Archive for the ‘Film’ Category

Filmkritik zu Halloween Ends

17. Oktober 2022

Michael Myers hat ein Ende gefunden – zumindest in diesem Dreiteiler, der nach Halloween, Halloween Kills und nun mit Halloween Ends einen Abschluss gesetzt hat. Nach der Blutorgie des zweiten Teils, kommt in dritten Teil ein wenig mehr Story ins Kino, aber der Zuschauer bekommt im dritten Drittel gewohnt deftige Kost. Aber wenn ich ehrlich bin, hat mich der Film trotz zahlreicher Anspielungen enttäuscht. So etwas habe ich nicht erwartet, als ich mich in den Sessel meines Lieblingskinos des Scala-Kinos in Fürstenfeldbruck am Premierentag niederließ.

Halloween steht für mich als Synonym für Slasher, für psychische und physische Brutalität, für das pure Böse und für gelungene Horrorunterhaltung. Das alles erfüllt Halloween Ends nur bedingt.

Achtung Spoiler – weiterlesen auf eigene Gefahr.

Fangen wir mit dem Positiven von Halloween Ends an. Es ist vorbei. Nach drei Teilen wird Michael Myers vernichtet, klein gehäckselt, so dass nur noch die Maske übrig bleibt. Die letzten 20 Minuten des Films machten mir Spaß, lösten sie doch das Versprechen der vergangenen beiden Vorgänger ein. Hart, brutal und voller Anspielungen – gut Michael, dass du wieder da bist und deine Pflicht erfüllst.

Wunderbar ist Jamie Lee Curtis anzusehen. Diese Frau beherrscht die Szene, bringt eine Prise Ironie in den vermeintlich harten Streifen. Sie trägt den gesamten Film mit ihrem wunderbaren Schauspiel mit ein bisschen Screaming Queen. Zu den weiteren Rückkehrern aus vorherigen Filmen zählen Andi Matichak als Allyson Nelson, Will Patton als Deputy Frank Hawkins und Omar Dorsey als Sheriff Barker.

Und während des Films genoss ich die Musik der Familie Carpenter. Auch hier werde ich mir den Score auf Vinyl kaufen, denn Carpenter und Familie verstehen ihr musikalisches Handwerk. Der Score lohnt sich und Soundtrackfans werden hier zuschlagen.
Für Carpenter-Liebhaber ist der Film auch ein Genuss, denn in Halloween Ends wimmelt nur von Anspielungen an den Regisseur. Es beginnt mit Das Ding aus einer anderen Welt, der am 31. Oktober im Fernsehen läuft.

Damals im Kino ein Flop, weil er gegen ET antrat, hat der Film heute sein Publikum gefunden. Dann wird natürlich der Film Halloween selbst zitiert: Ich sag nur Stricknadel im Hals oder das Betrachten der Leiche mit schiefen Kopf, nachdem Michael den Körper an die Wand mit dem Messer gepfählt hat.

Und dann kommen wir bei den Anspielungen auch zu den schlechten Seiten von Halloween Ends. Die Hommage an Carpenter setzt sich fort, so dass immerfort die Stephen Kings Verfilmung Christine zitiert wird. Ganze Einstellungen werden von diesem Film übernommen bis hin zum Ende von Michael Myers in der Schrottpresse. Leute, ich wollte Halloween sehen und nicht Christine, der für mich den Abstieg von Carpenter bedeutet hat.

Erinnern wir uns an Halloween III als versucht wurde, der Reihe eine neue Richtung zu geben. Ich fand die Idee gut, die Fans wandten sich dagegen von dem Film ab. Sie wollten Michael mit dem Messer und nicht einen Maskenfilm.

Und genauso werden sich die Fans von Halloween Ends abwenden, denn Michael kommt zu kurz. Stattdessen haben wir eine Love-Story, die wir schon 1000 Mal gesehen haben. Mädchen verliebt sich in den Bad Guy, gerät auf die schiefe Bahn und findet dann doch aufgrund der Liebe der Familie auf die Spur zurück. Der Bad Guy ist natürlich erst einmal schüchtern, Brillenträger versteht sich, wird gehänselt und trifft dann Michael im Abflussrohr. Da saß dieses Mal nicht der Clown Pennywise, sondern Michael hockt so seine vier Jahre herum. Die beiden werden Kumpel im Geiste, kloppen sich ein paar Mal und arbeiten dann zusammen, um ihr blutiges Handwerk zu erledigen. Geht es noch blöder?
Jetzt kann man diskutieren, was ist Traum und was ist Wirklichkeit. Wie kann das Böse schlechthin eine Allianz eingehen mit dem Lackaffen? Es ist einfach nur peinlich: Michael trifft seinen Nachfolger.

