Archive for the ‘Aufgelesen’ Category
21. Januar 2009
Gestern war die Vereidigung von Obama als US-Präsident. Gute Show, das können die Amerikaner, sehr eindrucksvoll. Tags zuvor war der Martin-Luther-King-Gedanktag und Obama rief seine Landsleute auf, einen freiwilligen Sozialdienst zu übernehmen. Und: Seine Landsleute folgten. Obama rief und die Amerikaner kamen. So wurden im ganzen Land Müll gesammelt, Fahrräder repariert, Wege gekehrt, Essen ausgegeben. Der Chef selbst packte auch mit an und renovierte symbolisch im weißen Hemd ein Heim für obdachlose Jugendliche.
In Fernseh-Interviews waren Stimmen zu hören, welche coole Tat das war. Auf uns wirkt das immer etwas befremdlich. Aber wenn man über die Aktion nachdenkt, stellt man fest: Gar nicht so schlecht. Natürlich viel PR dabei, aber durchaus mit Tiefgang. Leute, hört auf zu meckern und bekommt euren Hintern hoch. Bei uns geht mir die ewige Motzerei auf den Geist, anstelle mal selbst die Initiative zu ergreifen. Bei uns am Ort wird immer gemosert, dass die Unterführung zur Bahn verdreckt sei und die Gemeinde endlich was tun müsste. Aber warum macht die Gemeinschaft nicht etwas? Es braucht doch nur einen Appell von oben. Die USA zeigen hier, wie es geht. Hier ist Obama für mich ein Vorbild.
Schlagwörter:Martin Luther King, Obama, obdachlose Jugendliche, PR, PR mit Tiefgang, Sozialdienst, Unterführung, US-Präsident
Veröffentlicht in Aufgelesen | 1 Comment »
20. Januar 2009

In der Fahrt zur Arbeit saßen mir zwei Damen gegenüber, die die Kandinsky-Ausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München besichten sollten. Sie freuten sich wie kleine Kinder. Meine Frau war auch schon in der Ausstellungen und von allen Seiten höre ich: Es lohnt sich.
Bis 22. Februar hat die Ausstellung geöffnet und man sollte sich sputen. Alle Gruppenführungen sind ausgebucht, aber man kann sich einen Audio-Guide ausleihen. Aber hier am besten seinen eignen bequemen Kopfhörer mitnehmen und den Ausführungen lauschen. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus München, das Centre Georges Pompidou Paris und das Guggenheim Museum New York sind die drei Museen mit den weltweit größten Sammlungen an Werken Wassily Kandinskys. Gemeinsam zeigen nun diese Museen eine große Retrospektive über diesen herausragenden Vertreter der modernen Kunst. Wassily Kandinsky, 1866 in Moskau geboren und 1944 in Paris gestorben, ist einer der großen Erneuerer der Kunst des 20. Jahrhunderts und gilt als Begründer der abstrakten Malerei.
Ganz wichtig: Wer als Kulturmensch den „Blauen Reiter“ noch sehen will, sollte aufmerken. Während der Ausstellung ist die berühmte Sammlung des „Blauen Reiter“ im Lenbachhaus noch zu sehen, die ab Frühjahr 2009 wegen umfangreicher Bau- und Sanierungsmaßnahmen des Hauses bis 2012 nicht mehr ausgestellt werden kann. Mehr Infos gibt es hier.
Schlagwörter:Blauen Reiter, Georges Pompidou, Guggenheim Museum, Lenbachhaus München, Wassily Kandinsky
Veröffentlicht in Aufgelesen | Leave a Comment »
19. Januar 2009

Heute vor genau 200 Jahren wurde Edgar Allan Poe in Boston, Massachusetts, geboren. Bereits knapp 40 Jahre später war er tot und hinterließ ein Meisterwerk an Kurzgeschichten von Krimis, Horror und SF. Er legte den Grundstein zum Symbolismus und gilt als Urvater der modernen Dichtung, war persönlich wohl aber eine richtig arme Sau.
