Mit Filmen aus Ende der achtziger Jahre tue ich mich grundsätzlich immer schwer: Der Look, die Mode, die Musik, die Frisuren, der Humor – alles grausam und dennoch habe ich mir mal wieder den Vampirfilm ohne Dracula The Lost Boys aus dem Jahre 1987 angetan.
Sobald ich meine 80er Phobie überwunden hatte, konnte ich den Film von Joel Schumacher ein wenig genießen – und das liegt daran, dass ich die Spielberg Produktion Die Goonies von 1985 mag. Bei den Goonies führte Richard Donner Regie, der bei Lost Boys dann Produzent war. Das Schema wurde übertragen, denn was einmal Erfolg hatte, muss wieder Erfolg haben. Heraus kam ein unterhaltsamer Vampirfilm, der als cooler Jugendstreifen beginnt, aber sich dann in Einzelszenen zum harten Vampirfilm mausert.
Das liegt vor allem an Hauptdarsteller Kiefer Sutherland in einer seiner ersten Rollen. Und Kiefer Sutherland kann einfach schauspielern und interpretiert den Chef einer jugendlichen Vampirgang phänomenal. Auch das Duo Corey Feldman und Corey Haim als Edgar und Allan Frog (wunderschöner Namenshumor) bringen Pepp in den Film, wie einst schon Feldman bei den Goonies und weiteren Filmen des Duos.
Tagsüber schlafen sie. Nachts jagen sie auf Motorrädern durch die Vergnügungsanlagen des Küstenstädtchens Santa Clara: Die Lost Boys eine Gang moderner Vampire. Michael, mit Mutter und Brüderchen frisch in diese Gegend gezogen, gerät in die Fänge dieser beißenden Herren der Finsternis. Doch Bruder Sam verbündet sich mit den ausgebufften Vampirjägern Edgar und Allan Frog, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Der Kampf mit Holzpflöcken und Weihwasser in Spritzpistolen beginnt.
Die ganze Sache hat keinen großen Tiefgang, aber essend viele nette Details wie eben Edgar Allan Poe oder ein Comic-Heft als Anleitung für Vampirjäger. Ein Doors-Verschnitt Echo & The Bunnymen singt das Titellied „People Are Strange“ und Jim Morrison hängt als Poster in der Vampirhöhle. Schön ist auch, dass sich das verworrene Drehbuch ein wenig an Bram Stoker verbeugt, wenn ein Vampir erst ins Haus eingeladen werden muss, damit er seine Macht über seine Opfer ausüben kann. The Lost Boys macht in weiten Teilen Spaß, wenn nicht dieser schreckliche 80er Look wäre.
Für mich ist die Nacht der Vampire der konsequente Wegbereiter der Nacht der reitenden Leichten, zudem eine Mischung aus Hexen-, Werwolf- und Vampirfilm, also ein bisschen von jedem etwas. Der Heuler ist ein typischer Vertreter des spanischen Horrorkinos der siebziger Jahre mit dem einheimischen Horrorfilmstar Paul Naschy (eigentlich Jacinto Molina). Er spielt mal wieder einen Werwolf, ich glaube bereits zum vierten Mal. Am besten fand ich ihn in „Die Vampire des Dr. Dracula“. Regie führte dieses Mal der ehemalige Zahnarzt Leon Klimovsky, der mit diesem Film seine Karriere als Low-Budget-Horrorfilm-Regisseur begründete.
Natürlich kommt Dracula in dem Film nicht vor, außer in einem Dialog der beiden Hauptdarstellerinnen, die sich auf der historischen Suche nach der Hexe Gräfin Wandessa Dárvula befinden.