Regisseur David Gordon Green hatte mit dem Start von Halloween Ends einen guten, sehr guten Einfall, aber dann ist mir zu viel Wild One mit Brando und vor allem Christine enthalten, so sehr, dass es nervt.
Wir haben in den vergangenen Wochen mit dem Begräbnis der Queen gesehen, was eine Prozession ist. Da wirkt die Prozession der Einwohner von Haddonfield mit einem auf dem Dach angeschnallten Michael eher peinlich. Alle wollen schauen, ob Michael wirklich tot ist bzw wie er zerkleinert wird. Da hilft es auch nichts, dass wir im Schatten das Gesicht von Michael das erste Mal sehen. Ein alter Mann im blauen Arbeitsanzug, mehr nicht. Das ist nicht mein Michael Myers.

Dracula im Film (29): So finster die Nacht

11. Oktober 2022

Was für eine Offenbarung! Ich habe nicht geglaubt, dass ich nach all den schlechten oder durchschnittlichen Vampirfilmen noch so ein solches Juwel finden würde. So finster die Nacht ist für mich ein Vampirfilm der Extraklasse, der lang bei mir nachgewirkt hat.

Da ich die kanadischen Horrorfilme von David Cronenberg mit seiner Kälte mag, da schob ich die Disc von So finster die Nacht gerne in den Player. Der Film stammt aus Schweden und wurde 2008 inszeniert von Tomas Alfredson, den ich bis dato nicht kannte. Die Geschichte um die Freundschaft und Romanze eines introvertierten, gedemütigten Jungen und eines weiblichen, androgyen Vampirkindes hat mich berührt. Eine Romanze, eingebettet in Blut und Schnee – daraus resultieren starke Bilder. Kåre Hedebrant spielt Oskar und Lina Leandersson die Vampirin Eli spielen hervorragend. Der Film kann als Horrorfilm oder auch als Jugendromanze gesehen werden.

Erst im Nachhinein habe ich gelesen, dass der Name des Films auf Morrisseys Lied Let the Right One Slip In basiert, wobei ich zugeben muss, dass ich mich mit Morrissey nicht so auskenne.
Der Film strahlt eine ungewöhnliche Kühle aus, die ich sehr schätze. Hinzu kommen ungewöhnliche Kameraeinstellungen. Hier gedeiht die Angst sehr eindrucksvoll und der Film wird ein Fest für die Sinne: Romantisch, brutal, sensibel, gehaltvoll und gnadenlos. Als der Film zu Ende war, saß ich in meinem Fernsehsessel und musste das Werk erst einmal verkraften, so sehr hat der Film mich hineingezogen.

Kein Wunder, dass die Amerikaner den Stoff von So finster die Nacht begeistert aufgenommen und eine Neuverfilmung unter dem Titel Let Me In von Cloverfield-Regisseur Matt Reeves gedreht haben. Auch der ist empfehlenswert.

Der Inhalt kurz: Oskar (Kare Hedebrant), ein zwölfjähriger Junge, lebt isoliert und wird von seinen Mitschülern gedemütigt. In seiner sensiblen Seele brodelt es, aber er setzte seine Rachegelüste nicht um. Mit Eli (Lina Leandersson) lernt er eine eigenartige mysteriöse Nachbarin kennen und sieht in ihr eine verwandt Seele, die allerdings nur nachts unterwegs ist.

Buch oder Film? New York 1999 oder Jahr 2022 … die überleben wollen

4. Oktober 2022

Als Fan des Films der siebziger Jahre und Mitglied in einer dazugehörigen diskussionsfreudigen Facebook-Gruppe habe ich einen Klassiker zu Gemüte geführt, zu dem ich unbedingt im Jahr 2022 meinen Senf dazugeben muss: Jahr 2022 … die überleben wollen

Buch oder Film?