Mir ist AEPs Werk immer wieder begegnet. Mein erster Kontakt war auf musikalischer Weise. Ich hörte die Schallplatte „Tales of Mystery and Imagination“ von Alan Parsons Project. Noch heute ist die Scheibe in ihren verschiedenen Abmischungen wichtig und hatte einen enormen Einfluss auf meine musikalische Entwicklung. An das grüne Abklapp-Cover mit den Texten und ungewöhnlichen S/W-Bildern erinnere ich mich heute gerne. Heute habe ich die Musik auf einen Server digital gespeichert, doch damals lag ich im Bett in meinen Kinderzimmer und hörte mit meiner Universum-Anlage von Quelle die erste Alan Parsons. Sie eröffnete mir den Zugang zur fantastischen und kranken Welt von Poe.
Meine erste Kurzgeschichte war wohl „Das verräterische Herz.“ So etwas hatte ich bis dato nicht gelesen. Der Stil war fesselnd, sprachlich war es gewaltig und der Irrsinn greifbar. Geschichten aus der Ich-Perspektive habe ich bis dahin nicht so gelesen: Ich durchlebte die Ängste und Sorgen der handelnden Personen, die sicherlich auch die Ängste und Sorgen von Poe waren. Später in der Schule wurde Poe immer wieder behandelt. Ich glaube in Englisch und in Deutsch. Hier war es eine Analyse seiner Detektivgeschichten im Vergleich zu E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ Nix gegen Hoffmann, aber Poe fand ich besser.
Dann stieß ich wieder im Film auf Poe. Inzwischen interessierte mich der fantastische Film sehr und so kam man um die AEP-Verfilmungen aus dem Hause Roger Corman nicht herum. Die in wenigen Tagen heruntergekurbelten Billigprodukte machten zunächst keinen besonderen Eindruck auf mich. Kein Horror. Erst im Zeitalter des Videorekorders erkannte ich den Kult dieser Filme. Mein absoluter Liebling ist bis heute „Lebendig begraben“ mit Ray Milland. Roger Corman und sein Haus-Autor Richard Matheson haben Großes geleistet und die Kulissenbauer taten ihr übriges. Die Filme bestanden aus wackelnden Kulissen, blassen Farben und viel, viel Studionebel. Ein Gothic Horror Meisterwerk des Genies der B-Pictures. Oft blieb die Geschichte von Poe auf der Strecke, doch brachte Corman einem jungen Publikum das Genie von Edgar Allan Poe näher. Und diese Filme brachten mir das theatralische Spiel von Vincent Price näher. Liebe Filmindustrie, es wird Zeit, dass ihr die Rogar Corman Sachen auf Blu ray herausgebt.
In der Zwischenzeit habe ich mich auf mich der Lyrik von Poe befasst. Meine Lieblingsgedichte waren „Annabel Lee“ und der „Rabe“. Zum Auswendiglernen schrieb ich die Geschichte hab und trug sie in meinen Geldbeutel, um sie dann und wann zu wiederholen. Noch heute bin ich auf der Suche nach einer Übersetzung des Usher-Gedichtes. Ich habe zwar einige Poe-Ausgaben im Keller, aber ich finde meine Version der Schulzeit nicht mehr. „Im schönsten aller Täler …“
Ich habe immer wieder nach einer Gesamtausgabe von Poe gesucht und mir billige Versionen zusammengekauft. Der Insel-Verlag hat meines Erachtens die beste Ausgabe in vier Bänden herausgebracht. Allerdings kostet der Spaß 200 Euro. In einer schwachen Minute werde ich sie mir bei Amazon bestellen. Oder kennt jemand ein kostenloses PDF auf Deutsch? Ich würde gerne meinen Sony Reader befüttern und Poe am digitalen Lesegerät genießen. Die englische Werkausgabe ist im Web, die deutsche suche ich noch.
