultur. Man meint fast, die Trägerinnen müssten gleich in die Manege, um Jonglierbälle oder Leuchtschwerter hervorzuholen.
Da werden knielange Polyester-Schürzchen getragen, die mit heißer Nadel gestrickt scheinen und eher den Eindruck erwecken, man sei auf dem Weg zur Apres-Ski-Party, nicht zum festlichen Bieranstich. Und nicht selten huscht einem ein amüsiertes Schmunzeln über die Lippen, wenn ausländische Besucher selbstbewusst in Fantasie-Dirndeln erscheinen, die aussähen, als wären sie vom Faschingsstand Restposten: Trachten-Couture auf Speed.
Auf dem Weg zur Wiesn gibt es allerhand Pop Up-Läden, die den Wiesnbesucher noch mit Billig-Outfit versorgen. 50 Euro für eine Lederhosen (Stretch) oder Dirndl wahlweise. Dazu Federn auf dem Hut.
Doch wer die echte Eleganz kennt, weiß den Unterschied sofort. Ein authentisches bayerisches Dirndl strahlt Würde und zugleich Schlichtheit aus. Es lebt von Stoffen, die schmeicheln, von Farbkombinationen, die Tradition und Stil verbinden. Ein Dirndl betont Figur und Haltung, ohne seine Trägerin zu verkleiden – es verleiht einen Hofstaat an Haltung und Heimatgefühl, ob es nun schlicht für den Alltag oder festlich zur Wiesn gefertigt ist. Die Schürze, sorgfältig gebunden, spricht ihre ganz eigene Sprache, die Farben tragen symbolische Tiefe, und die feinen Verzierungen oder Stickereien sind Ausdruck von Handwerkskunst, nicht von Karnevalsstimmung. Ein solches Kleid ist gelebte Kultur: generationsübergreifend, zeitlos, voller Würde, und doch lebendig, weil es immer wieder neu interpretiert werden darf – aber eingepasst in ein Rahmenwerk, das Respekt trägt. Meine Frau besitzt zahlreiche Dirndl, mal als Alltags- mal als Festgewand, aber niemals als Verkleidung. Ich habe keine Tracht, das ist nicht so mein Ding. Ich bin in Tweed gekleidet, da fühle ich mich wohler. Aber es gilt die Liberalitas Bavariae – leben und leben lassen.
Das Oktoberfest lebt genau von diesem Spannungsfeld: dem ehrwürdigen Einzug der Wirte auf prachtvollen Wagen, der Blasmusik, den Fahnen, dem kollektiven Jubel – und zugleich dem bunten, manchmal bizarren Treiben auf den Seitenwegen. Der Spott über Plastik-Dirndel im Barbie-Look gehört fast schon zum Fest dazu, wie eine satirische Randnotiz im Oktoberfest-Kontrastprogramm. Aber gerade dieser Gegensatz führt einem die Schönheit des Echten noch deutlicher vor Augen. Denn am Ende, wenn das erste Fass angestochen wird, die Kapellen den „Prosit der Gemütlichkeit“ anstimmen und das große Volksfest offiziell beginnt, bleibt ein Gefühl zurück, das jedes Jahr aufs Neue Herzen bewegt: dass diese Mischung aus Tradition, Stolz und feinsinnigem Humor das eigentliche Geheimnis der Wiesn ist. Ein Fest, das die Welt einlädt – und das zugleich immer wieder zeigt, dass Heimat und Eleganz ihren festen Platz haben, mitten zwischen Lachen, Maßkrug und Musik.
Die Preise sind so eine Sache Auf der Wiesn 2025 müssen Besucher erneut tiefer in die Tasche greifen: Der Preis für eine Maß Bier liegt heuer zwischen rund 14,70 und 15,90 Euro, je nach Festzelt. Auch bei den Speisen sind die Kosten weiter gestiegen – ein halbes Hendl kostet im Schnitt über 15 Euro, weitere typische Schmankerl wie Brezn, Radi oder Schweinshaxn schlagen ebenfalls spürbar teurer zu Buche. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Preistrend auf dem Oktoberfest fort. Die Zelte sind voll, rappelvoll.