Elvira (wir sehen hier wieder Gaby Fuchs, die wir aus dem heftigen Hexen bis aufs Blut gequält von 1969 kennen) reist mit ihrer Freundin Genevieve durch Frankreich und gemeinsam sind sie auf der Suche nach dem verlorenen Grab einer mittelalterlichen Mörderin, Hexe und Vampirin namens Gräfin Wandessa. Sie stoßen auf eine alte Burg, bewohnt von Waldemar Daninsky (Paul Naschy), der eigentlich ein Werwolf ist. Dieser lädt die Frauen dazu ein, so lange zu bleiben, wie sie wollen. Als Waldemar Elvira das vermeintliche Grab der Gräfin zeigt, erweckt Elvira diese zufällig zu neuem Leben und sie ist blutgieriger als je zuvor. Daninsky hat ja als Werwolf ein verborgenes Geheimnis, will seine Macht ausnutzen, um die Vampirin zu besiegen. Nach ein paar Gore-Effekte und einigen Toten wird die böse Vampirhexe besiegt und der Werwolf mit den Worten „Nun bist du für immer frei“ erlöst.
Weil wir ja 1970 als Drehzeit und Spanien als Drehort haben, gibt es von dem Film zwei Fassungen. Eine züchtige Fassung für den heimischen spanischen Markt und eine freizügige mit nackten Brüsten für die restliche Welt. Ich hab den Film zuerst auf Super 8 gesehen, wo er als Zweiteiler mit den Titeln Nacht der Vampire und Die Orgie des Horrors erschienen ist. Erst dann kam die Bluray. Allerdings reicht die Super 8-Version vollkommen aus, die übrigens auf er Bluray vorhanden ist (was ich zu spät gemerkt habe)
Ich bin wirklich kein Fan der Serie, aber interessant ist es dann doch, als ich vor dem meistfotografierten Automobil der Motorworld München stehe. Eine Einladung der Motorworld an den PresseClub München führte mich in dieses eindrucksvolle Mekka der Mobilität nach München Freimann.
Da stand ich nun und staunte: Kein Rolls oder Porsche, Aston Martin oder eine andere Luxuskarosse stand vor mir: Es ist der Nissan R34 Skyline GT-R aus dem vierten Teil der Serie Fast & Furious.
Als Nichtautofan dachte ich mir: Aha ein Nissan also, aber mein Nachbar, der sich besser in Sachen Automobile auskennt, war hellauf begeistert. Als Filmfan lauschte ich aufmerksam: Der Wagen war einst in Besitz des inzwischen verstorbenen Schauspielers Paul Walker und das besondere Auto hat in der Motorworld München einen Stellplatz gefunden. Für den Film wurden insgesamt neun Wagen gebaut, aber nur der Münchner Wagen ist das Original.
Der Nissan lief nur knapp 6000 Kilometer. Und die technischen Daten sind für Autofans ein Wohlklang: Der 2,6-Liter-Reihensechser in diesem Skyline GT-R leistet 550 PS. Die Schaltvorgänge übernimmt ein Sechsgang-Getriebe von Getrag. Dazu: Nismo-Sportfederung und -Sportauspuff, Bodykit und Rennreifen. Alles Informationen, die einen Autofan beeindrucken. Mir Banause gefällt vor allem die Farbe.
Wieder ein paar Neuanschaffungen für meine kleine Kubrick-Sammlung. Es gab für mich eine neue lizensierte Tasse mit den Grady Zwillingen aus Shining mit dem Spruch Komm und spiel mit mir. Viel wichtiger für mich allerdings: Ich habe ein Originalautogramm der beiden Schwestern, worüber ich mich sehr freue.
Im Film von 1980 wurden die beiden Mädchen von Lisa und Louise Burns als die „Grady-Schwestern“ dargestellt. Ihr einziger Satz war „Komm, spiel‘ mit uns, Danny!“. Den Damen war keine Filmkarriere vergönnt, aber wenn man mit einem Genie wie Stanley Kubrick drehen durfte, was könnte dann noch anderes kommen? Die Schwestern wechselten ins bürgerliche Leben und schlugen seriöse Berufe ein. Lisa und Louise Burns üben heute die Berufe der Mikrobiologin und Anwältin aus.
Ich freu mich sehr über das Autogramm und werde es zu meiner Kubrick-Sammlung hinzufügen. Ich hab die beiden Damen schon auch als Sammlerfigur.
Es gibt Filme, die muss ich mir einfach alle paar Jahre ansehen. Und da ich mir eine neu abgetastete Version von Rainer Erlers Meisterwerk Fleisch auf Bluray zugelegt habe, stand dieser Klassiker von 1979 auf meinen Filmprogramm.
