Archive for November 2010

Mein Paris: Essen wie Gott in Frankreich

10. November 2010

Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die Stadt des Essens. Der Satz, Essen wie Gott in Frankreich, kann auf das ganze Land angewendet werden und gilt damit auch für Paris. Aber: Gott muss ein reicher Mann sein, denn Essen in Paris ist teuer. Aber die Qualität ist hervorragend.

Gegessen wird später als bei uns und so hatte ich die Chance einen Tisch zu bekommen. Ich saß schon im Restaurant, dann drängten die Franzosen in die Tempel der Gastronomie. So habe ich im essensverwöhnten Frankreich immer einen Tisch bekommen, allerdings ohne französische Kollegen – die erschienen viel später. Die Bezahlung erfolgt immer Tischweise. Getrennte Rechnungen mögen die französischen Wirte in der Regel nicht. Das Auseinanderrechnen, wer wie viel zahlt, überlassen sie den Gästen.

Fisch garantiert frisch.

Fisch garantiert frisch.

Die französische Küche ist vielseitig. Die grande nation war eine Kolonialmacht und die Vertreter der besetzten Gebiete haben ihr Essen und ihre Kultur nach Frankreich gebracht. Das mag viele Nachteile im heutigen Paris haben, beim Essen hatte es durchaus Vorteile. Gerade Fisch und die nordafrikanische Küche haben es mir im Moment angetan. Couscous mag ich zu Hause weniger, hier aber um so mehr. Zusammen mit der Gigot – der Lammkeule ist das Gericht aus Kichererbsen, Möhren und Zucchini ein Gedicht – je nach Variante gibt es Hühnchen, Lamm oder Rindfleisch dazu. Bon apptit. Dazu kommt die schwarze, scharfe Paste Harissa – je nach Gegend brennt es höllisch gut. Als Beilage den dampfgegarten Gieß. Nun gut, es ist keine Haute Cuisine, aber ich für meinen Geldbeutel durchaus erträglich. Und dazu muss ich nicht extra ins Restaurant gehen. Kleinere frische Mahlzeiten gibt es auf den Markt, beispielsweise vor der Pariser Börse.

Ein Spaziergang über den Markt zeigt die kulinarische Vielfalt dieses Landes. Obst, Gemüse, Käse und viel, viel Fisch. Austern lassen sich gleich am Stand direkt schlürfen zu einem vernünftigen Preis. HIer kann man sich von Stand zu Stand essen. Kleine Portionen hier, kleine Portionen da. Der Standbesitzer lässt mich auch gerne probieren, vor allem wenn ich dann großzügig einkaufe.

Einfach probieren.

Einfach probieren.

Mein Paris: Besuch im Kaffee

9. November 2010
Das Straßencafe - ich liebe es.

Das Straßencafe - ich liebe es.

Zugegeben: Paris hat nicht die Kaffeehauskultur wie Wien oder Italien, aber Pariser Cafes sind ein Hort der Einkehr mit weniger Auswahl an Kaffee aber einer Menge von Geistesfreiheit. Bei meinem Kollegen Thomas Gerlach habe ich neulich etwas über den dritten Ort gelesen und das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Das Cafe ist der Ort zum Nachdenken, zum Lesen, zum Zur-Ruhe-Kommen. Zu Hause ist Hektik, Waschmaschine oder Kochen, in der Arbeit ist der Chef ein Berserker, da bleibt für das Ich nur der dritte Ort. Bei uns erfüllen Starbucks und Co diese Funktion, in Paris sind es die kleinen Cafes.

Dort angekommen, genieße ich meinen café au lait (Michkaffee) und un grand café noir (Schwarz wie die Nacht),un express, une Noisette (nicht die Milka-Schoko, sondern ein schwarzer Kaffee mit einem Schuss Milch). Zum Essen gibt es in den klassischen Cafes auch etwas einfaches: In der Regel Baguette, Sandwich oder Croissants.In den Cafe-Restaurants oder Bistros gibt es auch warmes Essen und vollwertige Mahlzeiten.