Woher kommt es? Die Wiesn, das heute weltberühmte Oktoberfest, hat ihren Ursprung im Jahr 1810. Anlass war die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig I., mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zur Feier ließ man vor den Toren Münchens, auf der später nach der Braut benannten Theresienwiese, ein großes Volksfest veranstalten – mit Pferderennen, Musik und ausgelassener Stimmung. Die Begeisterung der Bevölkerung war so groß, dass man dieses Fest Jahr für Jahr wiederholte und es allmählich zu einer festen Tradition wurde. Aus dem einstigen Hochzeitsfest entwickelte sich ein Volksfest von internationalem Rang, das heute Millionen Menschen anzieht – immer noch auf derselben Wiese, die damals den Grundstein legte.
Dank für die Einladung Meine Frau wurde von der kda eingeladen. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) Bayern ist eine Einrichtung der evangelischen Kirche, die seit Jahrzehnten Brücken zwischen Glaube und Arbeitswelt schlägt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie christliche Werte in Berufsleben, Wirtschaft und Gesellschaft erfahrbar werden können. Der kda begleitet Arbeitnehmer ebenso wie Betriebe durch Beratung, Bildungsangebote und ethische Orientierung. Dabei geht es nicht nur um Fragen von Arbeitsrecht oder Mitbestimmung, sondern auch um Sinn, Fairness und Verantwortung im Umgang miteinander. Mit Tagungen, Gottesdiensten am Arbeitsplatz und Projekten zur sozialen Gerechtigkeit setzt der kda Bayern wichtige Impulse, die zeigen: Kirche ist nicht nur im Gotteshaus präsent, sondern mitten in den Werkhallen, Büros und Betrieben des Alltags. Peter Lysy, Pfarrer und Leiter kda Bayern, hielt eine kurze Begrüßung.
Dank an die Polizei Mein herzlicher Dank gilt der Münchner Polizei und Feuerwehr und die ganze Blaulichtfamilie, die mit großem Einsatz und hoher Professionalität den Wiesn-Einzug der Festwirte begleitet und abgesichert hat. Durch sorgfältige Vorbereitung, sichtbare Präsenz und das besonnene Eingreifen, wo es nötig war, haben die Beamten dafür gesorgt, dass dieser festliche Auftakt nicht nur reibungslos, sondern auch in entspannter und fröhlicher Atmosphäre stattfinden konnte. Ihr Engagement schafft Vertrauen und vermittelt das Gefühl von Sicherheit, damit Besucher aus aller Welt unbeschwert die Tradition und Gastfreundschaft Münchens genießen können.
Wenn ich in Lübeck bin, dann gehört ein Fischessen beim Seewolf einfach dazu. Ich hatte Scholle mit Krabben und anschließend einen Aquavit.
Als Landratte kenne ich nicht unbedingt die Unterschiede beim Schnaps, machte aber im Seewolf Bekanntschaft mit der Linie beim Aquavit, den ich in dieser Qualitätsstufe bisher nicht genossen hatte. Wirtin Rosi Engelhardt erzählte bereitwillig die Geschichte. Der Seewolf ist im Handelshaus Carl Tesdorpf in Lübeck und war eine von Deutschlands ältesten Weinhandlungen.
Der Begriff „Linie“ beim Aquavit bezieht sich auf eine ganz besondere Reifungsmethode dieser skandinavischen Spirituose, die ihren Ursprung in Norwegen hat und den Genuss von Aquavit zu etwas Einzigartigem macht. „Linie“ ist dabei der norwegische Begriff für den Äquator. Die Besonderheit des sogenannten Linie-Aquavits liegt darin, dass die Spirituose nach der Destillation in ehemaligen Sherryfässern für etwa 19 Wochen auf Schiffen gelagert wird, die auf einer ausgedehnten Seereise mindestens zweimal die Äquatorlinie – also die „Linie“ – überqueren.