Fleisch ist die deutsche Version von Michael Crichtons Film Coma aus dem Jahr 1978. Der US-Film basiert auf dem Roman von Robin Cook und greift das Thema Organhandel in der Version eines Hollywood-Films auf. Fleisch von Rainer Erler erschien 1979, basierend auf seinem Roman, der damals bei Goldmann erschienen ist. Das ZDF hat den Film ausgestrahlt und meine Eltern diskutieren damals beim Abendessen, ob so etwas wie kommerzieller Organhandel möglich sei. Ich war zu jung, um den Film damals zu sehen, geschweige denn die Tragweite zu verstehen. Aber das holte ich später nach, als ich die Filme des genialen Regisseurs Rainer Erler verschlang und auch seine Bücher in den verschiedenen Ausgaben aufkaufte.
Die neue Bluray von Fleisch ist remastered in 2K und optisch eine deutliche Verbesserung meiner DVD von Eurovision, aber natürlich optisch nicht mit heutigen Produktionen vergleichbar. Ich werde meine DVD trotz Bluray behalten, denn ich habe darauf ein Autogramm der damaligen Hauptdarstellerin Jutta Speidel. Ich habe die Schauspielerin mal auf einer Veranstaltung in München getroffen und bat sie um ein Autogramm. Sie war wohl besorgt, dass ich sie wegen der Nacktszenen im Film mit ihrem damaligen Ehegatten Herbert Herrmann ansprechen werde, aber ich wollte nur etwas über die Regiearbeit von Rainer Erler erfahren. Mit den Worten „Ach der Rainer“ unterschrieb sie und verschwand. Nun hab ich die Bluray und vielleicht ergibt sich nochmal eine Autogrammgelegenheit mit dieser tollen Schauspielerin und ein paar Worte mehr zu Rainer Erler.
Und die Bluray beinhaltet einen alternativen Start und Ende des Films, aber das Wichtigste sind drei sehr seltene Videointerviews von Erler. Gerne, sehr gerne würde ich mit dieser Regielegende sprechen, wenn er bei sich in Oberbayern und nicht in Perth in Australien weilt. Er wohnt ja nur ne halbe Stunde entfernt. Mailkontakt hatte ich früher schon mal mit ihm, während er in Australien weilte. Es gibt für mich nur zwei wirklich wichtige lebende deutsche Regisseure: Der eine ist Rainer Erler, der andere ist Hans-Jürgen Syberberg. Beim Genießen von Fleisch ist mir aufgefallen, wie sehr Erler die Totale liebt. Völlig ungewohnt unter heutigen Betrachtungsweisen, aber wunderbar anzusehen. So wird aus Fleisch nicht nur ein packender Thriller, sondern auch ein großartiges Roadmovie. Erler greift Elemente von Sam Peckinpahs Convoy auf und liefert als Deutscher einen wesentlichen Beitrag zur US-Landschaft, wie einstmals auch Wim Wenders.
Es gibt auch eine Neuverfilmung von Fleisch von Regisseur Oliver Schmitz. Statt in den USA spielt er Film in Südafrika. Ist auch interessant, aber kommt für mich lange nicht an das Original heran. Er ist klassische Pro7-Unterhaltung ohne die inhaltliche und intellektuelle Tiefe von Rainer Erlers Meisterwerk.
Schlecht gealtert ist die Dracula-Verfilmung Liebe auf den ersten Biss. Als der Film 1979 in die Kinos kam, schaute ich ihn mir als Jugendlicher voller Lachen an und amüsierte mich köstlich. Jetzt kam ein Wiedersehen auf Bluray und ich konnte nur den Kopf schütteln bei den durchgehend schlechten Witzen. Und dennoch waren ein paar Anspielungen enthalten, die ich als Jugendlicher damals komplett übersah, jetzt aber freudig erkannte.
