Archive for the ‘3D’ Category

Buchtipps: Bücher von und zu Ray Harryhausen

18. Mai 2013
Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.

Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.

Nach dem Tod von Ray Harryhausen und meinem Nachruf habe ich mir viele seiner Filme wieder angeschaut: Was für ein Genie er doch war und welchen Einfluss auf die Animationsszene er doch hatte. Seine Stop Motion-Effekte waren grandios, leider waren es die Filme nicht immer.

Wer sich mehr mit der Arbeit von Ray Harryhausen befassen will, dem empfehle ich zwei wunderbare Bücher: Ray Harryhausen an animated life und the Art of Ray Harryhausen. Beide Bücher gehören in den Schrank von Filminteressierten, VFX-Machern oder 3D-Artists.

Ray Harryhausen an animated life – zeigt dokumentarisch die Filme des Meisters auf und versorgt uns mit Hintergrundinfos sowie seltenen Fotomaterial. Harryhausen schrieb das Buch selbst und hatte dabei Unterstützung von Filmhistoriker Tony Dalton. Herausgekommen ist eine Art Autobiografie, die sich aber meist auf die Kunst beschränkt und Privates größtenteils außen vor lässt. Freundlich ist auch das Vorwort von Ray Bradbury, in der SF-Szene wahrlich kein Unbekannter.

Natürlich beginnt es mit dem Klassiker schlechthin: Als der junge Harryhausen zum ersten Mal King Kong im Kino sah, war klar, was künftig sein Leben ausmachen würde. Für King Kong schuf Willis O’Brien die Effekte und Harryhausen ging beim Meister in die Lehre. Harryhausen war auf ein aufmerksamer Schüler und entwickelte die Technik von Willis O’Brien weiter. Vom finanziellen Deaster von Mighty Joe Young (Panik um King Kong) erholte sich Willis O’Brien nicht mehr, aber es kam die große Stunde von Ray Harryhausen. Er arbeitete wie ein Besessener und perfektionierte die Stop Motion-Technik bis zu seinen letzten Film Kampf der Titanen im Jahre 1981. Neue Techniken kamen auf, die später in CGI endeten. Gegen computergenerierte Bilder konnten die ruckelnden Monster, Drachen, Skelette von Harryhausen nicht viel ausrichten. Was bleibt, ist ein großartiges Gesamtkunstwerk, das beim Durchblättern von Ray Harryhausen an animated life auf jeder Seite deutlich wird.

Im Buch the Art of Ray Harryhausen geht es dann mehr um die Zeichnungen. Auch hier wurde Harryhausen beim Schreiben von Tony Dalton unterstützt. Das Vorwort steuerte Peter Jackson bei. Und das zeigt auch, welchen Status Harryhausen in der Filmwelt einnimmt. Ohne die Arbeit von Harryhausen hätte es Herr der Ringe oder die Arbeiten von George Lucas oder Steven Spielberg nie gegeben. Schön dass Zitat auf der Rückseite des Buches von Kermit dem Frosch: „One of the world´s great manipulators …“ Das Buch ist ein Blick auf die PreProduction der Filme. Zeichnungen und Ideen zu den Filmen sind hier zu finden aus einer Zeit, als Film und Animation noch ein klassisches Handwerk waren.

Beide Bücher sind die ideale Kombination, um sich dem Werk von Ray Harryhausen zu näheren. Ich kann beide Bücher empfehlen.