Regel Nummer eins und mit Abstand die wichtigste Regel für die Paris Gastronomie: Setzt dich zu niemanden an den Tisch.

Stundenlang kann ich in einem Straßencafe oder Bistro die Zeit totschlagen und einfach nur Leute anschauen. Leute, die vorbeieilen oder Leute, die auch im Cafe sitzen.Jeder hat seine Geschichte. Und oft zeigt er seine Geschichte durch sein Auftreten. Der Tourist mit Reiseführer in der Hand, die jüngeren mit einer iPhone App von Paris. Die einen elegant – und Paris hat wahrlich elegante Einwohner, die anderen eher casual. Die Businessfraktion mit Anzug und Hemd ohne Krawatte, die lässigen in T-Shirt und Jeans – alle gehen ein und aus.

Damit es trotz November nicht zu kalt wird im Straßencafe gibt es die Heizpilze, die Nürnberg war verboten hat, die Pariser in ihrer Stadt aufstellen: Umwelt hin oder her. Trotz Regen oder Wind lässt sich im Straßencafe Ruhe finden und den dritten Ort genießen. Wenn es doch zu ungemütlich wird, dann geht man eben ins Cafe hinein. An der Theke blättert man in Zeitungen. WLAN ist in der Regel Fehlanzeige, also nimmt man wieder Papier zur Hand. Le Monde ist da beliebt, die Zeitung, die gerade erst von der Pleite gerettet wurde. Gezahlt wird übrigens an der Theke. Die Bedienung kommt zwar den Tisch für die Bestellung, zum Abkassieren bleibt sie hinter ihrer Kasse. Das Trinkgeld bleibt am Tisch liegen oder kommt auf ein extra Tellerchen. Die deutsche Manier, das Trinkgeld direkt zu überreichen, kennen die Franzosen nicht, nehmen aber das Geld trotzdem.

Zeitungslesen gehört dazu.

Zeitungslesen gehört dazu.

Und das Cafe ist ein Ort des Träumens. Schön meine Beobachtung einer jungen Frau. Sie kam mit einem Stapel Hefte in das Cafe und blätterte immer wieder in Zettel. Dann schrieb sie in ein Büchlein fein säuberlich einen Text. Sie versank in ihren Text und nahm das Treiben im Cafe gar nicht mehr wahr. Vielleicht habe ich eine künftige Bestsellerautorin bei der Arbeit beobachtet, vielleicht aber nur eine Studentin beim Ordnen ihrer Mitschriften. Die Idee mit der Bestsellerautorin gefällt mir aber weitaus besser. Solche Gedanken hab ich nur am dritten Ort.

Eine Bestsellerautorin oder doch nur eine Studentin?

Eine Bestsellerautorin oder doch nur eine Studentin?

Mein Paris: Fahren mit der Metro

8. November 2010
Vorlesestunde in der Pariser Metro.

Vorlesestunde in der Pariser Metro.

In Paris braucht man kein Auto und ein Taxi nehm ich in der Regel nur spät am Abend. Das U-Bahn-Netz ist hervorragend ausgebaut, die Metro-Stationen sind optimal über die Stadt verteilt. Es gibt verschiedene Arten von Tagestickets, das umfassendste ist sicherlich das Paris visité – hier sind noch der Eintritt zu ein paar Museen reduziert.

Allerdings Metro-Fahren ist vergleichsweise laut. Und das nicht nur aufgrund des Lärms der fahrenden Züge. Es ist ein wahres Geschepper, Gequietsche und Gerumpel – eben Paris authentisch. Da ist es verständlich, dass der Pariser jeden Alters Kopfhörer aufgezogen hat und sich seine Musik reinzieht. Ach ja Musik: Natürlich wird in der Metro musiziert. Mal mit Kontrabass, mal elektrische Gitarre, mal steigt einer in den Wagon und spielt Akkordeon. Während in Münchner S-Bahnen der Himmel auf die Erde fällt, scheint es hier alltäglich. Und auch wenn gesammelt oder gebettelt wird, sind die Pariser stoisch.