Schlagwörter:AEP, Alan Parsons Project, Amazon, Annabel Lee, E.T.A. Hoffmanns, Edgar Allan Poe, Fräulein von Scuderi, Gesamtausgabe, Insel Verlag, Lebendig begraben, Rabe, Ray Milland, Richard Matheson, Rogar Corman, Sony Reader, User, Vincent Price
Veröffentlicht in Aufgelesen | 1 Comment »
15. Januar 2009

Orientierung durch Touchscreen
Orientierung im Leben zu haben, ist eine feine Sache. Das gilt im großen, als auch im kleinen. Sie kennen sicherlich die Hinweise in Kaufhäusern. Wo finde ich was? Herrenoberbekleidung zweiter Stock, Unterwäsche Erdgeschoss, Spielsachen dritter Stock.
Directory heißt so ein Orientierungssystem in den USA. In San Francisco habe ich die Zukunft dieser Directorys gesehen. Im Westfield an der Market Street konnte ich das iDirectory bewundern und ausprobieren. Es ist ein riesiger Touchscreen. Auf der einen Seite findet man die übliche Auflistung von Läden in der Mall. Auf der rechten Seite kann ich konkret Produkte und Läden suchen und zwar per Touch-Eingabe. Genial. Hat man als Kunde das gewünschte Produkt gefunden, wird eine interaktive Wegbeschreibung ausgegeben. Wie genau hat man zu laufen, um zu dem Produkt zu kommen? Welchen Fahrstuhl/Rolltreppe in welches Stockwerk ist nötig und wohin muss ich mich dann wenden? Die Infos werden nicht nur schriftlich angezeigt, sondern auch visualisiert durch Pfeile, Rolltreppen usw.
Ich bin sehr begeistert von diesem iDirectory und ich gespannt, wann ich so ein System einmal in Deutschland erleben darf.
Schlagwörter:Directory, Kunde, Orientierungssystem, Pfeile, Rolltreppe, San Francisco, Touchscreen, Westfield
Veröffentlicht in Aufgelesen | 3 Comments »
14. Januar 2009

Bei Lego hört mein Verstand auf und mein Herz tickt schneller. Mein Sohenmann kommt in das Alter, wo die bunten Steine aus dem Norden einen großen Platz in seinem Leben einnehmen werden. Ich bin ja begeistert von den Star Wars Lego Figuren und auch die Familie spielt die Lego-Spiele auf der PS3: Star Wars, Batman und Indy Jones. Einen Lego-Park, der in der Nähe bei uns ist, werden wir wohl dieses Jahr besuchen.
Ein Problem bei Lego ist natürlich immer die unzureichende Bewaffnung der Figuren. Hier hat mir mein Kollege Maik die Rettung in Form der Website Brickarms.com gebracht. Vielen Dank.
Es gibt dort Lego-Figuren in voller Bewaffnung, beispielsweise einen James Bond, einen US-Marine oder auch einen deutschen Zweiten Weltkriegs-Offizier mit Eisernen Kreuz. Das alleine ist schon witzig, wirklich interessant wird es durch die Waffensammlungen auf der Seite. Man kann einzelne Waffen kaufen oder ganze Themenpakete. Da gibt es eine M21 Sniper Rifle für 2 US-Dollar, Space Magnum Pistol, M1 Garand WW2 Rifle, Micro SMG Pair, M23 SOCOM Pistol und viele, viele mehr. Alles was der Waffennarr so für seine Lego-Kreuzzüge benötigt.
Die Waffenthemenpakete haben es in sich: das Mega Weapons Pack bietet für 25 US-Dollar ein ganzes Arsenal für ganze Kriege. Für 16 US-Dollar gibt es sogar silberne Waffen. Sicherlich der Hammer ist das Zombie Defense Weapons Pack. Es bietet alles, was sich so gegen Zombies einsetzen lässt: Combat Shotgun, M21 Sniper Rifle und für das grobe Zeugs der Baseballschläger. Einen Zombiekopf gibt es oben drauf.