Meine Erinnerungen an Ray Harryhausen

8. Mai 2013

Die Nachricht schockierte mich. Im Alter von 92. Jahren verstarb der Vfx-Pionier Ray Harryhausen. Ich habe leider diesen großen Künstler nie persönlich getroffen. Seine Kunst begegnete mir dagegen auf Schritt und Tritt. Seit meiner frühesten Jugend habe ich die Stop Motion-Effekte von Ray Harryhausen genossen.
Meine allerste Erinnerung reicht an den Zyklopen bei Sindbads siebte Reise zurück. Das einäuige Monster aus der Mythologie schnappte sich Sindbads Weggefährten und grillte sie über offenem Feuer. Das war für mich als junger Mensch zuviel. Tagelang träumte ich von dieser Szene. Genauso erging es mir bei Jason und die Argonauten.
Viele Filme kamen und gingen. Ich liebte das fantastische Kino und immer wieder erinnerte ich mich an Sindbad und Tricks von Ray Harryhausen. Kämpfende Skelette, angriffslustige Drachen, die gnadenlose Medusa – all dies hat sich in mein visuelles Filmgedächtnis eingebrannt. 1980 stürmte ich in Kampf der Titanen – und lange vor CGI packte mich das Geschehen auf der Leinwand. Ray Harryhausen war ein Pionier und ein großer Künstler seiner Zeit. Zu Hause versuchte ich mich an Stop Motion-Filme mit meiner Super 8-Kamera. Heute drehe ich mit meinen Kindern und der Boinx-Software iStop Motion Filme mit Legofiguren. So gebe ich das Erbe von Ray Harryhausen an meine Kinder weiter, die sich die Geschichten des Künstlers anhören müssen.
Als Chefredakteur der beiden 3D-Zeitschriften Creative Live und DIGITAL PRODUCTION führte ich zahlreiche Interviews mit Größen der CGI-Szene. Alle Gesprächspartner verehrten Ray Harryhausen auf ihre Weise. Ohne Harryhausen wäre CGI nicht da, wo es heute steht. Ohne Harryhausen gäbe es kein fantastisches Kino in der heutigen Form.
Die schönste Homage an Ray Harryhausen ist für mich persönlich der Pixar-Streifen Monster AG. Dort sitzen die Figuren in der Harryhausen-Sushi-Bar. Der Dialog läuft wie folgt:
Celia: „So, uh, are we going anywhere special tonight?“
Mike: „l…I just got us into a little place called, um, Harryhausen’s.“
Celia: „Harryhausen’s? But it’s impossible to get a reservation there.“
Mike: „Not for Googley Bear.“
Im Kino hab ich sehr gelacht und später in einem Interview mit Pixar-Kreativchef John Lasseter ging das Lachen weiter. Es gab verschiedene Szenen in dem Cafe, Kneipe und Sushi-Bar mit Anspielungen auf Finding Nemo. Ich denke, Ray Harryhausen hatte diese Szene gefallen.

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Finding Dory: Findet Nemo wird fortgesetzt

3. April 2013

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Jetzt ist es raus. Pixar/Disney werden zu Finding Nemo eine Fortsetzung drehen. Der Film wird wohl Finding Dory heißen und im November 2015 in die US-Kinos kommen. Damit geht Pixar auf Nummer sicher und setzt weiterhin auf Sequels. Neben Toy Story 1-3, Cars 1-2 und Monster AG 1-2 kommt jetzt der zweite Teil von Nemo. Finding Nemo war der Kassenknüller im Jahr 2003.

2003 stellte John Lasseter Finding Nemo in Spanien vor.

2003 stellte John Lasseter Finding Nemo in Spanien vor.

Ich bin mir sicher, dass sich Pixar alle Mühe geben wird, die Geschichte um den Fisch Nemo mit seiner verrückten Fischfreundin Dory gut fortzusetzen. Bisher haben Story und Technik bei Pixar immer gepasst. Was mich aber stört, ist die Ideenlosigkeit der Kreativen. Pixar war immer wieder für Überraschungen gut. Nun scheint es, als ob man in der Geldmaschinerie von Hollywood bzw. Disney komplett aufgegangen ist. Zur Klarstellung: Ich bin ein großer Freund des Geldverdienens, aber Film muss mehr sein, als auf Nummer Sicher Kasse zu machen. Filme bereichern, erweitern den Horizont, geben Denkanstöße und sind ein wichtiger Teil des Kulturgutes. Dazu hat Pixar in der Vergangenheit absolut beigetragen und wird es auch weiter.

Ein Teil der Finding Nemo Crew bei ihrer Präsentation in Spanien. Spaß hat es gemacht.

Ein Teil der Finding Nemo Crew bei ihrer Präsentation in Spanien. Spaß hat es gemacht.

Regie wird wieder Andrew Stanton führen, der schon die Pixar-Filme Nemo und Wall•E gedreht hat. Aber er drehte auch den Mega-Flop John Carter, der mir persönlich aber ganz gut gefallen hat. Der Film spielt ein Jahr später nach Finding Nemo und laut Ellen DeGeneres soll es ein wundervolles Drehbuch sein. Ellen DeGeneres sprach im Original die Dory und soll auch wieder die Rolle übernehmen. In ihrer TV-Show Ellen warb sie immer intensiv wieder für eine Fortsetzung von Finding Nemo.