Und die Metro ist eng und bestenfalls kuschelig. Hier vermischen sich die Kulturen. Der Banker nimmt ebenso die U-Bahn, wie der Bauarbeiter oder die coolen Checker mit Migrationshintergrund. Eine Beobachtung machte ich, die mir sehr gefallen hat. Eine Oma ließt ihrer Enkelin aus einem Kinderbuch vor. Um die beiden herum tobt der Bär, der Berufsverkehr ist auf dem Höhepunkt und nervige Touristen fahren von A nach B. Doch Oma und Enkelin lassen sich nicht auf der Ruhe bringen. Oma liest, Enkelin mit goldenen Locken hört zu. Ab und zu schaut sie vom Buch auf – scheinbar kann sie noch nicht lesen – und schaut ihre Oma an. Diese erklärt dem Kind die Worte, nickt und dann geht es weiter mit dem Lesen. Die weißhaarige Frau mit Brille blättert um und Enkelin mit ihrer rosa Tasche hört gebannt der Geschichte zu. So geht es ein paar Stationen. Dann packt Oma das Buch zusammen und Hand in Hand verlassen sie die Metro. So lange es solche Episoden in der U-Bahn gibt, habe ich den Glauben noch nicht verloren.

Musik gehört in der Metro dazu.

Musik gehört in der Metro dazu.

Mein Paris: Meine Hotelerfahrung

7. November 2010
Überraschung: Das gebuchte Zimmer war wohl besetzt.

Überraschung: Das gebuchte Zimmer war wohl besetzt.

Wer nach Paris reist, steht vor einem Dilemma. Es gibt dort wunderbare Hotels mit großartigem Service, aber auch zu saftigen Preisen. Und es gibt weniger gute Hotels, mit etwas weniger gutem Service, aber zu hohen Preisen. Was anderes scheint es in Paris nicht zu geben. Die einzige Konstante ist: Hoher Preis. Klar, in der Stadt der Liebe kann es sich der Hotelbesitzer erlauben, denn Paris ist immer noch ein Magnet. Und dieser Magnet übte auch seine Anziehungskraft auf mich aus. Also Koffer gepackt und ab nach Paris. Genächtigt wurde im ibis – Hotel, gebucht wurde über HRS via iPad App.

Das Hotel liegt in der Nähe der Messe – also Porte des Versailles, in einer verkehrsarmen Seitenstraße. Vorweg: Es war die richtige Wahl, aber der erste Tag begann unter dunklen Vorzeichen. Spät nachts kam der Flieger in Orly an, Taxis gab es trotz Benzinknappheit nach einer kleinen Warterei zur Genüge. Übrigens: Benzinknappheit durch Streiks – wenn so eine Stadt aussieht, in der Benzin knapp ist, dann möchte ich nicht nach Paris, wenn Super, Benzin und Diesel reichlich fließen. Der Verkehr ist enorm. Zurück zum Hotel: Eingecheckt und mit dem etwas engen Fahrstuhl in den zweiten Stock in die noch engeren Zimmer gefahren. Doch das Zimmer war nicht gemacht. Das Bett war zerwühlt, das Badezimmer benutzt. Das Zimmer war entweder noch bewohnt – oder der Raumservice hat es schlichtweg vergessen. Zurück zur Rezeption und das Leid geklagt: Zunächst im brüchigen Französisch, dann im besseren Englisch. Und Überraschung: Die Dame hinter der Rezeption spricht Englisch. Zwar nicht Oxford-English, aber zur Verständigung reicht es. Was ist bloß mit Frankreich los? Jedes Klischee wurde schlagartig vom Tisch gewischt. Wie oft war ich in Frankreich und niemand sprach Englisch mit mir?