Ich habe mir den Film mit Charlton Heston und Edward G. Robinson wieder auf Bluray angesehen, nachdem ich ihn gefühlt vor Jahrzehnten mal im Fernsehen gesehen hatte. Damals fand ich Soylent Green, wie der Film im Original hieß, sehr spannend und bewegend. Nach wiederholten Ansehen meine ich, dass es nach wie vor ein guter Film der siebziger Jahre ist – das Jahr der Veröffentlichung war 1973 und die grünen Kekse verfolgen mich seit dem ersten Betrachten des Films. Das dies so ist, zeigt mir, welche Wirkung dieser Film auf mich und andere gemacht hat. Allerdings ist der Film von Richard Fleischer recht konventionell inszeniert. Und dennoch gilt er als einer der ersten Filme der Ökodystopien, wie auch Lautlos im Weltraum, den ich für sehr unterschätzt halte. 2022 ist auch als Sammler-Edition erschienen.

Nachdem ich den Film aus dem Archiv gezogen habe, wollte ich auch die literarische Vorlage von Harry Harrison lesen, der unter dem Titel New York 1999 erschienen ist. Film und Buch haben nur bedingt etwas gemeinsam. Die grünen Kekse kommen nur am Rande vor und in einem anderen Zusammenhang. Soylent Green gibt es gar nicht im Buch. Nach zwei Tage Lektüre und zweimaligen Ansehen des Film ziehe ich für mich Bilanz: Der Roman ist bei weitem besser.

Die Beschreibungen von Harry Harrison aus dem Jahre 1966 halte ich für realistischer und grausamer. Die Systemkritik, vor allem die Kritik an der katholischen Kirche und ihrer Politik zur Empfängnisverhütung, ist klarer und deutlicher formuliert. Die Dystopie im Film ist nur ein Hintergrund für eine spannende Detektiv- und Enthüllungsstory. Die Dystopie im Buch geht viel tiefer, viel weiter und viel radikaler – und leider viel aussichtsloser.

Fans des Buches werden beim Betrachten des Films enttäuscht sein. Allerdings gibt es wohl weniger Menschen, die das Buch überhaupt gelesen haben und stattdessen den Film ansahen. Ich bin mal auf eure Meinung gespannt.

Dracula im Film (28): Die 7 Pranken des Satans (1971)

27. September 2022

Die 7 Pranken des Satans – oder englisch The Return of Count Yorga hatte ich bisher nur auf Super 8 gehabt und zu schätzen gelernt. Die längere Bluray-Fassung hat mich dagegen enttäuscht. Zu großen Teilen langweilte mich diese Dracula-Variante.

Es ist die Fortsetzung von Junges Blut für Dracula, den ich hier schon besprochen habe. Obwohl der Graf im ersten Teil das Zeitliche segnete, war er in den Die 7 Pranken des Satans frisch, frei, fröhlich, fromm wieder da. Dieses Mal spielt die Geschichte in San Francisco und Yorga wird wieder von Robert Quarry gespielt. Er macht seine Rolle gut, besonders seine Angriffe sind gut inszeniert und dennoch bliebt der Film bis auf die letzten 15 Minuten blutleer und spannungsarm. Der Zuschauer kann sich zumindest an ein paar Aufnahmen des alten San Francisco erfreuen, in Wohnzimmerinrichtungen der siebziger Jahre schwelgen und die eine oder andere nette optische Kameraeinstellung genießen.

Zur dünnen Handlung: Graf Yorga (Robert Quarry) ist wider Erwarten doch nicht tot, stattdessen hat er sich und seine vampirischen Gespielinnen in einem Palast neben einem großen Waisenhaus eingemietet und nutzt dessen Spendenveranstaltung, um sich Zugang zu einer Reihe Leckerbissen zu verschaffen. Doch während die Vampire angreifen, verliebt er sich in Cynthia (Mariette Hartley) und entführt sie, statt sie zu beißen. Doch ihrem Freund Dr. Baldwin kommt der Verdacht, dass ein Vampir am Werk ist, und so stellt er ein Grüppchen von Vampirjägern zusammen, das Cynthia retten soll.