Tipps gegen den Stress von einem 8 Bit-Helden

16. März 2013

Zugegeben, ich bin ein emotionaler Mensch. Es braucht zwar einige Zeit, um mich auf die Palme zu bringen. Wenn ich aber mal explodiere, dann richtig und ich vergesse nichts. Vielleicht sollte ich mir ein Beispiel an den neuem Disney-Film Ralph reichts nehmen. Der neue 3D-Film startet in Deutschland am 4. April auf Blu ray. Und ich sollte ihn mir ansehen: Es geht um Randale Ralph. 30 Jahre muss er tagein, tagaus den Bösewicht in einem Videospiel mimen, und das obwohl er eigentlich ein richtiger guter Kerl ist! Bis es Ralph schließlich reicht und er das Abenteuer wagt, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

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Zum Start gab die Disney-Pressestelle mir ein paar Tipps gegen den Stress auf den Weg. Gerne gebe ich sie weiter, vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen:

  • Atmen Sie zu allererst einmal tief durch! Wenn Ihr Körper genügend Sauerstoff hat, kann er besser arbeiten und Sie mit einer stressigen Situation viel gelassener umgehen.
  • Versuchen Sie zu dem, was Sie ärgert, Abstand zu gewinnen! Danach sieht die Sache vielleicht gar nicht mehr ganz so schlimm aus.
  • Treiben Sie Sport oder machen Sie einen Spaziergang! Bewegung tut gut und für Ablenkung ist auch noch gesorgt.
  • Eine gute Idee, nicht nur bei Stress: Schlafen Sie genügend! Ausgeschlafen kann man Problemen viel besser gegenübertreten.
  • Schalten Sie einfach einmal ab! Legen Sie sich aufs Sofa, nehmen Sie ein gutes Buch in die Hand und schalten Sie vor allem Smartphone und Laptop aus!
  •  Laden Sie sich keine unnötige Arbeit auf! Sagen Sie, wenn es Ihnen zu viel wird! Ein einfaches „Nein“ kann den Stress verhindern, bevor er überhaupt entsteht.
  •  Sehen Sie die positiven Seiten am Stress! Langeweile wäre doch auch nicht Ihr Ding, oder?
  •  Nehmen Sie nicht alles so ernst! Lachen Sie über das, was Sie ärgert, denn dadurch ist man automatisch gutgelaunt.
  • Tun Sie etwas, was Ihnen Spaß macht! Treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie essen oder ins Kino.
  • Achten Sie auf eine gerade, aufrechte Körperhaltung! Das gibt Selbstbewusstsein um auch mit der schwierigsten Situation umzugehen.
  • Stellen Sie Ihren Ärger oder Stress nicht in den Mittelpunkt! Vielleicht ist der Grund für Ihre Laune unbedeutend und alle Aufregung unnötig.
  • Wandeln Sie schlechte Laune in Produktivität um! Erledigen Sie Aufgaben, die Sie schon zu lange vor sich hergeschoben haben. Sie werden sehen: Danach haben Sie ein gutes Gefühl und gleichzeitig noch etwas geschafft.

Natürlich sind es klassische Hausrezepte, die aber funktionieren. Zum Dank schau ich mir auch Ralph reichts mit meinen Kindern auf Blu ray an. Regie führte Simpsons-Mann Rich Moore. Als Freund von Retro-Games kommt mir der Held Ralph in seinem 8-Bit-Look sicher gut entgegen.

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Dreamteam Arri und Trixter bilden 3D-Allianz

11. März 2013
Standfoto des Animationsprojektes PLOE (Copyright: GunHil 2013).

Standfoto des Animationsprojektes PLOE (Copyright: GunHil 2013).

An der deutschen Animationsfront tut sich was gewaltiges. Es platzte am Montag morgen die Bombe. Das Postproduktionshaus/Weltvertrieb Arri und das VFX/Animationsstudio Trixter bilden bei Animationsproduktionen eine Allianz. Gemeinsam stehen sie Animationsproduzenten als Koproduzent und Weltvertriebspartner zur Verfügung.

Das erste gemeinsame Projekt „PLOE“  ist eine anrührende Geschichte voller Abenteuer für die gesamte Familie über einen Goldregenpfeifer-Nachwuchs. Die Produktion wird mit dem isländischen Animationshaus GunHil realisiert.

Zwei Münchner Firmen mit weltweit gefragten Dienstleistungen – Arri und Trixter – stehen für Qualität und sind in der Branche als zuverlässige Partner bekannt. Für die Herstellung und die Vermarktung von Animationsfilmen wollen Arri und Trixter ab sofort als Allianz auftreten. Arri und Trixter kooperieren bei Animationsprojekten als Koproduzenten und Dienstleister, wobei Arri auch den Weltvertrieb (Arri Worldsales) übernehmen wird. Arri wird das breite Postproduktions-Angebot der Arri Media Services einbringen, Trixter die Erfahrung des VFX- und Animationsstudios an den Standorten München, Berlin und Los Angeles sowie die langjährige Koproduktionserfahrung.