Wow und gleich die zweite Überraschung: Die Dame an der Rezeption kümmerte sich um ein neues Zimmer, sie kümmerte sich um mein Problem. Trotz Messezeit und vollem Haus gab es ein neues Zimmer – und das ohne Probleme, aber mit zahlreichen Entschuldigungen. Obwohl die Bezeichnung Zimmer etwas voreilig gewählt wurde. In den Raum passte ein Bett und das war es. Maximal neun Quadratmeter war das Zimmer groß, erreichbar über enge verwinkelte Gänge. Egal, ich muss ja nur schlafen. Viel dramatischer: Der Raum hatte nur eine Steckdose. Wie sollte das ganze Technikzeugs (iPhone, MacBook Air, iPad, Akku) denn geladen werden. Das ist ein klarer Minuspunkt – auch weil das Bad über keine Steckdose verfügte. Positiv überrascht: Es gab ein kostenloses WLAN. Es sind 200 MB pro Tag und ich düfte nicht skypen, aber zumindest war ich von der Welt nicht abgeschnitten. Das ist ein absolutes Plus und ich buche Hotels nur noch, wenn sie über WLAN verfügen.

Da ich nicht unbedingt dem Aufzug vertraute, ging ich die Treppen zu meinem Stockwerk zu Fuß. Dort stieß ich auf ein Plakat. Die Hotels haben eine Qualitätsprüfung hinter sich und sind nun ISO 9001 zertifiziert. In Deutschland dürfte so ein Hotel mit den engen Fluchtwegen nicht eröffnen. In Frankreich geht es und es ist nicht das Problem der Franzosen.

ISO 9001 - na dann ist ja alles klar.

ISO 9001 - na dann ist ja alles klar.

Atari Classics bringt PONG, Missile Command & Centipede

6. November 2010

Wenn ich mit den Jungspunden um mich herum spreche, überschlägt sich die Begeisterung bei den Next-Gen-Spielen. Und wenn ich dann erzähle, mit welchen Games ich aufgewachsen bin, dann schauen die Herrschaften verschämt zu Boden nach dem Motto: Mann ist der Typ alt.

Aber jetzt kann die Jugend meine Spiele spielen: Atari Europe veröffentlichte die ersten Atari PlayStation Klassiker für die PlayStation 3 und die PSP auf dem PlayStation Network bekannt. Der Launch von Atari Classics hat mit der Veröffentlichung von PONG, Missile Command und Centipede begonnen. Weitere Spiele sollen folgen. Und die Kinderchen von heute werden feststellen: PONG ist ein geiles Spiel. Ich brauche nicht immer GPU-Rendering und fette Grafik – das Spielprinzip muss stimmen.

„Viele Gaming-Fans haben ihre ersten Spielerfahrungen mit einer der klassischen Marken von Atari gemacht“, so John Burns, Vice President und General Manager von Atari Europe, „Mit so vielen fantastischen Klassikern in der Hinterhand, können wir es kaum noch erwarten einige der populärsten Atari Arcade Titel aller Zeiten zu veröffentlichen und sie Retro-Fans, aber auch einer komplett neuen Generation von PlayStation3 und PSP-Spielern, zugänglich zu machen“. Ja, ja, ja und Atari will noch ein wenig Kohle machen.

Und für die Jungspunde unter den Gamern von heute: Was verbirgt sich hinter PONG, Missile Command und Centipede?

PONG, eines der mitreißendsten Eins gegen Eins Spiele, das jemals veröffentlicht wurde. Spieler kämpfen mit ihren Freunden durch dutzende fantastische Levels wie beispielsweise Henhouse Surprise, Soccer Stars, Balloon Circus. Für dieses ultimative Party-Spiel benötigen die Gamer jede Menge taktisches Gespür und spielerisches Geschick, um die Reise vom blutigen Anfänger zum erfahrenen Pong-Meister erfolgreich zu beenden. So klingt es bei Atari. Es waren einfach zwei Blöcke, die einen viereckigen Ball über den Bildschirm jagen.