Die Idee der hungrigen weiblichen Vampirschar ist gut, allerdings wirken sie wie wankende Zombies und haben nichts mit der Eleganz weiblicher Bluttrinker gemeinsam. Für mich ist der Versuch von American International Pictures eine Art Kontrapunkt zu Hammer aus England zu setzen, der in diesem Fall allerdings scheiterte. Im Netz kann ich Stimmen lesen, die den 7 Pranken des Satans Kultstatus attestieren, wobei ist den Begriff Kultfilm für inflationär benutzt sehe. Dankbar bin ich aber Wicked-Vision Media, dass sie diesen Film auf Bluray herausgebracht haben, um der Nachwelt zu erhalten. Dennoch: Die Super 8 Version, die auf der Bluray enthalten ist, ist völlig ausreichend für den Film. Am Ende stirbt Graf Yorga und dennoch lässt sich der Regisseur Bob Kelljan alle Türe offen, aber zu einem dritten Akt von Graf Yorga kam es aufgrund des finanziellen Misserfolgs dann doch nicht. Das Drehbuch war schon da.

Sammlerherz explodiert: Clasvius-Raumanzug von Executive Replicas aus 2001 ist eingetroffen

23. September 2022

Im Dezember 2019 hab ich das Zeug für teuer Geld bestellt und dann nichts mehr gehört. Ich hab schon die Hoffnung aufgegeben uns mich damit abgefunden, dass das Geld verloren sei. Aber vor kurzem kam dann völlig überraschend doch das Paket aus den USA, Unverhofft bezahlte ich den Zoll und packte die Sendung aus. Endlich nach 2,5 Jahren schlug mein Sammlerherz wieder höher, nein es raste vor Erregung.

Ich bin nun stolzer Besitzer eines weiteren Modells von Executive Replicas. Es handelt sich um den weißen Raumanzug, den ein nicht genannter Astronaut im Krater Clasvius trägt. Er stammt aus dem großartigen Stanley Kubrick Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum, einen meiner Lieblingsfilme.

Und ich freu mich wie Bolle. Ich habe schon einige Figuren und Anzüge aus der Reihe und nun kann ich auch den weißen Anzug endlich mein eigen nennen. Ja, richtig gelesen. Es handelt sich nur um den weißen Raumanzug im Maßstab 1:6 ohne Figur. Der Astronaut ist im 2001-Film nicht erkennbar, also gibt es keine Figur von Executive Replicas. Es ist mein dritter Anzug nach schwarz und violett. Ich glaube, es gab auch einen grünen, aber da bin ich mir nicht ganz sicher und muss noch recherchieren. Ich hoffe allerdings nicht, denn das ist ein weiteres Groschengrab.

Zudem habe ich noch die Figuren Frank Poole mit seinem gelben Anzug und Dave Bowman im roten Anzug aus der noblen Executive Replicas-Reihe. Immer wieder bekomme ich Anfragen, ob ich das Set verkaufen möchte – nichts da. Meine Kinder können sich später ein schönes Leben davon machen.

Ich habe ein Unboxing-Video gedreht und zudem die Einzelteile des weißen Anzugs fotografiert. Dann kommt das Ding wieder in die Kiste und ab in die Kubrick-Sammlung. Das Sammlerherz klopft wie wild – es werden nur Sammler verstehen.

Playmobil: Figurenset zu Star Trek erschienen

21. September 2022

Die Enterprise von Playmobil war mir einfach zu teuer und vor allem war sie mir zu groß. Ich hatte keinen Platz um dieses Sammlerstück aufzustellen und verzichtete zähneknirschend auf den Kauf. Jetzt entschied sich Playmobil aber zumindest die Mannschaft als Figurenset auf den Markt zu bringen. Da musste ich zuschlagen.

Bei meinem Besuch im Playmobil-Store in München entschied ich mich zunächst für Mr. Spock als Schlüsselanhänger. Ich hab zwar genügend Schlüsselanhänger, aber Mr. Spock musste es schon sein. Der trägt seinen blauen Dress samt Spock-Frisur. Playmobil hat ihm die Nummer 70644 gegeben.
Dank des Karabinerhakens mit Kette, lässt sich der Anhänger an Schlüsselbund, Rucksack oder Tasche befestigen. Ein Geschenk für mich als Star Trek-Fan. Der Star Trek Mr. Spock Schlüsselanhänger bietet die Möglichkeit, Schlüssel sicher und griffbereit aufzubewahren oder meiner Laptoptasche faszinierende Note zu verleihen.