Mit dieser Partnerschaft treten Arri und Trixter in den kommenden Jahren als Schwergewicht im Animationssektor auf, was sowohl bei Abnehmern als auch bei potenziellen Koproduzenten auf großes Interesse stößt.  Das erste gemeinsame Animationsprojekt „PLOE“ ist eine anrührende Geschichte voller Abenteuer für die gesamte Familie über einen Goldregenpfeifer-Nachwuchs. Er lernt nur mühsam Fliegen und versäumt es, mit seiner Familie in wärmere Gefilde zu ziehen. Mit Hilfe von Freunden gelingt es ihm, sich in der Welt voller natürlicher Feinde zu behaupten und wird schließlich als Held gefeiert. Entwickelt wurde der Stoff durch den isländischen Produzenten, das Animationsstudio GunHil.

PLOE wurde auf der Cartoon Movie am vergangenen Freitag erstmalig vorgestellt und soll erstmalig auf dem Cannes Film Festival (Marché du Film) dieses Jahr internationalen Kinoverleihern angeboten werden. Produktionsbeginn ist für Anfang 2014 geplant. Diese Allianz bedeutet für die deutsche 3D-Szene eine enorme internationale Aufwertung.

Ich kenn schon einen Oscar-Gewinner 2013

24. Februar 2013

Ich kenn schon einen Oscar-Gewiner. Egal, wer den Oscar nach Hause trägt, Autodesk ist mit dabei. Die Media & Entertainment Technologie von Autodesk spielte bei einigen der kultigsten und atemberaubendsten Filmbildern der vergangenen zwei Jahrzehnte eine entscheidende Rolle. Talentierte Artists in großen Post Production Häusern und kleinen Studios auf der ganzen Welt – von Nord-Amerika und Europa über Asien bis nach Australien und Neuseeland – kombinierten Digital Art, Autodesk-Software und eine großartige Erzählkunst, um die meistgefeierten Filme des vergangenen Jahres zu kreieren. Die Quasi Monopolstellung von Autodesk macht dies möglich.
„Als ich feststellte, dass alle fünf Filme, die für den Oscar „Beste visuelle Effekte“ nominiert sind, und alle fünf Nominierungen für die „Beste Animation“ Autodesk Maya verwendet haben, habe ich mich wie der Vater der Braut gefühlt“, sagt Chris Bradshaw, Senior Vice President bei Autodesk. „Digital Artists haben die Technologie im vergangenen Jahr in spannende neue Richtungen vorangetrieben – Mischungen aus Hand- und Computerzeichnungen, Kombinationen von traditionellen Stop-Motion-Animationen mit visuellen Effekten oder die Erweckung von beliebten Büchern und Superhelden zum Leben. Diese Innovationen inspirieren uns, unsere Software ständig zu verbessern.“ das will ich auch hoffen, denn Autodesk hat alles aufgekauft, was nicht bei drei auf dem Baum war. Maya kam von Alias, XSI von Softimage – nur Maxons Cinema 4D und Lightwave spielen noch am Rande mit.
In der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ nutzten alle fünf Nominierten – „Der Hobbit – eine unerwartete Reise“, „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“, „Marvel’s The Avengers“, „Prometheus – Dunkle Zeichen“ sowie „Snow White and the Huntsman“ – Software von Autodesk. Zum achtzehnten Mal in Folge wird Autodesk diese Auszeichnung erhalten. Die fünf nominierten Filme enthalten insgesamt 7.754 Einstellungen mit visuellen Effekten, an denen 30 Visual-Effects-Studios (einige davon arbeiteten an mehreren Filmen) aus mehr als zehn Ländern mit Autodesk Software beteiligt waren.
Für die Kategorie „Bester Animationsfilm“ gab es dieses Jahr rekordverdächtige 21 Nominierungskandidaten. Die fünf Nominierten nutzten Autodesk Maya, die Softwarelösung für 3D-Animation und visuelle Effekte. Dazu gehören die zwei 3D Animationsfilme „Merida – Legende der Helden“ und „Ralph reichts“ sowie die drei Stop-Motion-Filme „Frankenweenie“, „ParaNorman“ und „Die Piraten! – Ein Haufen merkwürdiger Typen“.
Außerdem spielte die Software von Autodesk bei der Realisierung von vielen weiteren nominierten Filmen eine Rolle; beispielsweise bei „Liebe“, „Argo“, „Buzkashi Boys“, „Flight“, „Les Misérables“, „Lincoln“, „Im Flug erobert“, „Silver Linings“, „James Bond 007: Skyfall“, „Ted“ und „Zero Dark Thirty“.
Autodesk gratuliert vorab schon mal folgenden Studios, die mit der Software von Autodesk zur Magie der Oscar-nominierten Filme beitrugen: Aardman Animation, Argon, Atomic Fiction (englisches Videointerview), Baseblack, BlueBolt, Buf Campagnie, Christov Effects and Design, Cinesite, Digital Domain, DIVE, Double Negative, Evil Eye Pictures, fluent/image, Framestore, Fuel VFX, Halon, Hammerhead Productions, Hydraulx, Identity FX, Industrial Light & Magic, Iloura, Image Engine, LAIKA, Legacy Effects, Lola VFX, LOOK Effects, Luma Pictures, Method Studios, Mikros Image, The Mill, Modus FX, MPC, New Deal Studios, Nvizage, Nvizible, Pixar, Pixomondo, Prologue, REDLAB Digital, Reliance Mediaworks, Rhythm & Hues (englische Videopräsentation), Rising Sun Pictures, Rushes, Scanline VFX, Shade VFX, Technicolor, The Third Floor, Tim Burton Productions, Tippett Studio, Trixter, Walt Disney Animation Studios, Weta Digital, Whiskytree, yU+co und Zero VFX.