Community wird in den USA groß geschrieben. So finden sich auf der Website ganze Bilderserien von Messen und Ausstellungen, auf denen verkauft und gefachsimpelt wird. Hier sieht man Bilder von begeisterten Kunden, die sich mit Waffenladungen ausrüsten und die Gelegenheit nutzen, die Bewaffnung zu optimieren. Nachrüstung im Legoland. Von Abrüstung keine Spur.
Überhaupt, die Lego-Community ist super stark. Ich hatte als MACup-Chefredakteur mal die Gelegenheit, die Jungs von „Helden 06“ zu interviewen. Vier Freunde aus Schwaben haben die WM von 2006 in Lego vorweggenommen und einen hammerstarken Film gedreht. Mein Sohn hatte den Vorläufer, das Lego-Wunder von Bern entdeckt. Dazu nochmals danke, Sohnemann. Schön finde ich auch die Website http://www.brothers-brick.com mit Spielen, Bildern und zahlreichen Tipps. Es ist doch schön, wenn Leute ein Hobby haben. Ich schau mir es genauer an.
Schlagwörter:Baseballschläger, Batman, Combat Shotgun, Indy Jones, Lego, M1 Garand WW2 Rifle, M21, M21 Sniper Rifle, M23 SOCOM Pistol, Micro SMG Pair, Offizier, PS3, Space Magnum Pistol, Star Wars, US-Marine, Waffen, WM 2006, Wunder von Bern, Zombie
Veröffentlicht in Aufgelesen | Leave a Comment »
13. Januar 2009

Nach wie vor interessiert mich das Phänomen Richard Nixon. Er ist wohl aufgrund der Watergate-Affäre der ungeliebteste Präsident der USA. Ich war als Kind zu jung, um die Sache zu verfolgen, doch ich habe später alle Bücher und Filme rund um Watergate verschlungen. Vor kurzem verstarb ja auch Deep Throat, die geheime Quelle in der US-Regierung. Darüber bloggte ich bereits.
Neben Deep Troat wurden Richard Nixon vor allem die Bänder zum Verhängnis. Er ließ Überwachungsanlagen im Oval Office einbauen und alle Gespräche auf Band mitschneiden. Es gab belastendes Material und einiges davon ist wohl für immer verschwunden, einiges taucht Zug zum Zug auf.
Ich erinnere mich an eine Karikatur. Es war zu der Zeit als Bundeskanzler Kohl den sowjetischen Präsidenten Gorbatschow mit Goebbels verglich. Sehr blöde der Vergleich, noch blöder als Kohl die ganze Sache abstritt. Ganz blöde als ein Tonband bei Newsweek auftauchte auf dem der Vergleich zu hören war. Das Zitat war: „Das ist ein moderner kommunistischer Führer, der war nie in Kalifornien, nie in Hollywood, aber der versteht etwas von PR. Der Goebbels verstand auch etwas von PR. Man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen!“ Zurück zur Karikatur: Also die Karikatur zeigte Nixon im Telefongespräch mit Kohl und Nixon sagte: „Frist, destroy the tapes.“
Jetzt habe ich auf einer Website interessantes Material gefunden, das Nixon im noch schlechteren Licht erscheinen lässt. Die Nixon-Bibliothek in Kalifornien, hat 200 Stunden bislang unbekannter Aufnahmen von den geheimen Bändern veröffentlicht. Zu finden sind die auf der Website nixontapes.org, die sich der Aufarbeitung der Nixon-Ära verschrieben hat. Die neuen Veröffentlichungen drehen sich um den Vietnam-Krieg und zeigen, dass Nixon ein Hardliner war. Am 14. Dezember 1972 sprach Nixon mit dem Nationalen Sicherheitsberater Henry Kissinger und seinem Berater Alexander Haig über den Kriegfeind Nordvietnam. Auf den Bändern, die als mp3 auf der Website vorliegen, ist von Nixon zu hören: „Wir werden sie bombardieren. Über Weihnachten wird so richtig was los sein, und am 3. Januar kommt dann der Weihnachtsrückzug.“ Und die stärksten Bombardierungen des Vietnam-Krieges begannen.