Geschichte des Linie Aquavit Die Geschichte des Linie Aquavit beginnt im Jahr 1821, als Jørgen B. Lysholm eine Destillerie nahe Trondheim in Norwegen gründete und dort den charakteristischen Aquavit herstellte. Doch die besondere Reifungsmethode, die den Linie Aquavit so berühmt machte, reicht noch weiter zurück und ist von einer faszinierenden Legende umgeben: Im Jahr 1805 schickte die norwegische Handelsfamilie Lysholm ein Segelschiff mit mehreren Fässern Aquavit sowie weiteren Handelswaren auf eine lange Reise bis nach Ostindien. Dabei blieb das Interesse an dem Produkt vor Ort gering, und das Schiff kehrte nach mehreren Monaten oder gar Jahren mit der vollen Ladung zurück nach Norwegen.
Als man die Fässer entlud und den Aquavit probierte, stellte man überrascht fest, dass die lange Seereise, bei der das Schiff zweimal die Äquatorlinie – die sogenannte „Linie“ – überquert hatte, zu einer besonderen Reifung geführt hatte. Das ständige Schaukeln der Fässer, die salzhaltige Meeresluft und die Temperaturschwankungen hatten den Aquavit deutlich milder, feiner und vollmundiger gemacht. Seit Ende der 1830er Jahre wurde diese Reifungsmethode fest etabliert: Schiffe, die Kabeljau nach Südamerika transportierten, nahmen den Aquavit in Eichenfässern mit auf die Reise, was den besonderen Reifeprozess garantierte.
Zufall sorgt für Qualität Diese einzigartige Lagerung auf hoher See sorgt dafür, dass der Aquavit durch das ständige Schaukeln der Fässer, die salzhaltige Seeluft und die wechselnden Temperaturen eine milde, feine und außergewöhnlich harmonische Geschmacksentwicklung erhält. Die Seereise ersetzt dabei gewissermaßen die statische Fassreifung an Land durch eine dynamische Reifung unter besonderen klimatischen Bedingungen. Auf jeder Flasche Linie-Aquavit ist sogar der Name des Schiffes sowie der Zeitraum der Äquatorüberquerung vermerkt, was die Einzigartigkeit und Herkunft dieses „Seereif“-Aquavits unterstreicht.
Seitdem ist diese Art der Reifung das Markenzeichen der Linie-Aquavits und macht sie weltweit bekannt und geschätzt. Diese Verbindung aus traditioneller Spirituosenherstellung und maritimem Reifeprozess macht den Begriff „Linie“ zum Synonym für Qualität, Handwerk und skandinavische Kultur im Glas. „Nich‘ lang schnacken, Kopp in Nacken“, erklärte Rosie vom Seewolf und das Schicksal nahm seinen Lauf.
Kenn ich nicht, muss ich mal probieren: Ein aromatischer Zauber aus Gewürzen und Süße im Glas – die neueste Limited Edition von Glenmorangie fängt die köstlichen Aromen und Farben eines belebten Gewürzmarktes ein. Glenmorangie A Tale of Spices ist die sechste Abfüllung der preisgekrönten „A Tale Of…“-Serie der Highland-Destillerie.
Ich mag ja den Erfindungsreichtum der Abfüller immer neue Geschichten zu erzählen. Und nun auch wieder. Erneut stellt sie die Fantasie der Glenmorangie Whisky-Macher unter Beweis: Inspiriert von den sinnlichen Genüssen eines Gewürzmarktes, reifte dieser Whisky in insgesamt vier verschiedenen Fassarten nach. Ein Teil des experimentellen Whiskys lag in marokkanischen Rotweinfässern, die ein Aromenmosaik von Ingwer, Safran, Muskatnuss und gebrannten Mandeln komplex mit dem eleganten Glenmorangie-Stil vereinen. Muss ich unbedingt probieren und meine Geschmackssinne auf die Reise schicken. 85 Euro kostet die Flasche, die ich wohl investieren werde.