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Interaktive Bauantleitungen für Lego Mindstorms

20. Februar 2013

Im Herbst 2013 erscheint der neue Lego-Roboter aus der Mindstorms-Reihe mit Namen EV3. Das wurde im Januar auf der CES angekündigt. Nachdem wir zu Hause die ersten beiden Generationen im Einsatz haben, werden wir uns die Version 3 auch anschaffen. Ein paar interessante Neuerungen gibt es, wie einen schnelleren ARM9-Prozessor, 16 MByte Flash-Speicher und 64 MByte RAM. Zudem soll eine Steuerung per iOS- und Android-Smartphone möglich sein. In der Vergangenheit hatte Lego immer Schwierigkeiten die Software für das Mac-Betriebssystem aktuell zu halten. Mindstorms EV3 soll nach Lego-Angaben Anleitungen zum Bau von 17 Robotern enthalten.

Autodesk

Aber es wird noch interessanter: Der Software-Konzern Autodesk ist eine Partnerschaft mit der Lego eingegangen, um interaktive 3D-Bauanleitungen für Mindstorms EV3 zu entwickeln. Dies ist eine neue Plattform, dafür geschaffen, eine jüngere Generation für das Bauen und Programmieren von Robotern zu begeistern. Das Mindstorms EV3-Set sowie die 3D-Baupläne als Mobil-Apps und Web-Anwendungen werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 verfügbar sein.

Die auf der Technologie von Autodesk Inventor Publisher basierenden, interaktiven Bauanleitungen sind über eine mobile App für iOS- und Android-Geräte erreichbar. Sie bieten eine Alternative zu den traditionellen Anleitungen, und macht so den Bauvorgang zum Erlebnis. Mit den 3D-Anleitungen können die Mindstorms EV3-Baumeister digital sehen, wie die einzelnen Komponenten zusammenpassen. Damit lassen sich auch die anspruchsvollsten Roboter bauen.

„Die Lego-Gruppe hat eine völlig neue Version von Lego Mindstorms entwickelt, um ein Publikum von Kindern zu begeistern und herauszufordern, die mit Technologie groß geworden sind“, sagt Camilla Bottke, Projektleitung bei der Lego-Gruppe. „Durch die Zusammenarbeit mit Autodesk geben wir unseren bekannten, nonverbalen, Schritt-für-Schritt Bauanleitungen einen neuen Charakter. Die leistungsstarke, interaktive 3D-Technologie verbessert das Erlebnis für die heutige, technikerfahrene Generation von Kindern.“ und Papas möchte ich hinzufügen.

Als Alternative zu den traditionellen Anleitungen generiert die Autodesk Inventor Publisher Software interaktive 3D-Bauanleitungen, die auf iPad, Android-Geräten und im Internet verfügbar sind. Mit der App können sich Baumeister die Lego-Steine aus jedem Schritt des Bauprozesses digital anzeigen lassen und damit interagieren. Sie können die Animation jederzeit stoppen, einzelne Steine heranzoomen oder drehen, um genau zu sehen, wie Teile zusammengesteckt werden müssen. Damit haben die Baumeister selbst die Kontrolle über das Bauerlebnis und können die Bauanleitung so betrachten, wie sie für sie individuell am verständlichsten ist. Zusätzliche Funktionen sollen den Lego-Baumeistern eine noch bessere Spiel-Erfahrung ermöglichen. Dazu zählen Informationen über einzelne Komponenten, die bei doppeltem Antippen eines Teils angezeigt werden, und eine Karten-Funktion, mit der der Nutzer genau sehen kann, an welcher Stelle des Modells gerade gearbeitet wird.