Foto: Playmobil

Noch interessanter ist allerdings das Star Trek – Figurenset mit der Playmobil Nummer 71155. Das Set enthält die Crewmitglieder der Enterprise: Captain James T. Kirk, Mr. Spock, Nyota Uhura, Dr. Leonard McCoy samt Zubehör die Trikorder, Phaser – was McCoy in den Händen hält, weiß ich nicht. Es sieht eher aus wie ein Schraubendingsi der Zukunft, würde aber dann doch besser zu Montgomery Scott. Der ist allerdings nicht im Set enthalten. Und so hoffe ich auf eine weitere Ausgabe mit weiteren Figuren. Ich wünsche mir: Chefingenieur Montgomery Scott, Navigator Pavel Chekov, Navigator Hikaru Sulu und cool wäre auch Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry. Vielleicht kann sich Playmobil ja zu diesem Set durchringen.

Foto: Playmobil

Und nun sprechen wir alle zusammen im Chor: „Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Limitiert und ausverkauft: James Bond-Teddybär von Steiff

17. September 2022

Dieses Jahr feiern wir 60 Jahre James Bond. 1962 kam Dr. No in die Kinos und seitdem sind 25 offizielle Bond-Filme und ein paar weitere nichtoffizielle erschienen. Und zum 60. Geburtstag hat sich Steiff einen speziellen James Bond-Bär einfallen lassen.

Ich hatte Glück und bekam von den 1962 Bären die Nummer 761 ab – hurra. Inzwischen sind die 1962 Bären wohl ausverkauft.

Dieser exklusive Bond-Bär ist vom eleganten Stil von 007-Reihe inspiriert. Er trägt den kultigen Smoking mit Mohairhosen samt schwarzer Flieger und präsentiert stolz das James Bond 60. Jubiläumslogo auf zu seiner Fußsohle. Seine fortlaufend nummerierte Ohrfahne und der „Knopf im Ohr“ zeichnen es als limitiertes Produkt von Steiff aus.


Dieser Bond ist 31 Zentimeter groß, fünffach gegliedert und ich freue mich, den Bär in meinem Steiff-Sammlung willkommen zu heißen.

Kinotag: Dracula 1958 in ungekürzter Fassung

8. September 2022

Am Sonntag, 11. September ist Kinotag. Und als Kinofan bin ich da live dabei – nicht nur als Zuschauer, sondern auch aktiv. Ich darf im Rahmen einer Matinee den 1958 entstandenen Gruselstreifen Dracula in ungekürzter Fassung zeigen. Davor gibt es eine 20minütige Einführung durch mich.

Am Kinotag am 11. September darf ich eine Matinee zum Dracula 1958 in Fürstenfeldbruk im Scala anbieten.

Ort des blutigen Geschehens ist das Scala-Kino in Fürstenfeldbruck. Start ist 11 Uhr, bei einem Eintritt von 5 Euro für Vortrag und Film. Tickets gibt es hier.
Und einen kleinen Trailer hab ich auch gemacht – bitte sehr.

Im Frühjahr durfte ich schon eine Matinee zu 100 Jahre Nosferatu – eine Symphonie des Grauens im Scala durchführen, die hervorragend ankam. Daher setzen wir weiterhin auf Vampire und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dabei sind.

Dracula war der zweite Horror-Film von der britischen Insel von der Produktionsgesellschaft mit dem coolen Namen Hammer. Nach Frankenstein mit dem Duo Cushing/Lee kam Blood of Dracula, wie der Film in den USA hieß. An diesem Dracula stimmt einfach alles: Schauspiel, Kulissen, Ausleuchtung, Kamera und der Score von James Bernard mit dem bekannten Dracula-Motiv. Natürlich ist Hammer Trash und anders als die Universal-Filme der 30er Jahre.