Dr. Bil Lumsden, Director of Whisky Creation bei Glenmorangie sagt: „Mir gefallen die farbige Vielfalt und Aromen von Gewürzmärkten. Vor einigen Jahren experimentierten Master Blender Gillian Macdonald und ich zum ersten Mal mit marokkanischen Rotweinfässern und uns faszinierten die duftenden, würzigen Noten, die sie unserem Whisky verleihen. Daraus entwickelten wir diese ungewöhnliche Fassrezeptur. Jeder Schluck dieser limitierten Edition ist wie eine bunte Prise eines Gewürzmarktes.“
Auf seiner Suche nach ungewöhnlichen Fässern, die Glenmorangie neue Aromen verleihen, reist Dr. Bill um die ganze Welt. Dabei fühlt er sich immer wieder von duftenden und farbenprächtigen Gewürzmärkten angezogen. Mit der Vision eines Whiskys, der von dieser Vielfalt geprägt ist, experimentierten Master Blender Gillian Macdonald und er, indem sie erstmals einen in Ex-Bourbonfässern gereiften Glenmorangie in vier verschiedenen Fassarten nachreiften. Marokkanischen Rotweinfässer aus französischer Eiche – eine Premiere bei Glenmorangie – bringen köstliche Gewürznoten ein, während neue, gekohlte Eichenfässer eine weitere würzige Dimension hinzufügen. Geschabte und anschließend getoastete Rotweinfässer bieten fein-fruchtige Noten, während Pedro-Ximénez-Sherryfässer dem Single Malt Highland Whisky eine reichhaltige, süße Tiefe geben.
Aus dieser ungewöhnlichen Fasskombination entstand dieser einzigartige, komplexe Glenmorangie – duftend, süß und würzig. A Tale of Spices strotzt vor Noten von Kreuzkümmel, Safran, Muskatnuss, Ingwer und Chili. Florale Anklänge von Rosen und Jasmin werden durch gebrannte Mandelaromen und eine ausgeprägte Eukalyptusnote unterstrichen. Der Whisky eignet sich auch ideal als Geschenk – die Geschenkbox umrahmt ein Mosaik in warmen Farbtönen und farbenfrohe Gewürzkegel, wie sie auf exotischen Gewürzmärkten zu finden sind.
Verkostungsnotiz Glenmorangie A Tale of Spices (46,0 Vol.% Alk.) Farbe: Senfgold An der Nase: Würzig, süß und wunderbar duftend, mit Noten von Rosen, Landnelken, Jasmin und Flieder, begleitet vom Duft eines Gewürzmarktes – Kreuzkümmel, Safran, Muskatnuss, Ingwer, Chili und Anis – dazu etwas süßes Eichenholz und Kastanie. Mit ein paar Tropfen Wasser weitere Fruchtaromen, dazu ein Hauch Menthol und Brotteig Am Gaumen: Intensive, würzige Aromen mit reichlich Ingwer, schwarzer Pfeffer, Senfkörner und einer kräftigen Erdigkeit. Dazu eine sanfte Süße von Minzbonbons, braunem Rohrzucker und gebrannten Mandeln. Der gesamte Gaumen wird von einer deutlichen Eukalyptusnote untermalt Nachhall: Noten von Gewürznelken, Leder und Minze
Immer wieder stellt sich mir die Frage: Wo gibt es die besten Weißwürste? Nun, ich habe da zwei Quellen: Die Metzgerei Braun in Wiedenzhausen, ein Gemeindeteil der Gemeinde Sulzemoos im Landkreis Dachau, und die Metzgerei Braumiller aus Biburg im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die 26jährige Metzgermeisterin Sophie Braumiller ist zudem 10. Bayerische Weißwurstkönigin.