Lego-Mindstorms EV3 wird di 3D-Bauanleitungen für fünf verschiedene Roboter enthalten. Dazu zählen „EV3RSTORM“, ein sportlicher, menschlicher Mohawk, der beim Gehen Mini-Kugeln verschießt, „SPIK3R“, ein Skorpion-ähnlicher Roboter, der nach einem Infrarot-Signalfeuer sucht, und „R3PTAR“, eine Roboter-Schlange, die gleitet, wackelt und ausschlägt. Ein Preis steht noch nicht fest.

Mindstorms

Persönlicher Nachruf auf Harald Siepermann

17. Februar 2013

Soeben habe ich vom Tod meines Kollegen Harald Siepermann gehört. Er verstarb am 16. Februar 2013 nach langer Krankheit im Alter von 51. Jahren. Harald war Zeichner, speziell Comics und Trickfilmzeichner und gehörte zu den erfolgreichen Deutschen, die es in Hollywood geschafft haben. Ich bin dankbar, dass ich mit ihm arbeiten durfte – er war ein feiner Mann.

Haraldsiepermann

In meiner Eigenschaft als ehemaliger Chefredakteur der 3D-Zeitschrift DIGITAL PRODUCTION traf ich vor Jahren zum ersten Mal mit Harald Siepermann zusammen. Wir stellten gerade die Jury für unseren animago AWARD zusammen, dem wichtigsten deutschsprachigen Preis der 3D-Branche. Mein Webmaster und erfolgreicher Fotograf Günter Hagedorn aus Hamburg schlug seinen Freund Harald Siepermann als Jurymitglied vor und so sollte es sein. Siepermann arbeitete mit Spielberg bei Falsches Spiel mit Roger Rabbit und für Disney für die Filme Mulan (der kleine Drache), Tarzan (Gorilla) und Ein Königreich für ein Lama als Charakterdesigner mit. Das erste Treffen kam war im damaligen Studio von Hagedorn in Hamburg. Alle Jurymitglieder waren anwesend, nur Harald fehlte. Er hatte sich im Tag vertan und erschien eine Stunde verspätet, völlig durch den Wind. Unser Telefonanruf hatte ihn kalt erwischt und war hatte eine Nacht zuvor lange gearbeitet. Die Müdigkeit sah man ihn an. Im dunklen Studioraum, in den wir unsere Jurysitzung abhielten und uns Hunderte von Animationsfilme ansahen, wäre ein schöner Platz für ein Nickerchen gewesen. Aber Harald war ein Profi. Trotz Müdigkeit setzte er sich in die erste Reihe und scheute keine Jurydiskussion. Seine Meinung hatte Gewicht. Dieser Mann wusste, von was er spricht.

Später organisierten wir für den Verlag verschiedene Seminare und Veranstaltungen, bei denen Siepermann auftrat. Die Kurse waren alle ausgebucht und das bei einer so schwierigen Klientel wie die 3D-Branche. Aber Harald Siepermann wusste zu fesseln. Er verband nette Geschichten mit absoluter Perfektion in seiner Arbeit. Auf Bitten meiner Kinder hatte ich bei einem der Seminare eine DVD-Staffel der Serie Alfred Jodocus Kwak dabei, die Siepermann unterschreiben sollte, was auch gerne machte. Meine Kinder werden es ihm nie vergessen. Kwak ist der Name einer kleinen Ente, die von Hermann van Veen als Muscial erdacht und von Harald Siepermann als Trickfilm in 52 Episoden umgesetzt wurde.

Nach meinen Ausscheiden bei der DP hatte ich zu Harald vor allem über soziale Netzwerke Kontakt. Mehrmals liefen wir uns über den Weg, denn Harald hatte Geschmack an der Lehre gefunden. Er gab Kurse an der Hamburger Animation School, der damaligen German Film School, der Games Academy in Berlin, der Fachhochschule Mainz und der Filmakademie Baden-Württemberg. Er erinnerte sich bei unseren Begegnungen immer an die für ihn schwierige Jurysitzung und meinen Stapel an Kwak-DVDs, die er unterschreiben musste.