Der Film lebt im Grunde von dem Zusammenspiel zwischen Dracula (George Hamilton) und seinem Diener Reinfield (Arte Johnson), der wunderbar unterwürfig agiert. Dracula wird von den Kommunisten aus Rumänien vertrieben und reist in die USA auf der Suche nach der YellowPress-Schönheit Cindy Sondheim (Susan Saint James). Der Sarg wird verwechselt und es kommt zu zweideutigen Witzchen als Dracula in Harlem aus seinem Sarg steigt. Die Witze über Schwarze gehen weiter als Dracula als Fledermaus fast im Kochtopf einer schwarzen Familie landet. So etwas ging wohl 1979, aber sicherlich nicht heute. Auch böse ist die Reaktion Dracula beim Verlassen seines Schlosses an den Bauernpöbel: „Ihr dürft niemals vergessen: Ohne mich wird Transsylvanien ungefähr so aufregend sein wie eine politische Diskussion im Fernsehen!“
Naja, Dracula verführt die Schönheit Ihr Psychiater ist Dr. Jeff Rosenberg (Richard Benjamin), ein Nachfahre des Fritz (!) van Helsing, nimmt den Kampf auf und unterliegt. Dracula und Sandy fliegen als Fledermäuse durch die Nacht davon. Renfield nimmt das Flugzeug.
Nette Ideen: Rosenberg versucht den Vampir mit dem Davidstern statt mit dem christlichen Kreuz zu bekämpfen, scheitert aber ebenso wie das Abfeuern von Silberkugel auf den Vampir, weil die ja nur gegen Werwölfe helfen.
Aber wirklich lachen musste ich als Dracula-Fan, als sich Regisseur Stan Dragoti vor dem großen Dracula von 1931 mit Lugosi verbeugt. In einer Kneipenszene zischt George Hamilton wie sein Vorbild den legendären Satz: „Ich trinke niemals Wein.“ Und für mich der wirklich Höhepunkt ist das Ausleuchten des Gesichts. George Hamilton hat den gleichen ungarischen Akzent wie Lugosi (obwohl Dracula, ja aus Rumänien stammt) und wirklich genial ist die Lichtsetzung des Kameramanns Edward Rosson, der Hamiltons Gesicht genauso ausleuchtet wie es 1931 Karl Freund mit Lugosi Gesicht gemacht hat. Wirklich genial.
Als Sammler und Fan von 2001: Odyssee im Weltraum musste ich einfach wieder mal zuschlagen: Zu Weihnachten beschenkte ich mich selbst mit zwei Geschenken selbst beschenkt: Zum einen die vollständige Super 8-Kopie des Stanley Kubrick Klassikers, zum anderen ein neues Figurenset von Super7. Ha, geniales Wortspiel – Film auf Super 8 und Figuren von Super 7.
Der Film von UFA ist auf acht Super8-Rollen zu 120 Meter veröffentlicht. Ich habe nicht die CinemaScope-Fassung, sondern das klassische Format. So darf ich wieder meine Familie mit der Projektion des Super 8-Films nerven und ja, ich habe auch die 4K-Fassung. Vielen Dank an Markus Elfert von Filmreport für den Hinweis.
Die Sammelfiguren erschienen bereits im September 2022 und ich habe lange mit mir gerungen – und dann doch bestellt. Sie wurden rechtzeitig aus Kalifornien geliefert und ich habe ein Unboxing gemacht. Meine Helden bleiben natürlich in ihrer Plastikverpackung und wandern direkt in die Sammlung zu den anderen Kubrick-Figuren. Hier wird also nichts bespielt oder ausgepackt. Super7 ist hat vier Figuren von 2001: A Space Odyssey ULTIMATES! Astronaut Frank Poole, Astronaut Dave Bowman, Dr. Floyd und den Mondbeobachter herausgebracht.
Die Raumfahrer haben Hände und Köpfe zum Auswechseln und ein paar wissenschaftliche Instrumente. Dave Bowman hat noch HAL 9000 und den grünen Helm mit dabei. Beim Moonwatcher ist zusätzlich ein Monolith beigefügt sowie der berühmte erste technologischer „Knochen“. Alle Figuren sind detailreich und mir machen sie Spaß.