Nixon war kein Freund des politischen Establishments. Er schnauzte den Intellektuellen Kissinger an: „Die Presse ist der Feind. Das Establishment ist der Feind. Die Professoren sind der Feind.“ Dann wiederholte er: „Die Professoren sind der Feind. Schreib das Hundert Mal auf eine Tafel und vergiss es niemals.“ Mein Gott, war der Typ krank.
Schlagwörter:Alexander Haig, Deep Thoart, Deep Troat, Establishment, Goebbles-Vergleich, Gorbatschow, Helmut Kohl, Henry Kissinger, Newsweek, nixontapes, PR, Richard Nixon, Throat, Vietman-Krieg, Watergate
Veröffentlicht in Aufgelesen, Medien | Leave a Comment »
12. Januar 2009
Nach einer Woche Macworld Expo in San Francisco bin ich sicher wieder in Deutschland gelandet. Schön, aber anstrengend war die Veranstaltung. Alle News, was vorgestellt wurde und die Filme, die wir gedreht haben, gibt es hier auf der Website der DIGITAL PRODUCTION.
Die Einreise in die USA ist immer noch ein Abenteuer, obwohl es dieses Mal reibungslos lief. Die Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums sind schon einzigartig. Als Besucher kommt man sich immer irgendwie schuldig vor, wenn man in die USA einreisen will. Man hat den Verdacht, dass die orangefarbenen Anzüge schon bereit hängen, wenn man was Falsches sagt. Die Einreise in die ehemalige DDR war nicht schlimmer, dabei will ich doch in das Vaterland der Demokratie einreisen.
Für alle, die es noch nicht erlebt haben. Im Flugzeug/Schiff muss eine Zollerklärung (weißer Zettel) und ein Visaantrag (grüner Zettel) ausgefüllt werden. Bitte ordentlich schreiben und in Druckbuchstaben, das ist wichtig. Auch darauf achten, dass eine 1 in den USA anders geschrieben wird als im alten Europa. Dann stellt man sich in die Reise mit Visitors und kommt nach und nach an die Reihe. Der Grenzer, die letzte Außenstelle gegen den Terror, betrachtet einen kritisch, durchleuchtet den Pass (achtung, mindestens ein halbes Jahr noch Gültigkeit), fragt, zu welchem Zweck man in die USA ist, ob man Bargeld dabei hat, wie lange man bleiben will und so Zeug. Der Grenzer weiß genau, wann man das letzte Mal eingereist ist und Spaß ist nicht immer seine Sache.
Allerdings manchmal sind die Kollegen zum Scherzen aufgelegt und fragen dann nach. Mich hatte einer zum Beispiel mal gefragt, wie das Bein des Schweins heißt, das man beim Oktoberfest isst. Schweinshaxn meinte er, aber ich war total verwirrt.
Seit 12. Januar gibt es eine neue Pflicht für USA-Reisende. Man muss eine elektronische Reiseerlaubnis beantragen. Dieses gibt es hier. Mit der Internet-Reiseerlaubnis (Electronic System for Travel Authorization, ESTA) will das US-Heimatschutzministerium Terroristen vor der Einreise in die USA abfangen. USA-Reisende aus Deutschland und 26 weiteren Ländern müssen das elektronische Formular mindestens drei Tage vor der Abreise ausfüllen. Die Einreiseerlaubnis ist dann zwei Jahre lang gültig.