Vor seiner Krankheit arbeitete Harald Siepermann an seinem ersten Regieprojekt, den Computeraimationsfilm 7 Zwerge – Der 7bte Zwerg, Produziert wird der Film von Otto Waalkes. Der Film sollte Anfang 2014 in die Kinos kommen.

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Ich wollt, ich wär ein Huhn – digital restauriert

13. Februar 2013

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Die familieninterne Diskussion um den richtigen Liedtext des Liedes „Ich wollt, ich wär ein Huhn“ ist zu Ende. Die Uraufführung der restaurierten Fassung von „Glückskinder“ findet im Rahmen der Berlinale Retrospektive heute am 13. Februar 2013 im CinemaxX statt. Dann werde ich den Schlager in einer restaurierten Version hören.

Der Schlager aus der 1936 entstandenen Screwball Comedy „Glückskinder“ mit dem Traumpaar Lilian Harvey und Willy Fritsch überdauerte mehr als 70 Jahre unbeschadet. Anders dagegen das Filmmaterial: Aufgrund chemischer Zersetzung wurde das Kameranegativ bereits vor langer Zeit vernichtet. Für die Berlinale-Retrospektive mit deutschen und internationalen Filmen, die von der Weimarer Filmkultur geprägt sind, restaurierte die CinePostproduction „Glückskinder“ im Auftrag der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (Wiesbaden). Um fehlende Sequenzen aus gänzlich unterschiedlichen Ausgangsmaterialien wiederherzustellen, entwickelte das Team dabei ein Verfahren, bei dem erstmals neueste Stereo-3D-Techniken in der Restaurierung zum Einsatz kamen.

Als Hauptmaterialquelle nutzte die CinePostproduction eine Nitrokopie der Deutschen Kinemathek (Berlin), die direkt vom Originalnegativ abstammte. Durch den Einsatz als Vorführkopie wies sie unter anderem an 70 Stellen durch Abnutzung entstandene Lücken von bis zu 5 Sekunden auf. Zur Ergänzung des fehlenden Materials diente eine Sicherungskopie des Bundesarchiv-Filmarchiv (Berlin), deren Qualität allerdings durch doppelten Bildstrich und Schärfeverlust eingeschränkt war. Daher sollten nicht ganze Szenen, sondern jeweils nur die Einzelbilder ersetzt werden.

Die Herausforderung: Da die Materialien sich in Gradation, Bildstand und Geometrie deutlich unterscheiden, können beim Einblenden der fehlenden Bilder Doppelränder, Helligkeitsflackern und geometrische Verzerrungen entstehen. Um hier Artefakte zu vermeiden, behandelte CinePostproduction die Rollen in einem erstmals eingesetzten Prozess wie zwei Teile einer 3D-Aufnahme, die zur Überlagerung gebracht werden. Die Materialien wurden über 10 Einzelbilder, in denen vor und nach den Lücken überblendet wurde, komplett angeglichen. Mit Hilfe von eigenentwickelten Algorithmen wurde zunächst die Geometrie vertikal angeglichen, das Bild um 90 Grad gedreht, erneut vertikal angeglichen und zurücktransformiert. Dieses neuartige Verfahren, entliehen aus der 3D-Pipeline der CinePostproduction, wurde auch bei dem Safety-Dup-Negativ erfolgreich eingesetzt, das als Ersatz für zahlreiche stark verschrammte Szenen verwendet wurde.

Bei der eigentlichen Bildrestaurierung kamen die eigenentwickelten Tools der ReFine-Pipeline für die unterschiedlichen Restaurierungsschritte zum Einsatz, die jeweils auf die Anforderungen des Projekts und den spezifischen Materialzustand zugeschnitten werden. Werktreue war hier oberste Prämisse. Auch sollten die heutigen Zuschauer die zeitgenössische Technologie und Seherfahrungen des Originalpublikums erleben können. Speziell für „Glückskinder“ wurde in der ReFine-Pipeline eine Angleichung der extrem dunklen Schaltfelder entwickelt, welche am Anfang jeder der insgesamt etwa 480 Szenen auftreten.

Damit ist die Familiendiskussion um den Songtext zu Ende. Ich sang immer: „Ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei.“ Andere Familienmitglieder behaupteten, dass der Text wie folgt lautete: „Ich legte täglich nur ein Ei und sonntags hätt ich frei.“ Ich hab also gewonnen.

Virtueller OP-Saal

1. Februar 2013

3D durchdringt alle Lebensbereiche. Im Bereich Architektur ist 3D-Software extrem erfolgreich. Immer mehr Architekten werden – nicht zuletzt auf Druck der Software-Industrie – in Richtung 3D gedrängt. Visualisierung ist bei Bauten wie Hotels oder größeren Gebäuden inzwischen Standard. Bauherren müssen schließlich den Kunden die Idee verkaufen. Jetzt geht es weiter in Richtung Stereo 3D. Diese Technik zieht auch in die KrankenhausPlanung ein.