Die Aufgabe in Missile Command ist einfach: Verteidige die Städte der Erde gegen unzählige Angriffswellen von außerirdischen Invasoren. Als hoch motivierter “Missile Commander” muss der Spieler den Umgang mit neuen Waffensystemen erlernen und Strategien entwickeln, die in einer Gegenoffensive zur Rettung der Menschheit vor den Aliens mündet. Das war übrigens mein Groschengrab. In Italien in den Spielhöllen meiner Jugend wanderten die 100 Lire Stücke nur so in die Automaten.

Das schnelle Action-Shoot-em-up Centipede fordert jedes Quäntchen Konzentration und umwerfende Qualitäten als  Scharfschütze von den Spielern. Unterschiedlichste Perspektiven, verschiedene Power-Ups und ein treibender Soundtrack helfen dabei, aus der entscheidenden Schlacht gegen Königin Pede und ihre Armeen von Tausendfüßlern, Spinnen, Fliegen und Skorpionen siegreich hervorzugehen.

Kostenlose Miete für ein Jahr im Medienumfeld

5. November 2010

Wer in München für sein junges Kreativunternehmen eine Bleibe sucht, schluckt erst einmal über die hohe Mietkosten. Da fiel mir ein Wettbewerb von b-neun, das Media & Technology Center in Unterföhring, in die Hände. Das Gründerzentrum schrieb den JUMP-Preis aus. Der Gewinner kann ein Jahr lang mietfrei zwei Büroräume im b-neun nutzen. Gar nicht schlecht.

Zusätzlich stehen ihm ein persönlicher Coach als Ansprechpartner, dauerhafte Beratung durch ein Experten-Team, Workshop-Teilnahme in verschiedenen business-relevanten Bereichen zur Verfügung. Mit dem Firmensitz direkt im Mediencluster Unterföhring hat der Gewinner beste Chancen zur Vernetzung mit Profis aus allen Medienbereichen und zum Aufbau wertvoller Kontakte.

Franz Glatz, Geschäftsführer des b-neun, erklärt mir die Idee so: „Mit dem Förderprogramm JUMP! wollen das b-neun und seine zwölf Gesellschafter einem jungen Unternehmen die Fixkosten sparen und darüber hinaus wertvolle Tipps und Kontakte geben. Eine Förderung, die nicht unbedingt mit Geld bewertet werden kann.“

Und Glatz hat recht. Nicht Finanzen sind ausschlaggebend, sondern das richtige Umfeld. Und Unterföhring ist für die Medienbranche kein schlechtes Umfeld. Also einfach mitmachen: Die Teilnahme an JUMP! ist einfach: Gründer bzw. junge Unternehmen aus den Bereichen Film- und Fernsehproduktion, Neue Medien und Games schicken ihre Geschäftsidee samt Business Plan bis spätestens 15, November 2010 an:

b-neun, Media & Technology Center GmbH
Betastrasse 9
85774 Unterföhring b. München

Sieben erfahrene Branchenprofis beurteilen die Bewerbungen und küren den Gewinner. Die Jury besteht aus Arnd Benninghoff, SevenOne Intermedia GmbH, Hansjörg Füting, ndf neue deutsche Filmgesellschaft, Holger Haas, Plazamedia GmbH, Annette Kümmel, ProSiebenSat.1 Media AG, Elke Opitz, E.O.PRESS, Thomas Repp, BAF Bayerische Akademie für Fernsehen und Rainer Tief, Programm Bereich Multimedia Bayerischer Rundfunk. Ab 1. Januar .2011 kann die Siegerfirma ihre Räume im b-neun beziehen.

Geschäfte wandern ins Netz

4. November 2010

Immer wieder führe ich Diskussionen, ob es sinnvoll ist, einen Online-Shop an die Website zu koppeln oder nicht. Die Antwort ist natürlich: Es kommt darauf an, welches Geschäft ich betreibe. Aber Online-Shops als Vertriebskanal zu nutzen ist sicherlich kein Geheimnis und wird seit Jahren praktiziert. Nun kommt der Nachweis des Statistischen Bundesamtes für alle Zauderer: Die Unternehmen in Deutschland machten 2009 immer mehr Geschäfte über das Internet. Und es geht weiter bergauf. Fast jedes vierte Unternehmen (23%) nutzte zu Vertriebszwecken die Potentiale des Internets. Der Anteil hat sich damit binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt (2008: 11%).