Erinnert sei nur an den Vorspann von Dracula von 1958. Das Schloss wird monochromatisch gezeigt, die Kamera bewegt sich (anders als die Kameras von Karl Freund bei Tod Browning). Sie streift umher und kommt auf dem Sarg von Dracula zur Ruhe. Dann: Es tropf knallrotes Blut auf den Sarg – das Ende des Schwarzweißfilms ist eingeläutet. Schnitt auf das blutrote Tagebuch von Jonathan Harker und los gehts. Mit dieser Szene hat sich Dracula seinen Platz in der Filmgeschichte gesichert. Dann sehe ich zum ersten Mal im Film die Zähne von Dracula. Es gab zwar die Rattenzähne von Max Schreck in Nosferatu, Bela Lugosi hatte keine Vampirzähne, erst Christopher Lee trug die blutverschmierten Beißerchen und dann alle Vampire nach ihm.

Also nochmal:
Matinee am Sonntag, 11. September um 11 Uhr im Scala Kino und Lounge in Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Buchtipp: Star Trek: The Motion Picture: The Art and Visual Effects von Jeff Bond und Gene Kozicki

2. September 2022

Ich warte auf den 8. September 2022, wenn die fette Box zu Star Trek – der Film in 4K erscheint, also endlich der Director Cut, also die Kinoversion (ca. 132 Min.) als auch die Extended Version (ca. 137 Min.) mit zahlreichen Merch-Kram. Die Kinofassung gibt es ja bereits auf 4K. Mit dem Star Trek verbinde ich zahlreiche Erinnerungen und habe über meine Gefühle bereits gebloggt.

Bis die Mega-Box zu Star Trek – der Film erscheint, hat mir meine Gattin die Zeit des Wartens versüßt. Sie schenkte mir das Buch Star Trek Inside Art & Visual Effects von Jeff Bond und Gene Kozicki.

Das englischsprachige Buch ist eine wunderbare Reise als CGI im großen und ganzen noch ein Fremdwort war. Das Art-Department schuf wirklich ein gewaltiges visuelles Erlebnis, das für manche Zuschauer aber auch an Langweile grenzte. Dennoch: Die Effekte von Raumschiffen, Kulissen, Requisiten und Effekte sind meisterhaft. Das Buch berichtet über die wechselvolle Entstehungsgeschichte des Films. Die Tricks des Films waren damals Matte und Modelle.

Die Fotos im Buch sind eine wahre Schatzkiste für Trekkies und eine tolle Erinnerung an den verstorbenen Douglas Trumbull und John Dykstra. Und es tut gut, den Schöpfer der Serie Gene Roddenberry zu sehen, wie er versucht, die Enterprise auf die Kinoleinwand zu bringen. Es ist eine Verbeugung vor der damaligen Kreativität. Mit welchen guten Ideen die Schöpfer an den Start gegangen sind und während der Produktion ausgewechselt wurden. Im Grunde haben wir Trekkies auf dieses Buch seit Erscheinen des Film 1979 gewartet und uns die eine oder andere BTS-Geschichte aus Magazinen und Convetions zusammengestellt.

Viele Geschichten im Buch waren für mich neu. Als Trekkie ist man immer hungrig auf neue Geschichten um Kirk, Spock und Co. Und wenn die Box am 8. September erscheint, wird die Schreierei groß sein. Sie wird ja als The Complete Adventure angekündigt, doch ob Paramount in Deutschland wirklich das komplette Abenteuer veröffentlicht, bleibt zweifelhaft. Also lass ich mich überraschen und genieße derweil das 176seitige Buch Star Trek Inside Art & Visual Effects, das sich wirklich lohnt.

Dracula im Film (27): Brennen muss Salem (1979) von Tope Hooper

18. August 2022

183 Minuten dauert die TV-Fassung des zweiten Stephen King Romans und ich habe mich die erste Stunde schwer getan mit diesem Film. Zu lange dauert es, bis der Vampir-Film Fahrt aufnimmt, aber dann geht er ab wie Schmitz Katze.

Nur kurz der Inhalt: Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Schriftsteller Ben Mears in seinen Heimatort Salem’s Lot zurück. Sein Interesse gilt einem geheimnisumwitterten alten Haus, das auf einem Hügel hoch über der Stadt liegt. Dessen neuer Mieter ist der undurchschaubare Antiquitätenhändler Straker. Schon bald spürt Ben Mears eine tödliche Bedrohung, die von dem mysteriösen Haus ausgeht und langsam den ganzen Ort erfasst.