Auf dem ersten Blick sehen die Frage genauso aus, wie die Fragen im Flieger. „Waren Sie ein Nazi?“, Haben Sie landwirtschaftliche Güter dabei?“„Haben Sie eine ansteckende Krankheit?“ Wer eine der Fragen mit „ja“ beantwortet, dann besteht die Gefahr, keine Einreiseerlaubnis zu erhalten.
Schlagwörter:Demokratie, digital production, Einreise, Electronic System for Travel Authorization, ESTA, Grenze, Heimatschutzbehörde, Heimatschutzministerium, Macworld, Nazi, USA, Visum
Veröffentlicht in Aufgelesen | Leave a Comment »
2. Januar 2009
Im Urlaub war ich nach langen Jahren, ach was Jahrzehnten, einmal wieder im Hallenbad der großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Und es hat sich einiges verändert, obwohl es grundsätzlich ein Hallenbad geblieben ist. Zum allerersten hat die Stadt, ich glaube es war der Werkausschuss, dem Ganzen einen neuen Namen gegeben. Aus dem schlichten Hallenbad Fürstenfeldbruck ist die AmperOase geworden. Klingt nett und neue Kleider sind immer gut.
Im Inneren habe ich mich in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt. In diesem Bad habe ich Schwimmen gelernt. Außerdem hatte ich Schulschwimmen. Es wurde ein neuer Liegebereich geschaffen mit coolem Blick auf das anliegende Eisstadion vom EVF. Das Babybecken wurde verlegt. Der Sprungturm ist weg. Das Kinderbecken und das Becken für die Erwachsenen sind aber gleich geblieben. Insgesamt haben die Betreiber mehr Farbe verwendet. CD ist nun die Farbe Gelb und man hat einige Rohre in Postgelb angestrichen. Und die Bademeister, so hießen sie zumindest früher, heißen heute Aufsicht und tragen gelbe T-Shirts. Baywatch-Feeling ist es aber nicht, obwohl Solariumgebräunte Hüter über die Schwimmer wachen.
Hauptsächlich waren die Becken mit Familien mit Kindern und ein paar Teenager bevölkert. Außerdem gab es noch ein paar vereinzelte Schwimmer. Einer trug sogar noch eine Schwimmkappe im schlichten Grau.
Ich weiß noch, als Bademützen im Bad Pflicht waren. Ich hatte eine blaue mit weißem Streifen. Diese wurde aber schnell ausgetauscht, als Fan des FC Bayern musste es eine rote Kappe mit weißem Streifen sein. Ganz schlimm: Meine Mutter hatte eine Badekappe aus Plastik mit Kunststoffblumen drauf. Eklig, schreckliche siebziger Jahre. Im Laufe der Zeit löste sich die Badekappe auf und vereinzelt schwammen die Blumen durchs Becken. Mein Vater und ich mussten die verloren gegangenen Blumen wieder einfangen.
Schlagwörter:AmperOase, Badekappe, Bademützen, Baywatch, Eisstadion, EVF, Fürstenfeldbruck, FC Bayern, Hallenbad, Kreisstadt, Kunststoffblumen, Schulschwimmen, Werkaussuss
Veröffentlicht in Aufgelesen | Leave a Comment »
19. Dezember 2008

Ich bin neulich beim Münchner Ostbahnhof entlang spaziert, um ein wenig Inspiration zu bekommen. Dort ist eine hippe Gegend, der ehemalige Kunstpark Ost. Eigentlich waren es die Pfanni-Werke, die jetzt zahlreiche Clubs beheimaten. Ich schau mir immer gerne die Plakate an, um ein paar Layouttrends zu sehen.