Die deutliche Zunahme bei den Online-Verkäufen ist auf die kleinen Unternehmen mit unter zehn Beschäftigten zurückzuführen, die sich in den vergangenen Jahren beim Online-Handel noch zurückgehalten hatten – so die Statistiker. Auch hier stieg der Anteil der Unternehmen mit Verkäufen über das Internet von 11% im Jahr 2008 auf nunmehr 23% an. Interessant: Die Zunahme betrifft nahezu alle untersuchten Wirtschaftszweige.

Die wachsende Bedeutung des Online-Handels spiegelt sich auch bei den Umsatzzahlen wider. Festhalten: 33 Prozent des Gesamtumsatzes kommen mittlerweile online bei den Unternehmen, die auf Online-Shops setzen. Gemessen am Gesamtumsatz aller Unternehmen in Deutschland betrug der Anteil der über E-Commerce erzielten Umsätze im Jahr 2009 rund 16% und stieg damit gegenüber dem Jahr 2008 (11%) ebenfalls deutlich an.

Der Anteil der Unternehmen mit Online-Einkäufen ist von 42% im Jahr 2008 auf 44% im Jahr 2009 gestiegen, dazu gehör auch ich. Allerdings: Ich kaufe auch gerne im RL ein, wenn die Beratung und Atmosphäre stimmt. Ich hasse Verkäufer, die ihren Beschäftigung als Job und nicht als Beruf sehen. Beruf kommt von Berufung. Qualifiziertes Personal ist wunderbar und ein Gewinn. Wer nur auf Jobber setzt, bei dem kaufe ich in der Regel nicht ein.

 

Social Media: Neue Form der Politikbeteiligung

2. November 2010
ePeition an den Deutschen Bundestag.

ePeition an den Deutschen Bundestag.

Politiker jammern gerne darüber, dass die Deutschen unpolitisch sind. Das stimmt nicht: Ich denke vielmehr, das Volk ist politisch interessiert, aber sie sind Politikermüde. Die Bevölkerung lässt sich nicht mehr langfristig in Parteien binden, aber wir sind dennoch politisch. Sobald wir von etwas betroffen sind, bzw. uns Dinge betreffen, dann engagieren wir uns. Sei es bei Stuttgart21, Nichtraucherschutz usw. Das Engagement ist ereignisgebunden und anschließend bricht das Engagement wieder ab und die Aufmerksamkeit wendet sich etwas anderem zu.

Die Rolle von Social Media ist dabei gewaltig. Hier lassen sich Massen mobilisieren. Wer dazu ein aktuelles Beispiel braucht, der sollte sich eine Online-Petition an den Deutschen Bundestag ansehen.  Thema: Einhaltung der Verträge zur Abschaltung der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2023. Der Antrag kam von Jörg Zwosta, Petitionsnummer 13587. Interessant ist das Jörg Zwosta Bürgermeister der CDU in Baden-Baden war und auf eine weitere Amtszeit verzichtete. Die Petition sollte von 50.000 Bundesbürgern am Abend des 21. Oktober 2010 unterzeichnet werden. Um 0 Uhr war Schluss. Um 21 Uhr fehlten noch rund 6000 Unterschriften, damit die Petition behandelt wird. Und dann brach der Online-Sturm nicht. Über Twitter und Facebook riefen die Befürworter der Petition die Community zum Mitmachen auf. Und siehe da: Minute für Minute registrierte sich das Volk und die Zahl der Unterschriften wuchs. Am Schluss waren es 73978 Unterzeichner – ein Erfolg für die Befürworter und ein Sieg für die Leistungsfähigkeit Social Media.  Die Petition ist nun in der parlamentarischen Prüfung.