Tope Hooper, nach Texas Chainsaw Massacre eher ein Mann fürs Grobe und des Terrors, beweist in Brennen muss Salem viel Gefühl bei den Einstellungen in der letzten Stunde des Films. Dracula gibt es natürlich nicht zu sehen, aber Hooper verbeugt sich vor Max Schreck und dessen Interpretation von Murnaus Nosferatu. Der Vampir Dr. Kurt Barlow sieht mit seiner blauen Haut und den Rattenzähnen wirklich erschreckend aus, teilweise in der Umgebung der späten 70er allerdings auch aus der Rolle gefallen.

Erst im dunklen verfallenen Marsten Haus wirkt die visuelle Kraft von Dr. Kurt Barlow.
Und gerade alle Szenen in diesem Spukhaus, das vom Stil an das Mutterhaus von Psycho erinnert, sind grandios. Tolle Einstellungen, tolle Kamerafahren, tolle Atmosphäre, die den schrecklichen TV-Look der 70er Jahre vergessen machen. Tooper hat aufmerksam bei Psycho aufgepasst, interpretiert den Meister Hitchcock und gibt eigene Zutaten aus TCM dazu. Federn, Geweihe – alles Symbole des Terrors von 1974. Aber immer wieder kommt der große übermächtige Psycho durch. Ganze Kamereinstellungen werden vom alten Hitchcock übernommen: Treppe, Gänge, schwankende Lampen, Keller – ich hab es genossen und das ist auch die Zielgruppe von Brennen muss Salem: Freunde des klassischen Horrorfilms.

Neben Dr. Kurt Barlow als Nosferatu-Variante treten noch zahlreiche andere Vampire auf – mit silbernen Blick und fletschenden Zähnen. Der Vampir schwebt in der Luft und muss nach alter Tradition in ein Haus eingeladen werden. Danke Stephen King, dass du dich an Bram Stoker erinnerst und danke an Tope Hooper, dass die schwebenden Vampire nicht lächerlich, sondern immer bedrohlich wirken. Auch das Ausbreiten des Vampirismus erzeugt Angst, verbunden auch mit der Flut an Ratten im verfluchten Marsten-Haus mit seiner bösen Vergangenheit.

Es gibt von Brennen muss Salem noch eine kürzere Spielfilmfassung, die ich einstmals auf VHS und dann auf DVD hatte. Aber ich empfehle trotz mancher Längen die 183 Minuten Fassung, die bis auf wenige Dialoge auf Deutsch vorliegt.

Nur zwei Darsteller bleiben mir in Erinnerung. Zum einen der Obervampir Barlow, dargestellt durch Reggie Nalder. Zum anderen der Helfer des Vampirs Richard Straker, gespielt durch einen hervorragenden James Mason. Mason, ein Darsteller der alten Schule, musste wohl aus Finanzgründen die Rolle in der TV-Produktion annehmen, aber er spiel die Rolle sehr eindrucksvoll und überzeugend wie später Max von Sydow als Leland Gaunt in der King Verfilmung In einer kleinen Stadt von 1993.

David Soul, mir bekannt als Ken Hutchinson aus der TV-Serie Starsky & Hutch, spielt die Hauptrolle für mich aber eher blas. Bei der Verfilmung des zweiten Buches von Stephen King gab es hinter den Kulissen Ärger. Warner wollte einen brutalen Nosferatu als Vampir, King eher einen bedrohlichen James Mason als Killer. Der Produzent setzte sich durch und veränderte den Plot im Vergleich zur literarischen Vorlage. Es war sogar eine wöchentliche Serienversion im Gespräch, die aber gescheitert ist, wofür wir dankbar sein müssen.

Es gab mit Salem 2 – die Rückkehr noch eine Fortsetzung und 2004 eine Neuverfilmung des Stoffs – beide Filme habe ich noch nicht gesehen. Immer wieder wird darüber gesprochen, Brennen muss Salem ein drittes Mal zu verfilmen. Gary Dauberman soll den Film im Kasten haben und Frühjahr 2023 in die Kino bringen. Warten wir es ab.