Da hab ich ein giftgrünes Plakat entdeckt mit der Aufschrift „Bei uns klebt´s! – Ihr Partner für kreative Aussenwerbung“ Oh Mann, was ist los? Aussenwerbung mit Doppel-S. Freunde, vielleicht war ich zu lange Textchef bei verschiedenen Verlagen, aber Außenwerbung schreibt man mit ß, auch nach der Rechtschreibreform. Nach kurzem Vokal wird nicht mehr ß, sondern ss geschrieben. Es ist einfach falsch, was auf dem Plakat steht. Solchen Freunden würde ich keinen Etat für Werbung anvertrauen, wenn sie nicht einmal die simple Rechtschreibung beherrschen. Dabei wirbt das Plakat-Unternehmer auf seiner Website: „Ihre Werbung ist auch unsere Werbung!“ Nein danke.
Für alle Besserwisser: Ich weiß, auch in diesem Blog sind immer zahlreiche Fehler, aber wenn ich auf Kundenfang gehe, dann sollte ich ein gewisses Basiswissen mitbringen.
Schlagwörter:Außenwerbung, Kunstpark Ost, Ostbahnhof, Pfanni, Plakat, Rechtschreibung, Werbung
Veröffentlicht in Aufgelesen, Medien | 1 Comment »
15. Dezember 2008
Kochsendungen sind in. Meinen Kollegen Thomas Gerlach haben sie es angetan. Er ist ein begnadeter Koch, legt sein Geld in Kochbücher an und hat zahlreiche Koch-Podcasts abonniert. Früher waren Kochsendungen in der Glotze öde. Der Biolek war mich mich der erste, der Kochen im Fernsehen interessant gemacht hat. Heute gibt es ja zahlreiche Kochsendungen.
Neulich waren der Kollege Gerlach, meine Frau und ich bei unserem Lieblingsmongolen. Eigentlich ist es der einzige Mongole, den ich kenne, aber dennoch es ist unser Lieblingsmongole. Dort kann man seine Gerichte selbst zusammenstellen. Soße drauf und der Mann mit der Schürze bereitet es zu und bringt es an den Tisch. Super.
Ein paar Tage später waren wir bei einer anderen Event-Gastronomie, wie es in der Branche richtig heißt. Hier gab es noch eine nette Variante. Wenn man das Gewicht der ausgewählten Speisen genau errät, dann ist die noble Speise kostenlos. Natürlich gab ich geraten, aber ich lag mit meiner Fisch-Kombi deutlich daneben. Egal, geschmeckt hat es trotzdem und die Frau hat gezahlt.
Vergangene Woche lud mein Chef ein zur Weihnachtsfeier. Aber es war nicht irgendein Restaurant, sondern eine Kochschule. Das ganze Management musste sich weiße Schürzen umbinden und ab ging es in die Küche zum Zubereiten. Es gab folgende Speiseabfolge: Gebratene Jakobsmuscheln auf Gurkentatar mit Joghurt und Salat, dann Linguine mit Garnelen und Jakobsmuscheln und Zitronen-Kräutersauce, anschließend Perlhuhnbrust mit Dattelfüllung, dazu Selleriepüree und Spinat und zum Schluss pochierte Birnen im Weißwein-Gewürzsud und Schokoladensauce. Dazu Wein und Wasser. Ich war mit einem Chefredakteurskollegen von Detail, der Leiterin der Buchhaltung und meiner Marketingleiterin für den Hauptgang zuständig. Wer das Rezept braucht, bitte eine Mail. Wow und geschmeckt hat es. Im Januar bin ich wieder auf einen Kochevent eingeladen.
Übrigens, nicht das der falsche Verdacht aufkommt. Zu Hause koche ich auch ab und zu. Und ich spüle auch ab – das entspannt.
Schlagwörter:Biolek, Buchhaltung, Detail, Garnelen, Gastronomie, Gurkentatar, Jakobsmuscheln, Joghurt, Kochen, Kochrezept, Linguine, Mongole, Restaurant, Rezept, Schokoladensauce, Selleriepüree, Thomas Gerlach, Weihnachtsfeier
Veröffentlicht in Aufgelesen | Leave a Comment »