In der Begründung zum Antrag hieß es:

Trotz der vor sieben Jahren geschlossen Verträge plant die Bundesregierung eine Verlängerung der Restlaufzeiten 13 Jahre vor in Kraft treten der beschlossenen Maßnahmen. Die Regierungskoalition will eine Verlängerung der Restlaufzeiten von 8 bis 14 Jahren erreichen.

Wir möchten die Bundesregierung auffordern, sich mit Vertretern aller Energieformen auseinander zu setzen und gemeinsam Meilensteine der Energiewende zu erarbeiten.

Ein Austritt aus den bestehenden Verträgen 13 Jahre vor Umsetzung der Maßnahmen halten wir für nicht richtig und bestehen auf der Einhaltung der Vereinbarung.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Haupt-Begründung: „Wir brauchen die Atomenergie als Brückentechnologie“ nicht belegbar. (Siehe Stromüberschüsse bereits 2010)

Immer noch ungeklärt und medienwirksam „vertuscht“ ist dagegen das Thema der Entsorgung des Atom-Mülls und die fehlende Beteiligung der Erzeuger an der Lösung dieses Problems.

Auch der Einsatz der Technik ist ein enormes Sicherheitsrisiko. Denn alle technischen Systeme versagen einmal – bei einem Atommeiler allerdings mit nicht planbaren Risiken. (Bsp.: Alle vor 1980 erbauten Atommeiler verwenden noch heute (2010) eine analoge Steuerung.)

Mit der Förderung der erneuerbaren Energieträger und ihre Verwertung sind wir in der Lage, bis zum Zeitpunkt des geplanten Laufzeitendes des letzten Atommeilers die geforderten 40% Strom aus erneuerbaren Energieträgern zu erzeugen.

Aus den oben genannten Gründen fordern wir die aktuelle Bundesregierung dazu auf, dafür Sorge zu tragen, dass die von Ihren Vorgängern abgeschlossenen Verträge zur Abschaltung der Atomkraftwerke bis 2023 eingehalten werden!

 

Neues Lego-Spiel: Lego Universe

1. November 2010

Lego ist meine Welt – die bunten Steine begeistern bei uns die ganze Familie. Jeder hat seine eigene Lego-Welt gefunden: Und natürlich sind wir Fan der Videogames von Lego, wobei Star Wars am besten im Familienranking abschneidet, das habe ich ja in meinem Blog bereits geschrieben.

Nun schlägt Lego ein neues Kapitel auf und eröffnet ein Lego Universe. Ich bin skeptisch, ob das Spiel mich vom Hocker haut. LEGO Universe ist das erste Massen-Mehrspieler-Online-Gemeinschaftsspiel (MMOG), das auf dem LEGO-Spielspaß basieren soll. Die Versionen von LEGO Universe gibt es für PC und Mac. Ich habe hier mal die Trailer zusammengestellt, die vom Publisher LEGO Group bereit gestellt wurden.  Ein Video zeigt, wie der Charakter-Editor funktioniert, welche verschiedenen Charakter-Klassen es gibt und was für atemberaubende Objekte sich mithilfe der virtuellen LEGO-Steine erstellen lassen. Außerdem gibt es noch zwei neue Gameplay-Videos direkt aus dem Spiel. Das erste zeigt eindrucksvolle Bauwerke, die innerhalb kurzer Zeit von Spielern erstellt wurden. Im zweiten Video sieht man, wie sich LEGO-Fans für ein spannendes Abenteuer in LEGO Universe zusammenschließen.

Zumindest die Zielgruppe, mein Sohn, zeigte sich sehr interessiert und will gleich ausprobieren. Klar, es ist besser, wenn er Lego Universe spielt als wenn er bei WOW einsteigt. Dennoch bin ich bei MMOG spektisch und werde daher dabei sein, wenn er die virtuelle Welt betritt. Die Möglichkeiten, die das Spiel bietet, sind auf jeden Fall fantastisch – ob es ausreicht, den ähnlichen Spielspaß wie Lego Star Wars zu bringen, muss sich zeigen. Ich bin gespannt.