Da ich aus Stuttgart kam, fuhr ich in Wiedenzhausen ab und aufgrund der späten Entscheidung, nutze ich den Smartstore der Metzgerei. Es ist ein Verkaufsanhänger im Hof der Metzgerei, der 24/7 geöffnet hat. Für mich eine absolute Innovation für das Metzgerhandwerk, oder Fleischerhandwerk, wie es auch heißt.
Mit der Maestro-Karte (früher auch EC-Karte genannt) öffnet sich die Tür zum Videoüberwachten Verkaufsanhänger. Im Inneren ist es wie ein mobiler Dorfmarkt mit allerlei Angeboten aus dem Bereichen Wurst, Fleisch, Eier, Sauerkraut, Mehl und mehr. Mich interessierten vor allem die Premium-Angebote an Fleisch und Wurst, die die Metzgerei täglich frisch erzeugt. Alle Produkte sind mit einem RFID-Sticker versehen.
Die Produkte werden an der Kasse abgelegt. Ein Scanner scannt über den RFID-Code die Ware und errechnet den Preis. Dann Karte auflegen und fertig.
Für mich eine wirkliche Innovation, die Sinn hat. Als Verbraucher kann ich einkaufen, wann ich will. Als Unternehmer kann ich das Fachkräfteproblem minimieren und das klassische Ladengeschäft zu Stoß- und Spitzenzeiten öffnen.
Es war mein erstes Mal in doppelter Hinsicht. Zum einen das erste Mal ein längerer Besuch in der Südpfalz, zum anderen der Besuch des dreitägigen Weinfests der Winzerei Graßmück in Birkweiler. Beides war ein Volltreffer.
Nach nerviger Autofahrt (Fahr mit dem Auto haben sie gesagt) mit Sperrungen, Staus und Hitze genossen meine Frau und ich Birkweiler und quartierten uns bei der Alten Scheune ein, eine absolut empfehlenswerte Ferienwohnung, die ich Depp in meinem Video als Alte Mühle bezeichnet habe.
Wir folgten einer Einladung von Winzer Simon Graßmück. Wir hatten ihn und seine exklusiven Weine bei einer Verkostung im Gasthof Heinzinger kennengelernt. Was Gastronom Denis Kleinknecht empfiehlt, dem kann man blindlings folgen.
Bühne, Bänke und Bands waren drei Tage angesagt. Wir genossen den Wein, lauschten den dicken Kindern (so der Name der Band des ersten Abends). Harald Schmidt und seine dicken Kinder von Landau waren für uns allgegenwärtig. Der Entschluss war schnell gefasst, nach dem Weinfest noch ein paar Kisten vom Muskateller ins Auto zu laden.
Nahe der französischen Grenze liegt das idyllische Winzerdorf Birkweiler, eingebettet in Südpfalz, das für seine hervorragenden Weinlagen und seine lange Weinbautradition bekannt ist. In dieser malerischen Weinregion befindet sich das familieneigene Weingut Graßmück, gegründet im Jahr 1667, und somit mit über 350 Jahren Erfahrung in Sachen Weinherstellung. Heute wird das Weingut in der zwölften Generation, derzeit von Simon Graßmück, geführt. Die Familie bewirtschaftet etwa rund 11 Hektar Rebfläche.
Die Reben gedeihen auf exzellenten, oftmals steilen Lagen wie dem Birkweiler Kastanienbusch, Mandelberg, Rosenberg und Königsgarten – Lagen, die nicht nur in der Region, sondern auch weit darüber hinaus als Spitzenlagen gelten. Die Böden sind vielfältig: Rotliegende Schichten, Buntsandstein, Schiefer sowie Löss‑Lehm bieten ideale geologische Voraussetzungen und spiegeln sich in der aromatischen Tiefe und Mineralität der Weine wider. Wir konnten nach dem Trubel die Winzerei besichtigen.