Für mich gehört der Film Alien von 1979 zu den wichtigsten Werken der modernen Filmgeschichte überhaupt. Im Weltraum hört dich niemand schreien – so lautete der Slogan des Science Fiction-Films, der durch das von HR Giger geschaffene Monster Filmgeschichte schuf.
Aufgrund des Film entstanden zahlreiche Videospiele in der Folgezeit. Jetzt erhielt ich das erste Alien-Spiel überhaupt – und zwar – hipp hipp hurra – in der Originalverpackung. Es handelt sich um die Cartridge von 1982 für das Atari 2600 – meine Lieblingsretrokonsole. Es ist das erste offiziell lizenzierte Spiel von und wurde von 20th Century Fox veröffentlicht. Es handelt sich um ein Labyrinth-Videospiel, das von Doug Neubauer geschrieben wurde und ziemlich nah an Pac Man ist. Der Spieler steuert ein Mitglied der menschlichen Crew, das von drei Aliens in den Gängen eines Schiffes verfolgt wird. Das Ziel ist es, die in den Gängen abgelegten Alien-Eier zu zerstören (wie die Punkte in Pac-Man). Der Spieler ist mit einem Flammenwerfer bewaffnet, der die Außerirdischen vorübergehend lahm legen kann. Außerdem erscheinen gelegentlich „Pulsare“ (wie die Power-Pillen in Pac-Man), die den Spieß umdrehen und es dem Menschen ermöglichen, die Aliens zu überwältigen. Sobald der Spieler alle Eier gesammelt hat, gelangt er in eine Bonusrunde, in der er ein Extra-Punkte-Power-Up finden muss, während er (wieder) Dutzenden von Aliens ausweicht.
Also allzu kompliziert ist Alien auf dem Atari 2600 in seiner 8 Bit Grafik nicht. Aber wem Pac Man gefällt, dem wird Alien auch gefallen.
Akira war nach Heidi, Captain Future und Co der erste Anime-Film den ich Ende der achtziger Jahre im Kino gesehen hatte.Ich war neugierig als Teenager, denn ich kannte zwar Anime aus dem Fernsehen, aber ohne zu wissen, dass es Anime-Filme sind. Heidi und Co waren für mich einfach Zeichentrickfilme.
Doch dann kam Akira und haute mich aus den Socken. Der Film von Katsuhiro Otomo hatte eine enorme Wirkung auf mich, dass ich über die Jahre verschiedene Medien des Films zusammenkaufte: Laserdisc, DVD, Bluray und 4K – irgendwo liegt noch die VHS. Für mich ist der Anime in seiner Wirkung nur noch mit Ghost in the Shell vergleichbar, der einen ähnlichen Faszination auf mich ausübte. Nach dem Kinoerlebnis lieh ich mir die Videokassette aus der Videothek aus und schaute den Film mehrmals hintereinander an. Der Streifen besticht durch eine Detailgenauigkeit und immanente Bewegung im Bild. Das ist mir bei der unscharfen VHS-Version gar nicht so aufgefallen – in der 4K-Fassung erschlägt einen die Optik des Films mit seine über 160.000 Einzelbildern enorm.
Der Film Akira von Katsuhiro Otomo basiert auf seinem Manga und gilt als Klassiker dieser Literaturgattung. Es ist wunderbar, dass Manga und Anime den gleichen Schöpfer haben, so kommt die Idee perfekt rüber, obwohl der über 2000 Seiten umfassende Manga an vielen Stellen gekürzt wurden. 2017 erschien zum 35. Geburtstag ein wunderbares Anniversary Box Set. Momentan kam die englischsprachige Version als Box nochmals auf den Markt mit einem Auf 2532 Seiten wird die fantastische und pessimistische Geschichte von Tetsuo und Kaneda erzählt. Tokyo wurde durch einen Krieg vernichtet und wieder aufgebaut. Die Freunde Tetsuo und Kaneda sind typische Jugendliche eines künftigen Neo-Tokyos im Jahre 2019. Als Mitglieder einer Motorradgang machen sie nachts die Straßen unsicher und liefern sich harte Kämpfe mit rivalisierenden Gangs. Bei einem dieser Konflikte stößt Tetsuo mit einer seltsamen Gestalt zusammen. Kurz darauf taucht das Militär auf, nimmt Tetsuo gefangen und führt an ihm Experimente durch, die unglaubliche psychische Kräfte in ihm wecken. Während Kaneda verzweifelt versucht, Tetsuo zu befreien, geraten dessen neugewonnene Kräfte immer mehr außer Kontrolle und drohen nun ein zweites Mal Tokyo zu vernichten. Telepathie, Egoismus und Freundschaft spielen eine wichtige Rolle in diesem fantastischen Film.
