Posts Tagged ‘Grenze’

60 Jahre Mauer – ein Foto aus dem Familienalbum

13. August 2021

Heute erinnern wir uns an die Mauer, die unseren Staat 60 Jahre trennte. Meine Generation hat die Mauer noch erlebt und ich kannte noch den „antifaschistischen Schutzwall“, wie ihn die DDR-Propaganda nannte.
Am 13. August 1961 wurde in Berlin auf Anordnung der DDR-Führung mit dem Bau der Grenzanlagen begonnen. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ tönte es noch im Juni 1961 von Lügenmaul Walter Ulbricht und seinen Genossen. Insgesamt wurden zwischen 1961 und 1989 allein an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen getötet. Immer wieder stand ich als Kind, als Jugendlicher und später als junger Erwachsener an dem Schandbau, der so viel Leid gebracht hat. Und ja, die Linke ist die Nachfolgerpartei dieser Mauerverbrecher der SED – das werde ich nicht vergessen. Die Mauer war rund 155 Kilometer lang und umschloss den Westteil Berlins. 45 Kilometer lang verlief die Mauer quer durch die Stadt.
Jedes Mal wenn ich Westberlin besuchte, kletterte ich auf ein Aussichtspodest an der Mauer und blickte in den Osten über die Mauer hinweg. Und mir kamen Gespräche mit meinen Vater in Erinnerung, die noch vor dem Mauerbau die DDR verließ und im Westen sein Glück fand. Aus dem Fotoalbum meines Vaters habe ich ein undatiertes Schwarzweißfoto gefunden: Es lautet Springer Verlag.

Foto Lange


Axel Springer ließ sein Verlagsgebäude als Mahnung direkt an die deutsch-deutsche-Grenze bauen. Das Foto zeigt die Mauer in Berlin mit Stacheldraht und im Hintergrund das Gebäude von Springer. Vater war nie ein guter Fotograf, aber bei diesem Bild stimmt alles: Licht, Stimmung, Perspektive, Bildaufbau.

Einreise in die USA

12. Januar 2009

Nach einer Woche Macworld Expo in San Francisco bin ich sicher wieder in Deutschland gelandet. Schön, aber anstrengend war die Veranstaltung. Alle News, was vorgestellt wurde und die Filme, die wir gedreht haben, gibt es hier auf der Website der DIGITAL PRODUCTION.

Die Einreise in die USA ist immer noch ein Abenteuer, obwohl es dieses Mal reibungslos lief. Die Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums sind schon einzigartig. Als Besucher kommt man sich immer irgendwie schuldig vor, wenn man in die USA einreisen will. Man hat den Verdacht, dass die orangefarbenen Anzüge schon bereit hängen, wenn man was Falsches sagt. Die Einreise in die ehemalige DDR war nicht schlimmer, dabei will ich doch in das Vaterland der Demokratie einreisen.

Für alle, die es noch nicht erlebt haben. Im Flugzeug/Schiff muss eine Zollerklärung (weißer Zettel) und ein Visaantrag (grüner Zettel) ausgefüllt werden. Bitte ordentlich schreiben und in Druckbuchstaben, das ist wichtig. Auch darauf achten, dass eine 1 in den USA anders geschrieben wird als im alten Europa. Dann stellt man sich in die Reise mit Visitors und kommt nach und nach an die Reihe. Der Grenzer, die letzte Außenstelle gegen den Terror, betrachtet einen kritisch, durchleuchtet den Pass (achtung, mindestens ein halbes Jahr noch Gültigkeit), fragt, zu welchem Zweck man in die USA ist, ob man Bargeld dabei hat, wie lange man bleiben will und so Zeug. Der Grenzer weiß genau, wann man das letzte Mal eingereist ist und Spaß ist nicht immer seine Sache.

Allerdings manchmal sind die Kollegen zum Scherzen aufgelegt und fragen dann nach. Mich hatte einer zum Beispiel mal gefragt, wie das Bein des Schweins heißt, das man beim Oktoberfest isst. Schweinshaxn meinte er, aber ich war total verwirrt.

Seit 12. Januar gibt es eine neue Pflicht für USA-Reisende. Man muss eine elektronische Reiseerlaubnis beantragen. Dieses gibt es hier. Mit der Internet-Reiseerlaubnis (Electronic System for Travel Authorization, ESTA) will das US-Heimatschutzministerium Terroristen vor der Einreise in die USA abfangen. USA-Reisende aus Deutschland und 26 weiteren Ländern müssen das elektronische Formular mindestens drei Tage vor der Abreise ausfüllen. Die Einreiseerlaubnis ist dann zwei Jahre lang gültig.

Auf dem ersten Blick sehen die Frage genauso aus, wie die Fragen im Flieger.  „Waren Sie ein Nazi?“, Haben Sie landwirtschaftliche Güter dabei?“„Haben Sie eine ansteckende Krankheit?“ Wer eine der Fragen mit „ja“ beantwortet, dann besteht die Gefahr, keine Einreiseerlaubnis zu erhalten.