Mit viel Feingefühl, Geduld und moderner Technik, aber stets mit Blick auf bewährte Tradition, entstehen im Weingut Graßmück charaktervolle und facettenreiche Weine. Je nach Sorte und Stil werden die Weine im Barriquefass oder im Edelstahltank ausgebaut – von trockenem Riesling, über fruchtigen Weißherbst, edelsüße Beerenauslesen, bis hin zu Dornfelder, Spätburgunder und spritzigem Sekt.
Der moderne Betrieb hat sich einen Namen als sogenanntes „Birkweiler Burgunder-Wunder“ gemacht: Simon Graßmück versteht es scheinbar mühelos, das Terroir seiner besten Lagen in detailreiche, frisch-jugendliche und authentische Weine zu übersetzen. Auch Fachmagazine wie Falstaff loben seine Innovationsfreude – etwa mit der Cuvée „Quantum S“, einer ungewöhnlichen Barrique‑Assemblage aus Chardonnay, Sauvignon Blanc und Scheurebe, die sowohl Dichte als auch fruchtigen Charme vereint.
Birkweiler ist eine malerische Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße, im Bundesland Rheinland-Pfalz. Der Weinbau prägt ebenso wie die sanften Landschaften das Bild dieses typischen Winzerdorfs.
Das Dorf liegt im idyllischen Siebeldinger Tal, eingebettet zwischen romantischen Weinbergen und am Fuß des 552 Meter hohen Hohenbergs mit seinem markanten Aussichtsturm. Das Klima ist mild und fast mediterran—ideal für Wein-, Mandel- und Kastanienbau. Erstmals wurde Birkweiler 1285 urkundlich erwähnt – ursprünglich als Teil der kurzlebigen reichsfreien Dörfer des Siebeldinger Tals. Heute leben rund 750 Menschen hier. Der Ortskern besticht durch historische Sandstein- und Fachwerkhäuser, zwei neugotische Kirchen (katholische Bartholomäus- sowie evangelische Kirche), einen liebevoll gestalteten Dorfmittelpunkt mit modernem Platz und altem Weinpresse-Haus sowie eine Spiel- und Begegnungsanlage.
Wenn ich schon mal in der Pfalz auf dem großen Weinfest meines Lieblingswinzers Simon Graßmück in Birkweiler bin, dann muss ich auch die Sterneküche am Ort ausprobieren. Maximilian Schocke ha seinen Michelin-Stern verteidigt und durch Zufall haben meine Frau und ich in St. Laurentiushof in der Südpfalz einen Tisch bekommen.
Seit Juli 2021 führt Maximilian Schocke die Küche des St. Laurentiushof – Schockes Küche in Birkweiler, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist – eine Anerkennung, die für hohe kulinarische Qualität steht. Der St. Laurentiushof ist ein ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert stammendes, liebevoll restauriertes Winzerhaus im Zentrum von Birkweiler. Die imposante Fachwerkfassade zeichnet sich durch dunkle, kräftige Holzbalken in klassischen, fachwerktypischen Mustern auf weißem Grund aus. Der Sockelbereich des Gebäudes besteht aus massiven roten Sandsteinquadern, welche dem Haus ein solides Fundament verleihen und es optisch klar vom Straßenniveau absetzen. Das Wetter passte, also konnten wir im Innenhof speisen. Im Innenhof, über den der Eingang zum Hotel und Restaurant erfolgt, zeigt sich eine einladende Atmosphäre: rustikale Kopfsteinpflasterung, ein sommertypischer Weinlaubüberstand als schattenspendendes Element sowie dezente städtische Möblierung mit Tischen, Stühlen und Blumendekorationen. Dies unterstreicht den landhausähnlichen Charakter des Hauses – historisch und zugleich gastfreundlich.