Bisher verwendete ich die hervorragenden 3D-Sets, die ich von Dosch Design aus dem Medizinbereich einsetze. Das Produkt Dosch 3D Medical Rooms enthält zehn 3D-Szenen von medizinischen Räumen. Ideal zur Visualisierung von medizinischen Geräten. Das Produkt DOSCH 3D: Medical Equipment enthält 90 sehr detaillierte und voll texturierte 3D-Modelle von typischen Gegenständen, welche in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeanstalten zur Grundausstattung gehören.

Medica Rooms von Dosch Design

Medica Rooms von Dosch Design

Jetzt gehen wir in den virtuellen Raum. Vor kurzem entdeckte ein Tool von Visenso. Auf Basis seiner Software COVISE hat das Stuttgarter Visualisierungs- und Virtual Reality-Unternehmen Visenso ein Werkzeug für den Vertrieb und die Projektierung des Tuttlinger Medizintechnikunternehmens KLS Martin erstellt. Mit dem 3D-Simulationstool können ganze OP-Säle einfach, realitätsnah und damit bedarfsgerecht in einer interaktiven, virtuellen Umgebung geplant werden.

Das Produktportfolio des führenden Medizintechnikunternehmens reicht von der Herstellung chirurgischer Instrumente und Implantate über die Lieferung von Komponenten für OP-Säle bis hin zur Realisierung vollständiger OP-Lösungen. Um das komplexe Angebot in seiner ganzen Bandbreite unterhaltsam präsentieren zu können, wurden für eine Medizinmesse die sechs Produktlinien von KLS Martin unter dem Oberbegriff „marWorld“ in einem Stereo-3D-Film visualisiert. Mit 3D-Stereo Brillen und Stereo-TV Bildschirm konnten die Besucher in einer Art Tunnelflug durch die Entwicklungsschritte „Design“, „Planung“ und „Implementierung“ reisen. Den Endpunkt der Reise bildete ein fotorealistischer OP-Raum – ausgestattet mit Geräten von KLS Martin.

Der virtuelle OP-Raum von Visenso.

Der virtuelle OP-Raum von Visenso.

Motiviert durch den großen Messeerfolg des 3D-Stereo-Films wurde jetzt durch Visenso eine Anwendung zur Unterstützung des KLS Martin-Vertriebsteams beim Kunden vor Ort, d.h. bei der Planung und Ausstattung von OP-Sälen, entwickelt. Ziel ist es, dem Kunden eine realitätsnahe Vorstellung zu geben, wie der spätere OP-Raum – ausgestattet mit KLS Martin Produkten – aussehen könnte.

Mit Hilfe der 3D-Basisanwendung kann ein Raum interaktiv befüllt werden. Dazu stehen z.B. OP-Leuchten und Deckenversorgungseinheiten (DVE) aus der Produktpalette von KLS Martin sowie allgemeine Objekte, wie OP-Tisch, Fenster, Türen, Personal usw., zur Verfügung. Die Leuchten und DVEs lassen sich mit Hilfe von Interaktionsmechanismen an allen Gelenken bewegen. So kann dem Kunden u.a. demonstriert werden, wie er Leuchten und Monitore ausrichten kann, und wie weit die DVEs reichen. Darüber hinaus lassen sich die Arbeitsradien der Leuchten und DVEs einblenden und beliebige Abstände messen. Die gesamte 3D-Szene kann auch aus dem Blickwinkel des Personals betrachtet werden. Am Ende der Präsentation erhält der Kunde Bilder oder Videos des geplanten OP-Raums als Entscheidungsgrundlage. Immersive Visualisierungen auf 3D-fähigen Plattformen wie CAVE, Powerwall, Stereo-TV sind ebenfalls möglich.

„Beim Verkauf und der Planung komplexer Lösungen, wie beispielsweise einem OP-Saal, bietet der Einsatz der VR-Technologie einen großen Mehrwert. Entscheidungen können schneller und vor allem auch sicherer getroffen werden“, ist Florian Stritzel, Leiter Produktmanagement Modulare OP-Systeme von KLS Martin, überzeugt.

Mit Hilfe der 3D-Basisanwendung kann ein Raum interaktiv befüllt werden.

Mit Hilfe der 3D-Basisanwendung kann ein Raum interaktiv befüllt werden.