Ungewöhnlich ist, dass sich Film und Vorlage auf keinen Hauptcharakter einigen können und so Leser/Zuschauer hin- und hergerissen sind. Die Dystopie wirkt, denn unter der glänzenden Oberfläche von Neo-Tokyo brodelt es.
Manga und Anime hatten einen enormen Einfluss auf die Pop Kultur. Ready Player One von Steven Spielberg wäre ohne Akira nicht möglich, erinnert euch an das rote Motorrad zu Beginn des Films. Viele Künstler haben den Film – und vor allem das Motorrad zitiert und in ihren Werken verewigt. Das Buch ist OTOMO: A Global Tribute to the Mind Behind Akira und ich hab darüber gebloggt. Hier verneigen sich Künstler aus aller Welt vor dem großen Werk von Katsuhiro Otomo und sie interpretieren Akira auf ihre Weise. Der Schwerpunkt dieser Hommage sind Zeichner aus francophilen Umfeld.
Der Film besticht durch sehr schöne Bilder, die aufgrund ihrer Effekte und Wirkung heute noch immer spektakulär sind, eine faszinierende Geschichte sowie der Tatsache, dass dieser Film auch maßgeblich dazu beitrug, Animefilme weltweit populär zu machen.
Hier sind nicht die Trolle aus dem Internet gemeint, die ihr Unwesen treiben. Es sind die Trolle aus dem Märchen, die die Grundlage für die Netflix-Produktion Troll aus dem Jahre 2022 bilden. Gleich vorweg: Der Film hat mir als Godzilla-Fan ausgesprochen gut gefallen.
Die Kraft der Märchens, der alten Erzählungen, das ist nicht nur eine Gemeinsamkeit mit meinem japanischen Helden. Auch der gesamte Filmaufbau ähnelt den japanischen Monsterfilmen, die ich so gerne mag. Eigensinniger Wissenschaftler, schießwütige Militär, schlaue Computerhackerin, böser Umweltzerstörer, mächtiges Monster – statt Tokyo wird Oslo angegriffen. Natürlich ist alles vorhersehbar, aber der Film macht wirklich Spaß und zeigt, wie perfekt ein Film von einem Streaming-Dienst in Auftrag gegeben werden kann.
Dabei hat der norwegische Troll interessante Wurzeln in der Geschichte des nordischen Landes. Das Wesen lebt in Utgard, während die Menschen in Midgard leben. Bis ins 19. Jahrhundert waren Trolle fester Bestandteil der nordischen Kultur. J.R.R. Tolkien war ein Kenner dieser Sagen und Mythen und baute Trolle in den kleinen Hobbit ein. Der CGI-Troll mit Knollennase und vier Fingern sieht glaubwürdig aus und ist kein Monster im Kostüm, keine Suitmation der alten Zeit.
Der Film von Regsissuer Roar Uthaug nimmt freilich allerlei Anleihen aus anderen Monsterfilmen wie der stampfende T-Rex-Auftritt aus Jurrasic Park oder Szenen aus Cloverfield – oder sagen wir besser: Es ist eine Hommage an diese Filme. Und es wird Star Trek zitiert. Der Spock-Gruß hat immer einen Platz in meinen Herzen. Und man greift die Marvel-Filme auf, die im Abspann immer noch eine Überraschung in sich haben – also Troll wirklich bis zum Schluss schauen. Und kurz vor dem Abspann höre ich die Musik von Akira Ifukube und seinem Godzilla-Thema – der Fan in mir ist hellwach und freut sich über die Norweger.
Das wäre ein Film, den ich als Monsterfan mir auch als Bluray kaufen würde, wenn Netflix diesen Schritt geht.