Wir nahmen im hinteren Bereich Platz, etwas entfernt von einer Familie mit einer redseligen allwissenden Mutter. Unsere Gastgeberin im Service war Lara Schocke, die unterstützt wurde von zwei sympathischen männlichen Aushilfen. Maximilian Schocke führt die Küche und begeistert mit kulinarischer Exzellenz, während Lara mit Ihrer Herzlichkeit, vinophiler Begeisterung und organisatorischem Geschick den Service leitet und Gäste begeistert.
Maximilian Schocke sammelte über sieben Jahre umfassende Erfahrungen in der gehobenen Gastronomie – unter anderem auf Sylt, wo er zwei Stationen als Chef de Partie absolvierte, sowie in Potsdam als Junior Sous‑Chef. Diese Stationen haben seine Kochkunst entscheidend geprägt und ihm ein tiefes Verständnis für den Umgang mit hochwertigen Zutaten vermittelt.
Im Jahr 2019 legte er erfolgreich seine Meisterprüfung in Hannover ab. Anschließend übernahm er die Position des Chef de Cuisine im Filterhaus Werde an der Havel (Brandenburg), wo er seine Führungsqualitäten und sein kulinarisches Können weiter ausbauen konnte.
Seit dem Jahr 2021 führt Maximilian Schocke gemeinsam mit seiner Frau das Restaurant Schockes Küche im St. Laurentiushof in Birkweiler, Südpfalz – als Inhaber und Küchenchef. Leider haben wir Maximilian Schocke nicht kennengelernt. Der Meister blieb in der Küche und schaute nicht zu seinen Gästen, um die Huldigung entgegenzunehmen.
Maximilians Kochphilosophie lässt sich für mich beschreiben: klare Geschmacksbilder, vielschichtig und intensiv. Er schafft ambitionierte, moderne Gerichte aus exzellenten Zutaten, die möglichst regional und saisonal bezogen werden. Dabei legt er Wert auf Präzision und Raffinesse, etwa bei der perfekt konfierten Fjordforelle, die mit einer Mispel-Reduktion, eingelegtem Mispelfruchtfleisch, Forellenkaviar und Linsen serviert wird – ein Paradebeispiel seiner filigranen Handschrift. Fjordforelle haben wir allerdings nicht bekommen.
Ein zentraler Baustein von Schockes Angebot ist das “Maximum” Menü – ein Setmenü mit fünf bis acht Gängen, das auf Wunsch auch vegetarisch gestaltet werden kann. Die Küche von Maximilian Schocke wurde in kurzer Zeit zu einer Top-Adresse in der Südpfalz. Der Laurentiushof ist nicht nur ein kulinarischer Geheimtipp, sondern ein Ort, an dem Tradition und Innovation zusammenfinden. Schocke legt großen Wert auf hochwertige Produktqualität und eine moderne Menüführung – seine Kreationen heben sich deutlich von der regionalen Traditionsküche ab.
Für mich überzeugt die Küche durch präzise, vielschichtige Aromen, regionale und saisonale Zutaten und eine ruhige, fokussierte Küchengestaltung. Genuss auf hohem Niveau, getragen von Leidenschaft, Kreativität und handwerklicher Exzellenz.
Wir wählten das sieben Gang Menü. Es begann mit mehreren Grüßen aus der Küche.
Balfego Thunfisch mit Rohrbacher Zucchini | Escabeche | Wassermelone
Wildgarnele von der Algarve mit Ajo Blanco | Sizilianische Mandel
Saibling „Ikejime“ mit La Goonery Puy-Linsen, Liebstöckel | Champignon
Portugiesischer Calmar und Ochsenschwanz mit Erbsen | Ndujaschaum
Burrweiler Landei und Wintertrüffel mit Kohlrabi | Piemonteser Haselnuss | Vin Jaune
Sommerliche Challans Ente mit reduzierter Entenessenz | Pekannuss | Essigkirsche Pfeffer
Seeteufel „Petit bateau“ mit Garnelewürze | Spitzkohl aus Kandel | XO-Sauce | Schnittlauch – Bergamottensauce